Rette dein Geld - André Schulz - E-Book
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Rette dein Geld E-Book

André Schulz

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Beschreibung

Die 100 besten Tipps für mehr finanzielle Sicherheit und Freiheit

Die allermeisten Finanzprodukte sind verzichtbar, wie auch die allermeisten Finanztipps, weil sie uns und unserem Geld mehr schaden als nutzen. Erfolgsautor und Finanzexperte André Schulz schüttelt in seinem neuen Buch unseren Geldglauben und unser Anlageverhalten an der einen und anderen Stelle kräftig durch. Wie der Ttiel "Rette dein Geld" schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um einen der radikalsten Geld- und Finanzratgeber.

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Seitenzahl: 425

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ANDRÉ G. SCHULZ

RETTE DEIN GELD

Die 100 besten Finanztipps der Welt zum Schutz vor dem Crash, der Inflation und Finanzprodukten

INHALT

Vorwort

Kapitel 1 Finanzweisheiten

Tipp 1: Geld macht Sie finanziell NICHT unabhängig.

Tipp 2: Mit der richtigen Geldanlage werden Sie NICHT reich.

Tipp 3: Geldanlagen schützen Ihr Geld NICHT vor der Inflation.

Tipp 4: Geldanlagen schützen Sie NICHT vor dem großen Crash und auch nicht vor der nächsten Krise.

Tipp 5: Teilen Sie Ihr Vermögen NICHT in möglichst viele Anlageklassen auf.

Tipp 6: Schließen Sie mit Finanzprodukten NICHT so früh wie möglich Ihre Rentenlücke im Alter.

Tipp 7: Es gibt keine klaren Wechselwirkungen in der Finanzwelt (mehr), die Sie für Ihre Geldanlage nutzen können.

Tipp 8: Rentenanlagen sind NICHT automatisch sicher und Aktien sind NICHT automatisch riskant.

Tipp 9: Kaufen Sie in Krisen bei fallenden Kursen NICHT automatisch (nach).

Tipp 10: Mit kleinen Sparraten baut man sich NICHT automatisch ein Vermögen auf.

Kapitel 2 Finanzexpert*innen

Tipp 11: Sehen Sie Finanzexpert*innen als das an, was sie wirklich sind.

Tipp 12: Misstrauen Sie grundsätzlich jeder Vorhersage über die Finanz-Zukunft.

Tipp 13: Hinterfragen Sie die Expertise des/der Expert*in und das konkrete Fachgebiet.

Tipp 14: Prüfen Sie die Unabhängigkeit von Expert*innen und ihrer Empfehlungen

Tipp 15: Lassen Sie sich nicht gierig machen.

Tipp 16: Lassen Sie sich nicht ängstigen vor Krankheit und Arbeitsunfähigkeit.

Tipp 17: Lassen Sie sich nicht ängstigen vor der Altersarmut.

Tipp 18: Lassen Sie sich nicht ängstigen vor Unfallgefahren.

Tipp 19: Treffen Sie Ihre eigenen Entscheidungen auf selbst durchdachter Grundlage.

Tipp 20: Überschätzen Sie sich selbst nicht als prophezeienden Finanzexperten.

Kapitel 3 Finanzwelten

Tipp 21: Verabschieden Sie sich von der äußeren Finanzwelt, die immer unsicherer wird, Sie manipuliert und Ihrem Geld schadet.

Tipp 22: Verwahren Sie in der Finanzwelt nur so viel Geld, wie absolut notwendig.

Tipp 23: Lösen Sie sich von schädlichen Glaubenssätzen und korrigieren Sie falsch getroffene Finanz-Entscheidungen.

Tipp 24: Finden Sie Ihre eigene klare Einstellung zum Geld und machen Sie sich unabhängig von äußeren (Finanz-)Einflüssen.

Tipp 25: Legen Sie fest, wie Sie heute wirklich leben wollen und wie viel Geld sie dafür benötigen.

Tipp 26: Reduzieren Sie alle Ausgaben, die Sie nicht wirklich zum Leben und Glücklichsein brauchen.

Tipp 27: Suchen Sie nach kostenlosen Alternativen für Besitz und Konsum, um nicht (unnötig) nach mehr Geld streben zu müssen.

Tipp 28: Setzen Sie Ihr Geld zielführend und sinnstiftend ein.

Tipp 29: Legen Sie fest, wie viel Zeit Sie bereit sind, fürs Geldverdienen zu verkaufen.

Tipp 30: Klären Sie, wie viel Geld Sie für Ihr zukünftiges Leben brauchen (zum Beispiel im Alter).

Kapitel 4 Finanzberater*innen

Tipp 31: Die meisten Finanzberater*innen sind reine Finanzproduktverkäufer*innen.

Tipp 32: Auch die nettesten Berater*innen haben Verkaufsziele.

Tipp 33: Berater*innen bieten Ihnen immer nur eine sehr begrenzte Produktpalette an.

Tipp 34: Zu viele Berater*innen sind finanziell inkompetent, voreingenommen oder einseitig.

Tipp 35: Vorsicht vor manipulativer Beratungs-Software.

Tipp 36: Vorsicht vor blumigen Werbebotschaften, »ausgezeichneten« Produkten oder kostenlosen Beigaben.

Tipp 37: Vorsicht vor beliebten Verkaufstricks wie Back-Tests, Expertenempfehlungen, dem Anlagedreieck oder der Ja-Ja-Schleife.

Tipp 38: Vier wirklich hilfreiche Finanz-Empfehlungen, die nichts kosten und viel bringen.

Tipp 39: Acht Fragen an Ihren/Ihre Bankberater*in, damit Sie wissen, wie kompetent er/sie wirklich ist.

Tipp 40: Sichern Sie sich eine ehrliche Beratung durch eine Ehrenerklärung.

Kapitel 5 Finanzprodukte

Tipp 41: Erkennen Sie, was Finanzprodukte nicht können.

Tipp 42: Kaufen Sie keine Produkte, die (meist versteckte) Wettgeschäfte beinhalten.

Tipp 43: Kaufen Sie keine kombinierten Produkte und damit (mindestens) EIN unnötiges mit.

Tipp 44: Kaufen Sie keine Produkte, die Sie nicht wirklich verstehen.

Tipp 45: Kaufen Sie keine Produkte, die nachteilige Verpflichtungen für Sie enthalten.

Tipp 46: Verschulden Sie sich nicht unnötig.

Tipp 47: Finger weg von Dispositions-, Privat-/Autokrediten

Tipp 48: Meiden Sie alle staatlichen Förderungen wie Riester, VL und bAV.

Tipp 49: Beachten Sie die fünf Kriterien, mit denen Sie zu Ihnen passende Finanzprodukte finden.

Tipp 50: Reduzieren Sie Ihre Finanzprodukte radikal.

Kapitel 6 Geldanlagen und Sparverträge

Tipp 51: Finger weg von ausländischen Währungen.

Tipp 52: Finger weg von Bitcoin und anderen Kryptowährungen.

Tipp 53: Finger weg von Aktien- und Mischfonds.

Tipp 54: Finger weg von offenen und geschlossenen Immobilienfonds.

Tipp 55: Finger weg von Rentenfonds und (angeblichen) Steuersparfonds (Schiffs-/Medienfonds).

Tipp 56: Finger weg von Staats- und Unternehmensanleihen.

Tipp 57: Finger weg von Kapitallebensversicherungen und (fondsgebundenen) Rentenversicherungen.

Tipp 58: Finger weg von Ausbildungsversicherungen und Zertifikaten.

Tipp 59: Finger weg von Bausparverträgen.

Tipp 60: Finger weg von Aktien (zur Geldanlage!) und Finger weg von Aktien-Indexfonds (ETF).

Kapitel 7 Versicherungen

Tipp 61: Finger weg von Sterbegeldversicherungen.

Tipp 62: Finger weg von Rechtsschutzversicherungen.

Tipp 63: Finger weg von Restschuldversicherungen.

Tipp 64: Finger weg von »Kinderversicherungen«.

Tipp 65: Vorsicht bei Tierversicherungen.

Tipp 66: Finger weg von Handyversicherungen.

Tipp 67: Finger weg von Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Tipp 68: Finger weg von Pflegezusatzversicherungen.

Tipp 69: Finger weg von privaten Unfallversicherungen.

Tipp 70: Prüfen Sie den Sinn einer Zahnzusatzversicherung für sich.

Kapitel 8 Hilfreiche Finanzprodukte

Tipp 71: Nutzen Sie Bargeld.

Tipp 72: Nutzen Sie das zu Ihrem Zahlungsverhalten passende Girokonto.

Tipp 73: Nutzen Sie eine Haftpflichtversicherung.

Tipp 74: Prüfen Sie den Sinn einer Hausratversicherung für sich.

Tipp 75: Prüfen Sie den Sinn einer Kreditkarte für sich.

Tipp 76: Prüfen Sie den Sinn einer privaten Krankenzusatzversicherung für sich.

Tipp 77: Prüfen Sie den Sinn einer Risikolebensversicherung für sich.

Tipp 78: Prüfen Sie den Sinn einer Brillenversicherung für sich.

Tipp 79: Prüfen Sie den Sinn einer Kfz-Teil- bzw. Kfz-Vollkaskoversicherung für sich.

Tipp 80: Prüfen Sie den Sinn einer Wohngebäudeversicherung für sich.

Kapitel 9 Crash-Schutz

Tipp 81: Investieren Sie in Edelmetalle.

Tipp 82: Überlegen Sie, ob Sie ins (familien-)eigene Unternehmen investieren.

Tipp 83: Prüfen Sie, an welchen regionalen Unternehmen Sie sich beteiligen könnten.

Tipp 84: Prüfen Sie, in welche Besitztümer Sie gewinnbringend investieren können.

Tipp 85: Prüfen Sie, wie Sie das Leben Ihrer Lieblingsmenschen finanziell unterstützen können.

Tipp 86: Prüfen Sie den Kauf einer eigenen Immobilie oder eine gezielte Investition zur Wertsteigerung Ihrer Bestandsimmobilie.

Tipp 87: Prüfen Sie die Investition in eine fremdgenutzte Immobilie, die Sie vermieten können.

Tipp 88: Prüfen Sie die Investition in eigenes Land.

Tipp 89: Prüfen Sie mögliche Finanz-Crash-Auswirkungen auf Ihr Leben und bereiten Sie sich entsprechend vor.

Tipp 90: Bauen Sie sich einen echten Freundes- und Bekanntenkreis auf, damit Sie sich im Crashfall gegenseitig geld- und gegenleistungslos unterstützen können.

Kapitel 10 Alternativen zu Finanzprodukten

Tipp 91: Machen Sie Ihr Geld zu Glücksgeld und tauschen Sie es in glücksbringende Erlebnisse.

Tipp 92: Nutzen Sie die besten Geldanlagen der Welt.

Tipp 93: Nutzen Sie die besten Sparverträge der Welt.

Tipp 94: Nutzen Sie die besten Versicherungen der Welt.

Tipp 95: Nutzen Sie die besten Berufsunfähigkeitsversicherungen der Welt.

Tipp 96: Nutzen Sie die besten Rechtsschutzversicherungen der Welt.

Tipp 97: Nutzen Sie die besten Zahnzusatz- und Brillenversicherungen der Welt.

Tipp 98: Nutzen Sie die besten Kredite der Welt.

Tipp 99: Nutzen Sie die besten Finanzhilfen der Welt für Kinder.

Tipp 100: Nutzen Sie die beste Altersvorsorge der Welt.

Bonustipp

Danksagung

Die Finanz-Ampel

Gutschein für Ihren kostenlosen Zugang: Der Onlinekurs zum Buch »Rette Dein Geld – Vom Wunsch zur Wirklichkeit«

»Sie wollen Geld, Zeit und Nerven verlieren? Herzlich willkommen in der fantastischen Finanzwelt. Wir befreien Sie von allem (und noch mehr)!«

André G. Schulz, glücklicher Ex-Banker

Die 100 besten Finanztipps der Welt – klingt ganz schön übertrieben, oder? Wie ein unerfüllbares Versprechen. Dreister Etikettenschwindel. Betrug. Skandal!

Stimmt, genau das trifft auf viele Finanzexpert*innen, Finanzberater*innen, Finanzprodukte und Finanzwerbung zu, die Sie mit seriös klingenden (aber in Wahrheit oftmals unseriösen) Versprechen ködern und dabei immer nur Ihr Bestes wollen: Ihr Vertrauen (okay, und danach Ihr Geld). Sicher kennen Sie Sätze wie:

»Sofort kaufen! Diese Aktie verdreifacht sich in den nächsten sechs Monaten.«

Wann genau? Keine Ahnung. Rate ich einfach mal so (wie alle anderen Schein-Finanzexpert*innen auch).

»Jetzt absichern! Unsere Geldanlage schützt Sie vor dem Crash.«

Natürlich nicht garantiert, aber garantiert mit versteckten Provisionen, laufenden Kosten und Nebenwirkungen wie Verlustmöglichkeiten.

»Absoluter Geheimtipp! Ich verrate Ihnen, welche Anlageklassen sich in den nächsten zwei Jahren wie entwickeln und mit welchen Sie reich werden.«

Wieso ich das weiß? Weil ich überzeugend vorgaukeln kann, die Zukunft zu kennen (sogar ohne Glaskugel).

und, und, und …

Schluss. Aus. Ende.

Ich kann diesen ganzen Schwachsinn nicht mehr hören. Vielleicht bin ich dazu einfach zu lange in der Finanzbranche tätig gewesen und kenne nicht nur das VOR, sondern auch das HINTER den Kulissen. Schließlich habe ich mit meiner früheren Beratungsfirma »emotional banking« und meinem Trainer*innen-Team in mehr als 20 Jahren mehr als 200 Banken und Sparkassen begleitet, zehntausende Berater*innen trainiert und mit meiner Arbeit als Redner, Erfinder und Autor vom FinanzTheater mehr als 100.000 Menschen erreicht. Leider ist es uns viel zu selten gelungen, unsere Philosophie zu 100 Prozent und vor allem dauerhaft in Finanzinstituten zu etablieren, nämlich alle Kund*innen so zu beraten wie beste Freund*innen: ehrlich und orientiert an ihren Bedürfnissen, Zielen und Wünschen. Daher habe ich es auch aufgegeben, die Finanzwelt zu verändern, und helfe mit meiner unabhängigen Finanzaufklärung und kreativen Lebensinspiration dort, wo’s noch etwas zu retten gibt: bei Ihnen und Ihrem Geld.

Mir und meiner (zugegeben ungewöhnlichen) Arbeit hat man schon viele Namen gegeben, wie beispielsweise:

Der Finanz-FlüstererDer Finanz-ExorzistDer Geld-Rebell (danke dafür, liebe BILD-Zeitung!)

Ich selbst sehe mich vielmehr als spirituellen Banker, weil ich zwei Welten miteinander verbinde, die für viele nicht zusammengehören: Leben und Finanzen, Geld und Glück. Mir geht es darum, Menschen dabei zu helfen, ihr Leben zu finden und zu leben – bewusst, erfüllt und mit oder ohne Geld bzw. Finanzprodukten. Ihr Leben ist entscheidend für alles, was Sie tun. Geld ist nur Mittel zum Zweck und Finanzprodukte sind nur Hilfsmittel, um bestimmte Ziele und Wünsche leichter oder schneller zu erreichen. Die allermeisten Finanzprodukte sind verzichtbar, wie die allermeisten Finanztipps auch, weil Sie Ihnen und Ihrem Geld mehr schaden als nutzen. Von daher erschrecken Sie nicht, wenn ich Ihren Geldglauben und Ihr Anlageverhalten an der einen und anderen Stelle kräftig durchrütteln werde. Sie lesen nicht umsonst einen der radikalsten Geld- und Finanzratgeber, wie der Titel schon vermuten lässt. Aber genau deshalb haben Sie das Buch doch gekauft, oder warum sonst?

UND WAS WOLLEN SIE?

Bitte kreuzen Sie an!

Ich will mein Geld

☑ im Wert erhalten (vor der Inflation schützen).

☑ vermehren lassen (ohne dafür zu arbeiten).

☑ vor dem Crash schützen (Vermögen immer komplett bewahren).

Okay, ich habe mal vorgekreuzt, weil die drei Dinge eigentlich jede*r will. Obwohl jede*r natürlich weiß (oder wissen sollte), dass es auf der ganzen Welt keine Geldanlage gibt, die Ihnen alle drei Wünsche, geschweige denn nur einen davon erfüllt, also garantiert, alles andere macht ja kaum Sinn. Und trotzdem suchen Sie und alle anderen Geld-Eichhörnchen weiter nach der geheimen Superanlage. Warum?

Weil man es Ihnen beigebracht hat wie einem gehorsamen Hund das Stöckchen apportieren. Die Finanzindustrie trichtert uns allen natürlich schon seit gefühlten Ewigkeiten etliche Irrglauben ein, zum Beispiel:

»Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten. Werden Sie reich im Schlaf.«»Streuen Sie Ihr Vermögen breit, dann ist es auch im Crashfall geschützt.«»Sichern Sie Ihr Geld mit der richtigen Geldanlage vor der Inflation.«»Versicherungen schützen Sie und Ihre Lieben.«

Auf alle diese und viele weitere falsche Versprechen gehe ich im Folgenden ein und entzaubere sie, damit Sie:

sich keine Angst mehr machen lassen, zum Beispiel vor der Altersarmut, der Berufsunfähigkeit, Pflege, Unfällen, Krankheiten, und so keine (für Sie unnötigen) Versicherungen mehr abschließen.sich nicht mehr gierig machen lassen und so keine mit automatischer und sicherer Geldvermehrung werbenden Anlageprodukte kaufen, die oft nicht halten, was sie versprechen.sich nicht mehr vor dem Crash fürchten, Ihr Geld nicht unnötig breit streuen und es somit in (zu) viele Finanzprodukte investieren, die Sie Geld und Nerven kosten.

Wobei, kurz vorab zum Crash: Ist diese Sorge in diesen unsicheren Zeiten nicht berechtigt?

Natürlich kann das Finanzsystem JEDERZEIT zusammenbrechen.

Gute Gründe dafür gibt es genug, etwa das Systemgrundproblem von unendlicher Geldproduktion aus dem Nichts mit Nichts hinterlegt (hierzu später eine super Geschichte), die immer weiterwachsenden Weltschulden, die Niedrig- bis Negativzinszeit, unkontrolliert (ver)zockende Hedgefonds, schädlich agierende Notenbanken, Schattenbanksysteme, permanent neue Marktmanipulationen, geopolitische sowie wirtschaftliche Krisen, Vertrauensentzug durch uns Menschen (weil dies das Einzige ist, das das Geld- und Finanzsystem in Wahrheit noch am Leben hält) und, und, und …

Natürlich wird das Finanzsystem NICHT zusammenbrechen.

Gute Gründe gibt es auch hierfür genug, wie zum Beispiel das Finanz-Schlaraffenland, in dem man so viel und so lange wie man möchte Geld aus dem Nichts schaffen und überall hinfließen lassen kann, die Möglichkeit 1000-jähriger Anleihen mit Negativzins zur kompletten Weltentschuldung, gesetzliche Änderungen zur Heilung crash-anfälliger Institutionen, weil die, die die Systeme kontrollieren, sie auch jederzeit ändern, ein neues System einführen können wie das digitale Zentralbankgeld und, und, und …

Und nun?

FÜNF FABELHAFTE FINANZTIPPS

Wirklich sicher ist nur, dass nichts sicher ist. Wovon ich ausgehe, verrate ich Ihnen später im Buch. Unabhängig davon empfehle ich Ihnen fünf Dinge, damit Sie und Ihr Geld so sicher sind wie möglich (ganz gleich, was kommt oder auch nicht):

Raus mit Ihrem Geld aus der Finanzwelt! Retten Sie so viel wie möglich!Rein mit Ihrem Geld in alternative Geldanlagen und in Ihr Leben!Hören Sie weg bei Empfehlungen von Finanzexpert*innen und Finanzberater*innen!Hören Sie auf Ihre Intuition und Ihre persönlichen Ziele und Wünsche!Genießen Sie das Leben und fangen Sie Wichtigeres mit Ihrer Zeit an, als sich mit Finanz-News und Finanztipps zu beschäftigen. Okay, das bitte erst NACH dem Buchlesen, denn dadurch sparen Sie sich nicht nur Geld und Nerven, sondern auch viel Lebenszeit, weil Sie sich nicht mehr mit »gewinnbringenden Angeboten«, »neuen Superanlagen« und vielem mehr beschäftigen müssen.

Egal, was auch immer Sie für sich aus diesem Buch mitnehmen:

Machen Sie sich möglichst unabhängig von der Finanzwelt und folgen Sie fünf möglichen Prinzipien einer neuen Geld- und Finanzwelt, die uns Menschen wirklich dient, die aus meiner Sicht irgendwann zwangsläufig entsteht und deren Erwachsen wir alle mit unserem Handeln beschleunigen können:

Erlebnisse vor Ertrag. Prävention vor Produkt. Vernunft vor Verschuldung.Glück vor Geldvermehrung.Fantasie vor Finanzwelt.

Warum das für Sie, Ihr Leben und Ihr Geld sinnvoll ist, was das konkret heißt und wie das alles ganz praktisch geht, erfahren Sie jetzt in den 100 besten Tipps der Welt – nicht von der Finanzwelt, wohlgemerkt. Die gibt Ihnen ganz andere Tipps (zu welchem Vorteil wohl?). Gleiches gilt für Finanzexpert*innen, zu denen ich mich ganz bewusst NICHT zähle, weil es so etwas aus meiner Sicht gar nicht gibt (warum, dazu später mehr). Daher verzichte ich im Folgenden auch bewusst auf:

Analysen oder Studien, weil man sich selbst immer nur die aussucht, die die eigene Meinung schein-unabhängig und pseudo-wissenschaftlich untermauern (dabei gibt es immer mindestens zwei Perspektiven und somit auch solche, die das genaue Gegenteil »beweisen«).bankische Fachsprache, weil man dadurch zwar clever klingt (und dadurch kompetent erscheint), aber der/die Leser*in nicht alles wirklich versteht (von daher spreche ich »kundisch« mit Ihnen). ausuferndes Detail-Lirumlarumlöffelstiel, weil man das Allerwichtigste mit wenigen klaren Worten auf den Punkt bringen sollte – in 100 Tipps zum Beispiel.

AUF DER SUCHE NACH DER FINANZ-ESSENZ

Zugegeben: Ich musste mich an etlichen Stellen, die Sie gleich lesen werden, selbst bremsen, weil man zu Vielem natürlich noch viel weiter ausholen oder entsprechend tiefer gehen könnte. Wer sich todesmutig hinunterstürzen möchte in die schier unendlichen Weiten des Finanzabgrundes, dem bieten sich außerhalb dieses Buches unendliche Möglichkeiten, die Sie finden werden, wenn Sie sie denn überhaupt finden wollen und nichts Besseres mit Ihrer Zeit anzufangen wissen.

Mir geht’s in diesem Buch nicht um eine Finanz-Vollinformation zu allen Themen, sondern um die Suche nach der Essenz und ihre verständliche Präsentation. Beim Schreiben bin ich daher vorgegangen wie beim Kochen einer Tomatenessenz. Ich habe mir alle wesentlichen Finanzthemen gepackt, sie gekocht, um sie verdaulicher zu machen und dann durch mehrere immer feiner werdende Siebe gefiltert, bis das übrig geblieben ist, was aus meiner Sicht reichen sollte, um

es direkt umsetzen zu können odersich selbst auf die Suche nach mehr »Finanz-Fleisch am Knochen« zu machen, denn Selbstdenken ist und bleibt tausendmal besser, als das Selbsterdachte anderer blind zu übernehmen – auch nicht das von mir, bitte. Bilden Sie sich unbedingt Ihre eigene fundierte Meinung und reiben Sie sich auch gern an meinen Thesen. Hauptsache, Sie beenden das Buch mit einer eigenen Haltung und klaren Handlungen Ihr Geld und Ihr Leben betreffend: aus eigener echter Überzeugung.

Sind 100 Tipps nicht zu viel?

Stimmt. Manchmal reicht schon ein guter Gedanke aus, damit sich das ins Buch investierte Geld (samt Lesezeit) um ein Vielfaches lohnt. Es kann sein, dass Sie nicht alle der 100 Tipps gleichermaßen interessieren (weil Sie manches gegebenenfalls schon wissen oder umsetzen). Nehmen Sie sich einfach die Tipps heraus, die Sie besonders interessieren. Die anderen lassen Sie bitte für andere drin im Buch.

Sind 100 Tipps nicht zu wenig?

Die Finanzindustrie gaukelt uns (nicht ungeschickt) vor, dass die Finanzwelt unglaublich komplex und kompliziert ist und nur wenige Auserwählte sich hierin auskennen und wissen, wie der Geld-Hase läuft (Finanzexpert*innen und –Berater*innen, wer sonst). Dass die Finanzwelt komplex und kompliziert ist, stimmt auch. Allerdings ebenso wie Quantenphysik, Raketenwissenschaft oder Molekularmedizin. Nur würden wir uns mit den drei Letztgenannten im Normalfall nicht beschäftigen, weil wir sie (im Alltag) nicht brauchen. Genauso verhält es sich mit der Finanzwelt und ihren Hunderttausenden von Produkten und Millionen von Strategien, Empfehlungen und Details. 99 % davon brauchen wir nicht. 1 % reicht aus. Die Essenz. Und die kommt jetzt!

In Form von 100 knackigen Tipps, dargeboten in zehn Hauptthemen.

Also: Lesen Sie los.

Leben Sie los.

Und vor allem: Lassen Sie los (nicht das Buch, aber die Finanzwelt).

»Was weise klingt, ist nicht immer auch wahr. Und manches, was früher wahr war, ist heute nur noch wahrscheinlich, wenn nicht gar unwahr.«

In Spinat ist viel Eisen und deshalb wird man so stark wie Popeye! Sehr viele Jahre hat man dies tatsächlich geglaubt, dabei ist der Eisengehalt viel niedriger, als man damals glaubte, als der Physiologe Gustav von Bunge im Jahr 1890 den Nährwert von Spinat untersucht hat. Er kam hierbei auf einen Eisengehalt von 35 mg pro 100 g, was erst einmal gut (weil nach viel) klingt, aber von Bunge hat damals leider nicht frischen Spinat untersucht, sondern getrockneten. Da frischer Spinat aber zu 90 % aus Wasser besteht, muss der Eisengehalt auf gut eine Kommastelle berichtigt werden, also auf ca. 3 mg. Ein kleiner, aber wichtiger Unterschied, der durch eine kleine Information einen schier ewig verbreiteten Mythos widerlegt.

Manche allseits bekannten Wahr- und Weisheiten halten sich einfach hartnäckig, bis jemand kommt und das Gegenteil beweist oder den Wahrheitsgehalt zumindest kritisch hinterfragt. Dies gilt natürlich ebenso für Geld- und Finanzweisheiten. Nicht alles, was Sie kennen und zu glauben wissen, muss richtig sein. Ganz im Gegenteil. Vieles erweist sich als falsch, weil es von Interessen getrieben ist oder falsch wiedergegeben wird – immer und immer wieder, bis man glaubt, es sei wahr.

Wir Menschen neigen dazu, dass wir die Dinge glauben, »die man halt so kennt« (woher eigentlich?) oder die man oft von unterschiedlichen Menschen gehört oder irgendwo gelesen hat. Das wäre auch nicht weiter tragisch, wenn die Auswirkungen falscher Geld- und Finanzweisheiten so harmlos wären wie die Spinat-Eisen-Weisheit. Leider kosten manche Sie neben Zeit und Nerven auch Geld, wenn Sie sie beherzigen und der vermeintlichen »Weisheit« vertrauensvoll folgen.

Aber ist nicht wenigstens ein Funken Wahrheit in allem enthalten? Warum gibt es die Finanz-Weisheiten dann überhaupt? Irgendetwas muss da doch dran sein?

Nun, manche Geld- und Finanzweisheiten entspringen vielleicht der Finanzindustrie selbst, die natürlich ein gewisses Eigeninteresse besitzt (was ja auch okay ist, wenn man es transparent erklären würde und es nicht zum Nachteil anderer wäre). Einem Personal-Trainer kann man auch nicht vorwerfen, dass er/sie gewisse »Trainingsweisheiten« propagiert. Diese müssen ja nicht für jede*n stimmen, sondern bilden nur seine/ihre persönlichen Erfahrungen und Ansichten ab.

Hierzu passen die diversen Worterfindungen, die es mittlerweile bereits in den allgemeinen Sprachschatz geschafft haben, obwohl sie normalerweise niemand in seinem Leben verwendet, wie Altersvorsorge, Rentenlücke, Berufsunfähigkeit usw. Komischerweise dienen solche Begriffe nicht zur normalen menschlichen Kommunikation, sondern nur dazu, ein Finanzprodukt zu kaufen, mit dem man sich vor etwas »schützen« kann …

Zugegeben: Manche Geld- und Finanzweisheiten waren selbst für mich in früheren Zeiten sinnvoll, doch die Zeiten haben sich nun mal geändert – und die Weisheiten sollten es auch tun (machen sie aber nicht selbstständig). Bei den immer stärker manipulierten und Sie manipulierenden Finanzmärkten bräuchte es eigentlich neue Weisheiten – wie etwa die meine:

Retten Sie Ihr Geld, indem Sie es NICHT in die Finanzwelt investieren!

Im Folgenden biete ich Ihnen zu zehn allseits bekannten (oder unbewusst angewandten) Geld- und Finanzweisheiten meine Gegenthesen an, damit Sie selbst für sich entscheiden können, was Sie für richtig(er) halten. Denn genau darum sollte es beim Umgang mit und bei der Anlage von Geld gehen: Sich bewusst seine eigene Meinung zu bilden und dementsprechend auch zu handeln, frei und selbstbestimmt.

TIPP 1: GELD MACHT SIE FINANZIELL NICHT UNABHÄNGIG.

Je mehr Geld man besitzt, desto besser ist es. Mit viel Geld ist man schließlich unabhängig, kann machen, was man will und muss nicht machen, was man nicht will. Vor allen Dingen muss man dann nicht mehr arbeiten und kann sich alle seine Träume und Wünsche erfüllen (und noch viel mehr). So wird es uns jedenfalls suggeriert.

Geld scheint eine Art Allheilmittel zu sein, der heilige Gral des Lebensglücks. Dabei ist Geld, ganz sachlich betrachtet, nur eines: Mittel zum Zweck. Geld ist einzig und allein dazu da, dass wir es ins Leben zurücktauschen – wann und in was, entscheiden nur wir. Wir bestimmen über die Bedeutung des Geldes für uns und damit auch darüber, wie viel wir davon überhaupt benötigen.

Wer zum Beispiel einen »geringen« Lebensstandard hat (im Sinne niedriger monatlicher Kosten und eines sparsamen Lebensstils), der braucht insgesamt weniger Geld als jemand, der sich ein »Luxusleben« leisten möchte. Es gibt also eine Korrelation zwischen Geld und Leben(sglück), wobei jede*r von uns etwas anderes braucht, um glücklich zu sein, um das eigene Leben so zu leben, wie man es sich vorstellt.

Was wäre zum Beispiel, wenn man wirklich »mit wenig zufrieden« wäre und einer Arbeit nachgehen würde, die man liebt und mit der man seinen günstigen Lebensstandard bezahlen könnte? Wäre das nicht wunderbar? In diesem Fall bräuchte man nicht viel Geld und müsste gar nicht finanziell unabhängig sein. Überhaupt: Wann ist man das eigentlich?

Wenn man seinen Lebensunterhalt aus den Erträgen seines Vermögens bestreiten kann, ohne es dabei zu verbrauchen, könnte man sagen.

Das ist in einer relativ zinsbefreiten Zeit nicht ganz einfach, aber auch nicht unmöglich. Hierfür müsste man einfach ausrechnen, wie hoch die Summe sein muss, aus deren Erträgen man seine Kosten tragen könnte. Bei einer Million Euro hätte man bei jährlichen 3 % immerhin 2.500 € monatlich zu Verfügung. Aber: Die 3 % müssen erst einmal jedes Jahr erwirtschaftet werden (nach Geldanlagekosten und Steuern). Und was ist, wenn man in einem Jahr vielleicht 50.000 € verliert, weil die Geldanlage schlecht performt hat und im Jahr darauf weniger monatliches »Gehalt« bekommt? Oder wenn der Lebensstandard mit dem Vermögen steigt und damit die Schein-Unabhängigkeit wieder zunichte macht.

Vielleicht sind diese Unsicherheiten auch der Grund für die Antwort auf die Frage:

Was würden Sie tun, wenn Sie heute eine Million Euro geschenkt bekommen würden?

Viele würden hierauf sicher antworten: Ich würde mir ein paar (kleinere) Wünsche erfüllen und den (größeren) Rest würde ich anlegen.

Glaubt man diversen Umfragen hierzu, würde merkwürdigerweise fast niemand die komplette Million auf den Kopf hauen bzw. ausgeben. Und das, obwohl dieses Geld ja on top ist und ungeplant sowie ungebraucht aus dem Nichts kommt. Warum wollen wir also selbst bei geschenktem Geld einen großen Teil anlegen? Irgendwie ist dieses »Spar-Gen« wohl ein Teil von uns. Wir sparen einfach gern – auch wenn wir meist gar nicht wissen, bis wann und wofür genau.

Daher frage ich Sie lieber etwas anderes:

Was würden Sie an Ihrem Leben ändern, wenn Sie so viel Geld hätten, wie Sie wollen?

Die meisten Menschen, die ich kenne, würden sich dann das eine oder andere leisten. Vielleicht ein (neues) Haus, mehr Reisen, ein paar neue Besitztümer, einen anderen Job machen, bei dem man weniger verdient, aber mehr Spaß hat …

Im Grunde würde Geld das eigene Leben bei den meisten Menschen aber nicht wirklich großartig verändern, denke ich. Und Sie? Würden Sie ein ganz anderes Leben leben? Wenn ja, was würde das dann über Ihr heutiges Leben aussagen, Ihre bisherigen Entscheidungen und ihr Glück?

Warum streben so viele nach der finanziellen Unabhängigkeit und denken, Geld würde sie ihnen ermöglichen? Vielleicht, weil sie einer (falschen?) Weisheit hinterherrennen, die sicher nicht dem Leben selbst entsprungen ist, sondern etwas anderem, dem es mehr dient als uns. Würden Sie Ihr Geld der Finanzindustrie geben in der Hoffnung der automatischen risikolosen Vermehrung, wenn Sie gar nicht finanziell unabhängig werden wollen würden oder wenn Ihnen Geld nicht wichtiger wäre als vieles andere?

Was wäre, wenn Sie Ihre Arbeit lieben und ihr solange nachgehen, wie Sie können? Oder wenn Sie keinen teuren Lebensstil haben? Was würden Sie dann mit Ihrem (nicht gebrauchten) Vermögen machen? Es anlegen, oder?

Bei diesem oftmals unbewussten Streben nach immer mehr Geld und der ersehnten finanziellen Unabhängigkeit oder Freiheit sollten wir vier Dinge nicht vergessen:

1. Geld kostet Lebenszeit.

Die meisten von uns, die keine finanzielle Unabhängigkeit vererbt bekommen, müssen arbeiten, um Geld zu verdienen. Fürs Arbeiten wenden wir Zeit auf: unsere Lebenszeit. Heißt: Je mehr Geld Sie verdienen wollen, desto mehr Lebenszeit müssen Sie dafür investieren. Nicht selten kommt man beim Immer-mehr-Geld-verdienen-und-schaufeln auch in diverse Hamsterräder und bekommt durchs viele Arbeiten kaum etwas vom echten Leben mit (weswegen wir ja eigentlich hier sind, oder?). Müssten wir uns nicht also fragen: Auf wie viel meiner Lebenszeit bin ich wie viele Jahre bereit zu verzichten und wofür? Was genau bringt mir meine (hart erarbeitete) finanzielle Unabhängigkeit, wenn ich den Weg dorthin mit entgangenem Leben(sglück) und vielleicht sogar verschlechterter Gesundheit bezahlt habe? Dann arbeiten Sie etwas, was Sie vielleicht gar nicht lieben, um dafür Geld zu bekommen, das Sie später wieder dafür aufwenden, die durch Ihre Arbeit zerstörte physische oder psychische Gesundheit wiederherzustellen. Macht das wirklich Sinn?

2. Was man hat, das bewahrt man.

In meiner Beobachtung vermögender Menschen habe ich immer wieder festgestellt, dass fast alle große Probleme damit hatten, ihr Vermögen wieder ins Leben zurückzutauschen, es in werthaltige oder möglichst wertsteigernde Besitztümer zu tauschen. Sei es in eigene oder die der Kinder/Enkel durch vorzeitige Schenkungen. Ich habe mich oft gefragt, warum man erst alles dafür unternimmt, um so viel Geld zu besitzen und dann darauf brütet wie eine Henne auf ihren Eiern – in der Hoffnung, sie würden nie schlüpfen, weil sie dann nicht mehr darauf hocken kann. Nicht nur Eltern haben einen Trennungsschmerz, wenn die Kinder flügge werden – auch Anleger*innen würden Ihr »Liebstes« am liebsten ewig bei sich haben.

Warum aber das ganze schier unendliche Geldhorten? Nur für das gute Gefühl, das man sich alles leisten könnte (es aber nicht macht)?

Vielleicht liegt es auch daran, dass wir Menschen uns grundsätzlich nur schwer von etwas trennen können. Gewohnheiten meine ich dabei weniger (für die gilt es aber auch). Ich meine eher das Heer der Besitztümer, das sich in unseren Schränken, Schubladen und sonstigen Verstaumöglichkeiten vor der Entsorgung versteckt. Gleiches gilt für unser Geld. Wir trennen uns so ungern davon, dabei ist es doch dafür gemacht. Wofür sonst haben bereits viele 40 Jahre ein knappes Drittel ihrer Lebenszeit durch Arbeiten in Geld umgetauscht, wenn sie es nicht zurücktauschen in Dinge, die ihnen guttun?

3. Je mehr Geld, desto mehr (Geld-)Sorgen.

Für manche mag dies unlogisch klingen, und es ist ja auch so. Trotzdem weiß ich von vielen Vermögenden, dass ihre Sorgen förmlich mit ihrem Vermögen mitgewachsen sind. Je mehr man hat, desto mehr sorgt man sich davor, dass man es irgendwann nicht mehr hat, es im Wert verliert, ein Crash einen Teil davon wegnimmt (oder die Steuer viel).

Eigentlich auch logisch, denn nur wer etwas hat, kann auch Angst haben, es zu verlieren. Doch ist man wirklich unabhängig, wenn man sich mehr ums (sorgenvolle) Gelderhalten kümmert als ums sorgenfreie Leben? Wie viel Lebenszeit kostet die Beschäftigung mit Finanznachrichten, Anlageklassen, Marktanalysen, Geld-von-hier-nach-da-Transfer, und ist es das alles wirklich wert – vor allem, wenn man das ganze Geld zu Lebzeiten eh nicht ausgibt? Wie viele Stunden im Monat beschäftigen Sie sich mit Wirtschaft, Geld- und Finanzthemen? Mit welchem konkret messbaren Zahlenergebnis (also Geldvermehrung in Euro)? Und was könnten Sie stattdessen tun für Ihr Leben? Mit konkret fühlbarem Glückserlebnis?

4. Genug ist nie genug.

Wissen Sie, was manche Menschen machen, wenn sie die erste Million »auf dem Konto« haben? Sie nehmen die zweite Million in den Blick. Warum, wenn sie anscheinend schon die erste Million nicht wirklich zum Leben brauchen (sonst würden sie diese ja wieder verleben)? Manche geldhamsternde Menschen verhalten sich so, als wäre es das Ziel, einen möglichst hohen Kontoauszug am Lebensende vorzuweisen. Oder die/der Reichste auf dem Friedhof zu werden, wobei die bis zum Todestag erreichte Vermögenssumme ja zum Glück nicht auf dem Grabstein steht (jedenfalls noch nicht).

Von Geld scheinen wir nie genug zu bekommen und horten es teilweise jahre- oder gar jahrzehntelang, ohne es anzurühren und ohne Ziel, nur um Großteile davon an unserem Lebensende zu vererben. Sinn? Fehlanzeige.

Wer ist eigentlich mehr von wem abhängig: Das Geld von uns oder wir vom Geld?

Befinden wir uns vielleicht in einem ewigen unbewussten Dauerlauf zum unerreichbaren Wolkenkuckucksheim? Bedeutet ein unstillbares Geldstreben nicht im Umkehrschluss, dass wir in einem dauerhaften Mangel leben, weil wir nie genug haben, immer mehr brauchen, um endlich glücklich zu sein, uns unabhängig zu fühlen, (finanziell) frei?

Passen wir lieber auf, dass wir auf dem Weg in die gewünschte finanzielle Unabhängigkeit nicht in eine finanzielle Abhängigkeit kommen. Oder noch besser: Machen wir uns möglichst unabhängig vom Streben nach immer mehr Geld und fragen wir uns, was wir brauchen für unser glückliches Leben an Besitz, Konsum und Erlebnissen. Oft ist es weniger, als wir denken (sollen!).

TIPP 2: MIT DER RICHTIGEN GELDANLAGE WERDEN SIE NICHT REICH.

Warum legt man sein Geld überhaupt an?

Merkwürdige Frage, oder? Natürlich legt man sein Geld an, also wenn man etwas übrig hat bzw. es aktuell nicht für sein Leben braucht. Wir sind ja schlaue Sparfüchse, und natürlich legen wir es in Geldanlagen (also Finanzprodukten) an – möglichst gewinnbringend, das versteht sich von selbst. Wo auch sonst!?

Moment mal: Gibt’s nicht auch andere Möglichkeiten, sein Geld anzulegen, als in Finanzprodukten? Klar. Welche? Siehe Tipps 81 bis 100.

Aber warum legen wir unser Geld immer automatisch nur in der Finanzwelt an? Als hätten wir mit ihr eine Art GEZ-Abo, besser GELD-Abo. Dafür gibt es zwei Gründe:

Wir wollen unser Geld sichern (vor Brand und Diebstahl) und denken, die Finanzwelt ist der sicherste Ort dafür (räusper).Wir wollen unser Geld vermehren (lassen), und die Finanzwelt ist der garantiert rendite-fruchtbarste Ort dafür (doppel-räusper).

Ich schätze mal, dass 99 % aller Anleger*innen vor allem wegen Grund Nummer 2 zu einer »professionellen« Geldanlage der Finanzindustrie greifen. Aber: Geht das überhaupt?

Selbst früher in den »guten alten Hochzins-Zeiten«, wo man noch 7 % Zinsen auf seine Spareinlagen erhielt, war das Einspielen der Inflation kein Selbstläufer, weil auch diese oftmals in der Nähe der jeweiligen Zinsen lag (was viele der alten Hochzinsträumer*innen oft vergessen). Aber heute in Zeiten einer schwankenden Nahe-Null- und teilweisen Negativzinswelt mit unkalkulierbaren Finanzmärkten? Wie soll hier eine echte, sichere und dauerhafte Vermehrung funktionieren – erst recht auf längere Sicht, wo’s dann wohl eher eine sichere Geldabnahme, wenn nicht sogar -vernichtung wird?

Genau: Es geht gar nicht.

Auch, wenn dies diverse Finanzanbieter von Geldanlageprodukten versprechen, aber eine automatische, nachhaltige und vor allem risikolose (oder wenigstens arme) Geldvermehrung ist garantiert NICHT möglich. So einfach ist das (leider).

Die Wahrscheinlichkeit, aus den Millionen möglicher Geldanlagen die richtige im richtigen Moment zu kaufen und hierein auch genügend Geld zu investieren, damit sich das Investment auch entsprechend lukrativ vermehren kann, liegt nahe Null. Erschwerend kommt noch hinzu, dass man die Anlage samt der erreichten Gewinne auch rechtzeitig verkaufen muss, denn solange man dies nicht tut, hat man nur einen Buchgewinn. Und der kann schneller wieder weg sein, als die kurze Gewinnfreude währt.

Das Finden des richtigen Verkaufszeitpunkts gehört wohl zu den schwierigsten Aufgaben der Geldanlage. Wer trennt sich schon von etwas, das gerade supergut läuft und großen Gewinn eingefahren hat? Es könnte ja noch so weitergehen (und wir so noch vermögender werden). Selbst Profi-Investoren finden den wirklich perfekten Zeitpunkt zum Verkaufen vielleicht in 0,01 % aller Fälle, weil man ihn vorher natürlich nie kennt. Was man aber weiß ist, dass wir Menschen leider zur Gier neigen. Nicht wenige haben durch dieses Immer-noch-mehr-haben-Wollen schon viel zu viel Geld verloren.

Und selbst wenn man Gewinne einfährt, darf man zwei Dinge nicht vergessen:

Die einmaligen und laufenden Kosten für die Geldanlage-Produkte davon abzuziehen (auch die Finanzproduktanbieter wollen schließlich von etwas leben und das oftmals nicht zu knapp).Die Steuern (der Staat will auch leben).

Rechnet man sich die wirkliche Rendite aus, also die reale Geldvermehrung, die einem die Geldanlage erwirtschaftet hat, erlebt man nicht selten eine böse Überraschung. So wie es Push-Up-BHs gibt, gibt’s halt auch Push-Up-Renditen, die von außen viel versprechen, aber schnell in sich zusammenfallen, wenn man genauer hinsieht. Vorsicht also bei verlockenden Rendite-Versprechen. Nicht jede Geldanlage bringt kontinuierlich Rendite, aber garantiert kontinuierliche Kosten. So gesehen machen Geldanlagen durchaus reich – nur Sie eben nicht. Daher hat die Finanzindustrie auch Interesse daran, dass Sie Ihr Geld möglichst lange anlegen. Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie doch eine Geldanlage finden, die über viele Jahre top performt: Was ist, wenn diese im nächsten Jahr böse abstürzt und die über Jahre mühsam erarbeiteten Gewinne mit sich in den Abgrund reißt? Nur eines bleibt Ihnen dann noch garantiert: Die gezahlten Kosten der Geldanlage.

Geldvermehrung ist kein Naturgesetz. Es gibt auch kein Grundrecht auf Geld(wert)erhalt. Ebenso ist es aber auch kein Muss zu versuchen, sein Geld zu vermehren oder reich zu werden. Es soll sogar möglich sein, sein Lebensglück auch auf geldlosen Wegen zu erreichen – wenn wir sie denn suchen.

Es mag zudem seltsam klingen, aber in Sachen Realrendite waren in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten etliche werthaltige Gegenstände wie Gemälde, Schmuck, Whiskey oder spezielle Sammlerstücke den »klassischen« Geldanlagen teils deutlich überlegen. Im Gegensatz zu einer Menge an »Finanzanlage-Klassikern« besitzen viele reale Werte eben auch einen echten Wert, der manchmal im Alter sogar noch steigt (wie bei uns Menschen hoffentlich auch).

Und falls Sie meinen, dass die Supergeldanlage, die Ihnen der/die »Finanzexpert*in« oder der/die »Anlageberater*in« vorstellt, wirklich eine ist: Wenn Sie selbst eine Supergeldanlage anbieten würden: Würden Sie diese jemand Fremdem anbieten und nicht eher Ihren Freund*innen (oder sie selbst nutzen)? Wenn Sie die Lottozahlen vom Wochenende kennen würden, würden Sie diese doch auch nicht im Internet veröffentlichen, oder?

TIPP 3: GELDANLAGEN SCHÜTZEN IHR GELD NICHT VOR DER INFLATION.

Es gibt viele gruselige Gespenster: die Inflation zum Beispiel. Sie treibt seit Ewigkeiten ihr Unwesen in der Finanzwelt. So auch jetzt wieder und diesmal – ganz real – nicht zu knapp. Und was machen Gespenster? Sie jagen anderen Angst ein. Ihnen zum Beispiel als Anleger*in. Das Inflations-Gespenst macht Ihnen Angst, dass es Ihr Geld entwertet und Sie sich dadurch weniger kaufen, vielleicht sogar Ihren Lebensstandard nicht mehr halten können, weil Vieles einfach zu teuer geworden ist.

Eine gruselige Vorstellung, die wir derzeit live miterleben »dürfen«.

Wie gut, dass es jemanden gibt, der alle Inflations-Geister verjagt und Ihr Geld vor dem Entwertungs-Spuk schützt. Einen wahren Superhelden: die Finanzindustrie!

Okay, ein zugegeben etwas übertriebener Vergleich, aber durchaus passend, denn es ist auch eine Übertreibung (eine maßlose sogar), dass der Finanz-Superheld Ihr Geld vor der Inflation schützt. Das geht nämlich aus zwei Gründen gar nicht:

1. Niemand kann »die« Inflation vorhersagen, auch nicht, auf welche Produkte oder Produktklassen sie sich wie stark niederschlägt (und ob überhaupt).

Wenn niemand weiß, wie hoch die Inflationsrate zukünftig sein wird: Wie will man Sie bzw. Ihr Geld dann davor schützen? Es ist nämlich ein großer Unterschied, ob die Inflation 2 % beträgt, 10 % oder 50 %. Wenn ich Ihnen anbiete, Sie vor dem Regen zu schützen, ist es für mich elementar, ob es leichten Nieselregen gibt (und mir ein Regenschirm reicht, unter dem Sie Platz finden) oder orkanartiger Starkregen droht (bei dem ich eher einen Schutzraum für Sie bräuchte).

Suggerieren Geldanlageprodukte, dass diese Ihr Geld vor der Inflation schützen, lügen sie einfach zweifach dreist. Erstens entwertet die Inflation Ihr Geld, ob Sie oder die Geldanlage das wollen oder nicht. Zweitens kann eine Geldanlage den finanziellen Schaden (Geldwertverlust) höchstens kompensieren, indem sie genau so viel (Nachkosten- und Nachsteuer-)Rendite erwirtschaftet wie die jeweilige jährliche Inflationsrate. Liegt diese beispielsweise bei 4 %, muss eine Geldanlage deutlich mehr Rendite erwirtschaften und dafür höhere Risiken eingehen, um überhaupt eine Chance zu haben, den Inflationsverlust Ihres Geldes auszugleichen, als bei angenommenen 2 % Inflation. Aber wer kann das heute wissen?

Niemand.

Und was ist, wenn die Inflation deutlich höher liegt? Wo gibt’s dann eine sichere 10-, 20- oder 50-prozentige Anlage (nach Kosten und Steuern)?

Übrigens: Selbst die Notenbanken, die mit ihrer Geldpolitik ja den größten Einfluss auf die Inflationsrate haben (sollen), mussten schon eingestehen, dass auch sie nicht wissen, wie man die Inflation sicher in den Griff bekommt, wie ein einflussreicher Notenbanker einmal in einer schwachen (ehrlichen) Minute zugab.

2. Den wahren Wertverlust Ihres Geldes kann keine Geldanlage erhalten, selbst wenn sie genauso viel Realrendite erwirtschaften würde wie die Inflationsrate.

Hä!? Aber dann ist mein Geldwertverlust doch ausgeglichen. Sagen Sie vielleicht. Mag sein, aber muss auch nicht sein, denn »die« Inflation gibt es gar nicht. Okay, natürlich gibt es eine Inflationsrate, aber diese wird ermittelt durch einen sogenannten Warenkorb mit rund 650 Gütern und ca. 300.000 Preisen. Und je nachdem, wie sich die Preise dieser Güter entwickeln, verändert sich eben die »Standard-Inflationsrate«. Welche Güter hier enthalten sind und wie sie gewichtet werden, entscheidet das Statistische Bundesamt.

Da ich nicht davon ausgehe, dass Sie alle der enthaltenen 650 Güter besitzen, geschweige diese permanent neu kaufen, bringt Ihnen diese globale Inflationsrate persönlich schon einmal rein gar nichts. Denn das hierin abgebildete scheinbare »Standardleben«, bzw. die Preisentwicklung der ausgewählten Güter hat wenig mit Ihrem Leben und Ihren Ausgaben zu tun. Oft fast gar nichts.

Warum ist das so wichtig? Weil gestiegene Preise nur dann wichtig sind für Sie und den Wert Ihres Geldes, wenn Sie diese auch zahlen müssen. Wenn sich beispielsweise Avocados verteuern, Sie aber gar keine kaufen, weil die Ihnen zu grün sind, und sich gleichzeitig Fernseher vergünstigen, bei denen Sie gern öfter mal zuschlagen, dann haben Sie – zumindest bei diesen zwei Gütern – sogar eine GeldAUFwertung, weil Sie für das gleiche Geld mehr Fernseher bekommen.

Entscheidend ist also immer, INWAS Sie Ihr Geld tauschen, also was Sie davon kaufen. Auf Ihre individuelle Inflationsrate haben Sie einen direkten Einfluss. Sie bestimmen sie sogar zu einem nicht unerheblichen Teil selbst. Wenn diese jetzt zum Beispiel bei 10 % liegt, KÖNNTE es Sinn machen, nach Möglichkeiten zu suchen, sein Geld im Wert zu erhalten (oder man ändert sein Konsumverhalten bzw. lebt damit, dass manches eben teurer wird). Aber ein Problem würde auch das nicht lösen: Wissen Sie, was genau Sie nächstes Jahr wie oft kaufen werden (und was es dann kostet)?

Wenn ja, dann sind Sie ein/eine Hellseher*in und wissen dann auch, welche Geldanlagen sich in welchem Zeitraum am besten entwickeln werden. In diesem Fall schlagen Sie kräftig zu bei den aus der Zukunft rückblickend gesehenen gut gelaufenen Anlagen! Aber wenn nicht, lassen Sie sich vom Inflations-Gespenst nicht ängstigen und sich hierdurch nicht zu scheinbar hiervor schützenden Geldanlagen verführen. Man glaubt es kaum, aber es gab auch früher hohe Inflationsraten, in den 70ern beispielsweise über 7 %. Noch früher sogar erschreckend viel mehr (bei der Hyperinflation), doch historische Vergleiche helfen uns heute nicht wirklich weiter, weil man Zeiten und Systeme vergleicht, die unvergleichbar sind.

Die Inflation ist und bleibt eine ideale Möglichkeit, um unsichere Anleger*innen (Sie ab heute hoffentlich nicht mehr) mit ihrem Geld zu ködern. Denn was der Speck für Mäuse ist, das ist die Inflations-Angstmacherei für Anleger*innen: eine todsichere Fangmethode!

Glauben Sie, irgendein*e Kund*in hat jemals nachgerechnet, ob die Geldanlage, in die man aus »Inflationsschutzgründen« investiert hat, im Nachgang auch wirklich gehalten hat, was sie versprach? Ich kenne keine*n.

Ist die Inflation also egal? Nein, denn sie bestimmt mit darüber, wie viel wir uns von was für wie viel Geld leisten können oder wie viel Geld wir mehr erarbeiten müssen, um uns das Gleiche wie vorher kaufen zu können. Aber niemand kann der Inflation entkommen, nur entscheiden, wie sie/er damit bestmöglich umgeht.

Vielleicht erleben wir sogar wieder Zeiten, in denen das Geld nach einer gewissen Zeit, in der man es in Umlauf brachte, nichts mehr wert ist. Könige nutzten diesen Trick, der als Verwerfung des Geldes in die Geschichtsbücher einging, um ihr Volk dazu zu zwingen, das Geld auszugeben. Ein einfacher sehr effektiver Trick zum Machterhalt, wenn immer wieder neues Geld entsteht, das schon bald seinen Wert verliert. Mal sehen, was die zukünftige digitale Geldwelt noch für Verwerfungen mit sich bringen wird. In jedem Fall ist es gut, sich so unabhängig wie es eben möglich ist von externen Entwicklungen zu machen. Tipps hierzu finden Sie in den Kapiteln 9 und 10.

TIPP 4: GELDANLAGEN SCHÜTZEN SIE NICHT VOR DEM GROSSEN CRASH UND AUCH NICHT VOR DER NÄCHSTEN KRISE.

Das nächste Finanz-Gespenst, das regelmäßig durch die Finanzwelt geschickt wird, ist sozusagen der Ober-Geist, der Endgegner vieler Anleger*innen: der große CRASH!

Crash! Was für ein gewaltiges Wort. Es suggeriert den totalen Zusammenbruch, verheerende Schäden und klingt wie eine Naturkatastrophe, die plötzlich und unerwartet mit all ihrer Gewalt über einen hineinbricht und zum Geldtod führt, vielleicht sogar zum totalen Finanz-Exitus.

Zack, und schon ist sie wieder da, unsere Urangst zu sterben. Nur betrifft sie diesmal »nur« unser Geld, aber auch das reicht, damit bei uns die Alarmglocken schrillen und wir wild herumrennen wie kopflose Hühner, hoffend auf irgendeine Hilfe.

Kein Wunder, dass jeder, der laut genug Alarm läutet, damit sofort unsere Urangst weckt und sofort unsere Aufmerksamkeit erhält (und auch zu oft unser Geld). Immer in der Hoffnung, der Alarmist würde uns nicht nur rechtzeitig vor dem Eintreffen des Crashs warnen, sondern würde unser Vermögen auch noch in Sicherheit bringen und vor dem Untergang bewahren.

Aber die Finanzindustrie ist nicht Noah und rettet Auserwählte mit einer sturmfesten Anlagen-Arche, weil es diese schlichtweg nicht gibt.

Auch für Finanz-Angst-Macher gilt »Bad news are good news«, weil sich schlechte Nachrichten nicht nur immer besser verkaufen, sondern man mit ihnen auch besser verkaufen kann. Wie anziehend Schlechtes ist, sehen wir selbst an unserem Medienkonsumverhalten oder auf der Autobahn, wenn sich auf der Gegenseite ein Unfall ereignet und es sich auf unserer Seite staut. Wo’s kracht und kriselt, schauen wir hin.

Dabei gilt es zwei gute Gründe, sich keine Crash-Angst machen zu lassen und einen Super-Tipp, wie man sein Geld GARANTIERT vor dem Crash schützt.

1. Niemand weiß, ob überhaupt ein oder DER Crash kommt.

Obwohl ich nicht zu den sogenannten Crash-Propheten gehöre, möchte ich niemandem von diesen eine böse Absicht unterstellen, dass er/sie mit der Angst der Anleger*innen bewusst einfach nur Aufmerksamkeit machen will (und im Anschluss meist ihr Geld). Ich weiß ja aus eigener Erfahrung, dass, wenn man zu tief in die Finanzwelt eintaucht, einem immer wieder aufs Neue die Luft wegbleibt, was dort in den dunklen Untiefen so alles an real existierenden Gefahren lauert. Es gibt reichlich gute Gründe, warum es irgendwann – vielleicht auch so richtig – crashen könnte (siehe auch die Tipps 21 bis 30). Es hat in der Finanzwelt aber schon immer gekracht und dies wird sich zukünftig sicherlich nicht ändern. Vielleicht kracht es zukünftig noch lauter und heftiger als jemals zuvor. Mag sein. Oder auch nicht.

Ob’s überhaupt kracht und wenn ja, wann, wo, wie stark und wie lang, weiß niemand und das kann auch nicht vorhergesagt werden. Auch nicht von Finanzexpert*innen. Angst vor etwas zu haben, das vielleicht unter nicht kalkulierbaren Umständen kommen könnte, macht daher keinen Sinn.

2. Keine Geldanlage kann Ihr Geld VOR und auch nicht IN einem Crash schützen.

Selbst wenn Sie (wie ich) daran glauben, dass dieser ganze Finanz-Wahnsinn nicht mehr lange gut gehen kann: Es gibt davor keinen Schutz, zumindest nicht in der Finanzwelt. Keine Geldanlage der Welt kann Ihr Geld wirklich vor einem Crash schützen bzw. es sicher durch einen solchen bringen, auch wenn manche genau hiermit werben. Ebenso wenig können – zumindest wir Privatanleger*innen – vor einem Crash entkommen.

Wenn’s crasht, dann crasht’s. Da niemand weiß, wann, wo, wie hart und wie lange, kann auch niemand einen Schutzschirm dafür aufspannen. Es macht nämlich einen Unterschied, ob zum Beispiel »nur« die Aktienmärkte crashen, Unternehmens- oder Staatsanleihen oder einfach alles (was beim richtig großen Crash am wahrscheinlichsten ist). Aber selbst wenn man von einem Totalausfall ausgeht: Wie groß muss der Schutzschirm dann sein, den EINE Geldanlage über ALLE Anlageklassen spannen will? Und die Kardinalfrage: In was investiert sie dann überhaupt noch? Wo ist der sichere Hafen, wenn alles unter Wasser steht?

Manche »Crash-Vorsorge-Fonds« nutzen hierfür zum »Schutz« verstärkt Absicherungen, das heißt, sie verkaufen ihre Positionen, wenn gewisse Anlagen unter eine vorgegebene Grenze fallen. Und dann? Dann liegt das Geld dort, wo auch das meiste Geld der Deutschen heute schon liegt: auf dem sogenannten Geldmarkt, also auf Girokonten und Tages-/Festgeldern. Oder Sie sichern gekaufte Werte mit Gegenwetten (Optionen/Futures) ab, die mögliche eintretende Verluste kompensieren. Klingt komplex und ist es auch. Und vor allem ist es noch etwas: auf Dauer teuer. Denn: Sicherheit kostet nun einmal immer die Möglichkeit auf mehr Rendite (und immer Geld).

Wer beim Fußball viele Tore schießen möchte, der wird in der Abwehr offener sein und mehr Risiko eingehen. Aber da manche Anleger*innen ihr Geld ja »nur« vor dem Crash sichern wollen, scheint es ihnen zu reichen, wenn ihr Geld einfach nicht weniger wird. Es genügt ihnen, wenn vor dem Tor ein Bus steht, der alles aufhält, was da auf einen (und das eigene Geld) zukommt. Nur frage ich mich dann: Warum lassen Sie Ihr Geld dann nicht gleich auf dem Girokonto/Geldmarkt liegen, wenn die »Profis« es im Crashfall auch dorthin packen (dann aber ggf. mit schon bezahlten Gebühren und bereits eingefahrenen Verlusten, weil niemand den richtigen Zeitpunkt zum Verkaufen findet – erst recht nicht, weil ein Crash meist unerwartet und plötzlich kommt)?

Weil man dann natürlich im Falle steigender Märkte keine Rendite mitnimmt, mögen viele sagen. Stimmt, aber man sollte sich schon entscheiden: Glaubt man nun an den Crash oder an den Aufschwung? Beides ist auf Dauer nicht miteinander zu vereinbaren, wenn man seine grundsätzliche Anlagestrategie nicht auch laufend anpasst, was wiederum ganz andere Probleme mit sich bringt. Wer an den Crash glaubt und Sicherheit für sein Geld sucht, dem lege ich eine – zugegeben fiese, aber im Kern treffende – Analogie ans Portemonnaie:

Angenommen, Sie besäßen 10.000 € und hätten Angst, dass man sie Ihnen klaut. Sie beauftragen die auf Schutz spezialisierte Firma M.A.F.I.A, die für die Sicherheit Ihres Geldes sorgt, und bezahlen für diesen Schutzservice 1.000 € pro Jahr. Das hieße, dass Ihr Geld in zehn Jahren durch die gezahlte Schutzgebühr zwar weg, aber in dieser Zeit zumindest immer gut beschützt wäre. Eine gute Idee?

Ähnlich verhält es sich mit »Crash-Geldanlageprodukten«, wenn ihr »Schutz« auch deutlich günstiger ist als in meinem M.A.F.I.A.-Beispiel. Trotzdem kostet Sie diese »Dienstleistung« Geld und das in Relation zur (nicht garantierbaren!) Leistung zu viel aus meiner Sicht. Über die Jahre kann da schon eine ordentliche Schutzgebühr zusammenkommen, die mehr Gebühr ist als Schutz (denn so ein Crash lässt manchmal ganz schön auf sich warten) und Warten kostet in diesem Fall Geld in Form von Kosten und entgangenen Renditen. Ihr Geld!

So hart es klingt: Wer sein Geld in der Finanzwelt anlegt, nimmt damit IMMER das Risiko in Kauf, Geld zu verlieren. Das Einzige, was man versuchen kann, ist, den sichersten Ort unter den unsicheren im Crash-Fall zu finden, also wo man im Vergleich zu allen anderen am wenigsten verliert. Klingt aber auch nicht wirklich faszinierend, oder?

Zumal dies auch keine leichte Aufgabe ist. Es ist ungefähr so, als ob man den sichersten Ort am Meer entlang einer Küste wählen sollte, der im Tsunami-Fall am wenigsten betroffen sein wird.

Okay, eine Möglichkeit gibt es natürlich dann doch, um sein Geld bestmöglich durch den Crash zu bringen. Man macht einfach das, was die »Großen«, also zum Beispiel die Hedgefonds, auch machen: Man geht gar nicht erst das Risiko ein, irgendwelche Werte zu kaufen, die fallen könnten. Man setzt sein Geld einfach direkt auf fallende Kurse (unfassbar, dass so etwas noch erlaubt ist!). Dann vermehrt man sein Geld im Crashfall sogar um ein Mehrfaches. Sensationell, oder? Hedgefonds leben davon und ihnen ist egal, ob die Kurse hoch oder runter gehen, weil sie in jedem Fall verdienen (im Gegensatz zu Ihnen).

Und jetzt endlich der Supertipp zum Crash-Schutz, nachdem Sie das Buch eigentlich zuklappen könnten, weil alles damit gesagt ist:

Schützen Sie Ihr Geld SELBST vor dem Crash.

Am besten geht das so:

Wenn Sie kein Geld in die Finanzwelt investieren, brauchen Sie auch keine Angst vor einem Crash zu haben.

Was das jetzt konkret heißt? Wo und wie man sein Geld außer in der Finanzwelt sonst investieren kann, um sicher vor einem Crash zu sein?

Okay, dazu müssen Sie dann doch weiterlesen …

TIPP 5: TEILEN SIE IHR VERMÖGEN NICHT IN MÖGLICHST VIELE ANLAGEKLASSEN AUF.

»Legen Sie nicht alle Eier in einen Korb!« – Was nach einem Einkaufstipp auf dem Bauernhof klingt, ist einer der wohl am weitest verbreiteten »Tipps« in der Finanzwelt, der in bankisch übersetzt heißt: »Legen Sie Ihr Geld nicht in einer einzigen Geldanlage an, sondern teilen Sie Ihr Vermögen auf mehrere Anlageklassen auf.«

Hierbei sind sich selbst die »Finanzexpert*innen« einig, die sonst komplett gegenteiliger Meinung sind. Aus zwei banalen Gründen:

1. Niemand weiß, welche Anlageklassen sich wie entwickeln werden.

Es tut mir leid, wenn ich Sie langweile, aber es ist nun mal so und man kann es sich nicht oft genug vergegenwärtigen: Wenn ALLENICHT wissen, was kommt, können alle auch nur eines tun: schätzen. Und schätzen können Sie auch. Oder meinen Sie, »Finanzexpert*innen« können besser schätzen? Dann lassen Sie sich von den Tipps 11 bis 18 überraschen.

2. So gehen Sie IMMER auf Nummer sicher (und gleichzeitig auf Nummer unsicher).

Wenn Sie einen Wetterexperten vor dem Schlafengehen fragen, ob Sie für morgen lieber eine kurze Hose rauslegen sollten, eine Dreiviertel- oder doch eine dicke Winterhose, und der Ihnen sagen würde: »Am besten legen Sie alle drei raus. Man weiß ja nie, wie das Wetter genau wird«, was würden Sie dann denken?

Vielleicht denken Sie: Was frage ich den eigentlich, wenn der mir keinen richtigen Rat geben kann? Der ist doch schließlich der Wetterexperte. Toller Tipp … Alles rauslegen, also darauf wäre ich auch allein gekommen.

Genau. Mit solchen Tipps macht man nichts wirklich verkehrt, aber auch nichts wirklich richtig. Man hätte es sich auch sparen können.

Gleiches gilt bei der Vermögensstrukturierung. Natürlich reduziert man (theoretisch) mögliche Risiken, wenn man sein Geld auf mehrere Anlageklassen verteilt, ja. Und man erhöht (theoretisch) auch seine Chancen, weil es einfach mehr Gewinnmöglichkeiten gibt, ja. Aber ist die entscheidende Frage nicht vielmehr:

Wie sinnvoll ist es, sein Geld aufzuteilen, wenn alles, worin ich es investiere, die falsche Entscheidung sein könnte?