Reise Know-How CityTrip Prag - Helmut Zeller - E-Book

Reise Know-How CityTrip Prag E-Book

Helmut Zeller

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Beschreibung

In den verträumten Gassen der tschechischen Hauptstadt Prag kann man sich wunderbar treiben lassen. Prachtvolle Bauten wie das Altstädter Rathaus und die berühmte Karlsbrücke zeugen von der spannenden Historie der Moldaumetropole. Rund um den geschäftigen Wenzelsplatz pulsiert in Kneipen, Clubs und Einkaufspassagen das Leben. Hoch über der Stadt thront auf dem Hradschin die imposante Prager Burg. Kulturfans bietet Prag mit seiner bunten Musik-, Literatur- und Theaterlandschaft ganzjährig vielfältige Unterhaltung. Im Museum Kampa auf der Kleinseite wird zeitgenössische Kunst präsentiert, Schloss Troja zeigt Plastiken und Malerei des 20. Jahrhunderts. Dieser aktuelle Reiseführer Prag ist der ideale Begleiter, um alle Seiten der Goldenen Stadt selbstständig zu entdecken: - Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Museen der Stadt sowie weniger bekannte Attraktionen und Viertel ausführlich vorgestellt und bewertet - Faszinierende Architektur: Jugendstilbauten, mittelalterliche Kleinode und Barockpaläste - Vier abwechslungsreiche Stadtspaziergänge durch die interessantesten Viertel - Erlebnisvorschläge für einen Kurztrip - Ausflüge nach Vyšehrad, zum Kloster Břenov, zum Schloss Trója und zur Villa Bertramka - Shoppingtipps vom böhmischen Glas bis zu den reizvollsten Straßenmärkten - Die besten Lokale der Stadt und allerlei Wissenswertes über die tschechische Küche - Tipps für die Abend- und Nachtgestaltung: von der Bierkneipe über Jazzclubs bis zur klassischen Oper - Es muss nicht immer Bier sein: tschechischer Wein und Sekt - Prag zum Durchatmen: Insel Kampa, Schützeninsel, Laurenziberg - Ausgewählte Unterkünfte von preiswert bis ausgefallen - Alle praktischen Infos zu Anreise, Preisen, Stadtverkehr, Touren, Events, Hilfe im Notfall ... - Hintergrundartikel mit Tiefgang: Geschichte, Mentalität der Bewohner, Leben in der Stadt ... - Kleine Sprachhilfe Tschechisch mit den wichtigsten Vokabeln für den Reisealltag

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 246

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

Hinweise zur Benutzung

Stadtplan für Smartphone und Tablet

Verweise im Buch

Preiskategorien

Abkürzungen in Adressangaben

Prag entdecken

Zeitreise an der Moldau

Willkommen in Prag

Kurztrip nach Prag

Stadtspaziergänge

Die Altstadt

Josefstadt

Die Neustadt

Kleinseite

Hradschin

Entdeckungen außerhalb des Zentrums

Prag erleben

Prag für Kunst- und Museumsfreunde

Prag für Genießer

Prag am Abend

Prag zum Stöbern und Shoppen

Prag zum Durchatmen

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Prag verstehen

Prag – ein Porträt

Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Leben in der Stadt

Prag als Filmkulisse

Praktische Reisetipps

An- und Rückreise

Autofahren

Barrierefreies Reisen

Diplomatische Vertretungen

Geldfragen

Hunde

Informationsquellen

LGBT+

Medizinische Versorgung

Mit Kindern unterwegs

Notfälle

Öffnungszeiten

Post

Radfahren

Sicherheit

Sprache

Stadttouren und Rundfahrten

Telefonieren

Toiletten

Unterkunft

Verkehrsmittel

Wetter und Reisezeit

Anhang

Register

Impressum

Die Autoren

Kartenanhang

Hinweise zur Benutzung

Stadtplan für Smartphone und Tablet

Ergänzend zum Zentrumsausschnitt am Ende dieses Ebooks können Sie sich den Faltplan zum Buch auf Ihr mobiles Gerät laden: Einfach die kostenlose App „Avenza Maps“ der Firma Avenza™ installieren (erhältlich für Android und iOS) und anschließend in der App den Stadtplan zum Buch herunterladen.

Die App „Avenza Maps“ ist ohne Internetverbindung nutzbar, es fallen bei der Nutzung keine Datengebühren an. Sie bietet einige Features, z.B. die Anzeige des eigenen Standorts auf der Karte oder den Import und das Speichern von Ortsmarken. Weitergehende Informationen: www.avenza.com/pdf-maps

Verweise im Buch

Alle Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte (Points of Interest) im Buch haben eine eindeutige Nummer, die sich als Ortsmarke im Kartenmaterial wiederfinden. (Nummern von Sehenswürdigkeiten stehen in geschweiften Klammern, z.B. {2}, Nummern von Points of Interest in spitzen Klammern, z.B. <16>.) Beim Klick auf die Nummer öffnet sich die Web-App zum Buch und der ausgewählte Punkt wird auf einer Online-Karte als Ortsmarke angezeigt. Die Web-App ermöglicht zudem die Routenführung vom aktuellen Standort zur ausgewählten Ortsmarke: www.reise-know-how.de/citytrip/prag25

Preiskategorien

Gastronomie

€ bis 800 Kč (bis 32 €)

€€ 800–1800 Kč (32‒72€)

€€€ 1800–3000 Kč (72–120 €)

€€€€ über 3000 Kč (über 120 €)

Durchschnittlicher Preis für ein Abendessen inkl. Getränke für zwei Personen.

Unterkünfte

€ bis 1900 Kč (bis 76 €)

€€ 1900–3300 Kč (76–132 €)

€€€ 3300–6000 Kč (132–240 €)

€€€€ über 6000 Kč (über 240 €)

Preis für eine Übernachtung im Doppelzimmer inklusive Frühstück.

Abkürzungen in Adressangaben

Nám. náměstí Platz

Ul. ulice Straße

Nábř. nábřeží Ufer

Tř. třída Allee

Prag entdecken

Zeitreise an der Moldau

Wer wie wir einmal der Schönheit der Stadt an der Moldau erlegen ist, wird wieder und wieder eintauchen wollen in dieses architektonische Gesamtkunstwerk: Baustile von der Romanik bis zum Jugendstil prägen das Stadtbild Prags mit dem himmelan strebenden Hradschin, großzügigen Parklandschaften, versteckt liegenden Gärten und dunklen Gassen.

Prag ist begehrt wie nie zuvor. Die Karlsbrücke {16} ist in der Hochsaison hoffnungslos überfüllt, Einheimische steigen lieber eine oder gar zwei Metro-Stationen früher aus, um den touristischen Hotspots zu entkommen. Massenproteste wie in Venedig oder Barcelona bleiben zwar aus, doch auch in der goldenen Stadt ist der „Overtourism“ ein viel diskutiertes Thema. Bereits 2022 erhöhte die Stadtverwaltung die Touristensteuer, die in nachhaltige Projekte fließen soll. Prag will weiterhin attraktiv bleiben für Besucher, nur setzt man auf solche, die sich für Geschichte, Sehenswürdigkeiten und Kultur begeistern statt für billigen Alkohol.

Während der Coronapandemie mussten mehrere traditionelle Lokale, Cafés und Boutiquen aufgeben oder an die Peripherie ziehen, zugleich gab es aber auch erfreuliche Neugründungen. So zog in das historische Haus „Zu den drei Äxten“ auf der Kleinseite eine authentische tschechische Kneipe gleichen Namens ein. Sowohl die rechte als auch die linke Seite des Moldau-Ufers („Náplavka“ wurden nach und nach zu attraktiven Orten für Erholung, Kultur und Nightlife ausgebaut. Die restaurierten Gewölbe der historischen Ufermauer bieten Platz für Kunstausstellungen, Open-Air-Bars, Gastronomie und mehr.

Prunkstücke der Stadtplanung sind das erweiterte Nationalmuseum {26}, in dem man auf eine Reise durch Zeit und Raum gehen kann, und die sanierte Staatsoper {27}. Prag ist also für die Zukunft gerüstet.

Wer eine menschenleere Karlsbrücke {16} erleben will, muss sehr früh aufstehen (110pr Abb.: ©Boris Stroujko, stock.adobe.com)

Willkommen in Prag

Wie zu Kafkas Zeiten

Die Moldaumetropole bietet viel mehr als nur Bierkneipen und Hradschin: Das gesamte historische Zentrum gleicht einem Freilichtmuseum, sowohl Liebhaber der barocken Architektur und klassischer Musik als auch Bewunderer der modernen Kunst oder Fans der Kaffeehauskultur kommen voll auf ihre Kosten.

Prag lädt dazu ein, sich treiben zu lassen. Die Stadt bietet an fast jeder Ecke Sehenswertes und Überraschendes. Die Stadtbesichtigung kann man am Wenzelsplatz {25} beginnen, dem einzigen Prager Boulevard. Über die Einkaufstraße Na Příkopě [I7–J6] geht es weiter ins Herz der Altstadt. Es wäre schade, nach Hause zu fahren, ohne zumindest einmal auf eigene Faust auf Entdeckung gegangen zu sein. Schon wenige Schritte vom Altstädter Ring {4} entfernt, stößt man auf stille Gassen. Zum Beispiel die Kozí, die kopfsteingepflasterte Ziegenstraße, die an einer Stelle so eng ist, dass man mit ausgestreckten Armen die gegenüberliegenden Hausmauern berühren kann. Im Straßenwirrwarr der Altstadt, ob in seinem nördlichen oder in seinem südlichen Teil, findet man nette Cafés, Museen, Kneipen und Boutiqen. Besonders schön sind Spaziergänge am Abend und in der Nacht, wenn die Gassen von spärlichem Laternenlicht beleuchtet werden. Bei Nacht erwacht in den Gassen das mystische Prag zum Leben.

Über die Karlsbrücke {16}, die einen unvergesslichen Blick auf die Prager Burg bietet, gelangt man auf die romantische Kleinseite (–>). Auch durch die Burghöfe auf dem Hradschin kann man nach der Abenddämmerung bummeln und das Goldene Gässchen {46} mit ein bisschen Glück für sich allein haben. Von der Burgrampe blickt der Besucher auf das erleuchtete Prag und die Moldau. Vielleicht öffnet man dann im Gewirr der Gassen die Tür zu einer authentischen Kneipe und findet sich etwa im Lokal U Hrocha mitten unter Pragern, die über Gott und die Welt philosophieren.

Auf Prager Art

Am Tag nimmt der Flaneur die Straßenbahn. Die Linie 22 fährt am Nationaltheater {32} vorbei, überquert die Moldau und bringt die Fahrgäste bis zur Kleinseite. Von hier aus ist es nur ein Stück zur Prager Burg {42} oder zum Kloster Strahov {51}, Haltestelle Pohořelec. Die Linie 17 führt am Moldauufer entlang zum Vyšehrad {53} (Haltestelle Výtoň) und am extravaganten Tanzenden Haus {33} vorbei (Haltestelle Jiráskovo náměstí), dessen herausdrehende schwungvolle Fassade die Prager zu dem Spitznamen „Ginger & Fred“ nach Hollywoods Tanzduo inspirierte. Mit der Seilbahn gelangt man auf den Laurenziberg {52}, ein beliebtes Ausflugsziel der Prager. Ein Spazierweg über den Berg führt zum Prager Aussichtsturm, einer Kopie des Eiffelturms, der einen grandiosen Ausblick auf die Stadt und das geschwungene Band der Moldau gewährt.

Kurztrip nach Prag

1. Tag

Morgens

Den Prag-Besuch beginnt man am besten mit einem Frühstück im Jugendstilcafé des Gemeindehauses. Zum Altstädter Ring {4} ist es von hier aus nicht weit. Den schönsten Blick auf seine prächtigen Bauwerke hat man von der Aus-sichtsgalerie des Rathausturms {5}.

Der auf –> beschriebene Spaziergang führt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt, der Kleinseite und der Burganlage. Wer shoppen möchte, geht am besten in die Straße Na Příkopě [I7–J6]. Dort, wie auch am Wenzelsplatz {25}, findet man mehrere schicke Boutiquen und moderne Einkaufspassagen, für exklusive Designergeschäfte ist die Pařížská-Straße [H5/6] bekannt.

Ein Bummel über den Gallus-Markt mit seinen Obst- und Souvenirständen lohnt sich schon allein wegen der Atmosphäre. Für Kunstinteressierte empfiehlt sich die Kubismus-Ausstellung im Haus zur Schwarzen Madonna {3}, eine gute Auswahl an moderner Kunst bieten das Kampa-Museum {35} und der auch in architektonischer Hinsicht sehr sehenswerte Messepalast.

Für Familien mit Kindern eignen sich das unterhaltsame Museum der phantastischen Illusionen, das interaktive Karel-Zeman-Museum oder das Spiegellabyrinth (–>) am Laurenziberg {52}.

Mittags

Gute und preiswerte böhmische Küche bietet das Lokal V Kolkovně, das gilt auch für das Restaurant U Parlamentu, das durch seine Nähe zur Universität vor allem bei Studierenden beliebt ist. An beiden führt der auf –> beschriebene Spaziergang vorbei. Abseits der Touristenwege entdeckt man dabei die pittoreske Welt der Altstadtgassen und des ehemaligen Judenviertels.

An der Kasse der Spanischen Synagoge {22} erhält man das Sammelticket für die Sehenswürdigkeiten dieses Viertels ({18}–{23}), das nun besichtigt werden kann.

Abends

Zum Abendessen empfiehlt sich das in einer Seitengasse liegende, gar nicht teure Restaurant Století, für Vegetarier das Lehká hlava.

Jazz-Fans sollten unbedingt den berühmten Reduta-Club besuchen, Jazz auf hohem Niveau wird auch im AghaRTA gespielt. Liebhaber der klassischen Musik können je nach Programm das Rudolfinum {12}, das Nationaltheater {32} oder das Ständetheater {9} besuchen.

Ein Erlebnis für alle Altersgruppen ist eine romantische Schifffahrt, im Sommer kann man bis Mitternacht sogar selbst auf der Moldau paddeln.

Eine angesagte Adresse für einheimische und internationale Partyfans ist der Club Roxy. Im Karlovy Lázně an der Karlsbrücke {16} amüsieren sich hauptsächlich junge Touristen bis in die frühen Morgenstunden. Wer sich lieber unter die Prager mischen will und Kontakt zu den Einheimischen sucht, wird in einer der zahllosen böhmischen Kneipen bestens unterhalten – sprichwörtlich steckt ja in jedem Tschechen ein Musiker.

2. Tag

Vormittags

Für diesen Tag kann man sich den linksseitig der Moldau gelegenen Stadtteil, die Kleinseite, und die Prager Burg {42} vornehmen. Der schönste Weg dorthin führt über die Karlsbrücke {16}. Für eine Besichtigung der Burganlage sollte man mindestens vier Stunden einplanen. Ein Spektakel ist die Wachablösung (–>) vor dem Haupteingang. Wer schon am Vortag den Spaziergang 1 absolviert hat, kann sich für den dritten (–>) oder vierten (–>) entscheiden.

Familien mit Kindern werden den Besuch des einzigartigen Prager Zoos nicht bereuen.

Für Liebhaber klassischer Malerei sind die Museen der PragerNationalgalerie ein Muss, wem barocke Baukunst gefällt, der sollte die Kirche des hl. Nikolaus {38} besuchen. Wunderschönes und hochwertiges Kristallglas bekommt man bei Artěl, Souvenirshops säumen die Nerudagasse {41}.

Mittags

Ein kulinarisches Erlebnis bietet das böhmische Restaurant Pod Věža direkt neben der Karlsbrücke {16}. Trotz Toplage sind die Preise fair und die Atmosphäre ist freundlich. Am Nachmittag geht man entspannt im Kampa-Park {34} oder auf dem Laurenziberg {52} spazieren, besucht das ehrwürdige Agneskloster {11} oder das sehenswerte Nationalmuseum {26} am Wenzelsplatz.

Abends

Musicalfans können es den Pragern nachmachen und den Abend im Musiktheater Karlín oder im Hybernia-Theater verbringen. Auf der Schützeninsel finden im Sommer oft Open-Air-Konzerte statt. Lohnenswert sind auch das Black Light Theatre Srnec oder die spektakuläre Czech Cabaret Show im Theater Royal. Eine abendliche Rundfahrt in einemOldtimer bietet sich als stimmungsvoller Schlussakkord eines Pragbesuches an.

Das gibt es nur in Prag

> Die traditionelle Bierkneipe als Ort, an dem aus Stammtischgesprächen Literatur entsteht und wahre Geschichten über das Leben erzählt werden.

> Ein Volk von Lesern: Nirgendwo sonst sieht man so viele Menschen in der Metro und an öffentlichen Plätzen in Bücher vertieft.

> Schwarzer Humor und Selbstironie: Wo sonst trägt ein Café den Namen „Leichenhaus“, heißt eine ganze Siedlung „Halsabschneider“, ein Krankenhaus „Schwindelgefühl“ oder der Weg zu einer mittelalterlichen Hinrichtungsstätte „Zum Paradiesgarten“?

> In der Stadt lebt die Undergroundkultur noch heute: Hier werden Rockstars und Popkünstler wie Lou Reed, Frank Zappa und Andy Warhol verehrt – von jungen Menschen, die ihr Haar so lang wie in den 1970er-Jahren tragen.

> Keine andere Stadt hat so viele Türme. Deshalb nennt man Prag die hunderttürmige Stadt, tatsächlich sind es fast eintausend.

Stadtspaziergänge

Der Verlauf der hier beschriebenen Spaziergänge kann mittels unserer kostenlosen Web-App nachvollzogen werden.

Spaziergang 1: Der Klassiker mit Abstechern

Länge: knapp 5 km

Dauer: 3–3½ Stunden (ohne Wartezeit vor dem Burgareal und Besuch der Sehenswürdigkeiten)

Startpunkt: Pulverturm {1}, Metro B: Naměstí Republiky [J6]

Endpunkt: Metro A: Staroměstská [G6]

Im Mittelpunkt dieses Spaziergangs steht das Wichtigste, was man in Prag in kurzer Zeit besichtigen kann. Man folgt dabei dem Weg, den früher die tschechischen Könige am Tag ihrer Krönung gingen. Entlang der touristischen Hauptroute, die von der Altstadt hinauf zum Veitsdom {43} und wieder zurück führt, verlässt man immer wieder den ausgetretenen Pfad.

Der Spaziergang beginnt am gotischen Pulverturm {1}. Wer keine Kaffeepause einlegen möchte, sollte wenigstens einen kurzen Blick in das wunderschöne Jugendstilcafé im Erdgeschoss des Gemeindehauses {2} werfen. Hochrangige böhmische Künstler der Jahrhundertwende beteiligten sich an seiner Ausschmückung.

Danach geht es weiter über die Straße Celetná – unterwegs passiert man das kubistische Haus zur Schwarzen Madonna {3} – zum Altstädter Ring {4}. Hier ragen die Türme der Teynkirche {6} hoch in den Himmel und zu jeder vollen Stunde drehen sich in den Fenstern der Astronomischen Uhr des Altstädter Rathauses {5} zwölf Apostelfiguren. Über das verschlungene Teyngässchen (Týnská), das vom Altstädter Ring nach Osten führt, gelangt man über einen Durchgang in den etwas versteckten Teynhof. Dieser Häuserkomplex rund um den Innenhof Ungelt war im 11. Jh. ein umzäunter Hof, in dem Kaufleute aus fremden Ländern übernachteten. Dafür mussten sie Zoll – Ungelt – bezahlen. Heute befinden sich hier kleine Geschäfte, Galerien und Lokale.

Zurück auf dem Altstädter Ring, geht man in Richtung St.-Nikolaus-Kirche {8} und setzt den Spaziergang fort, indem man durch die Straße Kaprova in Richtung Moldau geht. Am Ende der Straße angekommen, biegt man nach links ab und geht entlang der Straßenbahnlinie bis zur Kreuzherrenkirche {15}, die am Fuß der Karlsbrücke {16} steht.

Der Weg über die berühmte Brücke bietet einen unvergesslichen Blick auf den Hradschin, den Burgberg. Jenseits der Karlsbrücke beginnt die Kleinseite, ein pittoresker Stadtteil mit verwinkelten Gassen, schattigen Innenhöfen und Barockpalästen. Sein Zentrum bildet der Kleinseitner Platz {37} mit mittelalterlich anmutenden Laubengängen und der schönsten Barockkirche Prags, der Kirche des hl. Nikolaus {38}. Auf der Nordseite des unteren Platzes steht das Smiřický-Palais (Nr. 18), in dem sich 1618 Vertreter der protestantischen böhmischen Reichsstände zu einer Geheimsitzung trafen und den sogenannten Zweiten Prager Fenstersturz beschlossen (–>). Das Hinauswerfen der kaiserlichen Statthalter führte zur Eskalation der Proteste gegen die Habsburger und schließlich zum Dreißigjährigen Krieg.

Um dem größten Touristenstrom auszuweichen, biegt man rechts in die Zámecká-Straße ein. Über die Straße Thunovská und die Schlosstreppe (Zámecké schody) gelangt man zum Vorplatz der Prager Burg {42}. Unterwegs wird man mit dem Blick auf die Dächer der malerischen Kleinseite belohnt. Danach durchquert man die ersten zwei Burghöfe und steht vor dem größten und wichtigsten Sakralbau Prags, dem Veitsdom {43}. Für seine Besichtigung sowie für einen Besuch des unweit gelegenen Goldenen Gässchens {46} und weiterer Sehenswürdigkeiten benötigt man ein Sammelticket (–>). Wer nur kurz in Prag ist und kein Onlineticket besitzt, kann sich Geld und Zeit sparen – an den Warteschlangen vor den Kassen kann man in der Hochsaison verzweifeln. Stattdessen flaniert man lieber entspannt durch die Burghöfe und erkundet den barocken, frei zugänglichen Königsgarten {47}.

Für einen Imbiss und ein frisch gezapftes Bier eignet sich das Restaurant und Café im Erdgeschoss des Lobkowicz-Palais. Von seiner im Sommer geöffneten Terrasse hat man einen tollen Blick auf die Dächer der Kleinseite.

Über das östliche Tor verlässt man die Burganlage und steigt über die Alte Schlossstiege und die Straße Pod Bruskou zur Metrostation Malostranská hinab. Nach der Überquerung der Brücke Mánesův most ist man wieder in der Altstadt.

Am Moldauufer steht das im Stil der Neorenaissance erbaute Rudolfínum {12}, in dem jedes Jahr das bekannte Festival „Prager Frühling“ stattfindet. Der Platz vor dem Gebäude ist nach dem Studenten Jan Palach benannt, der sich 1969 am Wenzelsplatz {25} aus Protest gegen die Besetzung seines Landes verbrannte. An der Fassade des Gebäudes der Philosophischen Fakultät schräg gegenüber vom Rudolfinum erinnert eine Gedenktafel an diesen Akt der Verzweiflung. Gleich nebenan befindet sich die Metrostation, wo der Spaziergang endet.

Spaziergang 2: Durch die Gassen der Altstadt und der Josefstadt

Länge: ca. 4 km

Dauer: 2½–3 Stunden (ohne Besuch der Sehenswürdigkeiten)

Startpunkt: Rudolfinum {12}, Metro A: Staroměstská [G6]

Endpunkt: Metro B: Národní třída [H8]

Enge Gassen, alte Straßenlaternen, prachtvolle Palais – die Plätze rund um den Altstädter Ring üben einen magischen Zauber aus. Die Synagogen und der Alte Jüdische Friedhof bezeugen wiederum den einstigen Reichtum des Prager jüdischen Lebens, wecken aber auch Erinnerungen an das Leid der jüdischen Bevölkerung.

Der Spaziergang beginnt beim Rudolfinum {12}, in dem während der Besatzung im Zweiten Weltkrieg der stellvertretende Reichsprotektor Heydrich häufig zu Gast war. Nach Prag kam er mit dem klaren Auftrag, die Deportation der Juden einzuleiten.

Wie bedeutend einst die Prager Judenstadt war, wird schon nach einigen Schritten sichtbar: Man überquert die viel befahrene Straße 17. Listopadu und biegt in die Široká (Breite)-Gasse ein. Linker Hand erstrecken sich die Mauern des berühmten Alten Jüdischen Friedhofs {19}, nebenan erblickt man die Pinkas-Synagoge {18}. Auf der anderen Seite des Friedhofs stehen die barocke Klausen-Synagoge {20} und das pseudo-romanische Gebäude der ehemaligen Begräbnisbruderschaft (–>). Von dessen Balkon wurden früher die Grabreden gehalten.

Im Jüdischen Rathaus (–>) in der Maiselova 8, die die Široká kreuzt, tagte früher der Ältestenrat. Heute hat hier die Prager jüdische Gemeinde ihren Sitz. Das Gebäude erkennt man an seinem Turm mit den zwei Uhren: Eine hat ein lateinisches Ziffernblatt, die andere ein hebräisches. Wie die Straße ist auch die Maisel-Synagoge {21} nach Mordechai Maisel benannt, Ende des 16. Jh. Gemeindevorsteher der Judenstadt. Der kinderlose Bankier und Philantrop finanzierte nicht nur wichtige Bauten im Getto, sondern auch Rudolfs II. Krieg gegen die Türken. Nach seinem Tod wurde sein Vermögen beschlagnahmt.

Von der Maiselova-Straße geht es nach rechts in die Červená-Gasse, wo die gotische Altneue Synagoge {23} steht. Noch heute werden hier Gottesdienste abgehalten. Man biegt wieder nach rechts in die elegante Einkaufsstraße Pařížská (Pariser Straße) ab, die auf beiden Seiten von Jugendstilhäusern gesäumt ist, schreitet sie einige Meter ab und geht nach links in die Široká-Straße. Über die Vězeňská-Straße kommt man zur Spanischen Synagoge {22}. In ihrer Nachbarschaft erblickt man ein beliebtes Fotomotiv: ein eigenwilliges Kafka-Denkmal.

Der Haštalská folgend gelangt man zum malerischen Platz Haštalské náměstí mit der Kirche des hl. Haštal [I5]. 1968, während der Besatzung der Tschechoslowakei, befand sich im Gebäude des heutigen Hotels Haštal (Haštalská 16) das sowjetische Hauptquartier. Auch die Seitenstraßen im Norden des Platzes sind eine Erkundung wert: Ob in der schattigen U Milosrdných (von der Anežská im Norden des Platzes abzweigend), der Straße Anežská, in der sich auch der Eingang zum Agneskloster {11} befindet und die mit der Nummer 1043/4 das kleinste Haus der Altstadt (–>) aufweist, oder der verwinkelten Řásnovka (man biegt im Nordosten des Platzes ein) – hier spürt man die Atmosphäre des alten Prag besonders gut.

Zurück am Haštal-Platz, geht es durch die Rybná-Straße im Süden des Platzes weiter. Nach einigen Metern biegt man nach rechts in die Dlouhá ein. Am Altstädter Ring {4} angekommen, überquert man diesen in Richtung Rathaus {5}. Über den Platz Malé náměstí, dessen auffälligstes Gebäude (Nr. 3, V. J. Rott-Haus) eine der europaweit größten Filialen der Restaurantkette Hard Rock Cafe beherbergt, führt der Weg in die stets überfüllte Karlsgasse (Karlova). Im Haus Nr. 4 fast am Ende der Karlova wohnte 1607–1612 der deutsche Astronom Johannes Kepler (–>). Eine Gedenktafel an der Hausfassade erinnert daran. Durch den Häuserdurchgang, auch „Keppler-Durchgang“ genannt, gelangt man links in die Aněnská-Straße und zum kleinen Anna-Platz (Aněnské náměstí). Hier herrscht eine wohltuende Ruhe. Im Südwesten steht das Gebäude des Theaters am Geländer, wo in den 1960er-Jahren als Kulissenschieber, später als Bühnenautor der damalige Dissident und spätere tschechische Präsident Václav Havel arbeitete.

Die schmale Silbergasse (Stříbrná) im Süden mündet in die Náprstkova, der man nach links folgt, um zum beschaulichen Bethlehemsplatz (Betlémské náměstí) zu gelangen. Zwischen 1402 und 1412 predigte in der Bethlehemskapelle {13} der Reformator Jan Hus (–>).

Der östlich gelegene Gebäudekomplex beherbergt das ethnologische Náprstek-Museum, ein Ableger des Nationalmuseums {26}. Über die Straße Na Perštýně im Süden des Platzes gelangt man vorbei am Bierlokal U Medvídků zur belebten Einkaufsstraße Národní třída. Die Fassade des Kaufhauses Máj-House of Fun schmücken zwei riesige Schmetterlinge – ein Werk des Künstlers David Černý. Es ehrt die tschechoslowakischen Kampfpiloten, die im Zweiten Weltkrieg in der britischen Armee dienten.

Man überquert die Národní und geht in die Spálená-Straße. An der Metrostation Národní třída, vor dem Hinterausgang des Kaufhauses Quadrio, erblickt man ein weiteres sehenswertes Werk des Künstlerprovokateurs Černý: eine 39 t schwere, 10 m hohe und bewegliche Kafka-Büste, die an eine Discokugel erinnert.

Spaziergang 3: Über die Alt- in die Neustadt

Länge: ca. 4 km

Dauer: 2½–3 Stunden (ohne Besuch der Sehenswürdigkeiten)

Startpunkt: Pulverturm {1}, Metro B: Náměstí Republiky [J6]

Endpunkt: Straßenbahnhaltestelle Jiráskovo náměstí [G9], Linie 17 bis zur Metro-Stration Staroměstská

Der Spazierweg führt von der nördlichen Altstadt nach Süden. Man trifft dabei auf kleine Plätze, verwinkelte Passagen und Häuserdurchgänge, taucht kurz am Wenzelsplatz auf und erkundet schließlich das pulsierende Herz der Neustadt, den Karlsplatz.

Vom Pulverturm {1} führt der Weg zuerst durch die Celetná-Straße. Am Haus zur Schwarzen Madonna {3} biegt man nach links zum Obstmarkt (Ovocný trh) ab, an dem das klassizistische Ständetheater {9} steht. Vis-à-vis erblickt man das zentrale Gebäude der Karlsuniversität, das ehrwürdige Karolinum {10}. Von dem ursprünglichen Bau ist allerdings nur der gotische Kerker der Hauskapelle erhalten. Einige Schritte weiter in südliche Richtung stößt man in der Straße Havelská auf die St.-Gallus-Kirche (Kostel sv. Havla, [I7]) aus dem ersten Drittel des 13. Jh. Sie entstand zusammen mit der damals selbständigen Gallusstadt, die innerhalb der Altstadt wichtige Geschäftsprivilegien besaß. Hier befand sich der größte städtische Warenumschlagplatz, der vom Obstmarkt bis zum Kohlenmarkt (Uhelný trh, [H7]) reichte und die Straßen Rytířská, Havelská mit ihren schönen Laubengängen und V Kotcích (Zu den Marktbuden) umfasste. Bis 1807 stand in der Mitte des mittelalterlich anmutenden Kohlenmarktes eine alte Köhlerei, doch statt Kohle verkaufte man hier Gemüse und Blumen.

Dominiert wird der Platz von einem Brunnen aus dem Jahr 1797. Eine Gedenktafel an der Fassade des Arkadenhauses Nr. 1 erinnert daran, dass dort 1787 W. A. Mozart wohnte.

Eine weniger ruhmvolle Geschichte weist die Perlová-Straße auf, die linkerhand vom Uhelný trh wegführt: Bis vor einigen Jahren war hier der bekannteste Straßenstrich Prags. Im Haus Platýz in der Martinská-Straße 10, einige Schritte südlich vom Kohlenplatz, trat 1840 Franz Liszt auf. Unter seinen Zuhörern war auch der 16-jährige Bedřich Smetana, der später einer der bekanntesten tschechischen Komponisten wurde.

In der nahen, abends eindrucksvoll beleuchteten Kirche St. Martin in der Mauer [H7] – sie entstand im 12. Jh. als Teil der Stadtmauer – setzten Hussiten 1414 eine ihrer Hauptforderungen um und reichten den Kelch mit Messwein erstmals auch den einfachen Gläubigen.

Über den Platýz-Hof am Kohlenmarkt gelangt man in die Geschäftsstraße Národní (Nationalstraße) und geht dort nach links zum Jungmannovo náměstí (Jungmann-Platz). An einer Ecke (Haus Nr. 40) steht das architektonisch bemerkenswerte rondokubistische Palais Adria aus den 1920er-Jahren (s. auch –>). Ein kurzer Rundgang durch seine mit Marmor und Messing verzierte Passage lohnt sich, gehört sie doch zu den schönsten in Prag. Im oberen Stockwerk ist das Adria Café-Restaurant untergebracht.

Die imposante Maria-Schnee-Kirche ([I7], tägl. 9–18 Uhr) gab Karl IV. in Auftrag. Ihr frühbarocker Altar ist der höchste in ganz Prag. Den Eingang findet man im Innenhof des Österreichischen Kulturinstituts (Rakouské kulturní fórum v Praze).

Rechter Hand geht es in den versteckt liegenden Franziskanergarten, wo sich Prager zwischen blühenden Rosensträuchern von der Hektik der Großstadt erholen. Durch die Einkaufspassage Palác U Stýblů an der Südostecke des Gartens gelangt man zum Wenzelsplatz {25}, geht ihn kurz rechts hinauf und biegt gleich wieder rechts in die Vodičkova-Straße ein. In der nostalgischen Passage des Lucerna-Palais (Nr. 36, –>) sollte man sich ein beliebtes Fotomotiv nicht entgehen lassen: Von der Decke hängt kopfüber ein riesiges Pferd, auf dessen Bauch der heilige Wenzel sitzt. Das provokative Werk stammt von tschechischem Star-Künstler David Černý.

Der Vodičkova folgend, passiert man das Gebäude Dům U Nováků (Nr. 30), das durch seine farbenfrohe Jugendstilfassade besticht. Sein verwinkeltes Passagensystem lohnt eine Einkehr.

Die Vodičkova-Straße führt weiter bis zum belebten Karlsplatz {29} (Karlovo náměstí), dessen Wahrzeichen der markante Eckturm des Neustädter Rathauses (–>) ist.

Musikinteressierte können einen Abstecher in östliche Richtung machen: In der Žitná Nr. 14 lebte von 1877 bis zu seinem Tod der bedeutendste tschechische Komponist, Antonín Dvořák. Hier empfing er zahlreiche prominente Gäste, unter anderem Johannes Brahms und Pjotr Iljitsch Tschaikowski.

An der Ecke des Karlovo náměstí zur Ječná-Straße erhebt sich die frühbarocke Jesuitenkirche des hl. Ignatius aus dem 17. Jh. [H9]. Ihrem und dem Bau des benachbarten Jesuitenkollegs (heute ein Krankenhaus) mussten 34 Wohnhäuser und 13 Gärten weichen. Man biegt nach rechts ab. Der Straßenbahnlinie folgend überquert man die nächste Kreuzung. Über die Resslova geht man weiter bis zum Symbol des modernen Prags, dem Tanzenden Haus {33}. Unterwegs passiert man rechter Hand die geschichtsträchtige Kathedrale der hl. Kyrill und Method {31}. Rechts vom Tanzenden Haus befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Straßenbahnhaltestelle.

Spaziergang 4: Von der Kleinseite zum Hradschin und der grünen Kampa-Insel

Länge: 7,3 km (inkl. Besichtigung der Gärten)

Dauer: 4 Stunden (ohne Besuch der Sehenswürdigkeiten)

Start- und Endpunkt: Metro A: Malostranská [F5]

Der Spaziergang bringt Sie zu den schönsten Plätzen, Gärten und Gassen der Kleinseite und des Hradschin. Abseits der Touristenwege findet man faszinierende Fotomotive und geschichtsträchtige Gebäude.

Links von der Metrostation Malostranská erstreckt sich ein kleiner Garten, den man durchquert und links in die Valdštejnská-Straße einbiegt.

Im Häuserdurchgang Nr. 12 bis 14 befindet sich der Eingang in die miteinander verbundenen, gebührenpflichtigen Palastgärten {39} (geöffnet: April–Okt.). Weiter geht es zum Platz Valdštejnské náměstí, der vom mächtigen Waldsteinpalais {40} beherrscht wird. Sein einstiger Besitzer, Albrecht von Waldstein (auch als Wallenstein bekannt) starb auf tragische Weise: Einer der einflussreichsten Männer der europäischen Gegenreformation wurde 1634 ermordet. Heute hat hier der tschechische Senat seinen Sitz.

Durch den ersten Hof gelangt man in den schönen (und erfreulicherweise kostenlos zugänglichen) Waldsteingarten, in dem nicht nur Besucher, sondern auch ein paar Pfauen gerne umherstolzieren (April–Okt.).

Von der Tomášská Straße, die vom Platz wegführt, biegt man nach rechts in die enge Thunovská-Gasse. Wenn man die alten Torbögen und Laternen sieht, versteht man, warum Filmproduzenten dieses Viertel lieben.

Man erklimmt die Schlosstreppe (Zámecké schody) und wird am Hradschinplatz {48} vor der Prager Burg {42} mit einem fantastischen Panoramablick belohnt. Wer es noch nicht getan hat, kann hier die Burgbesichtigung einschieben. Der Platz ist von Renaissance- und Barockpalais umgeben, in zweien sind Ausstellungen der Nationalgalerie zu sehen. Entlang am Erzbischöflichen Palais (Nr. 16) an der Nordseite des Platzes geht man bei der Abzweigung rechts in die Kanovnická-Gasse, sie führt in die Neue Welt {49} (Nový svět). Viele halten sie für die schönste Gasse Prags. Eine gemütliche Atmosphäre herrscht im gleichnamigen Café.

Am Ende der Gasse biegt man nach links in die Černínská-Gasse ein, in der Gabelung erblickt man rechter Hand ein dörflich wirkendes Holzhaus, in dem ein Hotel untergebracht ist.

Am Platz Loretánské náměstí sorgt die Loretokapelle {50} zu jeder vollen Stunde (9–18 Uhr) mit ihrem melancholischen Glockenspiel für eine entsprechende Stimmung. Gegenüber erstreckt sich das imposante Czernín-Palais, in dem das tschechische Außenministerium untergebracht ist.

Von dem Platz Pohořelec führt eine Treppe im Häuserdurchgang rechts neben dem Café Melvin (Nr. 8) hinauf zur Straße Úvoz. Wer will, kann dort rechts abbiegen und bergauf zum Strahov-Kloster {51} gehen. Ansonsten gelangt man über die absteigende Úvoz-Straße in die Nerudagasse {41}. Dabei passiert man linker Hand das urige Gasthaus Zu den drei Äxten. Eine Treppe führt von der Nerudova-Straße nach rechts zum Johannesbergl (Jánský vršek, –>). Rund um die Gasse findet man weitere schöne Fotomotive.

Im barocken Palais Lobkowicz, dem Sitz der deutschen Botschaft (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Palais auf der Burg) in der Vlašská wurde ein Stück Geschichte geschrieben: Vom Balkon des Gebäudes verkündete der westdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher am Abend des 30.9.1989 Tausenden dort kampierenden DDR-Flüchtlingen, dass deren Ausreise genehmigt wurde.

Die Straße Tržiště mündet in die Karmelitská, man überquert diese und geht in die kurze Prokopská-Straße. Es folgt ein Bummel durch die malerischen Malteser- und Großprioratsplätze, die Miloš Forman als Drehorte für seinen oscarprämierten Film „Amadeus“ nutzte. Kleine Cafés laden zum Verweilen ein. An der „Lennon-Wand“ am Großprioratsplatz [F6/7] – man erkennt sie an den bunten Graffiti – versammelten sich vor 1989 zu jedem Todestag von John Lennon dessen Fans mit Kerzen und Gitarren.

Über eine kleine Brücke gelangt man zur Insel Kampa {34}, auf der man wunderbar spazieren gehen oder in einem Café sitzen kann. Freunde der modernen Kunst sollten sich das Kampa-Museum {35} nicht entgehen lassen. Anschließend geht man unter einen Brückenbogen der Karlsbrücke {16} hindurch, die Straße U Lužického semináře führt zur Metrostation, wo dieser Spaziergang endet.

Die Altstadt

Bereits im 10. Jh. erstreckte sich am rechten Moldauufer eine Marktsiedlung. 1230 wurde die Altstadt zur Königsstadt erhoben. An keinem anderen Prager Platz herrscht so viel Trubel und Gedränge wie am Altstädter Ring {4}. Die historischen Gebäude mit Zinnen und Erkern, Kirchen, die weltberühmte Astronomische Uhr am Altstädter Rathaus {5} und das Denkmal des Jan Hus verleihen dem Ort einen besonderen Charme. Der Pulverturm {1} steht an der Grenze zwischen der Alt- und Neustadt. Hier begann im Mittelalter der symbolische „Königsweg“, heute die wichtigste Touristenroute durch Prag. Sie führt über die Celetná Straße zum Altstädter Ring {4}, windet sich in die enge Karlsgasse zur Karlsbrücke {16} und endet oben auf der Prager Burg {42}. Ganz intensiv spürt man den Genius Loci der Altstadt abseits der Touristenwege, auf malerischen Plätzen und in verwinkelten, stillen Gassen.

{1} Pulverturm (Prašná brána) * [J6]

Der markante, 65 m hohe Turm am Platz der Republik ist der beliebteste Ausgangspunkt für die Besichtigung der Altstadt. 13 Tore führten einst in die befestigte Altstadt. 1475 ließ König Władisław II. Jagiełło einen neuen Turm bauen, als er in unmittelbarer Nachbarschaft seinen Hof errichtete. Zum Ärger der Stadträte musste die Stadt das Bauwerk finanzieren. Sie rächten sich mit der Inschrift „Zur Ehre und zum Ruhm der Einwohner der Stadt“. Als der geizige König nach Unruhen und einer Pestepidemie 1483 auf die Burg {42} umsiedelte, verlor der Turm seine repräsentative Funktion. Später diente er als Schießpulverarsenal. Im 19. Jh. wurde er neogotisch umgebaut. Ein weiter Blick über die Dächer der Stadt belohnt den Aufstieg über 186 Steinstufen.

> Na Příkopě, Metro B: Náměstí Republiky, Jan.–März, Okt., Nov. tägl. 10–18, April–Mai 10–19, Juni–Sept. 9–20.30, Dez. 10–19.30 Uhr, Eintritt 190 Kč. In der ersten Stunde nach der Öffnung 50 % Rabatt.

Hinter dem Pulverturm beginnt die Altstadt (030pr Abb.: gz)

{2} Gemeindehaus (Obecní dům) *** [J6]

An der farbenfrohen Außen- und Innenverzierung des prächtigen Jugendstilgebäudes gleich neben dem Pulverturm {1} beteiligten sich namhafte tschechische Künstler wie Alfons Mucha oder Josef V. Myslbek.

Das Haus am Platz der Republik zählt zu den architektonischen Juwelen Prags. Es steht an historisch bedeutsamer Stelle: Ende des 14. bis Ende des 15. Jahrhunderts residierten hier die böhmischen Könige.