Reise Know-How CityTrip Freiburg - Barbara Benz - E-Book

Reise Know-How CityTrip Freiburg E-Book

Barbara Benz

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Beschreibung

Freiburg im Breisgau lockt Besucher mit seinem besonderen Lebensgefühl, denn in der Green City wird Nachhaltigkeit gelebt. Das historische Stadtzentrum mit den reizvollen Cafés und individuellen Läden durchziehen kleine "Bächle". Überragt wird alles vom Münster, einer der bedeutendsten mittelalterlichen Kathedralen der Welt. Zahlreiche Ausstellungshäuser wie das Augustinermuseum und historische Gebäude bieten Einblicke in die Geschichte, während das rege Nachtleben mit Bars, Clubs und Theatern nicht zuletzt von den vielen Studierenden geprägt wird. Wer Ruhe sucht, der findet sie auf dem Hausberg Schauinsland, aber auch im nahen Schwarzwald, der Naturliebhaber zu abwechslungsreichen Wanderungen einlädt. Dieser aktuelle Reiseführer Freiburg ist der ideale Begleiter, um alle Seiten der Perle des Breisgaus selbstständig zu entdecken: - Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Museen der Stadt sowie weniger bekannte Attraktionen und Viertel ausführlich vorgestellt und bewertet - Faszinierende Architektur: moderne Universitätsbauten, mittelalterliche Kleinode und Gründerzeithäuser - Abwechslungsreicher Stadtspaziergang - Erlebnisvorschläge für einen Kurztrip - Ausflüge zur Zähringer Burg und auf den Schauinsland - Shoppingtipps vom traditionellen Markt bis zu empfehlenswerten Weingeschäften - Die besten Lokale der Stadt und allerlei Wissenswertes über die badische Küche - Tipps für die Abend- und Nachtgestaltung: vom Theaterbesuch bis zum angesagten Club - Die fünfte Jahreszeit: Freiburger Fasnet - Freiburg zum Durchatmen: Stadtwald, St. Ottilien, Naturerlebnispark  Mundenhof - Ausgewählte Unterkünfte von preiswert bis ausgefallen - Alle praktischen Infos zu Anreise, Preisen, Stadtverkehr, Touren, Events, Hilfe im Notfall - Hintergrundartikel mit Tiefgang: Geschichte, Mentalität der Bewohner, Leben in der Stadt

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 220

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

Hinweise zur Benutzung

Stadtplan für Smartphone und Tablet

Verweise im Buch

Preiskategorien

Freiburg entdecken

Willkommen in der „Green City“

Kurztrip nach Freiburg

Stadtspaziergang

Die Altstadt

Schneckenvorstadt

Entlang des Rotteckrings

Der Freiburger Süden

Der Freiburger Norden

Der Freiburger Westen

Freiburg erleben

Freiburg für Kunst- und Museumsfreunde

Freiburg für Genießer

Freiburg am Abend

Freiburg zum Stöbern und Shoppen

Freiburg zum Durchatmen

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Freiburg verstehen

Freiburg – ein Porträt

Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Leben in der Stadt

Green City Freiburg

Praktische Reisetipps

An- und Rückreise

Autofahren

Barrierefreies Reisen

Diplomatische Vertretungen

Geldfragen

Informationsquellen

LGBT+

Medizinische Versorgung

Mit Kindern unterwegs

Notfälle

Post

Radfahren

Sicherheit

Sport und Erholung

Stadttouren

Unterkunft

Verkehrsmittel

Wetter und Reisezeit

Anhang

Register

Impressum

Die Autorin

Kartenanhang

Hinweise zur Benutzung

Stadtplan für Smartphone und Tablet

Ergänzend zum Zentrumsausschnitt am Ende dieses Ebooks können Sie sich den Faltplan zum Buch auf Ihr mobiles Gerät laden: Einfach die kostenlose App „Avenza Maps“ der Firma Avenza™ installieren (erhältlich für Android, iOS und Windows Phone) und anschließend in der App den Stadtplan zum Buch herunterladen.

Die App „Avenza Maps“ ist ohne Internetverbindung nutzbar, es fallen bei der Nutzung keine Datengebühren an. Sie bietet einige Features, z.B. die Anzeige des eigenen Standorts auf der Karte oder den Import und das Speichern von Ortsmarken. Weitergehende Informationen: www.avenza.com/pdf-maps

Verweise im Buch

Alle Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte (Points of Interest) im Buch haben eine eindeutige Nummer, die sich als Ortsmarke im Kartenmaterial wiederfinden. (Nummern von Sehenswürdigkeiten stehen in geschweiften Klammern, z.B. {2}, Nummern von Points of Interest in spitzen Klammern, z.B. <16>.) Beim Klick auf die Nummer öffnet sich die Web-App zum Buch und der ausgewählte Punkt wird auf einer Online-Karte als Ortsmarke angezeigt. Die Web-App ermöglicht zudem die Routenführung vom aktuellen Standort zur ausgewählten Ortsmarke: www.reise-know-how.de/citytrip/freiburg25

Preiskategorien

Gastronomie

€ bis 12 €

€€ 12–19 €

€€€ 19–27 €

€€€€ über 27 €

Die angegebenen Preiskategorien beziehen sich auf ein Hauptgericht am Abend.

Unterkünfte

€ bis 100 €

€€ 100–150 €

€€€ über 150 €

Die Preiskategorien beziehen sich auf den Preis für ein Doppelzimmer pro Nacht inkl. Frühstück.

Freiburg entdecken

Willkommen in der „Green City“

Der Ruf von Freiburg als eine der lebenswertesten Städte Deutschlands wird in Umfragen immer wieder bestätigt und das „Tor zum Schwarzwald“ bietet tatsächlich einige attraktive Standortvorteile. In keiner deutschen Großstadt scheint pro Jahr länger die Sonne, keine hat einen Berg wie den Schauinsland {37} im Stadtgebiet. Überhaupt sind die Natur und der Schwarzwald immer präsent – in wenigen Minuten erreicht man zu Fuß vom Münsterplatz {2} die ersten Wanderwege. Da verwundert es auch nicht, dass die Freiburger neben einer gewissen rebellischen und alternativen Haltung auch eine umweltbewusste Grundeinstellung an den Tag legen – „Green City Freiburg“ eben.

Für Besucher ist es sicher die malerische und vom Autoverkehr komplett befreite Altstadt (–>), die Freiburg ihren besonderen Reiz verleiht. Das größte Bauvorhaben der 2010er-Jahre, die Verkehrsberuhigung des Rotteckrings, hat den autofreien Teil der Innenstadt stark nach Westen ausgeweitet, die „Stadt der kurzen Wege“ ist auf diese Weise nochmal ein bisschen entspannter geworden. Überhaupt geht es hier meist relaxt zu – wenn man vom Bermudadreieck (–>), dem Freiburger Ausgehviertel, absieht. Die traditionellen Wochenmärkte (–>) oder die zahlreichen Grünareale (–>) sorgen dafür, dass das Leben in Freiburg entschleunigt wirkt. Durch den hohen Anteil an Studierenden gibt es andererseits ein frisches und vielseitiges kulturelles Angebot.

Stark identitätsbildend ist seit Jahren auch der erfolgreiche SC Freiburg (–>). Der einstige Underdog aus der zweiten Fußballliga hat sich zu einem Champions-League-Kandidaten gemausert. Es scheint fast so, dass das neue Stadion die Mannschaft noch zusätzlich beflügelt.

Flanieren durch die Schneckenvorstadt – Freiburger nennen sie manchmal auch Klein-Venedig (111fg Abb.: ©Sina Ettmer, stock.adobe.com)

Kurztrip nach Freiburg

In Freiburg liegen die meisten touristischen Highlights wie z. B. das im wahrsten Sinne des Wortes alles überragende Münster dicht beieinander in der Altstadt. Dazu gibt es viele Gässchen, laute und stille, größere und kleinere Plätze, schöne alte Brunnen und die für Freiburg charakteristischen Bächle. Man kann hier wunderbar einkaufen, man findet Studentenleben und -kneipen, die wichtigen Museen und nicht zuletzt das Beste aus badischer Küche und badischem Weinkeller.

1. Tag: Ankommen und Losbummeln

Für den Auftakt nach der Anreise gilt die Empfehlung, bloß kein ambitioniertes Programm abzuarbeiten. Vielmehr sollte man nach Herzenslust unter Arkaden, durch Innenhöfe und Gassen zwischen Martinstor {18}, Münsterplatz {2} und Schwabentor {11} bummeln, den Charme der Stadt erleben und – Vorsicht! – nicht in eines der munter durch die Altstadt fließenden Bächle treten. Man könnte prüfen, ob das Wallgraben Theater (–>) in den Gewölben des Neuen Rathauses {23} oder im Sommer draußen im Rathaushof eine interessante Aufführung anbietet. Alternativ kann eine der unterhaltsamen historischen Stadttouren eine gute Einstimmung auf den weiteren Aufenthalt sein (–>).

Pflicht ist in jedem Fall der Besuch eines der gemütlichen Lokale in der Innenstadt oder bei schönem Wetter auf dem Münsterplatz {2}. Hier gibt es zu badischen Spezialitäten entweder einen der renommierten südbadischen Weine oder man genehmigt sich eines der zum Teil über Deutschlands Grenzen hinaus geschätzten Biere aus der Region.

2. Tag: Das Münster und Shoppingtour

Der erste ganze Tag sollte auf dem Münsterplatz {2} beginnen. Dort erkundet man in aller Ruhe das Freiburger Münster {1} von außen und innen auf eigene Faust oder man schließt sich einer Führung an (–>). Anschließend bietet der Münsterplatz mit seiner historischen Bebauung reichlich Gelegenheit zur Entspannung. Der Münstermarkt (–>) findet immer wochentags statt, am größten ist er aber an Samstagen. Hat man alles gesehen, gerochen, gehört, vielleicht etwas erstanden und nicht zuletzt die obligatorische Münsterwurst gegessen, ist der richtige Zeitpunkt für einen gemütlichen Spaziergang.

Dieser führt über die Münsterstraße zur Kaiser-Joseph-Straße {19}, Freiburgs großer Fußgängerzone, und von dort weiter zum Rathausplatz {24} mit Altem {22} und Neuem Rathaus {23}. Hier befindet sich die Tourist Information (–>), bei der man erfährt, was in der Stadt auf dem Programm steht. Über die Universitätsstraße gelangt man zur alten Universität {25}, deren Innenhof man sich ansehen sollte – am besten durch den Torbogen von der Bertoldstraße aus. Zum einen ist hier das 4 x 15 m große Wandmosaik von Freiburgs berühmtestem Künstler des 20. Jahrhunderts, Julius Bissier, zu besichtigen. Zum anderen sollte man den prächtigen Innenhof der alten Universität auf sich wirken lassen. Weiter geht es über die Bertoldstraße zum Bertoldsbrunnen, wo man wieder auf die „Kajo“, die Kaiser-Joseph-Straße, trifft.

Über Salzstraße, Grünwälderstraße oder Gerberau bzw. Fischerau {17} gelangt man in die südöstliche Altstadt. Diese wurde im Krieg nicht so stark zerstört wie der Rest der Innenstadt und ist eines der schönsten Viertel der Stadt. Gleichzeitig gibt es dort eine große Vielfalt an Geschäften – jetzt ist die Zeit für einen ausgiebigen Shoppingbummel. Auch für das leibliche Wohl ist unterwegs gesorgt – es gibt reichlich Cafés, Restaurants und Gaststätten. Hier kann man gut den Rest des Tages verbringen und durch die Gassen und Straßen bis zum Schwabentor {11} und zur postkartentauglichen Konviktstraße {6} spazieren.

Für einen Nachttrunk sei auf die Theaterbar (–>) im Stadttheater {28} hingewiesen, wo man auch das Tanzbein schwingen kann. Für einen entspannten Absacker empfiehlt sich das Great Räng Teng Teng (–>), wer es etwas stylischer mag, kann einen Cocktail im One Trick Pony (–>) zu sich nehmen.

3. Tag: Vom Augustinermuseum auf den Schlossberg

Das Augustinermuseum {9} bildet den großen Auftakt für den dritten Tag. Es ist insbesondere seit seiner Renovierung eine der herausragenden Freiburger Attraktionen und hat auch sonntags geöffnet (dafür ist montags zu). Je nach Besuchsdauer nimmt man danach entweder das zweite Frühstück oder sein Mittagessen im „Manna – die Spezerei“ vis-à-vis des Eingangs (–>) ein.

Nach der Stärkung unternimmt man einen Spaziergang auf den Schlossberg {13}, vorbei am Greiffenegg Schlössle {12} zum Kanonenplatz. Die – bei guten Wetterverhältnissen – großartige Sicht auf die Stadt, den Kaiserstuhl, die Vogesen und den Schwarzwald wird durch einen kleinen Abstecher zum 35 m hohen Schlossbergturm noch getoppt. Von dem Aussichtsturm kann man aus der Raubvogelperspektive das von der Altstadtbebauung umgebene Münster {1} bewundern.

Mittagessen oder Kaffee und Kuchen genießen Touristen wie auch Einheimische im Schlossbergrestaurant Dattler (–>), bevor es mit der Schlossbergbahn wieder ins Tal bzw. in den Stadtgarten {38} geht. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Alten Friedhof {39}, der von längst vergangenen Tagen erzählt.

Für das Abendessen eignet sich z. B. Freiburgs Traditionshaus Zum Roten Bären {8}. Alternativ (oder im Anschluss) ist die Hausbrauerei Feierling (–>) ein uriger Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.

4. Tag: Ausflug auf den Schauinsland

Freiburg und der Südschwarzwald gehören zusammen, deshalb ist für einen weiteren Tag des Freiburgaufenthalts die Exkursion auf den Schauinsland {37} vorgesehen. Die Talstation der Schauinslandbahn erreicht man via Günterstal, Freiburgs südlichstem Stadtteil. Mit schöner Aussicht schwebt man hinauf auf den Freiburger Hausberg. Von der Bergstation geht es zu Fuß zum Schauinslandgipfel (1284 m) mit dem Eugen-Keidel-Aussichtsturm und dann zur Einkehr ins Hotel Halde (–>). Hier ist der Weg nicht das Ziel, aber Weg und Ziel zusammen sind eben Schwarzwald. Zurückkommt man entweder wie auf dem Hinweg oder – mit Wanderschuhen – auf gut markiertem Weg über den Gerstenhalm und Horben hinunter zur Talstation.

Für den seltenen Fall, dass schlechtes Wetter herrschen sollte, hält die Breisgaumetropole mit den jungen Stadtteilen Vauban {35} im Südwesten und Rieselfeld {44} im Westen echte Alternativen bereit. In Vauban sei zum Beispiel auf die Solarsiedlung und das „Sonnenschiff“ hingewiesen. Im Rieselfeld verdient die ökumenische Kirche Maria Magdalena aufgrund ihrer umstrittenen und faszinierenden Architektur besondere Erwähnung.

Das gibt es nur in Freiburg

> Die Freiburger Bächle sind auf der Welt einzigartig. Das mittelalterliche Wassersystem gibt der Altstadt einen ganz besonderen Reiz und trägt zum angenehmen Klima bei. Im Sommer kann man am Augustinerplatz {10} seine Füße zur Abkühlung ins Wasser hängen und den Kindern dabei zuschauen, wie sie kleine Boote auf den Kanälen fahren lassen.

> Freiburg ist stolz darauf, die am höchsten gelegene Großstadt Deutschlands zu sein. Der Gipfel des Schauinsland {37}, der auf Stadtgebiet liegt, macht es möglich. Zusätzlich ist Freiburgs Hausberg gelegentlich Schauplatz eines eindrucksvollen Naturschauspiels. Bei sogenanntem Inversionswetter ist es hier, gut 1000 Meter über dem Münsterplatz, wesentlich wärmer als in der Stadt. Und während Freiburg unter einer Nebelglocke liegt, erhebt sich der Schauinsland aus den Wolken. Wer bei dieser Wetterlage zu Besuch in der Stadt ist, sollte unbedingt nach oben fahren. Der Blick über die Wolken, aus denen am Horizont die Vogesen ragen, ist einmalig.

> In Freiburg steht mit dem Zum Roten Bären {8} das älteste Gasthaus Deutschlands – oder zumindest eines der zwei, drei Gasthäuser, die berechtigt einen Anspruch auf diesen Titel anmelden können. Die Liste der Wirte lässt sich lückenlos bis ins Jahr 1311 zurückverfolgen.

> Auch der höchste Baum des Landes steht in Freiburg, genauer gesagt im Freiburger Stadtwald. Die Douglasie Waltraut brachte es bei der letzten Vermessung 2024 auf eine Höhe von knapp 68 Metern (–>).

> Die „Green City“ Freiburg (–>) ist ein global beachtetes Modell in Sachen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Bürgerengagement. Weltruhm erlangte Freiburg und speziell das Öko-Innovationsviertel Vauban {35} auf der Expo 2010 in Shanghai.

Stadtspaziergang

Freiburg macht es Spaziergängern leicht. Anders als in anderen Großstädten müssen sie hier nicht zwischen verschiedenen gleichwertigen Alternativen entscheiden, sondern können sich auf die kompakte Innenstadt konzentrieren.

Der Verlauf des hier beschriebenen Spaziergangs kann mittels unserer kostenlosen Web-App nachvollzogen werden.

Als Ausgangspunkt für einen Stadtspaziergang bietet sich der Bertoldsbrunnen {19} im Stadtzentrum an. Wenn man von ihm der Kaiser-Joseph-Straße etwa 150 m nach Norden folgt und dann in die zweite Querstraße nach rechts, die Münsterstraße, einbiegt, gelangt man direkt auf den Münsterplatz {2}.

Noch von der Münsterstraße aus bietet sich ein großartiger Blick auf den 115 m hohen Hauptturm des Freiburger Münsters {1}. Wer nach der Besichtigung des Gotteshauses und einem Rundgang über den Münstermarkt eine kleine Stärkung braucht, sollte sich eine Bratwurst, hier auch als „Lange Rote“ bekannt, gönnen.

Hinter der Stadtbibliothek an der Nordostecke des Münsterplatzes verläuft die Engelstraße, an der sich die (Neue) Synagoge befindet. Die Straße führt in westlicher Richtung wieder zur Kaiser-Joseph-Straße, doch bevor man diese überquert, verdient der historisch wichtige Basler Hof {20} (heute Sitz des Regierungspräsidiums) einen konzentrierten Blick auf seine Fassade und eine kurze Stippvisite im Erdgeschoss. Die Schiffstraße führt den Besucher nun weiter zum Kartoffelmarkt [E3], wo man die Wasserträgerin auf dem Anfang des 20. Jh. vom Architekten und Künstler Carl Anton Meckel errichteten Rau-Brunnen begutachten kann, und dann weiter zum Platz Unterlinden, von wo man über die Merianstraße zum Rathausplatz {24} gelangt. Kurz bevor man den Platz erreicht, lohnt es sich, etwa 100 m weit in die Franziskanerstraße hineinzugehen. Hier kann man einen Blick auf das spätgotische, für die Stadtgeschichte bedeutende Haus zum Walfisch {21} mit seinem fein gestalteten Portalerker werfen.

Den Rathausplatz dominieren das Alte und das Neue Rathaus. Im Erdgeschoss des Alten Rathauses {22}, das aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammt, versorgt die Tourist Information (–>) Gäste und Touristen mit nützlichem Informationsmaterial. Im Ende des 19. Jahrhunderts aus alter Renaissancebebauung entstandenen Neuen Rathaus {23} wird heute unter anderem geheiratet. Um 12 Uhr mittags ist außerdem vom Türmchen über dem Balkon das tägliche Glockenspiel zu hören. Der Brunnen in der Mitte des Platzes wurde zu Ehren des Franziskanermönches Berthold Schwarz im Jahr 1853 errichtet – ob dieser tatsächlich der Erfinder des Schießpulvers ist, ist aber nicht gesichert.

Über die Rathausgasse, einem der vielen Shoppingsträßchen der Innenstadt, erreicht man nun den Rotteckring. Gegenüber befindet sich auf der rechten Seite der Colombipark mit dem Colombischlössle {27}, in dem sich seit 1983 das Archäologische Museum befindet. Der Park bietet eine gute Gelegenheit für eine kleine Siesta – vielleicht oberhalb des mit Reben bepflanzten Hangs.

Nach der Pause führt einen die Eisenbahnstraße weiter bis zum Hauptbahnhof {29}, der zusammen mit dem 1996 eröffneten, großartigen Konzerthaus {30} in der Bismarckallee die „Bahnhofsachse“ bildet. Am Konzerthaus ist der westliche Wendepunkt des Spaziergangs erreicht und durch die Bertoldstraße geht man nun wieder stadteinwärts. Vor der Kreuzung mit dem Rotteckring befindet sich rechter Hand das Stadttheater {28} – es ist etwas erhöht, weil es wie das Colombischlössle auf einer ehemaligen Bastion der Vaubanschen Befestigung aus dem 17. Jahrhundert errichtet wurde. Südlich des Theaters auf der anderen Seite der Sedanstraße steht die Universitätsbibliothek (–>), ein Bau mit moderner Glas- und Chromstahlfassade. Auf der anderen Seite des Rings stößt man auf den Platz der alten Synagoge vor der Längsfront des Kollegiengebäudes II. Der Brunnen auf der Südseite des Platzes bildet den Grundriss der alten Synagoge ab und erinnert daran, dass diese hier am 9. November 1938 von der SS niedergebrannt wurde.

Wer sich die Universität genauer ansehen möchte, sollte zwischen dem Kollegiengebäude II und der Rückfront des Kollegiengebäudes I hindurch auf den Campus gehen. Hier treffen Jugendstil und moderne Architektur in reizvoller Weise aufeinander.

Ob mit oder ohne Begehung dieses Innenareals setzt man den Spaziergang ein kurzes Stück in südlicher Richtung fort, um am Universitätsplatz nach links abzubiegen und den Blick auf die großartige Jugendstilfassade des Kollegiengebäudes I zu richten. Mit dem Philosophen Aristoteles und dem Dichter Homer vor dem Haupteingang haben sich schon Generationen von Studierenden zur Erinnerung an ihre Freiburger Studienzeit fotografieren lassen. Der weitere Weg durch das Universitätsviertel – rechter Hand das Kollegiengebäude IV – führt über die Humboldtstraße zurück zur Kaiser-Joseph-Straße.

Dort angekommen befindet sich links das Martinstor {18}, das sich durch seine Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte Erhöhung gut vom Schwabentor {11}, dem anderen noch erhaltenen mittelalterlichen Stadttor, unterscheiden lässt. Am Martinstor drängt sich mit der Markthalle (–>) und ihrem vielfältigen kulinarischen Angebot eine Unterbrechung des Spaziergangs förmlich auf. Der Zugang kann über die Grünwälderstraße oder das kleine Martinsgässle erfolgen. An der Ecke Martinsgässle/Kaiser-Joseph-Straße befindet sich die Kolben Kaffee Akademie (–>), die man sich auf jeden Fall für das abschließende Kaffeegetränk und/oder als Startpunkt einer Fortsetzung des Rundgangs merken sollte.

Der Spaziergang führt nun zur Gerberau {17}, einer Straße mit interessanten Geschäften und Galerien, die zum Beispiel Antiquitäten, ältere und moderne Malerei, aber auch Kinderspielzeug anbieten. Der Besucher sollte nicht versäumen, vor dem Bummel einen Blick in die parallel verlaufende Fischerau zu werfen: Die idyllische Straße wird gerne auch als „Klein-Venedig Freiburgs“ bezeichnet.

Gegen Ende der Gerberau befindet sich auf der rechten Seite das Museum Natur und Mensch (–>) und nur einen Katzensprung davon entfernt, an der Ecke Augustinerplatz {10} und Salzstraße, trifft man auf Freiburgs bekanntestes Museum, das Augustinermuseum {9}. Obwohl auch in Freiburg zu beobachten ist, dass die Geschäftswelt uniformer wird, findet der Besucher unterwegs erfreulicherweise immer wieder Läden mit besonderen, freiburgspezifischen Akzenten. Zu ihnen zählt unter anderem die Buchhandlung zum Wetzstein (–>) in der Salzstraße gegenüber dem Augustinermuseum.

Vom Museum aus führt die Salzstraße nach rechts zum kleinen, hübschen Platz Oberlinden {7}, den – wie das Pendant Unterlinden – ein alter Marienbrunnen schmückt. Von hier aus ist auf der rechten Seite des Platzes Deutschlands wahrscheinlich ältester und überregional bekannter Gasthof Zum Roten Bären {8} zu sehen, der seit über 700 Jahren existiert und trotz des Namens nicht mit einer roten, sondern einer goldglänzenden Bärenfigur auf dem Gasthausschild wirbt.

Der Spaziergang führt nun nicht zum Schwabentor {11} weiter, sondern auf einem kleinen Umweg über Herrenstraße, Münzgasse {5} und Konviktstraße {6}. Die in der Kriegs- und Nachkriegszeit heruntergekommene enge Konviktstraße ist heute ein Schmuckstück der Innenstadt – ein Ergebnis städtebaulich herausragender und preisgekrönter Altstadtsanierung. Seinen Abschluss findet der Spaziergang auf dem Schlossberg {13}, der am östlichen Ende der Innenstadt auf der anderen Seite des Schlossbergrings beginnt. Den Kanonenplatz mit großartiger Sicht auf die Stadt erreicht man nach kurzem, steilem Aufstieg (alternativ mit dem Fahrstuhl ab Schlossbergring). Unterwegs kommt man am Restaurant Greiffenegg Schlössle {12} mit angeschlossener Gartenwirtschaft vorbei. Vom Kanonenplatz geht es ca. 500 m nach Norden bis zum Schlossbergrestaurant Dattler (–>), das ebenfalls eine Einkehr wert ist. Zurück in die Stadt geht es entweder mit der Schlossbergbahn (–>), die unmittelbar am Dattler startet und im Stadtgarten {38} endet, oder zu Fuß über gut begehbare Serpentinen.

Die Altstadt

Freiburg ist die „Stadt der kurzen Wege“. Fragt man einen Freiburger nach einem beliebigen Ziel, wird man nicht selten die Auskunft erhalten: „So ca. 10 Minuten mit dem Rad“. Im Zentrum mit dem Münster, weiteren Sehenswürdigkeiten, Museen, Geschäften und Cafés ist die Situation besonders überschaubar. Die historische Altstadt zwischen dem Schlossberg im Osten und dem Rotteckring im Westen misst im Durchmesser weniger als 800 Meter und ist zudem größtenteils verkehrsberuhigt. Die Straßen und Gassen dürfen nur von Lieferwagen, Anwohnerfahrzeugen und Taxis befahren werden. Besuchern kommt dies entgegen, denn es gibt kaum eine andere deutsche Großstadt, die so sehr dazu einlädt, sie zu Fuß zu erkunden.

Vom Münsterplatz {2} gelangt man über eine der schmalen Gassen in südlicher Richtung zur Schusterstraße. Speziell das Kaufhausgässle [E3] lässt noch erahnen, wie dicht gedrängt die Wohnverhältnisse im Mittelalter waren. Der Abstand zwischen den Häuserfronten misst hier kaum drei Meter und Sonnenlicht fällt in diese Gasse selten. In der Schusterstraße steht man schon mitten in einem der reizvollsten Einkaufsviertel Freiburgs. In Schuster-, Salz- und Konviktstraße {6} sowie in der Gegend um den Platz Oberlinden {7} finden sich viele kleine Boutiquen und Geschäfte. Kunsthandel und Antiquariate, Mode und Schmuck, Bücher, Lederwaren und Accessoires – wer das nicht alltägliche Shoppingerlebnis abseits der großen Ketten sucht, ist hier gut aufgehoben.

{1}Freiburger Münster *** [E3]

Bei jeder Beschreibung des Freiburger Münsters wird bis heute an Superlativen nicht gespart. Der Kunstkritiker Eberhard Meckel bezeichnete es 1957 als „Freiburgs Ruhm“. Und ganz prominent kann in diesem Zusammenhang der große Schweizer Kunsthistoriker Jacob Burckhardt (1818–1897) zitiert werden: Er begeistert sich für „die beiden schönsten Dome der Christenheit“, wobei die Freiburger zu gerne das Straßburger Münster ausblenden und das Zitat für ihren Turm vereinnahmen. Dies wäre gar nicht notwendig, denn in reiferem Alter wurde für den Gelehrten der Freiburger Münsterturm sogar zum „schönsten Thurm auf Erden“.

Das Münster von außen

Man sollte das gut 125 m lange Münster zunächst einmal umrunden. Es wirkt als geschlossenes Ganzes, obwohl an den unterschiedlichen Baustilen mehrere Bauphasen zu erkennen sind. Begonnen wurden die Arbeiten auf Initiative des letzten Zähringer Herzogs Berthold V. um 1200 mit dem spätromanischen Querhaus und dessen Kuppel. In der Zeit von etwa 1230 bis 1330 schloss sich nach Westen der Bau des teils früh-, teils hochgotischen Langhauses und des hochgotischen Hauptturms an. Von der Grundsteinlegung des spätgotischen (neuen) Chors im Jahr 1354 bis zu seiner Fertigstellung und damit der Vollendung des Gesamtbauwerks im Jahr 1513 sollten noch fast 160 Jahre vergehen.

Der Grund für die lange Bauzeit waren jahrzehntelange politische und wirtschaftliche Schwierigkeiten Freiburgs. Hatten zunächst der letzte Zähringer und danach die Grafen von Urach den Rohbau finanziert, so änderte sich dies im 14. Jahrhundert. Die Freiburger Bürger kauften sich 1368 von der Herrschaft der Freiburger Grafen los und gehörten fortan zum Hause Habsburg. Damit gingen die gesamten Baukosten nun zu Lasten der Bürgerschaft. Die immensen Beträge, die die Bürger für den Freikauf gezahlt hatten, die abnehmende Bedeutung des Silberbergbaus am Schauinsland sowie politische Probleme ließen die Arbeiten bis ins Schlussdrittel des 15. Jh. stocken.

Neue Mittel konnten durch Stiftungen und Kollekten gewonnen werden. Ebenso war die vom Papst gewährte Erlaubnis, Ablässe zu erteilen, eine gute Einnahmequelle. Viele Bürger hofften, durch großzügige Spenden einer Bestrafung für ihre Sünden entgehen zu können. So wurde das Freiburger Münster doch noch zu einer der wenigen bedeutenden Kirchen, deren Bau im Mittelalter begonnen und auch fertiggestellt wurde.

Der Hauptturm des Münsters ist 116 m hoch. Für seinen Bau wurde hauptsächlich Sandstein benutzt, der zu dieser Zeit am nahe gelegenen Lorettoberg abgebaut wurde. Auf dem quadratischen Unterbau des Turms ruht seine achteckige Fortsetzung. Diese beginnt oberhalb der Sterngalerie in 37 m Höhe über der mechanischen Turmuhr aus der Zeit um 1500, die – wie damals nicht unüblich – nur einen Zeiger hat. Der Turm findet seine Vollendung über der Oktogonhalle. Der aus acht Rippen bestehende, filigran gearbeitete Turmhelm läuft spitz zu und findet seinen Abschluss in einer großen Kreuzblume, die von einer goldenen Sonne und einem Mond als Zeichen der Herrschaft Christi gekrönt ist.

Die Besteigung des Turms kann schwindelfreien Besuchern mit etwas Kondition nur empfohlen werden. Der Turmzugang liegt auf der Südseite des Münsters rechts vom Haupteingang. Der Aufstieg führt in den viergeschossigen, 18 m hohen Glockenstuhl aus Tannenholz, dessen Errichtung auf das Jahr 1290 datiert ist. Im dritten Stockwerk befindet sich die Turmwächterstube, in der die Besucher höchst maßvoll zur Kasse gebeten werden, im vierten befinden sich die Glocken. Star unter ihnen ist die am 18. Juli 1258 gegossene Hosanna aus Bronze im Klangton „Es“. Dank einer Stiftung ist sie donnerstag- und samstagabends zum Gedächtnis an das Leiden und Sterben Christi zu hören. Jedes Jahr am 27. November erklingt ihr Abendgeläut zur Erinnerung an den verheerenden britischen Fliegerangriff 1944.

Der Aufstieg auf den Glockenturm führt nach 209 Stufen in die 2018 wiedereröffnete, an das historische Vorbild angelehnte Türmerstube. Hier ist der Arbeitsplatz des Türmers, der heute Eintrittskarten und Postkarten verkauft, früher aber eine wichtige Funktion hatte und die Bürger insbesondere vor Feuern warnte. So kann hier z. B. die Feuerlaterne besichtigt werden, mit deren Hilfe er die Position eines von ihm entdeckten Brandes in der Stadt anzeigen konnte.

Der weitere Aufstieg endet auf der in 55 m Höhe gelegenen Glockenplattform. Von dort kann man die Aussicht auf Stadt und Umland genießen. Achtung, die Glocken sind sehr laut, wenn sie läuten.

Außen ist der Turm bis zum Turmhelm mit vielen Verzierungen und Figuren wie z. B. Posaunenengeln geschmückt. Im Giebel des Hauptportals ist die Krönung Mariens dargestellt. An den Innenseiten der beiden massiven Strebepfeiler des Hauptportals sind in Augenhöhe mittelalterliche Maße wie Zuber, Klafter und Elle eingemeißelt. Mit deren Hilfe konnten Besucher des nahen Marktes überprüfen, ob man sie übers Ohr gehauen hatte. Das Anbringen der Maße gerade an dieser Stelle dürfte nicht von ungefähr kommen: Sie gewähren im Angesicht des Weltenrichters Gerechtigkeit, und der sitzt nicht weit entfernt über dem inneren Eingangsportal zuoberst in der Mitte des dreigeteilten Bogenfeldes (Tympanon). Die Abbildungen kleiner runder und größerer länglicher Brote in Verbindung mit Jahreszahlen berichten von Hungerjahren bzw. Jahren mit guter Versorgung.

Die Turmvorhalle bildet mit ihrer Architektur und ihrem reichen Skulpturen- und Reliefschmuck eine theologische Welt für sich. Den Mittelpfosten der eichenen Renaissancetüren des Innenportals schmückt Maria mit dem Jesuskind. Maria ist die Patronin des Münsters, das aus diesem Grund auch Münster Unserer Lieben Frau genannt wird.

Aus der Fülle der Groß- und Kleinplastiken sei auf einige speziell hingewiesen: Die beiden ersten Figuren an der Nordwestwand neben dem Außenportal symbolisieren die Verführung. Es sind der Fürst der Welt mit attraktiver Vorder- und grässlicher Rückseite sowie eine nur auf dem Rücken mit einem Bocksfell bedeckte junge Frau, die Voluptas. Das über ihren Rücken hängende Bocksfell ist ein Sinnbild des Teufels. An der Nordwand zum Innenportal hin warten die fünf klugen Jungfrauen mit gefüllten Öllampen, gegenüber auf der Südwand die fünf törichten Jungfrauen mit leeren Lampen. Daneben sind die sieben mittelalterlichen Wissenschaften zu sehen: Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Geometrie, Musik, Arithmetik und Astronomie.

Unter den Kleinplastiken lieben die Freiburger insbesondere zwei: Zum einen das Teufelchen im Bogenfeld des Innenportals unterhalb des gekreuzigten Christus im Zentrum der dargestellten Heilsgeschichte. Es zeigt sich – je nach Interpretation – betend oder händeringend angesichts der für ihn unerfreulichen Situation, dass sich die von Erzengel Michael gehaltene Seelenwaage zu den guten Werken neigt. Und das, obwohl sich ein Kollege mit seinem gesamten Körpergewicht an die Schale der bösen Werke hängt, um sie nach unten zu ziehen. Zum anderen das Nasentrompetenäffle, das an der Nordwand unterhalb der Konsole für eine der klugen Jungfrauen hängt. Handwerksburschen, so sagt der Volksmund, hätten im Mittelalter durch eine präzise Beschreibung dieser im Wesentlichen aus Hut und Trompetennase bestehenden Figur nachweisen können, dass sie in Freiburg gewesen waren.

Die Südseite des Münsters ist als „Schauseite“ wesentlich aufwendiger gestaltet als die Nordseite. Zusätzlich hat sie 1620 am Südquerhaus eine Vorhalle im Renaissancestil erhalten. Von den insgesamt 91 an den Außenseiten verteilten Wasserspeiern erhalten vor allem die am Langhaus angebrachten viel Aufmerksamkeit. Die Fabelwesen, Fratzen, Tiere, menschlichen Gestalten und entblößten Körperteile (auf der Südseite des Langhauses ist ein häufig fotografiertes, nacktes menschliches Hinterteil) sollen das Gotteshaus rein halten, nach dem Motto: „Böses mit Bösem vertreiben“. In ihrer Funktion als Wasserspeier sind diese wilden Kreaturen in den Dienst der Kirche gezwungen, indem sie das Wasser vom Gebäude ableiten und damit schützen.

Nicht übersehen sollten Besucher die schönen Steinmetzarbeiten über den beiden Choreingängen: Das Schöpfungsportal auf der Nordseite zeigt im Bogenlauf die Schöpfungsgeschichte und im Bogenfeld den Sturz des Erzengels Luzifer sowie darunter die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies nach dem Sündenfall. Obwohl das Marienportal sich auf der reicher gestalteten Südseite des Chores befindet, ist sein Bogenverlauf schmucklos gehalten. Das Bogenfeld stellt den Tod und die Krönung Mariens dar.

Der Münsterplatz {2} ist eine der ersten Anlaufstationen für Besucher – besonders, wenn Markt ist (110fg Abb.: ©fottoo, stock.adobe.com)

Münster – Kathedrale – Dom?

Das Freiburger Münster hat schon seit langem den Rang einer Kathedrale.