Reise Know-How InselTrip Curaçao - Barbara Ward - E-Book

Reise Know-How InselTrip Curaçao E-Book

Barbara Ward

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Beschreibung

Dushi Curaçao, "herrliches Curaçao", so nennen die Einwohner ihr Eiland liebevoll. Die Karibikinsel ist ein echtes Urlaubsparadies: An zahllosen Traumstränden genießt man den Blick auf das türkis glitzernde Meer und in der Hauptstadt Willemstad lernt man auf lebhaften Märkten und in angesagten Bars schillernde Seiten der Insel kennen, die von niederländischen, afrikanischen und südamerikanischen Einflüssen geprägt ist. Naturliebhaber entdecken im Christoffelpark raue Buchten, versteckte Höhlen und faszinierende Tiere. Die beeindruckende Unterwasserwelt rund um die Insel eignet sich perfekt zum Tauchen. Zudem herrschen ideale Bedingungen zum Windsurfen. Ein Trip zur unbewohnten Insel Klein Curaçao rundet den Urlaub ab. Dieser aktuelle Reiseführer ist der ideale Begleiter, um alle Seiten der karibischen Insel selbstständig zu entdecken: - Die interessantesten Orte, Sehenswürdigkeiten und Attraktionen ausführlich vorgestellt und bewertet - Die schönsten Strände rund um die Insel - Die besten Hotspots zum Schnorcheln und Tauchen, Stehpaddeln, Surfen ... - Ausgewählte Anbieter für Segel- und Bootsausflüge sowie weitere Aktivitäten - Inselentdeckung mit Auto, Fahrrad oder per pedes - Ausflug nach Klein Curaçao - Die ganze Bandbreite der kreolischen Küche - Shoppingtipps vom Schwimmenden Markt bis zum Miniatur-Landhaus - Die beiden sehenswerten Nationalparks - Die erstaunlichsten Bräuche und Feiern - Besonderheiten der Flora und Fauna - Vom Plantagenhaus bis zu Blue Curaçao: spannende Tipps, Exkurse und Hintergrundinfos - Ausgesuchte Unterkünfte von Ferienresorts bis zu Landhäusern und Boutiquehotels - Alle praktischen Infos zu Anreise, Preisen, Touren, Events, Hilfe im Notfall, Verkehrsmitteln, Wetter ... - Kleine Sprachhilfe Papiamentu mit den wichtigsten Vokabeln für den Reisealltag

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 230

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Hinweise zur Benutzung

Inselplan für Smartphone und Tablet

Verweise im Buch

Preiskategorien

Restaurants

Adressangaben

Namen und Schreibweisen

Curaçao entdecken

Willkommen auf Curaçao

Curaçao im Überblick

Inselhauptstadt Willemstad

Banda Ariba – der Osten

Banda Abou – der Westen

Klein Curaçao

Curaçao aktiv

Baden

Wassersport

Wandern und Klettern

Golfen

Rad und Mountainbike

Reiten

Curaçao erleben

Feste und Folklore

Curaçao kulinarisch

Was wo kaufen?

Natur erleben

Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Praktische Reisetipps

An- und Rückreise

Ausrüstung und Kleidung

Autofahren

Barrierefreies Reisen

Diplomatische Vertretungen

Ein- und Ausreise-bestimmungen

Elektrizität

Geldfragen

Heiraten

Hygiene

Informationsquellen

Internet

LGBT+

Medizinische Versorgung

Mit Kindern unterwegs

Notfälle

Öffnungszeiten

Post

Sicherheit

Sprache

Telefonieren

Trinkgeld

Uhrzeit

Unterkunft

Verhaltenstipps

Verkehrsmittel

Wetter und Reisezeit

Anhang

Register

Impressum

Die Autorin

Kartenanhang

Hinweise zur Benutzung

Inselplan für Smartphone und Tablet

Ergänzend zum Zentrumsausschnitt am Ende dieses Ebooks können Sie sich den Faltplan zum Buch auf Ihr mobiles Gerät laden: Einfach die kostenlose App „Avenza Maps“ der Firma Avenza™ installieren (erhältlich für Android und iOS) und anschließend in der App den Inselplan zum Buch herunterladen.

Die App „Avenza Maps“ ist ohne Internetverbindung nutzbar, es fallen bei der Nutzung keine Datengebühren an. Sie bietet einige Features, z.B. die Anzeige des eigenen Standorts auf der Karte oder den Import und das Speichern von Ortsmarken. Weitergehende Informationen: www.avenza.com/pdf-maps

Verweise im Buch

Alle Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte (Points of Interest) im Buch haben eine eindeutige Nummer, die sich als Ortsmarke im Kartenmaterial wiederfinden. (Nummern von Sehenswürdigkeiten stehen in geschweiften Klammern, z.B. {2}, Nummern von Points of Interest in spitzen Klammern, z.B. <16>.) Beim Klick auf die Nummer öffnet sich die Web-App zum Buch und der ausgewählte Punkt wird auf einer Online-Karte als Ortsmarke angezeigt. Die Web-App ermöglicht zudem die Routenführung vom aktuellen Standort zur ausgewählten Ortsmarke: www.reise-know-how.de/inseltrip/curacao24

Preiskategorien

Unterkünfte

Preise für ein Doppelzimmer ohne Frühstück:

€ bis 80 €

€€ 80–100 €

€€€ 100–150 €

€€€€ über 150 €

Restaurants

Preise für ein Hauptgericht:

€ bis 10 €

€€ 10–20 €

€€€ 20–30 €

€€€€ über 30 €

Adressangaben

Auf Curaçao gibt es nicht immer Hausnummern. In manchen Adressen steht der Hinweisz/n (zonder nummer, „ohne Nummer“) oder das englische n/n(no number). Oft ist also nur die Straße genannt. Bei sehr langen Straßen sind Orientierungspunkte oder Straßenkreuzungen ergänzt.

Namen und Schreibweisen

Aufgrund des Sprachen-Mix aus Papiamentu, Niederländisch und Englisch haben viele Orte auf Curaçao verschiedene Namen. Aus der Blue Bay wird auf dem Straßenschild die Blauwbaai. Der Mambo Beach {31} wird z. B. auch Bapor Kipra genannt. Genauso variiert dieSchreibweise. Den Alten Markt etwa findet man als Plasa Bieu {7} und als Plaza Bieu, Banda Ariba auch als Bandariba. Verwendet werden in diesem Buch die Namen bzw. Schreibweisen, die vor Ort am geläufigsten sind.

Curaçao entdecken

Willkommen auf Curaçao

Bei meinen ersten Gehversuchen auf Curaçao hatte ich zeitweise das Gefühl, ich sei trotz Langstreckenflug in Holland gelandet. Nur, dass irgendjemand das Licht aufgedreht und unzählige Palmen und Kakteen an die Strände gepflanzt hatte. Die enge Verbundenheit mit den Niederlanden ist allgegenwärtig und führt zu so manch skurrilem Moment. Aber gerade die ungewöhnliche Mischung aus holländischer Gelassenheit und karibischer Lebenslust macht das besondere Flair der Insel aus.

Wer hierher kommt, stellt schnell fest: Curaçao macht einfach glücklich. Ob Romantiker, Wassersportler oder Naturliebhaber – die kleine Antilleninsel zieht mit ihrer Magie jeden in den Bann. Kein Wunder, denn sie hat viel zu bieten. Auf den gerade einmal 444 km² drängeln sich unzählige Traumstrände mit perfekt geschwungenen Palmen. Das Meer glitzert so türkis, dass man sich ungläubig die Augen reibt. Von der faszinierenden Unterwasserwelt ganz zu schweigen. Curaçao wird nicht umsonst regelmäßig zu einem der weltbesten Tauch- und Schnorchelreviere gekürt.

Trotz der Schönheit ihrer Insel, die längst kein Geheimnis mehr ist, haben es die Curaçaoner geschafft, einen gemäßigten Tourismus zu betreiben. Das Preisniveau ist für die Karibik noch moderat. Bettenburgen gibt es kaum, weite Landstriche sind vollkommen unberührt. Am Wochenende liegen Inselbewohner und Urlauber einträchtig nebeneinander im warmen Sand. Auch für Sie ist da noch ein schattiges Plätzchen frei. Ich zeige Ihnen gerne, wo.

Fischerboote und kleine Buchten entdeckt man im Inselwesten (013cu-ctb©www.curacao.com)

Curaçao im Überblick

„Dushi Curaçao“, so nennen die Einwohner ihre Insel liebevoll und auch mit ein wenig Stolz. Dushi heißt so viel wie „Schatz“, aber auch „süß“ oder „hübsch“. Hat man den Namen seines Gegenübers vergessen oder braucht man den Kellner – mit Dushi liegt man immer richtig. Das Wort begegnet einem auf Curaçao tagtäglich.

Für die Menschen auf Curaçao ist einfach alles dushi, was schön ist, und davon gibt es viel auf der Karibikinsel: Die bunt gepinselten Giebel der alten Kolonialhäuser beispielsweise, welche die Inselhauptstadt Willemstad so sehr an Amsterdam erinnern lassen. Oder die perlweißen Strände im Westen der Insel. Die gigantischenKakteenbäume und die elegantenFlamingos, die sich als pinkfarbene Tupfer in den wolkenlosen, blauen Himmel schwingen. All das ist dushi,dushi Curaçao eben.

Das Wort dushi stammt aus dem Papiamentu. Die Kreolsprache hat spanische, afrikanische, portugiesische, englische und niederländische Wurzeln. Papiamentu ist neben Niederländisch die zweite Amtssprache der Insel.

Auf Curaçao blüht ein freundlicher und lebhafter Mix der Kulturen. Den niederländischen Bezug findet man in Form von frikandel und Co. sogar auf der Speisekarte (–>), schließlich gehört Curaçao bis heute zum Königreich der Niederlande. Auch die Nähe zu Südamerika prägt das Inselleben. Im Radio wechseln sich Latinoschnulzen mit Sambahits ab; auf dem berühmten Floating Market (Schwimmenden Markt) {9} bieten Gemüsehändler aus Venezuela ihre Waren feil. Viele Einheimische sprechen daher besser Spanisch als Englisch.

Spürbar sind außerdem die afrikanischen Einflüsse, die auf den einst regen Sklavenhandel zurückgehen. Schätzungsweise eine halbe Million Afrikaner durchliefen Curaçao bis zur offiziellen Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1863. Die auf Curaçao weit verbreitete Tambu-Musik brachten ursprünglich die Afrikaner auf die Insel. Ihre eindringlichen Trommelrhythmen waren lange Zeit die einzige Ausdrucksform der Unterdrückten. Man hört sie noch heute auf den Folklorefesten und in Bars. Wichtige Monumente aus dieser Zeit sind die vielen Landhäuser (–>) der Insel. Zahlreiche dieser alten Plantagenhäuser sind längst umgestaltet und als Museum, Restaurant oder Galerie öffentlich zugänglich.

Unter den rund 151.000 Einwohnern tummeln sich heute Menschen aus über fünfzig Nationen. Entsprechend vielfältig geht es auf der Insel zu.

Kurz und knapp: Corazón – Curaçao – Korsoù

Man geht heute davon aus, dass der Inselname auf die spanischen Kolonialisten zurückgeht: Sie nannten das Eiland „Corazón“, was auf Spanisch „Herz“ bedeutet. Portugiesische Kartografen übersetzten den Namen in ihre Sprache, sodass „Coração“ daraus wurde. Auf Papiamentu heißt die Insel heute „Kòrsou“. Die Einwohner nennen sich selbst übrigens „Yu di Kòrsou“: „Kind Curaçaos“.

Banda Ariba – das urbane Leben

Der Osten der Insel ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Curaçaos. Im sogenannten Banda Ariba (auch Bandariba) wohnt die überwiegende Mehrheit der Insulaner. Einen Großteil der Fläche nimmt die Hauptstadt Willemstad ein. Büros, Behörden und Banken sowie die großen Hotels haben hier ihren Sitz.

Willemstad begeistert nicht nur mit der farbenfrohen Altstadt, den verwinkelten Gassen und der berühmten Handelskade {1}, einer der wenigen UNESCO-Weltkulturerbestätten der Karibik. Auch die einzigartige Pontonbrücke, die seit eh und je die beiden Stadtteile Otrabanda und Punda verbindet, ist für Besucher ein sehenswertes Kuriosum: Die Queen Emma Bridge {11} schwimmt nämlich und schiebt sich per Motor zur Otrabanda-Seite hin, um Schiffe durchzulassen. Einen ganz besonderen Glanz bekommt Willemstad nachts, wenn sich die Lichter der Stadt im Wasser spiegeln – ein Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Die Hauptstadt hat aber auch eine trendige Seite. Im Szeneviertel Pietermaai {21} gibt es originelle Boutiquehotels. Man speist in modernem Ambiente und feiert in coolen Clubs und Bars. Wem der Sinn nach Strandpartys steht, fährt eine Bucht weiter zum Mambo Beach {31} und tanzt dort in den Sonnenuntergang.

In der Jan Thiel Bay {36} steigen viele Pauschalurlauber ab. Nach dem Shoppen in einer der Strandboutiquen findet sich hier bestimmt der passende Beachclub zum Relaxen. Von der Jan Thiel Bay ist es nicht weit bis Spanish Water {37}. Im östlich gelegenen Villenviertel rund um die gleichnamige Bucht lassen sich die Traumhäuser der Rockstars und Hollywood-Schauspieler vom Wasser aus bewundern.

Urlauber, die ihre Zeit etwas ruhiger, aber nicht gleich im Nirgendwo verbringen möchten, sind in der ebenfalls sehr beliebten Piscadera Bay {28} gut aufgehoben. Die kleine Bucht schmiegt sich im Westen direkt an das Stadtgebiet von Willemstad. Bekannte Hotelketten und großzügige Bungalowanlagen heißen Besucher willkommen. Die lauen Abende verbringt man hier beim Candle-Light-Dinner unter im Wind schaukelnden Lichterketten direkt am Strand.

Auch Kulturbegeisterte kommen auf Curaçao auf ihre Kosten. Seit einigen Jahren boomt die lokale Kunstszene. Es gibt Freilichtausstellungen, immer mehr bunte Wandmalereien und zahllose Kulturevents. Nicht selten gehen Natur und Kunst dabei Hand in Hand.

Banda Abou – eine Oase der Ruhe

Banda Abou ist der wilde Westen der Insel, zumindest landschaftlich gesehen. Ansonsten geht es hier eher ruhig und gemächlich zu. Es gibt einige Dörfer, deren Anzahl immer mehr abnimmt, je mehr man sich der letzten SiedlungWestpunt (–>) nähert. In den Tokos, den kleinen Kiosken entlang der Straße, kann man den Einheimischen beim Dominospielen zuschauen. Ziegen kreuzen die Straßen und auf dem aufgeheizten Asphalt faulenzen quietschgrüne und knallblaue Leguane. Wer die Abgeschiedenheit liebt und Ruhe und Erholung sucht, findet im Westen der Insel sein Glück.

Im teils schroffen Banda Abou verstecken sich nämlich Curaçaos sonnenverwöhnteTraumstrände wie der Cas Abao {59} oder der filmreife Grote Knip {68}. Bei einem leichten Lüftchen mit Blick auf das türkisblaue Meer ziehen die Stunden unbemerkt vorüber. In klaren Nächten spannt sich über Banda Abou ein sagenhafter Sternenhimmel. Auch die beiden größten Nationalparks, der Christoffelpark {63} und der Shete Boka National Park {64}, liegen im Nordwesten. Die Küste ist hier rau und ungezähmt; die Gischt spritzt meterhoch die Klippen hinauf. Tagesausflügler, die zuvor nur die sanften Strände der Südküste besucht haben, erkennen das Karibische Meer hier kaum wieder. Besonders eindrucksvoll ist das Naturschauspiel Watamula {72} an der Westspitze. Der kräftige Seegang spült Meerwasser in das grobporige Vulkangestein hinein und wieder hinaus. Dabei entsteht ein Geräusch, als würde die Küste tief Luft holen. Auf der Insel hat Watamula deshalb einen vielsagenden Spitznamen: „der Atem Curaçaos“.

Inselsteckbrief

> Lage: Curaçao liegt in der südlichen Karibik rund 60 km vor der Küste Venezuelas.

> Fläche: Mit einer Fläche von 444 km² entspricht die Insel etwa der Größe des Kölner Stadtgebiets. Bei einer Länge von 70 km ist Curaçao sehr schmal: An der breitesten Stelle liegen die Küsten lediglich 16 km auseinander, auf der Höhe von Grote Berg gerade einmal knapp 4 km.

> Höchste Erhebung: Sint Christoffelberg (375 m)

> Verwaltung: Lange gehörte Curaçao zusammen mit den Schwesterinseln Bonaire und Aruba (den sog. ABC-Inseln) zu den Niederländischen Antillen. Seit dem 10. Oktober 2010 ist Curaçao ein unabhängiger Landesteil innerhalb des Königreichs der Niederlande.

> Bevölkerung undReligion: Rund 151.000 Menschen leben auf Curaçao, davon über 100.000 in der Hauptstadt Willemstad. 80 % der Bevölkerung sind katholisch, darüber hinaus gibt es jüdische, protestantische und muslimische Gemeinden.

> Wirtschaft: Die Coronapandemie hat zu großen Besuchereinbrüchen geführt. Trotzdem gehört der Tourismus neben dem Offshore-Banking (also den Bankgeschäften anderer Staaten, die hier weniger Regulierungen unterliegen als in ihrer Heimat) weiterhin zu den wichtigsten Einnahmequellen der Insel. Ob die alte Ölraffinerie, die jahrelang Devisen ins Land spülte, reaktiviert wird, steht noch in den Sternen.

Unterwegs auf Curaçao

Mit dem Mietwagen (–>) lässt sich Curaçao am besten erkunden. Der Verkehr ist zumeist entspannt und die Insel so überschaubar, dass man sich kaum verfahren kann. Und wenn doch, entdeckt man meist per Zufall einen wunderbaren Ort – ein Künstleratelier, ein Schnorchelparadies oder eine schnuckelige Bäckerei. Es gibt eine Vielzahl an sehenswerten Ausflugszielen, die man sich im Rahmen eines Tagestrips ansehen kann. Egal, wo man startet: Zu den meisten Orten benötigt man kaum mehr als eine Stunde Anfahrt.

Busse (–>) sind für Urlauber kaum zu empfehlen; der öffentliche Nahverkehr ist zwar sehr günstig, jedoch nicht besonders zuverlässig. Außerdem erreicht man mit Bussen lediglich die Hauptorte der Insel und verpasst die vielen versteckten Geheimnisse Curaçaos. Und gerade diese machen den Reiz der Insel aus.

Inselhauptstadt Willemstad

Willemstad ist die Hauptstadt Curaçaos und im Prinzip die einzige Stadt auf der Antilleninsel. Der natürliche Hafen und die Altstadt mit ihren kunterbunten Kolonialbauten gehören zu Recht seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier findet man einige der beeindruckendsten historischen Viertel der gesamten Karibik.

Entgegen allen Gerüchten: Willemstad ist nicht nach einem König der Niederlande benannt. Die quirlige Inselhauptstadt erhielt ihren Namen bereits 1634 vom damaligen Statthalter Willem. Das niederländische Königreich – dem Curaçao bis heute angehört – entstand erst knapp 200 Jahre später. Im 17. Jh., als die Niederländer den Spaniern die Karibikinsel endgültig abknöpften, hieß das „Mutterland“ noch Republik der Sieben Vereinigten Provinzen.

Zu dieser Zeit war Curaçao zwar recht unbekannt, aber strategisch interessant. Längst war klar, dass die Insel für die Landwirtschaft weitgehend ungeeignet ist. Die erfolgreichen niederländischen Kaufmannsdynastien brauchten Curaçao viel eher als Umschlagplatz. So begannen die neuen Inselherren, das Gebiet östlich der Sint Annabaai (Santa Anna Bay), dem Eingang zum natürlichen Hafen Willemstads, zu besiedeln. De Punt („der Punkt“) – das heutige Punda – spross aus dem Boden. Eines der ersten großen Gebäude war Fort Amsterdam {4}, das heute als Regierungssitz dient.

Der Handel mit den spanischen, französischen und englischen Kolonien florierte. Willemstad wurde zu einem wichtigen Handelsposten der Niederländischen Westindien-Kompanie. Dadurch schwoll De Punt schnell zu einer typischen Hafenstadt an. So beschloss man, ab 1707 auch „die andere Seite“ der Wasserstraße Sint Annabaai zu bebauen – die Geburtsstunde des Viertels Otrabanda. Seitdem ist Willemstad sozusagen eine geteilte Stadt.

Glücklicherweise überqueren Bewohner und Besucher die Wasserbarriere heute recht bequem zu Fuß. Denn bereits im Jahr 1888 wurde die Queen Emma Bridge {11} errichtet. Die Pontonbrücke ist keine feste Uferverbindung, sondern wird bei Bedarf geöffnet, um Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Diese Konstruktion ist einzigartig in der Welt und ein Zeugnis von Willemstads früher Fortschrittlichkeit. Die Insulaner nennen die Pontonbrücke liebevoll „Swinging Old Lady“.

Abgesehen von dem kurzen Spaziergang über die Brücke, der zum Pflichtprogramm gehört, gibt es einen weiteren Grund, Otrabanda zu besuchen: Das Kurá-Hulanda-Village {14} ist ein historisches Viertel mitten in Otrabanda. Der sehenswerte Kolonialbestand wurde in den vergangenen Jahren mehrfach umfangreich renoviert. Während der Coronapandemie verfiel das Areal zunehmend. 2023 wurde es mit Geschäften, Gastronomie und einem Hotel wiedereröffnet. Seitdem gehört ein Bummel durch die kopfsteingepflasterten Gassen wieder zum Pflichtprogramm für Urlauber. Die niederländischeKolonialarchitektur prägt aber längst nicht nur das Stadtbild Otrabandas: Die insgesamt mehr als 750 denkmalgeschützten, farbenfrohen Gebäude verteilen sich auch auf die drei übrigen historischen Distrikte Punda, Scharloo und Pietermaai {21}.

Das Zentrum von Willemstad ist überschaubar und sehr fußgängerfreundlich. Auch wenn es warm ist, lässt sich die Stadt am besten per pedes erkunden. In den Gassen gibt es genügend Cafés und schattige Plätzchen für eine Pause. Alle Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander: Highlights wie die Handelskade {1}, das Wedding Cake House (Kas di Bolo) {27}, das Penha-Haus {3}, die Mikvé-Israel-Emanuel-Synagoge (Snoa) {6} und die Festungsanlagen Rif Fort {13} und Fort Amsterdam {4} mit der dazugehörigen Fort-Kirche sind alle jeweils nur einen Spaziergang voneinander entfernt. In den eleganten Stadthäusern auf der Punda-Seite der Breedestrad sind heute Boutiquen und Geschäfte eingezogen. Hier kann man sich einen Moment unter der Klimaanlage abkühlen, wenn die karibische Sonne es mal wieder allzu gut meint.

Lohnenswert ist auch ein Bummel über den Floating Market (Schwimmenden Markt) {9} entlang der Sha Caprileskade. Die Holzstände mit den bunten Dächern biegen sich unter dem Gewicht der Tropenfrüchte, die venezolanische Händler täglich mit dem Boot herüberfahren. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung zum Marshé Nobo (Neuen Markt) {8}, auf dem man herrlich duftende Kuchen, Haifischöl gegen Husten und selbstgemachte Haushaltshelferlein erstehen kann. Auch die „Kräuterhexen“ bieten in urigen Marktnischen ihre magischen Zutaten an. Obwohl das Christentum weit verbreitet ist, sind die Menschen auf Curaçao nämlich recht abergläubisch.

In Willemstad mischt sich heute das gesamte Inselleben: Verwaltungund Regierung haben hier ihren Sitz. In den nordöstlichen Bezirken bestimmen die großen Einkaufszentren und moderne Wohnviertel das Bild. In der Altstadt hingegen schlendert man über Kopfsteinpflaster und trinkt frischen Saft in schattigen Cafés.

Bereits seit über 100 Jahren prägt eine der weltgrößten Ölraffinerien das Stadtbild. Ein venezolanischer Staatskonzern produzierte in der Anlage an der Schottegat jahrzehntelang Öl. Der Pachtvertrag wurde 2019 aus politischen Gründen nicht verlängert. Trotz aller Umweltbedenken gibt es aktuell Bestrebungen, die Raffinerie wiederzueröffnen. Schließlich hängen etwa 4500 Jobs mittelbar an der Raffinerie. Ein neuer Pächter war bei Redaktionsschluss aber noch nicht in Sicht.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass auf einer kleinen Insel wie Curaçao so viel urbanes Leben herrscht. Willemstad ist fröhlich, vielseitig und überraschend. Dabei ist die Stadt nicht bloß eine leere, bonbonfarbene Kulisse. Hier gibt es sogar Berufsverkehr, denn die Wirtschaft Curaçaos dreht sich nicht ausschließlich um den Tourismus, auch wenn dies der größte Devisenbringer ist.

Zugleich ist und bleibt Willemstad eine alte Hafenstadt, deren Plätze und Gassen Geschichten aus einer vergangenen Zeit erzählen. Die neuen Szeneviertel mit Clubs und Bars fügen sich perfekt in dieses Ambiente ein. Und selbst ein paar schummrige Ecken gibt es noch – schließlich wäre Willemstad sonst keine richtige Hafenstadt.

An der Handelskade strahlen die Häuserfassaden um die Wette (020cu-bw)

Punda

Punda ist Willemstads ältestes Viertel und gewissermaßen die Schokoladenseite der Hauptstadt. Hier reiht sich ein Fotomotiv an das andere, allen voran natürlich die Handelskade {1}, eine Promenade, deren pastellfarbene Giebel eine der berühmtesten Fotokulissen der gesamten Karibik darstellen.

Punda bedeutet schlicht „der Punkt“. So gut wie nichts war an dieser Stelle zu finden, als die holländischen Siedler begannen, hier eine Handels- und Hafenstadt zu errichten. Zum Schutz vor Piraten und Invasionen bauten sie zunächst das Fort Amsterdam {4} und zogen eine imposante Stadtmauer um Punda herum, die jedoch später eingerissen wurde. Hinter den festen Mauern florierte der Handel; Wohnhäuser, Büros und Geschäfte sprossen empor.

In Punda lebten zum einen protestantische Händler aus Holland, zum anderen jüdische Kaufleute. Zwar zogen die jüdischen Familien zu Beginn des 19. Jh. in das benachbarte Scharloo, doch bis heute prägt die Mikvé-Israel-Emanuel-Synagoge (Snoa) {6} das Viertel. Sie ist eine der ältesten Synagogen der westlichen Hemisphäre.

Bis heute ist Punda das Einkaufsviertel der Stadt: Es gibt Boutiquen und Galerien, Märkte und Manufakturen, aber auch internationale Geschäfte und Souvenirshops. Bei einem Spaziergang durch die Fußgängerzone fällt der im Vergleich zu den verwinkelten Gassen Otrabandas planmäßige, gerade Straßenverlauf auf. Gleichzeitig hält Punda einige Überraschungen parat: Unverhofft stößt man auf urige Bars, das Lieblingswort aller Curaçaoner, dushi (–>), als überdimensionale Skulptur oder die unscheinbar wirkende alte Markthalle Plasa Bieu {7}, in der kulinarische Kuriositäten aufgetischt werden. Donnerstagabends finden die beliebten Punda Vibes statt (s. rechts).

Exkurs: Albert Kikkert – ein Grünschnabel bekennt Farbe

Wenn man zum ersten Mal das bunte Stadtbild Willemstads sieht, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Die Inselhauptstadt wirkt wie Amsterdam – nachdem es in den Malkasten gefallen ist. Die Farbwahl der Häuserfronten folgt einfach keinem Schema und doch fügt sich alles zu einem fröhlichen Mix zusammen.

Warum das so ist? Nun ja, auf der Insel erzählt man sich gern die Geschichte von Albert Kikkert, der von 1816 bis 1819 Gouverneur von Aruba, Bonaire und Curaçao war. Bei seinem Amtsantritt befahl er, die bis dato weißen Fassaden farbig anzustreichen. Seine Begründung: Das starke Sonnenlicht reflektiere so sehr auf den hellen Flächen, dass er davon ständig Migräne bekäme. Die Hausbesitzer Willemstads machten sich also auf den Weg zur einzigen Farbenfabrik der Insel und folgten dem Wunsch des neuen Gouverneurs.

Nach dem Tod von Albert Kikkert stellte sich heraus, dass dieser – ganz zufällig – nicht gerade wenige Anteile an eben jener Farbenfabrik hielt. Die quietschbunten Fassaden gefielen den Inselbewohnern jedoch und blieben bis heute. Weiße Häuser sind auf Curaçao eher die Ausnahme.

Mein Tipp: Punda Vibes

Jeden Donnerstag finden in Punda die Punda Vibes statt: Die Geschäfte haben länger auf, es gibt Shows, Essens- und Verkaufsstände sowie ein kleines Feuerwerk und Livemusik auf den Straßen. Ein echtes Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

{1} Handelskade *** [F7]

Die Handelskade ist Curaçaos Aushängeschild. Gemeint ist die Promenade am östlichen Ufer der Sint Annabaai, jener Wasserstraße, die Willemstad in zwei Teile trennt. Die schmalen Kolonialbauten im holländischen Stil ragen wie Spielzeughäuser in Sonnengelb, Himmelblau und Rosarot über das türkisblaue Wasser. Das Motiv ist auf Postkarten und in Zeitschriften um die Welt gegangen, und zwar nicht erst, seit die UNESCO Willemstads Altstadt zum Weltkulturerbe erklärte. Für die Farbenpracht zeichnet übrigens der ehemalige Gouverneur Albert Kikkert (–>) verantwortlich.

Die historischen Gebäude Willemstads zu erhalten, erfordert einen fortwährenden, hohen Aufwand. Das alte Mauerwerk besteht meist aus einer Mischung aus Korallen, Stein und Beton, der mit Sand aus dem Meer angerührt wurde. Das feuchte Klima laugt die Wände aus und lässt die Bauten schnell verfallen. Damit sich die Altstadt ihren kolonialen Charme erhält, müssen die Häuser im Schnitt alle sechs Monate gestrichen werden. Alle zwei Jahre brauchen Putz und Stuck eine Frischekur.

Früher lebten an der Handelskade wohlhabende Kaufmannsfamilien. Heute säumen Cafés und Restaurants die Flaniermeile – genau der richtige Ort für eine kleine Pause unter den Bäumen. An sehr heißen Tagen sprühen die Cafés einen feinen Wassernebel auf die Terrassen, für den man als Gast mehr als dankbar ist.

Die beste Position für ein Foto ist übrigens die Queen Emma Bridge {11} oder eine der Fähren (–>). Nach Sonnenuntergang ist die Handelskade besonders schön anzusehen; dann färben die bunten Lichter das nachtschwarze Hafenwasser.

Auf Curaçao stößt man in Straßennamen übrigens immer wieder auf das Wort kade. Es bedeutet nichts weiter als „Kai“ und deutet auf die Lage am Wasser hin.

{2} Punda Hearts ** [F7]

Direkt an der Handelskade {1}, neben dem Aufgang zur Queen Emma Bridge {11}, stehen die Punda Hearts. Dabei handelt es sich um Herzskulpturen des Künstlers Carlos Blaaker. Die Skulpturen bestehen aus Metallgeflecht und heißen eigentlich „Lock your love“. Romantiker aus aller Welt sind eingeladen, hier ein Vorhängeschloss anzubringen, um ihre Liebe zu besiegeln. Falls man sich dazu entscheidet, ist man in royaler Gesellschaft: Sogar das niederländische Königspaar Willem Alexander und Máxima brachte an seinem 21. Hochzeitstag, nämlich am 2. Februar 2023, ein Vorhängeschloss an. Es trägt die Initialen WA und M sowie das Hochzeitsdatum.

{3} Penha-Haus ** [F7]

Wer die Queen Emma Bridge {11} überquert, läuft automatisch auf das Penha-Haus zu. Das gelbe Eckhaus an der Herrenstraat und der Handelskade {1} kann man kaum übersehen. Es gehört zu den ältesten Kaufmannshäusern Pundas und stammt aus dem Jahr 1707.

Seinen Namen erhielt das Haus, als die Penha-Familie es im Jahr 1865 für ihr neu gegründetes Unternehmen erwarb. Auch heute noch betreibt die Gründerfamilie mehrere elegante Parfümerien auf Curaçao; hinzu kommen Filialen auf benachbarten Inseln wie Aruba, St. Maarten, den Kaimaninseln und St. Thomas. Das Penha-Haus in Willemstad ist nach wie vor der Flagship-Store.

> Heerenstraat 1, www.jlpenha.com

{4} Fort Amsterdam mit Fortchurch Museum ** [F7]

Das Fort Amsterdam ist eines der ältesten Gebäude Curaçaos. Die Niederländische Westindien-Kompanie begann den Bau kurz nach der Eroberung der Antilleninsel im Jahr 1634. Das Fort diente als Befestigung und Schutz vor Angriffen anderer europäischer Handelsmächte. Die Anlage wurde mit drei Meter dicken Mauern und schwerer Artillerie ausgerüstet. Auch der Direktor der Niederländischen Westindien-Kompanie zog in die ehrwürdigen Mauern ein. Nach und nach wurde die Festung erweitert: Neben der Kirche (Baujahr 1796) entstanden auch Truppenunterkünfte, Lagerhäuser und ein Wasserspeicher.

Seinen Namen erhielt das Fort von einer Abteilung innerhalb der Niederländischen Westindien-Kompanie, die Curaçao damals verwaltete. Dass das Fort unter Beschuss geriet, beweist eine Kanonenkugel, die man noch heute in der südwestlichen Wand der Kirche besichtigen kann. Der Legende nach soll kein Geringerer als Admiral William Bligh (1754–1817), Kapitän der berühmten Bounty, den Angriff auf Fort Amsterdam im Jahr 1804 befohlen haben.

Anfang des 19. Jh. verlor Fort Amsterdam seine Bedeutung als Festung und wurde im Laufe der Jahre vielseitig genutzt. So diente die Anlage zwischenzeitlich auch als Gouverneurspalast. Heute ist das Fort in einem sehr guten Zustand. Hier befindet sich der Verwaltungs- und Regierungssitz der Insel.

Die Fortchurch musste im Jahr 1990 kurzzeitig wegen Baufälligkeit schließen. Nach einer aufwendigen Restaurierung konnte sie jedoch bereits im Folgejahr feierlich wiedereröffnet werden. Kurze Zeit später beehrte sogar die damals amtierende niederländische Königin Beatrix die renovierte Fort-Kirche mit einem Besuch.

Die Kirche ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Die hier aktive protestantische Gemeinde betreibt für Besucher ein Museum mit alten Karten und einer kleinen, aber feinen Sammlung antiker Artefakte. In der Ausstellung können Besucher u. a. antike silberne Kelche, ein Taufbecken aus Mahagoni und Silber sowie einen antiken Bibeltisch sehen, wie er früher in den Landhäusern der Insel genutzt wurde.

> Zugang über Gouvernementsplein oder Wilhelminaplein, www.fortchurchcuracao.com, Tel. +5999 4611139, Mo.–Fr. 9–12 Uhr, Eintritt: Museum 3,50 NAF, Kirche und Museum Erw. 7 NAF, erm. 3,50 NAF

Mein Tipp: Mit der Lok durch Willemstad

Wer Willemstad gemächlich rollend erleben möchte, unternimmt eine Trolley Train Tour. Die rosafarbene Lok zuckelt vom Fort Amsterdam {4} durch die Altstadt, vorbei an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten. Die Fahrt dauert etwas mehr als eine Stunde.

> Island Experiences, www.island-experience.com/curacao-island-tour/willemstad-tour-by-trolley-train, Tel. +5999 6677987, Preise: Erw. 25 US$, erm. 15 US$

{5} Wilhelminaplein ** [F7]

Verlässt man das Fort Amsterdam {4} am östlichen Tor, stößt man nach wenigen Metern auf den Wilhelminaplein. Der Platz wurde im Jahr 2012 umfassend renoviert. Im Süden thront das alte Stadhuis(Rathaus) über dem kleinen Park, ein Bau im neoklassischen Stil aus dem Jahr 1859 mit dem typischen Säuleneingang und opulenten Freitreppen. Im Giebel ist das goldene Wappen des niederländischen Königshauses Oranien zu sehen. In diesem Gebäude ist heute der Gerichtshof untergebracht. Außerdem tagt hier das Parlament.

Größeren Unterhaltungswert als das Stadhuis haben für viele Curaçao-Urlauber die überdimensionalen Buchstaben auf der kleinen Wiese am Wilhelminaplein. Das Inselmotto „Dushi Curaçao“ reckt sich in übergroßen, rot-blau-gelben Lettern in den Karibikhimmel. Bewohner und Besucher machen sich gleichermaßen einen Spaß daraus, die Wörter zu erklimmen oder zu umarmen und hier für Fotos zu posieren. Regelmäßig finden auf dem beliebten Platz Märkte, Partys und Livekonzerte statt. „Leute gucken“ geht hier immer.

{6} Mikvé-Israel-Emanuel- Synagoge (Snoa) mit Museum *** [F7]

Die ewige Flamme der Snoa brennt durchgängig seit 1732. Damit handelt es sich um eine der ältesten Synagogen der westlichen Hemisphäre. Ihre Gemeinde ist jedoch noch um einiges älter: Die Niederländische Westindien-Kompanie brachte bereits in den 1650er-Jahren jüdische Kaufleute auf die Insel. Es handelte sich um sephardischeJuden, die einst vor der spanischen Inquisition nach Holland geflohen waren. Die jüdische Gemeinde auf Curaçao wuchs schnell an. Im 17. und 18. Jh. lebten etwa 2000 Juden auf dem Eiland.

Ein Besuch der Synagoge ist ein besonderes Erlebnis. Schon beim Betreten über den ruhigen Hof ist das quirlige Treiben im Punda-Viertel von einer Sekunde auf die andere vergessen. Selbst die eigenen Schritte hört man nicht, denn ihre Geräusche werden vom Sand auf dem Boden verschluckt. Die Gemeinde erinnert so an die 40-jährige Wanderung der Israeliten durch die Wüste Sinai. Ferner bezieht sich der Sand auf Gottes Versprechen an Abraham, seine „Nachkommen zahlreich [zu] machen wie die Sterne am Himmel und den Sand am Meeresstrand“ (Gen. 22, 17). Für die Gemeinde auf Curaçao hat der Sand aber noch eine weitere Bedeutung, denn er verweist auf die Zeit der spanischen Inquisition, als die Juden während geheimer Treffen die Geräusche ihrer Schritte und Gebete durch Sand zu dämpfen versuchten. Ursprünglich hat die Gemeinde den Sand aus Israel importiert. Heute stammt er aus der Karibik.

Im Inneren erwartet die Besucher ein ungewöhnlicher Kontrast aus glänzendem Mahagoniholz und kalkweißen Wänden. Bronzene Kronleuchter und purpurne Glasfenster strahlen im einfallenden Sonnenlicht um die Wette. Früher nahmen Frauen und Männer in der Synagoge unterschiedliche Plätze ein: Die Frauen saßen oben auf der Galerie, die Männer im unteren Bereich. Seit 1964 ist die Geschlechtertrennung aufgehoben.

In zwei angrenzenden Gebäuden ist das Jewish Historical Cultural Museum untergebracht. Die ausgestellten Thorarollen gehören zu den wertvollsten Schätzen der Ausstellung.

> Hanchi Snoa 29, www.snoa.com, Tel. +5999 4611067, Mo.–Fr. 9– 16.30 Uhr, Eintritt: Synagoge inkl. Museum 10 US$

{7} Plasa Bieu (Alter Markt) *** [F7]

Plasa Bieu (auch Plaza Bieu) sieht von außen nicht gerade nach einem touristischen Muss aus. Die alte Markthalle