Verlag: Reise Know-How Kategorie: Fachliteratur Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2013

Reise Know-How Sprachführer Irisch-Gälisch - Wort für Wort: Kauderwelsch-Band 90 E-Book

Lars Kabel  

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E-Book-Beschreibung Reise Know-How Sprachführer Irisch-Gälisch - Wort für Wort: Kauderwelsch-Band 90 - Lars Kabel

Die Sprachführer der Kauderwelsch-Reihe orientieren sich am typischen Reisealltag und vermitteln auf anregende Weise das nötige Rüstzeug, um ohne lästige Büffelei möglichst schnell mit dem Sprechen beginnen zu können, wenn auch vielleicht nicht immer druckreif. Besonders hilfreich ist hierbei die Wort-für-Wort-Übersetzung, die es ermöglicht, mit einem Blick die Struktur und "Denkweise" der jeweiligen Sprache zu durchschauen. Spricht man von Irland, so geraten viele ins Träumen. Eine rauhe, oft atemberaubende Landschaft und Menschen, die eine Herzlichkeit ausstrahlen, die man in unseren Breiten so nicht kennt. Größere Probleme mit der Verständigung treten nicht auf, sofern man des Englischen mächtig ist. Dennoch stößt der Reisende ständig auf eine fremd klingende und aussehende Sprache - das Gälische. Einst auf der ganzen Insel gesprochen, überlebt es heute nur noch in einigen Enklaven, vor allem an der Westküste. Aber im ganzen Land taucht die Sprache immer wieder auf, sei es auf dem Ortsschild, im Radio, im Fernsehen oder in der Zeitung. Dieser Sprachführer soll helfen, den geheimnisvollen Schleier des irischen Gälisch ein wenig zu lüften. Er vermittelt Grundkenntnisse in der Grammatik, die übersichtlich und unkonventionell dargestellt wird und keine Vorkenntnisse erfordert. Der Konversationsteil enthält die häufigsten Basissätze und Floskeln, geordnet nach wichtigen Themenbereichen. Abgerundet wird das Ganze durch Wissenswertes über Land und Leute und Tips zu Alltagssituationen, die die einzelnen Kapitel ergänzen.

Meinungen über das E-Book Reise Know-How Sprachführer Irisch-Gälisch - Wort für Wort: Kauderwelsch-Band 90 - Lars Kabel

E-Book-Leseprobe Reise Know-How Sprachführer Irisch-Gälisch - Wort für Wort: Kauderwelsch-Band 90 - Lars Kabel

Inhalt

Inhalt des Aussprachetrainers (AT) (separat erhältlich)

Vorwort / Einleitung Track 1

Hinweise zur Benutzung

Begleitendes Tonmaterial

Das irische Gälisch

Karte der irisch-gälischsprachigen Regionen

Alphabet

Lautschrift & Aussprache

Wörter, die weiterhelfen

Grammatik

Zwei wichtige Regeln: Lenition & Eklipse

Hauptwörter

Dieses & Jenes

Eigenschaftswörter

Steigern & Vergleichen

Persönliche Fürwörter

Besitzanzeigende Fürwörter

Tätigkeitswörter

Die Befehlsform

Bindewörter

Verhältniswörter

Die drei Fälle

Verneinung

Fragen

Zahlen & Zählen

Zeit & Datum

Konversation

Kurz-Knigge

Die irisch-gälische Namensgebung

Anrede

Begrüßen & Verabschieden Track 5

Das erste Gespräch Track 6

Bitten, Danken, Wünschen Track 7

Zu Gast sein Track 8

Unterwegs Track 9

Übernachten Track 10

Essen & Trinken Track 11

Einkaufen Track 12

Tanz & Musik Track 13

Politik

Bank, Post & Telefonieren Track 14

Fotografieren Track 15

Rauchen Track 16

Toilette Track 17

Schimpfen & Fluchen

Die Dialekte

Irisch & Englisch

Geographische Begriffe

Anhang

Unregelmäßige Verben

Literaturhinweise

Wortliste Deutsch – Irisch-Gälisch

Wortliste Irisch-Gälisch – Deutsch

Der Autor

Das Wichtigste im Überblick:

 

Nichts verstanden? – Weiterlernen!

Die wichtigsten Fragewörter

Die wichtigsten Fragen

Die wichtigsten Richtungsangaben

Die wichtigsten Zeitangaben

Die wichtigsten Floskeln & Redewendungen

Zahlen,Track 18

Lenition, Eklipse

Lautschrift

Abkürzungen

Wortliste & Wort-für-Wort

Vorwort

Irland ist ein beliebtes Reiseland. Wenn man sein Schulenglisch noch einigermaßen parat hat, dann treten, hat man sich erst in die irischen Akzente des Englischen eingehört, eigentlich keine besonderen Sprachprobleme auf. Doch trifft man auf Straßenschildern, in den Medien, in der traditionellen irischen Musik, in bestimmten Pubs und Cafés in Städten wie Dublin, Galway und Belfast sowie an einigen Dörfern entlang der Süd- und Westküste auf eine Sprache, die mit dem Englischen nichts zu tun hat und laut irischer Verfassung sogar die erste Nationalsprache ist: das Irische, auch als Gälisch bezeichnet.

Auch wenn man mit Englisch sehr weit kommt, so gewähren einige Kenntnisse im Irischen doch Zugang zu einem Bereich irischer Kultur, der den meisten Ausländern verschlossen bleibt. Irisch ist nicht nur die Muttersprache der Menschen in den sogenannten Gaeltacht-Gebieten, sondern wird von allen Bürgern und Bürgerinnen der Republik Irland sowie von vielen Menschen in Nordirland in der Schule gelernt. Mittlerweile gibt es eine lebendige und moderne irischsprachige Kultur inner- und außerhalb der Gaeltacht-Gebiete. Wenn Sie ein wenig Zeit investieren, werden Sie nicht nur viele in Irland auch im Englischen gebräuchliche irischsprachige Begriffe verstehen und aussprechen können, sondern auch mit Muttersprachlern und irischen Lernern des Gälischen einfache Unterhaltungen führen können.

Viel Freude beim Lernen und auf der grünen Insel: Go n-éirí leat!

Lars Kabel

Hinweise zur Benutzung

Der Kauderwelsch-Band „Irisch-Gälisch“ ist in drei wichtige Abschnitte gegliedert:

Grammatik

Die Grammatik beschränkt sich auf das Wesentliche und ist so einfach gehalten wie möglich. Deshalb sind auch nicht sämtliche Ausnahmen und Unregelmäßigkeiten der Sprache erklärt. Wer nach der Lektüre gerne noch tiefer in die Grammatik der irischen Sprache eindringen möchte, findet im Anhang eine Bücherliste mit weiterführenden Lehrbüchern. Man kann die Grammatik auch überspringen und sofort mit dem Konversationsteil beginnen. Tauchen dann noch Fragen auf, kann man immer noch in der Grammatik nachsehen.

Konversation

Im Konversationsteil finden Sie Sätze aus der Alltagssprache, die Ihnen einen ersten Eindruck davon vermitteln sollen, wie die irische Sprache „funktioniert“, und die Sie auf das vorbereiten sollen, was Sie später in Irlands Gaeltacht-Gebieten hören werden. Mit Hilfe der Wort-für-Wort-Übersetzung können Sie bald eigene Sätze bilden. Sie können die Beispielsätze als Fundus von Satzschablonen und -mustern benutzen, die Sie selbst Ihren Bedürfnissen anpassen. Um Ihnen das zu erleichtern, ist ein erheblicher Teil der Beispielsätze nach allgemeinen Kriterien geordnet („begrüßen“, „verabschieden“, „bitten“, „danken“ usw.). Mit einem bisschen Kreativität und Mut können Sie sich neue Sätze „zusammenbauen“, auch wenn das Ergebnis nicht immer grammatikalisch perfekt ausfällt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

Jede Sprache hat ein typisches Satzbaumuster. Um die sich vom Deutschen unterscheidende Wortfolge irischer Sätze zu verstehen, ist die Wort-für-Wort-Übersetzung in kursiver Schrift gedacht. Jedem irischen Wort entspricht ein Wort in der Wort-für-Wort-Übersetzung. Wird ein irisches Wort im Deutschen durch zwei Wörter übersetzt, werden diese zwei Wörter in der Wort-für-Wort-Übersetzung mit einem Bindestrich verbunden:

original Irisch:

Ólaim bainne.

Lautschrift:

oolim ban

j

ė

Wort für Wort:

trinke-ich Milch

Übersetzung:

Ich trinke Milch.

Werden in einem Satz mehrere Wörter angegeben, die man untereinander austauschen kann, steht ein Schrägstrich:

Is as an nGearmáin / an Eilvéis / an Ostair mé.

is as ė’ ngärėmåin / ėn elveesch / ėn ostėir mee

bin aus das Deutschland / die Schweiz / das Österreich ich

Ich komme aus Deutschland / der Schweiz / Österreich.

Im Irischen gibt es keine Unterscheidung zwischen „du“ und „Sie“. Daher wird die Anrede in diesem Sprachführer mal mit „Sie“, mal mit „du“ übersetzt, was nicht als Respektlosigkeit zu verstehen ist!

Einige irische Wörtchen kann man nicht übersetzen. Sie werden in der Wort-fürWort-Übersetzung mit „P“ (Abkürzung für „Partikel“) markiert. Diese Partikeln haben keine eigene Wortbedeutung. Die Fragepartikel („FP“) macht einen Aussagesatz zur Frage:

Bhí sé go deas.

vii schee go djäs

war es P nett

Es war nett.

An bhfuil Gaeilge agat?

ė’ wil gueelgė agėt

FP ist Irisch bei-du

Sprichst du Irisch?

Die hochgestellte Zahl 2 „2“ nach einem Wort in der Wort-für-Wort-Übersetzung bedeutet, dass dieses im Irischen im 2. Fall (Genitiv) gebeugt ist. Will man dieses Wort austauschen, wird auch das neue Wort im 2. Fall gebeugt.

Bhí an Gearmánach ag foghlaim Gaeilge.

vii ’n gärėmånėch eg foolėim gueelgė

war der Deutsche bei Lernen Irisch2

Der Deutsche lernte Irisch.

Im Irischen fallen in der Aussprache oftmals Laute weg, was in der Lautschrift durch den Apostroph (’) angezeigt wird. Für die Aussprache selber hat er keine Bedeutung.

Cén chaoi a bhfuil tú?

kee’chii’ wil tuu

was-die Weise die bist du

Wie geht es dir/Ihnen?

Wörterlisten

Die Wörterlisten am Ende des Buches helfen Ihnen dabei. Sie enthalten einen Grundwortschatz von je ca. 700 Wörtern Deutsch-Irisch und Irisch-Deutsch, mit denen man schon eine ganze Menge anfangen kann.

Das Wichtigste im Überblick

Diese Rubrik hilft, die wichtigsten Sätze und Formulierungen stets parat zu haben. Hier finden sich außerdem die wichtigsten Angaben zur Aussprache und die Abkürzungen, die in der Wort-für-Wort-Übersetzung und in den Wörterlisten verwendet werden; weiterhin eine kleine Liste der wichtigsten Orts-, Richtungs- und Zeitangaben. – Denn wer ist nicht schon einmal aufgrund missverstandener Gesten im fremden Land auf die falsche Fährte gelockt worden?

Begleitendes Tonmaterial

Zu diesem Buch ist zusätzlich ein AusspracheTrainer als MP3-Download erhältlich unterhttps://www.reise-know-how.de/produkte/kauderwelsch-aussprachetrainer-und-audio/aussprachetrainer-irisch-gaelisch-mp3-1270

Auch erhältlich auf Audio-CD unterhttps://www.reise-know-how.de/produkte/kauderwelsch-aussprachetrainer-und-audio/aussprachetrainer-irisch-gaelisch-audio-cd-99

Der AusspracheTrainer enthält alle Sätze und Redewendungen, die in diesem Buch mit einem markiert sind.

Hörproben: In ausgewählten Kapiteln im Konversationsteil dieses Buches können Sie sich unter den dort angegebenen Links Ausschnitte aus dem AusspracheTrainer anhören.

Das irische Gälisch

Die gälische Sprache Irlands gehört zum keltischen Zweig der indoeuropäischen Sprachfamilie. Während keltische Sprachen wie das Gallische, die auf dem Festland gesprochen wurden, bereits um Christi Geburt ausstarben, werden in Irland, Schottland, Wales und der Bretagne noch heute keltische Sprachen gesprochen, die aber alle Minderheitensprachen sind.

Das Walisische, das (ausgestorbene, aber teils wieder belebte) Kornische in Cornwall sowie das Bretonische bilden den britannischen Zweig der keltischen Sprachen. Dagegen gehören das irische und das schottische Gälisch zum „goidelischen“ Zweig.

Die Geschichte des Gälischen beginnt in Irland, von wo aus Iren Teile Schottlands besiedelten. Im Lauf der Jahrhunderte entfernte sich die Sprache dieser Gegenden zunehmend voneinander, so dass man heutzutage von zwei selbstständigen Sprachen spricht. Die gälische Sprache Irlands wird meist als Irisch bezeichnet. Irisch ist dem Schottisch-Gälischen sehr ähnlich. Sprecher dieser beiden Sprachen können einfache Unterhaltungen miteinander führen, während es unmöglich ist, mit Irisch-Kenntnissen Walisisch, Bretonisch oder Kornisch zu verstehen. Zu allen hier erwähnten keltischen Sprachen, abgesehen vom Gallischen, gibt es eigene Kauderwelsch-Bände.

Die ältesten Zeugnisse der irischen Sprache sind Ogham-Steine, auf denen längs den Kanten Striche mit verschiedenen Lautwerten eingeritzt sind. Größtenteils stehen auf den Ogham-Steinen nur Eigennamen. Vermutlich hatten sie Denkmalfunktion, zeigten Landbesitz an und dienten als Grabsteine.

Mit der Christianisierung im 5. Jahrhundert begannen die Iren zu schreiben, zunächst auf Latein. Aber noch vor allen anderen Völkern Europas, etwa seit dem 6. Jahrhundert, schrieb man in der eigenen Volkssprache. Geschrieben wurde von Mönchen in den Klöstern. Recht unbekannt ist die reiche heroische Literatur der Insel, etwa das Epos Táin Bó Cuailnge (Der Rinderraub von Cooley) oder die Abenteuer von Fionn Mac Cumhaill und seiner Kriegerschar, der Fianna.

Englisch kam mit den Anglo-Normannen im 12. Jahrhundert erstmals nach Irland, wurde aber nur von wenigen Menschen gesprochen. Nachdem kriegerische Konflikte im 17. Jahrhundert zur Folge hatten, dass die katholische, irischsprachige Elite größtenteils durch englischsprachige Anglikaner ersetzt wurde, entwickelte sich Englisch zur Sprache der oberen Gesellschaftsschichten der Insel. Zwar sprach noch bis ins 19. Jahrhundert hinein die Mehrheit der Bevölkerung Irisch, doch war die Sprache im Bewusstsein der Bewohner Irlands eng mit Armut verbunden, während Englisch für sozialen Aufstieg stand. Die Einführung der Schulpflicht im Jahr 1831 - unterrichtet wurde ausschließlich auf Englisch – sowie die Hungersnot zwischen 1845 und 1849, die die irischsprachige Bevölkerung am härtesten traf, waren Faktoren, die die Anglisierung der Insel beschleunigten.

Während der Gebrauch der Sprache zu dieser Zeit also deutlich zurück ging, begannen sich im Zuge der Romantik Gelehrte für die irische Sprache zu interessieren. Zudem wurde für die neu entstehende nationalistische Bewegung das Irische ein wichtiges Symbol nationaler Identität. Nur mit einer eigenen Sprache, so das Argument der Nationalisten, könne Irland den Anspruch erheben, eine echte Nation zu sein.

1922 erlangten 26 der 32 irischen Counties die Unabhängigkeit von Großbritannien. Die Re-Gälisierung Irlands wurde Staatsziel und das Irische 1937 sogar zur ersten Nationalsprache erklärt. Nur gab es weder eine Standardsprache noch eine einheitliche Schreibweise. Die wenigen, die noch auf Irisch schrieben, orientierten sich an einem alten, von der gesprochenen Sprache weit entfernten gälischen Orthographie- und Grammatiksystem. 1953 wurde eine Standard-Grammatik veröffentlicht, die Elemente aller Dialekte enthält.

Da die irischsprachigen Gebiete mittlerweile räumlich voneinander getrennt sind, haben sich die einzelnen Dialekte weit voneinander entfernt. Die großen Dialekte, die wiederum untergeordnete Varianten haben, sind das Ulster-Irisch im County Donegal, das Connacht-Irisch in den Counties Galway und Mayo sowie das Munster-Irisch in den Counties Waterford, Cork und Kerry.

In der Republik Irland ist Irisch ein Pflichtfach an den Schulen. Die Gegenden, in denen noch Irisch gesprochen wird, die sogenannten Gaeltacht-Gebiete, auch zusammen als „die Gaeltacht“ bezeichnet, haben einen besonderen Status, und der Staat bemüht sich durch wirtschaftliche Förderung, das Irische dort zu erhalten. Der Schulunterricht in der Gaeltacht wird auf Irisch abgehalten, und sämtliche Straßenschilder sind zur Verwirrung der Touristen rein irischsprachig, während sie im Rest der Republik zweisprachig gehalten sind. Durch den landesweit hörbaren Radiosender Raidió na Gaeltachta werden Lokalprogramme aus allen Gaeltacht-Gebieten und in allen Dialekten ausgestrahlt. Daneben gibt es seit 1996 den Fernsehsender TG4, der sich an Muttersprachler wie auch an Menschen, die Irisch gelernt haben oder noch lernen, richtet.

In der ethnisch und konfessionell gespaltenen Gesellschaft Nordirlands galt Irisch lange als ein exklusives Symbol der katholischen, sich mit einem vereinten irischen Nationalstaat identifizierenden Bevölkerung und wird in der Regel auch nur in katholischen Schulen unterrichtet. Im Rahmen des nordirischen Friedensprozess ist jedoch die Tendenz zu beobachten, dass manche kulturellen Symbole ihre bedrohliche Wirkung für die jeweils andere Seite verlieren. So gibt es nun unter nordirischen Protestanten ein zumindest vorsichtiges Interesse für die irische Sprache.

In beiden Teilen der Insel versuchen einige Iren den Schritt der Re-Gälisierung für sich persönlich oder auch in der Familie durchzuführen. So gibt es vor allem im Einzugsbereich der Städte irischsprachige Schulen, Gael-scoileanna, in denen nach einem Irisch-Intensivprogramm sämtlicher Unterricht auf Irisch abgehalten wird. Pubs, in denen man zum Irischsprechen angehalten wird, die Zeitung Lá in Belfast und der Sender Raidió na Life in Dublin, all dies sind weitere kulturelle Manifestationen einer städtischen gälischen Subkultur. Irischsprachige Literatur wird übrigens zu einem Großteil außerhalb der Gaeltacht gelesen.

Natürlich verändert sich die irische Sprache durch die Dominanz des Englischen. Auch in der Gaeltacht kommt niemand darum herum, täglich Englisch zu sprechen, etwa beim Arzt oder beim Einkauf in der nächsten größeren Ortschaft. Viele Begriffe des modernen Lebens existieren im Irischen nicht, weshalb Muttersprachler in diesem Fall auf englische Wörter zurückgreifen. Sprachaktivisten in den Städten benutzen hingegen oft künstliche Neuschöpfungen (z.B. idirghréasán für „Internet“), die teilweise in den Wörterbüchern aufgelistet sind, aber in der Gaeltacht nicht verstanden und oft verächtlich als „Book-Irish“ abgetan werden.

In diesem Kauderwelsch-Band habe ich mich nach der Standard-Grammatik gerichtet, die überall verstanden wird. In Aussprache und Wortschatz gebe ich vor allem den Dialekt Connachts wieder, führe aber wichtige Dialektvariationen auf, so dass man sich auch auf die anderen Dialekte einstellen kann.

Karte der irisch-gälischsprachigen Regionen

Alphabet

Das irische Alphabet hat 18 Buchstaben: a b c d e f g h i l m n o p r s t u. Buchstabiert wird gewöhnlich auf Englisch. Die Buchstaben j, k, q, v, w, x, y, z können in einigen wenigen Lehnwörtern auftauchen, die generell aber nur in Wörterbüchern stehen und von Muttersprachlern selten benutzt werden. Die Selbstlaute können durch ein Akzentzeichen gelängt werden, also: á, é, í, ó, ú.

Irisch wurde über Jahrhunderte mit der mittelalterlichen gälischen Schrift geschrieben. Etwa seit den 1950er Jahren ist man zur international gebräuchlichen „Antiqua“-Schrift übergegangen. Allerdings wird die gälische Schrift auch heute noch häufig zu dekorativen Zwecken genutzt. Traditionell wird übrigens statt eines h auch ein Punkt über den vorhergehenden Buchstaben gesetzt – ċ statt ch.

die traditionelle gälische Schrift

Lautschrift & Aussprache

Die Schreibweise des Irischen ist sehr kompliziert und weicht oft ziemlich stark von der Aussprache ab. Daher werden im vorliegenden Band „Irisch-Gälisch“ alle Wörter und Sätze auch mit einer Lautschrift wiedergegeben, die es dem Lernenden ermöglicht, sofort zu sprechen. Die Lautschrift ist möglichst eng an das Deutsche angelehnt; lediglich die Sonderzei-chen å, ė, ch und chr sowie die hochgestellten Buchstaben j, i und u werden benötigt.

Wie bereits im Zusammenhang mit der Dialektproblematik erwähnt, kann die in der Lautschrift wiedergegebene Aussprache je nach Region und Dialekt abweichen.

Selbstlaute (Vokale)

a

wie „a“ in „S

a

ck“

mac

mak

(Sohn)

å

langes offenes „o“ wie „aw“ in engl. „l

aw

(sein)

ä

wie „ä“ in „K

ä

lte“

bean

bän

(Frau)

e

kurzes offenes „e“ wie in „b

e

llen“

ceist

kescht

(Frage)

ee

langes geschlossenes „e“ wie „B

ee

t“

mee

(ich)

ė

wie auslautendes dumpfes „e“ in „Flöt

e

mála

målė

(Tasche)

i

kurzes „i“ wie in „K

i

ste“

cinnte

kintė

(sicher)

ii

langes „i“ wie in „n

ie

bii

(sei!)

o

kurzes offenes „o“ wie in „S

o

cke“

seo

scho

(dieser)

oo

langes geschlossenes „o“ wie in „B

oo

t“

mór

moor

(groß)

u

kurzes „u“ wie in „K

u

tte“

dubh

duw

(schwarz)

uu

langes „u“ wie in „Sch

u

h“

tuu

(du)

Als helle Selbstlaute gelten e und i, als dunkle Selbstlaute a, o und u.

Doppelselbstlaute (Diphthonge)

„i“ und auslautendes „e“, etwa wie „iehe“ in „fli

ehe

n“

bliain

bliė

i

n

(Jahr)

ai

wie „ai“ in „H

ai

radharc

rairk

(Aussicht)

au

wie „au“ in „T

au

Samhain

sau

i

n

(November)

„u“ + auslautendes „e“, wie „uhe“ in „R

uhe

fuar

fuėr

(kalt)

Mitlaute (Konsonanten)

Die Iren unterscheiden zwischen „schlanken“ und „breiten“ Mitlauten: caol bzw. leathan. Auch im Deutschen gibt es teilweise diesen Unterschied. Offensichtlich wird er beim „ch“-Laut in „ich“ gegenüber dem in „Bach“. Der erste „ch“-Laut ist „schlank“, der zweite ist „breit“. Weniger offensichtlich ist der Unterschied bei anderen Mitlauten. Im Deutschen muss einem dieser Unterschied auch nicht bewusst sein, im Irischen dagegen ist er bedeutungsunterscheidend und tritt, mit Ausnahme des h, bei allen Mitlauten auf.

Im Irischen können helle Selbstlaute (e, i) „breiten“ Mitlauten, und dunkle Selbstlaute (a, o, u) „schlanken“ Mitlauten direkt folgen. Folgt hingegen einem „schlanken“ Mitlaut ein dunkler Selbstlaut, entsteht dazwischen ein Gleitlaut, der wie ein „j“ klingt und als hochgestelltes j dargestellt wird. Zwischen einem „breiten“ Mitlaut und einem hellen Selbstlaut wird ebenfalls ein Gleitlaut eingefügt, der etwa wie ein kurz angedeutetes „u“ klingt und in der Lautschrift als hochgestelltes udargestellt wird.

Wenn man einmal langsam die Städtenamen „Bochum“ und „Bielefeld“ ausspricht und dabei den unterschiedlichen Klang des Lautes „b“ vergleicht, stellt man fest: Das „b“ in „Bochum“ ist „breit“, da es sich bereits auf den folgenden dunklen Selbstlaut „o“ vorbereitet und dessen Tönung vorwegnimmt. Beim „b“ in „Bielefeld“ setzt man hingegen schon zum hellen Selbstlaut „i“ an, wodurch es „schlank“ wird. Beispiel:

„breites“

b

+

o:

boo

(Kuh)

„schlankes“

b

+

o:

beo

b

j

oo

(lebendig)

„breites“

b

+

i:

buí

b

u

ii

(gelb)

„schlankes“

b

+

i:

bii

(sei!)

Nicht immer ist der Gleitlaut jedoch so deutlich, oft gibt es nur ein leicht angedeutetes, für uns kaum hörbares „i“. Dieser Laut ist aber dennoch wichtig, denn nur so unterscheidet man z.B. bádbåd (Boot) von der Mehrzahlform báidbåid (Boote).

j

wie das „i“ in „rab

i

at“

beo

b

j

oo

(lebendig)

i

leicht angedeutetes „i“

báid

i

d

(Boote)

u

wie das „u“ in „pf

u

i“

naoi

n

u

ii

(neun)

Die meisten Mitlaute werden ungefähr wie im Deutschen ausgesprochen. In der folgenden Liste stehen alle diejenigen Laute (nach der Lautschrift), die eine Erklärung benötigen.

ch

weiches „ch“ wie in „i

ch

deich

dech

(zehn)

ch

raues „ch“ wie in „Ba

ch

loch

lo

ch

(See)

chr

zwischen rauem „ch“ und „r“

dhá

chr

å

(zwei)

h

wie „h“ in „

H

ase“

hata

hatė

(Hut)

j

wie „j“ in „

J

ugend“

Ghiúdach

juudė

ch

(jüdisch)

ng

wie „ng“ in „sa

ng

sa nGearmáin

sa ngärėmå

i

n

(in Deutschland)

r

gerolltes Zungenspitzen-R

rothar

rohėr

(Fahrrad)

s

stimmloses „s“ wie in „Bu

s

snámh

snåw

(schwimmen)

sch

stimmloses „sch“ wie in „

Sch

ule“

seoladh

schoolė

(Adresse)

ν

„w“, wie „v“ in „

V

ioline“

bhí

vii

(war)

w

Halblaut zwischen „u“ und „w“, wie das „w“ in engl. „

w

ater“

bhur

wur

(euer)

Das Irische wird schnell gesprochen, und die Worte verschmelzen oft miteinander. Wenn Laute „verschluckt“, also nicht gesprochen werden, steht an dieser Stelle das Auslassungszeichen (’). Für dieAussprache selber hat es jedoch keine Bedeutung. So wird:

Más é do thoil é.

måsch ee do hoil ee

wenn-ist es dein Wille es

Bitte.

... eigentlich „måscheedohoilee“ ausgesprochen. Im folgenden Satz verschmelzen séschee (er) und ageg (bei) zu „schee’g“.

Tá sé ag ól.

tå schee’g ool

ist er bei Trinken

Er trinkt gerade.

Ausgesprochen wird dieser ganze Satz tatsächlich aber wie tåscheegool, so als bestände er nur aus einem einzigen Wort.

Betonung & Schreibweise

Die Betonung liegt im Irischen meistens auf der ersten Silbe. In den wenigen Ausnahmefällen wird die betonte Silbe unterstrichen, wie z.B. in anseoėnscho (hier).

Irische Wörter erscheinen wegen ihrer verwirrenden Schreibweise oft nicht aussprechbar. Dieser Umstand ist nicht etwa auf einen Mangel an Logik zurückzuführen, sondern eher darauf, dass die Wörter oft noch nach mittelalterlicher Aussprache geschrieben werden.

Hier ein Beispiel: leabhar (Buch) wurde sicherlich einmal „lävėr“ ausgesprochen. Heute heißt es aber ljaur in Munster und Connacht, aber ljoor in Ulster. Deshalb kann man sich auch auf keine moderne Schreibweise einigen.

Die Schreibweise folgt aber durchaus Regeln, für die man ein Gespür entwickeln kann. So wird beispielsweise labhairt in Munster und Connacht lauirt, in Ulster hingegen looirt ausgesprochen – und schon erkennen wir eine Regemäßigkeit bei der Aussprache der Buchstabenkombination -abh-. Im Anhang findet man eine Literaturliste mit Büchern zum Weiterlernen, in denen die Schreibweise teilweise ausführlich erklärt wird.

Vokalübereinstimmung

In der irischen Sprache gibt es, wie erwähnt, „breite“ und „schlanke“ Mitlaute . Als die irischen Mönche begannen, ihre Sprache aufzuschreiben, verwendeten sie als Grundlage das lateinische Alphabet, in dem es diesen Unterschied jedoch nicht gibt. Deshalb entwickelten sie die Regel, dass die „Schlankheit“ eines Mitlauts durch helle Selbstlaute (e, i) in dessen Umgebung, und die „Breite“ durch dunk-le Selbstlaute (a, o, u) dargestellt wird. Diese Regel heißt „Vokalübereinstimmung“.

Wenn ein Mitlaut von Selbstlauten umgeben ist, verlangt die Vokalübereinstimmung, dass diese entweder nur dunkel oder nur hell sind. Deshalb wird die Verbindung -im nach dem schlanken Mitlaut g in tuigimtuigim (ich verstehe) -im geschrieben, nach dem breiten Mitlaut l in ólaimoolim (ich trinke) jedoch -aim, ohne dass sich die Aussprache verändert.

Wörter, die weiterhelfen

Gabh mo leithscéal!

go mo leschkeel

nimm meine Entschuldigung

Entschuldigen Sie!

Más é do thoil é!

måsch ee do hoil ee

wenn-ist es dein Wille es

Bitte! (als Aufforderung)

An bhfuil ... ann? Gibt es …?

An bhfuil teach tábhairne ann?

ė’ wil tjäch tåwėirnė ån

FP ist Haus Kneipe2 dort

Gibt es eine Kneipe?

Möglicherweise lautet die Antwort:

Tá, tá teach tábhairne ann.

tå tå tjäch tåwėirnė ån

ist ist Haus Kneipe2 dort

Ja, es gibt eine Kneipe.

Níl, níl teach tábhairne ann.

niil niil tjäch tåwėirnė ån

nicht-ist nicht-ist Haus Kneipe2 dort

Nein, es gibt keine Kneipe.

Cá bhfuil ... ? – Wo ist ...?

Cá bhfuil an teach tábhairne?

kå wil ė’ tjäch tåwėirnė

wo ist das Haus Kneipe2

Wo ist die Kneipe?

In den Beispielsätzen kann „teach tábhairne“ durch alle passenden (Haupt-)Wörter aus den Wörterlisten ersetzt werden.

cógaslann

koogėslėn

Apotheke

dochtúir

do

ch

tuu

i

r

Arzt

banc

bank

Bank

bus

bus

Bus

aerphort

eerfort

Flughafen

siopa

schopė

Geschäft

óstán

oostån

Hotel

na gardaí

nė gardii

Polizei

oifig an phoist

ofig ė’ foscht

Postamt

teileafón

telėfoon

Telefon

Damit Sie nicht ausschließlich auf Gesten angewiesen sind, hier einige Richtungshinweise:

ar dheis

er jesch

rechts

ar chlé

er chlee

links

anseo

ėnsch

o

hier

ansin

ėnsch

i

n

dort

ar ais

er äsch

zurück

os comhair

os koo

i

r

gegenüber

in aice leis

in äkė lesch

in der Nähe von

taobh leis

t

u

iiw lesch

neben

thall ansin

hal ėnsch

i

n

dort drüben

díreach ar aghaidh

diirėch er aj

geradeaus

chomh fada leis an

choo fadė lesch ė

bis zum/zur

An bhfuil ... agat? – Haben Sie ...?

An bhfuil arán agat?

ė’ wil arån agėt

FP ist Brot bei-du

Haben Sie Brot?

Ba mhaith liom… – Ich hätte gern …

Ba mhaith liom fuisce.

ba wa ljom fuischkė

wäre gut mit-ich Whiskey

Ich hätte gerne Whiskey.

Cé mhéad a chosnaíonn ...? – Wie viel kostet …?

Cé mhéad a chosnaíonn an bainne?

kee veed ė chosniiėn ė banjė

was Menge P kostet die Milch

Wie viel kostet die Milch?

Cé mhéad a chosnaíonn sé seo?

kee veed ė chosniiėn schee scho

was Menge P kostet es das

Wie viel kostet das?