Rückenschmerzen? Jetzt reicht‘s - Prof. Dr. med. Basem Ishak - E-Book

Rückenschmerzen? Jetzt reicht‘s E-Book

Prof. Dr. med. Basem Ishak

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Beschreibung

Rückenschmerzen verstehen – heilen – vorbeugen. Ergreif deine Chance, mit dem ganzheitlichen Ansatz des renommierten Wirbelsäulenspezialisten Prof. Dr. med. Basem Ishak endlich schmerzfrei zu werden.

„Es ist zum Verzweifeln!“ Wenn du das denkst, bist du nicht allein. Millionen Menschen kämpfen mit Rückenschmerzen – oft über Jahre, oft ohne Hilfe. Zu viele fühlen sich nicht ernst genommen, falsch behandelt oder vorschnell zu einer riskanten Operation gedrängt.

Prof. Dr. med. Basem Ishak, renommierter Wirbelsäulenspezialist, zeigt in seinem Buch einen anderen Weg: fundiert, verständlich und direkt aus der Praxis. Er kennt nicht nur die medizinische Seite, sondern auch die emotionale Belastung – und er weiß, was wirklich hilft. Erfahre, - warum Rückenschmerzen nicht „nur im Kopf“ sind – und wie das Gehirn trotzdem bei der Heilung hilft, - wie du durch Bewegung, Körperbewusstsein und kleine Alltagstricks die Kontrolle zurückgewinnst, - was Schmerzmittel, Spritzen oder OPs wirklich leisten – und wann man sie braucht (und wann nicht!), - welche häufigen Denkfehler Rückenschmerz-Patienten machen – und wie du sie vermeidest. - Inklusive 31 Übungen für einen gesunden Rücken!

Ein Mutmach-Buch mit Substanz: wissenschaftlich fundiert, lebensnah geschrieben – und voller konkreter Hilfen für den Alltag. Der Autor nimmt dabei nicht nur die Möglichkeiten der Schulmedizin in den Blick, sondern klärt auch über alternative Heilmethoden auf und gibt Tipps, welche Fragen du deinem Arzt stellen solltest. Nach der Lektüre hast du somit alle Informationen, um deine Reise zur Schmerzfreiheit anzutreten.

Vertraue einem Experten, der nicht nur die Theorie kennt, sondern täglich mit Patienten arbeitet. Hol dir jetzt die Kontrolle zurück – und starte noch heute in ein Leben ohne Rückenschmerzen!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Prof. Dr. med. Basem Ishak

Rückenschmerzen? Jetzt reicht's

Dein Weg raus aus dem Schmerz, ohne gleicht zu operieren

Eine Marke von EK-2 Publishing

Ihre Zufriedenheit ist unser Ziel!

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

zunächst möchten wir uns herzlich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie dieses Buch erworben haben. Wir sind ein mittelständisches Familienunternehmen aus Duisburg und freuen uns riesig über jeden einzelnen Verkauf!

Wir sind bestrebt, jedes unserer Bücher für Sie zu einem ganz besonderen Leseerlebnis zu machen. Daher liegt uns Ihre Meinung sehr am Herzen!

Wir freuen uns über Ihr Feedback zu unserem Buch. Haben Sie Anmerkungen? Kritik? Bitte lassen Sie es uns wissen. Ihre Rückmeldung ist wertvoll für uns, damit wir in Zukunft noch bessere Bücher für Sie machen können.

Schreiben Sie uns: [email protected]

Nun wünschen wir Ihnen ein angenehmes Leseerlebnis!

Ihr EK-2 Publishing-Team

1. Vorwort: Mein Weg – Vom Frust zur Lösung

Leidest du unter Rückenschmerzen? Oder kennst du jemanden, der unter Rückenschmerzen leidet und dem du gerne helfen möchtest? Dann bist du hier genau richtig. Dieses Buch ist nicht einfach nur ein weiterer Ratgeber, der oberflächliche Tipps gibt, die vielleicht nur kurzfristig Erleichterung verschaffen. Nein, hier möchte ich dir gezielt dabei helfen, deine Rückenschmerzen langfristig und nachhaltig zu überwinden. Mein Ziel ist es, dir die wichtigen Informationen und Werkzeuge an die Hand zu geben, die du brauchst, um selbst aktiv zu werden und die Kontrolle zurückzugewinnen. Denn eines ist sicher: Nur wer aktiv gegen den Schmerz vorgeht, ihn versteht und entschlossen handelt, kann ihn letztendlich besiegen. Du wirst hier nicht nur für dich wertvolle Tipps und Ratschläge finden, sondern auch für andere Menschen in deinem Umfeld, die mit ähnlichen Beschwerden kämpfen und möglicherweise ebenfalls Unterstützung brauchen. Niemand muss sich von Schmerzen beherrschen oder in seiner Lebensqualität einschränken lassen. Vielmehr ist es möglich, die Kontrolle zurückzugewinnen und aktiv gegen die Beschwerden vorzugehen. Lass uns gemeinsam den ersten Schritt in Richtung Schmerzfreiheit machen und eine nachhaltige Lösung finden!

Wie ich selbst von der Komplexität der Rückenschmerzen fasziniert wurde

Vielleicht klingt es auf den ersten Blick seltsam oder ungewöhnlich, aber das Thema Rückenschmerzen war für mich schon in jungen Jahren allgegenwärtig. Bereits als Kind hörte ich immer wieder von Menschen in meinem direkten Umfeld, die darunter litten und deren Leben dadurch stark eingeschränkt wurde. Der Vater eines engen Freundes konnte zum Beispiel eines Tages plötzlich nicht mehr mit uns Fußball spielen, weil er sich „den Rücken verrenkt“ hatte. Das war für uns Kinder schwer zu verstehen. Wie konnte jemand so plötzlich ausfallen und so stark beeinträchtigt sein? Die Mutter eines anderen Freundes klagte immer wieder über „Hexenschüsse“, die sie teilweise tagelang ans Bett fesselten und ihr den Alltag erschwerten. Diese Begriffe wie „Hexenschuss“ oder „Rückenverrenkung“ waren für mich als Jugendlicher noch weit entfernt und kaum greifbar, doch ich begann, mich zu fragen, was dahintersteckt und warum so viele Menschen davon betroffen sind.

Im Laufe der Zeit wurde mir immer klarer, wie ernst diese Probleme wirklich waren und wie stark sie das tägliche Leben vieler Menschen beeinflussten. Lehrer im Gymnasium fehlten manchmal wochenlang, weil sie an Bandscheibenvorfällen oder anderen schweren Rückenproblemen litten. Diese langen Ausfälle prägten nicht nur meine Schulzeit, sondern gaben mir auch einen tieferen Einblick in die Tragweite dieser Beschwerden. Besonders einprägsam war eine Lehrerin, die nach einer schweren Rückenoperation wieder zurückkehrte – aber den Unterricht nur mit Mühe und unter sichtbaren Schmerzen fortsetzen konnte. Auch während meiner Studienzeit an der Universität begegnete mir das Thema Rückenschmerzen immer wieder. Mehrere Professoren litten sichtbar darunter, und auch nach medizinischen Eingriffen oder längerer Therapie war eine vollständige Genesung oft nicht gewährleistet.

Es scheint also wirklich zu stimmen, dass Rückenschmerzen zu den sogenannten Volkskrankheiten gehören. Ich war als junger Mensch beeindruckt und erstaunt zugleich, wie weit verbreitet diese Beschwerden waren, und stellte mir die Frage: Wie kann ein Problem, das so viele Menschen betrifft, so schwer zu lösen sein? Es schien niemanden zu verschonen – egal ob jung oder alt, sportlich oder inaktiv, ob körperlich arbeitend oder im Büro. Ich begann, Rückenschmerzen nicht nur als rein körperliches Problem zu sehen, sondern als eine Herausforderung, die das gesamte Leben der Betroffenen beeinflusst: von der Arbeit über die Freizeitgestaltung bis hin zum sozialen Miteinander bzw. den Beziehungen zu anderen Menschen.

Diese Beobachtungen ließen mich nicht mehr los und begleiteten mich weiterhin. Schließlich führten sie mich zu meinem Studium und meiner Spezialisierung in der Medizin. Im Laufe meiner umfassenden Ausbildung wurde mir immer klarer, wie komplex das Zusammenspiel von Muskulatur, Nerven und Wirbelsäule wirklich ist und wie viele Faktoren zu den Schmerzen beitragen können. Rückenschmerzen sind oft das Ergebnis einer Vielzahl kleiner Faktoren, die man auf den ersten Blick leicht übersieht. Genau daran scheitert häufig die Genesung – weil nicht alle Ursachen erkannt, erfasst und gezielt angegangen werden.

Während meiner beruflichen Laufbahn und praktischen Erfahrung habe ich unzählige Patienten getroffen, die sich in einer scheinbar ausweglosen Situation befanden. Sie wussten nicht, was genau mit ihnen los war, oder hatten das Gefühl, von ihren Ärzten oder Therapeuten nicht ernst genommen zu werden. Manchmal lag es auch schlicht daran, dass der behandelnde Arzt wenig Zeit hatte, den Patienten ausführlich zuzuhören und die eigentliche Ursache der Schmerzen umfassend zu erfassen. Diese Erfahrungen haben mich dazu motiviert, tiefer zu forschen, intensiver zu lernen und nach besseren Lösungen zu suchen. Denn eines steht fest: Rückenschmerzen können dein Leben dominieren und einschränken – aber du musst das nicht hinnehmen. Es gibt Wege heraus.

Dieses Buch ist anders

Was dieses Buch von anderen unterscheidet, ist die klare, verständliche und praxisnahe Sprache, die ich bewusst gewählt habe. Hier wirst du keine komplizierten medizinischen Fachbegriffe oder Erklärungen finden, die mehr Verwirrung stiften als Klarheit schaffen. Stattdessen möchte ich dir die Antworten auf die Fragen geben, die dich wirklich beschäftigen und dir eine Lösung bieten. Fragen, die du dir vielleicht schon lange stellst, aber auf die du bisher keine befriedigende Antwort gefunden hast. Du bist mit deinen Rückenschmerzen nicht allein. Dieses Buch ist für dich geschrieben – um dir zu zeigen, was wirklich hinter deinen Schmerzen steckt, und was noch viel wichtiger ist, wie du sie endlich loswerden kannst.

Es geht darum, die Kontrolle über deinen Körper und dein Wohlbefinden zurückzugewinnen. Rückenschmerzen müssen nicht das Ende deiner Lebensqualität oder deiner Bewegungsfreiheit bedeuten. Du kannst aktiv werden und die Ursachen gezielt angehen. Lass dich nicht von deinen Beschwerden ausbremsen oder einschränken. Stattdessen möchte ich dir mit diesem Buch helfen, die richtigen Schritte zu gehen, um deine Schmerzen hinter dir zu lassen und wieder ein unbeschwertes, aktives und freies Leben zu führen.

2. Warum bin ich der Typ, der dir wirklich helfen kann?

Wenn du diese Zeilen liest, befindest du dich wahrscheinlich schon seit einiger Zeit in der Sackgasse, die Rückenschmerzen oft mit sich bringen. Vielleicht hast du bereits zahlreiche Therapiemethoden ausprobiert – von Schmerzmitteln, die dir nur kurzfristig Linderung verschafft haben, über Physiotherapie bis hin zu alternativen Behandlungen – und trotzdem keine dauerhafte Verbesserung erfahren. Die Enttäuschung, wenn nichts langfristig hilft, kann lähmend sein. Aber genau an dieser Stelle komme ich ins Spiel.

Als Neurochirurg, Sportmediziner und internationaler Spezialist verfüge ich über umfassende Kenntnisse, um die vielschichtigen Ursachen deiner Rückenschmerzen zu verstehen und gezielt zu behandeln. Meine Expertise basiert auf jahrzehntelanger Erfahrung in Forschung und Praxis – sowohl in führenden medizinischen Einrichtungen in Deutschland als auch in den USA sowie anderen renommierten internationalen Zentren. Rückenschmerzen sind selten auf eine einzelne Ursache zurückzuführen. Sie sind oft das Ergebnis eines Zusammenspiels verschiedener Faktoren, sei es körperlicher, muskulärer oder neurologischer Art. Aus genau diesem Grund greifen Standardlösungen, die als „Allheilmittel“ verkauft werden, oft zu kurz. Jedes Schmerzbild ist einzigartig, und genau das muss in der Behandlung berücksichtigt werden.

Was mich von vielen anderen unterscheidet, ist mein breit gefächertes Behandlungsspektrum und meine langjährige Erfahrung mit unterschiedlichen Patienten. Ich habe bereits eine sehr große Anzahl von Patienten mit unterschiedlichsten Diagnosen behandelt – von Profisportlern, die aufgrund akuter Verletzungen schnell wieder einsatzfähig sein mussten, über prominente Persönlichkeiten und Entscheidungsträger, bis hin zu Menschen, die seit Jahren oder sogar Jahrzehnten an chronischen Rückenschmerzen litten und beinahe die Hoffnung auf Besserung aufgegeben hatten. Diese Vielfalt an Patienten hat mir gezeigt, wie einzigartig jedes Schmerzbild ist und dass individuelle Herangehensweisen der Schlüssel zur langfristigen Linderung sind. Diese breite Palette an Patienten hat mir unschätzbare Erkenntnisse darüber vermittelt, welche Behandlungen wirklich helfen und welche Maßnahmen langfristig erfolgsversprechend sind.

Durch diese vielfältigen Erfahrungen habe ich gelernt, dass die bloße Schmerzlinderung nur der erste Schritt ist. Der wahre Schlüssel liegt darin, die tieferliegenden Ursachen der Beschwerden zu verstehen und zu beseitigen. Bei vielen Patienten hat sich gezeigt, dass Schmerz oft das Ergebnis von Fehlbelastungen, muskulären Ungleichgewichten oder sogar Stress und mentalen Belastungen ist. Nur wer diese Faktoren umfassend versteht, kann nachhaltige Lösungen entwickeln. Es geht nicht nur darum, den Schmerz kurzfristig zu betäuben, sondern darum, das zugrunde liegende Problem zu identifizieren und langfristig zu lösen.

Was mich besonders motiviert, ist der Moment, in dem ein Patient, der sich über Jahre oder Jahrzehnte mit Schmerzen herumgequält hat, plötzlich schmerzfrei ist. Die Erleichterung in den Augen dieser Menschen ist unbezahlbar. Egal, ob du mit starken Bewegungseinschränkungen kämpfst, dich vor einer möglichen Operation fürchtest oder einfach nicht weißt, wie du aus dem Teufelskreis der Schmerzen ausbrechen kannst – ich bin fest davon überzeugt, dass mein Wissen, meine Erfahrung und meine individuellen Behandlungsmethoden dir den Weg aus dieser Sackgasse weisen können.

Meine Expertise umfasst sowohl konservative Therapien als auch moderne chirurgische Techniken, die minimal-invasiv durchgeführt werden und oft eine schnellere Genesung ermöglichen. Dabei geht es nicht nur um operative Eingriffe – oftmals ist es der richtige Mix aus Bewegungstherapie, gezieltem Muskelaufbau, Haltungskorrekturen und Stressmanagement, der den Durchbruch bringt. Rückenschmerzen haben oft sowohl eine körperliche als auch eine psychische Komponente, und beide müssen berücksichtigt werden, um langfristig erfolgreich zu sein.

Lass uns gemeinsam tiefer in das komplexe Thema der Rückenschmerzen eintauchen, damit ich dir zeigen kann, wie du deine Beschwerden gezielt angehen kannst. Es gibt keinen Grund, dass du weiterhin mit Schmerzen leben musst, die dich in deinem Alltag belasten und deine Lebensfreude einschränken. Rückenschmerzen können überwunden werden, wenn man die richtigen Schritte geht und die Ursachen genau versteht. Es liegt an dir, den ersten Schritt zu machen, aktiv zu werden und die Kontrolle über deine Gesundheit zurückzugewinnen. Ich zeige dir, was du alles machen kannst – und gemeinsam finden wir den Weg zu einem schmerzfreien Leben.

3. Warum nimmt mich keiner ernst, obwohl es unerträglich ist?

Wenn du schon länger Rückenschmerzen hast, wirst du sicherlich schon einige Erlebnisse gehabt haben, die wenig erfreulich waren. Es ist eine der am meisten frustrierenden Erfahrungen, die man als Mensch mit Rückenschmerzen machen kann: Du leidest unter Schmerzen, die dein Leben massiv beeinträchtigen, doch die Menschen um dich herum – seien es Kollegen, Freunde oder sogar Ärzte – scheinen nicht zu verstehen, wie sehr du wirklich leidest. Obwohl du bei jeder Bewegung Schmerzen hast und oft nicht weißt, wie du deinen Alltag gestalten sollst, hast du den Eindruck, dass dies niemand richtig glaubt und vor allem nicht versteht, wie schmerzhaft alles ist. Das kann schnell zu Verzweiflung pur führen, weil man das Gefühl hat, dass der Schmerz nicht ernst genommen wird.

Schmerzen, die keiner sieht

Rückenschmerzen haben die Besonderheit, dass sie eher „unsichtbar“ sind – niemand sieht den Schmerz, den du täglich durchmachst, in ganzem Ausmaß. Im Gegensatz zu offensichtlichen Verletzungen, die eine Schwellung oder eine Wunde aufweisen, sind die Rückenschmerzen für andere nicht wirklich erkennbar und greifbar. Das führt häufig dazu, dass viele Menschen unterschätzen, wie stark dein Leidensdruck wirklich ist. Schmerz ist etwas Subjektives und wenn du ihn nicht „beweisen“ kannst, wird er leicht abgetan. Aber nur weil jemand anderes deinen Schmerz nicht sieht oder fühlt, heißt das nicht, dass er nicht real ist.

Oft liegt das Problem in der Art und Weise, wie Schmerz kommuniziert wird. Es ist wichtig, dass du deinen Schmerz klar und konkret beschreibst. Nutze dafür einfache, aber präzise Worte, um Ärzten und deinem Umfeld verständlich zu machen, wie deine Schmerzen sich anfühlen, wann sie auftreten und wie sie dich im Alltag beeinträchtigen. Je besser du lernst, deinen Schmerz in Worte zu fassen, desto größer die Chance, dass du verstanden wirst und man dir helfen kann. Das ist gar nicht so schwer. Es gibt dazu einige Hilfsmittel, die ich dir gleich erklären werde.

Strategien, mit denen deine Beschwerden ernst genommen werden

Es gibt verschiedene Ansätze, um sicherzustellen, dass du verstanden wirst und dein Schmerz ernst genommen wird. Dazu gehört, dass du einen Überblick über deine Beschwerden führst, zum Beispiel mit einem Schmerzprotokoll, in dem du den Schmerz und seine Auswirkungen auf deinen Alltag dokumentierst. Dieses Protokoll kann nicht nur dir selbst helfen, deine Symptome besser zu verstehen, sondern auch Ärzten und Therapeuten einen objektiveren Einblick geben. Je detaillierter sie Informationen bekommen, umso schneller können sie dir helfen.

Lass dich auf keinen Fall mit deinen Schmerzen abspeisen. Du musst nicht damit leben, sondern es kann dir geholfen werden. Letztendlich geht es darum, dass du für dich selbst einstehst. Rückenschmerzen, die chronisch oder schwer verständlich sind, verdienen genauso viel Aufmerksamkeit wie sichtbare Verletzungen. Wenn du lernst, deinen Schmerz klar zu kommunizieren und die richtigen Hilfsmittel nutzt, wirst du eher auf Menschen treffen, die deine Beschwerden ernst nehmen – und dir helfen können. Warte also nicht länger und vor allem leide nicht länger, sondern werde aktiv, damit dir geholfen werden kann.

Wie du dabei am besten vorgehst, besprechen wir jetzt. Zunächst ist es wichtig, dass du dich mit deinen Rückenschmerzen im Detail beschäftigst. Schließlich müssen andere verstehen können, welche Probleme du hast und dazu musst du selber genau Bescheid wissen und Auskunft geben können, wo Schmerzen auftreten und wie sie sich äußern. Du brauchst dazu kein umfangreiches anatomisches Wissen. Ich erkläre dir gleich, welche Bereiche im Rücken wichtig bei der Ortung des Schmerzes sind. Du wirst sehen, dass es gar nicht so kompliziert ist, nähere Angaben über die Herkunft des Schmerzes zu machen.

Die Lokalisation des Schmerzes

Um deine Rückenschmerzen im Detail kommunizieren zu können, musst du zunächst genauer beschreiben können, wo die Schmerzen sich bemerkbar machen. Dazu wird die Wirbelsäule in verschiedene Abschnitte unterteilt, um die Beschreibung zu vereinfachen. Dabei werden die folgenden Bereiche unterschieden:

der ganze Rücken, also die Wirbelsäule komplett von oben bis unten

die Halswirbelsäule, die aus den oberen sieben Wirbeln besteht

die Brustwirbelsäule, bestehend aus den nächsten zwölf Wirbeln

in der Lendenwirbelsäule mit fünf Wirbeln sowie dem Kreuzbein mit fünf verwachsenen Wirbeln und dem Steißbein mit drei bis fünf verwachsenen Wirbeln

Wenn du also schon mal angeben kannst, in welchem Abschnitt sich die Schmerzen vor allem bemerkbar machen, ist dies schon ein wichtiger Hinweis. Ansonsten ist zum Verständnis noch wichtig zu wissen, dass zwischen den Wirbeln die Bandscheiben liegen. Sie funktionieren als eine Art Stoßdämpfer. Um gut arbeiten zu können, müssen die Bandscheiben regelmäßig belastet und entlastet werden, was durch die Bewegungen der Wirbelsäule geschieht. Wenn du zu viel sitzt oder dich generell wenig oder einseitig bewegst, werden die Bandscheiben nicht gleichmäßig belastet. Gerade beim häufigen langen Sitzen kann so eine Verformung der Bandscheibe passieren, was schnell zu Schmerzen führen kann.

Neben der Wirbelsäule mit den Bandscheiben können Rückenschmerzen aber auch aus einem anderen Bereich des Rückens kommen, der zumindest aber auch mit involviert sein kann. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Rückens sind nämlich die Muskeln, die bei Rückenschmerzen häufig beteiligt sind. Hier gibt es mehrere Schichten, die unterschiedliche Funktionen haben. Je nachdem, wie du dich bewegst, wirst du gezielt die jeweilige Muskelgruppe ansprechen können und feststellen, ob sie schmerzfrei ist oder ob es dort zu Schmerzreaktionen kommt. Es werden folgende Gruppen unterschieden:

Die tieferen Rückenmuskeln sorgen für Stabilität und werden für die Drehung und Beugung benötigt.

Die Rückenstrecker liegen entlang der kompletten Wirbelsäule und ermöglichen die Aufrichtung.

Die oberflächliche Rückenmuskulatur ist die Verbindung der Wirbelsäule zu den anderen Körperteilen.

Wenn du über deine Rückenschmerzen sprichst, ist auch die Dauer ein wichtiger Hinweis für eine weitere Diagnose und Therapie. In der Medizin gibt es dafür verschiedene Kategorien:

Von akuten Rückenschmerzen spricht man, wenn die Dauer der Beschwerden nicht länger als sechs Wochen ist und es auch zumindest im halben Jahr davor keine ähnlichen Beschwerden gab.

Ist der Zeitraum der Schmerzen etwas länger, nämlich im Bereich von sechs bis zwölf Wochen, dann werden sie als subakute Rückenschmerzen bezeichnet.

Zuletzt gibt es noch die chronischen Rückenschmerzen, deren Beschwerden schon mindestens zwölf Wochen oder länger andauern. Dabei kann es sich um chronisch anhaltende und chronisch wiederkehrende Rückenschmerzen handeln. Diese Art der Rückenschmerzen ist eine besonders starke Einschränkung und kann den Alltag und auch die Psyche sehr belasten.

Das sollte in deinem Schmerztagebuch stehen

Zur besseren Dokumentation und zur Kommunikation deiner Schmerzen ist ein Schmerztagebuch oder Schmerzprotokoll hilfreich. Das ist vor allem bei länger andauernden Schmerzen sinnvoll. So können auch andere besser verstehen, welche Schmerzen du hast und wie sehr du darunter leidest. Außerdem hilft es dir selber auch dabei, deine Schmerzen zu verstehen und Zusammenhänge zu erkennen. Allerdings helfen solche Dokumentationen auch nur, wenn sie möglichst regelmäßig erfolgen. Nur so kann ein Außenstehender sich einen objektiven Eindruck verschaffen und die richtigen Schlüsse ziehen. Wichtig ist dabei neben der Kontinuität auch die Vollständigkeit. Hier haben sich die folgenden Informationen und Angaben als hilfreich erwiesen:

Nutze eine Schmerzskala, um die Intensität der Schmerzen zu dokumentieren. Auf einer Skala von 0 bis 10 steht die 0 für keinen Schmerz und die 10 für den intensivsten Schmerz.

Beschreibe genau, wo sich der Schmerz im Körper feststellen lässt.

Auch die Dauer des Schmerzes sollte festgehalten werden.

Nähere Angaben zum Schmerz sind ebenfalls hilfreich, also ob es sich um einen konstanten, bohrenden, stechenden oder ziehenden Schmerz handelt.

Notiere genau, in welcher Situation der Schmerz entsteht oder besonders schlimm ist. Was hast du gerade gemacht? Gab es Besonderheiten?

Schreib auch auf, was du danach gemacht hast, um die Schmerzen zu lindern. Hast du Medikamente genommen? In welcher Dosis und zu welcher Uhrzeit? Haben sie gewirkt? Oder hast du andere Dinge getan wie eine Wärmeanwendung oder eine bestimmte Übung, die dir geholfen hat?

Wenn du auf diese Weise deine Beschwerden dokumentierst, kannst du dir nicht nur selbst ein besseres Bild von den Schmerzen und möglichen Ursachen machen, sondern auch anderen genauer darüber berichten. So wirst du bestimmt ernst genommen und kannst auch schneller Hilfe bekommen, die wirklich deine Schmerzen beseitigen wird.

Lass dir auf keinen Fall einreden, dass die Schmerzen nicht echt seien und du dir alles nur einbilden würdest. Das passiert leider häufig und darum ist diesem Thema das nächste Kapitel gewidmet.

4. Bin ich verrückt, nur weil ich Rückenschmerzen habe?

Wenn du schon länger mit Rückenschmerzen kämpfst, dann kennst du sicher dieses Gefühl: Du erzählst von deinen Schmerzen, aber irgendwie scheint keiner wirklich zu verstehen, wie sehr sie dich belasten. Vielleicht hast du Freunde oder Familienangehörige, die gut gemeinte Ratschläge geben wie „Stell dich nicht so an“ oder „Versuch doch mal, es einfach zu ignorieren“. Aber für dich ist das keine Option, weil der Schmerz ständig da ist und sich anfühlt, als würde er dir jede Freude am Leben rauben. Er lässt dich nachts nicht schlafen, macht dir das Aufstehen zur Qual und sorgt dafür, dass selbst die einfachsten Dinge im Alltag zur Herausforderung werden.

Auch wenn dich viele scheinbar nicht verstehen:

Du bist kein Psycho!

Der Schmerz ist echt – lass dir nie etwas anderes einreden.

Wir haben bereits darüber gesprochen, dass Rückenschmerzen von anderen Menschen häufig nicht in dem Maße wahrgenommen werden, denn sie sind scheinbar für Außenstehende unsichtbar. Du bist nicht offensichtlich verletzt, so dass auch das Ausmaß, das der Schmerz einnimmt, oft unterschätzt wird. Nicht selten hören Betroffene dann Ratschläge, die besagen, dass sie sich einfach mal zusammenreißen sollen, denn so schlimm könne es doch wohl nicht sein.

Es kann unglaublich frustrierend sein, wenn dir niemand glaubt oder wenn deine Rückenschmerzen so überwältigend sind, dass sie deinen Alltag dominieren und dir die Freude am Leben rauben. Manchmal hast du vielleicht sogar das Gefühl, dass andere denken, du bildest dir alles nur ein. Aber Rückenschmerzen sind keine Einbildung – sie sind das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels zwischen Körper und Gehirn.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Studien haben gezeigt, dass chronische Schmerzen reale Veränderungen in den Nervenbahnen des Gehirns verursachen können. Das Gehirn lernt, Schmerzsignale stärker wahrzunehmen, selbst wenn die ursprüngliche Ursache weniger relevant wird. Diese Veränderung wird auch als „zentralisierte Schmerzverarbeitung“ bezeichnet.

Warum dein Gehirn sich gegen dich verschworen hat

Was viele nicht wissen: Dein Gehirn spielt bei chronischen Schmerzen eine größere Rolle als man zunächst denkt. Es kann sein, dass sich dein Gehirn irgendwann auf den Schmerz „programmiert“ hat, selbst wenn die ursprüngliche Ursache längst abgeklungen ist. Das bedeutet nicht, dass du verrückt bist – es zeigt einfach, wie stark Körper und Geist miteinander verbunden sind. Dein Gehirn hat gelernt, Schmerzsignale zu verstärken oder falsch zu interpretieren, was die Beschwerden schlimmer erscheinen lässt, als sie physisch vielleicht sind.

Die gute Nachricht ist, dass du nicht in dieser „Schmerzfalle“ stecken bleiben musst. Du kannst dein Gehirn neu trainieren. Es gibt bewährte Techniken, mit denen du deinem Gehirn beibringst, den Schmerz herunterzufahren und wieder mit deinem Körper zusammenzuarbeiten.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Neurologische Forschung zur Neuroplastizität hat gezeigt, dass das Gehirn in der Lage ist, Schmerz zu „lernen“. Studien belegen, dass sich bei chronischen Schmerzpatienten bestimmte Hirnareale verändern, die für die Schmerzverarbeitung zuständig sind. Dadurch bleibt das Schmerzempfinden oft bestehen, auch wenn die ursprüngliche Verletzung abgeheilt ist.

Wie du dein Gehirn zurück auf deine Seite holst

Wenn du schon länger mit Rückenschmerzen zu tun hast, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass sich ein sogenanntes Schmerzgedächtnis bildet. Während anfangs der Schmerz dazu diente, auf eine Schädigung oder Verletzung hinzuweisen, kann er sich bei einem chronischen Verlauf selbstständig machen. Das bedeutet, dass du dann immer noch große Schmerzen spürst, obwohl die Ursachen sehr viel geringer sind oder sogar schon beseitigt werden konnten.

Das muss aber nicht so bleiben, denn du kannst dein Gehirn neu trainieren. Genauso, wie dein Gehirn gelernt hat, den Schmerz ständig zu erwarten, kann es auch lernen, diese Signale herunterzufahren. Es gibt bewährte Techniken und Ansätze, die dir dabei helfen können, den Schmerz in den Hintergrund zu drängen und wieder die Kontrolle über deinen Körper zurückzugewinnen. Man nennt das Neuroplastizität – die Fähigkeit deines Gehirns, sich zu verändern und neu zu „verkabeln“. Das ist kein Hokuspokus, sondern gut erforschte Wissenschaft.

Und genau darum geht es in diesem Buch: Ich möchte dir zeigen, wie du dein Gehirn und deinen Körper wieder in Einklang bringst. Wie du aktiv daran arbeiten kannst, diese „Schmerz-Gewohnheit“ aufzubrechen und deinem Gehirn beibringst, den Schmerz nicht mehr ständig in den Vordergrund zu stellen. Du musst dich nicht länger von deinem Schmerz beherrschen lassen – du hast die Möglichkeit, ihn Schritt für Schritt zu lindern und die Kontrolle über dein Leben zurückzuholen.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Studien zu Techniken wie kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) und achtsamkeitsbasierter Stressreduktion (MBSR) zeigen, dass diese Ansätze die Schmerzverarbeitung im Gehirn beeinflussen können. Sie helfen dabei, das Schmerzgedächtnis zu verändern und die Intensität chronischer Schmerzen zu verringern.

Eigentlich ist es sehr faszinierend, wie Körper und Gehirn zusammenarbeiten können und wie man diese Verbindung auch beeinflussen kann. In diesem Buch werde ich dir auch erklären, wie du mit Hilfe der kognitiven Verhaltenstherapie, also der Selbstbeobachtung, sowie mit Übungen der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion selber dazu beitragen kannst, dass du deine Rückenschmerzen besiegst. Du brauchst dazu kein studierter Mediziner oder Physiotherapeut zu sein, um diese Übungen zu machen. Im nächsten Kapitel gehe ich noch näher auf den Einfluss des Gehirns auf deine Schmerzen ein. Keine Sorge, es ist ganz einfach zu verstehen und wird dir helfen, die Zusammenhänge noch besser einzuschätzen, die deine Rückenschmerzen betreffen.

Du wirst erfahren, wie du die Anpassungsfähigkeit deines Gehirns nutzen kannst, um die Schmerzempfindung zu beeinflussen. Dabei spielen sowohl Umlernprozesse als auch Konditionierung eine Rolle, bei der Achtsamkeit und Meditation sehr helfen können. Aber auch die Bewegung kommt dabei nicht zu kurz.

Jetzt schauen wir uns mal genauer an, was dein Kopf mit deinen Rückenschmerzen zu tun hat.

5. Warum sagen alle, dass der Schmerz in meinem Kopf ist?

Vielleicht hast du es schon mal von einem Arzt oder Therapeuten gehört: „Der Schmerz sitzt auch im Kopf.“ Und vielleicht hast du dich gefragt, was das eigentlich heißen soll. Klingt das nicht irgendwie nach „eingebildet“ oder „nicht echt“? Aber glaub mir: Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, wenn dir gesagt wird, dass dein Schmerz auch etwas mit deinem Kopf zu tun hat. Das bedeutet nicht, dass du dir den Schmerz einbildest oder dass er weniger ernst genommen wird. Es bedeutet vielmehr, dass dein Gehirn und dein Nervensystem eine wichtige Rolle dabei spielen, wie du den Schmerz empfindest – und das kann tatsächlich eine gute Nachricht sein.

Was bedeutet das überhaupt?

Warum du dir keine Sorgen machen musst, wenn dir gesagt wird, dass dein Schmerz auch mit deinem Kopf zu tun hat. Wenn du hörst, dass deine Rückenschmerzen auch etwas mit deinem Kopf zu tun haben können, bedeutet das nicht, dass du verrückt bist. Bei Schmerzen, die länger anhalten oder sogar schon chronisch sind, kann es häufig passieren, dass der Körper diesen im sogenannten Schmerzgedächtnis speichert. Die Folge ist, dass du dann immer noch Schmerzen spürst, obwohl deine Beschwerden schon sehr viel besser oder sogar schon abgeklungen sind. Der Schmerz hat sich in diesem Fall in gewisser Weise verselbstständigt und ist im Gedächtnis gespeichert worden. Aber keine Sorge. Das muss nicht so bleiben und bedeutet also nicht, dass du damit jetzt für immer leben musst.

Wenn Ärzte oder Therapeuten davon sprechen, dass Schmerz „im Kopf sitzt“, meinen sie damit, dass dein Gehirn an der Verarbeitung der Schmerzsignale beteiligt ist. Das ist nicht ungewöhnlich – im Gegenteil, es ist ein natürlicher Teil der Schmerzwahrnehmung. Jeder Schmerz, egal ob er von einer frischen Verletzung oder von einer alten Narbe kommt, wird letztlich im Gehirn verarbeitet. Bei chronischen Schmerzen kann es passieren, dass das Gehirn diese Signale überinterpretiert oder „überempfindlich“ darauf reagiert, selbst wenn die ursprüngliche Ursache längst abgeheilt ist.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Studien zur Schmerzverarbeitung zeigen, dass das Gehirn eine zentrale Rolle spielt, besonders bei chronischen Schmerzen. Es gibt bestimmte Bereiche, wie den präfrontalen Cortex und das limbische System, die eng mit der Wahrnehmung und dem Erleben von Schmerz verbunden sind. Sie können Schmerzsignale verstärken oder abschwächen – je nachdem, wie stark sie aktiviert sind.

Wie dein Kopf und Rücken Hand in Hand arbeiten – und wie du sie wieder auf Kurs bringst

Dein Kopf und dein Rücken sind also in gewisser Weise Teamplayer, wenn es um Schmerz geht. Wenn dein Gehirn lernt, Schmerz stärker wahrzunehmen, kann sich der Schmerz regelrecht „festsetzen“ – selbst wenn die eigentliche Ursache im Rücken gar nicht mehr so schlimm ist. Das ist der Grund, warum Schmerztherapien oft darauf abzielen, das Gehirn und das Nervensystem zu „beruhigen“ und wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Aber genau hier liegt auch deine Chance: Du kannst aktiv daran arbeiten, wie dein Gehirn auf die Schmerzsignale reagiert. Techniken wie Achtsamkeitstraining, gezielte Entspannung und mentale Übungen können dabei helfen, dein Schmerzempfinden zu verändern. Diese Ansätze greifen genau dort an, wo Schmerz verarbeitet wird – und das kann dir helfen, den Schmerz spürbar zu reduzieren. Es geht nicht darum, den Schmerz wegzudenken, sondern darum, dein Gehirn wieder in eine Balance zu bringen, damit es nicht bei jedem kleinen Signal übertrieben Alarm schlägt.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Neurologische Forschung hat gezeigt, dass Techniken wie Achtsamkeit und Meditation die Aktivität in schmerzverarbeitenden Bereichen des Gehirns verändern können. Sie helfen, den Teufelskreis der Überempfindlichkeit zu durchbrechen und das Nervensystem zu beruhigen. So kann es gelingen, dass dein Gehirn und dein Rücken wieder besser zusammenarbeiten und der Schmerz allmählich abnimmt.

Inzwischen weiß man, dass man den so erlernten Schmerz auch wieder verlernen kann. Hier kommt die Neuroplastizität ins Spiel, auf die wir im nächsten Kapitel noch näher eingehen werden. Dabei kann dein Gehirn wieder lernen, richtig auf Schmerzen zu reagieren und nicht das Schmerzgedächtnis zu nutzen, das dir falsche Signale senden kann. Welche Übungen dir dabei helfen werden, erklären wir gleich. Zuerst gehen wir noch kurz auf einen anderen Einflussfaktor ein, der bei der Zusammenwirkung von Kopf und Rückenschmerzen eine Rolle spielen kann.

Kann Stress zu Rückenschmerzen führen?

Unter den häufigsten Ursachen für Rückenbeschwerden sind körperliche Gründe zu finden. Dazu zählen falsche Haltungen, zu langes Sitzen, Verschleißerscheinungen oder Verletzungen. Es kann aber auch sein, dass sich psychische Komponenten wie Stress oder Sorgen auch in der Form von Rückenschmerzen äußern oder auch verschlimmern können. Falls du also ursprünglich Rückenbeschwerden aus anderen Gründen hast und dich darüber sorgst, weil keine Besserung erzielt wird, kann dieser Stress dazu führen, dass sich die Schmerzen noch verschlimmern.

Psychische Belastungen und Stress spielen sich meistens nicht nur im Kopf ab. Diese innere Anspannung sorgt häufig auch für eine Anspannung verschiedener Muskeln, die dann zu Verspannungen führen kann, die schmerzhaft werden. Wird dann die Ursache nicht beseitigt, werden die Beschwerden immer stärker. Häufig ist es dann schon schwierig, den eigentlichen Grund für die Schmerzen zu finden. Hier hilft es dann in der Regel, sich an jemanden zu wenden, der sich mit dem komplexen Thema der Rückenschmerzen wirklich gut auskennt und alle Aspekte in die Beurteilung einbezieht.

Schmerz richtig wahrnehmen

Du musst dir aber auch darüber im Klaren sein, dass Schmerz unterschiedlich wahrgenommen werden kann. Generell lässt sich feststellen, dass Schmerzen als stärker und bedrohlicher wahrgenommen werden, wenn die Ursache nicht eindeutig ist. Wenn du also nicht genau weißt, warum du Schmerzen hast, empfindest du diese sehr viel intensiver. Im Kopf spielen sich dann meist schon Gedanken ab, die sich Sorgen darüber machen und vermuten, dass hinter den Schmerzen etwas Dramatisches stecken muss.

Auch bei Rückenschmerzen ist häufig zu beobachten, dass Betroffene diese sehr intensiv wahrnehmen und als bedrohlich empfinden. Die Folge ist dann, dass Bewegungen möglichst vermieden werden, der Rücken geschont wird oder sogar falsch belastet wird. Das Ergebnis ist dann oft, dass sich die Schmerzen noch verstärken, was zunehmend die Sorgen und Ängste verstärkt. Eine Besserung und Heilung sind dann wirklich schwierig bis unmöglich, wenn dieser Kreislauf nicht durchbrochen wird.

Daher ist es wichtig, sich über diese Zusammenhänge klar zu werden. Vor allem bei Schmerzen, die schon chronisch geworden sind, muss diese Wechselwirkung zwischen den eigentlichen Beschwerden und der Psyche berücksichtigt werden. Hier kann es vorkommen, dass aus akuten Schmerzen ein chronisches Schmerzempfinden wird, das durch Angst oder Stress begünstigt wird.

Kann Schmerz auch wieder vergessen werden?

Wenn sich durch chronische Schmerzen das sogenannte Schmerzgedächtnis gebildet hat, stellt sich natürlich die große Frage, ob und wie der Schmerz wieder in Vergessenheit geraten kann. Zum Glück ist es durchaus möglich, dass du die Wahrnehmung eines Schmerzes, der gar nicht da ist, wieder vergessen oder zumindest deutlich reduzieren kannst. Das Gehirn leistet hier wirklich eine beachtliche Fähigkeit, die ich dir im nächsten Abschnitt genauer erklären werde.

6. Wie kann mein Gehirn den Schmerz löschen? – Neuroplastizität in Aktion

Die Vorstellung, dass dein Gehirn dir helfen kann, Schmerzen zu reduzieren oder sogar ganz loszuwerden, klingt vielleicht zu schön, um wahr zu sein. Aber tatsächlich liegt darin eine unglaubliche Chance. Dein Gehirn hat die erstaunliche Fähigkeit, sich zu verändern und anzupassen – das nennt man Neuroplastizität. Früher glaubte man, dass das Gehirn im Erwachsenenalter starr und unveränderlich ist. Heute wissen wir, dass es sich ein Leben lang neu „verkabeln“ kann. Und genau das können wir uns bei der Schmerzbewältigung zunutze machen. Es handelt sich dabei nicht um irgendeinen Hokuspokus, sondern um wissenschaftlich belegte Tatsachen.

Das Potenzial deines Gehirns

In diesem Kapitel werden wir besprechen, wie du dein Gehirn trainierst, um den Schmerz zu reduzieren – und ihn im besten Fall ganz loswerden kannst. Um zu verstehen, worum es dabei geht, machen wir einen kleinen Ausflug in die Hirnforschung. Beim Gehirn handelt es sich um ein sehr empfindliches Organ. Daher nahm man auch lange Zeit an, dass Schäden dort nicht mehr zu beheben sind. Inzwischen weiß man jedoch, dass das Gehirn in der Lage ist, verschiedene Verletzungen selbst zu reparieren. Dadurch können auch Funktionen, die verloren gingen, in gewisser Weise wieder ausgeglichen werden. Das ist eine faszinierende Erkenntnis und wird dir dabei helfen können, deine Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen.

Neuroplastizität und das Schmerzgedächtnis

Im Zusammenhang mit der Anpassungsfähigkeit des Gehirns wird häufig von Neuroplastizität gesprochen. Neuroplastizität bedeutet, dass dein Gehirn neue Verbindungen schaffen kann, um auf Veränderungen in deinem Körper zu reagieren. Das heißt, wenn du deinem Gehirn beibringst, Schmerzsignale weniger stark wahrzunehmen, kann es tatsächlich lernen, den Schmerz herunterzufahren. Das ist besonders bei chronischen Schmerzen wichtig, bei denen sich das Schmerzempfinden regelrecht eingebrannt und festgesetzt hat und das Gehirn übermäßig empfindlich auf Schmerzsignale reagiert.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass bei chronischen Schmerzpatienten bestimmte Hirnregionen wie der präfrontale Cortex und das limbische System überaktiv werden. Diese Bereiche sind für die emotionale Bewertung und Verarbeitung von Schmerz verantwortlich. Wenn diese Hirnareale ständig aktiv sind, können sie den Schmerz verstärken, selbst wenn die körperliche Ursache nicht mehr vorhanden ist. Durch neuroplastische Veränderungen kann das Gehirn lernen, diese übermäßige Aktivität zu reduzieren, indem es neue neuronale Bahnen schafft und alte, schmerzsensibilisierte Bahnen schwächt.

Die Neuroplastizität spielt auch beim Schmerzgedächtnis eine wichtige Rolle. Wenn du länger anhaltende starke Schmerzen hast, hat dies auch Auswirkungen auf die Aktivitäten in den Nervenzellen deines Gehirns. Dabei kann es zu Veränderungen in den neuronalen Verbindungen kommen, bei denen die Netzwerke der Nervenzellen umgebaut werden. Dieser Prozess wird medizinisch als Neuroplastizität bezeichnet. Dies hat jedoch weiterreichende Auswirkungen, da auch der genetische Bauplan beeinflusst wird, der für den Aufbau und die Funktion bestimmter Nervenzellen verantwortlich ist, die an der Wahrnehmung und Verarbeitung von Schmerz beteiligt sind.

Die Folgen sind, dass diese Zellen dauerhaft aktiv bleiben und schneller reagieren. Das führt dann dazu, dass der Schmerz immer noch wahrgenommen wird, obwohl der eigentliche Grund dafür bereits beseitigt ist. Auch weniger intensive Reize haben dann oft zur Folge, dass ein starker Schmerz empfunden wird. Manchmal wird sogar überhaupt kein Reiz benötigt und dennoch werden Schmerzen empfunden.

Du brauchst aber keine Sorgen zu haben, dass dies so bleiben muss. Es gibt Möglichkeiten, wie dein Gehirn den Schmerz wieder vergessen kann. Im nächsten Abschnitt erkläre ich dir ein paar Übungen, die dir bestimmt weiterhelfen werden.

Du kannst dir das wie ein Trainingsprogramm für dein Gehirn vorstellen. Genauso wie Muskeln durch regelmäßiges Training stärker werden, kannst du auch deinem Gehirn beibringen, weniger auf Schmerzsignale zu reagieren. Das erfordert zwar Geduld, aber die Erfolge können beeindruckend sein. Techniken wie Achtsamkeitsmeditation, gezielte Visualisierungen und Atemübungen helfen deinem Gehirn, den Schmerz aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und die Intensität der Schmerzsignale abzuschwächen. Es ist, als würdest du den Schmerz auf leise schalten.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Eine wichtige Rolle spielt dabei das „absteigende schmerzhemmende System“, das in deinem Gehirn angesiedelt ist. Es handelt sich um einen Mechanismus, der Schmerzsignale, die vom Körper in Richtung Gehirn wandern, modulieren und abschwächen kann. Durch gezielte mentale Techniken, wie kognitive Verhaltenstherapie (CBT) oder Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR), kann das Gehirn trainiert werden, diese schmerzhemmenden Bahnen zu stärken. Studien zeigen, dass diese Ansätze die Aktivität in Bereichen wie dem anterioren cingulären Cortex und dem Insulacortex verändern können, was zu einer reduzierten Schmerzwahrnehmung führt.

Kleine Übungen, große Wirkung – Wie du dein Gehirn auf Heilung umstellst

Das Ziel ist es, deinem Gehirn Schritt für Schritt beizubringen, dass es den Schmerz nicht mehr so stark in den Fokus rücken muss. Mit der Zeit kannst du deinem Gehirn neue Routen zeigen, die nicht immer wieder denselben Weg in Richtung Schmerz nehmen. Es ist ein Prozess, der Zeit braucht, aber er ist machbar – und du kannst dabei aktiv mitwirken. Jedes Mal, wenn du eine Übung machst, unterstützt du dein Gehirn dabei, eine neue Art der Reaktion auf Schmerz zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass du den Schmerz einfach ignorierst – es bedeutet, dass du lernst, ihm weniger Raum zu geben.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Das Prinzip der Hebb’schen Lernregel besagt: „Neuronen, die zusammen feuern, verbinden sich miteinander.“ Das bedeutet, dass häufig wiederholte Gedanken und Verhaltensmuster neue neuronale Verbindungen stärken können. Wenn du regelmäßig positive, schmerzreduzierende Gedanken übst und gezielte Entspannungsübungen machst, kann dein Gehirn neue, weniger schmerzempfindliche Verbindungen schaffen. Dieser Prozess ist ein wesentlicher Aspekt der Neuroplastizität und kann dir helfen, das Schmerzempfinden langfristig zu reduzieren.

Du musst nicht stundenlang meditieren oder spezielle Therapien machen, um Fortschritte zu sehen. Oft sind es die kleinen, täglichen Übungen, die den größten Unterschied machen. Beispielsweise können Atemübungen helfen, dein Nervensystem zu beruhigen und deinem Gehirn zu signalisieren, dass es sich entspannen darf. Oder versuche es mit einer kurzen Achtsamkeitsübung, bei der du dich ganz bewusst auf angenehme Körperempfindungen konzentrierst – das lenkt dein Gehirn von den Schmerzsignalen ab und verstärkt positive Reize.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Durch regelmäßige Übungen wie Achtsamkeit und tiefe Atmung wird der Parasympathikus – der Teil des Nervensystems, der für Entspannung verantwortlich ist – aktiviert. Dadurch wird die Produktion von Stresshormonen wie Cortisol gesenkt, die oft mit einer Verstärkung der Schmerzempfindung einhergehen. Studien belegen, dass Achtsamkeitstraining und Atemtechniken die Aktivität in der Amygdala, dem Zentrum für emotionale Verarbeitung, reduzieren und gleichzeitig die schmerzhemmenden Bahnen im Gehirn stärken können.

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du dich von negativen Gedanken befreist. Das klingt vielleicht zunächst seltsam, aber ist eigentlich ganz logisch und auch wissenschaftlich erforscht worden. Inzwischen weiß man, dass negative Äußerungen auch auf den Körper negativ wirken. Sie sorgen dafür, dass der Körper in Stress gerät, denn diese negativen Worte werden als Gefahr gewertet. Durch diese Reaktionen des Körpers kommt es zur Ausschüttung von Hormonen, die schädlich sind. Durch Adrenalin und Cortisol werden auch Schmerzen stärker wahrgenommen, die wiederum als Gefahr interpretiert werden und zu vermehrtem Stress führen. Die Folge sind weitere Hormonausschüttungen, welche zu noch mehr Schäden führen.

Diese Zusammenhänge zeigen, wie wichtig die richtige Einstellung ist, da du sonst aus diesem Kreislauf nicht herauskommst. Konzentriere dich daher auf positive Gedanken und nicht auf negative Aspekte. Nur so kannst du diese Wechselwirkung durchbrechen und damit sowohl die Schäden an deinem Körper abwenden als auch das Schmerzempfinden reduzieren.

Versuch zunächst aufmerksam zu werden, wie häufig und in welchen Situationen sich negative Worte und Gedanken bemerkbar machen. Sicherlich wirst du feststellen, dass sich diese negativen Bemerkungen öfters zeigen, als du vermutet hast. Im nächsten Schritt solltest du dann diese negativen Aspekte in positive Gedanken und Äußerungen umwandeln. Auch wenn es anfangs vielleicht noch etwas schwierig ist, wirst du schnell merken, dass du dich umstellen kannst und so vieles deutlich positiver sehen wirst. Diese veränderte Einstellung wird sich auch auf deine Wahrnehmung von Schmerzen auswirken und das Schmerzgedächtnis verändern können.

Das Zusammenspiel von Gehirn und Körper

Inzwischen weiß man, dass der Mensch durch bewusstes Denken bestimmte Bereiche in seinem Gehirn beeinflussen kann. Das kann selbstverständlich positiv wie negativ genutzt werden. Wenn du ständig negativ gestimmt bist, indem du dich über etwas beklagst oder ärgerst, wirst du damit auch negative Auswirkungen auf deinen Körper provozieren. Wichtig ist, dass du diese negativen Gewohnheiten erkennst, sie überprüfst und dann durch positivere Überzeugungen ersetzt. Mit neu gewonnener Selbstverantwortung und Wahrnehmung kann das Schmerzgedächtnis gelöscht und dein Alltag deutlich verbessert werden.

Diese Herangehensweise basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es ist also durchaus nachgewiesen, dass du durch eine Veränderung deiner Gedanken und deines Verhaltens Schmerzen weniger wahrnehmen kannst und deine Lebensqualität deutlich verbessern wirst. In diesem Zusammenhang wird auch oft von Achtsamkeit oder Mindfulness gesprochen. Wie diese Praktiken dir ebenfalls helfen können, die Wahrnehmung deiner Rückenschmerzen zu reduzieren, erkläre ich dir im nächsten Abschnitt.

Wie Achtsamkeit helfen kann

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