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Das Clickertraining ist besonders für Katzen eine attraktive Lernmethode, es lastet sie aus, macht Mensch und Katze einfach Spaß und ist dadurch zum absoluten Trend bei Katzenhaltern geworden. Die Tierpsychologin Bettina von Stockfleth geht in diesem Praxisbuch neben den tierischen auch auf die menschlichen Aspekte beim Training ein. So gibt sie beispielsweise hilfreiche Tipps zur Integration des Trainings in den Alltag, zum Trainieren mit mehreren Katzen und zeigt dem Halter wie er individuell auf sein Tier eingehen kann. Die praxiserprobten Clickerübungen, von der Grundkonditionierung über Basisübungen und Tricktraining bis hin zum Medical Training und Bewältigen von Alltagsproblemen, sind Schritt für Schritt erklärt und besonders zahlreich bebildert. Extra: Die über die GU Heimtier Plus-App abrufbaren Videos zu einzelnen Übungen helfen genau den richtigen Zeitpunkt für einen Click zu erkennen und zeigen wie falsche Verknüpfungen vermieden werden können.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 168
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Dieser Ratgeber hält zusätzliche Praxisvideos zu ausgewählten Clickerübungen für Sie bereit – so wird das Clickertraining noch anschaulicher!
➢ Im Video auf > erfahren Sie, wie Sie Ihre Katze mithilfe des Targetstabs zielgerichtet lenken und »an der Nase herumführen« können.
➢ Auf > sehen Sie, dass Katzen mithilfe des Clickertrainings lernen können, ein Weilchen geduldig auf einem definierten »Parkplatz« zu warten.
➢ Eine wirklich zirkusreife Vorstellung gibt es mit dem »Sprung durch einen Reifen« auf der >.
➢ Da werden nicht nur Hundebesitzer erstaunt sein: Auf > zeigt Ihnen das Video, dass Katzen ebenfalls »Bei-Fuß-Gehen« können.
➢ Ist die Transportbox auch bei Ihrer Katze unbeliebt? Wie Sie Ihrer Katze die Angst vor dem Transport nehmen können, sehen Sie auf >.
➢ Das Video zum »Stauschlauch anlegen« (>) demonstriert, wie Sie Ihre Katze schrittweise an medizinische Utensilien gewöhnen.
HILFREICHE VIDEOS ANSEHEN – SO EINFACH GEHT’S:
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Im Umgang mit unseren Haustieren vollzieht sich derzeit ein Bewusstseinswandel. Hunde und Katzen sind mittlerweile weniger Nutztiere als vielmehr Gesellschaftstiere, Freunde und Sozialpartner des Menschen. Ihr seelisches Wohl liegt uns am Herzen – eine Tatsache, die unvereinbar ist mit Erziehungsmethoden, die auf Strafen und Einschüchtern basieren.
In den 1980er-Jahren begann die amerikanische Tiertrainerin Karen Pryor, das Clickertraining für Hunde zu bewerben. Bereits in den frühen 1990ern war es fortschrittlichen Hundetrainern im deutschsprachigen Raum ein Begriff. Erfreulicherweise entdecken seither auch immer mehr Katzenhalter das Clickertraining für sich – ein Prozess, der mit einer Aufwertung der Katze als Haustier einhergeht.
Die meisten Samtpfoten leben mittlerweile mit uns in Städten, wo Freigang keine Option ist. Doch wenn Katzen geistig und körperlich nicht mehr durch Jagdaktivität sowie vielfältige Umweltreize gefordert sind, brauchen sie eine Alternative, um nicht zu »lebenden Sofakissen« zu verkommen oder aus Frust die Wohnung zu ruinieren. Neben der Haltung mit einem Artgenossen ist das Clickertraining die beste Methode, um Verhaltensproblemen vorzubeugen und vorhandene Konflikte auf tierfreundliche Weise zu lösen. Natürlich ist das Clickertraining keine Wunderwaffe. Es ist aber eines der wertvollsten Werkzeuge, um klar und freundlich mit Tieren zu kommunizieren. Ich kenne keine Mensch-Katze-Beziehung, die dadurch nicht bereichert worden wäre. Alles, was Sie hierfür brauchen, sind ein Clicker, Lieblingsleckerbissen Ihrer Katze und pro Tag ein paar Minuten Zeit. Viel Spaß beim Training wünscht Ihnen
TIERE DURCH STRAFEN ZU »ERZIEHEN«, IST GLÜCKLICHERWEISE SCHON LANGE OUT. AUCH IHRE KATZE LÄSST SICH OHNE STRAFEN MIT LIEBE UND ERZIEHEN.
Ein knappes Jahrhundert vor Erfindung des Clickertrainings fanden erste systematische Untersuchungen des Lernverhaltens von Tieren statt. Katzen leisteten Pionierarbeit für den amerikanischen Psychologen Edward Lee Thorndike.
Er setzte Katzen in »Puzzle Boxes«, aus denen sie sich mittels diverser Hebel- und Zugmechanismen selbst befreien sollten. Zunächst probierten sie wahllos alles Mögliche aus, um ihrem Gefängnis zu entkommen, wobei das als Anreiz vor die Kisten gestellte Futter meist nebensächlich war. Wurde das Experiment mit denselben Tieren wiederholt, fanden sie immer schneller den Weg aus der Kiste. Thorndike hielt fest, dass Motivation eine Rolle spielt, die Tiere durch Versuch und Irrtum lernen und dass sie auf positive Bestärkung ihres Verhaltens (die Belohnung – in diesem Fall das Verlassen der Box) besonders stark reagieren. Allerdings reduzierte er seine Beobachtungen auf reine Reiz- und Reaktionsmuster und zählt damit zu den Begründern des Behaviorismus, der Gefühle und Bewusstsein außer Acht lässt.
Burrhus Frederic Skinner forschte im Geiste Thorndikes weiter. Er entwickelte die Skinner-Box, bei der das Betätigen eines Hebels durch das Versuchstier direkt zur Aufzeichnung einer Messkurve des Lernverhaltens führt. So fließt die subjektive Wahrnehmung des Beobachters nicht in die Dokumentation des Verhaltens ein. Skinner untersuchte die Reaktionen von Tieren auf positive wie negative Reize (Futter, Wasser, elektrische Schläge beziehungsweise deren Entzug). Er erkannte, dass das Auftreten von Verhaltensweisen durch den Einsatz sogenannter Verstärker gefördert oder reduziert werden kann und prägte hierfür den Begriff der operanten Konditionierung.
Skinners Doktoranden Marian Ruth Breland und Keller Breland sahen kommerzielles Potenzial im Training von Tieren mittels positiver Verstärkung. Bislang war dies in erster Linie über Bestrafung geschehen, aber der Erfolg gab den Brelands recht: Sie trainierten Tiere für Werbezwecke, für Freizeitparks wie Seaworld, aber auch für Zoos und Filmproduktionen, indem sie ein bestimmtes Signal für »Gut gemacht« verwendeten, auf das eine Futterbelohnung folgte. Dieses Signal (Marker) war nicht unbedingt ein Klicklaut, doch er markiert punktgenau das vom Trainer gewünschte Verhalten. Da das Tier weiß, dass auf dieses Signal stets eine Belohnung folgt, wird das Signal selbst zu einem Teil der Belohnung. Genauso funktioniert das Clickertraining.
Unsere Stubentiger sind die Nachfahren höchst geschickter Beutegreifer, die im Zusammenleben mit uns Menschen oft chronisch unterfordert sind. Mit dem Clickern lasten wir Katzen artgerecht aus, da es Körper und Verstand anspricht.
Katzen und Hunde leben schon lange zusammen mit Menschen. Hunde lassen sich gut erziehen, sie können unsere Mimik besser lesen, zudem lebten ihre Vorfahren in sozialen Verbänden. Dagegen sollen Katzen schwer erziehbar sein. Das Agieren innerhalb einer gemeinsam jagenden Gruppe ist nicht in ihrem Erbgut verankert. So wird Katzen ihr eigenständiges Verhalten oft als Starrsinn ausgelegt – leider, denn in vielen Fällen verstehen sie einfach nicht, was wir von ihnen wollen. Nicht weil sie dumm sind, sondern weil wir nicht in der Lage sind, es ihnen katzengerecht zu vermitteln.
WARUM CLICKERN SINNVOLL IST
Unsere Samtpfoten lernen schnell, wenn sie hierdurch einen Vorteil erlangen. Sie sind aufmerksame Beobachter und talentierte Nachahmer. Deshalb lernen sie zum Beispiel von uns, Artgenossen oder anderen Haustieren rasch, Schrank- und Zimmertüren zu öffnen, hinter denen kuschelige Ruheplätze oder Futtervorräte warten.
Das Clickertraining gibt uns die Möglichkeit, kätzische Energie und Neugier in geordnete Bahnen zu lenken. Wir bieten der Katze an, sich Belohnungen für das Ausführen bestimmter Handlungen zu verdienen. Lehnt sie ab, hat das keine negativen Konsequenzen. Präsentieren wir unser Angebot jedoch geschickt, indem wir klare, nachvollziehbare Signale senden, wird sie sich gern darauf einlassen.
Für einen intelligenten Beutegreifer ist es nämlich alles andere als eine Strafe, den Kopf anstrengen zu müssen, um sich leckeres Futter zu verdienen. Viel befriedigender für Katzenkörper und -seele ist es, sich die »Mäuse« selbst zu verdienen, statt aus Langeweile alle naslang den gefüllten Napf aufzusuchen. Tauchen Probleme im Umgang mit Ihrer Samtpfote auf, können Sie mithilfe des Clickertrainings wirksame Lösungsstrategien ohne Strafen entwickeln, die Ihnen beiden viel Stress ersparen. Künftig werden Sie sich in solchen Situationen weniger hilflos fühlen, da Sie im Lauf des Trainings ein ganz anderes Verständnis für Ihre Katze entwickeln.
Eine therapeutische Rolle spielt das Clickertraining für Katzen, die schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Diese haben Menschen als unberechenbar und gefährlich kennengelernt.
Beim gemeinsamen Clickern stellen die Tiere fest, dass sie selbst »die Fäden in der Pfote halten«: Machen sie mit, passiert etwas Positives, andernfalls – nichts. Die Kontrolle über eine Situation zu haben, ist für sie eine neue Erfahrung, die ihnen im Lauf der Zeit zu mehr Selbstvertrauen verhilft, aber auch die Bindung zu ihrer Bezugsperson stärkt, da sie diese als verlässlichen, berechenbaren Sozialpartner erleben. Letzteres trifft auch auf Katzen zu, die als Jungtiere unzureichend sozialisiert wurden: Das Clickertraining lässt sie sicherer im Umgang mit uns werden.
Durch Intelligenzspielzeug lernt die Katze, dass Eigeninitiative belohnt wird – wie beim Clickern.
Intelligenzspielzeug als Starthilfe
Katzen, die in einer Umgebung mit wenig Umweltreizen gehalten wurden oder die aus Animal-Hoarding-Haushalten (krankhaftes Sammeln von Tieren) stammen, sind oft antriebsarm, wenn es ums Spielen und Erkunden geht. Erstere wurden nie gefordert, Letztere haben gelernt, mit ihrer Energie zu haushalten, da sie ihre gesamte Kraft für den Kampf um knappe Ressourcen benötigten. Solche Kandidaten lassen sich sehr gut mit Intelligenzspielzeug auf das Clickertraining vorbereiten, da das Prinzip ähnlich ist: Um sich hieraus Leckerbissen zu erarbeiten, sind wie beim Clickertraining körperliches Geschick und Köpfchen gefragt. Die Katze lernt in ihrem eigenen Tempo, dass sie durch aktiven Einsatz etwas bewirken kann. Der Markt bietet eine große Spielzeugauswahl mit unterschiedlich hohen Anforderungen, und im Web finden Sie zahlreiche Anleitungen zum Selberbauen.
Drei handelsübliche Clicker sowie zwei Alternativen aus dem Haushalt, die sehr leise sind.
Im Handel sind mittlerweile Clicker in allen möglichen Farben, Formen und Lautstärken erhältlich. Darüber hinaus finden sich im Haushalt zahlreiche Alternativen zu den käuflichen Modellen.
Der klassische Clicker ist ein unter Spannung stehender Metallstreifen in einer Kunststoffbox als Klangkörper. Der Streifen wird per Knopfdruck heruntergedrückt und schnellt danach wieder zurück. Der Click ist genau genommen ein »Klick-Klack«. Je nach Größe der Kunststoffhülle können Clicker ziemlich laut sein. Probieren Sie bitte mit Ihrer künftigen Schülerin aus, wie sie auf dieses Geräusch reagiert, bevor Sie beginnen, Click und Belohnung zu verknüpfen. Wenn Sie selbst das Geräusch als unangenehm empfinden, wird der Clicker auch zu laut für Ihre Katze sein. Wählen Sie dann lieber gleich ein leiseres Modell.
ALTERNATIVEN ZUM CLICKER
Ausgesprochen geräuschempfindliche Katzen können Sie auch über das Klicken eines Kugelschreibers mit Druckknopf trainieren. Die Twist-off-Deckel kleiner Gläser für Lebensmittel erzeugen ebenfalls ein leises, markantes Geräusch, sofern sie eine Wölbung besitzen, den sogenannten Vakuumindikator. Auch ein von Ihnen produziertes Zungenschnalzen oder das kurze, scharfe Ansaugen von Luft mit gespitzten Lippen (»Küsschen«) lassen sich »leise« produzieren.
Ein mit dem Mund erzeugter Laut hat den Vorteil, dass Sie die Hände frei haben. Das kann insbesondere beim Tierarzttraining ausgesprochen nützlich sein. So laufen Sie bei einem überraschenden Tierarztbesuch auch nicht Gefahr, vor Aufregung den Clicker zu vergessen.
Optische Signale anstelle des Clickergeräuschs
Extrem geräuschängstliche, schwerhörige und taube Katzen müssen auf das Clickertraining nicht verzichten. Auch für diese Tiere gibt es Lösungen für das Training. Besorgen Sie sich zum Beispiel eine kleine, handliche Taschenlampe mit »Morsefunktion«, bei der Sie ein kurzes Aufleuchten auslösen können. Ist das Licht der Lampe unangenehm hell (am besten testen Sie dies wieder an sich selbst), kleben Sie sie mit einem Stück Papier oder mit milchiger Klebefolie ab. Das aufflackernde Licht sollte andererseits noch so stark sein, dass es genug Aufmerksamkeit erregt, um die Katze zur Lichtquelle sehen zu lassen.
DEN CLICKER WECHSELN?
Wenn Sie für das Tierarzttraining (ab >) vom Clicker zum Zungenschnalzen oder auf ein Lichtsignal wechseln möchten, weil zum Beispiel Ihre Samtpfote durch einen Unfall das Gehör verloren hat, so ist das kein Problem. Katzen können sehr schnell umlernen.
INFO
Clicker-Kriterien
Ein guter Clicker erfüllt folgende drei Bedingungen:
➢ Der von ihm erzeugte Laut ist kurz.
➢ Er klingt (fast) immer gleich.
➢ Der Laut kommt in der Umwelt der zu trainierenden Katze nicht vor.
WICHTIG
Gesundheitsrisiko für die Katzenaugen
Verzichten Sie bitte unbedingt darauf, Laserpointer als Clicker zu verwenden, egal wie sicher diese laut Hersteller angeblich sind. Zum einen kann der gebündelte Lichtstrahl Ihrer Katze sehr unangenehm sein, zum anderen weist der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. ausdrücklich darauf hin, dass die meisten im Handel befindlichen Modelle nicht den Sicherheitsvorschriften entsprechen. Trifft der Strahl direkt das Auge, kann das zu schweren, oft irreversiblen Verletzungen der Netzhaut führen.
Da Clickern nur über positive Verstärkung funktioniert, also über Belohnung, sollte diese besonders attraktiv für Ihre Schülerin sein. Die Belohnung ist sowohl Motivator für kommende als auch »Dankeschön« für erbrachte Leistungen.
Liebe – oder vielmehr Motivation – geht auch bei den meisten Katzen durch den Magen. In der Regel arbeiten wir daher mit Futterbelohnungen. Da als erster Schritt eine Verknüpfung zwischen Click und Belohnung hergestellt werden muss, kommt der Auswahl der richtigen Leckerbissen große Bedeutung zu. Leider wird das gelegentlich unterschätzt. Manche Katzenhalter sind ungeduldig und wollen mit ihren Katzen sofort loslegen. Oft heißt es: »Ach, da nehme ich die Leckerlis von XY, die frisst meine Katze sooo gern.« Wenn diese Leckerlis in der Vergangenheit regelmäßig ohne besonderen Anlass gegeben wurden oder die Katze mit ihnen sogar schon mal in eine für sie unangenehme Situation gelockt wurde, sind sie für das Clickertraining nicht optimal. Besser ist es, eine neue Leckerei einzuführen.
Sofern es nicht vom Training ablenkt, kann man die Belohnung aus einem Behälter reichen.
Qual der Wahl: Nehmen Sie sich unbedingt Zeit, die Lieblingsleckerei Ihrer Katze zu finden.
FUTTERBELOHNUNGEN
Im Rahmen eines Futterbuffets können Sie gleichzeitig kleine Portionen geeigneter Leckereien anbieten, um zu sehen, welche davon Ihre Katze bevorzugt, etwa:
➢ Rohes oder gekochtes Muskelfleisch, Trockenfleisch – in beiden Fällen kein Schweinefleisch, da es das tödliche Aujeszky-Virus übertragen kann
➢ Käse (Hartkäse, Harzer Käse oder Mozzarella)
➢ Katzensticks
➢ Trockenfutterpellets
Aus der Futtertube oder vom Teelöffel:
➢ Leberwurst-, Käse- oder Lachspaste
➢ Malzpaste
➢ Vitaminpaste
➢ naturbelassener Joghurt
➢ Quark oder Frischkäse
Wenn Ihre Katze Lebensmittel wie Sahne, Butter oder Fisch liebt, die nicht zu häufig gefüttert werden sollten, können Sie diese als sogenannten Jackpot reservieren. Er ist eine Überraschungsbelohnung für eine besonders tolle Leistung (>).
Futterbelohnung richtig handhaben
Testen Sie unter Ausschluss der Katzenöffentlichkeit, wie Sie die künftigen Clickerleckerlis am besten handhaben und aufbewahren können. Viele Trainer halten gern eine kleine Portion griffbereit in der Hand. So können Sie flott belohnen, und Ihre Katze ist durch den Anblick eines Futterbehälters nicht abgelenkt. Vielleicht möchte sie sich aus diesem sogar selbst bedienen.
Schwieriger wird es, gleichzeitig mit Futter und Requisiten zu hantieren, zumal manche Lebensmittel einen klebrigen oder fettigen Film auf der Haut (und auf allem, das Sie berühren) hinterlassen. Auch kann es passieren, dass Sie versehentlich Futterbrocken fallen lassen – eine willkommene Abwechslung für Ihre Katze, aber eine, die sie aus dem Konzept bringt und das Training unterbricht. Eine praktische Alternative zur Futterdose ist ein kleiner Futterbeutel aus dem Zoofachhandel, der am Gürtel oder Hosenbund befestigt wird. Ist der Beutel zu tief und die Leckerlis entwischen in sämtliche Ecken, können Sie eine kleine Plastikdose hineinstellen, was gleichzeitig sehr hygienisch ist.
Auch Kuscheln kann eine Belohnung sein.
Diese Katze findet ein Spiel lohnender.
ALTERNATIVEN ZUR FUTTERBELOHNUNG
Der britische Verhaltensforscher John Bradshaw vertritt die Meinung, Katzen ließen sich ausschließlich über Futterbelohnungen trainieren. Das entspricht nicht meinen Erfahrungen, wenngleich es Detektivarbeit bedeuten kann, herauszufinden, für welche andere Belohnung sich eine Katze auf das Clickertraining einlässt. Manche menschenbezogenen Katzen machen mit, obwohl sie zur Belohnung »nur« gelobt oder gestreichelt werden. Andere genießen ein paar Bürstenstriche oder ein kurzes Spiel mit einem Lieblingsspielzeug. Ist Ihre Katze schwer zu motivieren, empfehle ich, die Trainingseinheiten besonders kurz zu halten – etwa 30 bis 45 Sekunden –, um Frust und Überforderung zu vermeiden. Verlässt ein Tier das Training erst gelangweilt, wird es das nächste Mal kaum zu begeistern sein.
Wenn mehrere Katzen bei Ihnen leben und eine lässt sich durch keinerlei Belohnung zum Mitmachen animieren, lassen Sie sie zuschauen, sofern sie nicht das Training der anderen stört. Möglicherweise überrascht die Zuschauerin Sie irgendwann mit ihrem abgeguckten Können.
Mein Kater Tharuk interessierte sich lange Zeit nicht für das Clickertraining. Ich übte fleißig mit seinem Freund Eddy, der für Futter alles Katzenmögliche tat und rasch diverse Tricks erlernte. Umso verblüffter war ich, als sich Tharuk eines Tages nach dem Aufbau der Requisiten vordrängelte und über eine Hürde sprang. Später zeigte er mir, dass er sich auch »High Five« und den Reifensprung von Eddy abgeguckt hatte. Seitdem biete ich ihm das Clickern immer wieder an, aber ob er mitmacht, ist unverändert tagesformabhängig.
CHECKLISTE
Das richtige Futter für das Clickertraining
➢ Es sollte möglichst nie außerhalb des Clickertrainings verfüttert werden.
➢ Es sollte sich gut in kleine Stücke von etwa 4 x 4 mm einteilen lassen oder sich – pro Click ein Schlecken – aus einer Futtertube reichen lassen.
➢ Es sollte beim Anfassen nicht gleich in etliche Krümel zerfallen. (Nach denen sucht die Katze eifrig und wird so vom Training abgelenkt.)
➢ Es sollte weder zu schnell sättigen noch durstig machen.
➢ Es sollte langfristig gut verträglich und nicht gesundheitsschädlich sein.
➢ Die Katze sollte es gern fressen, aber nicht schon beim Anblick/Geruch derart durchdrehen, dass sie sich völlig darauf fixiert und nichts anderes mehr wahrnimmt.
➢ Sie sollten das Futter ohne Ekel anfassen können.
➢ Seine Konsistenz sollte so sein, dass Sie es gut in die Hand nehmen können.
Drängeln und Schnappen nach Futter tun eher Hunde. Aber es gibt auch Samtpfoten, die außer Rand und Band geraten, sobald ihnen etwas Leckeres präsentiert wird. Damit das Clickern klappt, sollten sie vorab diese Übung erlernen.
Nicht alle Samtpfoten sind wirklich welche, wenn es um Futter geht. Einige schlagen oder angeln rabiat mit der Pfote nach der Hand, und das auch noch mit ausgefahrenen Krallen. Versucht man einer solchen Katze dann in Ruhe ein Futterbröckchen zu reichen, reißt sie es unter Umständen mit der Pfote an sich. Oder man riskiert, im Eifer des Gefechts mit den Zähnen gezwickt, manchmal sogar gebissen zu werden. Jede Konzentration in Bezug auf das Clickertraining ist dahin. Es ist so gut wie unmöglich, mit einer derart groben Katze eine Übung zu erarbeiten.
SELBSTBEHERRSCHUNG IST NICHT ANGEBOREN
Manche Katzen haben die sogenannte Impulskontrolle nicht erlernt, das heißt, sie agieren auf Basis ihrer emotionalen Befindlichkeit, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen – ohne Rücksicht auf die Umwelt. Katzenbabys lernen während des Abstillens durch die Mutter sowie im Spiel mit den Wurfgeschwistern die Grenzen anderer zu akzeptieren und das Verweigern sofortiger Bedürfnisbefriedigung auszuhalten. Doch vielen Handaufzuchten fehlt diese wichtige Lernerfahrung. Auch Katzen mit Tierschutzvergangenheit, die draußen hungerten oder in einem Animal-Hoarding-Haushalt (>) um Nahrung kämpften, bleiben oft lebenslang leicht erregbar, wenn es um Futter geht.
Auch Futtergier lässt sich durch Training in den Griff bekommen
Bitte seien Sie nachsichtig mit solchen Kandidaten – die Tiere können ja nichts dafür. Die gute Nachricht ist: Als intelligente Lebewesen können sie lernen, dass ein derartiges Verhalten bei Ihnen nicht zum Ziel führt, während eine andere Strategie das tut. Dabei handelt es sich um das »It’s Your Choice Game« (»Du-hast-die-Wahl-Spiel«), das die kanadische Hundetrainerin Susan Garrett erfunden hat und das ebenso einfach wie effektiv ist. Bitte üben Sie es mit Ihrer gierigen Katze, bevor Sie in das Clickern einsteigen (>). Ebenso wie das Clickertraining funktioniert auch das »It’s Your Choice Game« vollkommen ohne Strafen. Wenn Mieze nicht kooperiert, passiert – nichts. Eine Belohnung gibt es auch hier nur für das gewünschte Verhalten.
Diese straffreie Erziehungsmethode für unbeherrschte Samtpfoten von Susan Garrett basiert auf der Tatsache, dass Katzen sehr wohl Ursache und Wirkung in Beziehung setzen können. Kurz gesagt: Keine Manieren, keine Leckerlis!
Wenn Sie es Ihren Händen zumuten können, dass Ihre Katze daran herumkratzt, nehmen Sie die Futterbelohnung in die geschlossene Faust. Ist Ihre Katze zu rabiat, besorgen Sie sich einen flachen, sehr schweren und katzensicher verschließbaren Behälter. Ihre Mieze sollte ihn möglichst weder umstoßen noch wegschieben oder -rollen können. Zur Not legen Sie eine schwere Hantelscheibe oder größere Steine auf den Boden Ihres »Fort Knox« für Futter, das Sie mit Belohnungs-Leckerlis füllen.
Zeigen Sie Ihrer Katze, was Sie Schönes für sie haben, und warten Sie ab, wie sie sich verhält. Alle Versuche, gewaltsam an Futter zu gelangen, sitzen Sie kommentar- und reglos aus. Erst wenn Ihr kätzischer Gierlappen allmählich ruhiger wird und auch nur für einen kurzen Augenblick aufhört, sich an Faust oder Behälter abzuarbeiten, öffnen Sie die Hand beziehungsweise den Behälter und geben ihm möglichst schnell ein einziges Leckerli. Werfen Sie dieses ruhig eine Katzenlänge weit weg, um zu vermeiden, dass jetzt die Hand mit dem Futter angegangen wird. Attackiert Mieze Ihre Hand beim Aushändigen der Belohnung, beenden Sie das Training an dieser Stelle ruhig und ohne zu schimpfen. Räumen Sie wortlos die Leckerlis weg und verlassen Sie den Ort des Geschehens.
GANZ OHNE FRUST GEHT ES NICHT
