Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Viele Menschen verfügen eher unbewußt über ein gewisse Ahnung, welchen Einfluß Farben auf unser Leben haben. Was aber kaum jemand weiss: Farben bestimmen nachweislich unseren Alltag, sie beeinflussen unsere Emotionen, den Verkaufsefolg eines Produkts, den positiven Ausgang eines Bewerbungsgesprächs, unsere Anziehung auf andere Menschen oder sogar den Ausgang eines Bundesliga Fußballspiels. Profis in der Werbepsychologie, in der Produktentwicklung oder in der Mode wissen genau, dass Farben für viele hunderte Millionen Euro Umsatz verantwortlich sind. Dieses ebook "Profi Farb-Kurs" ist als Lehr- und Lernbuch aufgebaut und enthüllt nun zum ersten Mal in dieser umfangreichen und leicht verständlichen Art die Mystik der Farben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Mode und Kleidung. In diesem Zusammenhang ist der Begriff "Jahreszeitentyp" ganz wesentlich. Dieser Begriff wurde bereits Mitte der 70ger Jahre geprägt und ist nicht nur Leitwort einer weltweiten Bewegung, sondern DER Schlüsselbegriff wenn es darum geht, sich richtig zu kleiden und mit den besten Farben den eigenen Typ optimal zu unterstützen. So banal es auf den ersten Blick erscheinen mag: wer sich seinem Jahreszeitentyp entsprechend anzieht, beeinflusst sein ganzes Leben positiv. Die richtigen Farben in der Kleidung sind der magische Hebel in unserer alltäglichen nonverbalen Kommunikation. Sie entscheiden mit über den wichtigen ersten Eindruck, über den sogenannten visuellen Smalltalk, über Erfolg und Misserfolg unser Wirkung auf andere und können uns sogar um Jahre jünger oder älter erscheinen lassen. Diese ebook ist für all diejenigen geeignet, egal wie alt oder welchen Geschlechts, die sich mit den Geheimnissen der Farben beschäftigen und einfache aber wirkunsvolle Tricks erlernen wollen, um mehr Erfolg im Leben zu haben.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 163
Veröffentlichungsjahr: 2015
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Profi Farb-Kurs
So finde ich meinen Jahreszeitentypen
Oliver Hickfang
Interaktive Tests sowie die folgenden Inhalte können aus technischen Gründen leider nicht als eBook angeboten werden, da Farben und aufwendige Zeichnungen nicht dargestellt werden können. Diese sind allerdings für ein volles Verständnis und eine interaktive Auseinandersetzung mit dem Inhalt (insbesondere zum Finden des eigenen Jahreszeitentyps) wichtig. Das ergänzende pdf eBook update steht als gesonderter kostenloser Download (aufwendig farbig gestaltetes pdf) für alle Bezieher dieses eBooks zur Verfügung unter: www.stylecoach24.de/ebook - bitte das Kennwort eingeben: 3210
Weitere Inhalte
Komplementärfarben und Analogfarben - Styles
Analyse des eigenen Jahreszeitentyps mit Farbsets und Farbpässen (Übersicht)
Warm/Kalt Farben (Übersicht)
Interaktives Jahreszeitentypen–Puzzle (Übersicht)
Haftungsausschluss
Hiermit erklären Verlag und Autor ausdrücklich, sich vom Inhalt sämtlicher verlinkter Seiten (ins Internet) zu distanzieren und sich diese nicht zu Eigen zu machen. Verlag und Autor haben keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und den Inhalt dieser Seiten. Sollten Rechte verschiedener Seiten nicht geklärt bzw. problematisch sein, werden in diesem eBook Empfehlungen für die Suche nach entsprechenden Keywords gegeben. Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und beschrieben, eine Verantwortung oder Haftung für etwaige Falschinformationen sowie für aus den Informationen resultierende Ergebnisse jedweder Art wird ausgeschlossen.
Copyright: stylecoach24
Stelle Dir jetzt die Farbe BLAU vor.
Wie sieht Dein persönliches Blau aus? Ist es ein sattes Blau, ein helles Blau, eines das eher etwas ins Rote oder ins Grüne geht, ein warmes oder kaltes Blau, ein starkes oder schwaches Blau, ein leises oder lautes Blau, eher ein blasses oder starkes, ein edles oder kitschiges Blau…. ?
Nehmen wir an, es ist ein normales Blau. Was ist dann normal?
Und sieht dieses normale Blau genau so aus, wenn Du es Dir morgen oder in einer Woche vorstellst? Diese kleine und simple Frage zeigt bereits auf, wie vielschichtig das Thema Farben ist und wie unendlich viele Farben wir uns im Inneren vorstellen oder äußerlich sehen können.
In der Psychologie spricht man bei der Farbwahrnehmung auch von so genannten Gedächtnisfarben, wenn bestimmte Objekte mit einem weltweit typischen Farbton im Zusammenhang mit dem im Gedächtnis gespeicherten typischen Farbton wahrgenommen werden. Dazu gehören bspw. ein blauer Himmel der selbst bei schlechtem Wetter blauer wahrgenommen werden kann als er objektiv ist, gelbe Bananen, die in einem intensiveren Gelb wahrgenommen werden als sie tatsächlich sind (bspw. bei unreifen Früchten) oder eine grüne Wiese, die auch in der Dämmerung für einige Menschen noch grün aussehen kann.
Die individuelle Farbwahrnehmung spielt uns also oft einen Streich, wirkt psychologisch auf zwei unterschiedliche unbewusste Arten auf uns und beeinflusst uns dadurch enorm, ohne dass wir es merken. Zum einen rufen Farben Gefühle in uns hervor und können in diesem Zusammenhang vergangene Erfahrungen aktivieren, die wir irgendwann einmal in unserem Leben gemacht haben. Dabei drückt Rot am wahrscheinlichsten die Eigenschaft „Gefahr“, Grün (wenn es sehr grell ist) die Eigenschaft Giftig und Gelb die Eigenschaft frisch aus. Zum anderen kann Farbe diese bestimmten Assoziationen – also wieder Erinnerungen an Dinge – hervorrufen wie bspw. Rot: Feuer, Gelb: Zitrone, Grün: Gras. Es ist ein hochkomplexer Prozess, sich auf ein und dieselbe Farbe zu einigen – sowohl mit sich selbst und natürlich noch komplexer im Austausch mit anderen Menschen.
Die Wahrnehmung von Farben geschieht in erster Linie durch das Sehen, obwohl es Geschichten von Blinden gibt, die ohne je zuvor eine Farbe wirklich mit Augen gesehen zu haben, gewisse Farben und Farbtöne wahrnehmen konnten. Aber im Allgemeinen sind Farben eine individuelle visuelleWahrnehmung, die durch Licht im menschlichen Auge hervorgerufen wird. Also sehen wir ohne Licht keine Farben, daher auch das Sprichwort: „Im Dunkeln sind alle Katzen Grau“. Unsere visuelle Aufnahme der Farben findet mit Hilfe von Rezeptoren statt, die sich auf unserer Netzhaut befinden. Dabei sind Stäbchen für den Hell-/Dunkel Kontrast zuständig und Zapfen für die Farbwahrnehmung. Vereinfacht lässt sich der Prozess in drei Schritte aufteilen:
- Ein Farbreiz entsteht mit einer Lichtquelle, ist also sichtbares Licht
- Die Farbrelevanz ist eine Form der Wahrnehmung im Auge
- Das Farbempfinden ist ein psychisches Erleben im Gehirn.
Die für uns Menschen physisch wahrnehmbaren Farbreize liegen zwischen 380 – 780 Nanometer des elektromagnetischen Spektrums, dabei ist – genau so wie die Interpretation der Farben – die Farbwahrnehmung durch die körperliche Beschaffenheit stets unterschiedlich. Wie viele Farben es insgesamt gibt, kann niemand wirklich beantworten. Fest steht nur, dass jede Wellenlänge zwischen den genannten Grenzen Farben produzieren kann, also nahezu unendlich viele.
Natürlich spielen auch Bildung und kultureller Hintergrund eine große Rolle, wenn es um Farben geht. So hat sich die Begriffsvielfalt von Farben bei kleinen Kindern zwischen 4 und 8 Jahren innerhalb der letzten 100 Jahre verdoppelt. Auch persönliche Einstellungen und Erfahrungen spielen eine bedeutende Rolle. Ein knalliges Rosa kann selbst einem Haudegen noch in späteren Jahren extrem sympathisch sein, wenn in der Kindheit glückliche Ferien bei der Oma verbracht wurden, die eine entsprechend gestrichene Wohnung hatte. Und je nachdem in welcher Kultur man aufwächst, werden auch unterschiedliche Eigenschaften mit Farben verbunden.
Sicher kennst Du den Spruch aus der Reihe der Blondinenwitze, der gerne im Zusammenhang mit jemandem genutzt wird, der etwas nicht sofort versteht: „Sorry, kannst Du das noch einmal erklären, dafür bin ich zu blond…“. Dieser Spruch ist ein typisch deutscher Spruch, selbst im restlichen Europa wirst Du ihn nie hören. In Asien wird hingegen eine blonde Haarfarbe – übrigens genauso wie eine sehr helle weiße Haut – als Schönheitsideal empfunden und absolut nie im Zusammenhang mit Witzen über ein Verständnisproblem genannt.
Was allerdings überall auf der Welt gilt, unabhängig vom jeweiligen Kulturkreis, sind diese bestimmten Gefühle zu Farben, die jeder Mensch aufgrund der ererbten Triebe und seinem Dasein einfach unbewusst mit sich bringt und die von wenigen Universalobjekten bzw. Universalsituationen abhängen. Zu den Universalobjekten gehören insbesondere ein blauer Himmel, klares oder blaues Wasser, grüne Vegetation, gelbe Sonne, rotes Blut und rotes Feuer, braune bis graue Fäkalien, grauer Felsen oder grauer Himmel bei Regenwetter, schwarze Reste eines Brandes zusammen mit Asche und Verkohltem. Zu den Universalsituationen gehören insbesondere die schwarze bzw. dunkle Nacht und der weiße bzw. helle Tag, also diese Situationen, in denen Menschen sich täglich befinden.
Wohl auch universell sind die folgenden Fakten, dass Rot mit Blut, Sex, Lebenskraft oder einer Warnung (rote Ampel) verbunden wird, Grün mit Unreife (unreife Früchte) oder Entwarnung (grüne Ampel). Die Farbe Gelb gilt hierzulande bspw. als Synonym für Sonne, Licht oder das Göttliche. In Asien, insbesondere in China, ist Gelb die Farbe des Herrschers. Die Bezeichnung „Giftgelb“ wie wir sie in Deutschland hin und wieder bspw. für eine knallige Handtasche gebrauchen, ist in Asien nicht denkbar, ebenso wenig wie die Bezeichnung „Giftgrün“.
Napoleon Bonaparte und Friedrich Schiller starben – so sagt es die Legendenbildung – aufgrund einer Vergiftung durch das so genannte „Schweinfurter Grün“: eine Mischung aus Kupfer, Arsen und Essigsäure, kurz Kupferarsenitacetat. Diese giftige Mischung wurde ab ca. 1814 in Schweinfurt produziert. Da sie stark leuchtete und nur langsam verblasste, avancierte sie sehr schnell zur Modefarbe für Teppiche und Tapeten, Kleidung, Blumen und sogar Kinderspielzeug. Kamen Menschen mit diesen grünen Dingen in Kontakt, klagten sie über Benommenheit, Kopfschmerzen und Reizung der Schleimhäute.
Ob nun Napoleon oder Schiller von ihren grünen Tapeten hinterlistig gemeuchelt wurden bleibt unbewiesen, nicht jedoch der Tod vieler Maler – bedingt durch die Aufnahme der Farbe bei der Verarbeitung – an der so genannten Malerkrankheit. Du siehst, Farben können einfach alles: wegen ihnen wurde schon getötet (im 19. Jahrhundert löste in Australien ein Konflikt um die damals sehr wertvolle Farbe Ocker einen Krieg aus), oder ganze Spezies gerettet (bspw. kann das Chamäleon die Farbe seiner Umgebung annehmen, um von Feinden nicht gesehen zu werden), oder Fußballspiele gewonnen zumindest war Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann von Rot als Gewinnerfarbe überzeugt) oder Milliarden verdient (seit der Gründung von chemischen Farbstofffabriken um 1870 herum) oder Krankheiten geheilt (Farbstoffe in der Medizin brachten die Forschung zu Chemotherapie und Immunologie entscheidend voran).
Farben können demnach in unterschiedliche Richtungen gedeutet werden, je nachdem aus welchem Kulturkreis man stammt, welcher Erfahrungen man mitbringt, aus welchem Blickwinkel man Farbe betrachtet oder welche Theorien man verwendet. Um sich weltweit auf einen Standard zu einigen und eindeutige Farben zu erhalten, wurden bestimmte Farbräume standardisiert und einheitlich verständlich gemacht, was sowohl für die Herstellung in der Industrie aber auch für Graphiker oder selbst bei der Farbmischung im Baumarkt für das eigene Wohnzimmer extrem wichtig ist.
Dennoch ist die weltweite Standardisierung hoch komplex und es gibt diverse Farbkataloge, die nicht auf der ganze Welt angewendet werden. So gibt es bspw. in Deutschland (aber in sehr vielen anderen Ländern völlig unbekannt) die Kategorisierung in HKS (benannt nach den Kürzeln der Erfinder), die 88 Volltonfarben mit weiteren 3520 Farbtönen für Kunstdruck und Papierdruck genau festlegen. Eine weitere Farbkategorisierung, die 1963 in den USA entwickelt wurde, ist Pantone, die insbesondere für die Branchen Design und Textil die Standards festlegen. Darüber hinaus gibt es die universellen mathematisch festgelegten Farbräume, die Farben mit Hilfe von Zahlen definieren. Die beiden wichtigsten sind RGB, die Rot, Grün und Blau in ihren Anteilen definieren sowie CMYK mit den Komponenten Cyan, Magenta, Gelb (Yellow) und Schwarz (Key).
Bei aller Verschiedenheit in der Wahrnehmung und Interpretation von Farben geht die Farbpsychologie dennoch davon aus, dass das Farbempfinden bei den allermeisten Menschen gleich ist und es – wie bei den weiter oben beschriebenen Universalementen auch – eine gewisse Universalprägung gibt, die in unserer Genetik verankert ist. So stuft jeder Mensch unabhängig von der persönlichen Erfahrung beispielsweise Orange als eine warme Farbe ein. Du findest eine Auflistung von warmen und kalten Farben sowie eine übersichtliche Checkliste und Hinweise zu weiterführenden Infos in Teil 4.1 Warme und kalte Farben.
Dazu eingeprägt hat sich folgender Satz des russischen Malers und Philosophen Wassily Kandinsky: „Das Hören der Farben ist so präzis, dass man wohl keinen Menschen findet, der ein Dunkelrot als eine Sopranstimme bezeichnen oder den Eindruck eines Hellgelb auf den Basstasten des Klaviers wiedergeben würde“. Kandinsky besaß ein ganz außerordentliches bildnerisches Wahrnehmungsvermögen für Farben und Formen. Er stellte bspw. unterschiedliche gegensätzliche Farbpaare zusammen und verknüpfte sie mit Assoziationen wie:
BLAU:kühl, Himmel, Wasser, Übersinnliches, Unendlichkeit, Ruhe
GELB:warm, irdisch, aufdringlich, aggressiv, exzentrisch
SCHWARZ: dunkel, traurig, mysteriös, Tod
WEISS: hell, leicht, unbefleckt, neues junges Leben
Nun die Frage an Dich: was meinst Du, schmeckt Wodka rot oder grün?
Kannst Du Töne als farbige Formen wahrnehmen?
Falls ja, dann bist Du mit großer Sicherheit ein Synästhetiker. Das bei einigen wenigen Menschen bekannte Phänomen, Farben zu hören oder ihnen Formen zuordnen zu können, Gerüche nicht nur zu riechen, sondern auch sehen, hören oder fühlen zu können oder Töne farbig zu sehen, stellt eine mehrschichtige Verknüpfung unterschiedlicher Sinne dar und nennt sich in der Fachsprache Synästhesie.
Dabei ist die häufigste Erscheinung das Farbenhören und wurde bereits vor über 300 Jahren durch den Philosophen John Locke bekannt, der von einem Blinden berichtet, der beim Klang einer Trompete die Farbe Rot wahrnahm bzw. Rot „hörte“. Ein Synästhetiker sieht also beim Hören von Tönen oder Musik direkt vor seinem Auge oder in seiner Vorstellung Farben, die im Raum natürlich nicht vorhanden sind, und dabei hat jeder Ton eine andere Farbe die er das ganze Leben über nicht ändert. Selbst ein gesprochener oder gelesener Buchstabe kann mit einer Farbe assoziiert werden.
Das klingt jetzt erst einmal etwas seltsam, ist aber wissenschaftlich erwiesen, auch wenn es nur bei sehr wenigen Menschen vorkommt. Dabei sind Synästhesien beim Lernen extrem hilfreich, bspw. beim Einrichten von Eselsbrücken oder Abfolgeketten: um eine lange Zahlenreihe wie bspw. eine Telefonnummer auswendig zu lernen, kann man auch Farben oder Klängen nutzen. Und wer weiß, vielleicht hat vor einigen Jahren der Wettkandidat bei „Wetten Dass…“ der die Vornamen mehrerer Hundert Teilnehmer der Show innerhalb von 90 Minuten behalten konnte, einen ähnlichen Trick angewendet?!
Kandinsky hatte zweifelsohne diese Fähigkeit. Er versuchte sogar, die Zugehörigkeit der folgenden Primärfarben Formen zuzuordnen:
Gelb: Dreieck
Rot: Quadrat
Blau: Kreis
Wie Du siehst, gibt es Formenempfinden, Wärme/Kälteempfinden, Ton- und Musikempfinden und sogar Geschmacksempfinden, das mit Farben verbunden werden kann. Wir streifen diese Phänomene aber aus gutem Grunde nur am Rande, denn in diesem Kurs beschränken wir uns in erster Linie auf den Bereich Mode und Fashion, ansonsten kommen wir schnell auf eine endlose Gesamtausgabe mit 77 Bänden und tausenden von Seiten…
Apropos Farben schmecken…: Kennst Du eigentlich das „Gummibärchen Orakel“?
Je nachdem, welche Gummibärchen Du aus der Tüte fischt, kann daraus auf Deine Psyche geschlossen werden…. Glaubst Du´s?! (mehr dazu unter folgendem Link im Internet)
http://www.gummibaeren-forschung.de/orakel/orakel.htmund viel ausführlicher im gleichnamigen Buch von Dietmar Bittrich (bspw. auf Amazon).
Auf die Spitze getrieben hat es sicher der russische Komponist Modest Mussorgski mit seiner bekannten Vertonung „Bilder einer Ausstellung“, die er entsprechend eines Bilderzyklusses komponierte. Auf Wikipedia findest Du eine prägnante Beschreibung mit einigen dazugehörigen Hörproben, also teste doch einfach mal, ob Du auch Texte oder Bilder hören kannst oder zu der Musik sogar Farben siehst.
Hier auf den Link klicken oder in Deinen Browser kopieren und Lautsprecher anmachen!http://de.wikipedia.org/wiki/Bilder_einer_Ausstellung
P.S. Ob bspw. auch Lady Gaga, die „Fashion Queen des Pop“, eine Synästhetikerin ist und beispielsweise beim Singen ihres Hits „Born this way“ Farben sieht, ist leider nicht überliefert… ihren bunt-schrillen Outfits gemäß würde es ja nahe liegen…
Das Feld der Farbtheorie und Farbpsychologie ist ein sehr weites, und viele große Geister haben sich damit beschäftig, wie beispielsweise bereits im 15. Jahrhundert Leonardo da Vinci. Johann Wolfgang von Goethe hat mit seinem berühmten Farbkreisund der Beschreibung von Komplementärfarben (bspw. rot und grün) einen Meilenstein gesetzt und viele Menschen, die sich heutzutage beruflich oder privat mit Farben beschäftigen, folgen seinen Erkenntnissen. Manchmal bewusst, oft unbewusst.
Nicht weniger beeinflussen uns die Erkenntnisse des Briten Isaac Newton, der mit seiner Theorie über Licht und Farben beispielsweise die Entstehung der Farben des Regenbogens erklärte. Oder der Schweizer Maler Johannes Itten, der mit Hilfe unzähliger Tests mit Studenten die Basis für die Farbtypenlehre entwickelte, auf der bspw. die heute international angewendeten Jahreszeitentypen basieren. Mehr zu Jahreszeitentypen und wie Du Deinen eigenen Jahreszeitentyp bestimmten kannst findest Du in den Teilen 3.1. bis 3.6 sowie in Teil 5.1mit den entsprechenden Analysesets aus dem Teil Extra.
Der Schweizer Professor Max Lüscher entwickelte vor mehreren Jahrzehnten mit dem so genannten „Lüscher Farbtest“ ein System, nachdem sich die Persönlichkeit von Menschen durch Farben diagnostizieren lassen kann und von Farben auf den jeweiligen emotionalen Zustand und das Selbstgefühl geschlossen werden kann. So werden diesen Farben die folgenden Grundrichtungen zugeordnet:
BLAU: Zufriedenheit
ROT: Selbstvertrauen
GELB: Entfaltung
GRÜN: Selbstachtung
Hier ein ausführliches Video mit Max Lüscher dazu, in dem es um die psychologische Grundstruktur der wichtigsten Farben geht: https://www.youtube.com/watch?v=JjNbitBGWks
Der Deutsch-Amerikaner Josef Albers fand heraus, dass ein und dieselbe Farbe je nach Umgebung völlig unterschiedlich auf den Betrachter wirken kann und entwickelte ein amüsantes System aus unterschiedlichen Tests zur optischen Wahrnehmung. „Jeder sieht eine andere Farbe. Wer das bestreitet, der lügt“.
Hier kannst Du einige dieser Tests einmal selbst durchführen, Du wirst erstaunt sein, wie wir uns täuschen können: Diese Links im Internet öffnen:
http://www.beta45.de/farbcodes/theorie/albers.html
http://www.youtube.com/watch?v=eI9Zk_4msKY
Wenn Du Dich im Alltag aufmerksam bewegst, wirst Du täglich und überall feststellen, wie Farben Dich beeinflussen. Bist Du Kaffeetrinker? Dann achte mal darauf, welche Farben die Verpackungen im Laden haben. Du wirst merken, dass Kaffee mit kräftigem Geschmack in intensiveren und dunkleren, milder Kaffee dagegen in helleren Verpackungen wie bspw. Hellgrün oder Hellblau verpackt ist.
Wissenschaftliche Studien haben erwiesen, dass Farben direkt mit dem Geschmack des Kaffees zusammenhängen. So wurde Probanden aus unterschiedlich farbigen Kaffeekannen jeweils ein und derselbe Kaffee serviert, ohne dass sie es wussten. Sie beurteilten denselben Kaffe aus der dunkelroten Kanne als aromatisch und kräftig, aus einer hellblauen Kanne als mild und aus einer Kanne in intensivem dunklem Braun als zu stark und zu bitter.
Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass Verpackungen bspw. bei Lebensmittel, die als Übergrößen teurer vermarktet werden, häufig dunkle Farben gewählt werden, da sie das Produkt schwerer und werthaltiger erscheinen lassen? Psychologen ließen Testpersonen das Gewicht einer Reihe von gleichgroßen und gleichschweren aber verschiedenfarbigen Kästen schätzen. Der Kasten in Gelb wurde 20% schwerer, der grüne 30%, der rote 60% und der schwarze Kasten fast doppelt so schwer geschätzt als der weiße Kasten, der als einziger auf sein tatsächliches Gewicht geschätzt wurde. Wenn Du das nächste Mal Einkaufen gehst und ein Produkt bspw. mit „Mehr Inhalt“ wirbt, lässt Du Dich jetzt nicht mehr so einfach von der Farbe täuschen, oder?!
Zwei starke kontrastreiche Farben wirken als höchstwirksam. Medizinische Tabletten oder Kapseln in zwei Farben wird ein höherer Wirkungsgrad zugesprochen, genauso funktioniert es bei den bekannten 2-Phasen Waschtabs mit einer hellen und einer dunkleren Seite. Sei ehrlich, hast Du Dich nicht selbst schon mal dabei erwischt, bspw. ein zweifarbiges Pfefferminzbonbon in Weiß und Blau einem einfarbig beigefarbigem vorzuziehen? Der Wirkstoff also solcher ist natürlich derselbe, egal welche Farbe er hat, aber die psychologische Wirkung ist deutlich stärker.
Wie sieht es denn mit Autos aus? Hier dominieren die Farben Schwarz, Grau und Weiß bei fast Zwei Dritteln aller Autos in Deutschland. Auch wenn sich ein langsamer Trend hin zu mehr Farbigkeit abzeichnet, entscheiden sich doch nicht einmal, 0,5% aller Autofahrer für die Farbe Orange. Bei der Farbwahl spielen emotionale Gründe die wichtigste Rolle. Aspekte der Sicherheit eher gar nicht, denn wer würde ein türkis-rot gestreiftes Auto fahren, nur um besser sichtbar zu sein?
Dezente und dunkle Farbtöne sind einfach „in“ und dass schon seit vielen Jahren. Sie signalisieren Modernität, Fortschritt und Überlegenheit. Schwarz und Dunkelblau wirken darüber hinaus vornehm, solide und seriös und außerdem – wie bei den Verpackungen schon gelernt – größer und schwerer als eine helle Farbe. Autovermietungen wissen das natürlich auch. Zu über 90% dominieren hier die Farben Schwarz, Grau, Silber, Dunkelblau und Weiß. Häufig wird man nur in den untersten billigen Klasse oder in der obersten teuren Sportwagenklasse fündig, wenn man nach Rot sucht.
Harald Braem, Professor für Farbpsychologie, hat sich vielfach zu diesem Thema geäußert, wie bspw. hier: http://www.express.de/motor/rot-steht-fuer-raser-was-sagen-die-farben-unserer-autos-,2488,15119454.html
Natürlich beeinflussen uns auch farbige Räume. Ein kleiner Raum wird nie in dunklen starken Farben gestrichen, da diese die Fläche kleiner erscheinen lassen. Einige Unternehmen oder militärische Einrichtungen verfügen über knallrote Meeting Räume, denn dort werden die besten Angriffsstrategien erarbeitet. Und ich kann mich erinnern, dass damals in meiner Schule jeder Klassenraum eine andere Farbe hatte, und zwar über sehr helle und freundliche Farben wie Hellgrün, Hellgelb und Hellblau in den unteren Klassen bis hin zu einem intensiven aggressiven Rot in dem Raum der letzten Klasse, in dem ich meine Abiturklausuren erfolgreich geschrieben habe. Wenn sich nun Innenarchitekten, Verkaufsexperten, Kaffeeröster, Lehrer und Autobauer mit Farben und Formen beschäftigen, dann ist es zur Mode nur noch ein kleiner Schritt. Wie verhält es sich also mit Farben und Kleidung?
Dies ist eine Tatsache: Wir müssen uns etwas anziehen, uns frisieren, möglicherweise kommen noch Brille, Ohrringe oder andere Accessoires hinzu, vielleicht auch ein Parfüm oder das Aftershave für die Herren, etwas Make up für die Damen. Damit treffen wir eine Aussage und setzen Signale, ob wir es wollen oder nicht, bewusst oder unbewusst. Die allermeisten Menschen tun dies sicher unbewusst. Damit Du in Zukunft nicht mehr zu diesen Menschen gehörst, machst Du jetzt diesen Kurs.
