Privaträume - Emilia Jones - E-Book

Privaträume E-Book

Emilia Jones

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Beschreibung

Wegen vermeintlicher Frigidität von ihren Freundinnen "genötigt" einen Sex-Guru aufzusuchen, trifft Leonie auf den charismatischen Marco. Doch ist Marco wirklich ein Sex-Guru und die Lösung ihrer Probleme?

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 67




»Nuancen der Lust«erotische Novellen

Nuancen der Lust

erotische Novellen

ELYSION-BOOKS TASCHENBUCHBAND 4065Auflage: September 2013

VOLLSTÄNDIGE TASCHENBUCHAUSGABE

ORIGINALAUSGABE© 2013 BY ELYSION BOOKS GMBH, GELSENKIRCHENALL RIGHTS RESERVED

UMSCHLAGGESTALTUNG: Ulrike Kleinertwww.dreamaddiction.de

FOTO: © Fotolia/ Ravenwww.imaginary-world.deISBN 978-3-945163-64-1www.Elysion-Books.com

Inhalt

Privaträume

Emilia Jones

Autorinnen

Privaträume

Emilia Jones

Leonie pustete sich eine Strähne von der Stirn. Sie lag nun schon seit einer gefühlten halben Stunde auf dem Rücken, unter ihr ein altersschwaches Bett, dessen quietschende Geräusche sie allmählich in den Wahnsinn trieben.

Über ihr und in ihr mühte sich ein Typ namens Dennis ab.

Er hatte sehr schnuckelig ausgesehen, als sie ihm im Hard Rock Café begegnet war. Seine pechschwarzen, schulterlangen Haare schimmerten im rechten Licht ebenso wie seine tiefdunklen Augen. Das sah sehr sexy aus und passte genau in Leonies Beuteschema. Kein Wunder also, dass sie ihm sofort verfallen und mit zu ihm nach Hause gegangen war.

Und da befanden sie sich schließlich, in dem kleinen Schlafzimmer seiner kleinen Wohnung und trieben es miteinander.

Nein.

Es fiel Leonie schwer, ein Seufzen zu unterdrücken. Genau genommen trieb nur er es. Sie lag da wie ein nasser Sack und wartete darauf, dass sein mühsames Gerammele ein Ende fand.

»Und, wie lange hat es noch gedauert?«, fragte Thea, eine von Leonies zwei besten Freundinnen, mit denen sie sich beinahe in jeder Mittagspause in einem Lokal am Hamburger Hafen traf.

Leonie winkte ab. »Ehrlich, ich hab keine Ahnung. Ich glaube, ich bin zwischendurch eingeschlafen. Jedenfalls meinte er hinterher, es wäre sein bester F…« Sie sah sich um, um festzustellen, ob sie von anderen Gästen belauscht wurde. Tatsächlich fing sie den pikierten Blick einer älteren Dame vom Nachbartisch auf. Leonie nickte ihr freundlich lächelnd zu, bevor sie sich etwas dichter zu ihren Freundinnen vorbeugte.

»Na, ihr wisst schon, was ich meine«, flüsterte sie dann weiter. »Sein bester ever soll es gewesen sein.«

Bianca, ihre zweite beste Freundin, sah sich ebenfalls nach der Dame um und schnitt ihr offenbar eine Grimasse. Leonie konnte es zwar nicht genau erkennen, aber sie registrierte das entrüstete Schnaufen der Alten und wie sie anschließend nach dem Kellner rief. Sie wollte schleunigst zahlen, um diesen »unmöglichen Laden« verlassen zu können.

Leonie schüttelte den Kopf. »Du kannst es auch wirklich nicht lassen«, meinte sie tadelnd.

Bianca war schon immer ein ungezogenes Mädchen gewesen, zumindest so lange sie sich kannten. Es kam oft vor, dass sie Leonie und Thea mit ihrer vorlauten Klappe und ihrem ungenierten Verhalten in peinliche Situationen brachte. Auf der anderen Seite war sie aber auch unheimlich taff, erfolgreich in ihrem Job und mit vielen wichtigen und einflussreichen Leuten bekannt. Sie konnte es sich schlicht und einfach erlauben, ungezogen zu sein.

»Sein bester ever«, wiederholte Thea. »Wow. Was für ein Kompliment.«

»Ja, ich wünschte nur, ich hätte es zurück geben können«, meinte Leonie. Sie stocherte gelangweilt in ihrem Essen herum. Eigentlich verspürte sie überhaupt keinen Hunger. Schließlich legte sie das Besteck beiseite und fragte: »Was ist das nur?«

»Hm?« Bianca schob sich eine halbe Banane langsam in den Mund. Ihr Blick ging in Richtung eines Tisches, an dem vier knackige Anzugträger saßen. Sie prosteten ihr zu.

Leonie rollte mit den Augen.

»Thea, Süße, du verstehst doch, was ich meine, oder?«

»Ja, klar, du hast einfach keinen Spaß mehr am Sex. So was kommt vor.« Thea zuckte mit den Schultern. »So eine Art Sex-Midlife-Crises.«

»Aha«, meinte Lenoie. »Und was tue ich dagegen? Ich meine, ich will ja Spaß am Sex haben …«

»… aber dein Körper wehrt sich dagegen«, vervollständigte Thea ihren Satz. Sie stützte die Arme auf dem Tisch ab und faltete die Hände vor dem Gesicht. Dabei wirkte sie wie eine Lehrerin, die der Meinung war, ihre Schülerin hörte ihr nicht richtig zu.

»Also, da gibt es so einen Kurs über gestörtes Sexualverhalten«, fing sie an, aber Leonie winkte sofort ab.

»Hör mir bloß auf mit deinem komischen Guru. Da werde ich bestimmt nicht hingehen, um nackt mit einer Horde Fremden Ringelreihe zu tanzen und dabei irgendwelche Lieder zu trällern.«

»Klingt lustig«, meldete sich Bianca zurück. Sie leckte sich den letzten Rest Banane von den Lippen. »Ich bin dabei. Wann und wo?«

»Heute Abend. Sieben Uhr. Hier ist die Karte mit der Adresse.« Thea schob beiden jeweils eine gelbe Visitenkarte mit roter, geschwungener Schrift darauf zu.

»Auf keinen Fall!« Leonie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie hatte sich bisher erfolgreich gegen jeglichen Kontakt zu Theas Sex-Guru gewehrt und gedachte das auch in Zukunft fortzusetzen.

Punkt halb sieben am Abend klingelte Bianca an Leonies Tür.

»Bist du fertig? Können wir los?«, fragte Bianca mit einem strahlenden Lächeln. Offenbar konnte sie es gar nicht abwarten Theas Sex-Guru kennen zu lernen.

Leonie schnaufte. »Was soll das? Ich hab gesagt, ich werde da auf keinen Fall hingehen.«

»Ja, ja. Blabla…« Bianca machte eine wegwerfende Handbewegung. »Erzähl mir mal was Neues.«

»Ich hab keine Lust«, beharrte Leonie.

»Oh, DAS ist mir seid heute Morgen auch nicht neu.«

»Verdammt, könnt ihr mich mit dem Mist nicht einfach in Ruhe lassen?«

»Nein«, meinte Bianca kategorisch. Mittlerweile hatte sie sich an Leonie vorbei gedrängt und suchte an ihrer Garderobe offenbar die passende Jacke zum Ausgehen. Schließlich zog sie eine in hellbraunem Wildleder heraus. »Oh, die ist hübsch. Die passt so gut zu deinem Haselnusshaar.« Sie hielt Leonie das Stück vor die Brust und musterte sie von oben bis unten. »Fehlen nur noch hellbraune Pumps. Dann können wir endlich los.«

Leonie presste die Lippen aufeinander, um einen Fluch zu unterdrücken. Es war aussichtslos, sich gegen Bianca aufzulehnen. Wenn sie sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann konnte nichts und niemand sie von der Umsetzung abhalten. Also gab sie schließlich nach. Ohne weiteren Protest schlüpfte sie in die Wildlederjacke und holte aus ihrem Schuhschrank die passenden Pumps hervor.

»Du siehst so süß aus.« Bianca machte einen Kussmund. Dann warf sie einen Blick auf ihre Armbanduhr und hakte sich bei Leonie unter. »Lass uns gehen. Wir kommen zu spät.«

»Ja, du mich auch«, entgegnete Leonie. Sie schaffte es gerade noch, sich ihre Handtasche zu schnappen, ehe Bianca sie aus der Wohnung hinaus gezerrt hatte.

Sie kamen tatsächlich zu spät. Fast zehn Minuten, was ihnen einen tadelnden Blick von Thea einbrachte. Die kommentierte das Hereinpoltern ihrer beiden Freundinnen jedoch nicht weiter, sondern erhob sich lediglich mit einem Räuspern aus dem Kreis der Anwesenden.

Fünf weitere Frauen saßen im Schneidersitz am Fußboden. An ihrer Spitze thronte ein Mann um die Zwanzig auf einem hohen Kissen. Er hatte langes blondes Haar und trug ein weißes Nachthemd.

»Also, wenn das da«, Bianca nickte in Richtung des Langhaarigen, »ihr Guru ist, können wir gleich wieder abhauen.«

Leonie grinste.

Thea gab den beiden ein Zeichen mit der Hand. »Entschuldigt, ihr Lieben«, wandte sie sich an die anderen, »das sind meine Freundinnen Leonie und Bianca.«

»Hallo Leonie und Bianca«, sagte der Kreis im Chor.

»Hey ho«, meinte Bianca.

Leonie hob zaghaft eine Hand und winkte.

»Bitte legt doch eure Jacken und Schuhe dort drüben ab.« Thea deutete auf einen Berg von Klamotten, der sich hinter ihnen auftürmte. »Und setzt euch dann zu uns. Die Sitzung wird jeden Moment beginnen. Unser Guru bereitet sich gerade vor.«

Bianca atmete hörbar aus. »Glück gehabt.« Sie zwinkerte Leonie zu. »Na, dann setzen wir uns mal in die Runde, was?«

Gesagt, getan. Leonie nahm zwischen Thea und Bianca am Fußboden Platz. Sie hatte Schwierigkeiten in den Schneidersitz zu kommen, denn sie war alles andere als beweglich. Der einzige Sport, den sie betrieb, war Sex, und selbst daran empfand sie seit Kurzem keinen Spaß mehr.

Theas Hand legte sich auf ihre Schulter. »Entspann dich. Du wirst schon sehen, es wird dir gut tun, mit uns zu reden und zu meditieren.«

»Ich werde mich nicht ausziehen und mit irgendwem hier nackt durch den Raum tanzen«, flüsterte Leonie drohend.

»Keine Panik, ich habe Marco von deinen Hemmungen erzählt. Wir machen heute nur leichte Anfängerübungen.«