QiGong - Frithjof Dietrich - E-Book

QiGong E-Book

Frithjof Dietrich

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Beschreibung

QiGong ist eine leise Kraft, die von innen strahlt. In der Stille des Übens verwandeln sich Körper, Seele, Geist und Atem - Gewohnheiten lösen sich und neue Wege entstehen, ganz ohne äußeren Druck. Die QiGong-Praxis vertieft Balance, Koordination und Selbstwahrnehmung. Sie lädt uns ein zur Entschleunigung, zur inneren Sammlung und zur Kultivierung von Wohlwollen, Geduld und Vertrauen.

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Seitenzahl: 91

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Über dieses Buch:

QiGong ist eine leise Kraft, die von innen strahlt.

In der Stille des Übens verwandeln sich Körper, Seele, Geist und Atem – Gewohnheiten lösen sich und neue Wege entstehen, ganz ohne äußeren Druck.

Die QiGong-Praxis vertieft Balance, Koordination und Selbstwahrnehmung. Sie lädt uns ein zur Entschleunigung, zur inneren Sammlung und zur Kultivierung von Wohlwollen, Geduld und Vertrauen.

Seit 2009 begleite ich auch Menschen in psychosomatischen Kontexten, u.a. in der Gezeiten Haus Klinik Bonn, und habe QiGong-Ausbildungen in Österreich, Deutschland und China absolviert. Aus- und Weiterbildungen in integrativer Therapie sowie Atem-, Bewegungs- und TCM- Therapie prägen meinen Weg.

Seit 2014 leite ich zertifizierte Präventionskurse und „Sinne-Seminare“ für hörbeeinträchtigte Menschen.

Dieses Buch formte sich durch Begegnungen, Erfahrungen und innere Wandlungen – und möchte dazu inspirieren, dem eigenen Weg mit Achtsamkeit zu folgen.

(Siehe Anhang 1 – Seite 107)

Biografische Stationen des Autors Frithjof Dietrich ab 2009

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Geleitwort

Einleitung

„Vor der Praxis – etwas Theoriewissen“

∽ I „Atem – Der geschehen lassende Atem“

∽ II „Täglich üben – Integration in den Alltag“

∽ III „Im Verbund üben“

∽ IV „QiGong ist Weglehre“

∽ V „Spiegelverkehrte verbale Übungs-Anleitung“

∽ VI „Innere und äußere Haltung“

∽ VII „Die Differenzierung von Yin und Yang“

∽ VIII „Grundlagen und Übergänge“

∽ IX „Was ist Qi?“

Ankommen-Ritual

Grundhaltung

Hinführende Übungen

I „Arme und Hände gegengleich drehen“

II „Den Himmel auf beiden Händen tragen“

III „Die Knie kreisen“

IV „Der Kranich nimmt Wasser auf“

V „Einschwingen & Schulterklopfen“

VI „Tee-Tassen-Übung“

18 Bewegungen – QiGong Teil I

1 „Anfang und das Qi aufwecken“

2 „Die Brust öffnen und weitherzig sein“

3 „Den Regenbogen schwingen“

4 „Wolken teilen“

5 „Affen abwehren“

6 „Rudern auf dem See“

7 „Einen Ball vor der Schulter tragen“

8 „Den Körper drehen und zum Mond schauen“

9 „Die Taille drehen und die Hand stoßen“

10 „Wolkenhände“

11 „Sich zum Meer neigen und zum Himmel schauen“

12 „Wasser schieben, um der Welle zu helfen“

13 „Die Flügel öffnen“

14 „Reitersitz und die Faust stoßen“

15 „Wie eine Wildgans fliegen“

16 „Flugreifen drehen“

17 „Einen Ball prellen“

18 „Das Qi in den Körper einführen“

Abschließende Übungen

I „Das Gesicht ausstreichen“

II „Den Kopf klopfen“

III „Die Kopfhaut kämmen“

IV „Die Ohrränder reiben“

V „Mit der Hand diagonal über die Schulter greifen“

VI „Die Nierengegend warmreiben“

VII „Den Körper ausstreichen“

VIII „Nachspüren und Nachfühlen“

IX „Verneigungsritual“

X „Teezeremonie und Ausklang“

Nachwort und Dank

Literatur - Leseempfehlungen

Anhang 1

Biografische Stationen des Autors ab 2009

Anhang 2

Hephaistos

Hermann Schmitz,

Clarissa Pinkola Estés

Heraklit von Ephesus

Hermann Hesse

Hanna Arendt

Kakuzō Okakura

Vorwort

In einer Zeit, in der die Menschen sowohl im Außen als auch in ihrem Inneren auf der Suche nach Sinnhaftigkeit sind, werden immer wieder neue Ideen geboren, und um diese auf einen guten Weg zu bringen, braucht es Tatkraft und Visionen.

Wir haben uns vor Jahrzehnten auf so einen Weg gemacht und sind auf diesem Weg vielen Menschen mit ähnlichen Gedanken und Bestrebungen begegnet.

Hierzu gehört Frithjof Dietrich mit seiner Bereitschaft, seine Lebenserfahrungen in Konzepte einzubringen, die ihm sinnvoll erschienen und auch aktuell sinnvoll erscheinen.

Als Klinikgründer einer Psychosomatischen Klinik mit Traditioneller Chinesischer Medizin haben wir Erfahrungen in vielerlei Richtungen mit unserem Konzept gemacht, was Akzeptanz und Verständnis unserer Art von Begegnungsmedizin betrifft.

Begegnungsmedizin heißt für uns vor allem die Begegnung mit sich selbst. Das gilt für Menschen, die als Therapeuten zu uns finden genauso wie für Menschen, die Hilfe suchen und eine Therapie benötigen. Um Menschen in Krisensituationen zu begleiten, braucht es Stabilität und Einfühlungsvermögen. Eine Organisation gestaltet sich durch die Stabilität ihrer Mitarbeiter, Einfühlungsvermögen entsteht durch sinnhafte Arbeit mit sich selbst. Beides geschieht bestenfalls durch Betätigung des eigenen Körpers, besonders, wenn die Sinnesorgane durch Wahrnehmungsübungen mit dem Körper, mit der Seele und durch den Geist geschult werden.

Dem Gehirn ist hierbei die Rolle eines Vermittlers, eines Denkorgans für die Übersetzung von Innen nach Außen, also transformatorische Aufgaben zur Erbauung der Außen- bzw. Umwelt gegeben. In diesem 'Sinne' spielt die Epigenetik einen überaus bedeutsamen Part.

Wir haben gerade in der Körperarbeit mit QiGong in den letzten Jahrzehnten zu diesem Thema herausragende Erfahrungen gemacht und Frithjof Dietrich hat hierzu engagiert mit uns zusammengearbeitet, hat durch seine Arbeit in Verbundenheit mit dem gesamten Team unserer Kliniken, in seiner Stabilität als QiGong-Lehrer und Körpertherapeut in wertvoller Arbeit mit- und hingewirkt.

Seine vorliegende Schrift, die primär eine Grundlage und ein Leitfaden für interessierte Mitarbeiter sein sollte, bietet darüber hinaus für Interessierte einen Einstieg in die Welt des QiGongs mit kenntnisreichen Hinweisen zur Erlangung eines Selbstbewusstseins und möglichen Erfahrungen, die Selbstvertrauen und Lebensfreude entstehen lassen können, welches unsere Mitwelt gerade in so volatilen Zeiten wie jetzt dringlich braucht.

Ein wunderbarer Beitrag zur Lebenspflege im weitesten Sinne ist Frithjof Dietrich hiermit gelungen, und wir wünschen ihm viel Erfolg mit diesem Buch, was sicherlich vielen Menschen eine Hilfe zur Selbsthilfe werden wird!

In diesem Sinne, von Herzen

im September 2025

Elke und Manfred Nelting

„Zurück zur Natur“ (Jean Jacques Rousseau)

QiGong schafft im Geiste Rousseaus einen Raum, in dem wir durch sanfte, fließende Bewegungen, bewusstes und geschehen lassendes Atmen und meditative Impulse zu unserem ursprünglichen authentischen inneren Wesen zurückfinden.

Indem wir regelmäßig in den natürlichen Rhythmus von Körper, Seele, Geist und Atem eintauchen, aktivieren wir unsere Qi-Energie, lösen innere Blockaden und entziehen uns der Hektik des modernen Alltags.

So wird Rousseaus philosophischer Aufruf zur lebendigen Lebensweise, die uns in tiefer Balance mit der Natur verwurzelt und zu innerer Stärke sowie wahrer Vitalität führt.

Zum folgenden Geleitwort von Dr. phil. Sonja Frohoff:

In der gemeinsamen Zeit an der EAG-FPI Hückeswagen am Beversee entstand eine tiefe Resonanz zwischen QiGong-Praxis und philosophischer Forschung. Sonja Frohoff, Weggefährtin und kunsttherapeutisch tätige Philosophin, hat dieses Erleben in Worte gefasst – als persönliche Würdigung und als Einladung, sich dem Zwischen zu öffnen. Ihr Text ist kein klassisches Geleitwort, sondern ein poetisch-reflektierender Erfahrungsraum, der das Anliegen dieses Buches auf besondere Weise berührt.

Geleitwort

Sich dem Zwischen öffnen

Meine erste Begegnung mit Qi Gong, durch Frithjof Dietrich angeleitet, fand am Beversee in Hückeswagen statt. Dort nahmen wir gemeinsam an einer Ausbildung Integrative Therapie teil. Und Frithjof bot für alle morgens vor dem Frühstück Qi Gong am See an. Welche wundervolle Atmosphäre, mit dem Erwachen des Tages auf die leicht bewegte Seeoberfläche zu schauen, Vögel zu hören, die Frische der Bäume und des Grases in der Luft zu spüren. Den Schlaf noch in den Gliedern, das Frühstück und den Seminartag noch vor sich.

Ich staunte Bauklötze, denn das, was er in seinen „Übungen zur Pflege der Gesundheit anbot“, ließ mich praktisch einen Raum erleben, den ich in dieser Zeit theoretisch aus philosophischer Perspektive in meinen Dissertations-Forschungen erkundete. Mich beschäftigte: Was können wir als Betrachter anhand von Bildern aus der Psychiatrie der 1920iger Jahre über das „Zur-Welt-Sein“ (Merleau-Ponty) der Menschen herausfinden, die sich darin ausdrückten? Wie kann ich die Zwischenräume, in denen sich Bildausdruck und Bildwahrnehmung begegnen, in Sprache bringen?

Das, was ich damals an Forschungsfragen umkreiste (und heute in meiner kunsttherapeutischen Arbeit tue) und suchte in Worte zu bringen, erfuhr ich auf besondere Weise und überraschend praktisch im Qi Gong.

Hier ging es auch genau um diese Zwischenräume! Das ließ mich innerlich große Augen machen und neugierig werden auf das, was da passiert. Ich war sehr dankbar für diese Möglichkeit und beeindruckt von dieser Erfahrung.

Frithjof erläuterte das Tempo der Bewegungen sinngemäß mit den Sätzen: „Versucht, die Bewegungen so schnell oder so langsam zu vollziehen, dass die Staubteilchen in der Luft nicht gestört werden.“ Aha?! Meine Bewegungen haben eine Wirkung für diese feinen Teile in der Luft? Wie schwierig und zugleich auf behutsame Weise wohltuend und beruhigend war es, diese Langsamkeit zu entdecken. Welch inneres Lärmen und welches „normale“ Tempo wurde hier entschleunigt? Im zarten Verlangsamen der Bewegungen und Nachvollziehen der einzelnen Formen wurde ich einer Verbundenheit von mir mit der Außenwelt gewahr, die heilsame Wirkung entfaltete. Eingebettet zu sein in eine Verwobenheit von Innen und Außen – ein Energiefluss, praktisch erfahrbar, und weit weg von Versuchen, dabei spekulativ-esoterisch ein verschmelzendes Ganzes zu idealisieren. Denn das wäre mir als rational orientierte Philosophin klar gegen den Strich gegangen.

Es war die Erfahrung eines gemeinsamen Grundes, eines Zwischenraumes, in dem wir uns bewegen und sind, innerhalb dessen sich Reibungen, Widerstände, Fremdes und Vertrautes abspielen und miteinander verwoben sind. Die Erfahrung, permeabel, durchlässig sein zu können und doch ein Eigenes im und gegenüber dem Äußeren.

Es war etwas, das sich jedes Mal aufs Neue im Praktizieren wieder und doch immer anders realisierte und erfahren ließ.

Ein neuer Tag, ein neues Hier und Jetzt und zugleich eine beständige Kontinuität und Wiederholung der Bewegungen.

Ein Fließen in der Zeit. Wie ein Wahrnehmen des Umstandes, den der Philosoph Maurice Merleau-Ponty auf den Punkt brachte:

„Es ist für immer wahr, dass dieser Augenblick gewesen ist.“ Auch das Ausstreichen, das Zentrieren und Speichern von Energie – all das waren kleine Momente, die mich bis heute begleiten.

Frithjof Dietrich, der die in diesem Buch versammelten Figuren jedes Mal im Tun namentlich aussprach wie ein Gedicht, das nachklingt, im Inneren ein Bild weckt, ohne es festzuhalten und im Moment der Sprache das Innen und Außen trennt und verbindet. So wurde daraus eine leibhaftige Erfahrung von „ich finde es und es findet mich“. Ein Erleben von Begegnung und Zwischenräumen.

Ich wünsche diesem Buch von ganzen Herzen achtsame, neugierige Leser und Lernende und freue mich, dass die reichhaltige Erfahrung von Frithjof Dietrich in diese Beschreibungen gemündet ist.

Dr. phil. Sonja Frohoff

Der Charakter eines Menschen ist keineswegs in Stein gemeißelt, sondern befindet sich vielmehr in einem lebenslangen Findungs- und Veränderungsprozess.

Entscheidenden Einfluss auf diese Persönlichkeitsentwicklung nimmt die Interaktion bzw. Resonanz mit anderen Menschen.

„Wie wir werden, wer wir sind“

„Erkenne Dich selbst“

(Apollotempel Delphi)

Ich und Du

(Die hermeneutische Spirale)

Einleitung

„Sich selbst begegnen im Gleichklang mit der Natur“.

Als ich vor über 50 Jahren im Rahmen einer Fußballtrainer-Fortbildung erstmals QiGong begegnete, war genau dies mein Empfinden: Sich selbst begegnen im Gleichklang mit der Natur.

Mit jedem Atemzug spürte und fühlte ich, wie Körper, Seele, Geist und Atem Gleichklang fanden und sich vereinten.

Dieses Empfinden hat sich tief in mir verankert. Auch wenn ich heute als Qigong-Lehrer viele weitere Ebenen dieser ersten Begegnung erfahren habe, sehe ich es als eine meiner wesentlichen Aufgaben, den Kern dieser Botschaft weiterzugeben.

Ein weiterer QiGong-Leitspruch, ein „Grundpfeiler“ auch meiner therapeutischen Arbeit, hat ebenfalls prägenden Charakter in meine QiGong-Lehrer Tätigkeit und mein Leben gefunden:

„Man bewahre sich den Anfängergeist“.

Auch nach vielen Jahren der Lebenspraxis sollten wir uns den „Entdeckergeist“ bewahren, ihn hüten und pflegen. Nur so begegnen wir jeder Situation auch mit Offenheit und der Bereitschaft, stets Neues zu lernen.

Lass die Offenheit und das Staunen des „Ersten Mals“ lebendig in dir sein und immer eine achtsame Begegnung mit der Natürlichkeit, die in uns wirkt und uns umgibt, finden.

Ähnlich wie Alexander von Humboldt