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Was Sie schon immer über den Mars wissen wollten - oder lieber nicht gewusst hätten ... Darf man JayLo auf ihre steilen rückwärtigen Halbkugeln reduzieren? Die chinesische Mauer zur "längsten Gartenhecke der Welt" erklären? Den Glauben an die Macht der 3D-Drucker zur einzig wahren Religion ausrufen? Und sich über die Inneneinrichtung von Raumfähren lustig machen? Ich finde: Ja, klar! Trotzdem sicherheitshalber der Hinweis: Sämtliche Seitenhiebe in diesem Reiseführer gegen lebende oder verstorbene Personen, Musikgruppen und Außerirdische, Veganer, Allergiker und Beuteltiere, Firmen, Nationen und Bundesländer, Planeten, Monde und Wurmlöcher sowie Science Fiction Serien und Godzilla sind voll beabsichtigt, aber echt nicht böse gemeint. Aus dem Inhalt: Anreisemöglichkeiten Klima und beste Reisezeit Schwerelosigkeit für Anfänger Spaziergänge im Weltall Was Sie sonst noch über den Weltraum wissen müssen Kleine Geschichte des Mars Shopping Alle Sehenswürdigkeiten Freizeittipps Ausflugsziele in der Umgebung
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2015
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R e i s e f ü h r e r z u m M a r s
Auftakt: Was Sie erwartet
Den Reiseführer richtig nutzen
Technische Daten
FAQ
Der Mars in Film und Literatur
Anreisemöglichkeiten
Strahlen- und sonstige gesundheitliche Belastungen
Schwerelosigkeit für Anfänger
Die Erde im Rückspiegel
Das Vakuum um uns herum
Sternzeichen richtig deuten
Spaziergänge im All
Was Sie sonst noch über den Weltraum wissen sollten
Und was ist mit der Relativitätstheorie?
Widerstand ist zwecklos - was tun, wenn ich Aliens begegne?
Mars-Legenden und wie man sich vor ihnen schützt
Kleine Geschichte des Mars
Klima und beste Reisezeit
Sandstürme
Bodenschätze
Sehenswürdigkeiten
Wohnen auf dem Mars
Shopping
Freizeittipps
Ausflüge in die Umgebung
Der Mars – Wichtiges & Skurriles in Stichworten
Impressum
What Goes Around Comes Around.
Version: V1-Short-100-20151101HH ungekürzte Fassung Schrift: Garamond Inspiration: Fabby, Douglas Adams, PRN & ZAZ Text, Design & Satz: Henner Bangert
Ü b e r d i e s e s W e r k u n d d e n A u t o r
Dieses Büchlein ist ein echter Knaller und als originelles Mitbringsel für fast alle Gelegenheiten bestens geeignet. Denn es befriedigt das elementare Bedürfnis vieler Menschen, mehr über den Nachbarn in Erfahrung bringen zu wollen.
Darüber hinaus widmet es sich en passant einigen zentralen Fragen unserer Existenz: Wie kommt es, dass die Besatzung der Enterprise Flüge mit Warpgeschwindigkeit ohne Sicherheitsgurte und Kotztüten übersteht? Wie viel Nutella passt in der Schwerelosigkeit auf ein Weißbrot? Und warum sind die Saturnringe nicht essbar?
Henner Bangert hat Physik und Literaturwissenschaft studiert und arbeitet nach diversen experimentellen Job-Stationen (Aktmodell, Schrankenwärter, Werbetexter und Postangestellter) hauptberuflich als Technischer Redakteur. So gut es geht, betätigt er sich nebenher kreativ. 2003 erhielt er bei einem in der Frauenzeitschrift „Brigitte“ (der Nachname ist der Redaktion bekannt) ausgeschriebenen Wilde-Wisionen-Wettbewerb den Sonderpreis für den lustigsten Beitrag.
Der „Reiseführer zum Mars“ ist der erste seiner Art und begründet ein paar Jahrzehnte nach Douglas Adams die seriöse interplanetare Reiseliteratur. (Vom Trampen raten wir eher ab.)
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Sie Ihrem Chef oder dem nervigen Herrn Schmidtgall aus der Buchhaltung häufiger im Urlaub auf Mallorca als im Supermarkt nebenan begegnen?
Die meisten klassischen Urlaubsgebiete sind auf groteske Weise mit immer denselben unangenehmen Leuten überlaufen; und wo man ein schönes freies Plätzchen unverfälschte Natur vorfindet, mangelt es dann an grundlegenden Dingen wie etwa feuchtem dreilagigen Toilettenpapier oder zeitgemäßer Infrastruktur. In der Inneren Mongolei oder dem brasilianischen Urwald zum Beispiel gibt es zwar reichlich Platz, aber meines Wissens weder Schnellrestaurants noch U-Bahnen; oder wenn eine fährt, dann sicher nicht im Zehn-Minuten-Takt. Die Antarktis ist ebenfalls eine beeindruckende Naturregion, die manch einer gern bereisen würde, wenn es dort ein halbwegs vernünftiges Handynetz oder wenigstens eine Fußbodenheizung gäbe.
Als wenn das nicht schlimm genug wäre, haben sich in den touristischen Speckgürteln rund ums Mittelmeer, in der Karibik und Südostasien höchst zweifelhafte Geschäftspraktiken etabliert. Etikettenschwindel und knallharte Abzocke sind an der Tagesordnung. Man versucht dort, Reisenden allen möglichen Zivilisationsschrott anzudrehen, Buddha-Miniaturen als Salzstreuer, miserable, jeglichem ästhetischen Mindestanspruch hohnsprechende Rolex-Imitate mit Big Ben-Weckrufton, gefakte von Beuteltieren zusammengenähte Markenturnschuhe, die ungefähr so lange halten wie eine Packung Schokoküsse auf einem Kindergeburtstag, oder überteuerte Immobilien aus indonesischem Bruchspargel, gegen die sogar die HSV-Abwehr stabil wirkt.
Der Autor dieses schmalen Bandes meint: Es muss nicht immer Costa Brava, Costa del Sol oder Costa Cordalis sein. Wer von Mallorca & Co die Nase voll hat, sollte den Kopf zu den Sternen heben und sich vergegenwärtigen, dass es noch andere durchaus attraktive Urlaubsgegenden in diesem Universum gibt.
Der Rote Planet ist unbedingt eine Reise wert. Und gar nicht so teuer, wie viele glauben. Mit einem normalen siebenstelligen Managerjahresgehalt lässt sich der Trip zum Mars problemlos finanzieren. Zudem werden die Raumflüge zu unserem direkten Nachbarn von Jahr zu Jahr sicherer und komfortabler.
Entdecken Sie also das Unbekannte jenseits des irdischen Horizonts: Unberührte raue Naturwelten, gigantische Berge und im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Phosphorstürme werden Sie in den Bann ziehen.
Last but not least: Als „Marsianer“ lernen Sie Mutter Erde neu kennen. Aus der Ferne betrachtet wirkt unser Heimatplanet nämlich ausgesprochen charmant, solange nicht gerade Rush-Hour ist oder man ausgerechnet am einkaufsfreien Sonntag auf IKEA ranzoomt.
Wahrscheinlich können Sie es gar nicht abwarten, endlich alles Wissenswerte über unseren schönen Nachbarplaneten zu erfahren, Ihre Koffer zu packen, Verwandte, Freunde und Haustiere zum Abschied kräftig zu drücken und ins All zu starten.
Ein Flug zum Mars ist jedoch keine Kleinigkeit und will gut geplant und organisiert sein. Es gilt ein paar (wenige) Extraregeln und bürokratische Besonderheiten zu beachten; vieles, was wir auf der Erde als selbstverständlich ansehen, ist draußen im Weltraum mitunter ein wenig anders gelagert. Darauf muss man sich einstellen.
Aber keine Sorge, dieser Reiseführer liefert Ihnen alle notwendigen Informationen und Tipps. Er möchte nicht bloß Ihr Fernweh anheizen, sondern Ihnen von der Planung bis zur Rückkehr in allen Phasen Ihrer Reise ein verlässlicher Begleiter und Ratgeber sein.
Dazu müssen Sie sich Zeit nehmen und alle Kapitel sorgfältig lesen, und zwar
vor Reiseantritt
. An die
Kapitelfolge
brauchen Sie sich allerdings nicht sklavisch zu halten.
Wo inhaltliche Bezüge zwischen den Kapiteln bestehen, habe ich
Querverweise
gesetzt.
Komplizierte
Fachausdrücke
sowie
Eigennamen
finden Sie im ziemlich vollständigen Glossar im Anhang erläutert.
Das mit dem „vorher lesen“ ist besonders wichtig!
Manch einer denkt, unterwegs sei ja genug Zeit, sich über den Mars und die Eigenheiten interplanetarer Reisen zu informieren, und handelt sich am Ende böse Überraschungen ein.
Wer erst auf dem Mars feststellt, dass er gegen Staub allergisch ist, hat dann eventuell ein kleines Problem. Oder man vergisst, ausreichend Spiele und Sportgeräte mitzunehmen und stirbt unterwegs vor Langeweile. Lesen Sie hierzu bitte das Kapitel „Strahlen- und sonstige gesundheitliche Belastungen“. Oder man unterschätzt die Reisedauer und kehrt zu spät für Tante Elfriedes Hochzeit zurück; ein noch vergleichsweise kleines Übel, aber trotzdem nicht schön.
Ersparen Sie sich ärgerliche Zwischenfälle!Der schlaue Marsianer sorgt vor!
Stellen Sie sich vor, Sie würden für ein Jahr auf eine einsame Insel auswandern. Da würden Sie ja auch Vorbereitungen treffen und nicht einfach losfahren.
Anmerkung:Ausstattung und Umfang dieses Buches erlauben leider nicht die Integration von Kartenmaterial. Im Kapitel „Sehenswürdigkeiten“ finden Sie einen Tipp, wie und wo Sie gratis eine Marskarte erhalten.
Traue keinem Zahlenwerk, das du nicht selbst geschönt hast; dieser Leitspruch gilt nicht nur für die eigene Steuererklärung, die FIFA-Weltrangliste oder die ADAC-Jahresbilanz der Verkehrstoten, sondern oft auch für Technische Daten.
Ein Bentley-Motor zum Beispiel hat ohne Zweifel jede Menge Power; die zeigt sich jedoch eigentlich nur dann, wenn man ihn in ein anderes Auto einbaut, als in die gefühlt sieben Tonnen schwere, behäbige Originalkutsche mit den drei Kilometern Radstand und der Wendigkeit eines russischen Flugzeugträgers. 300 Pferdestärken klingen zwar nach was, sind aber doch bloß relativ.
Auch bei Sol IV sollte man genau hinsehen, bevor man den Steinklumpen über den grünen Klee lobt. Für sich genommen sind der Durchmesser von etwas mehr als 6.700 km und die Masse, 640 Trillionen Tonnen (eine Menge Holz!), beeindruckend; doch bei einem Vergleich mit unserer Heimat hat der Mars keine Chance. Wären die beiden Boxer, müssten sie in unterschiedlichen Gewichtsklassen antreten. Beim Größenvergleich der Landflächen wird es allerdings spannend. Bekanntlich stehen 70 % der Erde ständig unter Wasser, so dass die Stellfläche für Billy-Regale limitiert ist. Der Mars hingegen ist überall schön trocken und könnte theoretisch komplett mit Möbeln, Blumentöpfen, Plastikpflanzen und anderem Deko-Zeug eingedeckt werden. Tatsächlich ist die Landfläche des Nachbarn gerade mal um ein Areal von der Größe Frankreichs kleiner als unsere. Das ist im Grunde fast nichts! Theoretisch könnte man den gesamten Krempel, der bei uns rumsteht, auf den Mars rüberschaffen und bekäme kein Platzproblem. (Rein praktisch würde ich vorher aber ganz viel altes Zeugs für den Sperrmüll aussortieren!) Nur die Franzosen könnten den Umzug nicht mitmachen. Quel dommage. Oder auch nicht. Wie sagte schon der legendäre Al Bundy: „Es ist falsch, Franzose zu sein!“
Noch imposanter sind die Flugleistungen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt satte 90.000 km/h, und das ohne Allradantrieb und sogar ohne Motor. Respekt! Der Mars hält bei dieser irrsinnigen Geschwindigkeit einen Sicherheitsabstand von mindestens 56 Millionen Kilometern zu seinem Vordermann. Das sind wir. Herr Nachbar geht anscheinend lieber auf Nummer sicher. Wer in der Fahrschule aufgepasst hat, erinnert sich, dass der halbe Tachostand, also etwa 45.000 km, auch gereicht hätte; aber Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Ekliptik.
Das Drehmoment ist ordentlich, jedenfalls für die gehobene Mittelklasse. Wie bei fast allen Planeten gilt: Das Teil läuft und läuft und läuft. Und die Luftfeuchtigkeit liegt nahezu bei null. Klingt unerheblich, doch wenn´s im Sommer mal etwas wärmer werden sollte, merkt man es: Trockene Hitze ist einfach besser auszuhalten.
Folgende Fragen wurden während der Erstellung dieses Reiseführers auf dem Fan-Forum der Internetseite waswillstu.de am häufigsten gestellt. Sie können sich dort jederzeit gratis anmelden, wenn Sie ebenfalls Fragen haben. Passen Sie aber auf, welche Zusatzoptionen im Anmeldeformular angehakt sind! Ich würde auch niemals meine echte Adresse angeben.
Da es keine Einheimischen gibt, hat der Mars auch keine „Landessprache“. Sie sollten Grundkenntnisse in Englisch und wenigstens einer weiteren Fremdsprache, etwa Französisch oder Spanisch besitzen, und Konversationsfragmente wie „Notfall!“, „Wo ist die nächste Apotheke?!“, „Vielen Dank!“ und „Darmverstopfung“ übersetzen können.
Das sollten Sie tunlichst vermeiden! Beachten Sie die Grundregeln: Immer zu zweit gehen! Keinen Unsinn verzapfen! Kein Alkohol! Dann passiert schon nichts.
Ich bin unter 18/werde strafrechtlich verfolgt/ habe eine schlimme Krankheit/bin körperlich bzw. geistig behindert/kann mich nicht von meinem Bewährungshelfer/Arzt/Haustier trennen/ muss auf meine Mutti/meine Konten in der Schweiz aufpassen – darf ich trotzdem zumMars reisen?
Sorry, das mag diskriminierend klingen, aber für interplanetare Reisen muss man volljährig sein, und körperlich und geistig halbwegs beieinander. Man sollte sich für die Reisezeit von sämtlichen privaten und beruflichen Verpflichtungen freimachen. Haustiere sind nicht erlaubt. Dass Sie von den Behörden gesucht werden, müssen Sie ja nicht gleich jedem ans Bein binden.
Ein Space Shuttle ist keineswegs ein rechtsfreier Raum, aber es gibt bislang relativ wenige juristische Streitigkeiten und Präzedenzfälle. Wann und wie Völkerrecht, Landesgesetz des Betreibers oder des Startlandes des Fluges oder die Rechte des Stärkeren greifen, ist ziemlich kompliziert. Fragen Sie besser jemanden vom Fach.
Dieser Reiseführer ist tatsächlich der erste und derzeit einzige, was interplanetare Reisen anbelangt. (Dies gilt zumindest für das Erscheinungsjahr dieser Auflage.) Das Internet bietet eine Fülle an Informationen, ich würde als erstes nach NASA, MEPAG oder MARS ONE suchen. Selbstverständlich können Sie auch in eine Buchhandlung gehen und sich nach den zahlreichen Sachbüchern zum Mars erkundigen.
Im Grunde brauchen Sie für den Mars überhaupt kein Geld mitzunehmen. Die Reisen sind mit Vollpension. Es gibt auch nicht allzu viele Gelegenheiten, um Geld auszugeben. Es sei denn, Sie möchten mit Ihren Mitreisenden ein wenig Handel treiben oder Poker spielen. Im Kapitel „Shopping“ finden Sie Näheres hierzu.
Das Kapitel „Was tun, wenn ich Aliens begegne?“ beschreibt recht ausführlich, wie Sie sich auf den Fall der Fälle vorbereiten können. Grundsätzlich kann keiner den Aliens ihre Absichten an der Nasenspitze ansehen. Manche haben nicht mal eine Nase.
Da Han Solo ihm antwortet und Chewbacca sich als vollwertiges Mitglied der Starwars-Crew und sogar recht geschickt in technischen Dingen präsentiert, darf man wohl davon ausgehen, dass Wookies sprechen können. Aber das ist eigentlich nicht Thema dieses Reiseführers.
Wie bitte? Diese Frage ignoriere ich einfach mal.
Wenn Sie ab und zu auf die Kirmes gehen und Achterbahnfahrten überstehen, ein Formel 1-Rennfahrer oder ein Bundeswehrpilot sind, sollten Sie normalerweise einen Raketenstart verkraften können. Völlig unsportlich sollten Sie auf keinen Fall ins All reisen. Sie dürfen es auch nicht. Ihr Arzt wird Ihnen keine Starterlaubnis geben.
Nein, natürlich nicht. Es schadet jedoch nicht, wenn Sie in der Lage sind, Ihre Flugbahn zum Mars selbst zu berechnen oder diese zumindest mit einem Geodreieck und Millimeterpapier halbwegs maßstabsgetreu und sauber hinzeichnen können, und das Periodensystem nicht für den Terminkalender eines Frauenarztes halten. Einige Kapitel in diesem Reiseführer, etwa „Das Vakuum um uns herum“ oder „Und was ist mit der Relativitätstheorie?“, befassen sich explizit mit physikalischen Themen. Vielleicht kurieren diese Abschnitte ja Ihre naturwissenschaftliche Antipathie.
Auf gar keinen Fall! Lesen Sie hierzu das Kapitel „Widerstand ist zwecklos – was tun, wenn ich Aliens begegne?“.
Unwahrscheinlich. Der Anspruch auf Bildungsurlaub beträgt in der Regel ohnehin nur ein paar Tage. Nein, auch wenn Sie viel Neues lernen, ein Trip zum Mars zählt als reines Privatvergnügen.
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Im Kapitel „Der Mars – Wichtiges und Skurriles in Stichworten“ hinten in diesem Band finden Sie weitere interessante Informationen.
Aus Sparzwängen wurde dieses Kapitel erheblich gekürzt. Wir müssen die Kulturbeflissenen unter den Lesern leider auf die Extended Edition verweisen. (Was soll ich sagen, die Kulturthemen fallen dem Rotstift immer als erste zum Opfer.)
Es folgt eine Zusammenfassung aus der längeren Version:
- Reisen bildet. Auch wenn man das am Ballermann oder im Stau auf der A7 stehend nicht recht glauben mag.
- Die meisten Leute kennen den Mars nur aus Filmen und Büchern. Das ist schade. Aber nicht untypisch. Jeder kennt Tschernobyl und Tibet, doch die wenigsten waren je dort.
- Schon seit eh und je will der Mensch zum Mars. Hauptsächlich wegen der grünen Männchen.
- Was immer Sie für Geschichten und Bilder vom Mars im Kopf haben; rechnen Sie damit, dass nicht mal die Hälfte davon der Wahrheit entspricht. Richtig lernen tut man nur durch eigene Anschauung! Also fliegen Sie hin!
- Startrek hat sich nie wirklich mit dem Mars befasst. Nachbarplaneten sind der Enterprise-Crew nämlich zu profan. Genauso wie die Anschnallpflicht bei Warp.
Seit einigen Jahren werden im Internet immer häufiger intergalaktische Schnäppchenflüge angeboten, überwiegend von dubiosen Hinterhof-Raumfluggesellschaften, an denen das Positivste ihr neumodischer Name ist. „Leaving Los Alamos“, „Alien VIP-Transporter“, „Pilgrim Pilots“ oder „Willys Weltraumtaxi“ und wie sie nicht alle heißen klingen nach Abenteuer, Freiheit und kosmischem Sonntagsausflug, und genau deshalb sollte man von diesen Angeboten Abstand nehmen.
Lassen Sie sich nicht blenden, ins Weltall fliegen tut man nicht mal eben so. Wenn Ihnen jemand ein Mars-Ticket vom Grabbeltisch andrehen möchte, für einen Betrag, der unter Ihrem Budget für den letzten Fehmarn-Urlaub liegt, kann die Sache nicht seriös sein. Möglicherweise zahlt dieser Jemand keine Steuern, berechnet die Route falsch oder gar nicht, oder hat nachher keine Raumanzüge an Bord. Ich teste solche Pseudo-Firmen, indem ich das Fachwissen ihrer Reiseverkäufer auf die Probe stelle. Wenn Sie auf die Frage „Ich würde gerne mit der ARIANE fliegen!“ die Antwort bekommen „Kein Problem, Ihre Freundin reist zum halben Preis!“, wissen Sie Bescheid.
Stand heute sind die NASA, die ESA und ein paar wenige asiatische nationale Raumfahrtbehörden die einzigen Unternehmen, die einen Flug zum Mars solide organisiert und mit modernen Sicherheitsstandards durchführen. Nehmen Sie nur den gar nicht so konstruierten Fall, dass während des Fluges irgendein wichtiges Bauteil ausfällt, zum Beispiel ein Raumzeitkontinuum-Relais mit fusioniertem Akronymenaushub. Was meinen Sie, was draußen im Universum bei mageren drei Kelvin und unablässigem Sonnenstaubbeschuss alles schiefgehen kann. Und kein Pitstop weit und breit. Wenn Sie technisch auf Zack sind und ein paar Semester Warpkerntransfusion studiert haben, werden Sie nun sagen, das macht doch nichts, den Aushub überbrücken wir mit einem gewalzten Stück Aluminiummanganperoxid, fertig ist die Laube. Aber aufgepasst, Ihr Startrek-Wissen in allen Ehren, Aluminiummanganperoxid hat leider die unangenehme Eigenschaft, hochgiftig und radioaktiv zu sein. Dürfen Sie auf keinen Fall ohne Raumhandschuhe anfassen. Da hat sich schon manch unbedarfter Weltraumtourist die Finger verbrannt oder vielmehr bis zum Ellbogen weggeätzt. Außerdem löst sich das Peroxid früher oder später ohne Vorwarnung von der Außenhülle und dann gute Nacht, Spacecowboy.
