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Mit dem Reverse Factoring steht Unternehmen ein neuartiges Finanzierungsinstrument der Einkaufsfinanzierung zur Verfügung, das sich zunehmender Beliebtheit im In- und Ausland erfreut. Als Instrument der Supply Chain Finance bildet es das Bindeglied zwischen Lieferant*innen und Käufer*innen. Trotz der zahlreichen Vorteile des Reverse Factorings ist das Schrifttum zum Reverse Factoring noch stark fragmentiert: Es verwundert, wieso es sich bisher nur rudimentär mit der rechtlichen Ausgestaltung des Reverse Factorings beschäftigt hat. Musterverträge, wie sie für das "klassische" Factoring in großer Anzahl vorliegen, sind für das Reverse Factoring bisher nicht vorhanden. Dies gilt auch für den Einsatz des Reverse Factorings im Außenhandelsgeschäft. Diese Unbestimmtheit trägt dazu bei, dass viele Parteien auf den Einsatz des Reverse Factorings verzichten und sich damit der Vorteile dieses neuen Finanzierungsinstruments berauben. Das vorliegende Werk nimmt sich dieser Unbestimmtheit an. Es stellt nicht nur ausführlich die rechtliche Ausgestaltung des Reverse Factorings dar, sondern ermittelt mit einer neu entwickelten Methode die effiziente vertragliche Ausgestaltung des Reverse Factorings für die am Reverse-Factoring-Geschäft beteiligten Parteien (Lieferant*innen, Factor, Käufer*innen). Die Untersuchung gibt den Parteien Handlungsempfehlungen, inklusive der Nennung von Vertragsklauseln, wie sie das Reverse Factoring im nationalen Geschäft, aber auch im Außenhandelsgeschäft vertraglich ausgestalten sollten. Auch zeigt das Werk die Vorteile des Reverse Factorings gegenüber vergleichswürdigen Finanzierungsinstrumenten (u. a. Finetrading, Standard-Factoring, Forfaitierung, AGB-Finanzierung, Wechselgeschäft) auf. Der Titel in Kürze: -Funktionsweise des Reverse Factorings -Rechtliche Einordnung des Reverse Factorings -Diskussion der aufsichtsrechtlichen Behandlung des Reverse Factors -Ermittlung der effizienten vertraglichen Ausgestaltung des Reverse Factorings, inkl. der Nennung von Vertragsklauseln -Ermittlung der Effizienzvorteile des Reverse Factorings gegenüber anderen Finanzierungsinstrumenten -Entwicklung einer neuen Analysemethode zur praxisnahen Ermittlung der vertraglichen und ökonomischen Effizienz
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Seitenzahl: 691
Veröffentlichungsjahr: 2022
Christoph Lüke
Fachmedien Recht und Wirtschaft | dfv Mediengruppe | Frankfurt am Main
Zugl.: Paderborn, Univ., Diss., 2022 Alle im Buch verwendeten Begriffe verstehen sich geschlechterneutral. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet – entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN ISBN 978-3-8005-1850-0
© 2022 Deutscher Fachverlag GmbH, Fachmedien Recht und Wirtschaft, Frankfurt am Mainwww.ruw.de Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
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Meinen Eltern
Bernhild und Heinz Lüke
Die Schriftenreihe „RECHT UND WIRTSCHAFT IN EUROPA“ informiert über aktuelle Fragestellungen der Wirtschaft, Finanzierung und des Handels und deren normative Voraussetzungen und Bedingungen im europäischen Wirtschaftsraum. Damit bietet die Schriftenreihe eine interdisziplinäre, zeit- und praxisgemäße Analyse ökonomisch/juristischer Themen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten.
Prof. Dr. Dieter Krimphove
Mit dem Reverse Factoring steht Unternehmen ein neuartiges Finanzierungsinstrument der Einkaufsfinanzierung zur Verfügung, das sich in der Praxis zunehmender Beliebtheit im In- und Ausland erfreut. Die Unternehmen Volvo, Scania, Caterpillar, Philips, Walmart, Siemens, Boeing und Rolls Royce sind nur einige der bekannten Anwenderunternehmen.
Trotz dieser zunehmenden Bedeutung ist die Forschung zum Reverse Factoring noch stark fragmentiert. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass die Untersuchungen, die sich unter dem Stichwort „Reverse Factoring“ subsumieren lassen, sich einer einheitlichen Definition des Reverse Factorings verwehren. Zudem verwundert, weshalb sich das Schrifttum nur rudimentär mit der rechtlichen Ausgestaltung des Reverse Factorings beschäftigt hat. Musterverträge, wie sie für das „klassische“ Factoring in großer Anzahl vorliegen, sind für das Reverse Factoring bisher nicht vorhanden. Es mangelt an einer exakten rechtlichen Einordnung. Dies gilt auch für den Einsatz des Reverse Factorings im Außenhandelsgeschäft. Diese Unbestimmtheit trägt dazu bei, dass viele Parteien auf den Einsatz des Reverse Factorings verzichten. Sie versagen sich damit der Vorteile dieses neuen Finanzierungsinstruments.
Dieser Forschungslücken nimmt sich die Untersuchung an: Sie analysiert das Reverse Factoring rechtlich und ökonomisch nicht nur in dessen einzelnen Elementen, sondern auch in der Gegenüberstellung zu anderen Finanzierungsinstrumenten. Die Untersuchung stellt sich die Forschungsfrage, wie das Reverse Factoring rechtlich auszugestalten ist, um die ökonomischen Interessen der am Reverse Factoring beteiligten Parteien effizient durchzusetzen. Das Ziel der Untersuchung ist es, Hinweise für eine effiziente Vertragsausgestaltung zu entwickeln. Dabei sind bestehende gesetzliche und vertragsrechtliche Arrangements zu untersuchen und nach der, in der Untersuchung entwickelten Methode zu bewerten.
Die Arbeit wurde im Sommersemester 2022 von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Paderborn angenommen. Ich verfasste sie während meiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsrecht und Europäisches Wirtschaftsrecht. Dem Lehrstuhlinhaber und meinem Doktorvater, Herrn Prof. Dr. Dieter Krimphove, bin ich zu unendlichem Dank verpflichtet. Er war es, der mich im Jahr 2011 nach einer Vorlesung als Studentische Hilfskraft verpflichtete und mir fortan die Welt einer wissenschaftlichen Karriere aufzeigte und eröffnete. Zu großem Dank verpflichtet bin ich auch meinem Zweitgutachter Herrn Prof. Dr. André Uhde sowie Herrn Prof. Dr. Claus-Jochen Haake und Herrn Prof. Dr. Burkhard Hehenkamp als Mitglieder meiner Promotionskommission.
Des Weiteren danke ich der Konrad-Adenauer-Stiftung, die mich durch ein Promotionsstipendium finanziell und durch zahlreiche Seminare ideell förderte.
Danken möchte ich auch meinen Arbeitskollegen Frau Alexa Hellweg, Frau Dagmar Götte-Weiß, Frau Kristina Schuba, Frau Louisa Kiel, Frau Marlen-Sophie Dolge und Herrn Dr. Sven Barth. Sie haben mich während meiner Dissertation begleitet, ermutigt, unterstützt und standen jederzeit für konstruktive Gespräche bereit.
Mein größter Dank gilt meinen lieben Eltern. Sie haben mir jede erdenkliche Förderung zuteilwerden lassen. Sie nahmen stets Rücksicht auf die mit der Dissertation einhergehenden privaten Einschränkungen und gewährten mir in schwierigen Phasen der Dissertation die nötige Kraft und Unterstützung zum Weitermachen. Ohne meine Eltern wäre die Dissertation nicht möglich gewesen. Ein großer Dank gilt auch meinen Großeltern, meinen Geschwistern Nadine, Sarah und Stefan, meinen Neffen und Nichten Ruben, Cécile, Sophia, Magnus, Gregor und Klaas sowie meinem Schwager Thomas und meiner Schwägerin Amra: Danke für Alles!
Dem Leser wünsche ich viel Spaß bei der Lektüre meiner Dissertationsschrift. Ich hoffe, dass diese einen wissenschaftlichen Beitrag zur Erforschung des Reverse Facorings leistet, zur Diskussion anregt und dem Praktiker wertvolle Hinweise für die effiziente Ausgestaltung und Anwendung des Reverse Factorings liefert.
Christoph Lüke
Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Teil I: Einleitung
1 Die Einführung in die Problemstellung
1.1 Die zunehmende Bedeutung des Reverse Factorings in der Unternehmenspraxis
1.2 Die Problematik der unterschiedlichen Erscheinungsformen des Reverse Factorings
1.3 Die Problematik der rechtlichen Ausgestaltung des Reverse Factorings
1.4 Die Forschungsfrage und der Untersuchungsgegenstand
1.5 Die Relevanz der Untersuchung für Wissenschaft und Praxis
2 Der Gang der Untersuchung
Teil II: Die Darstellung des Reverse Factorings
1 Die Definition des Reverse Factorings
1.1 Die bisherigen Definitionen des Reverse Factorings
1.2 Die Kritik an den Definitionen
1.3 Die grundsätzliche Funktionsweise des Reverse Factorings (Grundkonstellation)
1.4 Die Einordnung des Reverse Factorings als „neuartige“ Factoringvariante
1.5 Die eigene Definition des Reverse Factorings
2 Die Erscheinungsformen des Reverse Factorings
2.1 Das lieferantenfinanzierte Reverse Factoring
2.2 Das debitorenfinanzierte Reverse Factoring
2.3 Die Möglichkeit der Entwicklung weiterer Erscheinungsformen
3 Die juristische Konstruktion des Reverse Factorings
3.1 Die individuelle Reverse Factoring-Transaktion
3.2 Die Qualifizierung der Vereinbarung zwischen dem Käufer und dem Factor
3.3 Der Abschluss von Rahmenverträgen
4 Die aufsichtsrechtliche Einordnung des Reverse Factorings
4.1 Das Reverse Factoring als Finanzdienstleistung i.S.d. § 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 9 KWG
4.2 Die Aufsichtsintensität gegenüber dem Factor
Teil III: Die Entwicklung der Methode zur Ermittlung der effizienten Vertragsgestaltung im nationalen und im internationalen Reverse Factoring
1 Die methodischen Anforderungen
2 Die Analyse der bisherigen Forschungsansätze
2.1 Der Erklärungsansatz der verschiedenen Theorien der Finanzierungsforschung
2.2 Die prinzipielle Bewertung des Erklärungsansatzes der ökonomischen Vertragstheorien
3 Die mangelnde Verwendbarkeit der bisherigen Ansätze
4 Die methodischen Vorüberlegungen
4.1 Die institutionenökonomischen Grundlagen der hier vorgestellten Methode
5 Zusammenfassung: Die Methode
Teil IV: Die ökonomische Analyse des Reverse Factorings
1 Die allgemeinen ökonomischen Vorteile des Reverse Factorings gegenüber anderen Finanzierungsinstrumenten (Außenvergleich)
1.1 Methodische Vorüberlegungen
1.2 Der Gesamttransaktionskostenvergleich des Reverse Factorings mit dem Standard-Factoring
1.3 Ergebnis: Gesamtabwägung der Transaktionskosten des Reverse Factorings mit dem Standard-Factoring
1.4 Der Gesamttransaktionskostenvergleich des Reverse Factorings mit der Forfaitierung
1.5 Ergebnis: Gesamtabwägung der Transaktionskosten des Reverse Factorings mit der Forfaitierung
1.6 Der Gesamttransaktionskostenvergleich des Reverse Factorings mit dem Wechselgeschäft
1.7 Ergebnis: Gesamtabwägung der Transaktionskosten des Reverse Factorings mit dem Wechselgeschäft
1.8 Der Gesamttransaktionskostenvergleich des Reverse Factorings mit der Asset Backed Securities-Finanzierung
1.9 Ergebnis: Gesamtabwägung der Transaktionskosten des Reverse Factorings mit der ABS-Finanzierung
1.10 Der Gesamttransaktionskostenvergleich des Reverse Factorings mit dem Finetrading
1.11 Ergebnis: Gesamtabwägung der Transaktionskosten des Reverse Factorings mit dem Finetrading
2 Die effiziente Ausgestaltung des Reverse Factorings (Innenvergleich)
2.1 Die Ökonomik des gesetzlichen Einwendungsdurchgriffs (§ 404 BGB)
2.2 Ergebnis zum Einwendungsdurchgriff
2.3 Der Einwendungsverzicht und seine Ökonomik
2.4 Ergebnis zum Einwendungsverzicht
2.5 Die ökonomische Untersuchung der Aufrechnung (§§ 406, 407 Abs. 1 BGB)
2.6 Das Rechtsinstitut der „Anweisung“
2.7 Ergebnis zur „Anweisung“
2.8 Die Delkrederehaftung des Factors
2.9 Ergebnis zur Delkrederehaftung
2.10 Der Abtretungsmodus der ursprünglichen Warenerwerbsforderung des Lieferanten gegen den Käufer an den Factor
2.11 Vertragstyp: Rahmenverträge versus Einzelverträge
2.12 Ergebnis zum Vertragstyp
2.13 Die Auflösung des Reverse Factoring-Verhältnisses
2.14 Ergebnis zur Auflösung des Reverse Factoring-Verhältnisses
2.15 Die Ausgestaltung des Reverse Factorings im internationalen Handel
2.16 Ergebnis zur Ausgestaltung des Reverse Factorings im internationalen Handel
Teil V: Die Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse
1 Die eigene Definition und die Systematisierung des Reverse Factorings
2 Die rechtlichen Aspekte des Reverse Factorings
3 Die hier vertretene neue Methode
4 Ergebnisse des Außen- und Innenvergleichs
4.1 Transaktionskostenvorteile des Reverse Factorings gegenüber anderen Finanzierungsinstrumenten (Außenvergleich)
4.2 Transaktionskostenvorteile der einzelnen Institute des Reverse Factorings (Innenvergleich)
5 Methodenkritik
Literaturverzeichnis
Rechtsprechungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Teil I: Einleitung
1 Die Einführung in die Problemstellung
1.1 Die zunehmende Bedeutung des Reverse Factorings in der Unternehmenspraxis
1.2 Die Problematik der unterschiedlichen Erscheinungsformen des Reverse Factorings
1.3 Die Problematik der rechtlichen Ausgestaltung des Reverse Factorings
1.4 Die Forschungsfrage und der Untersuchungsgegenstand
1.5 Die Relevanz der Untersuchung für Wissenschaft und Praxis
1.5.1 Die Schaffung einer grundlegenden und einheitlichen Forschungsbasis
1.5.2 Der praxistaugliche Einsatz und die praxistaugliche Ausgestaltung der Verträge
1.5.3 Die volkswirtschaftliche Relevanz
2 Der Gang der Untersuchung
Teil II: Die Darstellung des Reverse Factorings
1 Die Definition des Reverse Factorings
1.1 Die bisherigen Definitionen des Reverse Factorings
1.1.1 Die Fokussierung auf die Ziele des Reverse Factorings
1.1.2 Die finanzwirtschaftliche Zuordnung des Reverse Factorings zur „Supply Chain Finance“
1.1.3 Die „Finanzierungstechnologie“ des Reverse Factorings
1.2 Die Kritik an den Definitionen
1.3 Die grundsätzliche Funktionsweise des Reverse Factorings (Grundkonstellation)
1.4 Die Einordnung des Reverse Factorings als „neuartige“ Factoringvariante
1.4.1 Die „klassischen“ Formen des Factorings
1.4.1.1 Das Standard-Factoring
1.4.1.1.1 Die Finanzierungsfunktion des Factors
1.4.1.1.2 Die Delkrederefunktion des Factors
1.4.1.1.3 Die Dienstleistungsfunktion des Factors
1.4.1.1.4 Weitere Dienstleistungen des Factors
1.4.1.2 Das Eigenservice-Factoring
1.4.1.3 Das Fälligkeits-Factoring
1.4.2 Die Abgrenzung des Reverse Factorings gegenüber den „klassischen“ Formen des Factorings
1.4.2.1 Die Finanzierungs-, Delkredere- und Dienstleistungsfunktion des Factors gegenüber dem Lieferanten beim Reverse Factoring
1.4.2.2 Der Käufer als Initiator des Forderungserwerbs
1.4.2.3 Die Finanzierungsfunktion gegenüber dem Käufer
1.4.3 Die Klassifizierung des Reverse Factorings als „neuartige“ Factoringvariante
1.5 Die eigene Definition des Reverse Factorings
2 Die Erscheinungsformen des Reverse Factorings
2.1 Das lieferantenfinanzierte Reverse Factoring
2.2 Das debitorenfinanzierte Reverse Factoring
2.3 Die Möglichkeit der Entwicklung weiterer Erscheinungsformen
3 Die juristische Konstruktion des Reverse Factorings
3.1 Die individuelle Reverse Factoring-Transaktion
3.2 Die Qualifizierung der Vereinbarung zwischen dem Käufer und dem Factor
3.3 Der Abschluss von Rahmenverträgen
3.3.1 Der Rahmenvertrag zwischen dem Käufer und dem Factor
3.3.1.1 Die Pflichten des Factors
3.3.1.1.1 Die Pflicht des Factors zum Ankauf der Forderung vom Lieferanten
3.3.1.1.2 Die Pflicht des Factors zur Stundung beim debitorenfinanzierten Reverse Factoring
3.3.1.2 Die Pflichten des Käufers
3.3.1.2.1 Die Pflicht des Käufers zur „Anweisung“ des Factors
3.3.1.2.1.2 Die Aufforderung als keine geschäftsbesorgungsrechtliche Weisung i.S.d. § 675f Abs. 4 S. 2 BGB
3.3.1.2.2 Die Pflicht des Käufers zum Einwendungsverzicht
3.3.1.2.3 Die Pflicht des Käufers zur Forderungsbegleichung
3.3.1.2.4 Zusätzliche Pflichten des Käufers
3.3.2 Der Reverse Factoring-Rahmenvertrag zwischen dem Lieferanten und dem Factor
3.3.2.1 Die Pflichten des Factors
3.3.2.1.1 Die Pflicht des Factors zum Ankauf der Kaufpreisforderung des Lieferanten
3.3.2.1.2 Die Pflicht des Factors zur Übernahme des Delkredererisikos des Lieferanten
3.3.2.2 Die Pflichten des Lieferanten
3.3.2.2.1 Die Pflicht des Lieferanten gegenüber dem Factor zur Andienung der Kaufpreisforderung
3.3.2.2.2 Die Pflicht des Lieferanten zur Abtretung der Kaufpreisforderung
3.3.2.2.3 Die Pflicht des Lieferanten zur Übernahme des Veritätsrisikos
3.3.2.2.4 Die Pflicht des Lieferanten zur Einräumung eines Skontos gegenüber dem Factor beim debitorenfinanzierten Reverse Factoring
3.3.2.2.5 Die Pflicht des Lieferanten zur Verlängerung der Stundung der Forderung beim lieferantenfinanzierten Reverse Factoring
3.3.2.2.6 Zusätzliche Pflichten des Lieferanten
4 Die aufsichtsrechtliche Einordnung des Reverse Factorings
4.1 Das Reverse Factoring als Finanzdienstleistung i.S.d. § 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 9 KWG
4.1.1 Der laufende Ankauf von Forderungen
4.1.2 Die Existenz von Rahmenverträgen
4.1.3 Die Erbringung einer Finanzierungsfunktion
4.2 Die Aufsichtsintensität gegenüber dem Factor
Teil III: Die Entwicklung der Methode zur Ermittlung der effizienten Vertragsgestaltung im nationalen und im internationalen Reverse Factoring
1 Die methodischen Anforderungen
2 Die Analyse der bisherigen Forschungsansätze
2.1 Der Erklärungsansatz der verschiedenen Theorien der Finanzierungsforschung
2.1.1 Die klassische Finanzierungslehre
2.1.1.1 Die Finanzplanung
2.1.1.2 Die Finanzanalyse
2.1.1.3 Der projektorientierte Ansatz
2.1.1.4 Die Formenlehre
2.1.2 Die mangelnde Anwendbarkeit der klassischen Finanzierungslehre auf das Forschungsziel
2.1.3 Die neoklassische Finanzierungstheorie
2.1.3.1 Der „einwertige“ Ansatz
2.1.3.1.1 Die Bewertungsverfahren unter Sicherheit
2.1.3.1.2 Die Bewertungsverfahren unter Unsicherheit
2.1.3.2 Die mangelnde Anwendbarkeit des „einwertigen“ Ansatzes auf das Forschungsziel
2.1.3.3 Die Kapitalmarkttheorie
2.1.3.4 Die mangelnde Anwendbarkeit der Kapitalmarkttheorie auf das Forschungsziel
2.1.4 Die Finanzchemie
2.1.5 Die mangelnde Anwendbarkeit der Finanzchemie auf das Forschungsziel
2.1.6 Die Simultanplanung
2.1.7 Die mangelnde Anwendbarkeit der Simultanplanung auf das Forschungsziel
2.1.8 Die neoinstitutionalistische Finanzierungstheorie
2.1.8.1 Die Property-Rights-Theorie
2.1.8.1.1 Die Analyse des Einflusses unterschiedlicher Verfügungsrechte auf die Faktorallokation als Grundaussage der Property-Rights-Theorie
2.1.8.1.2 Die Anwendungsfelder der Property-Rights-Theorie in der Finanzierungsforschung
2.1.8.2 Die mangelnde Anwendbarkeit der Property-Rights-Theorie auf das Forschungsziel
2.1.8.3 Die Prinzipal-Agenten-Theorie
2.1.8.3.1 Die Analyse der effizienten Ausgestaltung der Agency-Beziehung als Grundaussage der Prinzipal-Agenten-Theorie
2.1.8.3.2 Die Prinzipal-Agenten-Theorie in der Finanzierungsforschung
2.1.8.4 Die mangelnde Anwendbarkeit der Prinzipal-Agenten-Theorie auf das Forschungsziel
2.1.8.5 Die Transaktionskostentheorie
2.1.8.5.1 Die Analyse der Effizienz alternativer Koordinationsmechanismen bei der Abwicklung ökonomischer Austauschprozesse (Transaktion) als Grundaussage der Transaktionskostentheorie
2.1.8.5.2 Die Anwendungsfelder der Transaktionskostentheorie in der Finanzierungsforschung
2.1.8.6 Die mangelnde Anwendbarkeit der Transaktionskostentheorie auf das Forschungsziel
2.1.9 Die Behavioral Finance
2.1.10 Die mangelnde Anwendbarkeit der Behavioral Finance auf das Forschungsziel
2.2 Die prinzipielle Bewertung des Erklärungsansatzes der ökonomischen Vertragstheorien
3 Die mangelnde Verwendbarkeit der bisherigen Ansätze
4 Die methodischen Vorüberlegungen
4.1 Die institutionenökonomischen Grundlagen der hier vorgestellten Methode
4.1.1 Die gesamtwirtschaftliche Schädlichkeit von Transaktionskosten
4.1.2 Die Übertragbarkeit der institutionenökonomischen Überlegungen
4.1.2.1 Zu 1: Die hohe Aussagekraft des Analyseansatzes
4.1.2.2 Zu 2: Der weite Aussageumfang des Analyseansatzes
4.1.2.3 Zu 3: Die Berücksichtigung von Anreizsystemen
4.1.3 Die beschränkte Übernahmemöglichkeit der institutionenökonomischen Ansätze
4.2 Die eigene Methodik
4.2.1 Die Schädlichkeit von Transaktionskosten für den nutzenmaximierenden Entscheider
4.2.1.1 Suchkosten
4.2.1.2 Bewertungskosten
4.2.1.3 Informationskosten
4.2.1.4 Vereinbarungskosten
4.2.1.5 Überwachungskosten
4.2.1.6 Durchsetzungskosten
4.2.2 Die Übernahme des methodologischen Individualismus
4.2.3 Die Methode des Transaktionskostenvergleichs
4.2.4 Die Vorgehensweise der Aufrechnung gegenläufiger Transaktionskosten
5 Zusammenfassung: Die Methode
Teil IV: Die ökonomische Analyse des Reverse Factorings
1 Die allgemeinen ökonomischen Vorteile des Reverse Factorings gegenüber anderen Finanzierungsinstrumenten (Außenvergleich)
1.1 Methodische Vorüberlegungen
1.1.1 Die Grundpositionen des Vergleichs
1.1.2 Die Nicht-Berücksichtigung „persönlicher“ Kosten
1.2 Der Gesamttransaktionskostenvergleich des Reverse Factorings mit dem Standard-Factoring
1.2.1 Die Funktionsweise des Standard-Factorings
1.2.2 Transaktionskosten
1.2.2.1 Vereinbarungskosten des. Standard-Factorings
1.2.2.2 Vergleich der Vereinbarungskosten des Standard-Factorings mit dem Reverse Factoring
1.2.2.2.1 Standard-Factoring-Verhältnis und Reverse Factoring-Verhältnis
1.2.2.2.2 Warenaustausch-Verhältnisse
1.2.2.3 Zwischenergebnis Vereinbarungskosten
1.2.2.4 Suchkosten des Standard-Factorings
1.2.2.5 Vergleich der Suchkosten des Standard-Factorings mit dem Reverse Factoring
1.2.2.6 Bewertungskosten des Standard-Factorings
1.2.2.7 Vergleich der Bewertungskosten des Standard-Factorings mit dem Reverse Factoring
1.2.2.7.1 Standard-Factoring-Verhältnis und Reverse Factoring-Verhältnis
1.2.2.7.2 Warenaustausch-Verhältnisse
1.2.2.8 Überwachungskosten des Standard-Factorings
1.2.2.9 Vergleich der Überwachungskosten des Standard-Factorings mit dem Reverse Factoring
1.2.2.9.1 Standard-Factoring-Verhältnis und Reverse Factoring-Verhältnis
1.2.2.9.2 Warenaustausch-Verhältnisse
1.3 Ergebnis: Gesamtabwägung der Transaktionskosten des Reverse Factorings mit dem Standard-Factoring
1.4 Der Gesamttransaktionskostenvergleich des Reverse Factorings mit der Forfaitierung
1.4.1 Die Funktionsweise der Forfaitierung
1.4.2 Transaktionskosten
1.4.2.1 Vereinbarungskosten der Forfaitierung
1.4.2.2 Vergleich der Vereinbarungskosten der Forfaitierung mit dem Reverse Factoring
1.4.2.2.1 Forfaitierungs-Verhältnis und Reverse Factoring-Verhältnis
1.4.2.2.2 Warenaustausch-Verhältnisse
1.4.2.3 Zwischenergebnis Vereinbarungskosten
1.4.2.4 Vergleich der Suchkosten der Forfaitierung mit dem Reverse Factoring
1.4.2.5 Bewertungskosten der Forfaitierung
1.4.2.6 Vergleich der Bewertungskosten der Forfaitierung mit dem Reverse Factoring
1.4.2.7 Überwachungskosten der Forfaitierung
1.4.2.8 Vergleich der Überwachungskosten der Forfaitierung mit dem Reverse Factoring
1.5 Ergebnis: Gesamtabwägung der Transaktionskosten des Reverse Factorings mit der Forfaitierung
1.6 Der Gesamttransaktionskostenvergleich des Reverse Factorings mit dem Wechselgeschäft
1.6.1 Die Funktionsweise des Wechselgeschäfts
1.6.2 Transaktionskosten
1.6.2.1 Vereinbarungskosten des Wechselgeschäfts
1.6.2.2 Vergleich der Vereinbarungskosten des Wechselgeschäfts mit dem Reverse Factoring
1.6.2.2.1 Wechsel-Verhältnis und Reverse Factoring-Verhältnis
1.6.2.2.2 Warenaustausch-Verhältnisse
1.6.2.3 Vergleich der Suchkosten des Wechselgeschäfts mit dem Reverse Factoring
1.6.2.4 Bewertungskosten des Wechselgeschäfts
1.6.2.5 Vergleich der Bewertungskosten des Wechselgeschäfts mit dem Reverse Factoring
1.6.2.5.1 Wechsel-Verhältnis und Reverse Factoring-Verhältnis
1.6.2.5.2 Warenaustausch-Verhältnisse
1.6.2.6 Überwachungskosten des Wechselgeschäfts
1.6.2.7 Vergleich der Überwachungskosten des Wechselgeschäfts mit dem Reverse Factoring
1.7 Ergebnis: Gesamtabwägung der Transaktionskosten des Reverse Factorings mit dem Wechselgeschäft
1.8 Der Gesamttransaktionskostenvergleich des Reverse Factorings mit der Asset Backed Securities-Finanzierung
1.8.1 Die Funktionsweise der Asset Backed Securities-Finanzierung
1.8.2 Transaktionskosten
1.8.2.1 Vereinbarungskosten der ABS-Finanzierung
1.8.2.2 Vergleich der Vereinbarungskosten der ABS-Finanzierung mit dem Reverse Factoring
1.8.2.2.1 Asset Backed-Verhältnis und Reverse Factoring-Verhältnis
1.8.2.2.2 Warenaustausch-Verhältnisse
1.8.2.3 Suchkosten der ABS-Finanzierung
1.8.2.4 Vergleich der Suchkosten der ABS-Finanzierung mit dem Reverse Factoring
1.8.2.4.1 Asset Backed-Verhältnis und Reverse Factoring-Verhältnis
1.8.2.4.2 Warenaustausch-Verhältnisse
1.8.2.5 Bewertungskosten der ABS-Finanzierung
1.8.2.6 Vergleich der Bewertungskosten der ABS-Finanzierung mit dem Reverse Factoring
1.8.2.6.1 Asset Backed-Verhältnis und Reverse Factoring-Verhältnis
1.8.2.6.2 Warenaustausch-Verhältnisse
1.8.2.7 Überwachungskosten der ABS-Finanzierung
1.8.2.8 Vergleich der Überwachungskosten der ABS-Finanzierung mit dem Reverse Factoring
1.9 Ergebnis: Gesamtabwägung der Transaktionskosten des Reverse Factorings mit der ABS-Finanzierung
1.10 Der Gesamttransaktionskostenvergleich des Reverse Factorings mit dem Finetrading
1.10.1 Die Funktionsweise des Finetradings
1.10.2 Transaktionskosten
1.10.2.1 Vereinbarungskosten des Finetradings
1.10.2.2 Vergleich der Vereinbarungskosten des Finetradings mit dem Reverse Factoring
1.10.2.3 Suchkosten des Finetradings
1.10.2.4 Vergleich der Suchkosten des Finetradings mit dem Reverse Factoring
1.10.2.5 Bewertungskosten des Finetradings
1.10.2.6 Vergleich der Bewertungskosten des Finetradings mit dem Reverse Factoring
1.10.2.6.1 Finetrading-Verhältnis und Reverse Factoring-Verhältnis
1.10.2.6.2 Warenaustausch-Verhältnisse
1.10.2.7 Überwachungskosten des Finetradings
1.10.2.8 Vergleich der Überwachungskosten des Finetradings mit dem Reverse Factoring
1.11 Ergebnis: Gesamtabwägung der Transaktionskosten des Reverse Factorings mit dem Finetrading
2 Die effiziente Ausgestaltung des Reverse Factorings (Innenvergleich)
2.1 Die Ökonomik des gesetzlichen Einwendungsdurchgriffs (§ 404 BGB)
2.1.1 Durchsetzungskosten aufgrund von Rechtsstreitigkeiten
2.1.2 Durchsetzungskosten bei Zahlungsunfähigkeit des Lieferanten
2.1.3 Reduktionsmöglichkeiten von Informationskosten
2.1.4 Die Kosten des Lieferanten
2.2 Ergebnis zum Einwendungsdurchgriff
2.3 Der Einwendungsverzicht und seine Ökonomik
2.3.1 Die Transaktionskosten von Lieferant und Factor
2.3.2 Die Transaktionskosten des Käufers
2.3.3 Die Einräumung eines Regresserhalts für den Käufer zur Kostenreduktion (§ 241 BGB)
2.3.3.1 Die ökonomische Wirkung der Regressrechte Käufer – Lieferant
2.3.3.2 Die Form der Regressabrede
2.3.3.3 Exkurs: Die juristische Betrachtung der Form
2.3.4 Spezialfragen zum Umfang des Einwendungsverzichts
2.3.5 Die formale Ausgestaltung des Einwendungsverzichts
2.4 Ergebnis zum Einwendungsverzicht
2.5 Die ökonomische Untersuchung der Aufrechnung (§§ 406, 407 Abs. 1 BGB)
2.6 Das Rechtsinstitut der „Anweisung“
2.6.1 Die juristische Bedeutung der „Anweisung“
2.6.2 Die Ökonomik der „Anweisung“
2.6.2.1 Die Reduktion von Informationskosten im Zusammenhang mit der „Erfüllungsmöglichkeit“ der Forderung
2.6.2.2 Die Reduktion von Informationskosten durch die „Anweisung“
2.6.2.3 Moral hazard des Käufers
2.6.2.4 Moral hazard des Lieferanten
2.7 Ergebnis zur „Anweisung“
2.8 Die Delkrederehaftung des Factors
2.8.1 Die Verteilung des Delkredererisikos
2.8.2 Die ökonomische Effizienz der Verteilung des Delkredererisikos
2.9 Ergebnis zur Delkrederehaftung
2.10 Der Abtretungsmodus der ursprünglichen Warenerwerbsforderung des Lieferanten gegen den Käufer an den Factor
2.11 Vertragstyp: Rahmenverträge versus Einzelverträge
2.11.1 Die Ökonomik von Rahmen- und Einzelverträgen
2.11.2 Bezug zum Reverse Factoring-Geschäft
2.11.2.1 Die Beziehung zwischen dem Lieferanten und dem Factor
2.11.2.2 Der Forderungskauf zwischen dem Lieferanten und dem Factor
2.11.2.3 Die Beziehung zwischen dem Factor und dem Käufer
2.11.3 Sonderfrage: Die Vereinbarung der Factoringgebühren
2.11.4 Sonderfrage: Die Zinsanpassung
2.11.5 Die Ökonomik von bi- und trilateralen Rahmenverträgen
2.12 Ergebnis zum Vertragstyp
2.13 Die Auflösung des Reverse Factoring-Verhältnisses
2.13.1 Die zeitliche Auflösung
2.13.2 Die ordentliche Kündigung
2.13.3 Die außerordentliche Kündigung
2.13.4 Einzelfälle
2.13.4.1 Fall 1: Der Lieferant macht gegenüber dem Factor bewusst unrichtige Angaben über seine Vermögensverhältnisse
2.13.4.2 Fall 2: Eingetretene Vermögensverschlechterung des Lieferanten
2.13.4.3 Fall 3: Der Käufer macht gegenüber dem Factor bewusst unrichtige Angaben über seine Vermögensverhältnisse
2.13.4.4 Fall 4: Der Käufer macht gegenüber dem Factor bewusst falsche Angaben über die Qualität der Forderung
2.13.4.5 Fall 5: Eingetretene Vermögensverschlechterung des Käufers
2.13.4.6 Fall 6: Der Factor weigert sich, unrechtmäßig eine bestimmte Forderung vom Lieferanten anzukaufen
2.13.4.7 Fall 7: Der Factor weigert sich, beim debitorenfinanzierten Reverse Factoring eine bestimmte Forderung dem Käufer zu stunden
2.13.4.8 Fall 8: Eingetretene Vermögensverschlechterung des Factors
2.13.4.9 Fall 9: Veränderungen der Marktbedingungen
2.13.5 Der Aufhebungsvertrag
2.14 Ergebnis zur Auflösung des Reverse Factoring-Verhältnisses
2.15 Die Ausgestaltung des Reverse Factorings im internationalen Handel
2.15.1 Die Grundkonstruktion
2.15.2 Der grenzüberschreitende Warenaustauschvertrag zwischen dem ausländischen Lieferanten und dem inländischen Käufer
2.15.2.1 Die Anwendung des deutschen Internationalen Privatrechts
2.15.2.2 Die Anwendung des UN-Kaufrechts
2.15.2.2.1 Die Anwendbarkeit des UN-Kaufrechts
2.15.2.2.1.2 Voraussetzung: Warenkauf
2.15.2.2.2 Die Sonderfrage der Eigentumsübertragung nach UN-Kaufrecht und Rom I-VO
2.15.2.2.3 Der Ausschluss der Anwendung des UN-Kaufrechts (Art. 6. CISG)
2.15.2.3 Die Geltung der Rom I-VO
2.15.2.3.1 Die Anwendbarkeit der Rom I-VO
2.15.2.3.2 Die objektive Anknüpfung (Art. 4 Abs. 1 lit. a Rom. I-VO)
2.15.2.3.3 Die subjektive Rechtswahl (Art. 3 Rom I-VO)
2.15.2.4 Zwischenergebnis
2.15.2.4.1 Ökonomische Analyse der IPR-Normen
2.15.2.4.2 Ökonomik der Rechtswahl
2.15.2.4.3 Die Ökonomik der hybriden Rechtswahl
2.15.2.4.4 Zusammenfassung
2.15.3 Das grenzüberschreitende Reverse Factoring zwischen ausländischem Lieferanten und inländischem Factor
2.15.3.1 Die Nicht-Anwendung des UN-Kaufrechts
2.15.3.2 Die Anwendung des UNIDROIT Factoring-Übereinkommens
2.15.3.2.1 Die Anwendbarkeit des UNIDROIT Factoring-Übereinkommens
2.15.3.2.2 Das Sachrecht des UNIDROIT Factoring-Übereinkommens
2.15.3.3 Die Möglichkeit des Ausschlusses des UNIDROIT Factoring-Übereinkommens (Art. 3 FactÜ) und die Geltung des Art. 14 Abs. 1 Rom I-VO
2.15.4 Zwischenergebnis
2.15.5 Lösung: Gesamtbetrachtung
2.15.5.1 Ökonomische Bedeutung der Gesamtbetrachtung
2.15.5.2 Fallkonstellation: Ausländischer Käufer (sog. direktes Export-Reverse Factoring)
2.15.5.3 Fallkonstellation: Ausländischer Factor (sog. direktes Drittland-Reverse Factoring)
2.16 Ergebnis zur Ausgestaltung des Reverse Factorings im internationalen Handel
Teil V: Die Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse
1 Die eigene Definition und die Systematisierung des Reverse Factorings
2 Die rechtlichen Aspekte des Reverse Factorings
3 Die hier vertretene neue Methode
4 Ergebnisse des Außen- und Innenvergleichs
4.1 Transaktionskostenvorteile des Reverse Factorings gegenüber anderen Finanzierungsinstrumenten (Außenvergleich)
4.1.1 Das Standard-Factoring
4.1.2 Die Forfaitierung
4.1.3 Das Wechselgeschäft
4.1.4 Die Asset Backed Securities-Finanzierung
4.1.5 Das Finetrading
4.2 Transaktionskostenvorteile der einzelnen Institute des Reverse Factorings (Innenvergleich)
4.2.1 Der Einwendungsverzicht des Käufers
4.2.1.1 Ausschluss bekannter oder auch unbekannter Einwendungen im Einwendungsverzicht Käufer – Factor
4.2.1.2 Geltendmachung des Einwendungsverzichts
4.2.2 Der Aufrechnungsausschluss
4.2.3 Die „Anweisung“ des Factors durch den Käufer
4.2.4 Die Delkrederehaftung des Factors
4.2.5 Der Abtretungsmodus der ursprünglichen Warenerwerbsforderung des Lieferanten gegen den Käufer an den Factor
4.2.6 Rahmenverträge versus Einzelverträge
4.2.6.1 Inhalte der Rahmenverträge
4.2.6.2 Vertragspartner: Bilaterale und trilaterale Rahmenverträge
4.2.7 Die Beendigung der Rahmenverträge im Reverse Factoring-Verhältnis
4.2.7.1 Vertragliche Beendigung
4.2.7.2 Die Vertragsbeendigung durch ordentliche Kündigung
4.2.7.3 Die außerordentliche Kündigung
4.2.7.4 Identifizierung einer schwerwiegenden Vertragsbeeinträchtigung nach der hier vertretenen Methode
4.2.8 Die Ausgestaltung des Reverse Factorings im internationalen Handel
5 Methodenkritik
Literaturverzeichnis
Rechtsprechungsverzeichnis
Tabelle 1:
Definitionen des Reverse Factorings mit ökonomischer Zielkomponente
18
Tabelle 2:
Definitionen des Reverse Factorings mit Zuordnung zur Supply Chain Finance
19
Tabelle 3:
Definitionen des Reverse Factoring mit „finanzierungstechnologischer“ Komponente
20
Tabelle 4:
Die Funktionen von Standard-, Eigenservice- und Fälligkeits-Factoring
1
Tabelle 5:
Die Merkmale des lieferanten- und des debitorenfinanzierten Reverse Factorings
38
Tabelle 6:
Die Ansätze der neoinstitutionalistischen Finanzierungstheorie
114
Tabelle 7:
Die Typen von Informationsasymmetrien und deren spezifischen Prinzipal-Agenten-Probleme
120
Tabelle 8:
Kontrollunterschiede zwischen Fremdkapital und Eigenkapital
132
Tabelle 9:
Vergleich der ökonomischen Vertragstheorien
138
Tabelle 10:
Vereinbarungskosten beim Standard- und beim Reverse Factoring
167
Tabelle 11:
Suchkosten beim Standard- und beim Reverse Factoring
169
Tabelle 12:
Bewertungskosten beim Standard- und beim Reverse Factoring
175
Tabelle 13:
Überwachungskosten beim Standard- und beim Reverse Factoring
178
Tabelle 14:
Gesamtabwägung der Transaktionskosten beim Standard-Factoring und beim Reverse Factoring
179
Tabelle 15:
Vereinbarungskosten bei der Forfaitierung und beim Reverse Factoring
186
Tabelle 16:
Suchkosten bei der Forfaitierung und beim Reverse Factoring
188
Tabelle 17:
Bewertungskosten bei der Forfaitierung und beim Reverse Factoring
190
Tabelle 18:
Überwachungskosten bei der Forfaitierung und beim Reverse Factoring
192
Tabelle 19:
Gesamtabwägung der Transaktionskosten bei der Forfaitierung und beim Reverse Factoring
192
Tabelle 20:
Vereinbarungskosten beim Wechselgeschäft und beim Reverse Factoring
201
Tabelle 21:
Suchkosten beim Wechselgeschäft und beim Reverse Factoring
202
Tabelle 22:
Bewertungskosten beim Wechselgeschäft und beim Reverse Factoring
205
Tabelle 23:
Überwachungskosten beim Wechselgeschäft und beim Reverse Factoring
207
Tabelle 24:
Gesamtabwägung der Transaktionskosten beim Wechselgeschäft und beim Reverse Factoring
208
Tabelle 25:
Vereinbarungskosten bei der ABS-Finanzierung und beim Reverse Factoring
215
Tabelle 26:
Suchkosten bei der ABS-Finanzierung und beim Reverse Factoring
217
Tabelle 27:
Bewertungskosten bei der ABS-Finanzierung und beim Reverse Factoring
220
Tabelle 28:
Überwachungskosten bei der ABS-Finanzierung und beim Reverse Factoring
223
Tabelle 29:
Gesamtabwägung der Transaktionskosten bei der ABS-Finanzierung und beim Reverse Factoring
224
Tabelle 30:
Vereinbarungskosten beim Finetrading und beim Reverse Factoring
230
Tabelle 31:
Suchkosten beim Finetrading und beim Reverse Factoring
231
Tabelle 32:
Bewertungskosten beim Finetrading und beim Reverse Factoring
234
Tabelle 33:
Überwachungskosten beim Finetrading und beim Reverse Factoring
236
Tabelle 34:
Gesamtabwägung der Transaktionskosten beim Finetrading und beim Reverse Factoring
237
Tabelle 35:
Außerordentliche Gründe der Vertragsauflösung
284
Tabelle 36:
Vertragsstaaten und Nicht-Vertragsstaaten des UN-Kaufrechts in der Europäischen Union
289
Tabelle 37:
Vertragsstaaten und Nicht-Vertragsstaaten des UNIDROIT Factoring-Übereinkommens in der Europäischen Union
302
Tabelle 38:
Verteilung Heimat-Recht und ausländisches Recht gem. Art. 4 Abs. 2 Rom I-VO
314
Abbildung 1:
Entwicklung der weltweiten Exporte im Warenhandel
1
Abbildung 2:
Die grundsätzliche Funktionsweise des Reverse Factorings
4
Abbildung 3:
Der Vergleich von „klassischem“ Factoring und Reverse Factoring
6
Abbildung 4:
Die Entwicklung des Reverse Factoring-Volumens der Mitgliedsunternehmen des Deutschen Factoring Verbandes e.V.
10
Abbildung 5:
Der Gang der Untersuchung
16
Abbildung 6:
Die grundsätzliche Funktionsweise des Reverse Factorings
23
Abbildung 7:
Die Grundkonstellation des „klassischen“ Factorings
26
Abbildung 8:
Die „Neuklassifizierung“ des Factorings
35
Abbildung 9:
Der Factoringzins beim lieferantenfinanzierten Reverse Factoring
39
Abbildung 10:
Die Finanzierungsfunktion beim lieferantenfinanzierten Reverse Factoring
42
Abbildung 11:
Beispiel eines lieferantenfinanzierten Reverse Factoring-Prozesses
44
Abbildung 12:
Der Factoring- und Stundungszins beim debitorenfinanzierten Reverse Factoring
46
Abbildung 13:
Die Finanzierungsfunktion beim debitorenfinanzierten Reverse Factoring
48
Abbildung 14:
Beispiel eines debitorenfinanzierten Reverse Factoring-Prozesses
50
Abbildung 15:
Die einzelvertragliche Betrachtung des Reverse Factorings
53
Abbildung 16:
Die Forschungsansätze der Finanzierungsforschung
88
Abbildung 17:
Die Unterschiede von „einwertigem“ Ansatz und Simultanplanung
111
Abbildung 18:
Die effizienten Überwachungs- und Beherrschungsstrukturen in Abhängigkeit der Eigenschaft der Häufigkeit und der Spezifität
130
Abbildung 19:
Ablauf des Standard-Factorings
162
Abbildung 20:
Ablauf des Reverse Factorings
164
Abbildung 21:
Erweiterung des Standard-Factorings
165
Abbildung 22:
Ablauf der Forfaitierung
181
Abbildung 23:
Erweiterung der Forfaitierung
184
Abbildung 24:
Ablauf des Wechselgeschäfts
196
Abbildung 25:
Erweiterung des Wechselgeschäfts
199
Abbildung 26:
Ablauf der ABS-Finanzierung
211
Abbildung 27:
Erweiterung der ABS-Finanzierung
214
Abbildung 28:
Ablauf des Finetradings
227
Abbildung 29:
Erweiterung des Finetradings
229
Abbildung 30:
Direktes Import-Reverse Factoring
286
Abbildung 31:
Einzelbetrachtung des direkten Import-Reverse Factorings
308
Abbildung 32:
Gesamtbetrachtung des direkten Import-Reverse Factorings
310
Abbildung 33:
Direktes Export-Reverse Factoring
312
Abbildung 34:
Direktes Drittland-Reverse Factoring
313
a.A.
anderer Ansicht
Abs.
Absatz
ABS
Asset Backed Securities
a.F.
alte Fassung
AGB
Allgemeine Geschäftsbedingungen
Aufl.
Auflage
BaFin
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
B2C
Business-to-Consumer
bzgl.
bezüglich
bzw.
beziehungsweise
CRD IV
Capital Requirements Directive IV
CRR
Capital Requirements Regulation
CISG
Übereinkommen der Vereinten Nationen über Verträge über den internationalen Warenkauf vom 11.4.1980
d.h.
das heißt
et al.
et alii
etc.
et cetera
EU
Europäische Union
FactÜ
UNIDROIT-Übereinkommen über Internationales Factoring vom 28. Mai 1988
gem.
gemäß
ggf.
gegebenenfalls
ggü.
gegenüber
h.M.
herrschende Meinung
Hrsg.
Herausgeber
i.d.R.
in der Regel
i.H.v.
in Höhe von
IPR
Internationales Privatrecht
i.S.d.
im Sinne des/der
i.S.e.
im Sinne eines/einer
i.S.v.
im Sinne von
i.V.m.
in Verbindung mit
m.H.
mit Hilfe
m.w.H.
mit weiteren Hinweisen
Rn.
Randnummer
Rom I-VO
Verordnung (EG) Nr. 593/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 2008 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht
Rz.
Randziffer
u.
und
u.a.
unter anderem
usw.
und so weiter
u.U.
unter Umständen
vgl.
vergleiche
VO
Verordnung
z.B.
zum Beispiel
Bezüglich weiterer im Text auftretender Abkürzungen verweise ich auf: Kirchner, Hildebert, Abkürzungsverzeichnis der Rechtssprache, 10. Auflage, Berlin 2021
Die zunehmende Internationalisierung und Europäisierung von Märkten seit den neunziger Jahren des 21. Jahrhunderts führte zu einem überproportionalen Anstieg an Handels- und Außenhandelsmöglichkeiten1 sowohl für Groß- bzw. Industrieunternehmen als auch kleine und mittelständische Betriebe.2/3
Abbildung 1: Entwicklung der weltweiten Exporte im Warenhandel4
Der Handel und insbesondere der Außenhandel fordert eine ausreichende Finanzierung von Warenaustauschgeschäften.5 Denn Warengeschäfte im Außenhandel erreichen zumeist einen so hohen finanziellen Umfang und ein so hohes finanzielles Risiko, dass die Parteien des Warengeschäfts sich des Vollzugs geeigneter Zahlungs-, Sicherungs- und Finanzierungsinstrumente bedienen müssen.6 Mangelt es hieran, kommt der Warenaustausch für gewöhnlich nicht zustande.7
Bedingt durch die Nichtweitergabe von Finanzierungsmitteln durch Banken an Unternehmen infolge der Finanzmarktkrise8 sowie die sich hieran anschließenden einschränkenden Auswirkungen einer verstärkten Bankenregulierung – beispielsweise durch Basel III9 und deren europäischen Umsetzung in der „Capital Requirements Directive IV“ (CRD IV)10 und der „Capital Requirements Regulation“ (CRR)11 – auf die Kreditvergabe12 entstand ein Bedarf an neuen Finanzierungsformen13.14 Diese sollten unabhängig vom Kreditgeschäft der Banken das Unternehmen mit Kapital versorgen.15
Eine solche Finanzierungsform stellt das Reverse Factoring – im Schrifttum auch als Lieferanten-16, Kreditoren-17, „umgekehrtes“ Factoring18 oder Supply Chain Finance19 bezeichnet – dar.20 Beim Reverse Factoring handelt es sich um ein neuartiges Finanzierungsinstrument der Einkaufsfinanzierung.21
Am Reverse Factoring beteiligt, sind ein Warenkäufer, dessen Warenverkäufer (Lieferant) und ein Finanzintermediär (Factor).22 Die Parteien bilden in ihren Beziehungen ein charakteristisches Dreiecksverhältnis.23
Abbildung 2: Die grundsätzliche Funktionsweise des Reverse Factorings24
Beim Reverse Factoring verpflichtet sich der Factor gegenüber einem Warenkäufer25 fortlaufend Kaufpreisforderungen von dessen Lieferanten zu erwerben.26 Der Warenkäufer „weist“27 den Factor an, diese Kaufpreisforderungen noch vor deren Fälligkeit vom Lieferanten zu erwerben,28 mit dem Erwerb das Risiko, dass der Warenkäufer die Forderung nicht begleicht (Delkredererisiko), zu übernehmen29 und gegebenenfalls dem Käufer die erworbene Kaufpreisforderung zu stunden30. Der Warenkäufer hat seine Verbindlichkeit aus dem Warenkauf, aufgrund des Ankaufs der Kaufpreisforderung durch den Factor, nun gegenüber dem Factor zu begleichen (§ 362 BGB).
Finanztechnologisch ist das Reverse Factoring eine „neuartige“ Factoringvariante.31 Denn dem Reverse Factoring liegt, wie auch den bisherigen grundlegenden Erscheinungsformen des „klassischen“ Factorings – dem Standard-32, dem Eigenservice-33 und dem Fälligkeitsfactoring34 – ein für das Factoring charakteristischer fortlaufender Erwerb von Kaufpreisforderungen durch den Finanzintermediär, den sog. Factor, zugrunde.35/36
Abbildung 3: Der Vergleich von „klassischem“ Factoring und Reverse Factoring37
Von den bisherigen Erscheinungsformen des „klassischen“ Factorings38 unterscheidet sich das Reverse Factoring allerdings in einer zentralen Eigenschaft, nämlich in der Initiation des Geschäfts.39 So ist beim Reverse Factoring im Unterschied zum „klassischen“ Factoring40 nicht der Lieferant, d.h. der Verkäufer der Ware bzw. der Zedent der Kaufpreisforderung, der Initiator des Forderungsankaufs, sondern der Käufer (auch: Warenkäufer).41 Aufgrund dieser besonderen Struktur erwirbt der Factor beim Reverse Factoring Kaufpreisforderungen nur von einem Käufer, und nicht wie beim „klassischen“ Factoring42 von mehreren Käufern.43 Ferner unterhält der Factor eine intensivere wirtschaftliche und rechtliche Beziehung zum Käufer. So besteht beim Reverse Factoring eine vertragliche Beziehung zwischen dem Käufer und dem Factor.44 Beim „klassischen“ Factoring45 beschränkt sich die vertragliche Rechtsbeziehung auf das Verhältnis zwischen dem Lieferanten und dem Factor.46
Mit dieser „neuartigen“ Konstruktion beinhaltet das Reverse Factoring zahlreiche Vorteile für alle am Reverse Factoring beteiligten Parteien:47 Dem Lieferanten verschafft der fortlaufende Verkauf der Forderungen an den Factor noch vor Fälligkeit vorzeitige und unmittelbare Liquidität (Finanzierungsfunktion)48. Ferner übernimmt beim Reverse Factoring der Factor das Risiko der Zahlungsunfähigkeit und -unwilligkeit (sog. Delkredererisiko) des Käufers (sog. Delkrederefunktion49) sowie das Mahn- und Inkassowesen des Lieferanten gegenüber dem Käufer (sog. Dienstleistungsfunktion50). Der Forderungsverkauf führt darüber hinaus dazu, dass für die Finanzierungskosten nicht die Bonität des Lieferanten, sondern die Bonität der Forderung, d.h. die Bonität des Käufers, maßgeblich ist.51 Denn der Käufer befriedigt den Factor. Der Lieferant kann damit an einer guten Bonität des Käufers partizipieren.52 Zudem löst die vorzeitige Befriedigung des Lieferanten durch den Factor die Abhängigkeit des Lieferanten vom Zahlungsverhalten des Käufers.53 Dieses ermöglicht dem Lieferanten eine präzisere Liquiditätsplanung.54
Dem Käufer finanziert das Reverse Factoring seinen Einkauf.55 Ferner intensiviert der Käufer mit dem Reverse Factoring seine Beziehungen zu seinen Lieferanten. So bindet das Reverse Factoring den Lieferanten längerfristig – für die Dauer der Vertragsbeziehung zum Factor56 – an den Käufer.57 Käufer und Lieferant genießen damit die Vorteile einer längerfristigen, kooperativen58 Beziehung.59
Dem Factor bietet die rechtliche Beziehung zwischen ihm und dem Käufer beim Reverse Factoring den Vorteil, zur Analyse der Bonität des Käufers auf direkte Daten vom Käufer zurückgreifen zu können.60 Im „klassischen“ Factoring muss die Risikoeinschätzung kostenintensiv auf Basis externer Daten und von Auskunfteien erfolgen.61 Ferner reduziert die Mitwirkung des Käufers und des Lieferanten in der einzelnen Transaktion für den Factor das Risiko, dass Lieferant und Käufer sich opportunistisch verhalten.62
In der Praxis der Unternehmensfinanzierung erfreut sich das Reverse Factoring zunehmender Beliebtheit im In- und Ausland.63 Die Unternehmen Volvo, Scania, Caterpillar, Philips, Walmart, Siemens, Boeing und Rolls Royce sind nur einige der bekannten Anwenderunternehmen.64 Auch in Deutschland hat das Reverse Factoring an Relevanz gewonnen.65 So finanzierten die Mitglieder des Deutschen Factoring Verbandes im Jahr 2019 ein Forderungsvolumen i.H.v. 4,6 Mrd. Euro über das Reverse Factoring.66 Im Jahr 2013 belief sich das mittels Reverse Factoring finanzierte Forderungsvolumen auf lediglich 0,98 Mrd. Euro.67 Normiert als Anteil am gesamten, von den Mitgliedern des Deutschen Factoring Verbandes68, finanzierten Forderungsvolumens69 des jeweiligen Jahres hat sich die Bedeutung des Reverse Factorings als Factoringvariante damit von 0,6 % im Jahr 201370 auf 1,7 % im Jahr 201971 fast verdreifacht.72
Abbildung 4: Die Entwicklung des Reverse Factoring-Volumens der Mitgliedsunternehmen des Deutschen Factoring Verbandes e.V.73
Trotz dieser zunehmenden Bedeutung des Reverse Factorings ist die Forschung zum Reverse Factoring noch stark fragmentiert.74 Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass die Untersuchungen, die sich unter dem Stichwort „Reverse Factoring“ subsumieren lassen, sich bisher einer einheitlichen Definition des Reverse Factorings verwehren.75 Auch mangelt es im Schrifttum an einer Darstellung und Systematisierung der verschiedenen Erscheinungsformen des Reverse Factorings.76 Dies birgt die Gefahr von Fehlinterpretationen.77 Denn die Erscheinungsformen des Reverse Factorings unterscheiden sich in zentralen Merkmalen78 und mithin in ihrer Wirkungsweise teils erheblich voneinander.79
Zudem verwundert, weshalb sich das Schrifttum bisher nur rudimentär mit der rechtlichen Ausgestaltung des Reverse Factorings beschäftigt hat.80 Musterverträge, wie sie für das „klassische“ Factoring in großer Anzahl vorliegen81, sind für das Reverse Factoring bisher nicht vorhanden. Es mangelt an einer exakten rechtlichen Einordnung. Dies gilt auch für den Einsatz des Reverse Factorings im Außenhandelsgeschäft.82 Diese Unbestimmtheit trägt dazu bei, dass viele Parteien auf den Einsatz des Reverse Factorings verzichten.83 Sie versagen sich damit der oben genannten Vorteile dieses neuen Finanzierungsinstruments.84
Dieser Forschungslücken nimmt sich die Untersuchung an: Sie analysiert das Reverse Factoring rechtlich und ökonomisch nicht nur in seinen einzelnen Elementen, sondern auch in der Gegenüberstellung zu anderen Finanzierungsinstrumenten.
Die Untersuchung stellt sich die Forschungsfrage, wie das Reverse Factoring rechtlich auszugestalten ist, um die ökonomischen Interessen der am Reverse Factoring beteiligten Parteien effizient durchzusetzen. Diese Frage ist deshalb von Relevanz, da sich die Parteien nur dann für das Reverse Factoring entscheiden werden, wenn es ihre Interessen berücksichtigt und effizient durchsetzt.
Das Ziel der Untersuchung ist es Hinweise für eine effiziente Vertragsausgestaltung zu entwickeln. Dabei sind bestehende gesetzliche und vertragsrechtliche Arrangements zu untersuchen und nach der, in der Untersuchung entwickelten Methode zu bewerten. Mit ihrer Methode ermöglicht die Untersuchung einen kritischen und wissenschaftlich fundierten Blick auf die einschlägigen Auslegungsergebnisse der Rechtsprechung. Zur Beantwortung der Forschungsfrage entwickelt die Untersuchung eine eigene Methode auf Grundlage institutionenökonomischer Überlegungen.85
Von Relevanz ist eine derartige rechtliche und ökonomische Betrachtung des Reverse Factorings sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis.
Sie schafft mit ihrer grundsätzlichen Betrachtung der Funktionsweise, insbesondere der Entwicklung einer umfassenden Definition, der Darstellung und Benennung von Reverse Factoring-Erscheinungsformen sowie der juristischen Analyse des Reverse Factorings, eine grundlegende und einheitliche Basis für die vorliegende Untersuchung, aber auch für zukünftige Forschungen zum Reverse Factoring.
Dem Anwender und dem Interessenten bietet die Untersuchung direkte Hinweise für den effizienten Einsatz und die effiziente vertragliche Ausgestaltung des Reverse Factorings. Diese ermöglichen auch denjenigen Parteien, die bereits Reverse Factoring verwenden, ihre vertraglichen Beziehungen mit Hilfe der Ergebnisse der Untersuchung zu evaluieren und gegebenenfalls zu optimieren.
Auch erschließt die Untersuchung mit der Analyse des internationalen Reverse Factorings eine neue Finanzierungsquelle für den Außenhandel. Das ist deshalb von besonderer Relevanz, da eine der zentralen makroökonomischen Voraussetzungen für einen starken Außenhandel die ausreichende Ausstattung der Unternehmen mit Finanzierungsmöglichkeiten ist.86/87
1
Vgl.
United Nations
, International Trade Statistics Yearbook. Volume II. Trade by Product, 63. Aufl., 2015, S. 3–28; siehe auch: Abbildung 1.
2
Vgl.
Söllner
, WISTA 2014, 47–50;
ders.
, WISTA 2016, 111;
Kokalj/Wolff
, Die internationale Wirtschaftstätigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen im Lichte der amtlichen und nicht-amtlichen Statistik, S. 1ff.;
Haunschild/Hauser/Günterberg et al.
, Die Bedeutung der außenwirtschaftlichen Aktivitäten für den deutschen Mittelstand, 4.2007;
Kaus/Leppert
, WISTA 2017, 26;
Kranzusch/Holz
, Internationalisierungsgrad von KMU. Ergebnisse einer Unternehmensbefragung, 2013, S. 9.
3
Zum überproportionalen Beitrag außenhandelstreibender Unternehmen gegenüber nichtaußenhandelstreibenden Unternehmen am Bruttoinlandsprodukt siehe:
Kaus/Leppert
, WISTA 2017, 26; für vergleichbare Zahlen in der Europäischen Union siehe:
Bach/Anne/Nielsen et al.
, Statistics comparing enterprises which trade internationally with those who do not;
Wagner
, Review of World Economics 2012, 235ff.
4
Eigene Darstellung; Daten: UNCTAD Statistics – Merchandise: Total trade and share, annual, 1948–2020.
5
Siehe:
Kronberger/Steigenberger
, in: Gnan/Kronberger (Hrsg.), Exportfinanzierung in der Krise, 2013, S. 149.
6
Vgl.
Wittenzellner
, Sicherungsinstrumente gegen Importrisiken, 1997, S. 118;
Amiti/Weinstein
, Quarterly Journal of Economics 2011, 1844–1845;
Manova
, Review of Economic Studies 2013, 711; zum höheren Kreditvolumen deutscher Exporteure gegenüber Nicht-Exporteuren in den Jahren 2005 bis 2010 vgl.
Goldbach/Nitsch
, World Economy 2014, 887ff.
7
Zur Bedeutung der Außenhandelsfinanzierung in der Finanzmarktkrise siehe:
Haiss/Binder/Hajzeri et al.
, in: Krajíček/Nešleha/Urbanovský (Hrsg.), European Financial Systems 2016. Proceedings of the 13th International Scientific Conference, S. 214ff.
8
Siehe:
Krimphove
, ZfgK 2015, 1118;
European Central Bank
, Corporate Finance and Economic Activity in the Euro Area: Structural Issues Report 2013, August 2013, S. 73;
Bucă/Vermeulen
, Journal of Banking & Finance 2017, 164ff.;
Campello/Graham/Harvey
, Journal of Financial Economics 2010, 483–484;
Bieg
, StB 2009, 66ff.
9
Unter dem Terminus Basel III sind folgende drei Papiere des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht zu subsumieren:
Basel Committee on Banking Supervision
, Basel III. International framework for liquidity risk measurement, standards and monitoring, S. 1ff.;
dass.
, Guidance for national authorities operating the counter-cyclical capital buffer, S. 1ff.;
dass.
, Basel III. A global regulatory framework for more resilient banks and banking systems, S. 1ff.
10
Richtlinie 2013/36/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen, zur Änderung der Richtlinie 2002/87/EG und zur Aufhebung der Richtlinien 2006/48/EG und 2006/49/EG v. 26.06.2013, ABl. Nr. L 176, S. 338.
11
Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012, ABl. Nr. L. 176 v. 27.06.2013, S. 1.
12
Zum Einfluss der Regulierung auf die Kreditvergabe siehe:
Becker/Ergün/Müller
, Deutsches Steuerrecht 2011, 378;
Müller/Brackschulze/Mayer-Fiedrich
, Finanzierung mittelständischer Unternehmen nach Basel III, 2. Aufl., 2011, S. 285;
Stumpf
, BB 2012, 1045;
Hartmann-Wendels
, FLF 2012, 53ff.;
Demary
, IW-Trends 2015, 95ff.; a.A.:
Bacher
, BBK 2010, 1031; zur Reaktion des internationalen, europäischen und nationalen Gesetzgebers auf Banken- und Wirtschaftskrisen vgl.
Krimphove
, ZfgK 2015, 1115ff.
13
Zum negativen Einfluss der Verknappung von Finanzierungsmitteln auf die unternehmerische Investitionsfähigkeit:
Ivashina/Scharfstein
, Journal of Financial Economics 2010, 319ff.; zum signifikant positiven Einfluss des Zugangs zur externen Finanzierung auf das Firmenwachstum kleiner und mittlerer Unternehmen siehe:
Beck/Demirguc-Kunt
, Journal of Banking & Finance 2006, 2934.
14
Siehe:
European Central Bank
, Corporate Finance and Economic Activity in the Euro Area: Structural Issues Report 2013, August 2013, S. 21–25;
Polak/Sirpal/Hamdan
, European Journal of Scientific Research 2012, 323;
Ernst & Young
, Agenda Mittelstand. Wege zum Wachstum. Finanzierungsverhalten im deutschen Mittelstand, September 2013, S. 17–19.
15
Vgl.
Ernst & Young
, Agenda Mittelstand. Wege zum Wachstum. Finanzierungsverhalten im deutschen Mittelstand, September 2013, S. 17–19.
16
Marek
, WISU 2009, 929;
Herke
, Betriebswirtschaftliche Beratung 2013, 310;
Wagner
, FLF 2008, 281.
17
Marek
, WISU 2009, 929.
18
Der Terminus „umgekehrtes Factoring“ ist die deutsche Übersetzung für Reverse Factoring:
Ley
, WPg 2009, 285;
Redenius-Hövermann
, JURA 2019, 806.
19
Seifert/Seifert
, Perspectives for Managers 2009, 1ff.; die Verwendung des Terminus Supply Chain Finance als Synonym für das Reverse Factoring ist abzulehnen. Denn die Supply Chain Finance ist – als Teilbereich des Supply Chain Managements – ein Managementkonzept, das die unternehmensübergreifende Optimierung der Finanzströme in der gesamten Wertschöpfungskette mit den Zielen der Steigerung der finanziellen Performance und der Reduzierung der Risiken aller beteiligten Unternehmen thematisiert. Es umfasst damit eine Vielzahl an Finanzierungsinstrumenten, die in ihrer Wirkungsweise deren Zielen gerecht werden, und ist nicht auf das Reverse Factoring begrenzt (siehe auch unten: Teil II Kapitel 1.1.2, Teil II Kapitel 1.2); zum Konzept der Supply Chain Finance ausführlich:
Pfohl/Gomm
, Logistics Research 2009, 151.
20
Zum Ursprung des Reverse Factorings in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts siehe:
Muñoz
, JR 2013, 2;
Marek
, WISU 2009, 929; zum Einsatz des Reverse Factorings infolge der Finanzmarktkrise vgl.
Lekkakos/Serrano
, International Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2016, 367ff.
21
Siehe:
Hartmann-Wendels/Lehmann-Björnekärr/Moseschus et al.
, Factoring-Handbuch, 2. Aufl., 2018, S. 8;
Clausnitzer/Stumpf
, BB 2016, 2313;
Redenius-Hövermann
, JURA 2019, 803.
22
Vgl.
Seifert/Seifert
, Perspectives for Managers 2009, 2, Abbildung 1;
Koch
, Corporate Finance 2014, 464–465, Abbildung 3;
Seifert/Seifert
, International Commerce Review 2011, 39, Abbildung 4;
Goeij/Onstein/Steeman
, in: Zijm/Clausen/Hompel et al. (Hrsg.), Logistics and Supply Chain Innovation, 2016, S. 263–264, Abbildung 1;
Liebl/Hartmann/Feisel
, International Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2016, 396–397, Abbildung 2;
Wagner
, FLF 2008, 281–282, Abbildung 1.
23
Siehe unten: Abbildung 2.
24
Eigene Darstellung.
25
Der Käufer ist im Verhältnis zum Lieferanten gleichzeitig Debitor. Aus Einfachheitsgründen bezeichnet die Untersuchung im Folgenden den Warenkäufer nur als Käufer.
26
Siehe:
Clausnitzer/Stumpf
, BB 2016, 2313;
Goeij/Onstein/Steeman
, in: Zijm/Clausen/Hompel et al. (Hrsg.), Logistics and Supply Chain Innovation, 2016, S. 261ff.;
Grosse-Ruyken/Brachtendorf/Wagner
, Industrie Management 2014, 29ff.;
Herke
, Betriebswirtschaftliche Beratung 2013, 310;
Iacono/Reindorp/Dellaert
, Inter-national Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2015, 287;
Klapper
, Journal of Banking & Finance 2006, 3116–3117;
Koch
, Corporate Finance 2014, 463–464;
Lekkakos/Serrano
, International Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2016, 368;
Liebl/Hartmann/Feisel
, International Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2016, 393;
Marek
, WISU 2009, 929;
Muñoz
, JR 2013, 2–3;
Polak/Sirpal/Hamdan
, European Journal of Scientific Research 2012, 329;
Seifert/Seifert
, Perspectives for Managers 2009, 2;
dies.
, International Commerce Review 2011, 39;
Schaaf
, ZfgK 2016, 449;
ders.
, FLF 2016, 122;
Stumpf
, BB 2012, 1051;
Tanrisever/Cetinay/Reindorp et al.
, Reverse Factoring for SME Finance, 10.4.2015, S. 3–4;
Van der Vliet/Reindorp/Fransoo
, European Journal of Operational Research 2015, 842;
Van der Vliet/Reindorp/Fransoo
, Improving Service Levels through Reverse Factoring, 13.11.2015, S. 1ff.
27
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.2.2, Teil II Kapitel 3.3.1.2, Teil IV Kapitel 2.6, Teil IV Kapitel 2.7.
28
Siehe:
Clausnitzer/Stumpf
, BB 2016, 2313; siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.2.2, Teil II Kapitel 3.3.1.2, Teil IV Kapitel 2.6, Teil IV Kapitel 2.7.
29
Siehe:
Muñoz
, JR 2013, 4;
Koch
, Corporate Finance 2014, 464;
Marek
, WISU 2009, 930;
Krüger (a)
, in: ders. (Hrsg.), Handbuch Factoringrecht, 2018, S. 500 Rn. 11; siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.2.1, Teil II Kapitel 3.3.2.1.2, Teil IV Kapitel 2.8, Teil IV Kapitel 2.9.
30
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.2.3, Teil II Kapitel 3.3.1.1.2, Teil II Kapitel 3.3.2.2.5.
31
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.4;
Hartmann-Wendels/Moseschus/Wessel
, Factoring-Handbuch, 2014, S. 8;
Clausnitzer/Stumpf
, BB 2016, 2312;
Van der Vlieth/Reindorp/Fransoo
bezeichnen das Reverse Factoring zutreffend als „[...] development of conventional factoring arrangement“, vgl.
Van der Vliet/Reindorp/Fransoo
, European Journal of Operational Research 2015, 842.
32
Auch: Full-Service-Factoring, Old-Line-Factoring oder Voll-Factoring, siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.1.1;
Hartmann-Wendels/Moseschus/Wessel
, Factoring-Handbuch, 2014, S. 7;
Ryba
, Der Betrieb Beilage Nr. 22 1973, 6;
Vormbaum
, Finanzierung der Betriebe, 9. Aufl., 1996, S. 433–434.
33
Auch: Inhouse-Factoring oder Bulk-Factoring; siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.1.2; vgl.
Betsch
, in: Gerke/Steiner (Hrsg.), Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens, 3. Aufl., 2001, Sp. 686.
34
Auch: Maturity-Factoring; siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.1.3; vgl.
ders.
, in: Gerke/Steiner (Hrsg.), Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens, 3. Aufl., 2001, Sp. 686;
Glomb
, Finanzierung durch Factoring, 1969, S. 27.
35
Vgl.
Clausnitzer/Stumpf
, BB 2016, 2313.
36
Die Zugehörigkeit des Reverse Factorings zum Factoring lässt bereits der Terminus „Reverse Factoring“ vermuten, der sich als „umgekehrtes Factoring“ übersetzen lässt, siehe:
Ley
, WPg 2009, 285;
Krüger (a)
, in: ders. (Hrsg.), Handbuch Factoringrecht, 2018, S. 497.
37
Eigene Darstellung.
38
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.1, Teil II Kapitel 1.4.3.
39
Siehe oben: Abbildung 3.
40
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.1, Teil II Kapitel 1.4.3.
42
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.1, Teil II Kapitel 1.4.3.
43
Vgl.
Redenius-Hövermann
, JURA 2019, 803, 806; siehe oben: Abbildung 3.
44
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.2.2, Teil II Kapitel 3.1, Teil II Kapitel 3.2, Teil II Kapitel 3.3.1.
45
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.1, Teil II Kapitel 1.4.3.
46
Vgl.
Moseschus/Wessel
, in: Krüger (Hrsg.), Handbuch Factoringrecht, 2018, S. 13–14 Rn. 42–49; zu Musterverträgen im „klassischen“ Factoring siehe:
Bette
, Das Factoringgeschäft in Deutschland, 1999, S. 107–113;
ders.
, Factoring, 2001, S. 133–140;
ders.
, in: Derleder/Bamberger/Knops (Hrsg.), Handbuch zum deutschen und europäischen Bankrecht, 2. Aufl., 2009, S. 928–933;
Brink
, Factoringvertrag, 1998, S. 19–29;
Hagenmüller/Sommer/Brink
(Hrsg.), Handbuch des nationalen und internationalen Factoring, 3. Aufl. 1997, S. 388–393;
Hermann
(Hrsg.), Handbuch Factoring 2006, S. 147–152;
Nägele
, in: Hoffmann-Becking/Gebele (Hrsg.), Beck’sches Formularbuch Bürgerliches, Handels- und Wirtschaftsrecht, 12. Aufl., 2016;
Philipp
, Factoringvertrag, 2006, S. 38–63.
47
Stellvertretend für viele:
Lekkakos/Serrano
, International Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2016, 368;
Huch/Fache
, die Bank 2015, 44ff.
48
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.2.1, Teil II Kapitel 2.1, Teil II Kapitel 2.2; stellvertretend für viele:
Klapper
, Journal of Banking & Finance 2006, 3111, 3127.
49
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.2.1, Teil II Kapitel 3.3.2.1.2, Teil IV Kapitel 2.8; stellvertretend für viele:
Marek
, WISU 2009, 930;
Wagner
, FLF 2008, 281.
50
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.4.2.1.
51
Siehe:
Wagner
, FLF 2008, 282.
52
Siehe:
ders.
, FLF 2008, 282; zu den „hohen“ Anforderungen des Factors an die Bonität des Käufers siehe:
Liebl/Hartmann/Feisel
, International Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2016, 405;
Van der Vliet/Reindorp/Fransoo
, European Journal of Operational Research 2015, 842.
53
Vgl. zum „klassischen“ Factoring:
Harms
, in: Hilse/Netzel/Simmert (Hrsg.), Praxishandbuch Firmenkunden- geschäft, 2010, S. 229.
54
Siehe:
Koch
, Corporate Finance 2014, 466;
Goeij/Onstein/Steeman
, in: Zijm/Clausen/Hompel et al. (Hrsg.), Logistics and Supply Chain Innovation, 2016, S. 264.
55
Siehe:
Marek
, WISU 2009, 930;
Redenius-Hövermann
, JURA 2019, 807; siehe unten Teil II Kapitel 1.4.2.3, Teil II Kapitel 2.1, Teil II Kapitel 2.2.
56
Zur Vertragsbeziehung zwischen Lieferant und Factor siehe unten: Teil II Kapitel 3.1, Teil II Kapitel 3.3.2.
57
Vgl.
Wagner
, FLF 2008, 281;
Koch
, Corporate Finance 2014, 469.
58
Siehe:
Klapper
, Journal of Banking & Finance 2006, 3128;
Liebl/Hartmann/Feisel
, International Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2016, 404;
Seifert/Seifert
, International Commerce Review 2011, 42–43;
Huch/Fache
, die Bank 2015, 44ff.;
Wagner
, FLF 2008, 282;
Grosse-Ruyken/Brachtendorf/Wagner
, Industrie Management 2014, 30
Seifert
, Collaborative Working Capital Management in Supply Networks, 2010, S. 77; zur Verbesserung der Servicequalität des Lieferanten durch Reverse Factoring:
Lekkakos/Serrano
, Inter-national Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2016, 368;
Van der Vliet/Reindorp/Fransoo
, Improving Service Levels through Reverse Factoring, 13.11.2015, S. 1ff.; allgemein zum negativen Einfluss einer Lieferantenstörung auf den Aktienkurs des Käufers siehe:
Hendricks/Singhal
, Journal of Operations Management 2003, 501ff.
59
Z.B. zur Bindung strategisch bedeutsamer Lieferanten, vgl.
Wagner
, FLF 2008, 282.
60
Siehe:
Clausnitzer/Stumpf
, BB 2016, 2313.
61
Siehe:
Vormbaum
, Finanzierung der Betriebe, 9. Aufl., 1996, S. 432; KLAPPER sieht als Einsatzgebiet für das Reverse Factoring auch Entwicklungsländer, in denen historische Kreditinformationen fehlen, vgl.
Klapper
, Journal of Banking & Finance 2006, 3117.
62
Siehe unten: Teil IV Kapital 2.6.2.3, Teil IV Kapitel 2.6.2.4.
63
Vgl.
Goeij/Onstein/Steeman
, in: Zijm/Clausen/Hompel et al. (Hrsg.), Logistics and Supply Chain Innovation, 2016, S. 264;
Hülsbömer
, Markt und Mittelstand 2014, 49ff.
64
Zu den Anwenderunternehmen:
Lekkakos/Serrano
, International Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2016, 369 (Procter & Gamblés, Volvo, Scania, Caterpillar, Philips, Walmart);
Seifert/Seifert
, International Commerce Review 2011, 40 (Scania);
Locker/Grosse-Ruyken
, Chefsache Finanzen in Einkauf und Supply Chain, 2. Aufl., 2015, S. 160 (Siemens);
Aeppel
, Wall Street Journal, 27.01.2010 (https://www.wsj.com/articles/SB10001424052748704509704575019392199662672) (Caterpillar, Phillips, Rolls Royce);
Global Trade Review
, Global Trade Review, 20.02.2012 (https://www.gtreview.com/news/americas/boeing-backs-sme-suppliers/) (Boeing).
65
Die gestiegene Relevanz in Deutschland zeigt sich auch darin, dass im Jahr 2022 das Reverse Factoring zu den aufsichtsrechtlichen Prüfungsschwerpunkten der BaFin zählt:
BaFin
, Bilanzkontrolle ab 2022: Prüfungsschwer-punkt Reverse Factoring, 29.11.2021.
66
Siehe:
Deutscher Factoring Verband
, Jahresbericht 2018, Mai 2019, S. 13.
67
Siehe:
dass.
, Jahresbericht 2013, März 2014, S. 6.
68
Der Deutsche Factoring Verband ist repräsentativ für die Deutsche Factoring-Branche. Im Jahr 2016 finanzierten die Mitgliedsunternehmen 98 % des in Deutschland gehandelten Forderungsvolumens, siehe:
Hartmann-Wendels
, FLF 2017, 166ff.
69
70
Deutscher Factoring Verband
, Jahresbericht 2013, März 2014, 4, 6.
71
dass.
, Jahresbericht 2019, Mai 2020, S. 22.
72
Vgl.
dass.
, Jahresbericht 2012, März 2013;
dass.
, Jahresbericht 2018, Mai 2019; die Entwicklung des Reverse Factorings im Jahr 2020 findet, aufgrund möglicher Verzerrungen durch die Corona-Pandemie, keine Berücksichtigung.
73
Eigene Darstellung; Daten: Deutscher Factoring-Verband, Jahresberichte 2013–2020:
Deutscher Factoring Verband
, Jahresbericht 2012, März 2013;
dass.
, Jahresbericht 2013, März 2014;
dass.
, Jahresbericht 2014, April 2015;
dass.
, Jahresbericht 2015, März 2016;
dass.
, Jahresbericht 2016, April 2017;
dass.
, Jahresbericht 2017, Mai 2018;
dass.
, Jahresbericht 2018, Mai 2019;
dass.
, Jahresbericht 2019, Mai 2020;
dass.
, Jahresbericht 2020, Mai 2021.
74
So auch:
Liebl/Hartmann/Feisel
, International Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2016, 393.
75
Siehe unten: Teil II Kapitel 1.
76
Siehe unten: Teil II Kapitel 2.
77
Ein Beispiel für mögliche verzerrte Ergebnisse liefern
Seifert/Seifert
, Perspectives for Managers 2009, 2–4;
dies.
, International Commerce Review 2011, 40–44. Sie befragten 23 Manager aus Unternehmen, die Reverse Factoring als Käufer nutzten, zu deren Vorteilen und Schlüsselerfolgsfaktoren bei der Implementierung. Die nicht erfolgte Differenzierung zwischen den verschiedenen Reverse Factoring-Erscheinungsformen macht die Untersuchung und insbesondere die empirischen Ergebnisse (durchschnittliche Working Capital-Reduktion von 13 % für den Käufer und 14 % für den Lieferanten) für den Leser nicht ausreichend interpretierbar.
78
Siehe unten: Teil II Kapitel 2.
79
Beispielhaft zum unterschiedlichen Einfluss von automatischem oder manuellem Forderungskauf auf die maximale Zahlungszielverlängerung beim Reverse Factoring siehe:
Van der Vliet/Reindorp/Fransoo
, European Journal of Operational Research 2015, 848–852.
80
Vgl.
Clausnitzer/Stumpf
, BB 2016, 2313–2316;
Stumpf
, BB 2012, 1051–1052;
Muñoz
, JR 2013, 2ff.;
Koch
, Corporate Finance 2014, 464;
Schaaf
, ZfgK 2016, 448–449;
ders.
, FLF 2016, 122;
Bardens/Geisel/Kuhn et al.
, WPg 2015, 1282;
Herke
, Betriebswirtschaftliche Beratung 2013, 311,
Wagner
, FLF 2008, 281;
Deutscher Factoring Verband
, Entwurf einer Fortsetzung der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Einzelfragen zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IFRS (IDW RS HFA 9), 30.10.2015, S. 2;
BaFin
, Merkblatt Factoring, 05.01.2009, IV. Abs. 4;
IDW
, IDW Fachnachrichten 2016, 494; etwas ausführlicher:
Krüger (a)
, in: ders. (Hrsg.), Handbuch Factoringrecht, 2018, S. 499ff. Rn. 5–18.
81
Zu Musterverträgen zum „klassischen“ Factoring siehe:
Bette
, Das Factoringgeschäft in Deutschland, 1999, S. 107–113;
ders.
, Factoring, 2001, S. 133–140;
ders.
, in: Derleder/Bamberger/Knops (Hrsg.), Handbuch zum deutschen und europäischen Bankrecht, 2. Aufl., 2009, S. 928–933;
Brink
, Factoringvertrag, 1998, S. 19–29;
Hagenmüller/Sommer/Brink
(Hrsg.), Handbuch des nationalen und internationalen Factoring, 3. Aufl. 1997, S. 388–393;
Hermann
(Hrsg.), Handbuch Factoring 2006, S. 147–152;
Nägele
, in: Hoffmann-Becking/Gebele (Hrsg.), Beck’sches Formularbuch Bürgerliches, Handels- und Wirtschaftsrecht, 12. Aufl., 2016;
Philipp
, Factoringvertrag, 2006, S. 38–63.
82
Grundsätzlich zum Handelshemmnis ausländischen Rechts:
Kieninger
, in: Eger (Hrsg.), Internationalisierung des Rechts und seine ökonomische Analyse, 2008, S. 355;
Vogenauer/Weatherill
, JZ 2005, 870ff.;
dies.
, in: dies. (Hrsg.), The Harmonisation of European Contract Law, 2006, 117ff.
83
Siehe:
Goeij/Onstein/Steeman
, in: Zijm/Clausen/Hompel et al. (Hrsg.), Logistics and Supply Chain Innovation, 2016, 270; zu weiteren Implementierungshindernissen beim Reverse Factoring siehe:
Liebl/Hartmann/Feisel
, International Journal of Physical Distribution & Logistics Management 2016, 393ff.
84
Siehe oben: Teil I Kapitel 1.
85
Siehe unten: Teil III.
86
Zum signifikant positiven Einfluss der Finanzierung auf den Export siehe:
Beck
, Journal of International Economics 2002, 107ff.;
dass.
, Review of International Economics 2003, 296ff.;
Amiti/Weinstein
, Quarterly Journal of Economics 2011, 1841ff.;
Manova
, Review of Economic Studies 2013, 711ff.; modelltheoretisch zum Einfluss der Finanzierung auf den Außenhandel siehe bereits:
Kletzer/Bardhan
, Journal of Development Economics 1987, 57ff.
87
Zum überproportionalen Beitrag außenhandelstreibender Unternehmen gegenüber nicht-außenhandelstreibenden Unternehmen zum Bruttoinlandsprodukt siehe:
Kaus/Leppert
, WISTA 2017, 26; für vergleichbare Zahlen in der Europäischen Union siehe:
Bach/Anne/Nielsen et al.
, Statistics comparing enterprises which trade internationally with those who do not;
Wagner
, Review of World Economics 2012, 235ff.
Zum Zweck der Überprüfung oben aufgeführter Problematiken ist im zweiten Teil der Untersuchung zunächst auf die Funktionsweise des Reverse Factorings einzugehen. Dazu ist in Kapitel 1 eine Definition des Reverse Factorings zu entwickeln. Denn die im Schrifttum bisher verwendeten Definitionen sind uneinheitlich. Ferner sind die verschiedenen Erscheinungsformen des Reverse Factorings aufzuzeigen (Kapitel 2). Diese Darstellung ist notwendig, da sich die Erscheinungsformen des Reverse Factorings teils erheblich voneinander unterscheiden. In Kapitel 3 wird die juristische Konstruktion des Reverse Factorings analysiert. Die Analyse konzentriert sich auf die zentralen juristischen Charakteristika des Reverse Factorings zwischen den drei Parteien (Lieferant, Factor und Käufer). Die im Umfeld mit dem Reverse Factoring auftretenden Vertragsbeziehungen, etwa eine Warenkreditversicherung zwischen dem Factor und einem Warenkreditversicherer, finden in der Untersuchung nur am Rande Erwähnung. Denn trotz ihrer durchaus nennenswerten Unterstützungsleistung zählen sie nicht zu dem hier erörterten Modell des Reverse Factorings88. In Kapitel 4 wird die aufsichtsrechtliche Ausgestaltung des Reverse Factorings behandelt.
Im dritten Teil der Untersuchung wird die Methode, mit der das Reverse Factoring im Teil IV auf dessen allgemeinen Vorteile gegenüber vergleichswürdigen Finanzierungsinstrumenten (Teil IV Kapitel 1) und auf dessen vertraglich effiziente Ausgestaltung untersucht wird (Teil IV Kapitel 2), entwickelt. Zu diesem Zweck ist in Kapitel 1 zunächst zu ermitteln, welche Anforderungen die Methode zu erfüllen hat, um die effiziente vertragliche Ausgestaltung des Reverse Factorings analysieren zu können. Daraufhin ist zu untersuchen, ob das einschlägige Schrifttum – nämlich die Finanzierungsforschung (Kapitel 2.1) und die ökonomischen Vertragstheorien (Kapitel 2.2) – Methoden bereithält, die geeignet sind, obige Forschungsfrage zu beantworten (Kapitel 2 und Kapitel 3). Ausgehend von dieser Analyse der methodischen Beiträge des einschlägigen Schrifttums wird in Kapitel 4 eine eigene, hier vertretene Methode entwickelt. Dies erscheint erforderlich, da der Bestand an Theorien der Finanzierungsforschung und der ökonomischen Vertragstheorien keine adäquate Lösungsmöglichkeit zur Effizienzbeurteilung der vertraglichen Gestaltung der Reverse Factoring-Verhältnisse bietet.
Im vierten Teil der Untersuchung wird, mit der im Teil III entwickelten Methode, das Reverse Factoring zunächst auf seine allgemeinen Vorteile gegenüber vergleichswürdigen Finanzierungsinstrumenten (Kapitel 1) (sog. Außenvergleich) analysiert. Vergleichswürdige Finanzierungsinstrumente sind das Standard-Factoring (Kapitel 1.2), die Forfaitierung (Kapitel 1.4), das Wechselgeschäft (Kapitel 1.6), die Asset Backed Securities-Finanzierung (Kapitel 1.8) und das Finetrading (Kapitel 1.10). Sie sind, wie das Reverse Factoring, der Warenfinanzierung zuzuordnen und/oder weisen große inhaltliche Ähnlichkeiten zum Reverse Factoring auf. Das Kapitel 2 bleibt der Analyse der wesentlichen Elemente des Reverse Factorings auf ihre, ökonomisch effiziente vertragliche Ausgestaltung für die beteiligten Parteien (Innenvergleich) vorbehalten. Die in der Untersuchung betrachteten Elemente sind der Einwendungsverzicht des Käufers (Kapitel 2.3), die Aufrechnungsmöglichkeit des Käufers (Kapitel 2.5), die „Anweisung“ des Factors durch den Käufer (Kapitel 2.6), die Delkrederehaftung des Factors (Kapitel 2.8), die Zessionsvariante (Kapitel 2.10), der Vertragstyp (Kapitel 2.11), die Auflösungsmöglichkeiten der Vertragsbeziehungen (Kapitel 2.13) sowie die Ausgestaltung des Reverse Factorings im Internationalen Privatrecht (Kapitel 2.15). Zur Analyse letzterer Problematik fingiert die Untersuchung, dass der Lieferant im europäischen Ausland und der Factor sowie der Käufer in Deutschland ansässig sind (sog. direktes Import-Reverse Factoring) sowie das deutsche Internationale Privatrecht einschlägig ist.89
Im fünften und abschließenden Teil der Untersuchung sind die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung zusammenzufassen. Hierzu zählen die Darstellung der entwickelten Definition und der Systematisierung des Reverse Factorings (Kapitel 1), die Zusammenfassung der rechtlichen Aspekte des Reverse Factorings (Kapitel 2), die Darlegung der in der Untersuchung neu entwickelten Methode (Kapitel 3), und die Zusammenfassung der Ergebnisse des Innen- und Außenvergleichs (Kapitel 4). Die Untersuchung schließt im Kapitel 5 mit einer Methodenkritik.
Die sich im Laufe der Untersuchung ergebenden zusätzlichen Teilprobleme werden innerhalb der Gliederung kenntlich gemacht.
Abbildung 5: Der Gang der Untersuchung
88
Vgl. zur Warenkreditversicherung beim Reverse Factoring:
Marek
, WISU 2009, 929;
Koch
, Corporate Finance 2014, 464;
Sauer
, FLF 2010, 24; ausführlich zur Warenkreditversicherung beim „klassischen“ Factoring:
Bette
, Das Factoringgeschäft in Deutschland, 1999, S. 134–136;
Krüger (b)
, in: ders. (Hrsg.), Handbuch Factoringrecht, 2018, S. 39 Rn. 18;
Hildner/Völker
, in: Krüger (Hrsg.), Handbuch Factoringrecht, 2018, Rn. 1ff.;
Wittchen
, Die Warenkreditversicherung, 1995, S. 240;
Herrmann
, in: Beckmann/Matusche-Beckmann (Hrsg.), Versicherungsrechts-Handbuch, 3. Aufl., 2015, Rn. 22–23.
89
Zur Begründung der Wahl des direkten Import-Reverse Factorings siehe unten: Teil IV Kapitel 2.15, Teil IV Kapitel 2.15.1.
