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Valencia umfängt seine Gäste mit mediterraner Atmosphäre und überrascht mit außergewöhnlichen Erlebnissen: beim Spaziergang durch die gotisch-modernistische Altstadt, bei einer Radtour durch das trockengelegte Túria-Flussbett oder bei einer Stippvisite im einstigen Fischerviertel Cabanyal. Die Metropole am Mittelmeer lockt mit etwa 300 Sonnentagen pro Jahr, einem reizvollen Strand direkt vor der Haustür, farbenfrohen Fiestas und kulinarischen Highlights von Paella bis Pintxos. In der Umgebung laden die Reisfelder von L'Albufera, das Weinanbaugebiet Requena-Utiel sowie die Burgen von Xàtiva und Sagunt zu Entdeckungen ein. Dieser aktuelle Reiseführer Valencia ist der ideale Begleiter, um alle Seiten der spanischen Küstenstadt selbstständig zu entdecken: - Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Museen der Stadt sowie weniger bekannte Attraktionen und Viertel ausführlich vorgestellt und bewertet - Faszinierende Architektur: Gotik, Modernismus und futuristische Postmoderne - Abwechslungsreicher Stadtspaziergang - Erlebnisvorschläge für einen Kurztrip - Ausflüge ins Reis- und Weinanbaugebiet und zu mittelalterlichen Burgen - Shoppingtipps vom Zentralmarkt bis zum Designerviertel - Die besten Lokale der Stadt und allerlei Wissenswertes über die valencianische Küche - Tipps für die Abend- und Nachtgestaltung: von Flamenco und Theater bis zur Open-Air-Disco - Kulinarische Highlights: Paella-Kochkurs oder Weinprobe in der Bodega - Valencia zum Durchatmen: Túria-Park, Parque Central und Strandspaziergang - Ausgewählte Unterkünfte von preiswert bis ausgefallen - Alle praktischen Infos zu Anreise, Preisen, Stadtverkehr, Touren, Events, Hilfe im Notfall - Hintergrundartikel mit Tiefgang: Geschichte, Mentalität der Bewohner, Leben in der Stadt - Kleine Sprachhilfe Spanisch mit den wichtigsten Vokabeln für den Reisealltag
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 223
Veröffentlichungsjahr: 2024
Stadtplan für Smartphone und Tablet
Verweise im Buch
Adressangaben
Preiskategorien
Vom Geheimtipp zum Trendreiseziel
Willkommen in Valencia
Kurztrip nach Valencia
Stadtspaziergang
Erlebenswertes in der Altstadt
Rund um das Zentrum
CAC (Ciutat de les Arts i les Ciències)
Ziele am Mittelmeer
Ausflugsziele
Valencia für Kunst- und Museumsfreunde
Valencia für Genießer
Valencia am Abend
Valencia zum Stöbern und Shoppen
Valencia zum Durchatmen
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Valencia – ein Porträt
Von den Anfängen bis zur Gegenwart
Leben in der Stadt
Der Hafen von Valencia
An- und Rückreise
Autofahren
Barrierefreies Reisen
Diplomatische Vertretungen
Elektrizität
Geldfragen
Informationsquellen
LGBT+
Medizinische Versorgung
Mit Kindern unterwegs
Notfälle
Öffnungszeiten
Post
Radfahren
Sicherheit
Sprache
Stadttouren
Telefonieren
Uhrzeit
Unterkunft
Verhaltenstipps
Verkehrsmittel
Wetter und Reisezeit
Register
Impressum
Ergänzend zum Zentrumsausschnitt am Ende dieses Ebooks können Sie sich den Faltplan zum Buch auf Ihr mobiles Gerät laden: Einfach die kostenlose App „Avenza Maps“ der Firma Avenza™ installieren (erhältlich für Android, iOS und Windows Phone) und anschließend in der App den Stadtplan zum Buch herunterladen.
Die App „Avenza Maps“ ist ohne Internetverbindung nutzbar, es fallen bei der Nutzung keine Datengebühren an. Sie bietet einige Features, z.B. die Anzeige des eigenen Standorts auf der Karte oder den Import und das Speichern von Ortsmarken. Weitergehende Informationen: www.avenza.com/pdf-maps
Alle Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte (Points of Interest) im Buch haben eine eindeutige Nummer, die sich als Ortsmarke im Kartenmaterial wiederfinden. (Nummern von Sehenswürdigkeiten stehen in geschweiften Klammern, z.B. {2}, Nummern von Points of Interest in spitzen Klammern, z.B. <16>.) Beim Klick auf die Nummer öffnet sich die Web-App zum Buch und der ausgewählte Punkt wird auf einer Online-Karte als Ortsmarke angezeigt. Die Web-App ermöglicht zudem die Routenführung vom aktuellen Standort zur ausgewählten Ortsmarke: www.reise-know-how.de/citytrip/valencia24
Da in Valencia Kastilisch und Valencianisch gesprochen wird, kommt es häufig vor, dass Straßenschilder nicht einheitlich sind. Hier eine kleine Hilfe zum problemlosen Navigieren:
Deutsch Valencianisch Kastilisch
Straße Carrer Calle
Platz Plaça Plaza
Allee Avinguda oder Albereda Avenida oder Alameda
Promenade/Allee Passeig Paseo
Durchgang Passatge Pasaje
Weg/Pfad Camí Camino
€ bis 15 €
€€ 15–20 €
€€€ 20–25 €
€€€€ über 25 €
Die Preise beziehen sich auf ein Hauptgericht und ein Getränk.
€ bis 100 €
€€ 100–150 €
€€€ 150–200 €
€€€€ über 200 €
Die Preise beziehen sich auf ein Doppelzimmer ohne Frühstück.
Valencia ist eine Wohlfühlstadt mit spannenden Ecken und vielfältigem touristischen Angebot. Überall ist frischer Wind zu spüren, die Stadt wird jedes Jahr beliebter bei Reisenden und Expats – und auch bei Studierenden: Valencia ist unter den Top Five der europäischen Städte beim Erasmus-Austauschprogramm, immer mehr Studierende verbringen hier ihr Auslandssemester.
Zuletzt haben viele neue Restaurants und Hotels eröffnet, der Tourismussektor hat sich von der COVID-Pandemie gut erholt. Dank der noch besser funktionierenden Schnellzugverbindung nach Madrid und mehr Flugverbindungen ist es einfacher denn je, die Stadt am Fluss Turía zu besuchen und ihre zahlreichen Annehmlichkeiten zu genießen, wie den neuen Mercado de la Imprenta, eine Pilgerstätte für Foodies in einer alten Großdruckerei.
Mit einem besonderen Titel darf sich Valencia 2024 schmücken: Grüne Hauptstadt Europas. Damit würdigt die Europäische Kommission die Anstrengungen der Stadt in Bezug auf nachhaltigen Tourismus, Klimaneutralität und eine faire und inklusive grüne Transition. Veränderungen sind auch in der Stadtplanung bemerkbar: Seit Jahren setzt man hier auf mehr Fußgängerzonen und Fahrradwege. Die Plaça de l’Ajuntament {3} ist nun fast komplett für den Verkehr gesperrt, und wird in den nächsten Jahren komplett neu gestaltet.
Man darf gespannt sein, was noch alles in Valencia passiert – auf jeden Fall ist es jetzt schon ein Traumziel am Mittelmeer, wo man dank rund 300 Sonnentagen im Jahr einfach eine tolle Zeit hat. Garantiert.
Stephanie Schulz lebt seit 2011 in Valencia und freut sich, dass sie als Stadtführerin jeden Tag Gästen die großen Highlights und versteckten Ecken ihrer Wahlheimat zeigen darf. Die Entscheidung, hier zu leben, traf sie ganz bewusst: Nach vielen Jahren „on the road“ als Reiseleiterin und Backpackerin besuchte sie zehn spanische Städte, um sich in einer von ihnen niederzulassen – mit Fragebogen und Punktesystem. Nach zwei Stunden Spaziergang in Valencia war die Sache klar: das gute Wetter und das fantastische Essen, die netten Menschen und das Meer überzeugten. Valencia ist weder zu klein noch zu groß. Die gebürtige Schwerinerin liebt es, mit ihrer Hündin Canela im Turía zu spazieren, Restaurants zu testen, im Umland Fahrrad zu fahren und immer wieder Neues über Valencia zu lernen. Mehr zu ihren Führungen, Radtouren und Ausflügen unter www.valenciainside.com.
Valencia, Spaniens drittgrößte Stadt, ist zwar im Laufe der letzten Jahre immer bekannter geworden, aber trotzdem noch von vielen unentdeckt – und somit das perfekte Reiseziel. In welcher Stadt kann man schon in einem Fluss picknicken oder 2000 Jahre Geschichte auf wenigen Quadratmetern erleben? Wie wäre es mit einer leckeren Paella direkt an ihrer Geburtsstätte?
Valencia vereint einfach alles, was das Reiseherz begehrt, und das bei einer angenehmen und humanen Größe. Vom Stadtstrand bis zum Gebirge ist der Weg nicht weit und schon wenige Minuten außerhalb des Stadtzentrums kann man L’Horta, das Gartenland mit seinen Obst- und Gemüsegärten, besuchen.
Tapas oder Reisgericht? Das ist oft die schwierigste Frage des Tages – warum nicht einfach beides?! Orangen pflücken oder doch lieber den guten Jamón Serrano probieren? Heute römische Geschichte erleben oder zwischen Haifischen in einem der größten Aquarien Europas wandeln? Die Auswahl ist schier unbegrenzt und stets leicht erreichbar.
Für den Besucher sind in Valencia drei Zonen interessant: Die Altstadt (Ciutat Vella) mit der Kathedrale {14}, dem Mercat Central {6} und der Seidenbörse {8}, der Fluss-ParkTúria mit der CAC (–>), der „Stadt der Künste und Wissenschaften“, und die am Mittelmeer liegenden Stadtteile wie z. B. der Cabanyal {39}, die weiten Sandstrände {38} und die Marina de Valencia {34}.
Valencia ist eine Großstadt, aber alles ist hier wunderbar zu Fuß, mit dem Fahrrad, den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Taxi zu erreichen. Die Altstadt lässt sich spazierend entdecken, der Túria-Park grenzt direkt an sie an. Um sich zwischen den drei Zonen zu bewegen, bietet sich an, den Bus oder die Metro zu nehmen bzw. ein Fahrrad zu mieten.
Die Ciutat Vella eignet sich hervorragend für einen gemütlichen Spaziergang. Ein perfekter Startpunkt ist der Mercat Central, bevor es hier gegen 10 Uhr geschäftig wird. Nachdem man sich an dem reichen Angebot sattgesehen und hoffentlich auch sattgegessen hat, geht es gegenüber zur Seidenbörse, einem gotischen Meisterwerk. Seit 1996 steht sie auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO. Nicht weit von hier befinden sich wichtige Bauwerke wie die Kathedrale und die Basilika {17} an der Plaça de la Mare de Déu oder der Palau del Marqués de Dosaigües {12} an der Carrer del Poeta Querol. Man kann sich aber auch abseits des Monumentalen bewegen und sich in den verwinkelten Gassen des Carme-Viertels [B/C1] verlieren, eines der zahlreichen Museen besuchen oder seiner ganz eigenen Tapas-Route folgen.
Wem eher nach Shopping ist, der findet an der Carrer de Colom [D5–E4] die großen spanischen und internationalen Marken und auch die El-Corte-Inglés-Kaufhäuser, in denen es einfach alles gibt. Von ihnen stehen hier gleich drei. Wer eher nach authentischen, ungewöhnlichen Dingen in kleineren Boutiquen sucht, der sollte rund um den Mercado de Colón {21}, im Viertel Carme und im hippen Stadtteil Russafa [C/D7] schauen.
Wie ein grünes Band zieht sich der Fluss Túria durch die Stadt. Ein grüner Fluss? Ja! Denn es handelt sich beim Túria um ein trockengelegtes Flussbett, in dem sich heute der längste Park Europas befindet. Absolut autofrei (manchmal sieht man berittene Polizisten) kann man hier auf fast 9 km die Fahrrad- und Laufwege nutzen, den Gulliver-Spielplatz erklettern und sich entspannen. Im Park befindet sich auch der Palau de la Música {26}, in dessen Garten viele Open-Air-Veranstaltungen stattfinden. Außerdem ist der Park die Verbindung zwischen der Altstadt und der Ciutat de les Arts i les Ciències, kurz CAC (–>), Stadt der Künste und Wissenschaften. Wenn man diese futuristischen Bauwerke betritt, kommt man sich vor wie in einer anderen Welt. Die Oper {27} überragt alles, sowohl von ihrer Größe her als auch was die Klangqualität im Inneren angeht. Nebenan stehen das IMAX-Kino {28}, das Wissenschaftsmuseum {29}, L’Umbracle {30} und die Ausstellungshalle CaixaForum {32}. Am östlichen Ende befindet sich das Aquarium Oceanogràfic {33}.
Von hier ist es nur noch ein kurzer Weg per Fahrrad, Bus oder Taxi zum Meer. Ankommend von der Avinguda del Port trifft man zunächst auf den Jachthafen {34}, die Marina de Valencia. Weiße Luxusjachten wiegen sich im Wind, das blaue Meer glitzert im Sonnenschein, die Möwen kreischen und die Luft riecht nach Salz und Sonnenschein – Mittelmeer-Atmosphäre pur! Der Hafen ist in den 2000er-Jahren für den America’s Cup komplett umgebaut worden – inklusive dem Pressegebäude Veles E Vents {37}. Hier rasten auch zwischen 2008 und 2012 die Formel-1-Autos über den „Valencia Street Circuit“.
Spannend ist ein Abstecher in den angrenzenden traditionellen Stadtteil Cabanyal {39}. Hier reihen sich mit Fliesen bedeckte Häuser aneinander, Kinder spielen auf der Straße und es ist wie ein Fischerdorf fernab der Großstadt – mit all seinen Ecken und Kanten. Schließlich gelangt man zu den Stränden Malva-Rosa und Las Arenas {38}: ein 150 Meter breiter Sandstreifen mit Strandpromenade, zahlreichen Restaurants, einem Luxushotel und dem Valencianischen „Walk of Fame“ (hier wurden auf Bodenplatten Filmstars verewigt).
Mein Tipp: Valencia von oben
Es lohnt sich, auf einen der Aussichtspunkte der Stadt zu steigen! Besonders zum Abschluss einer Reise, wenn man Valencia schon gut kennt und einige Bauwerke identifizieren kann.
> Torres de Quart {19}, 34 m
> Torres dels Serrans {20}, 33 m
> Kathedralen-Turm Micalet {15}, 51 m
<1> [C4] Atenea Sky Rooftop, Carrer de Moratín, 12, www.ateneasky.com, Tel. 661025459, geöffnet: tgl. 11–1.30 Uhr. Fantastische Dachterrasse mit Blick auf den Rathausplatz. Bar, Restaurant, After-Work-Partys. Reservierung über die Website.
<2> [S. 40] 270 Terrace at Barceló, Avinguda de França, 11, Tel. 963306344, geöffnet: meist 16–23 Uhr. Vom Dach des Hotel Barcelós die CAC (–>) bewundern.
> Von den Terrassen des Veles E Vents {37} hat man einen hervorragenden Rundumblick.
Mein Tipp: Stadtmodelle
In der Altstadt verteilt stehen Modelle historisch interessanter Gebäude und Plätze mit Erklärungen und Plänen in Braille, z. B. an der Basilika {17} und der Kathedrale {14}. Sie sind für Sehbehinderte gedacht, damit auch sie Valencia erfahren können. Es ist aber für jeden Besucher interessant, sich diese Modelle genauer anzuschauen.
Valencia lässt sich aufgrund seiner Größe und Übersichtlichkeit gut im Rahmen eines Kurztrips entdecken. Es bietet sich an, eine Unterkunft in der Altstadt oder am Strand zu nehmen, sodass man nur kurze Strecken zu den Highlights zurücklegen muss.
Am ersten Tag sollte man die Altstadt mit ihren zahlreichen Facetten entdecken – außer, es handelt sich um einen Sonntag (der Mercat Central {6} ist an diesem Tag geschlossen) oder einen Montag (fast alle Museen haben geschlossen). Der auf –> beschriebene Stadtspaziergang vermittelt einen umfassenden Überblick über Geschichte, Kultur und Kuriositäten. Im Anschluss daran kann man das eine oder andere Museum besuchen oder bei einem Getränk auf einer der Caféterrassen die Atmosphäre der Stadt auf sich wirken lassen. Abends gibt es typisch Valencianische Tapas und ein paar Copas („Gläser“, also Drinks), um den Tag ausklingen zu lassen.
Wer gern Fahrrad fährt, für den ist Valencia ideal – flach und mit vielen Fahrradwegen. Also mietet man am besten ein Rad es gibt auch eBikes) und fährt durch den schönen Fluss-Park Túria {22} zur Ciutat de les Arts i les Ciències, kurz CAC (–>). Dort kann man die futuristische Architektur bestaunen, an einer Führung in der Oper {27} teilnehmen oder das Aquarium {33} besuchen.
Weiter geht es zum Hafen {34} und zu den Stränden La Malva-Rosa und Las Arenas {38}, wo man sich eine Paella Valenciana oder Fisch und Meeresfrüchte in einem der Traditionsrestaurants schmecken lässt.
Am Nachmittag folgt ein gemütlicher Spaziergang durch den Stadtteil Cabanyal {39} oder ein Ausflug mit dem Katamaran.
Am Abend kann man einen weiteren Stadtteil entdecken, wie das alternative Russafa [C/D7] oder das elegante Cànovas [F5], die beide mit hervorragenden Restaurants und Bars aufwarten.
Hat man noch einen dritten Tag Zeit, sollte man sich einen Stadtteil oder ein Museumim Detail anschauen. Besonders empfehlenswert sind das Museo Faller, das moderne Kunstmuseum IVAM oder das Keramikmuseum (im Palau del Marqués de Dosaigües {12}).
Möglich ist auch ein Ausflug in das Naturschutzgebiet L’Albufera {40}, den gleichnamigen Süßwassersee mit seinen Reisfeldern, Ursprungsort der Paella.
Für Familien böte sich ein Besuch im Bioparc, Valencias modernem Zoo, an.
> Mascletà: lautes Feuerwerk mit Knallkörpern am hellichten Tag, täglich um 14 Uhr während der Fallas und an einigen anderen Feiertagen (–>)
> Horchata (Erdmandelmilch): Traditionsgetränk aus der „Chufa“ (Erdmandel). Unbedingt mit einem „Fartón“ (eine Gebäckstange) probieren.
> Valencia konnte sich schon mehrfach ins Guinness-Buch der Rekorde eintragen lassen: Zunächst gibt es in der Stadt angeblich die schmalste Hausfassade Europas (La Estrecha {9}), dann wurde im Jahr 1992 in einer einzigen gigantischen Pfanne für 100.000 Menschen Paella gekocht und mit ca. 95.000 Bleisoldaten hält das Museum L’Iber ebenfalls einen Rekord.
> Tribunal de les Aigües: Seit über 1000 Jahren tagt donnerstags das sogenannte Wassergericht (–>).
Ausgangspunkt für diesen 4 bis 5 Stunden dauernden Stadtspaziergang ist der Hauptbahnhof Estació del Nord {1}, günstig an der Metrostation Xàtiva gelegen.
Der Verlauf des Spaziergangs kann mittels unserer kostenlosen Web-App nachvollzogen werden.
Das Gebäude sollte man unbedingt auch von innen besuchen! Zunächst geht es an der Stierkampfarena {2} von 1851 vorbei durch die Fußgängerzone hin zum Rathausplatz {3}, an dem sich die frühere Hauptpost {5} und das Ajuntament {4} befinden. Danach läuft man am Springbrunnen vorbei und links auf der Carrer de María Cristina bis zum Mercat Central {6} mit seinen kulinarischen Schätzen (geöffnet Mo.–Sa. von 7.30 bis 15 Uhr). Wenn man sich dann vom frischen Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und vielem mehr losreißen kann, sollte man auch die Seidenbörse {8} gegenüber besuchen.
Man geht nun über die Plaça Doctor Collado weiter zur Carrer dels Drets. In der Carrer Martín Mengod, einer kleinen Seitenstraße auf der linken Seite, kann man einem stadtbekannten Fächermaler im Atelier seines Geschäfts bei der Arbeit über die Schulter schauen (Abanicos Vibenca).
Rechts um die Ecke liegt die Plaça Lope de Vega und hier steht das Haus mit der angeblich schmalsten Hausfassade Europas {9}. Gegenüber befindet sich die wunderbare Plaça Redona {10}, der „Runde Platz“, und wenn man Glück hat, sitzen dort vormittags einige ältere Damen und arbeiten in fröhlicher Runde an ihren Handarbeiten. Hier kann man einen Moment verweilen, vielleicht ein oder zwei herzhafte Pintxos im Pintxo i Trago essen oder ein Stückchen um die Ecke in der traditionellen Horchatería Santa Catalina eine typische Horchata mit Fartón (Erdmandelmilch mit Gebäckstange) probieren.
Vorbei an La Tienda de Las Ollas, Valencias ältestem Geschäft, wo das ganze Jahr über weihnachtliche Krippendekoration verkauft wird, geht es durch die Carrer de l’Abadia de Sant Martí zum Palau del Marqués de Dosaigües {12}. Der Weg führt nun nördlich über die Carrer del Marqués de Dosaigües und dann links über die Carrer de la Pau, bis man zur Plaça de la Reina gelangt. Hier steht die Kathedrale {14} von Valencia, um die man nun entgegen dem Uhrzeigersinn am besten einmal fast komplett herumspaziert. Auf diese Weise sieht man die verschiedenen Eingangstüren und Fassaden und auch die archäologische Ausgrabungsstätte Almoina (L’Almoina – Centre Arqueològic). Schließlich erreicht man die Plaça de la Mare de Déu {16} mit der gleichnamigen Basilika {17} und dem Präsidentensitz der Autonomen Gemeinschaft Comunitat Valenciana, der Generalitat.
Links am Springbrunnen vorbei geht es nun zur Carrer del Comte d’Almodóvar und dann links auf die Carrer dels Franciscans, die an der Plaça de Cisneros [C2] endet. Von Weitem kann man nun schon das beeindruckende Stadttor Torres dels Serrans {20} sehen, hinter dem der trockengelegte Fluss Túria {22} liegt, der heute ein ausgedehnter Park ist. Jetzt hat man die ganze Altstadt einmal von Süden nach Norden durchquert.
Wenn man noch Energie hat, dann sollte man hier im Park gen Osten, also Richtung Mittelmeer gehen (nach rechts), um ein wenig den Fluss und seine Atmosphäre zu genießen. Nach etwa 20 Minuten bzw. 1 km kann man den Fluss-Park auf der rechten Seite an der Metrostation Alameda [F3] wieder verlassen und sich (vorbei an der Porta de la Mar) Richtung Glorieta [E3] und Parque del Parterre [D/E3] bewegen. Dabei handelt es sich um zwei kleine Parks mit über 170 Jahre alten, riesigen Gummibäumen und dem Reiterstandbild von Jaume I., dem Conquistador von Valencia (–>).
Zum Abschluss überquert man die Carrer de Colom [D5–E4], die Shoppingstraße, an der man alle großen spanischen und internationalen Marken findet, um auf der Carrer de Jorge Juan zu einem weiteren Highlight der Stadt, dem Mercado de Colón {21}, zu gelangen. Hier darf man sich nun ausgiebig bei einer weiteren Horchata (Horchatería Daniel) oder bei einem Túria-Bier ausruhen und die gewonnen Eindrücke verarbeiten.
Er ist eines der schönsten Beispiele des Valencianischen Modernismus (–>): Der Hauptbahnhof (1917) besticht durch seine wundervolle Kombination aus geschwungenen Metallbögen, farbigen Glasflächen und vielfältigen Keramikdekorationen.
Immer wieder findet man an der Fassade Orangen und ihre Blüten,rote Sterne (Symbol der früheren Betreiberfirma), aber auch, direkt unter den Flaggen, zwei Keramikmosaiken, die jeweils die Wächterin des Tages (rechts) und der Nacht (links) darstellen. Im Gebäude besticht das frühere Bahnhofscafé auf der rechten Seite durch seine Schönheit: Thema der Fliesenbilder und des Trencadís sind L’Horta (das Gartenland um Valencia) und der Süßwassersee L’Albufera.
Nicht verpassen: In der Eingangshalle mit den hölzernen Fahrkartenschaltern wird dem Reisenden in mehreren Sprachen eine „Glückliche Reise!“ gewünscht. Man findet die freundlichen Worte an den Holzsäulen zwischen den Türen und Fenstern.
Seit Jahren gibt es den Plan, den Bahnhof umzubauen und die Gleise unterirdisch zu verlegen, ähnlich dem Projekt „Stuttgart 21“. Das historische Gebäude soll in den neuen Bahnhof integriert werden und auf der Fläche, wo heute die Gleise oberirdisch verlaufen, nach und nach der Parque Central (Zentralpark) entstehen. Im Jahr 2018 wurde bereits ein großer Teil des Parks eröffnet – wann das Projekt endgültig fertiggestellt sein wird, ist nicht sicher. Seit 2023 wird der Bahnhof immerhin umfassend renoviert.
Kurios: Obwohl der Bahnhof wörtlich übersetzt „Nordbahnhof“ heißt, liegt er doch im Süden der Altstadt. Den Namen verdankt er der früheren Betreiberfirma, der Compañia de Caminos de Hierro del Norte de España – Gesellschaft der Eisenbahnen Nordspaniens. Dieser Name war so lang, dass die Valencianer ihn einfach auf „Estació del Nord“ verkürzten.
Ganz wichtig: Wer in Valencia eine Zugreise antritt, sollte genau auf seinem Ticket kontrollieren, von wo der Zug abfährt, denn es gibt zwei Bahnhöfe. Der BahnhofJoaquín Sorolla [B7] befindet sich etwa 15 Minuten zu Fuß hinter dem Hauptbahnhof. Von dort bringt einen zum Beispiel der Hochgeschwindigkeitszug AVE (Alta Velocidad Española) in nur 95 Minuten nach Madrid.
> Carrer de Xàtiva, 24, Tel. 902432343, www.renfe.es
Der Hauptbahnhof {1} begeistert mit seiner modernistischen Architektur (093va-srs)
Kurz und knapp: Trencadís
Trencadís ganz einfach erklärt: Man zerbricht Fliesen und setzt ein Mosaik aus den Bruchstücken zusammen. Diese Technik ist im Mittelmeerraum weit verbreitet und der Architekt Antoni Gaudí hat sie in Barcelona am Anfang des 20. Jahrhunderts perfektioniert. In Valencia findet man sowohl wunderschöne mehrfarbige Bilder (Mercado de Colón {21}, Estació del Nord {1} – beides Bauwerke des Valencianischen Modernismus, –>) als auch einfarbige Mosaiken (besonders in der Ciutat de les Arts i les Ciències in Weiß und Blau, –>). Die Technik ist allerdings nicht nur schön anzusehen, sondern sie gilt auch als praktisch: Die hohe Luftfeuchtigkeit am Mittelmeer wird durch die Fliesenglasur vom Eindringen in die Häuser abgehalten, es ist so im Inneren weniger klamm und kalt.
Als die Stierkampfarena am 3. August 1851 eröffnet wurde, waren gerade mal drei Sitzreihen fertig, aber man musste dringend Geld für den Weiterbau verdienen. Also wurden Holztribünen für die übrigen Zuschauer aufgebaut. Innerhalb weniger Stunden war das Spektakel komplett ausverkauft. Und so schrieb eine Tageszeitung am nächsten Tag keinen ausführlichen Bericht über die corridas, denn: „Die Fans werden gestern dort gewesen sein, und diejenigen, die nicht anwesend waren, interessieren sich wohl nicht sehr für Stierkampf.“
Zehn Jahre später war die Arena dann endlich komplett fertig: inspiriert vom Kolosseum in Rom, mit 384 Steinbögen und heute 12.884 Sitzplätzen. Wenn die Flaggen über dem Platz wehen, dann finden hier corridas statt. Neben Stierkämpfen werden aber auch Konzerte und Events aller Art veranstaltet.
An die Arena angeschlossen ist das kleine Museo Taurino, in dem sich der Besucher über die Geschichte und Tradition des Stierkampfs informieren kann. Von hier aus darf man die Stierkampfarena auch von innen besichtigen, wenn keine Stiere vor Ort sind.
> Museo Taurino, Passatge del Doctor Serra, 10, Tel. 963157919, www.museotaurinovalencia.es, geöffnet: Di.–Sa. 10–19 Uhr, So. 10–14 Uhr, Eintritt: 2 €, ermäßigt 1 €
Ein ständiges Knallen und Zischen, Tausende Frauen in eleganten Seidenkleidern, riesige temporäre Bauwerke, viel Musik. Der Duft von Feuerwerk und Fettgebäck liegt in der Luft. Es ist März und Zeit für das Valencianischste aller Feste: die Fallas (oder Falles auf Valencianisch). Gefeiert wird im weitesten Sinne St. Josef. Am 19. März ist sein Namenstag – das weiß in Spanien jeder, weil gleichzeitig im ganzen Land der Vatertag gefeiert wird.
Seit vielen Jahrhunderten zünden die Schreiner zu Ehren St. Josefs, ihres Schutzheiligen, Feuer aus Holzresten vor ihren Werkstätten an. Aus diesen primitiven Scheiterhaufen entwickelten sich nach und nach die Fallas-Monumente (Bauwerke). Sie sind das Herzstück des Festes, um sie dreht sich alles. Hergestellt aus Holz, Pappmaché, Stroh, Styropor und bunten Farben sind sie zwischen 3 und 20 m hoch und stehen auf vielen Plätzen und Straßenkreuzungen der Stadt. Themen aus der Politik, Wirtschaft, dem Alltag usw. werden hier auf satirische Art und Weise aufgegriffen. Es werden Preise in den verschiedensten Kategorien vergeben. Gebaut werden die Monumente von den Comisións falleras, den Straßenvereinen, die das ganze Jahr über Geld sammeln, um diese vergänglichen Bauwerke bezahlen zu können. Es gibt etwa 375 dieser Vereine und jeder baut gleich zwei Monumente: ein kleineres für die Kinder (bis 3 m hoch) und ein großes für die Erwachsenen (das Höchste war 40 m hoch und hat fast 1 Mio. Euro gekostet). Entworfen und hergestellt werden diese Kunstwerke von den Artistas Falleros, die ihr Handwerk in einem einzigartigen Studiengang an der Universität erlernen können, einen wichtigen Wirtschaftszweig in Valencia darstellen und mit ihren Werkstätten einen eigenen Stadtteil füllen.
Am 19. März passiert um Mitternacht noch immer das, was die Tradition seit Jahrhunderten gebietet: Alles wird verbrannt! Die Stadt steht dann sprichwörtlich in Flammen, es ist ein beeindruckendes Spektakel. Nur ein einziger Ninot (das sind die vielen kleinen Figuren, die das große Monument bilden) wird vor den Flammen gerettet und im Museo Faller ausgestellt. 2016 wurden die Fallas zum Immateriellen Weltkulturerbe erklärt und stehen somit unter dem Schutz der UNESCO.
Aber natürlich gibt es noch viel mehr bei den Fallas:
> Cridà („Ruf“): Bereits am letzten Sonntag im Februar übergibt der Bürgermeister der gewählten Königin (Fallera Mayor) auf dem Stadttor Torres dels Serrans {20} die Schlüssel der Stadt. Böllerfeuerwerk (Mascletà) um 14 Uhr auf dem Rathausplatz und am Vorabend Höhenfeuerwerk im Fluss-Park.
> Plantà („Aufbau“): Bis zum 15. März müssen alle Monumente stehen. Früher ging das ganz fix über Nacht, aber mittlerweile sind die Bauwerke meist so riesig und kompliziert, dass man Tage vorher beginnt und teilweise Kräne zum Einsatz kommen.
> Mascletà („Krachen“): Zwischen dem 1. und dem 19. März findet jeden Tag um 14 Uhr ein ungewöhnliches Böllerfeuerwerk auf der Plaça de l’Ajuntament {3} statt. Die Zeit überrascht, ist aber typisch für Valencia. Der Platz ist proppenvoll, am besten mietet man einen Balkon (mehr Informationen unter www.valenciainside.com). Punkt 14 Uhr eröffnen die Fallera Mayor und die Fallera Mayor Infantil (Kinderkönigin) vom Rathausbalkon aus das Feuerwerk. Es dauert etwa 6 bis 8 Minuten, ist wahnsinnig laut und hinterher riecht es nach Qualm – ein Duft, den die Valencianer lieber mögen als jedes Parfum der Welt.
> Luces („Lichter“): Ab dem 10. März werden am Abend mehrere Straßenzüge mit Hunderttausenden von LEDs beleuchtet. Meist gewinnt den Wettbewerb um die schönste Beleuchtung die Carrer de Cuba oder die Carrer de Sueca im Stadtteil Russafa.
> Castillos („Schlösser“): Vom 16. bis 18. März finden gegen 1 Uhr morgens auch klassische Feuerwerke statt. Etwa 20 bis 30 Minuten lang werden Raketen mit Goldregen, Sternen und farbenfrohen Explosionen in den Nachthimmel geschossen.
> Ofrenda („Schenkung“): Am 17. und 18. März ziehen fast 60.000 Mädchen und Frauen, die Falleras, ihre schönste Valencianische Tracht an, frisieren ihre Haare in kunstvolle Kringel und machen sich auf den Weg zur Plaça de la Mare de Déu {16}. Hier steht eine 12 m hohe Holzstatue der heiligen Jungfrau. Die Damen haben einen Nelkenstrauß dabei, den sie der Jungfrau schenken. Aus den Blumen wird ein Mantel rund um die Holzstatue zusammengesteckt. Das Ganze ist ein wahnsinniger logistischer Aufwand und viele Straßen sind gesperrt.
> Verbena (Straßendisco) und Konzerte: Es wird gefeiert und getanzt, was das Zeug hält. Bis 4 Uhr darf auf offener Straße laute Musik gespielt werden. Fast jede Comisión fallera organisiert so eine Party: einfach der Lautstärke folgen.
Der Rathausplatz ist das Zentrum Valencias. Fast alle angrenzenden Gebäude wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebaut, so wie das Rathaus {4}, die frühere Hauptpost {5} und zahlreiche Hotels und Versicherungsdependancen.
Insgesamt 13 Blumenläden stehen auf dem Platz. In ihrer Mitte findet zwischen dem 1. und 19. März jeden Tag um 14 Uhr die Mascletà statt, ein riesiges Böllerfeuerwerk (–>). Genau aus diesem Grund sind die Blumenläden heute zur Hälfte aus Glas und zur anderen Hälfte aus Marmor – die Explosionen der Feuerwerkskörper sind so stark, dass sie das Glas in Richtung Platz früher oft zerspringen ließen.
Der Springbrunnen im nördlichen Teil des Platzes wird abends beleuchtet. Daneben steht die Statue von Francesc de Vinatea. Er war ein Revolutionsführer, der sich im 14. Jahrhundert gegen den König Alfonso IV. von Aragon auflehnte, als dieser unrechtmässig versuchte, das Königreich Valencia zu teilen und an seinen Stiefsohn zu vererben. Wichtiger ist allerdings, wer hier vorher stand: Bis in die 1980er-Jahre war es die Statue des spanischen Diktators Franco, der auch dem Platz seinen damaligen Namen gab: Plaza del Caudillo („Platz des Führers“). 2020 wurde der Platz zur Fußgängerzone umgewidmet und in den nächsten Jahren wird er ganz neu gestaltet.
Das Rathaus überragt mit seiner kolossalen Hauptfassade alles am gleichnamigen Platz. Seit 2023 regiert hier ein Bündnis aus der konservativen PP und der rechten VOX-Partei.
Im 19. Jahrhundert war das alte Rathaus an der Plaça de la Mare de Déu {16} – es stand auf der Fläche des heutigen Orangengartens – in einem katastrophalen Zustand und nach und nach zogen die Büros an ihren heutigen Ort in bereits vorhandene Gebäude ein. Man entschied sich 1906, sie durch eine Hauptfassade optisch miteinander zu verbinden.
Der Balkon ist ein Anbau aus den 1960er-Jahren. Wahrscheinlich wurde er gebaut, um dem früheren Diktator Franco die nötige Plattform für seine Reden an das Valencianische Volk zu geben. Von hier aus eröffnen die Falleras Mayores die tägliche Mascletà (–>). Die Fledermaus,
