POLYGLOTT on tour Reiseführer Sardinien - Peter Höh - E-Book

POLYGLOTT on tour Reiseführer Sardinien E-Book

Peter Höh

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Beschreibung

POLYGLOTT on tour Sardinien Traumhafte Strände, Surferparadies, belebte Städte, gutes Essen und beeindruckende Wanderungen. Sardinien ist für Sonnenanbeter und Meeresliebhaber ein Muss. Eine Reise hierher kann nicht anders als angesichts der großen kulturellen und landschaftlichen Vielfalt zu beeindrucken. Mit dem POLYGLOTT on tour Sardinien lässt sich der Herzschlag der Mittelmeerinsel erspüren. Der Autor Peter Höh führt in 18 ausgeklügelten Touren durch die Vielseitigkeit der Insel und stellt Typisches, Besonderes und Eigenheiten vor. Schnuppern Sie sardisches Lebensflair und lernen Sie die Insel hautnah kennen! Entspannen Sie an den Sandstränden, beim Wellenreiten oder beim Besuchen einer der vielen belebten Städte. Beim Probieren süßer, sardischer Torrone oder beim Besuch der verlassenen Nuraghen fühlt man sich gleich wie die Einheimischen. Dank individueller Tipps zu spannenden Entdeckungen können Sie persönlich ins Leben der italienischen Insel eintauchen und sind mittendrin. Auf einen Blick: - TYPISCH-Kapitel mit "Eine Reise wert", "50 Dinge" und "Was steckt dahinter" - Faltkarte für die perfekte Orientierung vor Ort - E-Book mit Verlinkungen zu Standorten der Adressen - POLYGLOTT im Web unter www.polyglott.de oder bei Facebook

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 204

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Impressum

© eBook: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2019

© Printausgabe: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2019

Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung und öffentliche Zugänglichmachung, auch auszugsweise, sowie die Verbreitung durch Film und Funk, Fernsehen und Internet, durch fotomechanische Wiedergabe, Tonträger und Datenverarbeitungssysteme jeder Art nur mit schriftlicher Zustimmung des Verlags.

Redaktionsleitung: Grit Müller

Verlagsredaktion: Anne Kathrin Scheiter

Autor: Peter Höh

Redaktion: Elke Sagenschneider Texte und Projekte, München

Bildredaktion: Dr. Nafsika Mylona, Anne-Katrin Scheiter

Layoutkonzept/Titeldesign: fpm factor product münchen

Kartografie: Theiss Heidolph und Kunth Verlag GmbH & Co. KG

eBook-Herstellung: Anna Bäumner, Martina Koralewska

ISBN 978-3-8464-0632-8

1. Auflage 2019

GuU 0632 03_2019_02

Bildnachweis

Coverabbildung: plainpicture/Mato/Morandi Bruno

Fotos: Fotolia/Alessio Orrù: >; Fotolia/maurosanna: >; Fotolia/remmy79: >; Peter Höh: >, >, >, >, >, >, >, >, >, >, >, >; Huber Images/Bruno Morandi: >, >; Huber Images/Johanna Huber: >; Huber Images/Pietro Canali: >; Huber Images/V. Leplat: >; imago/ZUMA Press: >; Jahreszeiten Verlag/Gregor Lengler: >, >; Jahreszeitenverlag/Klaus Bossemeyer: >, >; laif/Bruno Morandi: >, >; laif/Claudine Doury/VU: >; laif/Dorothea Schmid: >, >; laif/Gerald Haenel: >; laif/Paolo Sartori/Aurora: >; laif/Raffaele Celentano: >; laif/Tuul & Bruno Morandi: >; mauritius images/Alamy/Realy Easy Star/Toni Spagone: >, >; Schapowalow/Riccardo Spila: >; seasons.agency/Jalag/Gregor Lengler: >, >; seasons.agency/Jalag/Klaus Bossemeyer: >, >; Shutterstock/Bildagentur Zoonar GmbH: >; Shutterstock/Marcin Krzyzak: >; Shutterstock/Elisa Locci: >; Shutterstock/Bruno Mameli: >; Shutterstock/Macrolife: >; Shutterstock/Matteo photos: >; Shutterstock/Alessio Orru: >; Shutterstock/Sean Pavone: >; Shutterstock/Francesca Pianzola: >; Shutterstock/romeovip_md: >; Shutterstock/Hubert Schwarz: >; Shutterstock/travelfoto: >; stock.adobe.com/lamio: >; stock.adobe.com/replica73: >.

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SYMBOLE ALLGEMEIN

L

Erstklassig: Besondere Tipps der Autoren

C

Seitenblick: Spannende Anekdoten zum Reiseziel

1

Top-Highlights und

0

Highlights der Destination

TOUR-SYMBOLE

1

Die POLYGLOTT-Touren

6

Stationen einer Tour

1

Hinweis auf 50 Dinge

PREIS-SYMBOLE

Hotel DZ

Restaurant

bis 50 EUR

bis 30 EUR

€€

50 bis 120 EUR

30 bis 50 EUR

€€€

über 120 EUR

über 50 EUR

Zeichenerklärung der Karten

Autobahn Schnellstraßebeschriebene Region (Seite=Kapitelanfang)Hauptstraße sonstige Straßen FußgängerzoneSehenswürdigkeitenEisenbahn StaatsgrenzeTourenvorschlagLandesgrenze Nationalparkgrenze

TOP-12-HIGHLIGHTS

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

1 COSTA SMERALDA >

Ein Bummel durch das mondäne Porto Cervo gehört zu jedem Sardinienurlaub.

2 LA MADDALENA >

Das türkisblaue Wasser der Inselbuchten lädt zu Badestopps ein.

3 CAPO TESTA >

Die Sarden nennen die bizarren Felsen cimitero di sassi – Friedhof der Steine.

4 GROTTA DI NETTUNO >

Die Säle der Neptungrotte schmücken faszinierende Tropfsteingebilde.

5 ALGHERO >

Katalonien auf Sardinien – dank seiner Geschichte ist die Hafenstadt ein Unikum.

6 GOLFO DI OROSEI >

Die Steilküste des Golfs von Orosei ragt bis zu 800 m aus dem Meer empor.

7 CAGLIARI >

Die Hauptstadt Sardiniens ist harmonisch rund um die Festung angelegt.

8 COSTA DEL SUD >

An der Südküste wechseln sich schroffe Klippen mit Bilderbuchstränden ab.

9 ISOLA DI SAN PIETRO >

Auf der vorgelagerten Insel wacht der Leuchtturm über die zerklüftete Küste.

! BOSA >

Die verwinkelte Altstadt Bosas hat sich ihren Charme bis heute bewahrt.

@ COSTA VERDE >

Wie in der Sahara – bis zu 40 m hoch reichen die Dünenkämme an der Westküste.

# SU NURAXI >

Die Nuragherfestung gibt einen Eindruck von der Lebensweise in der Bronzezeit.

ALLE TOUREN AUF EINEN BLICK

mehr entdecken, schöner reisen

Perfekte Planung > Parallel > aufschlagen

TOUREN

REGION

DAUER

TOUR1

Zu den schönsten Stränden

Der Norden

1–3 Tage

TOUR2

Silberminen und Bacardi-Strand

Der Norden

1 Tag

TOUR3

Kirchen, Nuraghen und Gigantengräber

Der Norden

2–3 Tage

TOUR4

Karibische Strände und steile Klippen

Der Osten

1–2 Tage

TOUR5

Wo die Zeit stillsteht

Der Osten

1–2 Tage

TOUR6

Berge und Meer

Der Osten

1–2 Tage

TOUR7

Sardiniens verbranntes Herz

Das Landesinnere

1–3 Tage

TOUR8

Auf das Dach Sardiniens

Das Landesinnere

1–2 Tage

TOUR9

Sardiniens Dolomiten

Das Landesinnere

1–2 Tage

TOUR0

Kapitale, Königsküste und Kultweine

Der Süden

1–2 Tage

TOUR!

Heißer Sand und ein verlorenes Land

Der Süden

1–2 Tage

TOUR@

Inselhüpfen

Der Süden

1–3 Tage

TOUR#

Enogastronomia sarda

Der Westen

1–2 Tage

TOUR$

Römer und Reiterspiele

Der Westen

1–2 Tage

TOUR%

Costa Verde und die Berge des Iglesiente

Der Westen

2 Tage

TOUR^

Von der Smaragdküste ins »spanische« Alghero

Extra-Tour

5–7 Tage

TOUR&

Durch die Sahara Sardiniens zur Inselhauptstadt

Extra-Tour

5–7 Tage

TOUR*

Von den Paradiesstränden auf das Dach Sardiniens

Extra-Tour

7–10 Tage

© Schapowalow/Riccardo Spila

Diesen Traumstrand gibt es wirklich – La Pelosa bei Stintino

TYPISCH

SARDINIEN IST EINE REISE WERT!

»Sardinien ist anders«, war mein erster Eindruck, als ich als Backpacker die Insel erstmals von Korsika aus in der Ferne erblickte. »Sardinien ist anders«, das denke und fühle ich heute immer noch, obwohl ich sie nun seit fast 30 Jahren regelmäßig bereise und immer Neues entdecke.

PETER HÖH

Reisejournalist und Buchautor, hat sein Herz an Sardinien verloren. Er betreibt das Portal www.sardinienforum.de. Von ihm stammen Veröffentlichungen über die Insel in Büchern, Zeitungen und Fachmagazinen, u.a. ausgezeichnet vom Ital. Fremdenverkehrsamt ENIT als »Bester deutschsprachiger Reiseführer«.

»Sardinien ist etwas anderes«, notierte schon der englische Schriftsteller D. H. Lawrence, als er 1921 die Insel bereiste. »Bezaubernder Freiraum, Weite zum Reisen, nichts Abgegrenztes, nichts Endgültiges.«

D. H. Lawrence war einer der ersten Sardinien-Pioniere, als er diese »vergessene Insel, verloren zwischen Europa und Afrika« mit seiner Frau durchstreifte und eine archaische Insel und uralte Kultur entdeckte. Seit den alten Römern, die sie als Verbannungsort nutzten, bis zu Mussolini, der seine Gegner auf die malariaverseuchte Insel deportieren ließ, war Sardinien ein gefürchteter Ort, den niemand freiwillig besuchte. Und als mit Goethes »Italienischer Reise« eine bis heute anhaltende Italienbegeisterung einsetzte, verharrte Sardinien zunächst im Abseits. Zwar war die Malaria nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ausgerottet und mit dem Bau der mondänen Costa Smeralda ein erster Schritt in Richtung touristische Erschließung gemacht. Doch blieb Sardinien länger im Abseits als die anderen Mittelmeerinseln. Wie oft musste ich hören, »ah, Sizilien«, als ich von meinen Reisen nach Sardinien erzählte. Denn Sizilien kannte jeder, die französische Nachbarinsel Korsika auch. Sardinien hingegen kannte kaum jemand.

© Peter Höh

Wildbewegt zeigt sich das Meer an der Cala Goloritzè

Warum, kann ich mir nicht wirklich erklären. Es ist richtig, Sizilien hat die zahlreicheren und berühmteren antiken Stätten und Korsika die höheren Berge und pittoreskeren Dörfchen. Sardinien ist eben anders. Es ist eine Insel, deren Schönheit und Magie sich nicht jedem auf den ersten Blick öffnet. Sardiniens Reize, seine außergewöhnliche Magie und großen und kleinen Schönheiten zeigen sich oft erst auf den zweiten Blick. Doch wer sie sieht, spürt und erkennt, den befällt die mal di sardegna, die »Sardische Krankheit«, die einen ein Leben lang nicht wieder loslässt. Ich habe »meine« Insel nun schon zahllose Male durchstreift und bin doch jedes Mal von Neuem fasziniert von dieser unglaublichen Vielfalt. Keine Reise, auf der ich nicht wieder neue, unbekannte Seiten, Aspekte und Orte entdecke.

Wie jeder, der zum ersten Mal seinen Fuß auf diese Insel setzt, war auch ich zunächst von Sardiniens Stränden hellauf begeistert, von denen man ohne Übertreibung sagen kann, dass sie zu den schönsten der Welt zählen und den Vergleich mit Inselparadiesen in der Südsee oder Karibik keinesfalls zu scheuen brauchen. Ob abgelegene Robinson-Buchten oder kilometerlange Superstrände, die Küstenstreifen Sardiniens sind so zahllos wie verschieden. Für einen perfekten Badeurlaub ist nur schwer ein geeigneteres Ziel zu finden.

Doch Sardinien ist mehr als nur Küste und Strand, viel mehr: Das wahre Sardinien entdeckt man erst, wenn man die Küste verlässt und hineinfährt ins Herz der Insel, in das Land der Hirten, in die unwegsame, wildromantische Bergwelt, die landschaftlich mindestens so vielfältig ist wie die Küste.

© Shutterstock/Elisa Locci

Zwischen Felsspalten hindurch ein Blick auf Ulássai

Im Inneren der Insel findet man nicht nur die Seele Sardiniens, sondern auch und ganz besonders die Seele der Sarden. Und die ist für denjenigen, der der mal di sardegna erlegen ist, ein wenigstens eben-so wichtiger Anlass, immer wieder auf dieses Eiland zurückzukehren. Denn seit die ersten Eroberer die Küsten besetzten und sich die Einwohner in die unzugängliche Bergwelt zurückzogen, haben die Sarden dem Meer und der Welt den Rücken zugekehrt und sich ihre Identität in der Pflege ihrer Traditionen, ihrer Musik, Tänze, Trachten und Bräuche bewahrt. »Tradition und Folklore« sind auf Sardinien auch heute noch kein touristisches Spektakel, sondern ein im Alltag der Menschen tief verwurzeltes und wirklich gelebtes »Wissen des Volkes«.

Nicht zuletzt ist Sardinien auch wegen seiner traditionellen Küche, seiner Kochkunst, der Aromen und einfachsten Zubereitungsarten immer eine Reise wert. Auch hier kann ich ohne Übertreibung sagen: So gut wie auf dieser Insel habe ich bislang nirgendwo anders gegessen. Es ist wohl eine Mischung aus dem bekannten Stolz der Sarden und ihrer großartigen Gastfreundschaft, mit der sie Fremde empfangen und an ihren Tisch einladen, die Sardinien zu einem Mekka für die Freunde guten Essens macht.

Sardinien ist tatsächlich anders. Es ist auch heute noch eine in vielerlei Hinsicht unbekannte, ja auch rätselhafte und in großen Teilen nach wie vor unerschlossene Insel. Sardinien ist auch im 21. Jahrhundert ein unbekanntes, rätselhaftes Reiseziel für Individualisten mit Pioniergeist geblieben. Wer Augen hat zu sehen, eine Nase zum Riechen und ein Herz zum Fühlen, der wird unweigerlich der Magie Sardiniens erliegen und unheilbar an der mal di sardegna erkranken.

© laif/Claudine Doury/VU

Rubiolos, Teigbällchen gefüllt mit Käse, Safran und Zucker, sind eine Spezialität aus Baunei

WAS STECKT DAHINTER?

Die kleinen Geheimnisse sind oftmals die spannendsten. Hier werden die Geschichten hinter den Kulissen erzählt.

»EISENDRAHT« ZUM ABENDESSEN?

Kein italienisches Dinner, das nicht mit einem Likör oder einem Grappa enden würde. Auf Sardinien trinkt man mirto (rosso) oder filu e ferru. Der Name – Draht aus Eisen – bedeutet nicht, dass der Hochprozenter nur für harte Männer wäre, sondern hat seinen Ursprung im Steuerrecht. Wie in Deutschland hält auch der italienische Staat das Branntweinmonopol. Schnaps zu brennen ist nur mit staatlicher Konzession erlaubt. Doch die Sarden lassen sich auch in der Schnapsfrage nicht dreinreden und brennen weiterhin ihren Grappa. Da die Finanzpolizei dies nicht gern sieht, werden die privaten Vorräte auf dem Grundstück vergraben. Und damit man das wertvolle Wässerchen auch wiederfindet, markiert man die Stelle mit einem unauffälligen rostigen Draht, dem filu e ferru.

WIE WILD SIND DIE SCHWEINE?

Sobald man in das innere Bergland Sardiniens hineinfährt, begegnen sie einem – die wilden Schweine. Meist in der Rotte und gern mitten auf der Straße, auch an Orten, wo gepicknickt wird und sie Futter erwarten. Ihr Anblick ist irritierend: Keine Sau gleicht der anderen, mal mit Fell, mal ohne, mal kurze helle Borsten, mal gescheckt, mal gestreift. Wie alle Haustiere streunen auch die Hausschweine frei durch Sardiniens Wälder und ernähren sich von Eicheln, Pilzen und anderen Delikatessen. Jeder Bauer kennt seine Tiere und ruft sie bei Bedarf herbei. Aber auch der Wildschweineber liebt die properen Säue. Der daraus resultierende Nachwuchs entpuppt sich dann als fantastische Mischung. Aber keine Angst, die »wilden« Schweine sind harmlos, nur etwas aufdringlich.

WARUM GLÄNZT NUR DER ZEH DES ERLÖSERS?

Eines der großen kirchlichen Feste ist die Sagra del Redentore, zu der am 29. August Tausende auf den Monte Ortobene > hinaufpilgern. Ziel der frommen Prozession ist die 7 m hohe und 2 t schwere Erlöserstatue aus Bronze, die sich seit 1901 auf dem Gipfel erhebt. Wind und Wetter haben ihr eine tiefschwarze Patina verliehen. Nur einer der großen Zehen von Christus glänzt, als wäre er aus purem Gold. Es sind die Lippen zahlloser Einheimischer, die ihn blank geputz haben. Besonders innig wird der Zeh von jungen Sardinnen mit Küssen bedacht. Sie tun dies, wenn sie sich sehnlichst Nachwuchs wünschen. Nachahmer also Vorsicht: Wer den Zeh des Redentore küsst, dem erfüllt er quasi garantiert jeden bisher unerfüllten Kinderwunsch.

50 DINGE, DIE SIE …

Hier wird entdeckt, probiert, gestaunt, Urlaubserinnerungen werden gesammelt und Fettnäpfe clever umgangen. Diese Tipps machen Lust auf mehr und lassen Sie die ganz typischen Seiten erleben. Viel Spaß dabei!

© Fotolia/maurosanna

Wilden weißen Eseln kann man nur auf der Insel Asinara begegnen

… ERLEBEN SOLLTEN

1Trekking auf Asinara> Wunderschöne Natur und wilde weiße Esel gibt es auf der einstigen Gefängnisinsel zu entdecken. Am meisten sieht man bei einem Trekking mit Guide (Infos unter www.wildasinarapark.com).

2Eine Naturdusche Unter der Cascata Sos Molinos >, einem traumhaften Wasserfall nahe Santu Lussurgiu, fühlt man sich wie im Paradies.

3Eine Tour mit dem Esel Das älteste Verkehrsmittel Sardiniens begleitet Sie auf einer Treckingtour, auf Wunsch gibt’s auch ein sardisches Picknick. Organisiert wird beides von Trekking Sommegiato (Santa Maria Navarrese, Mobil-Tel. 380/ 747 53 49, www.facebook.com/trekkingsomeggiatonavarrese, Tour Erw. 10 €, reitende Kinder 20 €, Picknick 15/10 €).

4Quad-Exkursion durch die Berge Unvergesslich ist eine Tour auf dem Mondmoped durch das wildromantische Tal Valle dell Etili zum Wasserfall Mamudorco (Escursioni Quad, Baunei, Mobil-Tel. 328/713 70 74, www.escursioniquadbaunei.it, ca. 4 Std. 80 €).

5Baden mit Sarden Während die Reichen und Schönen zur Wellness ins Grand Hotel gehen, baden Sie mit den Einheimischen im Heilwasser der um 1800 errichteten Bagni Termali Comunali >(www.forumtraiani.it, Erw. 5 €, Kinder 3 €).

6Coasteering am Capo Spartivento Auf der vierstündige Küstentour der ganz besonderen Art erleben Sie alles, was an einer Felsküste möglich ist: Klippenspringen, sich abseilen, schwimmen, klettern und am Seil über Buchten sausen … Helm und Schwimmweste werden gestellt. (Sardeo excursions, Pula, Mobil-Tel. 342/027 62 93, www.sardeo.com, 60 €)

7Durchs Mondtal bei Mondschein Eine Nachtwanderung durch das märchenhafte Valle della Luna > bei Aggius ist eine geradezu mystische Erfahrung.

8Mal die Perspektive wechseln Wie ein Vogel fliegen Sie ultraleicht mit einem Gyrokopter oder einem Lenkdrachen über die Strände und um die Isola Tavolara – mit einem erfahrenen Piloten (Aviosuperficie, an der SS 125 bei km 293, ital. Mobil-Tel. 346/823 23 90, dt. Mobil-Tel. 0171/311 19 82 (Fritz Gietl), www.santeodoroulm.it, Rundflug ca. 20 Min. 70 €).

9Ein Gang durch die Gola su Gorroppu>, eine der tiefsten Schluchten Europas, mauseng und von schwindelerregenden Felswänden begrenzt. Ein gut erreichbares Naturphänomen – aber nur mit geeignetem Schuhwerk! Buchung bei Trekking-Coop Soc. Gorropu (www.gorropu.com).

0Das Kap am Torre Argentina umrunden Wind und Wellen haben der vulkanischen Küste kurz vor Bosa > Formen und Farben verliehen, die jedem Science-Fiction als Kulisse dienen könnten. Gelbe Kamine, aus denen Schwefeldampf quillt, machen die Illusion perfekt.

… PROBIEREN SOLLTEN

!Knuspriges Porcheddu Über einem Feuer aus Macchiaholz am Spieß gegrillt und mit Fett bestrichen, erhält das sardische Spanferkel seinen unvergleichlichen Geschmack. Ganz besonders lecker schmeckt’s im Agriturismo Donnortei bei Fonni (wwww.agriturismodonnortei.com).

@Faine aus Sassari> sind knusprige Brotfladen aus Kichererbsenmehl, die mit frisch gemahlenem Pfeffer bestreut und dann in feine Steifen geschnitten werden. In Bäckereien oder bei der Trattoria Faine’ Sassu in der Via Usai 17.

#Culurgiones sind aus der sardischen Küche nicht wegzudenken. Die »Riesenravioli« sind immer mit Kartoffeln und dem casu de fitta, einem säuerlichen Käse, gefüllt. Für sie hat jede Hausfrau ihr spezielles Geheimrezept. Als besonders gut gelten sie in Ogliastra, wo man sie mit frischer Minze zubereitet.

$Zuppa Gallurese ist eine deftige Köstlichkeit der cucina povera aus Brot, Peretta-Käse, Fleischbrühe, Minze, Petersilie, etwas Speck und natürlich Knoblauch. In der Gallura findet man sie noch öfter auf der Speisekarte. Besonders delikat im La Gritta in Palau >.

© Jahreszeiten Verlag/Gregor Lengler

Für guten Torrone steht man gern mal Schlange

%Torrone Für diese Süßigkeit werden Eiweiß, Nüsse und Honig auf kleiner Flamme stundenlang gerührt. Der beste Torrone kommt aus Tonara >, wo er traditionell in Familienbetrieben hergestellt wird (Torronificio Pruneddu Online-Karte, Tonara, Via I. Porru 5, www.pruneddu.it).

^Bottarga di Muggine – sardischer Kaviar! Der Rogen der Meeräsche wird getrocknet als feines Pulver z.B. für spaghetti alla bottarga verwendet oder in hauchdünne Scheiben gepresst pur gegessen oder Salaten beigegeben. Am besten besorgt man ihn sich in Cábras >(Tradizioni Nostrane di Spanu Online-Karte, Via Carducchi 20, Cabras, www.spanubottarga.com).

© Fotolia/Alessio Orrù

Lassen Sie unbedingt Platz für das typisch sardische Dessert, eine Seada

&Seadas oder Sebadas Die mit Schafsricotta gefüllten, frittierten Teigtaschen sind inselweit das beliebteste sardische Dessert. Sie werden heiß serviert und mit dem einzigartigen, bitteren sardischen Honig übergossen. Seadas stehen überall auf der Dessertkarte, zum Selbermachen sind sie auch frisch oder gefroren erhältlich.

*Arancadas Kandierte Streifen von Orangenschale, Mandelsplitter und Honig sind eine Spezialität aus der Region Nuoro, wo sie in jeder Pasticceria nach eigenem Rezept von Hand gemacht werden. Sehr gut sind sie bei der Pasticceria Artigiana Luisa Monne in Nuoro Online-Karte(Via Tola 22) oder in Oliena bei Dolci Tradizionali Mussissu (Via Mazzini 19).

(Casu Marzu Dieser Käse lebt! Casu marzu – »hüpfender Käse« nennen ihn die Sarden. Fliegenlarven verwandeln den Pecorino in einen cremigen Gaumenkitzel. Die sprunggewaltigen Maden werden mit verzehrt. Der traditionsreiche Leckerbissen darf nicht verkauft, sondern nur privat gekostet werden.

… BESTAUNEN SOLLTEN

)Durch den Tropfsteinhöhlentunnel Die Tropfsteinhöhle Grotta di San Giovanni bei Domusnovas bildet einen natürlichen Tunnel, durch den eine Straße führt, die man bis 1999 noch mit dem Auto befahren konte.

qSa Reina, »die Königin«, ist ein 1000-jähriger Olivenbaum mit 16 m Umfang. Er kann im Ortu Mannu bei Villamassargia in einem von Mönchen angelegten Olivenhain mit 700 anderen alten Bäumen besichtigt werden.

wDie Aussicht vom Monte Perda Liana>. Schon die Anfahrt zu diesem Monument ist eindrucksvoll. Vom Parkplatz unterhalb der Felsnadel führt ein Pfad hinauf.

eDer Monte Tuttavista> erhebt sich nahe Orosei 805 m über dem Dorf Galtelli. Auf halber Strecke öffnet sich das Felsentor Pedra Istampada, durch dessen 30 m hohe Öffnung sich die Aussicht wie gerahmt darbietet.

rDie Tomba del Capo> ist die spektakulärste Gruft des Höhlenfriedhofs von Sant’Andrea Priu. Das 250 m² große steinzeitliche Königsgrab wurde zur Zeit der Christenverfolgung als Kirche genutzt.

tMan trifft sich … im Sommer auf dem kunterbunten Markt von San Pantaleo. Hier bummeln die VIP’s der Costa Smeralda an den Ständen von Bauern, Künstlern und Kunsthandwerkern entlang – sehen und gesehen werden lautet die Devise (Mai–Okt. 8.30–12.30 Uhr).

yDen Stachel im Rachen 280 steile Stufen muss man in die Grotta di Ispinigoli nahe Dorgali hinabsteigen, um den größten Tropfstein Europas zu sehen, der 38 m hoch und 2 m dick ist. Grusel überkommt den Besucher beim Blick in den 40 m tiefen Abisso delle Vergini, den »Jungfrauenschlund«, in dem neben phönizischem Schmuck auch Menschenknochen gefunden wurden.

© Shutterstock/Hubert Schwarz

Bei den Bastioni Marco Polo

u»Heure bleue« auf der Bastion> Genießen Sie einen herrlichen Sonnenuntergang im Buena Vista Sunset Club Online-Karte(Bastioni Marco Polo 4, Alghero).

iGebilde-Brote Zu wichtigen kirchlichen oder familiären Anlässen, z.B. zu Ostern oder zu Hochzeiten, werden in Sardinien pani rituali gebacken. Die überaus filigranen und reich verzierten Motivbrote sind wahre Kunstwerke! Das Museo di Pane Rituale Online-Karte zeigt über 700 davon (Parco Delogu, Borore).

oMonte Limbara über den Wolken Früh aus den Federn muss, wer in 1200 m Höhe auf dem Monte Limbara > den Sonnenaufgang erleben will, aber es lohnt sich. Immerhin: Der Aussichtsplatz bei der Madonna della Neve ist mit dem Auto erreichbar.

pPoesie unterm Sternenzelt Im antiken Amphitheater von Nora, in der »Nacht der Poeten« ein Konzert zu erleben, ist ein Kulturgenuss der unvergesslichen Art (www.lanottedeipoeti.it).

QWilde Reiter in Sedilo Die Sarden sind ein Volk von Pferdenarren und ebenso stolze wie exzellente Reiter. Besonders spektakulär sind daher die sardischen Reiterfeste. Das berühmteste ist die ebenso wilde wie auch gefährliche L’Ardia in Sedilo zu Ehren des Römerkaisers Konstantin, bei der in halsbrecherischer Hetzjagd »Sa Pandela Matzore«, der mutigste Reiter, um das Santuario di San Constantino gejagt wird (an der Wallfahrtskirche, 6. und 7. Juli).

© Peter Höh

Die resolza bekommt den letzten Schliff

… MIT NACH HAUSE NEHMEN SOLLTEN

WSein handgefertigtes, traditionelles Hirtenmesser, die resolza, ist der Stolz jedes Sarden. Man kauft das scharfe Werkzeug – zum Preis von 30 bis 3000 € – direkt beim Messerschmied, dessen Name auf der Klinge Qualität verbürgt >(Coltelleria Vittorio Mura & Figli, Viale Azuni 29, 09075 Santulussurgiu, Tel. 0783/55 07 26).

ESonaggiargios aus Tonara> Das Läuten der Glöckchen von Ziegen und Schafen begleitet Sie überallhin. Man kauft sie preiswert beim Glockenmacher in Tonara (www.campanacci.it, Preis: 3–150 €).

RMalvasia di Columbu Kenner rühmen den Malvasia-Wein der Familie Columbu als den besten von ganz Italien! Kosten Sie ihn in der Enoteca Su Camasinu Online-Karte bei einem leckeren sardischen Imbiss und nehmen Sie eine Flasche von Ihrem Favoriten mit – geöffnet an einem langen Winterabend, wird sie Ihnen sofort den warmen Urlaubstag in Erinnerung rufen, an dem Sie den Wein verkostet haben (Via Carmine 104, Bosa, www.malvasiacolumbu.com, Flasche 20–30 €).

© Shutterstock/Francesca Pianzola

Flechtarbeit aus Affodill-Fasern

TFlechtarbeiten aus den Fasern der Affodill-Pflanze in authentischen Naturfarben. Am günstigsten bekommt man sie bei einem der Korbmacher in Flussio > nahe Bosa, z.B. Pietrina Cesti Asfodelo Puggioni Zucca (Flussio, Via Regina Margherita).

YArchaische Stimmen Die mystisch anmutenden canti sardi der sardischen Männerchöre wie der Tenores di Bitti > gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. CDs gibt es überall.

UMamuthones und Merdules Eine handgeschnitze Maske vom archaischen carnevale di barbagia fertigen nur noch wenige Meister nach alten Vorlagen, etwa Ruggero Mameli in Mamoiada >(Preis: 40–500 €).

IMirto Rosso, ein Kräuterlikör, schließt auf Sardinien jede Mahlzeit ab. Einer alten Legende nach schenkte die Göttin Aphrodite die Myrte den Hirten, die aus den Beeren einen Liebestrank brauten. Mit sardischem Honig bei Bresca Dorada (Località Cann’ e Frau, Muravera, www.brescadorada.it).

OBronzetti sind filigrane Bronzefigürchen, die in der Steinzeit als Votivgaben > dienten. Nachgüsse sind inselweit erhältlich. Die Preise variieren: 10–100 €.

© Shutterstock/travelfoto

Hier duftet’s nach Rosmarin

PEin Sträußlein mit Kräuterduft Überall am Straßenrand wachsen duftende Kräuter, die den profumo di pastori Sardiniens bewahren.

… BLEIBEN LASSEN SOLLTEN

aZu viel nackte Haut in der Kirche zeigen Es ist heiß auf Sardinien, und wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft? Ja, doch Aufklärung bedeutet auch Achtung vor den Gefühlen von Ortsansässigen. Bitte bedecken Sie daher Ihre Schultern und Knie, wenn Sie eine Kirche besichtigen.

sIn Strandkleidung ins RestaurantBella figura ist für Sarden selbstverständlich, für den Restaurantbesuch machen sie sich schick. Deshalb sollten auch Sie nicht zu leger gekleidet zum Essen gehen.

dMit Geld Danke sagen Gastfreundschaft ist bei Sarden sehr wichtig. Sollten Sie spontan eingeladen werden, würde jede Summe als Dank das sardische Ehrgefühl verletzen. Wenn möglich, sprechen Sie lieber eine Gegeneinladung aus.

fWeidetore nicht schließen Alle Türen und Tore, die man beim Wandern oder Biken öffnet, sollte man unbedingt wieder verschließen, damit den Bauern die Tiere nicht entlaufen.

gQuellwasser verunreinigen Die in Brunnenbecken gefassten Quellen dienen Ziegen und Schafen als lebenswichtige Tränken. Seifen etc. machen das kostbare Wasser nicht nur für die Tiere ungenießbar.

hTaschen und Uhren beim Strandhändler kaufen Finger weg von scheinbar günstigen »Markenwaren« am Strand! Es sind immer Fälschungen, deren Kauf in Italien verboten ist und mit Strafen von bis zu 10.000 Euro geahndet wird.

jMit Hund ins Restaurant gehen Fragen Sie lieber vorab, ob Sie Ihren Vierbeiner mitbringen dürfen. Meist sind Haustiere nicht willkommen. Apropos: In Italien müssen Leine und Maulkorb stets dabei sein.

kSand vom Strand mitnehmen In Schutzgebieten ist es strengstens untersagt, etwas aus der Natur zu entnehmen. Das gilt nicht nur für Steine oder Pflanzen, sondern auch für Sand vom Strand. Wer beim Aufsammeln erwischt wird, zahlt eine hohe Geldstrafe.

lOffenes Feuer machen Vorsicht! Von April bis Oktober sind auf der Insel offene Feuer wegen Waldbrandgefahr streng verboten. Diese Regel gilt sogar am Strand. Der Verursacher eines Brandes muss drakonische Strafen, Schadenersatz und die Kosten für den gesamten Löscheinsatz zahlen.

ADen Kassenzettel wegwerfen Der Gesetzgeber schreibt in ganz Italien vor, dass Käufer Quittungen bis 100 Meter Entfernung vom Laden für eine Kontrolle der Guardia di Finanza aufbewahren müssen, um vor dem Verdacht von Steuerhinterziehung geschützt zu sein.