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Dieser aktuelle Reiseführer ist der ideale Begleiter, um alle Seiten der Ionischen Insel Korfu selbstständig zu entdecken: - Die interessantesten Orte, Sehenswürdigkeiten und Attraktionen ausführlich vorgestellt und bewertet - Die schönsten Strände rund um die Insel - Die besten Hotspots zum Schnorcheln und Tauchen, Wind- und Kitesurfen - Ausgewählte Anbieter für Segel- und Bootsausflüge, Ausritte sowie weitere Aktivitäten - Inselentdeckung mit Auto, Bus oder Mountainbike - Vier Wanderungen für jedermann - Die ganze Bandbreite der korfiotischen Küche - Shoppingtipps vom traditionellen Wochenmarkt bis zur Olivenholzwerkstatt - Die prächtigsten Parks und Gärten - Die erstaunlichsten Bräuche und Feiern - Besonderheiten der Flora und Fauna - Vom Inselheiligen bis zur Mikrobrauerei: spannende Tipps, Exkurse und Hintergrundinfos - Ausgesuchte Unterkünfte vom einfachen Apartment bis zum Familienhotel und zur luxuriösen Suite im Bergdorf - Alle praktischen Infos zu Anreise, Preisen, Touren, Events, Hilfe im Notfall, Verkehrsmitteln, Wetter ... - Kleine Sprachhilfe Griechisch mit den wichtigsten Vokabeln für den Reisealltag - Detaillierte Stadtpläne InselTrip - die aktuellen Inselführer von Reise Know-How. Fundiert, übersichtlich, praktisch. REISE KNOW-HOW - Reiseführer für individuelle Reisen
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Seitenzahl: 218
Veröffentlichungsjahr: 2023
inselplan für Smartphone und Tablet
Verweise im Buch
Preiskategorien Gastronomie
Preiskategorien Unterkünfte
Vorwahlen
Aussprache
Smaragdgrüne Insel im Ionischen Meer
Korfu im Überblick
Inselhauptstadt Kérkyra (Korfu-Stadt)
Der Nordosten: Region Óros
Der Nordwesten: Region Gýros
Die Mitte: Region Mésis
Der Süden: Region Lefkími
Baden
Wassersport
Wandern
Weitere Aktivitäten
Feste und Folklore
Korfu kulinarisch
Was wo kaufen?
Natur erleben
Von den Anfängen bis zur Gegenwart
An- und Rückreise
Autofahren
Barrierefreies Reisen
Diplomatische Vertretungen
Hygiene
Geldfragen
Informationsquellen
Internet
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Medizinische Versorgung
Mit Kindern unterwegs
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Touren
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Verhaltenstipps
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Wetter und Reisezeit
Register
Impressum
Ergänzend zum Zentrumsausschnitt am Ende dieses Ebooks können Sie sich den Faltplan zum Buch auf Ihr mobiles Gerät laden: Einfach die kostenlose App „Avenza Maps“ der Firma Avenza™ installieren (erhältlich für Android und iOS) und anschließend in der App den Inselplan zum Buch herunterladen.
Die App „Avenza Maps“ ist ohne Internetverbindung nutzbar, es fallen bei der Nutzung keine Datengebühren an. Sie bietet einige Features, z.B. die Anzeige des eigenen Standorts auf der Karte oder den Import und das Speichern von Ortsmarken. Weitergehende Informationen: www.avenza.com/pdf-maps
Alle Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte (Points of Interest) im Buch haben eine eindeutige Nummer, die sich als Ortsmarke im Kartenmaterial wiederfinden. (Nummern von Sehenswürdigkeiten stehen in geschweiften Klammern, z.B. {2}, Nummern von Points of Interest in spitzen Klammern, z.B. <16>.) Beim Klick auf die Nummer öffnet sich die Web-App zum Buch und der ausgewählte Punkt wird auf einer Online-Karte als Ortsmarke angezeigt. Die Web-App ermöglicht zudem die Routenführung vom aktuellen Standort zur ausgewählten Ortsmarke: www.reise-know-how.de/inseltrip/korfu23
Preise für ein Hauptgericht mit Getränk:
€ bis 15 €
€€ 15–25 €
€€€ 25–50 €
€€€€ über 50 €
Die Preise gelten für ein Doppelzimmer pro Nacht ohne Frühstück bzw. für eine Ferienwohnung für zwei Personen pro Nacht.
€ bis 60 €
€€ 60–90 €
€€€ 90–130 €
€€€€ über 130 €
> Griechenland: 0030
> Deutschland: 0049
> Österreich: 0043
> Schweiz: 0041
Die Betonung der deutschen Umschrift des Griechischen ist im Buch mit Akzenten angegeben.
„So schön war alles, dass es schon unnatürlich war, abends dufteten die Ölbäume so stark, und die untergehende Sonne verlieh ihnen einen Heiligenschein wie goldene Rosen. […] Die Hänge sind mit goldenen Blumen überzogen und gegenüber die noch mit Schnee bedeckten albanischen Berge, die, zuerst rosafarben, langsam in Rubinfeuer aufflammen, über alledem ein betäubender Duft […]“, so schrieb Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi, 1895 in einem Brief an ihre Tochter Valerie. Schöner lässt sich Korfu kaum beschreiben. In Erwartung der Blütenpracht zieht es uns regelmäßig im Frühjahr auf die Insel, um die von Wildblumen übersäten Olivenhaine zu erleben. Zu dieser Jahreszeit ist Korfu ein Eldorado für Wanderfreunde und Naturliebhaber.
Die Insel steckt voller Kontraste. Herrliche Strände, romantische Buchten, abgelegene Bergdörfer oder lebhafte Touristenzentren – Korfu lässt dem Besucher die Qual der Wahl und besticht durch unerschöpfliche Vielfalt. Morgens ein Bad im kristallklaren Wasser, gefolgt von einem Bummel durch die Gassen der historischen Altstadt von Kérkyra, als kulinarischer Abschluss eine köstliche Mahlzeit in einer Fischtaverne, um, begleitet vom Plätschern des Meeres, die Gastfreundschaft der Korfioten zu genießen – so könnte der perfekte Tag aussehen. Sie möchten mehr erleben? Auf Touren die landschaftlichen Schönheiten der Insel entdecken? Partymeilen und das Nachtleben erkunden? Traditionelle und urige Tavernen besuchen? Kein Problem – lernen Sie unsere zweite Heimat mit all ihren Facetten kennen und lieben!
Schon beim Landeanflug offenbart sich die landschaftliche Schönheit der Insel: Etwa vier Millionen Olivenbäume kleiden Korfu in einen grünen Mantel und selbst im Hochsommer lassen die klimatischen Bedingungen das Eiland nicht karg erscheinen. Unzählige Strände und malerische Buchten bieten beste Voraussetzungen für einen unbeschwerten Badeurlaub. Abseits der Strände laden landschaftliche Highlights zu ausgiebigen Inseltouren ein und die faszinierende Inselhauptstadt lohnt mehr als nur einen Besuch.
Die geografische Einteilung der Insel in die Regionen Óros im Nordosten, Gýros im Nordwesten, Mésis in der Mitte und Lefkími im Süden geht auf das 13. Jh. zurück. Diese Aufteilung wird heute nur noch von den Einheimischen genutzt, eignet sich aber bestens, um den Charakter der Insel zu beschreiben.
Ein Kriterium bei der Auswahl des Urlaubsortes ist für viele Urlauber die Nähe zum Strand und dessen Beschaffenheit (Details s. Abschnitt „Baden“). Bei einer Küstenlinie von knapp 220 km und einer großen Auswahl an schönen Stränden hat man hier die Qual der Wahl.
Die Orte entlang der Küstenlinie umgeben das beeindruckende Pantokratormassiv in der Region Óros (–>) von Barbáti {30} an der Ostküste bis nach Róda {20} im Norden. Die Küstenorte bieten allesamt eine gute touristische Infrastruktur. Während sich im Osten vornehmlich recht schmale Kiesstrände finden, geht die Beschaffenheit der Strände weiter nördlich in ein Sand-Kies-Gemisch über – hier prägen malerische Badebuchten wie z. B. im belebten Urlaubszentrum Kassiópi {24} das Landschaftsbild. Freunde langer Strände finden in den beliebten Ferienorten Acharávi {21} und Róda ihr Refugium. Hat man genug vom Strand, begibt man sich in das Landesinnere. Hier trifft man auf ursprüngliche Orte und Weiler wie Strinílas {32} oder Nímfes {34} und findet beste Voraussetzungen für eindrucksvolle Wanderungen.
Ausgeprägte Touristenzentren wie Sidári {37} im Norden der Region Gýros (–>) wechseln sich ab mit verträumten Buchten. Sehenswerte Landschaften und Vorzeigebuchten warten im südlichen Teil der Region. Die westliche Küste hat lange Sandstrände vorzuweisen, etwa in Ágios Stéfanos Avliotón {40}, Aríllas {41} oder Ágios Geórgios Págon {43}. Die Urlaubsangebote in letztgenannter Bucht sind bei deutschen Gästen sehr beliebt, hier kommen Wassersportler auf ihre Kosten. Schnorchler finden rund um die Zwillingsbucht Pórto Timóni unterhalb des Ortes Afiónas {42} ideales Terrain, Taucher erfreuen sich am attraktiven Tauchgebiet rund um die Bucht von Paleokastrítsa {47}.
Die Region Mésis (–>) ist das Bindeglied zwischen Nord- und Südkorfu. Vom belebten Ferienort Ípsos {51} im Norden bis Moraítika und Messonghí {65} im Süden des Gebiets zieht sich die Straße an der Ostküste entlang, vorbei an touristisch erschlossenen Orten wie Dassiá {54}, Gouviá {57} und Benítses {63}. Viele Großhotels, meist direkt am Meer gelegen, warten auf internationales Publikum. Für die Gäste wurden oft Liegewiesen geschaffen, da die Strände eher schmal sind und häufig aus Kieselsteinen bestehen. In den geschützten Buchten finden Wasserskifahrer bei ruhiger See beste Voraussetzungen.
In der Mitte der Ostküste liegt die Inselhauptstadt Kérkyra, auch bekannt als Korfu-Stadt (–>). Begibt man sich über die von Landwirtschaft geprägte Rópa-Ebene an die Westküste, präsentiert sich Korfu von einer anderen Seite. Hier findet man ausgesprochen romantische Küstenabschnitte und einige der landschaftlich am schönsten gelegenen Strände der Insel wie beispielsweise Mirtiotissa Beach und Pelekas Beach (Kontogialós).
Die Region Lefkími (–>) bildet den südlichen Teil Korfus. Namensgebend ist Lefkími {80}, die zweitgrößte Stadt der Insel. Beschauliche Orte wie Boúkari {77} oder Petrití {78} an der Ostküste mit ihren weithin beliebten Fischtavernen und die wunderbare Landschaft rund um die Lagune Korissíon (–>) prägen dieses Gebiet. Kilometerlange Sandstrände im Westen, beginnend bei der erwähnten Lagune über Ágios Geórgios Argirádon {75} und den herrlichen Gardenos Beach [G10] bei Vitaládes, machen die Region für Urlauber reizvoll.
Um die Schönheit Korfus individuell und unabhängig zu erkunden, empfiehlt sich auf jeden Fall ein Mietwagen (Details s. Autofahren). Auch ein Motorroller oder Quad lässt sich mieten. Wachsender Beliebtheit erfreut sich zudem die Inselentdeckung per Fahrrad. Das Busnetz ist gut ausgebaut und eignet sich besonders für preisbewusste Reisende. Fast alle Verbindungen führen über Korfu-Stadt. Die blau-weißen Busse bedienen die nahe Umgebung der Inselhauptstadt, die grünen Busse verkehren auf der gesamten Insel. Taxis sind relativ teuer und eignen sich daher nur bedingt für die Inselerkundung – für die Fahrt vom Flughafen zum Hotel sind sie aber dennoch praktisch.
> Lage: Korfu liegt im Mittelmeer gegenüber der südlichen Spitze Italiens. Sie ist die nördlichste und zweitgrößte der Ionischen Inseln und die westlichste Insel Griechenlands. Durch eine schmale Meerenge ist Korfu vom griechischen und albanischen Festland getrennt.
> Fläche, Länge und Breite: 593 km², etwa 62 km lang und bis zu 28 km breit
> Einwohnerzahl: ca. 100.000, davon ca. 35.000 in der Hauptstadt Kérkyra (Korfu-Stadt)
> Höchste Erhebung: Pantokrátor im Norden der Insel, ca. 906 m
> Religion: 90 % der griechischen Bevölkerung sind griechisch-orthodox. Der Schutzpatron der Insel ist St. Spiridon (–>), dessen Gebeine in Kérkyra aufbewahrt sind und zu dessen Ehren Prozessionen abgehalten werden.
> Verwaltung: Der Regionalbezirk Korfu umfasst die Insel Korfu, die nordwestlich gelegenen Diapontischen Inseln und die Inselgruppe Paxos (Paxos und Antípaxos), zu denen jeweils auch kleine Eilande und Felsriffe gehören. Verwaltungssitz ist Kérkyra.
> Wirtschaft und Tourismus: Korfu ist wirtschaftliches Zentrum der Inselgruppe. Im Laufe der letzten 40 Jahre entwickelte sich der Tourismus zur Haupteinnahmequelle, sodass die Landwirtschaft in den Hintergrund trat.
> Namensgebung: Eine Insel – viele Namen. In den Epen von Homer taucht der Name Scheria auf. Die Liste der Namensgebungen lässt sich mit Drepane (Sichel), Phäakia (Insel der Phäaken) oder Gorgyra (Nymphe und Tochter des Flussgottes Asopos) erweitern. Der heutige Name ist wohl auf die befestigten Hügel der mittelalterlichen Stadt zurückzuführen (koryphe, griech. „Gipfel“).
Kurz und knapp: Religion in Griechenland
90 % der griechischen Bevölkerung bekennen sich zum griechisch-orthodoxen Glauben. Religion ist ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Als Urlauber erkennt man dies an den vielen Kirchen und Kapellen, deren Anzahl auf Korfu die 100 übersteigt. Überall auf der Insel sieht man Priester in dunklen Gewändern am täglichen Leben teilnehmen. Orthodoxe Priester dürfen verheiratet sein, sofern die Heirat vor der Weihe zum Diakon stattgefunden hat.
Der griechische Staat kennt keine Kirchensteuer und so fällt das staatliche Einkommen der Priester recht dürftig aus. Um die Familie ernähren zu können, ist man auf Spenden und Gebühren bei Hochzeiten und Taufen angewiesen.
Die Gottesdienste sind nicht wie hierzulande an einen festen Zeitrahmen gebunden, sondern dauern oft mehrere Stunden. Kaum ein Teilnehmer bleibt allerdings von Anfang bis zum Ende. Haben die Gläubigen die Kirche jedoch betreten, wird meist auch das Ende des Gottesdienstes abgewartet. Aus Respekt vor den Gläubigen sollte man Besichtigungen der Kirchen während der Gottesdienste unterlassen. Wichtig ist zudem angemessene Kleidung, d. h. keine Shorts und schulterfreien Oberteile.
Kurz und knapp: Ágios und Agía: heilige Ortsnamen
Allgegenwärtig sind auf der Insel die griechischen Wörter Ágios und Agía, die meist als Namenszusätze von Orten oder Kirchen verwendet werden. Ágios bedeutet Heiliger, Agía ist die weibliche Form. So bedeutet beispielsweise der Ortsname Ágios Geórgios „Heiliger Georg“.
Κέρκυρα
Kérkyra ist zweifellos eine der schönsten Inselmetropolen des Mittelmeers. Die historische Altstadt zählt zum Weltkulturerbe, birgt unzählige Sehenswürdigkeiten und ist aufgrund ihrer Geschichte einzigartig in Griechenland. Die Stadt hat Flair, steckt voller Gegensätze und verbindet Vergangenheit und Gegenwart miteinander.
Korfu-Stadt liegt in der Mitte der Ostküste und wird flankiert von zwei imposanten Festungen ( {1} und {13}), die türkischen Eroberern erfolgreich Widerstand boten. Von der über 400 Jahre dauernden venezianischen Herrschaft (1386–1797) und der daraus hervorgegangenen kulturellen Blüte zeugen die aristokratisch anmutenden Wohnhäuser, die oft viergeschossig gebaut wurden und die engen Gassen der Altstadt begrenzen. Gelegentlich fühlt man sich in eine italienische Hafenstadt versetzt, die zum Trocknen aufgehängte Wäsche zwischen den mehrstöckigen Häusern verstärkt diesen Eindruck noch.
Dreh- und Angelpunkt für Einheimische und Besucher ist die zwischen Alter Festung und Altstadt gelegene Esplanáda {2}. Ursprünglich unter britischer Herrschaft als Exerzierplatz genutzt, dient der weitläufige Platz heute als Park. Sehen und gesehen werden, lautet die Devise auf der Flaniermeile. Der Gebäudekomplex des Listón mit den Arkaden im Erdgeschoss ist den Franzosen zu verdanken. Die große Kricketwiese, die vor den Arkaden des Listón endet, dürfte in Griechenland einmalig sein und geht auf den Einfluss des britischen Protektorats zurück. Hinter Esplanáda und Listón erstrecken sich zahllose schmale Gassen – hier beginnt der Kambiéllo {5}, das älteste und wohl hübscheste Viertel der Altstadt.
Kérkyra ist heute eine lebendige Metropole mit einer reizvollen Mischung aus historischen Sehenswürdigkeiten und modernen Einrichtungen. Etwa zwei Millionen Besucher jährlich sorgen – besonders im Sommer – für entsprechend viel Trubel in den engen Gassen und Souvenirläden in der Altstadt. Viele Kreuzfahrtschiffe legen für einen Tag im Neuen Hafen an, um den Passagieren eine Stadtbesichtigung zu ermöglichen.
Um den größten Besucherscharen zu entgehen, hat sich eine Besichtigung an einem Samstag bewährt. In der Regel ist für die meisten Urlauber An- und Abreisetag und Kreuzfahrtschiffe legen meist unter der Woche an. Wer eines der staatlichen Museen in Korfu-Stadt besuchen möchte, sollte beachten, dass Dienstag Ruhetag ist (s. Öffnungszeiten bei den beschriebenen Museen).
Empfehlenswert ist ein Besuch am Vormittag, um die beiden Festungen zu besuchen und anschließend in das Gassenlabyrinth der Altstadt einzutauchen. Am späten Nachmittag empfiehlt sich ein Bummel über die Esplanáda, bevor man den Abend in einer der Tavernen (–>) bei korfiotischen Gerichten ausklingen lässt. Wer noch nicht genug hat, findet kleinere Clubs und Café-Bars in der Altstadt sowie einige angesagte Discos am Rande der Stadt (s. Nachtleben –>) – hier kann man die Nacht zum Tag machen.
Wer die Alte Festung {1} erklimmt, genießt diesen wunderbaren Blick über Korfu-Stadt (013ko-ap)
Παλαιό Φρούριο
Das imposante Bollwerk auf felsigen Hügeln befindet sich direkt gegenüber der Esplanáda {2} und bietet eindrucksvolle Ausblicke über die Stadt.
Um in den Komplex der Alten Festung zu gelangen, überquert man zunächst den Meerwasserkanal Contrafossa. Der Kanal wurde bereits im 16. Jh. von den Venezianern ausgehoben und hatte den Zweck, die Festung zu sichern. Heute liegen dort Fischerboote vor Anker und am Wochenende findet bei den kleinen Hütten am Rande des Kanals so manches Grillfest statt.
Vor dem Eingang zur Festung steht das Denkmal des deutschen Reichsgrafen von der Schulenburg (–>) in seiner Legionärsuniform. Die Festungsmauern stammen aus der venezianischen Zeit (16. Jh). An manchen Stellen müssen sie bereits durch Stahlkonstruktionen gestützt werden. Die meisten Bauten innerhalb der Mauern wurden erst später unter britischer Herrschaft errichtet. Die Kirche Ágios Geórgios wurde ca. 1830 als Garnisonskirche der Engländer gebaut und gleicht eher einem Tempelbau im dorischen Stil als einer Kirche. Auf dem Vorplatz finden in der Hauptsaison oft Konzerte statt.
Ein Besuch auf dem höchsten Punkt der Festung ist wegen der grandiosen Aussicht Pflicht. Die besten Lichtverhältnisse, um Fotos vom Gipfel über die Stadt zu machen, hat man am frühen Morgen. Der noch niedrige Stand der Sonne im Rücken sorgt für die beste Belichtung, bei klarem Wetter genießt man einen unbeschreiblichen Blick weit über die Dächer der Stadt hinaus. Die Fassaden der mehrstöckigen neoklassizistischen Gebäude an der Esplanáda fungieren von hier aus als schönes Fotomotiv.
> auf der Halbinsel direkt gegenüber der Esplanáda, Tel. 2661048310, geöffnet: Mai–Okt. tgl. 8–20 Uhr, ab 20 Uhr kostenlos, aber dann kein Zugang mehr zum Gipfel, Eintritt: 6 €
Matthias Johann Freiherr von der Schulenburg (1661–1747) war Deutscher im Dienste Venedigs und sollte Korfu vor dem Zugriff der Türken retten. Die Venezianer schickten die strategische Koryphäe mit 5000 Mann nach Korfu, als die Lage ernst wurde. Im Juli 1716 landeten ca. 30.000 Türken auf der Insel. Schulenburg und die Stadtbewohner verschanzten sich in der Alten Festung {1} und versuchten, die über Wochen dauernde Belagerung zu überstehen. Die Männer Schulenburgs und die gesamte Stadtbevölkerung sollen sich mit allen erdenklichen Waffen gewehrt haben. Die Türken wichen moralisch besiegt zurück und bereiteten einen neuen Angriff vor. Während dieser Zeit brach ein heftiger Sturm aus und machte den Türken schwer zu schaffen. Als den Belagerern in der Nacht noch der Inselheilige St. Spiridon (–>) erschienen sein soll, verließen sie Korfu in Panik. Schulenburg starb in Verona und wurde in Venedig beigesetzt, wo er bis zu seinem Tod Oberkommandierender der venezianischen Truppen war.
Am Eingang zur Alten Festung steht Schulenburgs Denkmal, das man ihm schon zu Lebzeiten widmete. Es wurde von dem italienischen Bildhauer Corradini geschaffen und am 12. September 1716 aufgestellt. Die Korfioten zollen Schulenburg bis heute Respekt: Bei den jährlichen Prozessionen zu Ehren von St. Spiridon halten sie vor dem Denkmal an und feuern Salutschüsse ab.
Εσπλανάδα και Λιστόν
Die Esplanáda (auch Spianáda) gilt vielen als einer der schönsten Plätze Griechenlands. Gegenüber der Alten Festung {1} befindet sich hier der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens. Hier trifft man sich, hier flaniert man am Abend, hier genießt man in einem der Arkadencafés sein Getränk und beobachtet am Wochenende das Kricketspiel auf der angrenzenden Wiese. Der weitläufige Park hat zudem noch einige sehenswerte Monumente zu bieten.
Ursprünglich wurde die Esplanáda als Exerzierplatz genutzt, heute dient sie als Park und als große Kricketwiese, die bis zu den Cafés des Listón reicht. Die Schönheit der Esplanáda ist den Franzosen zu verdanken, die von 1807 bis 1814 nicht nur für die Bepflanzung sorgten, sondern auch den Listón entstehen ließen. Die Arkadengalerie mit den Cafés wurde vom Architekten der Rue Rivoli in Paris erbaut. Die Ähnlichkeit mit diesem berühmten Straßenzug an der Seine erklärt, warum Korfu-Stadt gelegentlich auch „Klein Paris“ genannt wird.
Weiter in südlicher Richtung durch den Park trifft man auf das Denkmal für die Vereinigung der Ionischen Inseln mit Griechenland im Jahre 1864. Die sieben Tafeln im Hintergrund zeigen die Symbole der einzelnen Inseln, wobei das Phäakenschiff für Korfu steht. Nur ein paar Schritte weiter ist man am Rondell auf der oberen Platía. Dies ist der Platz für allerlei Veranstaltungen und Festivitäten. Anlässlich des griechisch-orthodoxen Osterfestes finden sich hier Tausende Menschen zur Auferstehungsfeier ein.
Wenige Meter weiter steht MaitlandsRotonda, ein ionischer Rundtempel mit 20 Säulen. Erbaut wurde er von G. Whitmore zu Ehren von Sir Thomas Maitland. Maitland war erster britischer Lord High Commissioner der Ionischen Inseln und ließ eine Zisterne für die Verbesserung der Wasserversorgung bauen, auf welcher der Rundbau heute steht.
Weiter in südlicher Richtung entdeckt man nach Überqueren der Straße das Denkmal des wohl berühmtesten Politikers der Insel Korfu: Ioannis Kapodistrias (–>).
Παλαιά Ανάκτορα Αγίων Μιχαήλ και Γεωργίου
Am nördlichen Ende der Esplanáda {2} steht der königliche Palast „Agíon Michaíl ke Georgíou“. Das neoklassizistische Gebäude wurde von Oberst George Whitmore in den Jahren 1819–1823 als Residenz des Lord High Commissioner (Repräsentant des Königs) und als Versammlungsort des Ionischen Senats erbaut.
Der Palast in Korfu-Stadt ist insofern einzigartig, als es das einzige Gebäude im Stil der Epoche von König George IV. im Mittelmeerraum ist. Zwischen 1846 und 1913 diente der repräsentative Bau der griechischen Königsfamilie als Sommerpalast. Vor dem Bauwerk ist die Statue von Sir Frederick Adam zu sehen, der die Wasserversorgung der Stadt plante.
Heute sind in dem Palast ein Museum und eine Galerie untergebracht. Das Museum für Asiatische Kunst im ersten Stock zeigt eine umfangreiche Sammlung an Kunstgegenständen asiatischer Herkunft. Die Sammlung umfasst u. a. wertvolles Porzellan, Skulpturen, Waffen und textile Gegenstände aus Japan, China, Thailand, Myanmar (Burma) und Korea. Der Grundstock für diese Sammlung ist dem griechischen Diplomaten Gregorios Manos (1850–1928) zu verdanken. Er war lange für den griechischen Staat als Botschafter in Asien unterwegs und schenkte seine private Sammlung 1919 dem Staat. Der angeschlossene Museumsshop bietet z. B. Bücher mit interessanten Informationen zum Palast und Museum sowie Postkarten und Poster an.
Die Kunstgalerie zeigt hauptsächlich Werke korfiotischer Maler des 19./20. Jh. und befindet sich im Ostflügel des Palastes, erreichbar durch einen kleinen, schattigen Park. Vom Park aus bietet sich ein wunderbarer Blick hinunter auf die Landzunge mit der kleinen Kapelle, den sogenannten Faliráki-Komplex. Das kleine Stadtbad auf der Landzunge ist ein beliebter Badeort für die Bewohner der Altstadt (–>).
> Esplanáda, www.matk.gr, geöffnet: Museum für Asiatische Kunst täglich 8–20 Uhr, Kunstgalerie Mi.–So. 9–16 Uhr, Eintritt: Museum für Asiatische Kunst 6 €, Kunstgalerie 3 €
Πλατεία Δημαρχείου
Der Rathausplatz war zu Zeiten der venezianischen Herrschaft gesellschaftlicher Mittelpunkt von Korfu-Stadt. Belebt ist der schöne Platz immer noch, aber Zentrum des gesellschaftlichen Treibens ist heute eher die nahegelegene Esplanáda {2}.
Das Rathaus(Dimarcheíon) zählt zu den prächtigsten Gebäuden der Stadt. Es diente ursprünglich als Versammlungshalle des venezianischen Adels. Mit dem Bau wurde 1663 begonnen, 1720 wurde die Halle in ein Theater umgewandelt. Der Umbau zum Rathaus erfolgte im Jahr 1903. Besonders beachtenswert sind die hübschen Reliefdarstellungen, die sich rund um den Bau ziehen. An der Südwand in der Mitte befindet sich das versteinerte Phäakenschiff, das Stadtwappen von Korfu. An der Ostseite entdeckt man eine barocke Skulptur aus dem Jahr 1691. Umgeben von vier engelhaften Kindergestalten, wird hier Francesco Morosini dargestellt, einer der bedeutendsten venezianischen Feldherren.
Östlich des Rathauses befindet sich die katholische Bischofskirche San Giacomo aus dem 17. Jh. Das große Gebäude gegenüber vom Rathaus war früher Sitz des katholischen Erzbischofs. Heute ist hier eine Filiale der Bank von Griechenland untergebracht. Weitere Gebäude am Rathausplatz sind Wohnhäuser, einige beherbergen kleine Geschäfte und Lokale. So strahlt der Platz eine äußerst angenehme Atmosphäre aus.
Das Herzstück der Altstadt und das älteste Viertel von Kérkyra entstand Anfang des 14. Jh. Damals waren die Bewohner aufgrund der wachsenden Bevölkerungsdichte dazu gezwungen, die Alte Festung {1} zu verlassen und sich außerhalb dieser anzusiedeln.
Der venezianische Name Kambiello (auch in der Schreibweise Cambiello) bezeichnet ursprünglich einen Brunnenplatz, von dem viele Gassen ausgehen. Das Zentrum des Kambiéllo erstreckt sich zwischen der Straße St. Spyridon und der Esplanáda {2}. Von der Einkaufsmeile G. Theotóki mit Boutiquen italienischer Schuhdesigner, Filialen großer Banken und teuren Juweliergeschäften führen Gassen in das Herz der Altstadt, in dem viele Menschen flanieren. Die Straße G. Theotóki setzt sich am Rande der Altstadt als Fußgängerzone fort. An deren Beginn steht ein unscheinbares Bronze-Denkmal, das man leicht übersieht. Es ist Kostas Georgakis zum Gedenken an seinen Tod während des Militärregimes gewidmet (–>).
Geführt von Gerüchen und vorbei an zahllosen Schaufenstern kann man sich in dem Labyrinth der Gassen, von den Einheimischen Kadunia (venezianischer Name für Winkel und Ecken) genannt, schnell verlaufen. Mitunter merkt man erst, wenn man wieder vor demselben Laden steht, dass man eigentlich im Kreis gelaufen ist. Das Gassengewirr ist an vielen Stellen durch Torbögen verbunden und wird immer wieder durch kleine offene Plätze unterbrochen.
Auf einem der kleinen Altstadtplätze, dem PlatíaKremastí, steht ein schöner venezianischer Brunnen, der 1669 von einem Edelmann zum Wohle der Allgemeinheit gespendet wurde. Der Brunnen bildet das Zentrum des Platzes, an dem sich die KirchePanagía Kremastí aus dem 16. Jh. befindet. Da die Wasserversorgung damals über Zisternen geregelt war, bereichern viele Brunnen das Bild der Stadt. Hier am Kremasti-Platz versteckt sich ein kulinarisches Kleinod der Stadt, das Restaurant The Venetian Well (–>).
Mit dem kleinen Museum Casa Parlante wurde ein Herrenhaus aus dem 19. Jh. zu neuem Leben erweckt und stellt den Alltag der Aristokraten auf Korfu zu dieser Zeit dar.
Untergebracht in einem schönen neoklassizistischen Gebäude in der historischen Altstadt, lädt das Museum Besucher auf eine Zeitreise in die aristokratische Vergangenheit Korfus ein. Das ebenso kompetente wie freundliche Personal veranstaltet Führungen, die auch in deutscher Sprache angeboten werden. Die Mitarbeiter stellen jeden Raum mit passenden Anekdoten vor, charmant erläutern sie die Traditionen und so manche Eigenart des Adels und ihrer Dienerschaft. Die einzelnen Räume sind mit Liebe zum Detail mit zeitgenössischem Mobiliar und Dekor ausgestattet, das mit viel Aufwand aus ganz Griechenland in das schöne Museum gebracht wurde.
> Nikiforou Theotoki 16, www.casaparlante.gr, Tel. 2661049190, geöffnet: Mo.–Sa. 10–18 Uhr, in der Hauptsaison bei Bedarf länger, Eintritt: Erwachsene 8 €, Schüler (5–14 Jahre) 5 €, Kinder unter 5 Jahren kostenlos
Μουσείο της Φιλαρμονικής
Musikvereine, die hier Philharmonien (–>) heißen, haben auf Korfu eine sehr lange Tradition und sind eng mit dem gesellschaftlichen Leben verknüpft. In nahezu jeder Familie gehört mindestens ein Mitglied einem Musikverein an und trägt dazu bei, dass Korfu mit seinen mittlerweile 18 Philharmonien in Sachen Musikalität in Griechenland unangefochten an der Spitze steht. Die Alte Philharmonie betreibt in Korfu-Stadt das einzige Philharmonische Museum in Griechenland. Darin wird die Historie der Musikvereine ausführlich dargestellt. Die Ausstellung beinhaltet alte Musikinstrumente, Fotografien und seltene Tonaufzeichnungen. Auf der Website der Philharmonie findet man einen Veranstaltungskalender.
> Nikiforos Theotoki 10, Tel. 2661039289, www.fek.gr (unter „Struktur“/„Museum“), geöffnet: Mo.–Sa. 9.30–13.30 Uhr, Eintritt frei
Das unscheinbare Bronze-Denkmal des jungen Kostas Georgakis steht am Rande des Altstadviertels Kambiéllo {5} am Anfang der Fußgängerzone G. Theotóki an der Platía Evangelistrías. So mancher Tourist hat sich bestimmt schon gefragt, was es damit auf sich hat:
Das Denkmal erinnert an den 1948 auf Korfu geborenen Studenten Kostas Georgakis, der zu Zeiten des Militärregimes (1967–1974) der Jugendorganisation der liberal-sozialen Zentrumsunion angehörte und in der antidiktatorischen Studentenbewegung aktiv war. In den dunklen Zeiten der Militärdiktatur gab es in Griechenland willkürliche Verhaftungen politischer Gegner, Folter, Pressezensur und Ausgangssperren. Die Widerstandsbewegungen waren bis 1970 relativ schwach. Kostas Georgakis studierte zu dieser Zeit im italienischen Genua. Er begab sich am 19. September 1970 um drei Uhr morgens zum Gerichtsgebäude der Stadt, übergoss sich mit Benzin und zündete sich mit den Worten „Es lebe das freie Griechenland“ selbst an. Wenige Stunden später starb er im Krankenhaus. Die Nachricht von seinem Selbstmord verbreitete sich wie ein Lauffeuer in ganz Griechenland. Sein Tod rüttelte die Nation wach, die Widerstandsbewegungen wurden aktiver. Schließlich brachten sie das Militärregime am 24. Juli 1974 zu Fall.
Unter dem Denkmal von Georgakis in der Nähe seines Elternhauses stehen die letzten Worte, die er seinem Vater am Vorabend des Selbstmords schrieb: „Ich kann nicht anders, als als freier Mensch zu denken und zu handeln“.
Die Erste Philharmonische Gesellschaft, auf der Insel als Alte Philharmonie bekannt, wurde 1840 gegründet. Maßgebend war der Zeitgeist des Aufschwungs im Europa des 19. Jh., in dem auch einige Intellektuelle Korfus den Zusammenschluss in Vereinen suchten. Die erste Aufführung fand zu Zeiten des britischen Protektorats (1815–1864) statt. Die Alte Philharmonie begleitete erstmals 1841 die Prozession von St. Spiridon, da sich die Briten bereits 1837 geweigert hatten, orthodoxe Feierlichkeiten musikalisch zu unterstützen.
Erster musikalischer Leiter der Alten Philharmonie war Nicolaos Mantzaros
