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Du möchtest überzeugend auftreten und erfolgreich kommunizieren? Du möchtest deine Rede- und Überzeugungskünste spielerisch verbessern? Du möchtest deine Ausdrucksweise verbessern und voller Eloquenz und Schlagfertigkeit reden können?
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Fakt ist: Die Sprache ist das mächtigste Tool der Kommunikation und nur wer richtig reden und kommunizieren kann, wird seine Ziele erreichen – sei es im Job oder im Privatleben.
Werde schon in kurzer Zeit zum Meister der Rhetorik und zum Überzeugungskünstler und nutze das uralte Wissen der antiken Redekunst zu deinem Vorteil.
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Veröffentlichungsjahr: 2022
Scott Hartmann
Rhetorik
Die Kunst des Redens
Wie du ein fantastischer Redner wirst und deine Ausdrucksweise verbesserst – bringe deine Schlagfertigkeit und Kommunikation aufs nächste Level!
Originale Erstausgabe Februar 2022
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Autors untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.
Copyright © 2022 Scott Hartmann
Alle Rechte vorbehalten
1. Auflage
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie, detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter https://portal.dnb.de abrufbar.

Vorwort
Kapitel 1: Basics zur Rhetorik
Rhetorik in der Definition
Persuasio: Zielsetzung der Rhetorik
Schwarze vs. weiße Rhetorik
Rhetorik: Kunstform, Wissenschaft und Werkzeug der Überzeugung
Kapitel 2: Die Geschichte der Rhetorik im Überblick
Inspiration: Berühmte, rhetorisch starke Reden
Kapitel 3: Vorteile – Wie du von rhetorischem Knowhow profitierst
Kapitel 4: Ethikfrage – Ist Rhetorik manipulativ?
Kapitel 5: Rhetorische Stilmittel von A bis Z
Kapitel 6: Teil 1 – Erkennen und Anwenden rhetorischer Stilmittel
Kapitel 7: Rhetorisch starke Reden – Vorbereitung bis Umsetzung
Arten der Rede und ihre Eigenheiten
Reden schreiben: Die fünf Schritte des Rhetorik-Prinzips
Vorbereitung und Schreibprozess nach der SQRRR-Methode
Publikumsanalyse als Ausgangspunkt
Sinnvolle Gliederung einer Rede
Gegenwind einkalkulieren: Prüfung einer Rede aus der Sicht des Skeptikers
Die Fünf-Satz-Regel für kurze, einprägsame Reden
Kapitel 8: Teil 2 – Reden vorbereiten und ausarbeiten
Kapitel 9: Mnemonik – Gedächtniskunst für freies Sprechen
Kapitel 10: Nonverbale Signale – Die Rhetorik des Körpers
Körpersprache im Überblick
Bedeutung der Mimik für Rhetoriker
Gestik: Kleine Gesten ganz groß
Körperhaltungen und ihre Wirkung
Kapitel 11: Teil 3 – Körpersprache lesen und einsetzen
Kapitel 12: 7 Anfängerfehler und wie du sie vermeiden kannst
Kapitel 13: Sprechen vor Publikum – Umgang mit Blackout und Co.
Kapitel 14: Fragen und Antworten
Kapitel 15: Teil 1 – Lösungen
Schlusswort
Impressum
Über unsere Rhetorik machen wir uns meistens keine Gedanken – wir lernen irgendwann sprechen und reden dann einfach vor uns hin. Allerdings kann es sich lohnen, einen näheren Blick auf die eigene Rhetorik zu werfen. So kannst du sie für dich nutzen und aktiv einsetzen, anstatt sie passiv geschehen zu lassen.
Dieses Buch gibt dir nicht nur eine theoretische, sondern auch eine praktische Perspektive auf die Rhetorik. Somit erfährst du:
✓Was die Zielsetzung der Rhetorik ist.
✓Wie sich die schwarze von der weißen Rhetorik unterscheidet.
✓Wie sich Rhetorik geschichtlich entwickelt hat.
✓Welche Vorteile Rhetorik mit sich bringt.
✓Ob Rhetorik moralisch vertretbar ist.
✓Welche rhetorischen Stilmittel es gibt und welchen Zweck sie erfüllen.
✓Wie du rhetorisch starke Reden verfassen und halten kannst.
✓Welchen Einfluss die Körpersprache auf die Rhetorik hat.
✓Wie du typische Anfängerfehler vermeiden kannst.
✓Was du bei dem Sprechen vor Publikum beachten kannst.
Anschließend solltest du alle wichtigen Aspekte kennengelernt haben, sodass du deine Rhetorik auf das nächste Level bringen kannst.
Dein

„Wenn ich einmal all meine Besitztümer abgeben müsste und dürfte nur einen Besitz behalten, ich würde die Kraft der Rede wählen. Denn mit ihrer Hilfe hätte ich bald alle anderen zurückgewonnen.“
– Daniel Webster
Was haben ein Politiker, ein Immobilienmakler, ein Spendensammler, ein Schuhverkäufer und ein Moderator gemeinsam? Ihr Erfolg hängt maßgeblich von ihren rhetorischen Fähigkeiten ab. Denn sie alle haben ein gemeinsames Ziel: das Überzeugen. Immer dann, wenn kommuniziert, gesprochen, diskutiert, gestritten, geflirtet, geworben, gebeten, gelogen oder geschlichtet wird, ist die Rhetorik die entscheidende Zutat, die über „versalzene Suppe oder Gourmetmenü“ entscheidet. Wenn du dich bislang noch nicht wirklich intensiv mit dieser geschichtsträchtigen Kunstform auseinandergesetzt hast, erwartest du womöglich, es nun mit einem recht trockenen Thema zu tun zu bekommen, dessen Anwendungsmöglichkeiten in der alltäglichen Praxis sich in engen Grenzen bewegen.
Zum Glück liegst du damit falsch. Denn auch wenn du kein aufstrebender Politiker oder namhafter Moderator bist und es nicht zu deinen Alltagsaufgaben gehört, Reden vor einem riesigen Publikum zu schwingen, wirst du definitiv davon profitieren, dir rhetorisches Knowhow anzueignen. Natürlich: In diesem Buch kommt einiges an theoretischem Hintergrundwissen auf dich zu. Doch all die Infos und Erklärungen sind darauf ausgelegt, dich im Endeffekt fit dafür zu machen, in der Praxis rhetorisch geschickt agieren zu können. Sei gespannt auf praktisch anwendbare Tipps, verblüffend einfache „fast-zu-leicht-um-funktionieren-zu-können“-Tricks und jede Menge Input, der dich auf deinem Weg, ein Meister der Rhetorik zu werden, voranbringen wird. Kurzum: Herzlich willkommen in der Welt der großen Reden, der sorgsam gewählten, wirkungsvollen Worte und der faszinierenden Kunst der Kommunikation.
„Mach das Maul auf – das ist Rhetorik“ – so pflegte Peter H. Ditko, Gründer der Bonner Rednerschule, in seinen Seminaren zu sagen. Und im Grunde hat er damit natürlich recht. Es geht ums Sprechen und aufs Einfachste heruntergebrochen könnte man schon behaupten, alles, was gesagt wird, ist irgendwie rhetorisch – eben entweder rhetorisch gut oder einfach nur rhetorisch schlecht.
Um Rhetorik umfassend und möglichst präzise zu definieren, reicht dieser simple Ansatz jedoch nicht aus. Und dass es zu kurz gegriffen ist, Rhetorik mit einfachem Reden gleichzusetzen, legt bereits der Begriff an sich nahe. Dieser stammt vom altgriechischen Wort „rhētorikē“ ab, was ins Deutsche übersetzt „Redekunst“ oder „Kunst der Redegewandtheit“ bedeutet. Tatsächlich wird die Rhetorik, wie in Kapitel 2 ausführlich dargelegt wird, seit jeher grundlegend zu den Künsten gezählt. Sie galt und gilt noch immer als die Fähigkeit, in einer ausgefeilten Art mit Worten umzugehen, die das Schreiben und Reden zweifellos zur Kunstform erhebt. Dabei spielen nicht nur die Ästhetik, also die Schönheit von Formulierungen und Ausdrucksweise, sondern auch die Wortwirkung nach außen, sozusagen der erzielbare Effekt auf die Leser und Zuhörer, eine große Rolle.
Die Rhetorik zeichnet sich durch einen Doppelcharakter aus, weshalb sie sich gewissermaßen in verschiedene Bereiche gliedern lässt. Zum einen ist da die allgemeine Rhetorik, die sich auf die Theorie bezieht und auch den wissenschaftlichen Sektor miteinbezieht. Daran angelehnt sind einige andere Wissenschaften, darunter die Linguistik und die Sprechwissenschaft. Außerdem werden Einflüsse und Erkenntnisse aus der Psychologie herangezogen. Wer versucht, Notwendigkeit, Zielsetzung, Methoden, Entwicklung und Wirkungsweisen der Rhetorik zu verstehen, bewegt sich damit auf dem Gebiet der allgemeinen Rhetorik, das die Menschen seit Jahrhunderten beschäftigt und entsprechend von weitreichenden und vielfältigen Ansätzen, Techniken und Regeln geprägt ist.
Herr Ditko spielte mit seinem einprägsamen Zitat ganz eindeutig auf den zweiten wichtigen Bereich, die angewandte Rhetorik, an. Sie lenkt uns in die Praxis der Redekunst und wird manchmal auch Gesprächsrhetorik genannt. Unerheblich ist dabei zunächst, ob ein Monolog oder ein Dialog geführt wird – die Rhetorik deckt beides ab. Wer spricht und dabei auf Regelungen oder Grundsätze der allgemeinen Rhetorik zurückgreift, bedient sich automatisch der angewandten Rhetorik, selbst wenn dies gänzlich unbewusst und quasi rein zufällig geschieht.
Vermutlich hast du selbst also bereits vielfach rhetorisch gesprochen, ohne dies im jeweiligen Moment zu erahnen. Du siehst: Es gibt wirklich einfacheres, als Rhetorik zu definieren. Dennoch möchten wir an dieser Stelle einen Versuch – ohne Anspruch auf Perfektion – wagen und zusammenfassend Folgendes festhalten:
Der Begriff Rhetorik, unter den die allgemeine Rhetorik (wissenschaftlich-theoretisch) und die angewandte Rhetorik (praktisch) fallen, beschreibt die Redekunst und somit die Lehre und Ausführung des bedachten, einer Zielsetzung folgenden und eine Wirkung beim Leser/Zuhörer bezweckenden Umgangs mit Worten.
Wenn im weiteren Verlauf dieses Buches die Rede von Rhetorik ist, ist damit hauptsächlich die angewandte Rhetorik gemeint.
Unsere eben festgelegte Definition wirft direkt eine wichtige Frage auf: Welches Ziel wird mit der angewandten Rhetorik verfolgt? In der Antike beschrieb ein einziges Wort dieses Ziel. Es lautet „Persuasio“ zu Deutsch „Überzeugung“ und bringt ziemlich genau auf den Punkt, welche Zielsetzung der Rhetorik auch heute noch weitestgehend zugrunde liegt. Es geht darum, mithilfe der Sprache so auf den Zuhörer einzuwirken, dass dieser eine vom Redner gewählte Überzeugung annimmt. Die Rhetorik gibt dem Redner also im Idealfall die Möglichkeit, seine Meinungen, seine Glaubensannahmen oder seine Theorien an den Mann zu bringen, und zwar auf eine Art und Weise, die den Zuhörer letztendlich davon überzeugt, dieselben Meinungen, Annahmen und Theorien für sich zu übernehmen beziehungsweise für wahr/logisch/(ethisch) richtig zu erachten. Anstelle der Überzeugung wird nicht selten auch das Wort „Überredung“ verwendet,
was ebenso zutrifft und darüber hinaus anschaulich das Reden mit dem Überzeugen vereint.
Manchmal sind es jedoch gar nicht die Überzeugungen des Redners, die dieser seinen Zuhörern mittels Rhetorik schmackhaft machen möchte, sondern ganz gezielt davon abweichende Meinungen und Anschauungen oder sogar Lügen, deren Unwahrheit sich der Redner selbst bewusst ist. Guten Rhetorikern gelingt es, Menschen sogar von Dingen zu überzeugen, die sie selbst für ausgemachten Blödsinn halten. Wenn du schon einmal einen Vortrag besucht hast, dessen Inhalt du zu Beginn skeptisch gegenüber standest, der diese Skepsis aber beseitigen, Zweifel ausräumen und dich den Saal am Ende mit dem Gefühl, dazugelernt und „zur Wahrheit“ – wie auch immer diese aussehen mag – gefunden zu haben, verlassen ließ, hast du höchstwahrscheinlich einem begnadeten Rhetoriker gelauscht. Denn je mehr Skepsis, Misstrauen und Abneigung der Zuhörer von Grund auf mitbringt, desto stärker muss die rhetorische Rede natürlich ausfallen, um dessen Meinung grundlegend verändern zu können. Ob das Ziel – Persuasio – erreicht werden kann, hängt von einer Vielzahl verschiedener Faktoren ab, von denen die meisten im Sinne der Rhetorik günstig beeinflusst werden können. Wie genau das gelingt, welche Mittel und Wege die „rhetorische Schatztruhe“ an uralten und neueren Methoden zu bieten hat und wie du selbst es schaffst, deinen Zielen dank der Rhetorik ein großes Stück näherzukommen, wird in den weiteren Kapiteln dieses Buches nach und nach vermittelt.
Wenn du schon einmal versucht hast, dich online ein bisschen über Rhetorik schlau zu machen, bist du in diesem Zusammenhang vermutlich ziemlich früh über die Zusätze „schwarz“ und „weiß“ gestoßen. Insbesondere die sogenannte schwarze Rhetorik wird aktuell im Rahmen verschiedenster schriftlicher Formate und Podcasts gehypt: Lügen, Betrügen und Täuschen mittels Rhetorik scheint im Trend zu liegen. Denn genau das ist es, womit sich die schwarze Rhetorik befasst. Es handelt sich quasi um die dunkle Seite der Redekunst, die viel mit Manipulation zu tun hat und zweifelsohne eine kräftige Faszination auf viele Menschen auszuüben scheint.
Im Gegensatz dazu wird die weiße Rhetorik als „brave, sittliche, ethisch vertretbare“ Version dargestellt – eine Überzeugungskunst der Gewissenhaften und Rechtschaffenen, die Erfolg verspricht, ohne Opfer zu fordern oder ein Abweichen vom „rechten Weg“ zur Notwendigkeit zu machen. Auch wenn wir erst in Kapitel 4 genauer auf die Ethikfrage eingehen und uns ansehen, inwiefern sich der Einsatz rhetorischer Mittel als moralisch einwandfrei oder verwerflich einordnen lässt, sei an dieser Stelle bereits eines gesagt: Die Unterteilung in „schwarz“ und „weiß“ zeichnet eine verfälscht einfache Darstellung einer eigentlich höchst komplexen Thematik und verlieht der Redekunst und ihrem Einsatz einen mystischen Hauch – man denke nur an schwarze und weiße Magie –, der sich zwar wunderbar für reißerische Headlines und Aufmacher gebrauchen lässt, einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den völlig zurecht gestellten, die Ethik und Moral betreffenden Fragestellungen rund um die Rhetorik jedoch nicht unbedingt zuträglich ist.
Schon jetzt solltest du dich also von dem Gedanken verabschieden, „gute“ oder „böse“ Rhetorik ausüben zu wollen oder zu können beziehungsweise dich für die „dunkle“ oder „helle“ Seite entscheiden zu müssen, als würdest du einem zwielichtigen Hexenzirkel beitreten. Versuche, dir zunächst eine möglichst neutrale, unvoreingenommene und wertungsfreie Sicht auf die Redekunst und deren Methoden zu bewahren, und sei gespannt darauf, das rhetorische Ethikproblem in Kürze „auf Augenhöhe“ kennenzulernen.
Nachdem du nun einen ersten, wenn auch kurzen und recht oberflächlichen Blick auf das Wesen der Rhetorik werfen konntest, ist hoffentlich deine Neugier darauf geweckt, die Thematik vollumfänglich zu beleuchten, aus mehreren Perspektiven zu betrachten und nicht zuletzt selbst in die Praxis einzutauchen. Dieses Buch lädt dich herzlich dazu ein, mit jedem Kapitel ein paar weitere Aspekte und Seiten der äußerst facettenreichen Redekunst kennenzulernen, dein Wissen zu erweitern und dich allem voran selbst auszuprobieren, um dein rhetorisches Geschick auszubauen. Sei gespannt darauf, die Welt der Rhetorik zu entdecken, konkrete
Techniken und Stilmittel sowie deren Anwendung zu erlernen, zu beobachten, wie die Begeisterung für die Redekunst in dir wächst, und im Endeffekt herauszufinden, wie du in deinem alltäglichen Leben von rhetorischem Knowhow profitieren kannst. Alles, was du brauchst, ist ein bisschen Zeit für das aufmerksame, ungestörte Lesen sowie die Bereitschaft, dich der Thematik ernsthaft anzunehmen und dich auf neue Erfahrungen und Lerninhalte einzulassen. Viel Spaß!
Ein kurzer Überblick
✓Die Rhetorik ist die Kunst der Redegewandtheit und wird in die allgemeine Rhetorik (wissenschaftlich-theoretisch) und die angewandte Rhetorik (praktisch) untergliedert.
✓Das Ziel der angewandten Rhetorik ist die Überzeugung beziehungsweise Überredung des Zuhörers/Lesers.
✓Rhetorik in „schwarz“ oder „weiß“ beziehungsweise „gut“ oder „böse“ zu unterteilen, greift zu kurz und wird der sich ergebenden Ethikproblematik nicht gerecht. Die Ethikfrage ist deutlich komplexer und wird in Kapitel 4 detailliert aufgegriffen.
„Im Anfang war das Wort.“
– Johannes 1,1 (Neues Testament, Bibel)
Wer die Rhetorik und ihre Bedeutung wirklich begreifen möchte, kommt nicht umhin, sich mit ihrer Geschichte zu befassen. Denn was wir heute unter Rhetorik verstehen und über die Redekunst wissen, ist das Ergebnis dessen, was sich vor Jahrhunderten und Jahrtausenden auf dem rhetorischen Parkett ereignete. Wir haben es hier mit einer Thematik zu tun, die kaum geschichtsträchtiger sein könnte, und deren Wurzeln nicht nur enorm weit zurückreichen, sondern auch äußerst spannende Wendungen, Kurven und Verästelungen aufweisen. Solltest du dich überhaupt nicht für die Geschichte der Rhetorik interessieren, kannst du dieses Kapitel prinzipiell auch überspringen oder später nachlesen, denn im Wesentlichen bauen die weiteren Inhalte dieses Buches nicht direkt darauf auf. Dennoch ist es ganz gewiss keine Zeitverschwendung, dich hier und jetzt einmal der geschichtlichen Entwicklung der Redekunst zu widmen und somit Stück für Stück nachzuvollziehen, welche prägenden Phasen und wegweisenden Geschehnisse zum heutigen Stand und Charakter der Rhetorik geführt haben.
5. Jahrhundert v. Chr.: Die Geburtsstunde der Rhetorik
Unsere Reise durch die Geschichte der Redekunst beginnt im 5. Jahrhundert v. Chr., also vor rund 2.500 Jahren. Im antiken Griechenland war es damals gang und gäbe, rechtliche Konflikte vor Gericht mündlich zu klären. Die beteiligten Parteien trugen ihre Anliegen, Beschwerden und (Gegen-) Argumente vor und nicht selten entschied das Gericht zu Gunsten dessen, der schlicht und ergreifend überzeugender auftrat. Und auch im politischen Kontext erwies sich die Fähigkeit, die Zuhörer rednerisch mitzureißen, schlüssig zu argumentieren und überzeugend aufs Publikum einzuwirken als äußerst nützlich, zum Beispiel um Wahlen zu beeinflussen oder einzelne konkrete politische Ziele durchzusetzen. So stellten sich bestimmte Fragen: Worauf kommt es beim Sprechen vor Publikum an? Was wirkt sich positiv und überzeugend aus, was eher weniger? Welche
Elemente dürfen bei einer gelungenen Rede – ob nun vor Gericht oder in der Politik – nicht fehlen?
Erstmals wurden Versuche unternommen, solche Fragestellungen durch das grobe Aufstellen eines Systems der Redekunst zu beantworten, womit die wissenschaftliche Rhetorik geboren war. Der wohl bedeutendste und erste wahre Rhetoriker war der Sizilianer Korax, der als begnadeter Redner bekannt war und als erster seiner Zeit Analysen auf dem Gebiet der Rhetorik durchführte sowie daraus resultierende Theorien aufstellte. Aufgrund des politischen und rechtlichen Einflusses, der durch die Redekunst erlangt werden konnte, war die Nachfrage nach einer Möglichkeit, sich entsprechendes Wissen und praktische Fähigkeiten anzueignen, groß und Korax begann, seine Erkenntnisse an ausgewählte Schüler weiterzugeben. Als Gründer der ersten Rhetorikschule verfasste er zahlreiche Lehrschriften und Bücher, von denen leider nur winzige Bruchstücke bis heute überliefert wurden. Aus ihnen ist ersichtlich, dass Korax gemeinsam mit seinem besten Schüler Teisias Modelle rhetorischer Reden aufstellte, die dazu anleiteten, die Schlüsselelemente überzeugender Vorträge zu erstellen und zu einer rhetorisch einwandfreien Rede zusammenzusetzen. Da keine früheren Hinweise auf ähnlich spezifische und wissenschaftlich fundierte Arbeiten existieren, gelten Korax und Teisias als Begründer der modernen Rhetorik.
Platon und Isokrates – Feindschaft unter Rhetorikern
Korax war lediglich der erste, nicht aber der einzige Redner der griechischen Antike, dem es gelang, eine eigene Rhetorikschule zu gründen und erfolgreich zu führen. Ein weiterer berühmter Redner und Lehrer war Isokrates, der zunächst als Redenschreiber Bekanntheit erlangte. Selbst wagte er sich nur selten vor Publikum, denn Isokrates war enorm schüchtern und seine dünne, leicht zu überhörende Stimme stand ihm im Weg. Dafür hatte er als Lehrer umso mehr Talent und verstand es, seine Schüler in der Gerichtsargumentation und politischen Redenführung zu unterrichten.
Etwa zur selben Zeit entwickelte der griechische Philosoph Platon ein rhetorisches Konzept und begann ebenfalls nach seiner eigenen Schule zu unterrichten. Allerdings hatten die beiden Rhetoriker ein grundlegend unterschiedliches Verständnis der Redekunst. Während sich Isokrates, genau wie Korax, auf den Monolog und die überzeugende Wirkung des Vortrags konzentrierte, war Platon der Ansicht, dass nur ein Dialog eine Annäherung an die Wahrheit möglich mache und Zuhörern wie Gesprächspartnern die Möglichkeit gegeben sein müsse, eigene Schlüsse zu ziehen. Denn – so Platon – die Rhetorik müsse objektives, wahrhaftiges Wissen und nicht etwa subjektive Meinungen in den Mittelpunkt stellen. Alles andere sei pure Heuchelei, ja geradezu eine unverschämte, verlogene Scheinheiligkeit.
So standen sich zwei der größten Rednerschulen gegenüber, unfähig, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Beide Rhetoriker verwandten viel Zeit auf Versuche, die Ansicht des jeweils anderen unter Einsatz der eigenen rhetorischen Techniken zu widerlegen, ohne dass aus diesem Kampf der Worte je ein klarer Sieger hervorging. Dennoch profitierten Isokrates und Platon von ihrem Disput, denn dieser steigerte ihren Bekanntheitsgrad und brachte interessierte Rednerschüler anderer Schulen dazu, sich trotz dem Verfolgen abweichender Lehren mit den beiden im Streit liegenden Rhetorikschulen zu befassen.
Aristoteles und die erste Systematik der Rhetorik
Aristoteles, seines Zeichens zweifelsohne einer der einflussreichsten Gelehrten der griechischen Geschichte, stand auf der Seite Platons und war zwanzig Jahre lang Schüler an der Platonischen Akademie für Redekunst. Inspiriert und deutlich beeinflusst von seinem Mentor, begann er im Anschluss damit, die erste wirkliche Systematik der Rhetorik, die „téchnē rhētorikē“, zu erarbeiten. Seine „Technik der Rhetorik“ befasst sich in der Hauptsache mit dem Schreiben von Reden, ganz nach Platon unter Berücksichtigung vorrangig praktischer Ziele. Stilistische Aspekte ließ er nicht gänzlich unter den Tisch fallen, behandelte diese jedoch eher stiefmütterlich. Diesem Ansatz blieb er auch in seinem zweiten großen Werk, der „Topik“, treu, in dem er eine dialogische Argumentationstheorie verschriftlichte und mit dem er die damalige Dialektik nachhaltig beeinflusste.
Rhetorik im antiken Rom
Möchte man die Rhetorik der Antike zumindest im Ansatz umfangreich darstellen, kann man sich keinesfalls ausschließlich mit der Redekunst in Griechenland beschäftigen. Wir begeben uns also ins antike Rom, denn auch dort spielte sich ein elementarer Teil der Geschichte der Redekunst ab. Die römische Rhetorik, die genau wie ihr griechisches Äquivalent aus dem Bedarf an wirkungsvollen Reden in Politik, Justiz und Militär entstand, war zunächst stark praxisorientiert. Mit dem Ende der Punischen Kriege um 150 v. Chr. brachten griechische Gelehrte die Rhetorik ihrer Heimat und damit auch die wissenschaftliche Rhetorik nach Rom.
Zur Herrschaftszeit von Julius Caesar erlebte der bekannte Rhetoriker Cicero seinen Aufschwung, indem er verschiedene Positionen von öffentlichem Interesse vor Gericht vertrat. Ihm gelang es mit seinen Reden, die rhetorisch eindeutig an Platon und Aristoteles angelehnt waren, außerdem, die Wahl zum Konsul für sich zu entscheiden. Im Laufe seines Lebens fertigte Cicero zahlreiche rhetoriktheoretische Schriften an, von denen glücklicherweise viele bis heute erhalten sind. Zu den aufsehenerregendsten und bedeutendsten Werken des Philosophen gehören „Partitiones oratoriae“ (Einteilungen der Redekunst), „Orator“ (Der Redner) und „Topica“ (Topik/Beweislehre).
Quintilian, der letzte große Vordenker und Vertreter der antiken Rhetorik, führte gewissermaßen das Schaffen Ciceros im antiken Rom fort. Er orientierte sich unverkennbar an Ciceros stilistischen und taktischen Vorgehensweisen, wagte es aber zeitgleich auch, neue Wege zu gehen, und gab der Pädagogik einen Platz in seinen rhetorischen Lehren. Als erster staatlich besoldeter Rhetoriklehrer im antiken Rom maß er Ethik und Moral in der Redekunst einen hohen Stellenwert bei und verschrieb sich dem Unterrichten mit Leib und Seele, wie aus seinem erfolgreichsten Werk „Institutio oratoria“ ersichtlich wird. Quintilian brachte seine rhetorischen Lehren immer wieder mit der Kindererziehung in Zusammenhang und kreierte mitunter ein Erziehungssystem für das Unterrichten und Heranziehen eines begabten Redners von Kindesbeinen auf – ein Ansatz, der Wellen schlug, war er doch absolut neu und hatte wenig mit den rhetorischen Standardsystemen der damaligen Zeit zu tun.
Mittelalter: Redekunst und Christentum
Trotz verschiedener Hürden und „Imageproblemen“ bestand die Rhetorik über die Jahrhunderte hinweg fort und stellte ihre Daseinsberechtigung auch im Mittelalter, zwischen dem 4. und dem 14. Jahrhundert n. Chr., wiederholt unter Beweis. Wie allseits bekannt, war das Mittelalter eine größtenteils immens religiös geprägte Zeit und auch hier erwies sich die Rhetorik als überaus nützliches Instrument. Man denke nur einmal an die Prediger, die selbstverständlich von der Redekunst profitierten. Darüber hinaus wurden rhetorische Techniken und Methoden beim Versuch, Theologie und Philosophie in vermeintlich wissenschaftlicher Manier voneinander zu trennen, eingesetzt. Nach und nach etablierte sich das Rhetorikstudium als Lehrinhalt an etlichen Klöstern. Zudem gehörte die Rhetorik als Fach zum sogenannten „Trivium“ (Dreiweg), dem Teil der im Mittelalter an Universitäten unterrichteten sieben Künste, der sich mit der Sprache befasste. Der Grammatik (formal korrektes Reden) und der Dialektik (inhaltlich korrektes Reden) fügte die Rhetorik (verständliches Reden) eine dritte Komponente bei, welche die beiden ersten überaus sinnvoll ergänzen konnte.
Das Hauptanwendungsgebiet der Rhetorik verschob sich im christlichen Mittelalter weg von weltlichen Einsatzgebieten und hin zu Gebetsschriften, Briefen und Predigten. Aus heutiger Sicht wird das Mittelalter daher oftmals als eher unbedeutende Zeit für die rhetorischen Lehren angesehen, bewegte sich deren Ausführung doch in engen, hauptsächlich von der Religion diktierten Grenzen.
Renaissance: Neue Blütezeit der Redekunst
Wie für so viele Bereiche der Kunst, läutete die Renaissance auch für die Rhetorik eine neue Blütezeit ein. Zunächst noch gehemmt von der übermächtigen Theologie und bestimmten „Rivalen“, wie etwa der scholastischen Philosophie, konnte sich die Redekunst allem voran durch den Einfluss der Humanisten wieder entfalten und weiterentwickeln.
