Ratgeber Übergewicht und Adipositas - Anja Hilbert - E-Book

Ratgeber Übergewicht und Adipositas E-Book

Anja Hilbert

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Beschreibung

Der Ratgeber richtet sich in erster Linie an Menschen, die unter starkem Übergewicht leiden. Er vermittelt grundlegende Informationen zur Adipositas sowie zu häufigen körperlichen und psychischen Begleitbeschwerden bei Erwachsenen. Weiterhin beschreibt der Ratgeber die Faktoren, die zur Entstehung von Übergewicht und Adipositas beitragen können und stellt Möglichkeiten der Behandlung dar. Hierzu wird insbesondere auf die multimodale Therapie eingegangen, die zu einer strukturierten Ernährungsumstellung und zur Steigerung der körperlichen Aktivität anleitet und sich in Studien als wirksam erwiesen hat. Erste Schritte zur selbstständigen Bewältigung der Adipositas werden anhand von zahlreichen Beispielen aufgezeigt. Dazu wird u. a. auf motivationale Aspekte eingegangen und es wird mithilfe von Übungen dargestellt, wie ein realistisches Zielgewicht sowie Verhaltensziele zur Änderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens festgelegt werden können. Zudem wird der Umgang mit Risikosituationen erläutert. Schließlich erhalten Angehörige von Menschen mit Adipositas Hinweise dazu, wie sie Betroffene unterstützen können.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Anja Hilbert

Anne Brauhardt

Simone Munsch

Ratgeber Übergewicht und Adipositas

Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber zur Reihe Fortschritte der Psychotherapie

Band 35

Ratgeber Übergewicht und Adipositas

von Prof. Dr. Anja Hilbert, Dr. Anne Brauhardt und Prof. Dr. Simone Munsch

Herausgeber der Reihe:

Prof. Dr. Kurt Hahlweg, Prof. Dr. Martin Hautzinger,

Prof. Dr. Jürgen Margraf, Prof. Dr. Winfried Rief

Begründer der Reihe:

Dietmar Schulte, Klaus Grawe, Kurt Hahlweg, Dieter Vaitl

Prof. Dr. Anja Hilbert, geb. 1967. Seit 2011 Professorin für Verhaltensmedizin, stellvertretende wissenschaftliche Leiterin des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums AdipositasErkrankungen an der Universitätsmedizin Leipzig und psychologische Leiterin der dortigen interdisziplinären Ambulanz.

Dr. Anne Brauhardt, geb. 1986. 2011–2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum AdipositasErkrankungen an der Universitätsmedizin Leipzig. Seit 2015 Tätigkeit in einer Psychosomatischen Rehabilitationseinrichtung.

Prof. Dr. Simone Munsch, geb. 1970. Seit 2011 Ordinaria für Klinische Psychologie und Psychotherapie am Departement für Psychologie der Universität Fribourg und Leiterin des „Zentrums für Psychotherapie“ am Zentrum für Beratung und Therapie des Familieninstituts der Universität Fribourg.

Wichtiger Hinweis: Der Verlag hat gemeinsam mit den Autoren bzw. den Herausgebern große Mühe darauf verwandt, dass alle in diesem Buch enthaltenen Informationen (Programme, Verfahren, Mengen, Dosierungen, Applikationen, Internetlinks etc.) entsprechend dem Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes abgedruckt oder in digitaler Form wiedergegeben wurden. Trotz sorgfältiger Manuskriptherstellung und Korrektur des Satzes und der digitalen Produkte können Fehler nicht ganz ausgeschlossen werden. Autoren bzw. Herausgeber und Verlag übernehmen infolgedessen keine Verantwortung und keine daraus folgende oder sonstige Haftung, die auf irgendeine Art aus der Benutzung der in dem Werk enthaltenen Informationen oder Teilen davon entsteht. Geschützte Warennamen (Warenzeichen) werden nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann also nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.

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Das E-Book einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar.

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Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG

Merkelstraße 3

37085 Göttingen

Deutschland

Tel.: +49 551 999 50 0

Fax: +49 551 999 50 111

E-Mail: [email protected]

Internet: www.hogrefe.de

Umschlagabbildung: © antiksu – Fotolia.com

Satz: ARThür Grafik-Design & Kunst, Weimar

Format: EPUB

1. Auflage 2017

© 2017 Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen

(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-8409-2761-4; E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-8444-2761-5)

ISBN 978-3-8017-2761-1

http://doi.org/10.1026/02761-000

Zitierfähigkeit: Dieses EPUB beinhaltet Seitenzahlen zwischen senkrechten Strichen (Beispiel: |1|), die den Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe und des E-Books im PDF-Format entsprechen.

Inhalt

Vorwort

1 Übergewicht und Adipositas – Was ist das?

1.1 Wie erkennt man Übergewicht und Adipositas?

1.2 Wie häufig sind Übergewicht und Adipositas?

1.3 Sind Übergewicht und Adipositas chronische Zustände?

1.4 Womit gehen Übergewicht und Adipositas einher?

1.4.1 Körperlich-medizinische Beschwerden

1.4.2 Soziale Probleme

1.4.3 Psychische Beschwerden

2 Wie entstehen Übergewicht und Adipositas?

2.1 Welche Rolle spielen biologische Faktoren?

Genetische Veranlagung

Welchen Einfluss hat Stress?

2.2 Welche Rolle spielen Umgebungsbedingungen?

2.3 Welche Rolle spielen psychische Faktoren?

Familiäre Einflüsse und Partnerschaft

Essverhalten

2.4 Übergewicht und Adipositas durch Medikamente?

2.5 Weitere Ursachen für Übergewicht und Adipositas

3 Welche Behandlungsmöglichkeiten bei Adipositas gibt es?

3.1 Multimodale Verhaltenstherapie

3.1.1 Ernährungsumstellung

3.1.2 Steigerung der körperlichen Aktivität

3.1.3 Wirksamkeit der multimodalen Verhaltenstherapie

3.2 Selbsthilfe

3.3 Medikamentöse Therapie

3.4 Chirurgische Therapie

4 Was kann ich selbst gegen Übergewicht und Adipositas tun?

4.1 Zielgewicht und Motivation

4.1.1 Ein realistisches Zielgewicht festlegen

4.1.2 Wie kann ich mich motivieren?

4.2 Veränderungsziele in den Bereichen Ernährung und Bewegung festlegen

4.2.1 Ist-Analyse

4.2.2 Von der Ist- zur Soll-Analyse

4.3 Veränderung der Ernährung

Auf eine ausgewogene Ernährung achten

Ernährungs- und Diätfehler vermeiden: Flexible Kontrolle üben

Regelmäßigkeit des Essens beachten

Umgang mit unkontrolliertem Essen erarbeiten

4.4 Veränderung der Bewegung

4.5 Umgang mit Schwierigkeiten und Risikosituationen

4.5.1 Schwierigkeiten und Risikosituationen erkennen

4.5.2 Schwierigkeiten und Risikosituationen bewältigen

4.6 Aufrechterhalten von Verhaltensänderungen und Selbstverstärkung

5 Abnehmerfolge stabilisieren

6 Was kann ich als Angehöriger tun?

6.1 Informationen erhalten

6.2 Unterstützung anbieten

7 Zum Schluss

Anhang

Zitierte Literatur

Informative Webseiten

Arbeitsblätter

|7|Vorwort

Fallbeispiel

Gabriele S. ist Mitte 40 und lebt mit ihrem Mann nach dem Auszug der erwachsenen Tochter im Randbezirk einer Großstadt. Bei ihrer letzten Vorsorgeuntersuchung wurde sie von ihrem Hausarzt auf ihr deutliches Übergewicht angesprochen. Der Arzt führte dabei an, dass ihre fast 100 kg Körpergewicht für eine Größe von knapp 1,70 m zu gesundheitlichen Beschwerden führen können, wenn sie nicht bald beginnen würde, mehr auf sich zu achten und ihr Gewicht zu reduzieren. Zwar seien in der aktuellen Laboruntersuchung noch keine auffälligen Werte festgestellt worden, dies sei jedoch „nur eine Frage der Zeit“ – wie es der Arzt ausdrückte.

Am Abend nach dem Arztbesuch kommt Gabriele S. ins Nachdenken. Wenn sie zurückblickt, wird ihr bewusst, dass sie schon immer „mollig“ war – auch als Kind und Jugendliche. Nach der Geburt ihrer Tochter vor fast 25 Jahren konnte sie zunächst ein Gewicht von etwa 75 kg halten, welches sich jedoch im Verlauf der kommenden Jahre immer mehr nach oben bewegt hatte. Einen deutlichen Sprung auf der Waage erlebte sie nach dem Auszug des Kindes. Seitdem wurde sie von mehreren Personen aus ihrer Umgebung wie einer engen Freundin sowie ihrem Mann und zuletzt vom Hausarzt wiederholt auf ihr Gewichtsproblem angesprochen, da sie sich Sorgen um sie machen würden. Dass es einer Behandlung ihres Übergewichts bedarf, wollte Gabriele S. bisher nicht wahrhaben. Sicherlich fühlte sie sich schon seit einigen Jahren nicht mehr besonders wohl in ihrem Körper. Aber die zahlreichen Diäten, die sie im Laufe ihres Lebens probiert hatte, zeigten alle nur kurzfristige Erfolge und führten in der Folge jeweils zum bekannten „Jojo-Effekt“.

Wie im obigen Beispiel von Gabriele S. beschrieben, geht es fast jedem vierten Erwachsenen in Deutschland und jedem fünften Erwachsenen in Österreich und der Schweiz – sie leiden unter Adipositas, einer über das |8|Normalmaß hinausgehenden Vermehrung des Körperfetts. Wurden auch Sie bereits von einem Arzt, von Familienmitgliedern, Freunden oder Kollegen oder gar von fremden Personen (z. B. auf der Straße oder beim Einkaufen) als „übergewichtig“ oder „adipös“ bezeichnet? Oder sind Sie ein Angehöriger einer Person, welche unter starkem Übergewicht oder Adipositas leidet?

Der vorliegende Ratgeber richtet sich in erster Linie an Menschen, die unter Adipositas, d. h. starkem Übergewicht, leiden. Zunächst möchten wir Ihnen Informationen zum Verständnis der Adipositas geben. Dies beinhaltet eine Beschreibung von typischen Merkmalen und körperlichen sowie psychischen Begleiterscheinungen. Darüber hinaus liefern wir Ihnen Erklärungen zur Entstehung der Adipositas. Im Anschluss werden wir Ihnen Möglichkeiten zur Behandlung und erste Schritte zur selbstständigen Bewältigung der Adipositas aufzeigen. Die Anregungen, die wir Ihnen in diesem Ratgeber geben, entsprechen dem Vorgehen der multimodalen Verhaltenstherapie. Deren Wirksamkeit bei der Behandlung von Adipositas konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden (vgl. Munsch & Hilbert, 2015). Zudem erhalten Sie Informationen zu weiterführenden Behandlungen. Der Ratgeber richtet sich auch an Angehörige von Menschen mit Adipositas. Er beschreibt, wie Sie betroffenen Angehörigen unterstützend zur Seite stehen können.

Wir danken Frau Privatdozentin Dr. Susann Blüher und Frau Dr. Tatjana Schütz für die wertvollen Rückmeldungen zum Manuskript.

Leipzig und Fribourg, im Juni 2016

A. Hilbert, A. Brauhardt

und S. Munsch

|9|1 Übergewicht und Adipositas – Was ist das?

Umgangssprachlich werden Personen mit Übergewicht und Adipositas als „dick“ oder auch, in abwertender Weise, als „fett“ bezeichnet. Genau genommen bezeichnet die Adipositas eine deutliche, über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts. Während Adipositas in vielen Ländern (z. B. der Schweiz) als Krankheit gilt, beispielsweise nach der Weltgesundheitsorganisation als „Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit“ (WHO, 2006), wird sie im deutschen Gesundheitssystem nicht als Krankheit anerkannt. Obwohl Menschen mit Adipositas häufig nicht nur unter körperlichen Folgeerkrankungen, sondern zum Teil auch unter seelischen Problemen leiden, gilt die Adipositas nicht als psychische Störung.