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Die Europäische Union will ein historisch einzigartiges und vorbildliches System der Regierungsherrschaft darstellen. Doch mit ihrer Geld-, Steuer- und Subventionspolitik entsteht eine gigantische staatliche Planwirtschaft, die sämtliche Lebensbereiche des Bürgers kleinteiligst erfasst und sich bei alledem auch noch zunehmend außerhalb des Rechts bewegt. Der edelste Gedanke Europas, die Würde des einzelnen Menschen unverbrüchlich zu respektieren, droht in Vergessenheit zu geraten. Nach einer langen Periode intellektueller, wirtschaftlicher und politischer Freiheitsgewinne scheint auch die Bereitschaft der Bürger erlahmt, sich weiter effektiv für ihre Rechte zu engagieren. Carlos A. Gebauer entzaubert das politische und bürokratische Monster aus Brüssel und plädiert für eine zügige Rückbesinnung auf dezentrale, subsidiäre Selbstverantwortung und – vor allem – auf das Recht.
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Seitenzahl: 294
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Für F.M.C.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen:
1. Auflage 2015
© 2015 by FinanzBuch Verlag,
ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Lektorat: Leonie Zimmermann
Umschlaggestaltung: Pamela Machleidt
Umschlagabbildung: unter Verwendung von shutterstock- und Fotolia-Bildern
Satz: EDV-Fotosatz Huber/Verlagsservice G. Pfeifer, Germering
Druck: CPI books GmbH, Leck
Printed in Germany
ISBN Print 978-3-89879-846-4
ISBN E-Book (PDF) 978-3-86248-369-3
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86248-372-3
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
www.finanzbuchverlag.de
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Einleitung
Hauptteil
Kapitel 1: Die Prinzipien und Elemente von Herrschaft
I.) Philosophiegeschichtliche Anfänge
II.) Theologische Wurzeln der Herrschaft
III.) Der naturwissenschaftliche Entwicklungsgang
IV.) Geistesgeschichtliche Dimensionen
V.) Rechtsgeschichtliche Anmerkungen
VI.) Rechtsmethodische Herrschaftskomponenten
VII.) Anthropologische Zwischenbemerkung
VIII.) Polizei und Militär
IX.) Herrschaft durch Steuern
X.) Herrschaft durch Geldpolitik
XI.) Herrschaft durch Lenkung des (Akzeptanz-)Denkens
XII.) Verwirren statt Überzeugen
Kapitel 2: Ein empirischer Blick auf das Herrschaftskonstrukt namens EU
I.) Kleine Geschichte der EU
II.) Die derzeitigen Institutionen und ihre Befugnisse
III.) Die Diskussion um Europa und die EU in den konträren Bewertungen
Kapitel 3: Wege zu einer gedeihlichen Union für Europa
I.) Abschied von der Illusion namens »Weltinnenpolitik«
II.) Plädoyer für eine Rückbesinnung auf das Zivilrecht
III.) Resümee
Anhang
Biedermann und die Euro-Brandstifter
Rettet Europa vor der EU! Warum jetzt die wahren Europäer gefordert sind
Richterrecht in politikverliebten Zeiten. Über das Verfassungsgerichtsurteil zum ESM vom 12. September 2012
Der Sargnagel der Europäischen Union. Protokoll einer völkerrechtlichen Selbsttötung
Postnukleares Befriedungsprojekt namens Euro Zwischen den Kriegen?
Über den Autor
Anmerkungen
Stichwortverzeichnis
Lesetipps
Ich danke Nihada Pilav, Barbara Warner und Henning Lindhoff
für die ebenso selbstlose wie vielgestaltige Unterstützung
bei der Niederschrift.
Nach verbreiteter Auffassung stellt die Europäische Union ein historisch einzigartiges System der Regierungsherrschaft dar. Das Selbstverständnis ihrer Akteure geht auch ohne jeden Zweifel dahin, Macht über Menschen ausüben zu wollen. Wer die EU demnach nicht nur an ihrer rhetorischen Oberfläche als »Raum der Sicherheit, der Freiheit und des Rechts« betrachten möchte, sondern ihre Grundlagen und Mechanismen tiefer erfassen will, der muss sich zunächst ganz grundsätzlich mit der Frage nach Herrschaft an sich auseinandersetzen. Er muss fragen: Was ist Herrschaft? Wie funktioniert sie? Was rechtfertigt sie?
Wenn – wie man sagt – das wesentlich legitimierende Element der EU eine Demokratie ist: Wie kann sie gelingen? Welche Gefahren drohen für sie und welche von ihr? Ist es einer staatsartigen Organisation überhaupt möglich, in tatsächlich demokratischer Weise über Millionen von Menschen zu herrschen, die allesamt teils Tausende und (angesichts der Einbeziehung von Gebieten in Übersee) Zehntausende Kilometer voneinander entfernt in unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Sprachen leben?
Sollte eine detaillierte Betrachtung dieser Grundlagen zu der Erkenntnis führen, dass eine einheitliche Regierungsorganisation für eine befriedigende Bewältigung all der vielen Aufgaben absehbar überhaupt nicht geeignet ist, dann wäre wohl anschließend zu fragen: Schadet das Projekt EU den Regierten zuletzt möglicherweise mehr, als dass es ihnen nutzt? In diesem Falle bestünde unter Umständen Anlass, das bislang errichtete System der EU-Regierungsherrschaft zügig zu modifizieren, um jedenfalls das zu erhalten, was uns Europäern lieb und teuer ist. Unser einzigartiges, naturschönes, geschichtsbewusstes, sprachvielfältiges, politisch zerklüftetes, Individuen achtendes, kulturmächtiges und wohlhabendes Europa.
In der bisherigen Literatur über die EU dominieren im Wesentlichen zwei Strömungen. Die eine Strömung ist geprägt von dem Versuch, die glücksbringenden, heilsversprechenden und friedenstiftenden Dimensionen des politischen Plans mit dem Namen »EU« hervorzuheben und zu lobpreisen. Die zweite Strömung hingegen befasst sich skeptisch mit den konkreten Institutionen der EU und kritisiert, zunehmend unüberhörbar, ihre mangelhaften Funktionsweisen in unterschiedlichster Gestalt.
Mit der hier vorgelegten Darstellung soll der Versuch unternommen werden, der EU auf einem davon abweichenden Weg näherzutreten. Diese Annäherung erfolgt aus der Perspektive eines deutschen Betrachters. Zwar wäre wünschenswert, einen Blick auf die Europäische Union werfen zu können, der die derzeit 28 verschiedenen mitgliedstaatlichen Betrachtungswinkel allesamt miteinbezieht. Aus naheliegenden Gründen ist es aber unmöglich, einen derart allumfassenden Blick auf das Phänomen »EU« haben zu können. Ein Betrachter mag sich in einem, zwei oder vielleicht drei Ländern halbwegs persönlich zu Hause fühlen. Einen Beobachter hingegen, der ein Vertrautsein mit allen 28 Mitgliedstaaten für sich reklamieren könnte, wird es schon rein faktisch nicht geben. Ausgangspunkt aller hiesigen Überlegungen ist daher stets der Blick aus Deutschland.
In einem ersten Schritt werden zunächst – so knapp wie möglich, aber auch so ausführlich wie nötig – die wesentlichen Prinzipien von Macht bzw. die grundlegenden Elemente von Herrschaft in Europa teils abstrakt, teils historisch hergeleitet. In einem zweiten Schritt wird anhand eines konkreten Blicks auf die aktuelle Gestalt der EU untersucht, inwieweit dieses Herrschaftskonstrukt überhaupt in der Lage ist (und sein kann), Herrschaft legitim, akzeptabel und gedeihlich auszuüben. In einem dritten und letzten Schritt wird dann die Frage erörtert, welche andere Richtung bei allem denkbar erscheint, um die EU wieder in eine Gestalt zu bringen, in der sie dauerhaft irgendeine legitime Herrschaft im Sinne der bislang erzielten rechtlichen Fortschritte nach europäischer Tradition ausüben könnte.
Klar muss sein, dass die einzelnen Bestandteile dieser äußerst gedrungenen Beschreibung nur einen groben kursorischen und ersten Überblick verschaffenden Parforceritt quer durch das Thema darstellen können. Wenn die vorgestellten Hinweise und genannten Stichworte dem Leser Anlass und thematische Hilfestellung geben, anschließend an anderen Stellen gezielter und vertiefter nach eigenen Antworten zu suchen, wäre der Zweck dieses Buches erreicht. Warum nämlich habe ich dieses Buch überhaupt geschrieben? Weil ich glaube, dass man – in jedem Falle als Jurist – zu schlechten Gesetzen nicht einfach schweigen darf. Und weil ich überzeugt bin, dass jener Traum von einem friedlichen Europa gegen Unrecht und Machtgier verteidigt werden muss.
»Als unabhängiger Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten hat der Rechtsanwalt seine Mandanten … gegen verfassungswidrige Beeinträchtigung und staatliche Machtüberschreitung zu sichern.«
§ 1 Absatz 3 der Berufsordnung für deutsche Rechtsanwälte
Wer Herrschaftsstrukturen beschreiben und kritisieren möchte, der ist – wenn er systematisch vorgehen will – gezwungen, zunächst die Frage zu stellen: Was überhaupt ist Herrschaft? Welches sind die zentralen kulturellen Grundlagen von Herrschaft, namentlich in Europa? Der Kritik voranzugehen hat also eine Begriffsklärung. Es muss ermittelt werden, was den einen legitimiert, dem anderen verbindlich zu sagen, was dieser richtigerweise zu tun habe. Eine solche Herrschaftsstruktur steht nicht im luftleeren Raum. Sie ist vielmehr – wie zu zeigen sein wird – über einen langen Zeitraum historisch gewachsen und kulturell verfeinert. Nur aus dem Kontext dieser Zusammenhänge lässt sich zuletzt erfassen, welches die wesentlichen Funktionsweisen von Herrschaft sind und warum sie im aktuellen Zustand der EU Kritik verdienen.
Vor rund 2500 Jahren, also um 500 v. Chr., lebten eine Vielzahl kluger griechischer Philosophen in einem Landstrich, der heute zum äußersten Westen der Türkei gehört. An jener Stelle in Kleinasien entstand das Denken dieser Männer, die wir heute die ersten Naturphilosophen nennen. Die Art, wie sie die Welt erkannten und wie sie sich deren Zusammenhänge erklärten, gab dem europäischen Denken in einer nicht zu unterschätzenden Weise die grundlegende Richtung.
Was aus heutiger Sicht leicht wirkt wie eine halbintellektuelle Pseudowissenschaft, welche die Mitglieder eines Esoterik-Workshops an einem Wochenende miteinander betreiben mögen, war im Ursprung eine durchaus beeindruckende und in sich schlüssige Überlegung. Beim Nachdenken über die mutmaßlichen Anfänge der Welt spekulierten diese Naturphilosophen nämlich nicht nur über die Frage, woher die Welt und der Mensch komme, wo ihre eigenen Ursprünge lägen und ob es einen Gott gebe, der die Welt geschaffen habe, sondern insbesondere über die – wie sie es nannten – ursprünglichen Elemente der Welt. Sie stritten darüber, was der erste Anfang, die Arché, der Welt gewesen sei: Erde, Wasser, Luft oder Feuer?
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