Sag mal, du bist doch Arzt - Christian Jessen - E-Book

Sag mal, du bist doch Arzt E-Book

Christian Jessen

0,0
4,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Ärzte sind bekanntlich immer im Dienst. Nicht nur im Notfall, wenn wirklich ein Arzt benötigt wird, sondern auch auf Partys, beim Sport, bei Familienfeiern werden sie von Leuten belagert, die «nur mal eben eine Frage» haben. Was bedeutet der kleine harte Knoten auf meinem Handrücken? Kann man sich tatsächlich den Penis brechen? Und stimmt es, dass Zucker Kinder hyperaktiv macht? Um sich und seinen Kollegen wieder etwas mehr Freizeit zu verschaffen, hat Dr. Christian Jessen über 200 Fragen gesammelt, die Medizinern außer Dienst am häufigsten gestellt werden. Herausgekommen ist ein informatives Handbuch, das auf unterhaltsame Weise gängige Medizinirrtümer korrigiert und für viele gesundheitliche Probleme schnellen Rat weiß.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 260

Veröffentlichungsjahr: 2012

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Christian Jessen

Sag mal, du bist doch Arzt

Die 200 häufigsten Fragen an Mediziner

Aus dem Englischen von Michael Adrian und Friederike Moldenhauer

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Das allgemeine Befinden

2. Die Gesundheit der Frau

3. Die Gesundheit des Mannes

4. Die Gesundheit des Kindes

5. Der menschliche Körper

6. Haut, Haare und Nägel

7. Magen, Darm und Gesäß

8. Ernährung und Fitness

9. Medikamente und Drogen

10. Reisen und Gesundheit

11. Sex

12. Empfängnisverhütung, Fruchtbarkeit und Hormone

13. Schwangerschaft und Babys

14. Kuriositäten

[LovelyBooks Stream]

Vorwort

Im Leben eines Arztes gibt es eine Konstante, der jeder Mediziner zustimmen würde: Wir sind niemals nicht im Dienst. Damit meine ich nicht, dass wir zu Hilfe eilen müssen, wenn jemand auf der Straße zusammenbricht, oder dass wir verpflichtet sind, einem Mitreisenden im Flugzeug beizuspringen, der plötzlich krank wird – obwohl das natürlich der Fall ist. Ich spreche von unserem privaten Alltag, von alltäglichen Gesprächen. Wie oft mutieren Familientreffen zu Sprechstunden im Kleinformat, in denen Brüder nach diesem Leberfleck oder jener Schwellung fragen, Tanten gerne wüssten, welche die beste Hormonersatztherapie für sie ist, und von Haus aus misstrauische Großeltern gerne überprüfen würden, ob ihr Hausarzt kompetent genug ist, um ihnen die richtigen Blutdruckmedikamente zu verschreiben. Bei nahezu jeder erdenklichen Gelegenheit werden wir, sobald wir unseren Beruf verraten haben, mit Fragen bestürmt – und zwar Hunderten von Fragen, ungelogen. Abendgesellschaften sind definitiv am schlimmsten. Je mehr Wein die Gäste intus haben, desto gewagter werden ihre Fragen – und man spürt, es geht um Dinge, die sie seit Jahren unbedingt in Erfahrung bringen möchten, aber nur unter dem befreienden Einfluss von Wein und gutem Essen über die Lippen bringen, nicht jedoch in der nüchternen Atmosphäre ihrer Hausarztpraxis.

Das brachte mich ins Grübeln. Vielleicht könnten wir Ärzte uns eine Menge Worte sparen, wenn ich einmal die ganzen Fragen sammelte, die man uns immer wieder stellt. Vielleicht könnte daraus ein nützliches Nachschlagewerk werden? Von wem sonst sollte man all diese Dinge in Erfahrung bringen? Man bekommt schließlich keinen Termin beim Arzt, um sich nach der Funktion des Appendix zu erkundigen. Vielleicht erscheinen einem die eigenen Fragen ja auch zu dämlich, um irgendjemanden mit ihnen zu behelligen. (Bleibt Kaugummi wirklich sieben Jahre lang im Organismus, wenn man ihn verschluckt hat?) Vielleicht hat jemand auch eine Frage, die ein wenig makaber ist und zu Stirnrunzeln Anlass geben könnte. (Kacken wir uns selbst voll, wenn wir sterben?) Oder eine, die so peinlich ist, dass sich einem bei der Vorstellung, sie jemals irgendeiner menschlichen Seele anzuvertrauen, alles zusammenzieht. (Warum riecht mein Scheidenausfluss so schlecht?) Das Internet bietet Berge an Informationen, aber wie weiß man, ob eine bestimmte Website zuverlässig und auf dem neuesten Stand ist?

Also beschloss ich, die vorliegende Sammlung der gängigsten und kuriosesten Fragen zusammenzustellen, die an uns Ärzte gerichtet werden. Ich sprach mit Kollegen und notierte mir viele der Dinge, die man während oder außerhalb der Sprechstunde von mir wissen will. Ich sah alte Briefe und E-Mails durch und versuchte, mich an jeden Menschen zu erinnern, der mich einmal auf der Straße oder auf einer Party mit einer Frage angesprochen hat. Ich versuchte mir so viele feuchtfröhliche Abendessen wie möglich ins Gedächtnis zu rufen. Und ich versah das Ergebnis mit zahlreichen Top-Ten-Listen und Kästen mit interessanten Tatsachen und Zahlen, um Ihren Wissensdurst anzustacheln.

Jetzt müssen Sie also Ihren Mut nicht mehr zusammennehmen und können uns Ärzte an unseren freien Abenden die Medizin Medizin sein und stattdessen das Essen genießen lassen – auch wir plaudern ja privat lieber über X Factor als über X-Chromosomen. Denn hier ist alles zusammengetragen und in übersichtliche Kapitel unterteilt, in denen Sie hoffentlich die Antwort auf Ihr spezielles Rätsel finden werden. Das Buch behandelt Männer- und Frauenprobleme, Sex, Ernährung und Fitness sowie einige Kuriositäten, die in keine der üblichen Schubladen passen. (Bekommt man wirklich eine Arthrose, wenn man mit den Knöcheln knackt?) Wenn Sie bestimmte Beschwerden haben und mehr darüber wissen wollen, aber auch, wenn Sie einige außergewöhnliche Fakten über Ihren Körper erfahren möchten, dann ist dies hier das richtige Buch für Sie.

Beim Schreiben ist mir klargeworden, wie viele Mythen doch im Umlauf sind, die den falschen Rat erteilen, dieses oder jenes Verhalten würde Sie garantiert gesünder machen. Ich bin mir sicher, dass viele dieser Empfehlungen im besten Glauben ausgesprochen werden. Die Medizin hat jedoch große Fortschritte erzielt, und wir sollten derlei Unsinn wirklich nicht mehr verbreiten. Die Empfehlung, zwei Liter Wasser am Tag zu trinken, Kohlenhydrate zu meiden, wenn man abnehmen will, sich regelmäßig zu entgiften und es auch mal mit Homöopathie zu versuchen, sind nur einige der Standardsprüche in Sachen Gesundheit, denen blind Glauben geschenkt wird – und die in meinen Augen purer Humbug sind. Also versuche ich, so viele dieser gebetsmühlenartig wiederholten Weisheiten unseres Jahrhunderts abzudecken wie möglich. Und fragen Sie mich bitte gar nicht erst nach Chiropraktikern…

Dr.Christian Jessen

London, 2012

www.drchristianjessen.com

1.Das allgemeine Befinden

Warum wird bei Erkältungen immer empfohlen, Hühnersuppe zu essen?

Wenn wir essen, unterstützen wir unseren Körper nicht nur dabei, eine Erkältung zu bekämpfen, sondern tun auch etwas für unser Wohlbefinden. Niederländische Forscher haben herausgefunden, dass die Nahrungsaufnahme genau die Art von Immunreaktion anregt, die die erkältungsauslösenden Viren zerstört. Ihre Experimente zeigten, dass sich die Menge des Gamma-Interferons in unserem Körper sechs Stunden nach einer Mahlzeit vervierfacht. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die von den infektionsbekämpfenden Zellen produziert wird. Sie spielt eine Rolle in dem Prozess, bei dem T-Zellen die von körperfremden Eindringlingen (Pathogenen) befallenen Zellen zerstören. Bei Menschen, die sich darauf beschränken, Wasser zu trinken, wenn sie erkältet sind, sinkt dagegen der Gamma-Interferon-Spiegel.

Aber nicht jede Kost ist gleich gut geeignet. Sie müssen auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten. Seit Urzeiten gibt man den Bettlägerigen Hühnersuppe, und wie es scheint, aus gutem Grund: Hühnersuppe verfügt über entzündungshemmende Eigenschaften und vermag einigen Studien zufolge die Bewegung weißer Blutkörperchen zu hemmen, die zu einem Blutandrang und anderen unerwünschten Erkältungssymptomen führen kann.

Und was esse ich, wenn ich Fieber habe?

Die meisten Ärzte würden Ihnen zu einer normalen Ernährung raten, ob Sie nun Fieber haben oder nicht. Einige Forschungsergebnisse lassen sogar vermuten, dass es gefährlich sein kann, während einer Krankheit zu fasten. Wie wir aus der vorangegangenen Frage gelernt haben, kann eine verringerte Nahrungsaufnahme die Fähigkeit des Immunsystems behindern, auf eine Infektion zu reagieren: Auf diese Weise wird nämlich entscheidenden Zellen die nötige Energie vorenthalten, um jene Proteine zu produzieren, die Eindringlinge erkennen und als zu zerstörende markieren.

Wussten Sie, dass…

Sie nach einer ausgiebigen Mahlzeit ein weniger feines Gehör haben? Viele Musiker und Sänger vermeiden es deshalb, vor einem Konzert zu essen.

Warum haben wir überhaupt Ohrenschmalz? Und wie beseitigt man es am besten?

Ohrenschmalz ist eine nützliche Substanz, die unser Körper produziert, um die Ohren zu schützen und zu reinigen. Es hat mehrere wichtige Funktionen: Es schützt die zarte Haut des Gehörgangs, macht sie gleitfähig und reinigt sie, indem es Schmutzpartikel einfängt und Wasser abweist. Auch ist es geringfügig sauer und verfügt über antibakterielle Eigenschaften. Ohne Ohrenschmalz kann die Haut im Ohr trocken und rissig werden und sich infizieren. Oder sie kann sich mit Wasser vollsaugen und wund werden.

Normalerweise produziert Ihr Körper eine relativ konstante Menge Ohrenschmalz. Wenn Sie aber erkältet sind oder viele Allergien haben, dann kann es auch mal mehr werden. Dann kann es passieren, dass sich das Ohrenschmalz sammelt und einen Pfropf bildet, der Ihr Hörvermögen beeinträchtigt. Man hat eine von zwei Arten von Ohrenschmalz, trockenes oder feuchtes; die feuchte Art ist es, die das Ohr verstopfen kann. Benutzen Sie niemals Wattestäbchen, da diese das Schmalz nur tiefer in die Ohren drücken und zusammenpressen. Vergessen Sie auch diese sogenannten Ohrkerzen; die führen zu nichts weiter, als dass heißes Wachs auf Sie tropft. Mit Kaugummi kann man das Ohrenschmalz dazu bringen, sich zu lockern (indem man ihn kaut, nicht, indem man ihn sich ins Ohr drückt!), und ein paar Tropfen Olivenöl im Ohr werden es aufweichen und ihm dabei helfen, seinen Weg nach draußen zu finden.

Wenn ich fliege, habe ich immer einen stechenden Schmerz im Ohr. Zwar verschwindet er normalerweise nach der Landung ziemlich bald wieder, aber ich höre oft noch eine ganze Weile wie durch Watte. Warum ist das so, und was kann ich dagegen tun?

Die Höhenunterschiede beim Flug sind mit Druckunterschieden verbunden, die Sie in den Ohren spüren. Diese Unterschiede wirken sich für gewöhnlich stärker aus, wenn die eustachische Röhre oder Ohrtrompete, die Ohr und Nase verbindet, durch eine Erkältung oder Infektion verstopft ist.

Ich würde Ihnen raten, eine Stunde vor dem Start ein paar Nasentropfen zu nehmen. Während der Landung empfiehlt sich ein Kaugummi oder Bonbon, weil Sie dadurch permanent schlucken. Wenn Sie schlucken, öffnet sich die Ohrtrompete und sorgt für einen Druckausgleich, was Ihre Schmerzen lindert. Auch den Mund weit aufzusperren, als würden Sie gähnen, kann helfen. Vielleicht sollten Sie eine ärztliche Untersuchung in Erwägung ziehen, um zu überprüfen, ob Sie chronische Infektionen oder eine Nebenhöhlenentzündung haben.

Ich sehe Blut in meinem Urin. Was soll ich tun?

Zum Arzt gehen. Die häufigste Ursache hierfür ist eine Infektion, aber es gibt noch andere: Nieren- oder Blasensteine, eventuell sogar eine Geschwulst in der Blase. Das Wichtigste in diesem Zusammenhang: Blut im Urin ist nie «normal». Es ist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt und untersucht werden muss. Infektionen lassen sich einfach mit einem Antibiotikum behandeln, doch sollte dies unbedingt über Ihren Hausarzt erfolgen, der zumindest eine Laboruntersuchung Ihres Urins veranlassen wird. Zwar haben rund vier Prozent der Bevölkerung ohne erkennbare Ursache Blut im Urin, nur ist es in diesen Fällen in der Regel nicht mit bloßem Auge zu sehen, sondern wird eher mittels Teststäbchen entdeckt. Sichtbarem Blut im Urin sollte man immer auf den Grund gehen. Denken Sie aber bitte auch daran, dass einige Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Rote Beete, Ihren Urin rosarot färben können. Irritierend, aber völlig harmlos.

Auf meinem Handrücken hat sich – schon vor einer ganzen Weile – ein kleiner harter Knoten gebildet. Was könnte das sein?

Das klingt nach einem wirklich weit verbreiteten Phänomen namens Ganglion, im Volksmund auch Überbein genannt. Dabei handelt es sich um eine mit Gelee gefüllte Zyste, die in der Nähe von Sehnen wächst, weshalb sie häufig am Handrücken anzutreffen ist. Ein Ganglion ist völlig ungefährlich, man kann es einfach sich selbst überlassen. Die historische Behandlungsmethode bestand darin, mit einem dicken Buch, etwa einer Bibel, fest daraufzuschlagen. Davon möchte ich Ihnen ausdrücklich abraten! Wenn es weh tut oder Probleme bereitet, kann ein Arzt es mit einer Nadel drainieren oder chirurgisch entfernen. Ansonsten ignorieren Sie es einfach, und es ist gut möglich, dass es sich im Lauf der Zeit von selbst zurückbildet.

Wussten Sie, dass…

nur rund ein Drittel der Menschheit über perfekte Sehkraft verfügt? Mit zunehmendem Alter nimmt dieser Anteil sogar noch deutlich ab.

Ich leide unter zwei Leistenbrüchen. Immer wieder bekomme ich zu hören, ich müsste abnehmen, weiß aber nicht, was ich dafür tun kann, ohne sie noch weiter zu verschlimmern.

Die meisten Eingeweidebrüche (Hernien) werden durch erhöhten Druck im Bauchraum verursacht, wie er durch eine große körperliche Anstrengung (zum Beispiel das Heben schwerer Gegenstände), Husten oder eine Verstopfung hervorgerufen werden kann. Auch Übergewicht trägt dazu bei, weil sich ein Großteil des überschüssigen Fettgewebes um den Darm im Bauch ablagert. Dies erhöht den Druck auf die Unterleibsmuskulatur, und der Darm wird durch eine beliebige Schwachstelle in der Bauchdecke herausgedrückt – ein Eingeweidebruch. Leistenbrüche sind vor allem bei Männern verbreitet, weil die Verlagerung der Hoden in den Hodensack vor oder nach der Geburt eine natürliche Schwachstelle in diesem Bereich zurückgelassen hat.

Sie müssen abnehmen und Ihr Gewicht unter Kontrolle behalten, damit der Bruch sich nicht verschlimmert – und um einen chirurgischen Eingriff zu erleichtern. Vermeiden Sie Übungen, bei denen Sie etwas heben, ziehen oder drücken müssen, weil sich dabei Ihre Kehle verschließt, was den Druck im Unterleib erhöht und den Bruch vergrößert. Ich würde Ihnen eine Art Aerobic-Programm empfehlen, eine halbe Stunde alle zwei Tage, wobei Schwimmen und ein Heimtrainer-Fahrrad für Sie am besten sind.

Ich habe Krampfadern an den Beinen. Werden sie schlimmer, wenn ich Gymnastik mache?

Nein, Gymnastik wird Ihre Krampfadern nicht verschlimmern. Tatsächlich kann Bewegung die Durchblutung Ihrer Beine verbessern, was Ihre Krampfadern womöglich weniger auffällig macht. Das Blut fließt durch die Arterien in Ihre Beine und kehrt durch die Venen zum Herzen zurück. In Ihren Venen befinden sich Klappen, die verhindern, dass das Blut in die falsche Richtung fließt. Krampfadern bilden sich, wenn diese Venenklappen nicht richtig arbeiten und die Venen anschwellen und sich ausdehnen. Wenn sie besonders unansehnlich oder schmerzhaft sind, kann man sie operativ entfernen lassen.

Meine Mutter und meine Großmutter haben Osteoporose, und ich befürchte, dass ich als Nächste dran bin. Ich bin 26Jahre alt und möchte gerne wissen, was ich tun kann, um das zu verhindern.

Osteoporose (Knochenschwund) heißt, dass die Knochen dünner und schwächer werden, sodass sie leicht brechen können. Dieses Leiden kann Frauen nach den Wechseljahren befallen, weil sich in dieser Zeit ihr Hormonhaushalt verändert, einschließlich jener Hormone, die normalerweise Kalziumspiegel und Knochenstärke regulieren.

Um Knochenschwund zu vermeiden, gilt es zuallererst, auf seine Diät zu achten. Kalziumreiche Speisen wie grünes Gemüse, Nüsse und Sojaprodukte sind ausnahmslos zu empfehlen. Auch Milchprodukte und Fisch sind gute Kalziumquellen. Wenn Sie glauben, nicht genügend Kalzium zu sich zu nehmen, und Milchprodukte in Ihrer Ernährung keine große Rolle spielen, können Sie zu einem Nahrungsergänzungsmittel mit Kalzium und Vitamin D greifen.

Der zweite wichtige Punkt, um starke Knochen zu behalten, sind Belastungsübungen. Je mehr davon Sie jetzt, in jungen Jahren, machen, desto stärker werden Ihre Knochen sein, wenn Sie älter werden. Versuchen Sie es mit Walken, Joggen, Seilhüpfen, Krafttraining oder Aerobic und achten Sie darauf, dass Ihr Körpergewicht in einem gesunden Rahmen bleibt. Auch ein deutliches Untergewicht würde nämlich Ihr Risiko erhöhen.

Wussten Sie, dass…

jeder von uns seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Geruch hat, von eineiigen Zwillingen abgesehen? Ein Neugeborenes kann seine Mutter an ihrem Geruch erkennen, und viele Menschen vermögen den Geruch ihrer besseren Hälfte sowie ihnen nahestehender Menschen genau auszumachen. Zum Teil ist unser Geruch genetisch bedingt, überwiegend jedoch setzt er sich aus Einflüssen von Umwelt, Ernährung und den bevorzugten Hygieneprodukten zusammen, deren Kombination für jeden von uns eine einzigartige chemische Mischung ergeben.

Ich habe meinen Geruchssinn verloren. Ich kann mich an keinen Vorfall erinnern, der als Ursache in Frage käme, aber mir ist regelrecht die Freude am Essen verlorengegangen, weil ich nichts mehr richtig schmecke. Was könnte die Ursache hierfür sein?

Ein Riechverlust ist eine ernstzunehmende Sache, deren Ursache unbedingt geklärt werden muss. Die häufigsten Ursachen sind Naseninfektionen, Erkältungen und Heuschnupfen. Sie bewirken allerdings nur einen vorübergehenden Verlust des Geruchssinnes, der zurückkehren sollte, wenn die zugrundeliegende Problematik abgeklungen ist.

Manche Frauen können ihren Geruchssinn aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion verlieren, was sich durch Bluttests feststellen lässt. Dieses Problem kann man mit Medikamenten zum Ausgleich des Mangels an Schilddrüsenhormonen in den Griff bekommen. Die unheilvollste Ursache für einen Riechverlust ist ein Gehirntumor, der auf die Geruchsnerven in der Nasenwurzel drückt. Obwohl dies selten vorkommt, müssen Sie es abklären lassen, um diese Möglichkeit auszuschließen. Ich würde an Ihrer Stelle so schnell wie möglich den Hausarzt aufsuchen und mit den Untersuchungen beginnen.

Ich hatte unlängst eine Operation in der Bauchgegend. Was kann ich tun, damit die Narbe kleiner und weniger auffällig wird?

Wenn Ihre Narbe noch relativ frisch ist, wird sie ziemlich dunkel und auffällig sein – das ist ganz normal. Narben beruhigen sich im Lauf der Zeit und werden blasser, was freilich zwischen einem halben und einem Jahr dauern kann. Die gute Nachricht ist, dass es einige Produkte gibt, die Ihnen helfen werden, wenn Sie nicht so lange warten können. Da sind zum einen Silikongelpflaster, die man auf die Narbe klebt, oder ein silikonbasiertes Gel namens Dermatix, das man zweimal täglich auf die Narbe aufträgt. Sie wirken binnen weniger Monate und sind teuer, können aber vor allem bei Verbrennungsnarben effektiv sein, wofür man sie in Krankenhäusern verwendet. Eine einfachere und preiswertere Lösung für Sie könnte in Bi-Oil oder Vitamin-E-Kapseln bestehen. Schneiden Sie die Kapseln auf und massieren Sie das Öl einmal täglich in die Narbe ein. Dies wird ihren Heilungsprozess fördern und sie wesentlich unauffälliger machen.

Wenn ich nervös werde, überziehen sich bei mir Gesicht, Hals, Brust und Arme mit großen roten Flecken, die leider höchst auffällig sind. Im Zusammenspiel mit Alkohol ist es noch schlimmer. Gibt es irgendetwas, das ich tun kann, um diese Form von Erröten zu verhindern?

Sie leiden unter einem idiopathischen kraniofazialen Erythem, oder einfacher gesagt, unter übermäßigem Erröten. Rund zehn Prozent der Bevölkerung scheinen hiervon betroffen zu sein. Verursacht wird es dadurch, dass sich die Blutgefäße in Ihrer Haut aufgrund von stress- oder druckbedingten chemischen Signalen und Nervensignalen erweitern. Das kann schwierig zu behandeln sein, doch wurden mit kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) und Neurolinguistischem Programmieren (NLP) bereits beachtliche Erfolge erzielt. Auch besteht die Möglichkeit, die fürs Erröten zuständigen Nerven operativ zu durchtrennen. Der Eingriff ist nicht ohne Risiken, kann aber bei manchen Menschen gut funktionieren.

Ich habe sehr starken Mundgeruch, und das schon seit vielen Jahren. Er scheint von dem hinteren Bereich meines Mundes/ meiner Zunge auszugehen. Kann man die Menge an Bakterien im Mund mit Antibiotika reduzieren, und lohnt es sich, das zu versuchen?

Mundgeruch ist ein Problem, das jeden einmal betreffen kann. Wir alle wissen, wie es ist, jemandem nahe zu kommen, der gerade ein Gericht mit reichlich Knoblauch und Zwiebeln zu sich genommen hat. Ihr Fall hört sich jedoch ein bisschen ernster an. Ich würde als Erstes eine gründliche Zahnuntersuchung vorschlagen, denn Zahnfleischerkrankungen und Karies gehören – neben Rauchen und übermäßigem Alkoholgenuss – zu den Hauptverursachern von Mundgeruch.

Auch eine Diät kann zu Mundgeruch führen, wofür die Atkins-Diät ein berüchtigtes Beispiel ist. Zu weiteren möglichen Ursachen zählen Leber- oder Nierenleiden und selbst manche Medikamente, wie etwa Antidepressiva, die die Speichelproduktion hemmen. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Zähne regelmäßig mit Zahnseide reinigen, und auch ein Zungenschaber könnte sich für Sie lohnen – wobei Sie aber gewarnt sein sollten: Die Farbe und der Geruch von dem, was Sie bei der ersten Benutzung von Ihrer Zunge herunterholen, dürften Sie entsetzen!

Wenn Sie all dies probiert haben und nichts hilft, dann ist es möglich, dass Sie eine bakterielle Überwucherung im Mund haben, die Sie nur mit einem Antibiotikum namens Metronidazol loswerden. Für dieses Mittel brauchen Sie ein Rezept von Ihrem Hausarzt.

Wussten Sie, dass…

wir nicht schmecken können, was sich nicht in Spucke auflösen lässt? Damit ein Nahrungsmittel – oder sonst etwas – einen Geschmack hat, muss der Speichel Chemikalien aus dieser Substanz auflösen, um die Geschmacksnerven anregen zu können.

Ist Botox ungefährlich?

Jeder hat schon von Botox gehört, aber nicht jeder weiß, dass es sich dabei eigentlich um eine gereinigte Form jenes bakteriell erzeugten Giftstoffs handelt, der eine Lebensmittelvergiftung auslöst. Spritzt man es jedoch in Gesichtsfalten, dann paralysiert es zeitweise die darunterliegenden Muskeln und verringert somit die Bildung von Falten und Runzeln.

Es gibt nur sehr wenige Risiken im Zusammenhang mit Botox, doch würde ich auf jeden Fall empfehlen, dass man es sich nur von einem dafür ausgebildeten Arzt verabreichen lässt. Um ein zufriedenstellendes Resultat zu erzielen, braucht man eine gute Kenntnis der Gesichtsanatomie, und die Ergebnisse können sich von Arzt zu Arzt unterscheiden. Der Effekt ist nicht dauerhaft – er hält nur für maximal sechs Monate vor–, also richten Sie sich gleich darauf ein, dass Sie eine Auffrischung benötigen werden. Und vergessen Sie nicht, dass wie bei den meisten kosmetischen Maßnahmen auch hier die Regel gilt: Weniger ist mehr.

Was genau ist eine Bell-Lähmung?

Die Gesichtsmuskeln werden durch den Gesichtsnerv kontrolliert, der aus einer Öffnung im Schädel direkt unter und vor dem Ohr austritt. Von dort breitet er sich wie ein Fächer über das ganze Gesicht aus, wobei seine Äste zu jedem der vielen kleinen Muskeln reichen, die für unsere Mimik zuständig sind. Wird der Gesichtsnerv beschädigt, arbeiten all diese Gesichtsmuskeln nicht mehr. Die betroffenen Patienten können nicht mehr lächeln oder ein Auge nicht mehr richtig schließen.

Die mit Abstand verbreitetste Form dieser Art von Lähmung ist die Bell-Lähmung (auch Fazialisparese oder Bell’sche Parese genannt). Sie wird durch eine Entzündung des Gesichtsnervs an der Stelle verursacht, wo er aus dem Schädel austritt. Der genaue Auslöser für diese Entzündung mit anschließender Paralyse ist unbekannt. Bei Einsetzen der Beschwerden entwickelt der Patient eine plötzliche Lähmung der Gesichtsmuskeln, die jedoch nur eine Gesichtshälfte betrifft. Am Austrittspunkt des Nervs beim Ohr kann es zu einem leichten bis mäßigen Schmerz kommen, der aber nach einigen Tagen wieder abklingt. Auch eine Störung des Geschmacksempfindens ist möglich. Zwei Drittel der Betroffenen gesunden auch ohne Behandlung binnen weniger Wochen vollständig. Die restlichen Patienten werden teilweise wiederhergestellt, zehn Prozent aber leiden langfristig unter einer erheblichen Gesichtslähmung.

Wussten Sie, dass…

leise Geräusche eine Erweiterung unserer Pupillen bewirken? Dies ist mit größter Wahrscheinlichkeit der Grund dafür, warum Menschen, die ihre Arbeit in nächster Nähe vor Augen haben müssen, wie Chirurgen und Uhrmacher, durch unerwartete Geräusche so gestört werden. Der Laut veranlasst ihre Pupillen, den Brennpunkt zu verändern, was ihren Blick trübt und sie in ihrer Tätigkeit behindert.

Ich habe immer mal wieder so ein komisches Zucken im Augenlid, als würde es auf und ab hüpfen. Woher kommt das?

Das ist ein wirklich geläufiges Symptom, das sich oft in Zeiten von Stress oder Müdigkeit einstellt. Wir kennen den genauen Grund nicht, wissen aber, dass es keine Bedeutung hat und sicher kein Hinweis auf irgendeine zugrundeliegende Hirn- oder neurologische Erkrankung ist. Es ist eher ein Zeichen dafür, dass Sie eine ordentliche Mütze Schlaf brauchen. Zwar gibt es keinen Beweis dafür, dass Koffein das Zucken verstärkt, doch soll die Verringerung ihres Koffeinkonsums manchen Menschen geholfen haben.

Ein zuckendes Augenlid ist nicht dasselbe wie ein Krampf in den Muskeln rund um das Auge, der bewirkt, dass sich das Auge schließt. Bei einem solchen sogenannten Blepharospasmus sollten Sie schleunigst einen Arzt aufsuchen.

Stimmt es, dass die Wahrscheinlichkeit eines Herzleidens größer ist, wenn man schlechte Zähne hat?

Das ist eine Frage, die Wissenschaftler seit Jahren untersuchen. Wir wissen, dass während zahnärztlicher Eingriffe Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und bei Menschen mit Herzfehlern oder künstlichen Herzklappen zu schwerwiegenden Infektionen am Herzen führen können. In jüngster Zeit aber haben mehrere Studien Zusammenhänge zwischen Zahnfleischerkrankungen und Herzkrankheiten nachgewiesen – etwa zwischen einer größeren Häufigkeit von Parodontose, Zahnverlust sowie anderen oralen Problemen und einem höheren Risikofaktor für koronare Herzerkrankungen, Verdickungen der Halsschlagadern und andere Formen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die bisherigen Beobachtungen besagen, dass die Häufigkeit von Herzkrankheiten zunimmt, je mehr Zähne den Patienten fehlen, dass eine intensive Parodontosebehandlung eine Arteriosklerose (Arterienverhärtung) rückgängig machen kann und dass Menschen, die bestimmten, mit Zahnfleischerkrankungen einhergehenden Bakterien ausgesetzt sind, auch ein höheres Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Eine einfache Erklärung für diesen Zusammenhang könnte sein, dass Menschen mit schlechten Zähnen womöglich einem weniger gesunden Lebensstil frönen, sodass nicht die schlechten Zähne die Herzkrankheit verursachen, sondern der ungesunde Lebensstil.

Für eine Herzkrankheit gibt es zahlreiche Risikofaktoren, von denen einige außerhalb Ihrer Kontrolle sind. Die Gesundheit Ihrer Zähne hängt jedoch von Ihnen ab, also lohnt es sich, im Gedächtnis zu behalten, dass es auch Ihrem Herzen guttun kann, wenn Sie auf gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch achten.

Top 10 der überflüssigsten Körperteile

1.Mandeln

Mandeln sind Körperteile, ohne die wir zweifellos bestens zurechtkämen und die manchen Menschen aufgrund chronischer Entzündungen eine Menge Schmerzen verursachen. Es handelt sich dabei um ein Lymphgewebe, das leicht infiziert wird und anschwillt. Es gibt allerdings auch die Auffassung, dass sie nicht entfernt werden sollten, weil sie eine Rolle bei der Entwicklung unseres Immunsystems spielen könnten.

2.Adenoiden

Diese merkwürdigen, umgangssprachlich auch Polypen genannten Drüsen sind Wucherungen von Lymphgewebe im hintersten Bereich der Nase. Sie sind Teil unseres kindlichen Immunsystems und dienen dazu, eingeatmete Bakterien und Viren einzufangen. Mit zunehmendem Alter schrumpfen die Adenoiden, bei Erwachsenen sind sie nutzlos.

3.Sinusse

Sinusse, also Nebenhöhlen wie zum Beispiel die Nasennebenhöhlen, sind ein Teil des Körpers, über den nicht viel bekannt ist. Sie sind nichts weiter als luftgefüllte Hohlräume, von denen wir etliche in unserem Kopf haben. Manche sagen, dass sie unsere Augen schützen, während andere vermuten, sie würden den Klang und die Tonlage unserer Stimme beeinflussen. Genau weiß niemand, wozu sie gut sind, doch steht fest, dass sie infiziert werden und Kopfschmerzen verursachen können.

4.Männliche Brustwarzen

Hierzu bedarf es wohl kaum großer Worte. Wir Männer stillen nicht, also sind unsere Brustwarzen eigentlich überflüssig. Bei uns erfüllen sie rein dekorative Zwecke.

5.Weisheitszähne

Die Weisheitszähne befinden sich im hinteren Teil des Kiefers. Sie waren einmal überaus nützlich, vor allem, als die menschliche Spezies noch reichlich zähes Fleisch auf dem Speiseplan hatte, das ordentlich zu zerkauen sie uns halfen. Heute kriegen viele Menschen nicht einmal Weisheitszähne, und wenn doch, dann wachsen diese gerne einmal in die falsche Richtung und verursachen Schmerzen, weshalb man sie oft entfernt.

6.Coccyx

Auch unter dem Namen Steißbein bekannt, handelt es sich um den letzten Abschnitt der menschlichen Wirbelsäule. Er besteht aus fünf separaten oder zusammengewachsenen Wirbeln und ist ein Relikt unseres verkümmerten Schwanzes. Fairerweise muss man sagen, dass das Steißbein nicht völlig nutzlos ist, weil es als Ansatzpunkt vieler verschiedener Bänder, Sehnen und Muskeln dient. Doch im Allgemeinen ist es für Säugetiere mit Schwänzen deutlich wichtiger als für Menschen.

7.Gallenblase

In diesem kleinen Organ wird Gallensekret gespeichert, das bei der Verdauung hilft. Jedoch können sich Steine in ihm bilden und Schmerzen, Übelkeit, Verdauungsstörungen sowie Infektionen auslösen, und da unser Körper auch ohne Gallenblase perfekt funktioniert, wird sie häufig chirurgisch entfernt.

8.Appendix

Nach diesem Wurmfortsatz des Blinddarms werde ich immer wieder gefragt. Ein Zweck des Appendix besteht vermutlich darin, Zellulose zu verdauen. Also war er ein wichtigeres, ja notwendiges Organ zu einer Zeit, als die menschliche Nahrung vor allem aus Pflanzen bestand. Heute ist er nicht mehr unbedingt erforderlich, und von seiner Existenz erfahren wir normalerweise nur, wenn er infiziert wird und sich entzündet.

9.Nickhaut (Plica semilunaris conjunctivae)

Auch als «drittes Augenlid» bekannt. Ja, auch Sie haben drei, doch zählt die Nickhaut zu den vielen Körperteilen, die wir nicht brauchen. Wenn Sie Ihre Augenlider hochziehen, wird die Plica semilunaris sichtbar. Sie ist es, die den «Schlaf» oder «Schlafsand» produziert, den wir uns morgens nach dem Aufwachen aus den Augenwinkeln reiben.

10.Haarbalgmuskel (Musculus arrector pili)

Dass der Haarbalgmuskel wirklich funktionslos ist, ist zugegebenermaßen umstritten. Es handelt sich um sehr kleine Muskelfasern, die an jedem Haarbalg ansetzen und, wenn sie sich zusammenziehen, die Haare aufrichten und eine Gänsehaut auslösen. Wirklich nützlich ist dieser Mechanismus nur bei Tieren mit viel mehr Haaren, weil sie in aufgerichteter Form eine isolierende Schicht bilden und Tiere in einer bedrohlichen Situation deutlich größer erscheinen lassen können.

Was genau ist ME? Gibt es das wirklich, oder ist es nur ein weiteres neumodisches Leiden, das sich Leute ausgedacht haben, die ständig müde sind?

ME steht für myalgische Enzephalomyelitis, auch bekannt als chronisches Erschöpfungssyndrom. Dieses gehört zu einer Reihe von Krankheiten, die als postvirale Syndrome eingestuft werden und über die wir erstaunlich wenig wissen. Bei manchen Menschen kann es im Anschluss an eine Virusinfektion wie eine Grippe zu einer chronischen Entzündung zahlreicher Organe kommen, die Schmerzen und Müdigkeit hervorruft.

Die Symptome unterscheiden sich von Patient zu Patient erheblich. Zu ihnen zählen Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, Bauchkrämpfe, Depressionen, Stimmungsschwankungen und tiefe Müdigkeit. Frauen sind fünfmal häufiger von dieser Erkrankung betroffen als Männer. Die meisten Patienten haben sie mehrere Monate oder sogar einige Jahre lang, bis sie allmählich abklingt.

Es gibt keinen Test, der eine Diagnose auf ein chronisches Erschöpfungssyndrom bestätigen könnte. An den Betroffenen scheint alles völlig normal, bis auf den Umstand, dass sie zu müde sind, um ihr normales Alltagsleben aufrechterhalten zu können. Man stellt die Krankheit daher auf dem Weg einer sogenannten Ausschlussdiagnose fest.

Weil wir nicht wissen, wodurch das chronische Erschöpfungssyndrom ausgelöst wird, wissen wir auch nicht, wie es zu behandeln ist. Es gibt so viele Theorien, wie es Ärzte gibt, und jeder alternative Therapeut – vom Osteopathen bis zum Naturheilkundler – scheint der Meinung zu sein, er könne die Krankheit heilen. Das Einzige, was ich weiß, ist, dass Antidepressiva und entzündungshemmende Medikamente gegenwärtig allem Anschein nach am meisten Erfolg versprechen.

Wussten Sie, dass…

Ihre Augen bei der Geburt genauso groß sind wie im Erwachsenenalter? Sie wachsen nie. Ihre Nase und Ihre Ohren hören allerdings gar nicht mehr auf zu wachsen, und wie Untersuchungen gezeigt haben, erreicht ihr Wachstum alle sieben Jahre einen Höhepunkt.

Weisen Ohrläppchenfalten wirklich darauf hin, dass man an einer koronaren Herzerkrankung leiden könnte?

Eine Ohrläppchenfalte verläuft diagonal über das Ohrläppchen bis zu seinem unteren Ende. Ihr Stellenwert als böses Omen für Herzprobleme ist hinreichend bestätigt. Eine schwedische Untersuchung von 520Obduktionen ergab, dass das Vorhandensein von Ohrläppchenfalten einen «positiven Vorhersagewert» für eine koronare Arterienkrankheit von 68Prozent hatte, bei unter 40-Jährigen waren es sogar 80Prozent. Eine türkische Studie kam zu dem Ergebnis, dass Ohrläppchenfalten einen größeren Risikofaktor für eine Herzerkrankung darstellen als Diabe tes, familiäre Vorbelastungen in Form von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rauchen. Von 340Patienten, die ins Montrealer Herzinstitut eingewiesen wurden, hatten 91Prozent derjenigen mit einer Ohrläppchenfalte ein Herzleiden, während es bei Patienten ohne Falte nur 61Prozent waren. Vereinfacht ge sagt: Keine solche Falte zu haben, heißt nicht unbedingt, dass man nicht an einer Herzerkrankung leidet, hat man jedoch eine, dann zählt man mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den Betroffenen.

Zu weiteren prognostischen Faktoren für eine Herzerkrankung zählen ein kurzer Ringfinger, männlicher («androgenetischer») Haarausfall, Zahnfleischerkrankungen sowie trockenes Ohrenschmalz. Nicht immer sind diese Zusammenhänge durch völlig überzeugende Forschungen belegt. Nur keine Panik, wenn einer dieser Faktoren auf sie zutrifft – es bedeutet nicht, dass ein Herzinfarkt unausweichlich ist, sondern nur, dass Sie ein bisschen mehr auf die Gesundheit Ihres Herzens achten müssen.

Wussten Sie, dass…

die meisten Menschen im Alter von 60Jahren rund die Hälfte ihrer Geschmacksknospen verloren haben? Ältere Menschen neigen dazu, ihr Geschmacksempfinden einzubüßen, und viele stellen fest, dass sie ihr Essen viel stärker würzen müssen, um es genießen zu können.

Stimmt es, dass der Schlaf vor Mitternacht wichtiger ist als der Schlaf nach Mitternacht?

Auch meine Mutter hat das immer zu mir gesagt; es war aber wohl eher ein Trick, um mich früher ins Bett zu kriegen. Funktioniert hat er nicht. Jetzt, wo ich älter bin und mich öfter traue, ihr zu widersprechen, kann ich sagen, dass an dem Schlaf vor Mitternacht wirklich nichts Besonderes ist. Wann auch immer sie einschlafen, durchlaufen die meisten Menschen eine 90-minütige Phase des Nicht-REM-Schlafs, auf die eine REM-Schlafphase folgt. Das Verhältnis zwischen beiden Phasen ändert sich im Lauf der Nacht: Je früher in der Nacht, desto stärker ist die Tendenz zu einem tiefen Nicht-REM-Schlaf, und je später am Morgen, desto größer ist die Tendenz zum REM-Schlaf. Das bedeutet: Jemand, der früh zu Bett geht, wird zu einem Schlafmuster mit mehr Nicht-REM-Schlaf neigen und weniger träumen. Ist das besser? Wer weiß das schon?

Wussten Sie, dass…

mit 60Jahren 60Prozent der Männer und 40Prozent der Frauen schnarchen? Normales Schnarchen hat eine Lautstärke von rund 60Dezibel, was dem Geräuschpegel einer normalen Unterhaltung entspricht. Starkes Schnarchen kann über 80Dezibel erreichen, was annähernd der Lautstärke eines Pressluftbohrers gleichkommt, der eine Betondecke aufbricht.

Ich habe oft Kopfschmerzen und mache mir furchtbare Sorgen, ich könnte einen Hirntumor haben. Ich war deswegen bei meinem Hausarzt, aber der wischt meine Befürchtungen einfach beiseite. Wie kann er so sicher sein, dass ich keinen Tumor habe?

Ich möchte Sie gerne mit einem Logiker und Franziskanermönch aus dem 14.