Praxishandbuch funktionelles Training 1 - Dirk Ehrhardt - E-Book

Praxishandbuch funktionelles Training 1 E-Book

Dirk Ehrhardt

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Beschreibung

Das Praxishandbuch fürs funktionelle Training:

  • Für alle Patient*innen, die ein funktionelles Training benötigen
  • Für Praxis, Klinik und Reha
  • Übungen für alle Gelenke und die Wirbelsäule mit verschiedenen Geräten

Jede Übung wird übersichtlich auf einer Seite dargestellt und anschaulich erklärt. Zahlreiche Fotos unterstützen Sie beim Erlernen der Übung. Einfache Erklärungen helfen Ihnen, die Übungen in den Therapiealltag zu integrieren.

Über 400 Übungen zu fünf Geräten:

  • Theraband
  • Pezziball
  • Seilzug
  • Hanteln
  • Propriozeptionstrainingsgeräte

Die Übungen sind gegliedert nach Gerät und Gelenk, Ausgangsstellung und Muskulatur.

Dieses Buch ist der optimale Ideengeber für Ihren Praxisalltag.

Mit einem effektiven Stabilisationstraining werden Ihre Patient*innen fit für Alltag und Sport. Finden Sie speziell angepasste Übungen für jeden und erzielen Sie mehr Therapieerfolg durch dreidimensionale Übungen!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 372

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Praxishandbuch funktionelles Training 1

Theraband, Pezziball, Seilzug, Hanteln und weitere Therapiegeräte für alle Körperbereiche

Dirk Ehrhardt

3. unveränderte Auflage

719 Abbildungen

Vorwort

Da wir in unseren Kursen schon über viele Jahre ein Übungsskript angeboten haben und dieses sehr gut angenommen wurde, entstand die Idee, dieses Buch zu verwirklichen.

Es gibt bereits zahlreiche Bücher über physiologische Zusammenhänge, Anatomie, Pathologie oder ganze Therapiekonzepte. Wir merkten aber, dass es vielen Therapeuten schwer fiel, das theoretische Wissen in die Praxis zu übertragen. Entscheidend ist dabei das praktische Wissen um den Belastungsreiz, den wir durch eine Übung bei Patienten hervorrufen. Dieser muss an die Pathologie und die physiologischen Vorgänge im Körper angepasst sein. Dann wird das Training und das Üben effektiv.

Genau hier soll dieses Buch ansetzen. Die dargestellten Übungen versuchen, einen Alltagsreiz zu setzen, um somit die Funktion der unterschiedlichen Muskelfasern und der kollagenen Bindegewebsstrukturen, das faszinierende System der Sensorik oder auch die fraktale Struktur der Faszien zu trainieren.

Auch wenn einige der dargestellten Übungen zunächst schwierig erscheinen, sind sie doch ein lohnendes Therapieziel. Ob der Patient dieses Ziel erreichen wird, zeigt sich im Verlauf der Therapie. Zudem bietet der Alltag oft weitaus höhere Belastungsreize als sie in der Therapie reproduziert werden können. Mit einem gezielten funktionellen und dreidimensionalen Trainingsprogramm kommt man dem Alltagsreiz schon sehr nahe und kann Alltagsfunktionen und -aktivitäten angepasst trainieren.

Sehen Sie das Buch als Ideengeber für funktionelle Übungen an Seilzügen, Therabändern, Pezzibällen, Hanteln und sensomotorischen Geräten. Mit den gezeigten Übungen werden die trainierbaren Muskeln am Seilzug selektiv in der offenen wie auch in der geschlossenen Kette angesprochen und trainiert. Auch mit dem Theraband und dem Pezziball lassen sich Muskelketten und einzelne Muskeln in Ausdauer-, Hypertrophie- oder Maximalkraftbereich kräftigen. Das Hanteltraining ist ein weiterer wertvoller Baustein in der Therapie, da es ein hochfunktionelles Training ist und die Patienten auch koordinativ fordert. Die Übungen zum sensomotorischen Training runden das Buch ab.

Mein Dank und meine Freundschaft gilt Klaus Hannken-Illjes, dem Inhaber des FobiZe Bremen, der die eigentlich treibende Feder für dieses Buch war, sowie Katrin Wiltschko und Björn Kimbel für ihren unermüdlichen Einsatz bei den Fotos. Zusätzlichen Dank an Frau Dorothee Richard als Redakteurin und Frau Eva Grünewald als Projektmanagerin. Erst durch ihre Arbeit ist dieses BuchWirklichkeit geworden. Und zuletzt gilt mein Dank Fritz Koller vom Thieme-Verlag, für die stets sympathische und angenehme Zusammenarbeit.

Rieseby im März 2012

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Vorwort

1 Funktionelles, mehrdimensionales Training

1.1 Seilzug

1.2 Pezziball

1.3 Theraband

1.4 Hanteln

1.5 Weitere Therapiegeräte

2 Übungen mit dem Seilzug

2.1 Schultergürtelmuskulatur

2.1.1 M. trapezius: Anatomie

2.1.2 M. trapezius (Pars ascendens): Retraktion

2.1.3 M. trapezius (Pars transversum): Adduktion

2.1.4 M. trapezius (Pars descendens): Kranialisierung

2.1.5 Mm. rhomboidei: Anatomie

2.1.6 Mm. rhomboidei: Skapulabewegung nach medial-kranial

2.1.7 Mm. rhomboidei: Maximalkraft

2.1.8 M. serratus anterior: Anatomie

2.1.9 M. serratus anterior: Skapuladrehung

2.1.10 M. pectoralis minor: Anatomie

2.1.11 M. pectoralis minor: Protraktion

2.2 Schultergelenkmuskulatur

2.2.1 M. infraspinatus: Anatomie

2.2.2 M. infraspinatus: Außenrotation

2.2.3 M. infraspinatus: Endgradige Außenrotation

2.2.4 M. infraspinatus: Beginnende Außenrotation

2.2.5 M. infraspinatus: Kaudalisierung des Humeruskopfes

2.2.6 M. subscapularis: Anatomie

2.2.7 M. subscapularis: Innenrotation

2.2.8 M. subscapularis: Beginnende Innenrotation

2.2.9 M. subscapularis: Maximale Innenrotation

2.2.10 M. subscapularis: Kaudalisierung des Humeruskopfes

2.2.11 M. supraspinatus: Anatomie

2.2.12 M. supraspinatus: Beginnende Abduktion

2.2.13 M. supraspinatus: Endgradige Abduktion

2.2.14 M. supraspinatus: Außenrotation und Zentrierung des Humeruskopfes

2.2.15 M. supraspinatus: Außenrotation bei 90° Abduktion

2.2.16 M. teres minor: Anatomie

2.2.17 M. teres minor: Außenrotation

2.2.18 M. teres major: Anatomie

2.2.19 M. teres major: Innenrotation und Adduktion

2.2.20 M. latissimus dorsi: Anatomie

2.2.21 M. latissimus dorsi: Adduktion, Innenrotation und Extension

2.2.22 M. latissimus dorsi: Endgradige Adduktion, Innenrotation und Extension

2.2.23 M. latissimus dorsi: Innenrotation

2.2.24 M. latissimus dorsi: Adduktion ohne Innenrotation

2.2.25 M. latissimus dorsi: Stützfunktion

2.2.26 M. pectoralis major: Anatomie

2.2.27 M. pectoralis (Pars sternocostalis): Horizontale Adduktion

2.2.28 M. pectoralis major (Pars clavicularis): Adduktion, Innenrotation (und Flexion)

2.2.29 M. pectoralis major (Pars abdominalis): Adduktion

2.2.30 M. deltoideus: Anatomie

2.2.31 M. deltoideus (Pars clavicularis): Flexion

2.2.32 M. deltoideus (Pars acromialis): Abduktion

2.2.33 M. deltoideus (Pars spinalis): Extension

2.3 Oberarmmuskulatur

2.3.1 M. biceps brachii: Anatomie

2.3.2 M. biceps, kurzer Kopf: Flexion

2.3.3 M. biceps, langer Kopf: Zweigelenkige Flexion

2.3.4 M. triceps brachii: Anatomie

2.3.5 M. triceps brachii: Eingelenkige Extension

2.3.6 M. triceps brachii: Zweigelenkige Extension – „Keller streichen“

2.3.7 M. triceps brachii: Stützfunktion

2.4 Hals- und Rückenmuskulatur

2.4.1 Muskeln der Halswirbelsäule: Anatomie

2.4.2 Seitliche Stabilisatoren

2.4.3 Dorsale Stabilisatoren

2.4.4 Reaktive Stabilisation

2.4.5 Reaktive Stabilisation

2.4.6 M. erector spinae: Anatomie

2.4.7 M. erector spinae: Rumpfstabilisation in Extension mit extensorischer Armbewegung

2.4.8 M. erector spinae: Rumpfstabilisation in Extension mit flektorischer Armbewegung

2.4.9 M. erector spinae: Rumpfextension

2.4.10 M. erector spinae: Dreidimensionale Rumpfaufrichtung

2.4.11 M. erector spinae: Rumpfstabilisation

2.4.12 M. erector spinae: Rumpfstabilisation – Steigerung

2.4.13 M. erector spinae: Stabilisation über die Rotationskomponente

2.4.14 M. erector spinae: Rumpfrotation

2.4.15 M. erector spinae: Lateralflexion des Rumpfes

2.5 Bauchwandmuskulatur

2.5.1 Gerade und schräge Bauchmuskulatur: Anatomie

2.5.2 M. rectus abdominis: „Gen Mekka“ oder „Verneigung“

2.5.3 M. rectus abdominis: Rumpfstabilisation

2.5.4 M. obliquus externus und internus abdominis: Rumpfstabilisation

2.5.5 M. obliquus externus, internus und transversus abdominis: Kontrolliertes Drehen

2.6 Hüft- und Gesäßmuskulatur

2.6.1 M. iliopsoas: Anatomie

2.6.2 M. iliopsoas: Flexion

2.6.3 M. iliopsoas: Spielbeinfunktion

2.6.4 Glutäalmuskulatur: Anatomie

2.6.5 M. gluteus maximus: Extension

2.6.6 Mm. gluteus medius und minimus: Abduktion

2.6.7 M. gluteus maximus: Extension und Abduktion

2.6.8 M. gluteus maximus: Extension in Bauchlage

2.6.9 M. gluteus maximus: Extension im Standbein

2.6.10 Adduktoren des Hüftgelenks: Anatomie

2.6.11 M. pectineus und M. adductor brevis: Adduktion und Flexion

2.6.12 M. adductor longus und M. adductor magnus: Adduktion und Flexion

2.6.13 M. gracilis: Adduktion und Flexion

2.7 Oberschenkelmuskulatur

2.7.1 Mm. ischiocrurales : Anatomie

2.7.2 Mm. ischiocrurales: Flexion

2.7.3 Mm. ischiocrurales: Flexion im Standbein

2.7.4 M. biceps femoris: Flexion

2.7.5 M. biceps femoris: Flexion im Standbein

2.7.6 M. semimembranosus und M. semitendinosus: Flexion

2.7.7 M. semimembranosus und M. semitendinosus: Flexion im Standbein

2.7.8 M. quadriceps femoris: Anatomie

2.7.9 M. vastus medialis: Extension

2.7.10 M. vastus medialis: Stabilisation der Beinachse

2.7.11 M. vastus medialis: Reaktive Stabilisation der Beinachse

2.7.12 M. vastus medialis: Dynamisches Beinachsentraining

2.7.13 Mm. vastus lateralis und medialis: Dynamisches Beinachsentraining

2.7.14 Mm. vastus lateralis und medialis: Exzentrisches Beinachsentraining

2.7.15 Mm. vastus lateralis und medialis: Dynamisches Beinachsentraining

2.8 Unterschenkelmuskulatur

2.8.1 M. tibialis anterior: Anatomie

2.8.2 M. tibialis anterior: Dorsalextension

2.8.3 M. tibialis anterior und M. peroneus longus: Dorsalextension und Pronation

2.8.4 M. tibialis anterior: Exzentrische Gehfunktion

2.8.5 Mm. peroneus longus und brevis: Anatomie

2.8.6 Mm. peroneus longus und brevis: Plantarflexion und Pronation

2.8.7 M. triceps surae: Anatomie

2.8.8 M. gastrocnemius: Plantarflexion und Supination

2.8.9 M. soleus: Plantarflexion und Supination

2.8.10 M. triceps surae: Plantarflexion

3 Übungen mit dem Pezziball

3.1 Stabilisation der Halswirbelsäule

3.1.1 Stand

3.1.2 Einbeinstand 1

3.1.3 Einbeinstand 2

3.1.4 Einbeinstand 3

3.1.5 Modifizierte Brücke mit dem Pezziball

3.2 Stabilisation des Schultergelenks

3.2.1 M. infraspinatus

3.2.2 M. teres minor

3.2.3 M. subscapularis

3.2.4 M. latissimus dorsi

3.2.5 M. supraspinatus

3.2.6 Flexion und Außenrotation

3.3 Rumpfstabilisation mit lateraler Aktivität

3.3.1 Seitstütz 1

3.3.2 Seitstütz 2

3.3.3 Seitstütz auf dem Unterarm 1

3.3.4 Seitstütz auf dem Unterarm 2

3.3.5 Seitstütz auf dem Unterarm 3

3.3.6 Seitstütz auf der Hand

3.3.7 Seitstütz auf zwei Pezzibällen 1

3.3.8 Seitstütz auf zwei Pezzibällen 2

3.3.9 Seitstütz auf zwei Pezzibällen 3

3.4 Rumpfstabilisation mit dorsaler Aktivität

3.4.1 Bauchlage mit Kontaktfläche 1

3.4.2 Bauchlage mit Kontaktfläche 2

3.4.3 Bauchlage mit Kontaktfläche 3

3.4.4 Bauchlage mit Kontaktfläche 4

3.4.5 Bauchlage ohne Kontaktfläche

3.4.6 Bauchlage mit zusätzlicher Destabilisierung 1

3.4.7 Bauchlage mit zusätzlicher Destabilisierung 2

3.4.8 Bauchlage mit zusätzlicher Destabilisierung 3

3.4.9 Bauchlage mit Wirbelsäulenextension (Rumpfheber)

3.5 Rumpfstabilisation mit ventraler Aktivität

3.5.1 Sitz 1

3.5.2 Sitz 2

3.5.3 Sitz 3 (aktive Pause)

3.5.4 Rückenlage 1

3.5.5 Rückenlage 2

3.5.6 Rückenlage 3

3.5.7 Rückenlage 4

3.5.8 Rückenlage mit zusätzlicher Destabilisierung 1

3.5.9 Rückenlage mit zusätzlicher Destabilisierung 2

3.5.10 Rückenlage mit zusätzlicher Destabilisierung 3

3.6 Rumpfstabilisation mit ventraler Aktivität und Schulterstabilisation

3.6.1 Kniestand mit Handstütz

3.6.2 Kniestand mit Unterarmstütz 1

3.6.3 Kniestand mit Unterarmstütz 2

3.6.4 Kniestand mit Unterarmstütz 3

3.6.5 Kniestand mit Unterarmstütz 4

3.6.6 Liegestütz 1

3.6.7 Liegestütz 2

3.6.8 Liegestütz 3

3.6.9 Liegestütz 4

3.6.10 Liegestütz 5

3.6.11 Vierfüßler-Unterarmstütz 1

3.6.12 Vierfüßler-Unterarmstütz 2

3.7 Schulter- und Rumpfstabilisation

3.7.1 Vierfüßler 1

3.7.2 Vierfüßler 2

3.7.3 Vierfüßler 3

3.7.4 Vierfüßler 4

3.7.5 Vierfüßler 5

3.7.6 Vierfüßler 6

3.7.7 Vierfüßler 7

3.8 Reaktive Rumpf- und Schulterstabilisation

3.8.1 Stand mit Handstütz

3.8.2 Einbeinstand mit Handstütz

3.8.3 Stand mit seitlichem Handstütz

3.8.4 Stand – reaktiver Handstütz

3.8.5 Einbeinstand – reaktiver Handstütz

3.8.6 Kniestand – reaktiver Handstütz 1

3.8.7 Kniestand – reaktiver Handstütz 2

3.8.8 Kniestand – reaktiver Handstütz 3

3.8.9 Stand – reaktiver Liegestütz

3.8.10 Einbeinstand – reaktiver Liegestütz

3.8.11 Kniestand – reaktiver Vierfüßler

3.9 Beinachsen- und Rumpfstabilisation

3.9.1 Rückenlage (Grundübung) 1

3.9.2 Rückenlage 2

3.9.3 Rückenlage 3

3.9.4 Rückenlage 4

3.9.5 Rückenlage 5

3.9.6 Rückenlage 6

3.9.7 Rückenlage 7

3.9.8 Rückenlage 8

3.9.9 Rückenlage 9

3.9.10 Rückenlage 10

3.9.11 Rückenlage 11

3.9.12 Rückenlage 12

3.9.13 Rückenlage 13

3.9.14 Rückenlage 14

3.9.15 Einbeinstand 1

3.9.16 Einbeinstand 2

3.9.17 Einbeinstand 3

3.9.18 Einbeinkniestand (Gluteustraining)

3.9.19 Kniestand 1

3.9.20 Kniestand 2

3.9.21 Kniestand 3

3.9.22 Stand 1

3.9.23 Stand 2

3.9.24 Stand 3

3.9.25 Stand – Kniebeuge

3.10 Partnerübungen: Körperwahrnehmung und Beinachsen- und Rumpftraining

3.10.1 Rückenlage 1

3.10.2 Rückenlage 2

3.10.3 Rückenlage 3

3.10.4 Rückenlage 4

3.10.5 Sitz 1

3.10.6 Sitz 2

3.10.7 Liegestütz

3.10.8 Stand

4 Übungen mit dem Theraband

4.1 Schultergürtelmuskulatur

4.1.1 M. trapezius (Pars transversus und ascendens): Adduktion und Retraktion

4.1.2 M. trapezius (Pars ascendens) und Schultergelenkmuskeln

4.1.3 M. serratus anterior: Protraktion im Stand

4.1.4 M. serratus anterior: Kugelstoßen

4.1.5 M. serratus anterior: Handballwurf

4.2 Schultergelenkmuskulatur

4.2.1 M. infraspinatus: Außenrotation

4.2.2 M. infraspinatus: Endgradige Außenrotation

4.2.3 M. infraspinatus: Kaudalisierung des Humeruskopfes

4.2.4 M. supraspinatus: Beginnende Abduktion und Außenrotation

4.2.5 M. supraspinatus: Endgradige Außenrotation und Abduktion

4.2.6 M. supraspinatus: Abduktion und Außenrotation

4.2.7 M. supraspinatus und M. deltoideus (Pars acromialis): Abduktion

4.2.8 M. supraspinatus, M. deltoideus: Abduktion und Außenrotation, Rumpfstabilisation und Beinachsentraining

4.2.9 M. teres minor: Außenrotation und Abduktion

4.2.10 M. latissimus dorsi: Extension und Adduktion im Einbeinkniestand

4.2.11 M. latissimus dorsi: Extension im Vierfüßler

4.2.12 M. latissimus dorsi: Extension im Vierfüßler mit Gymnastikball

4.2.13 M. latissimus dorsi: Extension im Bärenstand mit Gymnastikball

4.2.14 M. pectoralis (Pars costosternalis), M. subscapularis: Innenrotation und horizontale Adduktion im Vierfüßlerstand

4.2.15 M. pectoralis (Pars costosternalis), M. subscapularis: Innenrotation und horizontale Adduktion im Vierfüßlerstand mit Gymnastikball

4.2.16 M. deltoideus (Pars spinalis) und M. infraspinatus: Abduktion

4.2.17 M. deltoideus (Pars spinalis), M. infraspinatus: Abduktion und Außenrotation

4.3 Oberarmmuskulatur

4.3.1 M. biceps brachii (Caput breve): Flexion und Supination

4.3.2 M. biceps brachii: Beginnende Flexion

4.3.3 M. biceps brachii (Caput longum): Flexion

4.3.4 M. triceps brachii: Zweigelenkige Extension

4.3.5 M. triceps brachii: Eingelenkige Extension

4.3.6 M. triceps brachii: Zweigelenkige Extension und Kaudalisierung des Humeruskopfes

4.4 Rumpfmuskulatur

4.4.1 Gerade Bauchmuskulatur

4.4.2 Schräge Bauchmuskulatur 1

4.4.3 Schräge Bauchmuskulatur 2

4.4.4 Rumpfstabilisation 1

4.4.5 Rumpfstabilisation 2

4.4.6 Rumpfstabilisation 3

4.4.7 Rumpfstabilisation 4

4.4.8 Rumpfstabilisation 5

4.4.9 Rumpfaufrichtung 1

4.4.10 Rumpfaufrichtung 2

4.4.11 Rumpfaufrichtung 3

4.4.12 Rumpfaufrichtung 4

4.4.13 Rumpfaufrichtung 5

4.4.14 Rumpfmobilisation 1

4.4.15 Rumpfmobilisation 2

4.5 Hüft- und Gesäßmuskulatur

4.5.1 M. gluteus: Extension

4.5.2 Mm. glutei: Extension und Standbeinphase

4.5.3 M. gluteus: Extension im Vierfüßlerstand

4.5.4 M. gluteus: Rumpf- und Schulterstabilisation 1

4.5.5 M. gluteus: Rumpf- und Schulterstabilisation 2

4.5.6 M. gluteus medius: offene Kette

4.5.7 Mm. gluteus medius und minimus: Abduktion

4.5.8 Mm. gluteus medius und minimus: Beidseitige Abduktion

4.5.9 Mm. glutei medius und minimus: Abduktion (Standbeinphase) 1

4.5.10 Mm. glutei medius und minimus: Abduktion (Standbeinphase) 2

4.5.11 Mm. glutei medius und minimus: Spiel- und Standbeinphase

4.5.12 Mm. glutei medius und minimus: Abduktion 1

4.5.13 Mm. glutei medius und minimus: Abduktion 2

4.5.14 Mm. glutei medius und minimus: Abduktion 3

4.5.15 Außenrotatoren des Hüftgelenks

4.5.16 Kurze Adduktoren des Hüftgelenks

4.5.17 Mittlere Adduktoren des Hüftgelenks

4.5.18 Lange Adduktoren des Hüftgelenks

4.5.19 Bewegungsdiagonale

4.5.20 Adduktoren des Hüftgelenks und M. vastus medialis: offene Kette

4.6 Oberschenkelmuskulatur

4.6.1 Mm. ischiocrurales: Flexion

4.6.2 Mm. ischiocrurales: Kniegelenkstabilisation

4.7 Unterschenkelmuskulatur

4.7.1 Mm. peronei: Plantarflexion und Pronation

4.7.2 M. triceps surae: Plantarflexion und Supination

4.7.3 M. tibialis anterior und Mm. peronei: Dorsalextension

4.8 Theraband und Therapiegeräte: Reaktive Stabilisation

4.8.1 Bauchlage 1

4.8.2 Bauchlage 2

4.8.3 Bauchlage 3

4.8.4 Seitenlage 1

4.8.5 Seitenlage 2

4.8.6 Kniestand 1

4.8.7 Kniestand 2

4.8.8 „Bridging“ 1

4.8.9 „Bridging“ 2

4.8.10 Rückenlage 1

4.8.11 Rückenlage 2

4.8.12 Sitz – Rückenlage

4.8.13 Vierfüßler

4.8.14 Bärenstand 1

4.8.15 Bärenstand 2

4.8.16 Sitz 1

4.8.17 Sitz 2

4.8.18 Einbeinstand 1

4.8.19 Einbeinstand 2

4.8.20 Einbeinstand 3

4.8.21 Einbeinstand 4

4.8.22 Einbeinstand 5

5 Übungen mit Hanteln

5.1 Rumpfstabilisation im Stand

5.1.1 Schräge Bauchmuskulatur

5.1.2 Tiefe Rumpfmuskulatur

5.1.3 Beinachsentraining

5.2 Rumpfaufrichtung

5.2.1 Alltagsfunktion: Streckerkette

5.2.2 Dreidimensionale Rumpfaufrichtung 1

5.2.3 Dreidimensionale Rumpfaufrichtung 2

5.2.4 Schrittstellung 1

5.2.5 Schrittstellung 2

5.2.6 Stand: Sypoba

5.2.7 Schrittstellung: Sypoba

5.2.8 Parallelstand 1

5.2.9 Parallelstand 2

5.2.10 Einbeinstand

5.2.11 Schrittstellung: Rumpf- und Beinmuskulatur

5.2.12 Einbeinkniestand: M. gluteus

5.3 Rumpfstabilisation mit Pezziball und Hantelstange

5.3.1 Bauchlage 1

5.3.2 Bauchlage 2

5.3.3 Bauchlage 3

5.3.4 Bauchlage 4

5.3.5 Bauchlage 5

5.3.6 Kniestand

5.4 Bauchmuskulatur mit Pezziball

5.4.1 Rückenlage

5.5 Beinachsentraining und Rumpfstabilisation

5.5.1 Einbeinkniestand: Togu-Jumper

5.5.2 Sprung

5.5.3 Ausfallschritt zur Seite

5.5.4 Schrittstellung: Gymnastikball

5.5.5 Kniebeuge: MFT-Disc

5.5.6 Rumpfvorneigung: MFT-Disc

5.5.7 Einseitige Kniebeuge

5.5.8 Reaktive exzentrische Stabilisation

5.5.9 Schritt: Togu-Jumper

5.5.10 Hocke: Pezziball

5.6 Rumpfrotation

5.6.1 Stand: Rotation

5.6.2 Stand: Rotation und Lateralflexion

5.6.3 Stand (Sypoba): Rumpfrotation

5.7 Bauchmuskeltraining und Rumpfstabilisation mit Pezziball

5.7.1 Rückenlage 1

5.7.2 Rückenlage 2

5.7.3 Rückenlage 3

5.7.4 Rückenlage 4

5.7.5 Kniestand

5.8 Freihantelübungen

5.8.1 M. latissimus dorsi

5.8.2 Interskapuläre Muskulatur

5.8.3 Außenrotatoren

5.8.4 M. infraspinatus und M. supraspinatus

5.8.5 M. infraspinatus

5.8.6 M. triceps brachii (Caput longum) 1

5.8.7 M. triceps brachii 2

5.8.8 M. biceps brachii (Caput breve)

5.8.9 M. biceps brachii (Caput longum)

5.9 Freihantelübungen mit Pezziball und Sypoba

5.9.1 Rückenlage 1

5.9.2 Rückenlage 2

5.9.3 Rückenlage 3

5.9.4 Rückenlage 4

5.9.5 Bauchlage

5.9.6 Seitenlage 1

5.9.7 Seitenlage 2

5.9.8 Seitstütz

5.9.9 Kniestand 1

5.9.10 Kniestand 2

5.9.11 Vierfüßler 1

5.9.12 Vierfüßler 2

5.9.13 Liegestütz

5.9.14 Unterarmpronatoren

5.9.15 Unterarmsupinatoren

5.9.16 Handgelenkflexoren

5.9.17 Handgelenkextensoren

6 Übungen mit weiteren Therapiegeräten

6.1 Terrasensa

6.1.1 Einbeinstand

6.1.2 Einbeinstand: Fußheber

6.1.3 Kniebeuge

6.1.4 Liegestütz

6.1.5 Einhandstütz

6.2 Kippelbrett

6.2.1 Parallelstand

6.2.2 Einbeinstand

6.2.3 Einhandstütz

6.3 Sypoba

6.3.1 Stand

6.3.2 Seitlich versetzter Stand

6.3.3 Schrittstellung

6.3.4 Hocke

6.3.5 Sitz

6.3.6 Handstütz

6.4 MFT-Trainer

6.4.1 Stand

6.4.2 Stand mit Rotation

6.4.3 Einhandstütz

6.5 Dynair Ballkissen

6.5.1 Schrittstellung

6.5.2 Sitz

6.5.3 Einhandstütz

6.5.4 Seitenlage

6.5.5 Seitlicher Ellenbogenstütz

6.6 Togu-Jumper

6.6.1 Einbeinstand 1

6.6.2 Einbeinstand 2

6.6.3 Fersenstand: Fußheber

6.6.4 Zehenstand

6.6.5 Seitlicher Stand 1

6.6.6 Seitlicher Stand 2

6.6.7 Sprung

6.6.8 Schrittstellung

6.6.9 Wechselsprung

6.6.10 Seitsprünge

6.6.11 Drehsprünge

6.7 Bosu

6.7.1 Rückenlage 1

6.7.2 Rückenlage 2

6.7.3 Seitenlage

6.8 Multiroll

6.8.1 Stand

6.8.2 Kniestand

6.8.3 Rückenlage

6.8.4 Seitenlage

6.8.5 Seitlicher Ellenbogenstütz

6.8.6 Stützübung

6.9 Flowin

6.9.1 Parallestand – vordere Kniebeuge

6.9.2 Parallestand – seitliche Kniebeuge

6.9.3 Joggen

6.9.4 Dynamischer Vierfüßler 1

6.9.5 Dynamischer Vierfüßler 2

6.10 Gymstick

6.10.1 Kniebeuge

6.10.2 Ausfallschritt

6.10.3 Ausfallschritt zur Seite

6.10.4 Einbeinstand

6.10.5 Einbeinstand 2

6.10.6 Einbeinstand 3

6.11 Aerosling

6.11.1 Sitz – seitlicher Armstütz 1

6.11.2 Sitz – seitlicher Armstütz 2

6.11.3 Kniestand – Armstütz 1

6.11.4 Kniestand – Armstütz 2

6.11.5 Kniestand – Armstütz zur Seite

6.11.6 Kniestand – dynamischer Armstütz

6.11.7 Kniestand – einseitiger Armstütz

6.11.8 Liegestütz

6.11.9 Seitstütz 1

6.11.10 Seitstütz 2

6.11.11 Rückenlage

6.12 Präventmed

6.12.1 Stand

6.12.2 Treppensteigen

6.12.3 Schrittstellung

6.12.4 Kniebeuge

6.12.5 Bärenstand – Liegestütz

6.12.6 Bärenstand – diagonaler Liegestütz

6.12.7 Partnerübung

6.12.8 Partnerübung mit Ball

6.13 Posturomed

6.13.1 Stand auf dem Posturomed

6.13.2 Dynamischer Einbeinstand

6.13.3 Sprung

6.13.4 Stand mit OSG-Modul

6.13.5 Einbeinstand mit OSG-Modul

6.13.6 Stand mit OSG-Modul und veränderter Drehachse

6.13.7 Stand mit Pedalo

6.13.8 Vierfüßlerstand

6.13.9 Vierfüßlerstand mit Ball

6.13.10 Mm. ischiocrurales mit Teilbelastung

6.13.11 M. quadriceps femoris mit Teilbelastung

6.13.12 Adduktoren

6.13.13 Abduktoren

6.14 Torsiomed

6.14.1 Stand

6.14.2 Stand mit bilateraler Armarbeit

6.14.3 Stand mit OSG-Modul

6.14.4 Labiler Einbeinstand

6.14.5 Einbeinstand mit OSG-Modul und Propriomed

6.14.6 Langsitz 1

6.14.7 Langsitz 2

6.14.8 Liegestütz mit OSG-Modul

7 Übungsvorschläge für ausgewählte Indikationen

7.1 Einleitung

7.2 Obere Extremität

7.3 Wirbelsäule und ISG

7.4 Untere Extremität

8 Literatur

Autorenvorstellung

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum/Access Code

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Impressum

1 Funktionelles, mehrdimensionales Training

Dieses Buch wurde von Therapeut*innen für Therapeut*innen geschrieben. Es zeigt Ihnen vielfältige Möglichkeiten, mit Seilzügen oder anderen Geräten und Kleingeräten funktionelle Übungen mit Ihren Patient*innen zu erarbeiten. Es eignet sich ebenso als Ideengeber für Heimprogramme, um den Patient*innen Eigenübungen zu vermitteln, sodass sie mit wenig Aufwand zu Hause trainieren können.

Auch wenn einige Übungen recht anspruchsvoll erscheinen, so gelingt es meistens gerade durch diese Übungen, Alltagsreize zu reproduzieren, um somit z. B. im Bindegewebe eine funktionelle Faserausrichtung zu erreichen und die Wasserbindung und damit auch die Belastungsfähigkeit zu erhöhen.

Manche Therapeut*innen sind der Meinung, dass dies doch bei jedem Training und bei jeder Bewegung geschieht und somit ein Training mit großen Krafttrainingmaschinen weniger Gefahren für den Patienten oder die Patientin birgt als z. B. das Trainieren mit mehreren Pezzibällen. Leider trainieren die Patient*innen bzw. Kund*innen an den Kraftmaschinen, wie z. B. Kniecurl oder Butterfly, nur einachsig in einer geführten Bewegung mit einem distalen Widerstand und einer festen Drehachse.

Anmerkung

Einachsige oder eindimensionale Bewegungen kommen im Alltag nicht vor.

Unser sensomotorisches System ist evolutionsbedingt noch auf die Anforderungen der Steinzeit ausgerichtet. Da die Alltagsreize aufgrund der modernen Lebensbedingungen aber zunehmend ausbleiben, fehlen dem sensomotorischen System ausreichend adäquate Reize und unsere sensomotorischen Funktionen nehmen immer mehr ab.

Anmerkung

Wir haben kein Kraftproblem, wir haben ein Funktionsproblem.

Kaum jemand muss noch über mehrere Etagen Treppen steigen oder kilometerlang eine Büffelherde über unsicheren Grund verfolgen. Aufgrund dieser fehlenden sensorischen Reize nehmen die Funktionen des Bindegewebes, die unwillkürlichen neuromuskulären Reaktionen und der Trainingszustand der stabilisierenden Muskulatur immer mehr ab. Dies führt zu den bekannten Problemen: Rückenbeschwerden und zunehmend früher einsetzende Arthrose, da z. B. die faszialen Anteile keine mehrdimensionalen Trainingsreize erfahren und die Gelenke muskulär nicht mehr reaktiv gesichert werden können. Das, was die Evolution über Jahrmillionen aufgebaut und entwickelt hat, geht in der heutigen Zeit durch unsere Lebensbedingungen und z. T. auch aus Bequemlichkeit verloren: „Use it or loose it.“

Zum Beispiel sind die Gelenkflächen für mehrere Bewegungsebenen ausgerichtet und werden auch in allen Ebenen durch Muskulatur und Bindegewebe, wie Bänder, Faszien oder Kapselgewebe geführt. Es handelt sich hierbei nicht nur um eine rein passive Sicherung, sondern um eine aktive Steuerung aufgrund sensorischer Impulse aus diesen Gewebeschichten.

Der Versuch, die Gelenke nur über willkürliche gesteuerte Muskelkraft zu sichern oder Gewebeverletzungen zu vermeiden/verhindern, ist nicht funktionell, da es nicht den vielfältigen Funktionen des sensomotorischen Systems entspricht.

Leider glauben Kund*innen in z. B. Fitnesseinrichtungen, dass die Kraft das Maß aller Dinge ist. Meiner Meinung nach muss man dem aus therapeutischer Sicht klar widersprechen. Willkürliche Kraft entsteht hauptsächlich, wenn für die Gewebsstrukturen keine „Gefahr“ besteht. Befindet sich z. B. die Gelenkkapsel des Kniegelenkes mit ihren faszialen Verbindungen zur Muskulatur im Stress, hilft die willkürliche muskuläre Aktivität aufgrund der fehlenden Innervationsgeschwindigkeit nicht ausreichend.

Aus diesem Grund kommt es in der Therapie darauf an, alltagsspezifische Belastungen für die unterschiedlichen Gewebearten zu reproduzieren. „Form follows Function“ (die Form folgt der Funktion), dieser Leitsatz muss auch weiterhin in der Therapie Anwendung finden, damit spezifische Gewebe spezifische Reize erhalten.

Keine der in diesem Buch vorgestellten Übungen mit dem Seilzug, Pezziball, Theraband oder mit Hanteln belastet die Gewebe durch Einachsigkeit. Sie ermöglichen damit einen funktionellen Aufbau der Strukturen.

1.1 Seilzug

Die Übungen mit dem Seilzug zeigen, wie man schwerpunktmäßig Muskeln und Muskelgruppen trainiert. Ob ein einzelner Muskel, wie der M. pectoralis minor oder der Pars descendens des M. trapezius, überhaupt gekräftigt werden muss, entscheidet jeder Therapeut und jede Therapeutin aufgrund des Befundes oder er bzw. sie richtet sich nach Wünschen des Patienten oder Patientin. Der Vollständigkeit halber sind alle wesentlichen Muskeln und Muskelgruppen aufgeführt. Die meisten Übungen sind nach den Hauptmuskeln benannt, die synergistisch wirkenden Muskeln sind nicht extra aufgeführt, sondern werden als bekannt vorausgesetzt.

Im Vergleich zu Großgeräten hat das Trainieren mit dem Seilzug deutliche Vorteile:

Die Drehachse ist verstellbar.

Es findet eine freie Bewegung statt.

Der Patient oder die Patientin trainiert gezielt bestimmte Muskeln in einer funktionellen Bewegung.

Er oder sie kann in der offenen oder geschlossenen Kette trainieren.

Sowohl komplexe Bewegungsfolgen als auch bestimmte Muskelketten sind trainierbar.

Alltagsbewegungen lassen sich reproduzieren.

Der Platzbedarf des Seilzuggerätes ist relativ gering.

Ziel ist es, den Seilzug in der Therapie möglichst funktionell einzusetzen.

1.2 Pezziball

Übungen mit Pezzibällen dienen überwiegend der stabilisierenden Funktion des sensomotorischen Systems. Das Training der intra- und intermuskulären Koordination verbessert die Gleichgewichtsfunktion mit dem Ziel, auch bei kleinsten Abweichungen das Gleichgewicht zu erhalten.

Die Schwierigkeitsgrade der einzelnen Übungen sind unterschiedlich, sodass auch Personen mit größeren Defiziten trainieren können. Oftmals reicht schon eine kleine Veränderung der Ausgangsposition, um eine Übung massiv zu erschweren. Nicht zu unterschätzen ist der immense Aufforderungscharakter von Pezzibällen. Viele Personen üben freiwillig zuhause oder nehmen zusätzlich an Pezziballgruppen teil. Deshalb ist es förderlich für die Motivation, den Spaßfaktor hochzuhalten. Es hat sich als günstig erwiesen, bei Erreichen des Übungsziels sofort zu steigern.

Übungen mit höheren Schwierigkeitsgraden erscheinen im ersten Moment für manche Personen zu schwierig zu sein. In diesen Fällen können Sie die Ausgangsstellungen schrittweise so verändern, bis die Teilnehmenden die Übungen schließlich ausführen können. Für gut trainierte Personen können Sie sich selbstverständlich zusätzliche Steigerungsmöglichkeiten ausdenken. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

1.3 Theraband

Die Übungen mit einem oder mehreren Therabändern umfassen Kräftigungs- und Stabilisationsübungen, die je nach Zielsetzung einzusetzen sind. Da der Widerstand von Therabändern progessiv ist, erhalten die Muskeln den größten Widerstand in den Endpositionen der Übungen. Der Nachteil ist, dass der Muskel in dieser Verkürzungsposition am wenigsten Kraft entwickeln kann. Therabänder eignen sich daher für die Mobilisation nicht so gut.

Neben der Therapie können die Übungen mit dem Theraband auch gut als Eigenübungen für das Heimprogramm eingesetzt werden. Unter diesem Aspekt ergänzen sie insbesondere die Seilzugübungen gut. Die Übenden übertragen dann die Höhe des Drehpunktes des Seilzugs auf die Übungssituation zu Hause und befestigen ihr Band an einer geeigneten Stelle, z. B. einer geschlossenen Tür oder zugfesten Möbeln. Mit geringem Aufwand können die Personen so effektiv trainieren.

1.4 Hanteln

Die Freihantelübungen umfassen überwiegend reaktive Stabilisations- und Kräftigungsübungen aus unterschiedlichen Ausgangspositionen. Um zielgerichtet bestimmte Strukturen zu trainieren, benötigt der Patient oder die Patientin eine gute Körperwahrnehmung. Anfangs ist deshalb meistens eine kontinuierliche Rückmeldung durch den Therapeuten bzw. die Therapeutin erforderlich, bis die Bewegungen automatisiert und Bewegungsgrenzen verinnerlicht sind. Aufgrund der Schwerkrafteinwirkung ist das Hanteltraining eine sehr alltagsorientierte und funktionelle Trainingsmethode.

1.5 Weitere Therapiegeräte

Kapitel 6 dieses Buches stellt weitere Therapiegeräte vor, die ebenfalls funktionelles Üben in vielen Varianten ermöglichen und insbesondere die Koordination und das Gleichgewicht fördern:

Terrasensa,

Sypoba,

Dynair Ballkissen,

Togu-Jumper,

Bosu,

Multiroll,

MFT-Trainer,

Kippelbrett,

Flowin,

Gymstick,

Aerosling,

Präventmed,

Posturomed.

Bei den meisten Geräten kann der Patient oder die Patientin nicht nur in der aufrechten Position üben, sondern in ganz unterschiedlichen Ausgangspositionen, sodass immer am individuellen Leistungslimit trainiert werden kann.

2 Übungen mit dem Seilzug

Muskeln arbeiten synergistisch. Die Seilzugübungen dieses Kapitels sind nach dem Hauptmuskel der jeweiligen Übung oder nach den aktivierten Muskelgruppen benannt. Bei den Übungen unterscheidet man zwischen Bewegungs- und Alltagsfunktion. Dies gilt insbesondere für die Muskeln der unteren Extremität. Die Bewegungsfunktion entspricht der reinen Verkürzung der Muskulatur, der Begriff Alltagsfunktion bezieht sich in diesem Buch auf stabilisierende und stützende Funktionen der Muskulatur.

2.1 Schultergürtelmuskulatur

2.1.1 M. trapezius: Anatomie

Ursprung: Der Muskel liegt direkt unter der Haut des Rückens und hat drei Hauptanteile ( ▶ Abb. 2.1).

Pars descendens: Sie besteht aus absteigenden Fasern, deren Ursprung vom Os occipitale bis zum 6. Halswirbel reichen.

Pars transversum: Vom 7. Halswirbel bis zum 3. Brustwirbel reicht der Ursprung dieses Teils.

Pars ascendens: Sie entspringt vom 3. Brustwirbel bis ungefähr zum 11./12. Brustwirbel.

Ansatz: Die 3 Anteile setzen an den folgenden Strukturen an:

Pars descendens: am lateralen Drittel der Clavicula.

Pars transversum: am akromialen Ende der Clavicula und am Acromion.

Pars ascendens: am unteren Rand der Spina scapulae.

Funktion: Sie ist entsprechend der verschiedenen Ansätze unterschiedlich, entspricht aber dem jeweiligen Muskelfaserverlauf.

Pars descendens: Zieht die Scapula nach schräg oben und dreht sie nach lateral. Der Kopf wird zur Gegenseite rotiert und zur gleichen Seite geneigt.

Pars transversum: Sie medialisiert die Scapula.

Pars ascendens: Zieht die Scapula nach hinten-unten.

Innervation: R. externus des N. accessorius und Äste des Plexus cervicalis (C2–C4).

Abb. 2.1 M. trapezius.

2.1.2 M. trapezius (Pars ascendens): Retraktion

Ziel: Die Retraktion der Scapula bei aufgerichteter Wirbelsäule fördern.

Ausführung: Die Patientin steht frontal zum Seilzug und der Drehpunkt befindet sich ganz oben am Gerät ( ▶ Abb. 2.2). Der Bewegungsstart erfolgt an der Scapula, die die Patientin aktiv nach hinten-unten zieht. Erst dann rotiert sie den Arm im Schultergelenk nach außen und extendiert ihn bis in die Endposition neben dem Körper ( ▶ Abb. 2.3).

Zu beachten: Es soll zu keiner Gewichtsverlagerung nach vorne kommen und die Patientin muss den aufrechten Stand halten. Eine Protraktion des Schultergürtels muss vermieden werden. Der Drehpunkt sollte auch in der Höhe leicht verändert werden, damit auch die verschiedenen Faseranteile des Muskels angesprochen werden. Die Übung kann uni- oder bilateral ausgeführt werden.

Anmerkungen: Da die Pars ascendens, ebenso wie die anderen Anteile des M. trapezius, nicht am Humerus ansetzt und ihn nicht im Schultergelenk bewegt, ist es auch nicht entscheidend, ob der Arm bewegt wird. In diesem Beispiel dient der Arm nur als Hebel. Der Bewegungsimpuls muss von der Scapula erfolgen. Hierbei kann auch die Ausgangsposition verändert werden. Der Sitz auf einem Pezziball oder der einbeinige Stand auf einer Matte steigern die Anforderungen an die Körperstabilisation.

Abb. 2.2 Ausgangsposition für das Training der Pars ascendens des M. trapezius.

Abb. 2.3 Endposition.

2.1.3 M. trapezius (Pars transversum): Adduktion

Ziel: Die Adduktion der Scapula fördern.

Ausführung: Die Patientin steht mit der frontalen Körperebene zum Seilzug. Der Drehpunkt befindet sich in etwa auf Brusthöhe und der Arm ist nach vorne gestreckt ( ▶ Abb. 2.4). Der Bewegungsstart erfolgt auch hier über die Scapula. Diese soll die Patientin an die Wirbelsäule adduzieren und dort halten. Erst dann kann der Arm als Hebelverlängerung folgen ( ▶ Abb. 2.5). Die Patientin extendiert den Arm im Schultergelenk und flektiert im Ellenbogengelenk. Die Übung kann uni- oder bilateral ausgeführt werden.

Zu beachten: Es soll zu keiner Gewichtsverlagerung nach vorne kommen und die Patientin muss den aufrechten Stand halten. Eine Protraktion des Schultergürtels muss vermieden werden. Die Höhe des Drehpunktes sollte leicht verändert werden, damit die verschiedenen Faseranteile des Muskels angesprochen werden.

Anmerkungen: Wahlweise kann der Arm auch im Ellenbogengelenk gestreckt neben den Körper geführt werden, um den Hebel zu verlängern. Entscheidend ist aber die Bewegung der Scapula. Auch bei dieser Übung gibt es mehrere Möglichkeiten, um die Ausgangsposition zu variieren.

Abb. 2.4 Ausgangsposition für das Training der Pars transversum des M. trapezius.

Abb. 2.5 Endposition mit kurzen Hebel.

2.1.4 M. trapezius (Pars descendens): Kranialisierung

Ziel: Die Kranialisierung der Scapula fördern. Dieses Ziel ist aber therapeutisch fragwürdig (siehe Anmerkungen).

Ausführung: Die Patientin steht mit dem Rücken dicht am Seilzug und der Drehpunkt befindet sich ganz unten am Gerät ( ▶ Abb. 2.6). Ihre Arme sind gestreckt und die Patientin soll das Acromion (Schulterpunkt) in Richtung „Ohr“ ziehen. Das Gewicht des Seilzugs wird über die Elevation des Schultergürtels nach oben gezogen ( ▶ Abb. 2.7).

Zu beachten: Die Arme bleiben während der Übung gestreckt. Die Übung kann ein- oder beidseitig ausgeführt werden.

Anmerkungen: Es ist aus therapeutischer Sicht absolut fraglich, ob die Pars descendens in dieser Form bzw. überhaupt trainiert werden sollte, da sie schon durch Alltagsbelastungen permanent in die Verkürzung arbeiten muss.

Abb. 2.6 Ausgangsposition für das Training der Pars descendens des M. trapezius.

Abb. 2.7 Endposition in maximaler Verkürzung.

2.1.5 Mm. rhomboidei: Anatomie

Mm. rhomboideus major und minor werden zusammengefasst vorgestellt ( ▶ Abb. 2.8).

Ursprung: Die Fasern der Mm. rhomboidei beginnen an den Dornfortsätzen vom 6. Halswirbelkörper bis zum 4. Brustwirbelkörper.

Ansatz: Die beiden Muskeln inserieren fast auf der gesamten Länge des Margo medialis der Scapula.

Funktionen: Als Bewegungsfunktion ziehen sie die Scapula nach medial und kranial. Wesentlichere Funktionen sind aber die Fixierung der Scapula und das exzentrische Bremsen bei der Elevation des Armes. Des Weiteren sind die beiden Muskeln an der Rückführung des Armes aus der Elevation in die Neutralstellung beteiligt, wie auch der M. serratus anterior, mit dem sie eine Muskelschlinge bilden.

Innervation: N. dorsalis scapulae (C4–C5).

Abb. 2.8 Mm. rhomboideus major und minor.

2.1.6 Mm. rhomboidei: Skapulabewegung nach medial-kranial

Ziel: Verbessern der Bewegungsfunktion der Mm. rhomboidei.

Ausführung: Der Patient steht in Schrittstellung und leichter Vorneige vor dem Gerät. Der Drehpunkt befindet sich an der tiefsten Stelle. Der Schultergürtel wird durch sein Eigengewicht passiv nach vorne-unten gezogen ( ▶ Abb. 2.9). Aus dieser Position soll der Patient den Schultergürtel aktiv nach hinten-oben ziehen ( ▶ Abb. 2.10).

Zu beachten: Die Arme sollten bei der Durchführung im Ellenbogengelenk leicht gestreckt bleiben. Wichtig ist, dass die Bewegung wirklich durch die Aktivität der Mm. rhomboidei entsteht und nicht durch eine Ellenbogenflexion bzw. durch den M. biceps. Außerdem muss der Therapeut bzw. die Therapeutin den Patienten so vor dem Seilzug positionieren, dass der Widerstandsweg des Gewichtes exakt nach hinten-oben verläuft. Wenn der Patient zu dicht am Seilzug steht, führt ihn der Widerstand nur nach oben, sodass er eher die Pars descendens des M. trapezius trainiert.

Anmerkungen: Der Gedanke, die Mm. rhomboidei zu trainieren, indem man die Schulterblätter nach hinten-unten zieht, ist nicht richtig, obwohl dies z. T. in Fitnessstudios behauptet wird. Da die Kontraktionsrichtung nicht nach hinten-unten geht, kann man die Muskeln nicht mit dem so genannten Butterfly reverse erreichen. Sollte diese Bewegungsrichtung vom Patienten gefordert werden, müssen die Mm. rhomboidei nachgeben, sonst kann die Bewegung nicht realisiert werden.

Oftmals werden die Mm. rhomboidei auch als Scapula-Adduktoren bezeichnet. Sie können die Scapula aber nur adduzieren, wenn diese ausreichend abduziert ist. Dazu muss der Humerus mindestens 90° im Schultergelenk abduziert sein.

Abb. 2.9 Ausgangsposition für das Training in der Bewegungsfunktion.

Abb. 2.10 Endposition.

2.1.7 Mm. rhomboidei: Maximalkraft

Ziel: Die Kraft der Mm. rhomboidei mit hohem Widerstand verbessern.

Ausführung: Der Patient sitzt auf einer Hantelbank und lehnt sich mit der Brust an die halb aufgeklappte Rückenlehne ( ▶ Abb. 2.11). Am Seilzug ist der Drehpunkt ganz unten und die Züge werden mit einer Latzugstange verbunden. Nun soll der Patient seine Schulterblätter entsprechend der Richtung des Widerstandes nach hinten-oben ziehen ( ▶ Abb. 2.12).

Zu beachten: Die Lehne der Hantelbank muss so eingestellt sein, dass die Patienten nicht ganz aufrecht sitzen. Sonst ist der Bewegungsweg nach hinten-oben nicht zu realisieren.

Die Bewegung sollte nur aus dem Schultergürtel erfolgen und nicht über eine Flexion im Ellenbogengelenk den M. biceps (weiterlaufende Bewegung) mit einbeziehen.

Anmerkungen: Da die Mm. rhomboidei recht stark sind, ist eine Kräftigung im Stand oft nicht möglich. Der Grund ist, dass einige Patienten den Stand aufgrund des hohen Gewichtes einfach nicht mehr stabilisieren können. In solchen Fällen bietet sich der Sitz als geeignete Ausgangsposition an. Die Übung ist die ideale antagonistische Hemmung für den M. pectoralis minor.

Abb. 2.11 Ausgangsposition im Sitzen auf einer Hantelbank.

Abb. 2.12 Mögliche Endposition.

2.1.8 M. serratus anterior: Anatomie

Ursprung: Der M. serratus anterior liegt als fächerförmige Muskelplatte ( ▶ Abb. 2.13) zwischen der seitlichen Thoraxwand und der Scapula und entspringt mit zehn Zacken von der 1. bis zur 9. Rippe sowie zusätzlich von einem Sehnenbogen zwischen der 1. und 2. Rippe.

Ansatz: Die Insertion liegt am gesamten Margo medialis sowie mit kräftigen Anteilen am Angulus superior und am Angulus inferior scapulae. Daher unterscheidet man drei verschiedene Anteile.

Funktionen: Gemeinsam mit den Mm. rhomboidei fixiert er den medialen Skapularand an der Thoraxwand und zieht diesen bei einer Kontraktion nach lateral.

Des Weiteren ist er an der Drehung der Scapula nach lateral-kranial bei der Elevation des Armes über die Horizontale beteiligt. Bei einer Lähmung des M. serratus anterior ist die Armhebung über die Horizontale stark beeinträchtigt oder sogar unmöglich.

Der obere Teil wirkt zum unteren antagonistisch. Er kann den Arm aus der Elevation mit zurückführen.

Auch dieser Muskel ist sehr an der Bewältigung reaktiver Aufgaben beteiligt, wie zum Beispiel im ventralen Stütz und sollte somit auch entsprechend trainiert werden.

Innervation: N. thoracicus longus (C5–C7), dessen Ursprung die Pars supraclavicularis des Plexus brachialis ist.

Abb. 2.13 M. serratus anterior.

2.1.9 M. serratus anterior: Skapuladrehung

Ziel: Die Kraft des M. serratus anterior bezogen auf die willkürliche Drehung der Scapula nach lateral-kranial verbessern.

Ausführung: Der Patient steht mit dem Rücken zum Seilzug. Der Drehpunkt des Gerätes befindet sich auf der Höhe des Sternums und die gestreckten, im Schultergelenk um ca. 90° flektierten Arme werden durch den Widerstand nach hinten gezogen ( ▶ Abb. 2.14). Aus dieser Position schiebt der Patient seine Arme und den Schultergürtel nach vorne ( ▶ Abb. 2.15).

Zu beachten: Eine Protraktion im Sinne des M. pectoralis minor soll vermieden werden, indem die Bewegung nur aus der Scapula heraus erfolgt. Der Patient bewegt seine Schulter also nicht nach ventral-kaudal. Außerdem soll sich der Patient nicht mit seinem Oberkörper nach vorne bewegen.

Anmerkungen: Bei dieser Übung handelt es sich um ein reines willkürliches Training, die das Training in der geschlossenen Kette mit reaktiven Anforderungen (siehe z. B. Kap. ▶ 3) nicht ersetzen kann.

Um einen größeren Faseranteil zu erreichen, sollten auch Bewegungen nach vorne-oben bzw. nach vorne-unten durchgeführt werden. Der Therapeut bzw. die Therapeutin ändert dann den Drehpunkt entsprechend: leicht nach unten bzw. nach oben.

Abb. 2.14 Ausgangsposition im Stand.

Abb. 2.15 Endposition.

2.1.10 M. pectoralis minor: Anatomie

Ursprung: Er befindet sich an den ventralen Enden der knöchernen Anteile der 3. bis 5. Rippe ( ▶ Abb. 2.16).

Ansatz: Sein Ansatz liegt am Proc. coracoideus und verbindet sich dort mit den Ansätzen des M. coracobrachialis und dem Caput breve des M. biceps.

Funktionen: Die Funktionen des M. pectoralis minor an der Scapula sind vielfältig. Therapeutisch gesehen ist er mitverantwortlich, dass der Schultergürtel in eine Protraktion gezogen wird. Auch bei diesem Muskel stellt sich die Frage, ob er in der Therapie überhaupt gekräftigt werden muss. Aufgrund seiner überwiegend tonischen Muskelfasern ist er im Alltag häufig verkürzt.

Innervation: Nn. pectoralis medialis (C8–Th1) und lateralis (C5–C7), die Äste der Pars infraclavicularis des Plexus brachialis sind.

Abb. 2.16 M. pectoralis minor.

2.1.11 M. pectoralis minor: Protraktion

Ziel: Den M. pectoralis minor kräftigen (falls der Patient dies wünscht).

Ausführung: Der Patient kniet im Einbeinkniestand mit dem Rücken zum Seilzug, der Drehpunkt befindet sich ganz oben am Gerät ( ▶ Abb. 2.17). Für die Durchführung muss der Arm nicht bewegt werden, da der Muskel nicht am Humerus inseriert und sich somit funktionell nicht auf ihn auswirkt. Bei dieser Übung dient der Arm aber als Hebel, den der Patient seitlich neben den Rumpf zieht. Den Schultergürtel arbeitet er in Richtung Protraktion ( ▶ Abb. 2.18).

Anmerkungen: Eine echte therapeutische Indikation, um diesen Muskel zu trainieren, ergibt sich nur im Hinblick auf seine Funktion innerhalb der Muskelschlinge.

Abb. 2.17 Ausgangsposition für das Training des M. pectoralis minor.

Abb. 2.18 Endposition in Protraktion.

2.2 Schultergelenkmuskulatur

2.2.1 M. infraspinatus: Anatomie

Ursprung: Der M. infraspinatus entspringt an dem größten Teil der Fossa infraspinata und bedeckt einen großen Teil der dorsalen Seite der Scapula ( ▶ Abb. 2.19).

Gemeinsam mit dem M. teres minor wird er (meistens) von einer derben Faszie umschlossen, die sich an der Margo lateralis scapulae befestigt. Häufig ist er im kaudalen Teil mit dieser sogar verwachsen und somit funktionell nur schwer zu trennen.

Ansatz: Er inseriert an der Rückseite der Schultergelenkkapsel und am mittleren und unteren Teil des Tuberculum majus humeri. Der obere Rand zieht unter dem Acromion entlang und kann dadurch ebenfalls einen schmerzhaften Bogen auslösen.

Funktionen: Die Hauptfunktion ist in der Außenrotation des Humerus im Schultergelenk zu sehen, besonders bei innenrotiertem Arm. Der obere Anteil beteiligt sich an der Abduktion des Armes, während der untere und mittlere Anteil gemeinsam mit dem M. teres minor die Adduktion unterstützt.

Als Bestandteil der Rotatorenmanschette ist er mitverantwortlich für die reaktive Stabilisation des Humeruskopfes. Diese Funktion wird u.a. im Kap. ▶ 3 beschrieben. Die unteren Faseranteile können den Humeruskopf bei der Kaudalisierung unterstützen.

Innervation: N. suprascapularis (C4–C6).

Abb. 2.19 M. infraspinatus.

2.2.2 M. infraspinatus: Außenrotation

Ziel: Die Kraftentwicklung des M. infraspinatus entsprechend der physiologischen Muskelkraftkurve verbessern.

Ausführung: Der Drehpunkt des Seilzuges befindet sich auf der Höhe des Ellenbogengelenks. Die Patientin steht seitlich zum Seilzug und legt ihre Hand auf den Bauch ( ▶ Abb. 2.20). Aus dieser Position wird der Arm in die endgradige Außenrotation gebracht.

Zu beachten: Keine rotatorischen Ausweichbewegungen der Wirbelsäule und keine Abduktion des Humerus zulassen. Die Rotationsbewegung sollte nur glenohumeral erfolgen.

Anmerkungen: In der dargestellten Position mit ca. 60° Außenrotation erfährt der M. infraspinatus den geringsten Widerstand ( ▶ Abb. 2.21). Aufgrund der Hebelwirkung ist der Widerstand am Beginn und am Ende der Bewegung am geringsten, in der Mittelposition am höchsten. Also entspricht diese Bewegung dem Verlauf der physiologischen Kraftkurve. Im endgradigen Kontraktionsbereich, also in der maximalen Außenrotation, erfährt der Muskel dagegen keinen Widerstand mehr. Diese Position ist somit nicht für das Training geeignet.

Abb. 2.20 Ausgangsposition für das Training des M. infraspinatus.

Abb. 2.21 Position, in der der M. infraspinatus den größten Widerstand erfährt.

2.2.3 M. infraspinatus: Endgradige Außenrotation

Ziel: Die Kraft des M. infraspinatus im endgradigen Kontraktionsbereich der Außenrotation verbessern.

Ausführung: Der Drehpunkt des Seilzugs liegt auf der Höhe des Ellenbogengelenks und die Patientin steht frontal zum Seilzug. Die Unterarmlängsachse ist zum Drehpunkt des Gerätes ausgerichtet ( ▶ Abb. 2.22). Aus dieser Position bewegt die Patientin den Humerus in die endgradige Außenrotation ( ▶ Abb. 2.23).

Zu beachten: Keine Ausweichbewegungen in die Rotation der Wirbelsäule und keine Retroversion des Schultergürtels zulassen. Die Rotationsbewegung sollte nur glenohumeral erfolgen.

Anmerkungen: Bei dieser Übung wird, im Gegensatz zur vorherigen, die Muskelkraft in der endgradigen Außenrotation gekräftigt.

Der erste Kontraktionsbereich des Muskels aus der Innenrotation ist zwar bei einigen Sportarten, z. B. Tennis, notwendig, wird jedoch in dieser Ausgangsposition nicht erreicht.

Abb. 2.22 Ausgangsposition für das Training des M. infraspinatus aus der Neutralposition.

Abb. 2.23 Endposition in maximaler Außenrotation.

2.2.4 M. infraspinatus: Beginnende Außenrotation

Ziel: Die Kraftentwicklung des M. infraspinatus zu Beginn der Kontraktion verbessern.

Ausführung: Der Drehpunkt ist ebenfalls auf Höhe des Ellenbogengelenks. Die Patientin steht jetzt aber mit dem Rücken, etwas seitlich versetzt zum Seilzug und ihre Hand liegt auf ihrem Bauch ( ▶ Abb. 2.24). Sie bewegt ihren Unterarm nun auf der Horizontalen bis zur Neutralposition außenrotatorisch ( ▶ Abb. 2.25).

Zu beachten: Keine Ausweichbewegungen in die Rotation der Wirbelsäule und keine Protraktion des Schultergürtels zulassen. Die Rotationsbewegung sollte nur glenohumeral und nur bis in die Neutralposition erfolgen.

Anmerkungen: Hier wird der erste Kontraktionsbereich des Muskels trainiert (z. B. Rückhand beim Tennis). Der gesamte Kontraktionsweg des Muskels ist in dieser Ausgangsposition nicht möglich.

Abb. 2.24 Ausgangsposition zur Kräftigung aus der Innenrotation.

Abb. 2.25 Endposition in Neutralposition.

2.2.5 M. infraspinatus: Kaudalisierung des Humeruskopfes

Ziel: Die kaudalisierende Wirkung der aufsteigenden Muskelfasern des M. infraspinatus auf den Humeruskopf verbessern.

Ausführung: Der Drehpunkt befindet sich etwa auf Sternumhöhe und die Patientin steht seitlich zum Seilzug ( ▶ Abb. 2.26). Aus dieser Position dreht sie im Verlauf des Widerstandes den Arm in die Außenrotation nach hinten-unten ( ▶ Abb. 2.27).

Zu beachten: Ausweichbewegungen über den M. triceps in die Ellenbogenextension sind zu vermeiden. Der Oberarm bleibt adduziert am Körper.

Anmerkungen: Da der Humerus nur eine reine Außenrotation im Glenohumeralgelenk vollzieht, ist eine kaudalisierende Wirkung über die Biomechanik fraglich. Da der Drehpunkt aber im Verlauf der aufsteigenden Muskelfasern höher liegt, müssen diese mehr Kraft aufbauen, um die Bewegung zu realisieren.

Abb. 2.26 Ausgangsposition für die unteren Muskelfaseranteile.

Abb. 2.27 Endposition in Außenrotation.

2.2.6 M. subscapularis: Anatomie

Ursprung: An der Linea muscularis der Fossa subscapularis. Er bedeckt als eine dicke und dreieckige Muskelplatte die ventrale Seite der Scapula ( ▶ Abb. 2.28).

Ansatz: Die Sehne inseriert größtenteils am Tuberculum minus (teilweise auch an der Crista tuberculi majoris) und gibt zusätzlich Fasern in die Gelenkkapsel ab.

Funktionen: Als Hauptfunktion wird ihm die Innenrotation des Humerus im Schultergelenk zugeschrieben. Der kraniale Teil unterstützt die Abduktion beim hängenden Arm, die restlichen Fasern sind aber reine Adduktoren. Als Teil der Rotatorenmanschette ist er mitverantwortlich für die reaktive Stabilisation des Humeruskopfes.

Innervation: N. subscapularis (C5–C6).

Abb. 2.28 M. subscapularis.

2.2.7 M. subscapularis: Innenrotation

Ziel: Die Kraftentwicklung entsprechend der physiologischen Muskelkraftkurve verbessern.

Ausführung: Die Patientin steht seitlich zum Gerät, sodass sich der Drehpunkt des Seilzuges auf der Höhe des Ellenbogengelenkes befindet ( ▶ Abb. 2.29). Aus dieser Position arbeitet die Patientin den Arm in die Innenrotation im Schultergelenk ( ▶ Abb. 2.30).

Zu beachten: Keine Ausweichbewegungen in die Rotation der Wirbelsäule zulassen. Der Oberarm bleibt seitlich am Rumpf und die Protraktion des Schultergürtels sollte vermieden werden.

Anmerkungen: In der dargestellten Position erfährt der Muskel kaum noch einen Widerstand durch den Seilzug. Da hier der Muskel aufgrund seiner endgradigen Kontraktion am schwächsten ist, ist der Widerstand an den Muskelkraftverlauf angepasst. Eine reaktive Stabilisation des Humeruskopfes ist nicht möglich (siehe Kap. ▶ 3).

Abb. 2.29 Ausgangsposition für das Training im physiologischen Muskelkraftverlauf.

Abb. 2.30 Mögliche Endposition.

2.2.8 M. subscapularis: Beginnende Innenrotation

Ziel: Die Kraft des M. subscapularis zu Beginn der Kontraktion aus der Außenrotation im Schultergelenk verbessern.

Ausführung: Die Patientin steht mit dem Rücken zum Seilzug. Der Drehpunkt befindet sich auf Höhe des Ellenbogengelenks und der Arm ist im Schultergelenk in maximaler Außenrotation ( ▶ Abb. 2.31). Aus dieser Position die Patientin den Arm bis zur Neutralposition in die Innenrotation bewegen ( ▶ Abb. 2.32).

Zu beachten: Der Therapeut oder die Therapeutin achtet darauf, dass keine rotatorischen Ausweichbewegungen in der Wirbelsäule stattfinden und der Oberarm seitlich am Rumpf bleibt. Die Protraktion des Schultergürtels sollte vermieden werden. Zur Verstärkung der Adduktionsfunktion kann noch ein Theraband zwischen Ellenbogen und Rumpf positioniert werden.

Anmerkungen: Diese Übung trainiert nur den Kontraktionsbeginn des Muskels. Ein weiteres Innenrotieren des Armes bis vor den Rumpf macht keinen Sinn, da der Widerstand für diese Bewegung nicht optimal ist.

Abb. 2.31 Ausgangsposition für den anfänglichen Kontraktionsweg.

Abb. 2.32 Endposition in Neutralstellung.

2.2.9 M. subscapularis: Maximale Innenrotation

Ziel: Den M. subscapularis im annähernd maximalen Kontraktionsbereich der Innenrotation kräftigen.

Ausführung: