Reise Know-How InselTrip Azoren - Lutz Kolbe - E-Book

Reise Know-How InselTrip Azoren E-Book

Lutz Kolbe

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Beschreibung

Die Azoren, im Golfstrom inmitten des Atlantiks gelegen, sind mit ihrem subtropischen Klima das ganze Jahr über eine Reise wert. Intakte Natur, gastfreundliche Menschen und nachhaltiger Tourismus – all das bietet der Archipel. Genuss und Erholung sind garantiert, wenn Sie schmucke Hafenstädtchen durchstreifen, in herrlichen Naturschwimmbecken baden oder die auf Vulkanerde gereiften Weine probieren. Das Inselparadies mit steilen Küsten, hohen Bergen und tiefen Kraterseen ist ideal zum Wandern in einer einzigartigen Naturkulisse. Außerdem sind die Azoren ein beliebtes Ziel zum Tauchen und Segeln – und ein Topspot, um Wale zu beobachten. Dieser aktuelle Reiseführer Azoren ist der ideale Begleiter, um alle Seiten der Vulkaninseln im Atlantik selbstständig zu entdecken: - Die interessantesten Orte, Sehenswürdigkeiten und Attraktionen ausführlich vorgestellt und bewertet - Die schönsten Strände rund um die Inseln - Die besten Hotspots zum Schnorcheln und Tauchen, Wellenreiten, Surfen ... - Ausgewählte Anbieter für Whalewatching, Wander- und Bootstouren sowie weitere Aktivitäten - Inselentdeckung mit Auto, Bus, Roller oder Fahrrad - Fünf Wanderungen für jedermann - Die ganze Bandbreite der azorischen Küche - Shoppingtipps vom traditionellen Markt bis zu den besten Weingeschäften - Die prächtigsten Parks und Gärten - Die erstaunlichsten Bräuche und Feiern - Besonderheiten der Flora und Fauna - Von vulkanischer Aktivität bis zu einheimischem Tee: spannende Tipps, Exkurse und Hintergrundinfos - Ausgesuchte Unterkünfte von Wellnesshotels bis zu Ferienparks und Landhäusern - Alle praktischen Infos zu Anreise, Preisen, Touren, Events, Hilfe im Notfall, Verkehrsmitteln, Wetter ... - Kleine Sprachhilfe Portugiesisch mit den wichtigsten Vokabeln für den Reisealltag

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 243

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

Hinweise zur Benutzung

Inselplan für Smartphone und Tablet

Verweise im Buch

Preiskategorien

Vorwahlen

Adressen

Abkürzungen

Die Azoren entdecken

Inselparadies auf Vulkangestein

Die Azoren im Überblick

São Miguel

Terceira

Faial

Pico

São Jorge

Santa Maria

Graciosa, Flores und Corvo

Die Azoren aktiv

Baden

Wassersport

Wandern

Weitere Aktivitäten

Die Azoren erleben

Feste und Folklore

Kulinarische Entdeckungen

Shopping

Natur erleben

Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Praktische Reisetipps

An- und Rückreise

Autofahren

Barrierefreies Reisen

Diplomatische Vertretungen

Geldfragen

Informationsquellen

Medizinische Versorgung

Mit Kindern unterwegs

Notfälle

Öffnungszeiten

Post

Sicherheit

Sprache

Telefonieren und Internet

Touren

Uhrzeit

Unterkunft

Verkehrsmittel

Wetter und Reisezeit

Anhang

Register

Der Autor

Impressum

Kartenanhang

Hinweise zur Benutzung

Inselplan für Smartphone und Tablet

Ergänzend zum Zentrumsausschnitt am Ende dieses Ebooks können Sie sich den Faltplan zum Buch auf Ihr mobiles Gerät laden: Einfach die kostenlose App „Avenza Maps“ der Firma Avenza™ installieren (erhältlich für Android, iOS und Windows Phone) und anschließend in der App den Inselplan zum Buch herunterladen.

Die App „Avenza Maps“ ist ohne Internetverbindung nutzbar, es fallen bei der Nutzung keine Datengebühren an. Sie bietet einige Features, z.B. die Anzeige des eigenen Standorts auf der Karte oder den Import und das Speichern von Ortsmarken. Weitergehende Informationen: www.avenza.com/pdf-maps

Verweise im Buch

Alle Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte (Points of Interest) im Buch haben eine eindeutige Nummer, die sich als Ortsmarke im Kartenmaterial wiederfinden. (Nummern von Sehenswürdigkeiten stehen in geschweiften Klammern, z.B. {2}, Nummern von Points of Interest in spitzen Klammern, z.B. <16>.) Beim Klick auf die Nummer öffnet sich die Web-App zum Buch und der ausgewählte Punkt wird auf einer Online-Karte als Ortsmarke angezeigt. Die Web-App ermöglicht zudem die Routenführung vom aktuellen Standort zur ausgewählten Ortsmarke: www.reise-know-how.de/inseltrip/azoren25

Preiskategorien

Gastronomie

€ bis 14 €

€€ 14 bis 27 €

€€€ ab 27 €

Die Preise gelten für ein Hauptgericht und ein Getränk.

Unterkünfte

€ bis 80 €

€€ 80–120 €

€€€ ab 120 €

Die Preise gelten jeweils für ein Doppelzimmer ohne Frühstück. Für ein Einzelzimmer zahlt man in der Regel 70 % des Preises für ein DZ.

Vorwahlen

> Portugal: 00351

> Deutschland: 0049

> Österreich: 0043

> Schweiz: 0041

Adressen

Man wird schnell feststellen, dass die meisten Straßen in Onlinekarten oder Navigationssystemen nicht auftauchen, da erst ein gewisser Teil der Inseln digital erfasst ist. Man kann sich aber problemlos durchfragen, jeder kennt jeden und die Einheimischen sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Abkürzungen

Av. Avenida (Allee)

Estr. Estrada (Landstraße)

Pr.Praça (Platz)

R. Rua (Straße)

s/n ohne Hausnummer

Die Azoren entdecken

Inselparadies auf Vulkangestein

Der Archipel umfasst neun Inseln im wundervollen Blau des Atlantik, jede mit eigenständigem Charakter, jede von einzigartiger Schönheit. Intakte Natur, liebenswerte Menschen und reichlich Kultur – all das bieten die Azoren. Darüber hinaus zählen sie zu den besten Plätzen für Whalewatching weltweit, sind Hauptbrutstätte des gefährdeten Gelbschnabel-Sturmtauchers sowie ein beliebtes Ziel für Taucher, Wanderer und Segler.

Rund 1400 bis 1900 km westlich des portugiesischen Festlands gelegen, profitieren die Azoren von ihrer Lage inmitten des Golfstroms, zwischen dem Westwindgürtel im Norden und dem Passatwind im Süden. Die Inselgruppe zeichnet sich das ganze Jahr über durch gleichmäßige, angenehme Temperaturen aus. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und regelmäßiger Niederschläge sind die Eilande verschwenderisch grün und ganzjährig voller Blüten.

Die Landschaften des Archipels wurden durch Vulkanausbrüche und Erdbeben geformt. Die Azoren liegen nämlich auf dem Mittelatlantischen Rücken, einer unterseeischen Gebirgskette, die durch den gesamten Atlantik verläuft, und an der Schnittstelle dreier tektonischer Platten.

Dieser Reiseführer soll das Kennenlernen des vielseitigen Archipels vereinfachen. Jede Insel wird einzeln mit ihren Besonderheiten beschrieben. Das „Inselhüpfen“ ist aufgrund der Unterschiedlichkeit der Eilande sehr zu empfehlen. Da die Azoren im Sommer von Tausenden von Segeljachten angelaufen werden, sind auch Tipps für diese Zielgruppe enthalten.

Die Azoren im Überblick

Die Azoren sind den meisten Menschen in erster Linie durch das Azorenhoch ein Begriff. Da es in Wetterberichten üblicherweise mit gutem Wetter verknüpft ist, gehen viele automatisch davon aus, dass es auch auf den Azoren (fast) immer schön ist. Tatsächlich sind die Azoren eher für schnelle Wetterwechsel bekannt. Nur in den drei Sommermonaten ist das Wetter ziemlich konstant und man wird nicht viel Regen erleben. Dafür kann es aber auch im Winter jederzeit sonnig und über 20 °C warm sein. Ungemütlich wird es eigentlich nur während der Regenzeit in den Monaten März bis Mai.

Die neun Inseln der Azoren gehören zu Europa, genauer gesagt zu Portugal, dennoch ist ihre Position noch immer kein Allgemeinwissen. Tatsächlich markieren die Azoren, neben Island, den abgelegensten Teil Europas. Der Archipel liegt mitten im Atlantik, fast auf halber Strecke in Richtung Nordamerika. Die Azoreninseln erstrecken sich über eine Fläche von mehr als 600 km. So wie das Nordkap als nördlichster Punkt Europas gilt, ist die Azoreninsel Flores mit den ihr vorgelagerten Eilanden der westlichste Punkt des Kontinents. Die abgelegene Lage des Archipels, fernab von Lichtsmog, ermöglicht bei Nacht einen ungetrübten Blick auf einen Sternenhimmel, wie man ihn vom Festland aus kaum betrachten kann.

Geologisch interessant ist die Lage der Azoren auf dem Mittelatlantischen Rücken. Sie stellen gewissermaßen die aus dem Meer ragenden Gipfel des Unterwassergebirges dar. An dieser Stelle stoßen die afrikanische, die europäische und die nordamerikanische Kontinentalplatte aneinander. Dies ist der Grund für die Entstehung der Azoren, die vor 4,2 Mio. Jahren ihren Anfang nahm, und für die noch heute vorhandene vulkanische Aktivität. Tatsächlich sind alle Azoreninseln – bis auf Santa Maria – durch Vulkanausbrüche entstanden. Heute gilt das Archipel als UNESCO-Geopark (–>).

Als weiteren Superlativ findet sich auf den Azoren der höchste Berg Portugals, der Pico auf der gleichnamigen Insel. Mit rund 300.000 Jahren ist Pico die jüngste Azoreninsel.

Der NameAçores ist übrigens der portugiesische Begriff für Habichte. Die Entdecker sahen über den Inseln viele Vögel kreisen, die sie für Habichte hielten und nannten die Eilande „Habichtsinseln“. Tatsächlich waren es Bussarde, aber der Name blieb bis heute erhalten. Es gibt noch weitere Theorien bezüglich der Namensgebung, aber diese scheint am nachvollziehbarsten.

Die offizielle Geschichte der Azoren reicht fast 600 Jahre zurück, wenngleich die Entdeckung Theorien zufolge bereits im 4. Jh. v. Chr. durch die Phönizier erfolgt sein könnte. Nachweisbar reiste der portugiesische Seefahrer und Entdecker Diogo de Silves im Auftrag von Heinrich dem Seefahrer im Jahre 1427 zu den Azoren, um sie für Portugal in Besitz zu nehmen. Anfangs besiedelt von Portugiesen und Flamen, entwickelten sich die Azoren bald zu einem wichtigen Knotenpunkt im Atlantik – anfangs für die Schifffahrt, später aufgrund der hier verlegten Seekabel für die Telekommunikation und für die Luftfahrt. Sogar Christoph Kolumbus soll 1493 auf den Azoren Station gemacht haben. Auch Piraten suchten die Inseln regelmäßig heim.

Wenn man sich den Azoren per Schiff nähert oder wenn man aus dem Flugzeug steigt, wird man fast das gesamte Jahr über von ausgeprägtem Blütenduft empfangen – am ehesten natürlich im Sommer, aber die Vielfalt der Blüten lässt sich hier zu jeder Jahreszeit genießen. Eigentlich gilt Madeira als „Blumeninsel“, aber tatsächlich sind Klima und Vegetation auf den Azoren sehr ähnlich. Die Inselgruppen der Azoren, Kanaren, Kapverden sowie Madeira mit Porto Santo sind bekannt als Makaronesische Inseln, ein Begriff aus dem Griechischen, der sich mit „Gesegnete Inseln“ übersetzen lässt.

Das Klima auf den Azoren ist subtropisch, der warme Golfstrom sorgt für ausgeglichene Temperaturen. Die hohe Luftfeuchtigkeit bemerkt man vielleicht nicht sofort, aber bei körperlicher Anstrengung sollte man doch auf seinen Kreislauf achten. Das subtropische Klima sorgt dafür, dass die meisten Inseln außergewöhnlich fruchtbar und saftig grün sind. Hier wächst nahezu alles: Stockrosen blühen direkt neben Bananen und Orangen. Es gibt viele endemische Arten und interessanterweise wachsen hier sogar einige Pflanzen, die auch in so fernen Gebieten wie Neuseeland heimisch sind, zum Beispiel der Neuseeländische Weihnachtsbaum und Baumfarne. Aber auch Tee (–>), Kaffee und Tabak (–>) werden angebaut. Azorische Bananen und Ananas sind sehr klein, aber außergewöhnlich geschmacksintensiv.

Wenngleich alle Azoreninseln in derselben Klimazone liegen, unterscheiden sich das Mikroklima und folglich auch die Vegetation jeder einzelnen Insel. Santa Maria, die südlichste Insel, besitzt beispielsweise ausgeprägte Trockenzonen, wie man sie auch auf den Kanaren findet. Flores dagegen, rund 600 km von Santa Maria entfernt, hat aufgrund der reichlichen Niederschläge eine extrem üppige Vegetation vorzuweisen.

Auch die Fauna der Azoren weist einige endemische Arten auf, vorwiegend Vögel. Gefährliche Tiere sind selten, man sollte aber wissen, dass in subtropischen Meeresregionen Portugiesische Galeeren vorkommen.

Früher waren die Azoren ein Zentrum des Walfangs, aber dieser ist seit 1984 verboten – heute punkten sie mit Whalewatching und als Hotspot für Taucher und Schnorchler. Nicht nur Wale und Delfine kann man im Wasser des Atlantiks antreffen, sondern auch Rochen, Thun- und Schwertfische, Marline oder Schildkröten. Auf vielen Azoreninseln wird Big-Game-Fischerei in umweltverträglichem Maße angeboten. Der Atlantik wird hier nur sehr eingeschränkt befischt, sodass sowohl Tauchfans als auch Fischliebhaber auf ihre Kosten kommen. Die Küche der Azoren ist zugleich reichhaltig, vielfältig und bodenständig, viele Gerichte basieren auf einer geringen Anzahl von Zutaten.

Es gibt drei Inselgruppen, die Grupo Ocidental (Westgruppe) mit den Inseln Flores und Corvo, die Grupo Central (Zentralgruppe) mit Terceira, Pico, Faial, São Jorge und Graciosa sowie die Grupo Oriental (Ostgruppe), welche die Inseln São Miguel und Santa Maria umfasst. Grundsätzlich kann man sagen, dass alle neun Azoreninseln einen völlig eigenständigen Charakter haben. Im Folgenden sollen die einzelnen Eilande kurz vorgestellt werden.

Der Capelinhos {50} mit dem alten Leuchtturm auf Faial (121az©Michael, stock.adobe.com)

UNESCO-Geopark Azoren

2013 wurden die Azoren mit ihren mehr als 120 geologisch bedeutsamen Stätten zum UNESCO-Geopark erklärt, einem Gebiet also, in dem man Erdgeschichte erleben kann. Da alle Azoreninseln außer Santa Maria vulkanischen Ursprungs sind und es mehr als 1700 Vulkane gibt, findet man hier viel mehr Höhlensysteme, Lavatunnel und Grotten als anderswo. Durch die wachsende Bedeutung des Tourismus werden immer mehr dieser Stätten für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

> weitere Infos:www.azoresgeopark.com

São Miguel

São Miguel ist die größte Insel des Archipels und am einfachsten erreichbar. Es gibt sogar Direktflüge aus Deutschland. Von São Miguel aus gelangt man wiederum problemlos per Flugzeug auf alle anderen Inseln des Archipels.

São Miguel wartet mit zahlreichen Attraktionen und einer eindrucksvollen Natur auf: Man kann Vulkanismus hautnah erleben. Märchenhafte Seen und heilsame Thermalquellen laden ebenso zum Baden ein wie felsige Naturschwimmbäder oder reizvolle Strände mit schwarzem oder hellem Sand. Man kann dabei zuschauen, wie die Einheimischen in heißen Erdlöchern kochen. Es gibt interessante Wanderrouten, Outdooraktivitäten und Wellnessangebote. In der InselhauptstadtPonta Delgada {1}, der größten Stadt der Azoren, lässt sich eine Shoppingtour unternehmen, die Restaurant- und Kneipenszene ist hier am ausgeprägtesten.

Terceira

Terceira scheint vordergründig etwas weniger spektakulär und abwechslungsreich zu sein als die anderen Inseln. Der Eindruck relativiert sich aber schnell, wenn man das Eiland näher kennenlernt. Terceiras Ortschaften liegen vorwiegend an der Küste und sind über eine Ringstraße miteinander verbunden.

Angra do Heroísmo {28} ist eine faszinierende, geschichtsträchtige Stadt, die heute zu Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Und das charmante Praia da Vitória {30} präsentiert sich als entspanntes mediterranes Städtchen. Die Strände in beiden Orten bestehen aus hellem Sand und sind bei Sonnenanbetern sehr beliebt. Für Aktivurlauber bietet sich auf Terceira ein ähnlich umfangreiches Angebot wie auf São Miguel. Auf Terceira erhebt sich ferner der Vulkankrater Caldeira de Guilherme Moniz, die größte Caldeira der Azoren.

Faial

Faial ist seit vielen Jahrhunderten ein wichtiger Knotenpunkt für die transatlantische Seefahrt und seit Ende des 19. Jh. auch für die Telekommunikation. Vielleicht ist dies der Grund, dass Faial ein ausgesprochen internationales Flair hat: Ein so entspanntes Miteinander von Einheimischen und Touristen wird man kaum ein zweites Mal finden.

Die InselhauptstadtHorta {41} besticht durch eine Kombination aus reicher Historie und weltoffener Moderne. Die Marina von Horta wird jedes Jahr von fast zweitausend Jachten angelaufen; die Gemälde, die Besucher auf den Hafenmauern hinterlassen haben, sind inzwischen weltberühmt. Hinzu kommt im Westen Faials der erst Ende der 1950er-Jahre entstandene Vulkan Capelinhos {50}, der die Inselgruppe beherrscht – ein sehenswertes Zeugnis des Vulkanismus.

Pico

Das im doppelten Wortsinn „herausragende“ Merkmal von Pico ist der gleichnamige Berg, der mit seinen 2351 m die höchste Erhebung Portugals ist. Meist ist seine Spitze wolkenverhangen, aber wenn man das Glück hat, dort oben im Sommer bei klarem Himmel einen Sonnenaufgang zu erleben, ist dies ein ganz besonderes Erlebnis.

Daneben ist das Eiland als einstiges Zentrum des Walfangs bekannt. In Lajes do Pico {59} kann man ein Museum zu diesem Thema besuchen und zum Whalewatching aufbrechen. Eine weitere Spezialität Picos ist der Weinanbau (–>). Die Rotweine sind eher etwas für Liebhaber, aber die Weißweine aus der Verdelho-Traube genießen einen hervorragenden Ruf – selbst der russische Zar ließ sich diese Köstlichkeit einst servieren.

São Jorge

Eine Besonderheit von São Jorge ist seine Form: Die Insel ist langgestreckt, sehr schmal und zugleich mehr als 1000 m hoch. Man muss also mit extremen Steigungen rechnen. Aber gerade das macht São Jorge so attraktiv, da es viele anspruchsvolle Wanderwege mit spektakulärer Aussicht gibt. Im Straßenverkehr sollte man aber Vorsicht walten lassen, da man häufig auf abenteuerlich anmutenden Straßen unterwegs ist.

Die Inselhauptstadt Velas {67}, wo der größere der zwei Inselhäfen und eine Marina zu finden sind, ist bekannt für seine Cagarro-Kolonie: Die markanten Schreie des Gelbschnabel-Sturmtauchers erfüllen von April bis in den Herbst hinein in den Nächten die Luft.

Auch die abgelegenen und schwer zugänglichen Fajãs (Küstenebenen) auf der Nordseite der Insel sind erwähnenswert, ebenso wie der lange Weg zur Ostspitze der Insel. Die Westspitze wird dominiert von dem alten Leuchtturm Farol de Rosais (–>) – hier genießt man eine traumhafte Aussicht.

Santa Maria

Santa Maria bildet zusammen mit São Miguel den östlichen Rand des Azoren-Archipels und ist zugleich die südlichste Azoreninsel. Das Eiland ist zwar klein und touristisch wenig erschlossen, hat aber Naturliebhabern eine Menge zu bieten: Sanft geschwungene Hügel mit üppiger Natur in reizvollem Kontrast zum roten Boden, dazu helle Sandstrände wie Praia Formosa {81} und ein warmes, trockenes Klima. Interessant ist der „Farbcode“ der Gemeinden, erkennbar an den farblich verschieden gestrichenen Rahmen um Fenster und Türen, welche die strahlend weiß getünchten Häuser schmücken. Einen Besuch wert ist die Inselhauptstadt Vila do Porto {77}.

Graciosa, Flores und Corvo

Graciosa, Flores und Corvo werden in diesem Buch weniger intensiv behandelt, da ihre touristische Bedeutung noch relativ gering ist. Das bedeutet aber keineswegs, dass sich ein Besuch der drei zauberhaften Inseln nicht lohnt. Zurzeit ist es im Wesentlichen die Erreichbarkeit der Inseln, die den Tourismus einschränkt, aber auch der Mangel an Unterkünften. Ein Flughafen ist jedoch auf allen drei Inseln vorhanden und sie werden regelmäßig durch inselinterne Shuttleflüge angesteuert.

Graciosa ist das flachste Eiland der Azoren, es zeichnet sich durch viele Sonnenstunden und ein relativ trockenes Klima aus. Flores gilt als grünste und blühendste, allerdings auch niederschlagreichste Azoreninsel. Corvo ist das kleinste der neun Eilande.

Inselsteckbriefe

Insel Einwohner Größe Küstenlänge Höchster Punkt Entfernung vonReisezeit von Ponta Ponta Delgada {1}Delgada (per Flugzeug)

São Miguel 138.000 746 km² 155 km 1103 m – –

Terceira 56.000 397 km² 85 km 1021 m 173 km 40 Min.

Faial 15.000 173 km² 80 km 1043 m 280 km 55 Min.

Pico 14.000 447 km² 110 km 2351 m 255 km 55 Min.

São Jorge 9000 246 km² 115 km 1053 m 235 km 55 Min.

Santa Maria 5500 97 km² 45 km 587 m 100 km 30 Min.

Flores 3800 143 km² 48 km 914 m 515 km mind. 80 Min.

Graciosa 4300 61 km² 34 km 404 m 250 km 50 Min.

Corvo 430 17 km² 18 km 718 m 520 km 95 Min.

Wie erkundet man die Inseln am besten?

Man kann die Azoren mit dem Flugzeug erreichen. Zwischen den einzelnen Inseln bestehen ebenfalls Flugverbindungen, in der Zentralgruppe kann man zusätzlich auf Fähren zurückgreifen. Eine Fähre verkehrt auch zwischen Flores und Corvo.

Auf den Inseln selbst gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich fortzubewegen. Eine einheitliche Empfehlung dafür ist schwierig, schon aufgrund der unterschiedlichen Größe der Eilande. Wenn man die üblicherweise eher knappe Urlaubszeit in Relation setzt zu der Vielzahl von Attraktionen, ist ein Mietwagen in der Regel eine gute Wahl. Aufgrund des geringen Preises kann auch ein Taxi eine praktische Alternative sein. Busse sind natürlich am günstigsten, haben jedoch den entscheidenden Nachteil, dass sie sehr viel seltener verkehren, als man es aus Mitteleuropa kennt. So ist der Busverkehr eher etwas für Menschen mit großem Zeitbudget. In den touristischen Zentren gibt es meist Anbieter, die gut zusammengestellte Sightseeing-Touren (s. Rundfahrten) anbieten – auch keine schlechte Wahl. Und man kann auf den Azoren auch durchaus mal den Daumen raushalten – meist muss man nicht lange warten, bis man mitgenommen wird.

São Miguel

São Miguel, auch Ilha Verde („Grüne Insel“) genannt, ist mit 65 mal 16 km so groß und bietet eine solch große Menge an Attraktionen, dass man auf jeden Fall einen Mietwagen zur Erkundung buchen sollte. Früher handelte es sich um zwei Inseln: An der schmalsten Stelle erstreckt sich eine flache Landbrücke, die die beiden Vulkanmassive verbindet. Diese Landbrücke ist erst vor rund 50.000 Jahren entstanden, geologisch gesehen also gewissermaßen erst gestern.

Die Inselbevölkerung lebt hauptsächlich von Land- und Viehwirtschaft, den aktuellen EU-Subventionen sei Dank. Neben der Fleisch- und Milchproduktion spielt der Maisanbau eine große Rolle, wobei das Getreide hauptsächlich als Viehfutter dient. Daneben gedeihen Hülsenfrüchte, Wein, Tabak (–>) und Tee. Geradezu berühmt ist São Miguel jedoch für seine Ananas. Rund um die Inselhauptstadt Ponta Delgada {1} herum sieht man etliche Gewächshäuser, in denen diese kleinen, teuren und sehr schmackhaften Früchte produziert werden. Bananen werden ebenfalls angebaut: die kleine, sehr aromatische azorische Variante.

Die ausgedehnten Teeplantagen (–>) im Norden der Insel sind die einzigen in ganz Europa. Der hier produzierte Tee gilt als qualitativ hervorragend. Rund um Ponta Delgada gibt es aber auch Industriebetriebe. Zudem hat die Universität der Azoren ihren Sitz hier, ebenso wie die Regionalregierung der Azoren.

Allgemein ist es ratsam, für die Insel einen Mindestaufenthalt von einer Woche einzuplanen. São Miguel dient als Hauptverkehrsknotenpunktdes Archipels: Das Eiland verfügt über den größten Hafen, an dem auch regelmäßig Kreuzfahrtschiffe anlegen, und den größten Flughafen mit Verbindungen in europäische Länder und sogar nach Amerika und Kanada. Auch die Einkaufsmöglichkeiten sind hier deutlich besser als auf den anderen Inseln. Dies gilt ebenfalls für Restaurants und Kneipen, von denen es eine beeindruckende Anzahl gibt.

Eines der Highlights der Insel ist ihre vulkanische Aktivität, die rund um Furnas {21} mit seinen 22 heißen Quellen intensiv genutzt wird. Es gibt Seen, Flüsse und Heilbäder mit warmem, heilsamen Wasser, auch Heilschlamm wird verwendet. Die Einheimischen nutzen die heißen Böden sogar zum Kochen: Die lokale Spezialität „cozido“ (–>) kann in den Restaurants der Gegend probiert werden.

Rund um São Miguel locken unzählige schöne Strände und Naturschwimmbecken, im Inselinneren eine große Anzahl von Wanderwegen. Vielerorts werden ferner diverse Attraktionen für Aktivurlauber angeboten, vom Surfen und Golfen über das Canyoning bis hin zum Paragliding (s. Kapitel „Die Azoren aktiv“). Im Westen der Insel liegt inmitten eines gewaltigen Kraters der Ort Sete Cidades {27}. Seine beiden Seen, die Lagoa Azul und die Lagoa Verde, sind eines der beliebtesten Fotomotive auf den Azoren. Grün und blau schmiegen sie sich aneinander, nur durch eine Landbrücke voneinander getrennt. Eine berühmte Legende, die von einer unerfüllten Liebe handelt, rankt sich um dieses eindrucksvolle Naturphänomen. Auf dem Rand des umgebenden Kraters liegt der grandiose Aussichtspunkt Vista do Rei. Der Krater lässt sich zu Fuß umrunden, dabei genießt man stets eine großartige Aussicht.

Der Nordosten von São Miguel, mit dem nachvollziehbaren Namen Nordeste, besticht durch seine Abgeschiedenheit und Ursprünglichkeit. Seine vielen Miradouros bieten ganz besondere Ausblicke. Hier steht zudem in einmaliger Lage der LeuchtturmFarol da Ponta do Arnel [T5], der gemeinsam mit einem Leuchtfeuer in Ponta Delgada der älteste Leuchtturm der Azoren ist, erbaut im Jahr 1876. In der Regel ist er mittwochs von 14 bis 16 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Im Nordosten ist ferner der NaturparkRibeira dos Caldeirões [R5] zu finden, wo der Priolo, der Azorengimpel, lebt – ein endemischer Vogel, den es nur in diesem relativ kleinen Areal gibt. Der Naturpark, Teil der Hochebene Planalto dos Graminhais, ist kostenlos begehbar und bietet zwei Wasserfälle in beeindruckender Natur. Ein schöner Wanderweg (offizielle Bezeichnung: PRC31SMI) verläuft durch die Region Nordeste.

{1} Ponta Delgada *** [M6]

Um es gleich vorwegzusagen: Ponta Delgada hat so viel zu bieten, dass man alleine schon mit dieser Stadt einen ganzen Reiseführer füllen könnte. Man kann sich hier wunderbar treiben lassen und vielfältige Eindrücke sammeln.

Ponta Delgada ist vor Angra do Heroísmo {28} und Horta {41} die größte Stadt der Azoren. Die Inselhauptstadt von São Miguel begann als kleine Fischergemeinde und gewann ab 1522 an Bedeutung, nachdem ein Erdbeben die ehemalige Hauptstadt der Insel, Vila Franca do Campo {14}, zerstört hatte. König João III. verlieh Ponta Delgada 1546 den Stadtstatus. Zwischen dem 16. und 18. Jh. fungierte der geschäftige Hafen als Zwischenhalt und Versorgungsstation für Schiffe, die sich auf dem Weg vom Mittelmeer, aus Portugal und aus Afrika nach Amerika und in die Niederländischen Antillen befanden.

Ponta Delgada erstreckt sich in einer natürlichen Bucht und besticht mit einem reichen historischen Erbe. Im Bezirk Ponta Delgada leben heute rund 65.000 Menschen, 22.000 davon im eigentlichen Stadtgebiet. Das klingt eigentlich nicht nach viel, Ponta Delgada trägt aber durchaus großstädtische Züge. An der Uferpromenade, an die überbreite Hauptstraße grenzend, stehen sogar einige Hochhäuser. Dies ist nicht unbedingt der schönste Blick auf die Stadt, speziell wenn man per Jacht einläuft oder von der Aussichtsplattform am Kreuzfahrtterminal in Richtung Zentrum schaut.

Sobald man jedoch diesen Bereich verlassen hat, bietet sich ein völlig anderes Bild: Ein faszinierendes Gewirr kleiner Straßen und Gassen, Fußgängerzonen, ein wunderschönes Architekturensemble aus Häusern, Kirchen, offiziellen Gebäuden und Festungsanlagen, charmante Plätze und idyllische innerstädtische Parks kennzeichnen den Altstadtkern von Ponta Delgada. Die kleinen Straßen bestehen, wie auch die Bürgersteige, aus Kopfsteinpflaster: In den Fußgängerzonen wurden in Form von Mosaiken regelrechte Kunstwerke erstellt; die Steine aus dunklem Basalt und hellem Kalkstein kontrastieren wunderbar miteinander. Einer der sehenswerten Parks ist der Jardim Botânico José do Canto {12}.

Der Flughafen [M6] erstreckt sich westlich der Stadt. Noch weiter gen Westen, hinter Relva, verläuft außerdem ein erlebnisreicher Küstenwanderweg (offizielle Bezeichnung: PRC20SMI).

{2} Forte de São Brás *

Westlich des Hafens befindet sich das Forte de São Brás, eine Festung, die heute das Militärmuseum der Azoren beherbergt. Das Gebäude gilt als gutes Beispiel für die azorische Festungsarchitektur des 16. Jh. Im Museum sind militärische und zivile Exponate aus mehreren hundert Jahren bis in die Neuzeit zu sehen.

Wenn man von der Festung stadtauswärts geht und dann rechts in die Rua José Bensaude einbiegt, erreicht man die Tabakfabriken der Insel (–>): erst die Fábrica de Tabaco Micaelense und 300 m weiter die Fábrica de Tabacos Estrela.

> R. Eng. Abel Ferin Coutinho 10, Tel. 296304920, tgl. 10‒18 Uhr, Eintritt: 3 €

{3} Igreja de São José *

Die Sankt-Joseph-Kirche im Stadtkern gehörte früher zum Franziskanerkloster namens Convento de Nossa Senhora de Conceição. Das Gotteshaus wurde um 1525 dort errichtet, wo zuvor bereits eine kleine Kapelle existierte. Im Verlauf von 60 Jahren ließen die Franziskaner das Gotteshaus weiter ausbauen. Der Umbau in den heutigen Zustand begann jedoch erst 1709, als die Kirche eine neue Front samt Fassade erhielt. Heute ist man stolz auf ihren barocken Stil. Die Kirche ist relativ einfach und gradlinig gestaltet, aber dennoch imposant, tatsächlich gilt sie als größte Kirche der Azoren. Sie verfügt über drei Schiffe und drei Kopfkapellen. Markant sind die vergoldeten Schnitzereien, die blauen und weißen Keramikfliesen (Azulejos) und die Möbel aus Rosenholz aus dem 18. Jh.

Teil der Kirchenanlage ist ferner die Kapelle Nossa Senhora das Dores. Sie wurde erst später an die rechte Seite der Sankt-Joseph-Kirche angebaut und lehnt sich an deren Stil an. Interessanterweise wurde sie lange Zeit als Leichenhalle genutzt. Heute ist sie für Besucher nicht mehr zugänglich.

> Campo de São Francisco

{4} Igreja da Nossa Senhora da Esperança *

Nicht weit entfernt vom Forte de São Brás {2} und der Igreja de São José {3}, an der Nordseite des Platzes Campo de São Francisco, befindet sich die Klosterkirche namens Igreja da Nossa Senhora da Esperança, auch bekannt als Igreja de Santo Cristo dos Milagres. Dieser Name stammt von einem Ordensmitglied. Das Gotteshaus wurde 1541 zusammen mit dem Nonnenkloster Convento da Esperança fertiggestellt, in dem noch immer rund ein Dutzend Nonnen leben.

In der Klosterkirche befindet sich ein barockes, vergoldetes Altarbild, das von dem Meister des 18. Jh., António de Oliveira Bernardes (um 1686–1732), mit Keramikfliesen (Azulejos) verziert wurde. Die bekannteste Attraktion der Kirche ist ein von einem unbekannten Künstler entworfenes, aus Holz geschnitztes Bildnis in Form eines Reliquienschreins. Im Inneren befindet sich eine Jesusfigur. Diese wird jedes Jahr im Rahmen einer farbenprächtigen Prozession durch die Straßen von Ponta Delgada getragen (Fest des Senhor Cristo dos Milagres).

> Av. Roberto Ivens

{5} Câmara Municipal (Rathaus) *

Am Praça do Município mit seinem Brunnen stößt man auf die Câmara Municipal, das Rathaus von Ponta Delgada. Es handelt sich um einen Barockbau aus der ersten Hälfte des 18. Jh., der lange Zeit als Wohnsitz einer wohlhabenden Familie diente. Erst zu Beginn des 20. Jh. wurde das Gebäude Sitz der Verwaltung. Auffällig ist die breite, zum Platz hin weisende Freitreppe. Der Turm des Rathauses stammt aus dem Jahr 1724. Eine Besonderheit ist die Glocke von König João III. aus dem 16. Jh., die darin hängt – die älteste Glocke der Azoren. Das Erdgeschoss des Rathauses wird regelmäßig für Kunstausstellungen genutzt.

> Infos zu Ausstellungen:www.facebook.com/cmpontadelgada

{6} Portas da Cidade *

Wenn man auf der Uferpromenade von der Marina aus westlich schlendert, kommt man nach wenigen Metern zu den Portas da Cidade, dem altenStadttor. Dieses Wahrzeichen von Ponta Delgada wurde 1783 erbaut und stand ursprünglich in der Nähe des ehemaligen Kais. Während der Bauarbeiten an der Avenida Infante Dom Henrique wurde das Stadttor jedoch auf den Praça Gonçalo Velho Cabral umgesetzt. Die Portas da Cidade bestehen aus drei Rundbögen, auf dessen mittlerem das Wappen der Stadt und die königlichen Waffen dargestellt sind.

> Pr. Gonçalo Velho Cabral

Blick von der Freitreppe des Rathauses auf den Praça do Município (041az-Zdenek Kajzr/KajzrPhotography.com, stock.adobe.com)

Manuelinik

Der manuelinische Stil geht zurück auf König Manuel I., dessen Regierungszeit von 1495 bis 1521 dauerte. Zu jener Zeit herrschte im Zuge der Reisen der Seefahrer Vasco da Gama und Pedro Álvares Cabral ein besonderer Reichtum in Portugal, der sich in einem aufwendigen, ornamentreichen Architekturstil widerspiegelte: der Manuelinik. Typisch sind maritime Motive wie Tauwerk, Muscheln, Anker, Nixen etc.

{7} Igreja Matriz de São Sebastião **

Das Gotteshaus im Stadtzentrum ist heute die Hauptkirche der Stadt. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1531 zurück – damals wurde sie als bescheidene Wallfahrtskapelle erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr das Gotteshaus verschiedene Umbauten und Erweiterungen. Sie ist dem hl. Sebastian geweiht, dem ersten Schutzheiligen der Insel.

Von außen besticht der typische, schwarz-weiße Bau durch seine reich verzierten Portale im Stil der Manuelinik (s. oben) und des Barock. Im Kircheninneren kann man sich an zahlreichen Schnitzereien erfreuen, in der Sakristei locken sehenswerte Wandfliesen. Der Kirchturm besitzt als einziger der Stadt eine Uhr, man erkennt den Bau daher schon von Weitem.

> Largo da Matriz 62

{8} Teatro Micaelense *

Wenn man gegenüber der Marina am Solmar Avenida Center die Straße hinaufgeht, gelangt man nach rund 200 m zum Teatro Micaelense. Gebaut wurde es 1946, eingeweiht 1951 und diente zunächst als Kino. Seit 2004 residiert hier das Kultur- und Kongresszentrum, das u. a. Konzerte und Theater veranstaltet oder Ausstellungen beherbergt. Auch Filme werden hier weiterhin gezeigt.

> R. de São João s/n, Programm: www.teatromicaelense.pt/en

{9} Igreja de São Pedro *

Die Grundmauern der Kirche des hl. Petrus, das nach wie vor als Gotteshaus des Stadtteils São Pedro dient, wurden bereits im 15. Jh. gebaut. Das heutige Gebäude stammt allerdings aus der ersten Hälfte des 18. Jh. Die Kirche steht direkt an der Hauptstraße gegenüber dem Kreuzfahrtterminal, vom Vorplatz hat man eine schöne Aussicht auf den Hafen. Sie weist einen einschiffigen, achteckigen Kirchenraum auf, der sich hinter einer barocken Fassade befindet. Besonders bemerkenswert sind die vergoldeten Holzschnitzereien im Inneren.

> R. de São Pedro

{10} Ermida da Mãe de Deus *

Diese Kapelle war eines der ersten Gebäude von Ponta Delgada und thront in fantastischer Lage auf einer pittoresk gelegenen Hügelkuppe. Auch nachts bietet sie einen tollen Anblick, wird sie doch zweifarbig angestrahlt. Vollendet wurde die kleine Kirche im Jahr 1567. Interessant ist, dass die Hügelkuppe gleichzeitig auch Standort einer Festung war. 1917 wurden Festung und Kapelle aus Angst vor deutschen U-Boot-Angriffen abgerissen, aber ab 1925 wiederaufgebaut.

> Ladeira da Mãe de Deus, Mo.–Fr. 8–20 Uhr

{11} Museu Carlos Machado **

400 m nördlich der Marina befindet sich das Museu Carlos Machado, das zu den bedeutendsten Museen der Azoren zählt. Es wurde 1876 gegründet und ist seit 1930 im ehemaligen Kloster Convento de Santo André aus dem 16. Jh. beheimatet. Das Museum versteht sich als Treffpunkt der Generationen und möchte Vergangenheit und Gegenwart verbinden. Dieses Ansinnen wird unterstützt durch regelmäßige Bildungsangebote.

Den Grundstock des Museums bildet eine naturgeschichtliche Sammlung, ergänzt wird sie durch Exponate aus den Bereichen regionale und afrikanische Ethnografie sowie Kunst. Zu sehen sind beispielsweise Textilien, Münzen, Instrumente und Alltagsgegenstände. Weil die Sammlung durch Spenden anwuchs, wurde bald mehr Platz benötigt. Daher wurde die Abteilung für Sakrale Kunst in die nahe gelegene Jesuitenkirche verlegt. Ebenfalls Teil des Museums ist das Núcleo de Santa Bárbara (Santa-Barbara-Zentrum), rund 100 m südlich des Haupthauses gelegen, das temporäre Schauen präsentiert.

Wenn man vom Haupthaus des Museums nach Westen geht und in die dritte Gasse links, die Rua de Pedro Homem, einbiegt, lädt das Restaurant Rotas da Ilha Verde (–>)speziell Vegetarier und Veganer zum Besuch ein – schmecken wird es aber bestimmt jedem.

> R. do Dr. Guilherme Poças 65, http://museucarlosmachado.azores.gov.pt/en, Di.–So. 10–17.30 Uhr, Eintritt: 2 € fürs Haupthaus, 5 € für alle drei Sammlungen

{12} Jardim Botânico José do Canto **

Dieser wunderschöne botanische