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Was ist »sauber«? Die meisten Streits in Wohngemeinschaften entstehen, weil die Beteiligten bei diesem Thema unterschiedliche Schmerzgrenzen haben. Daher lohnt es sich, bestimmte Dinge ein für alle Mal zu klären. Eine Woche lang wird eine Liste geführt, wer was in der Wohnung erledigt. Es gibt für jeden Raum eine Checkliste und zum Schluss wird das Erlernte in einem kurzen, unterhaltsamen Test abgefragt. Sigrid Neudecker vereint leicht umsetzbare Tipps, wie man die Wohnung ohne übermäßigen Mittel- und Körpereinsatz sauber bekommt und hält und sorgt somit – ganz nebenbei – für Weltfrieden.
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Veröffentlichungsjahr: 2022
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© Piper Verlag GmbH, München 2022
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Cover & Impressum
Widmung
Zitat
1 Quick & Dirty
Aber wieso soll ich eigentlich putzen, wenn ich überhaupt nicht will?
Aber wir haben doch eine Reinigungshilfe!
2 Beginnen wir einfach
Das Equipment
3 Ein Psychotest zum Aufwärmen: Welcher Putztyp bist du?
4 Die Schwerkraft oder: Der Kampf gegen die Naturgewalt
5 Das Wohnzimmer oder: Wischen is possible
Schritt 1: Staubsaugen
Schritt 2: Wischen
Was wischen wir wie und womit?
Die versprochenen guten Nachrichten
Die Qualitätskontrolle
Wieso du hier putzen solltest
6 Die Küche oder: Heiß und vor allem fettig
Für den Alltag: das Clean-as-you-go-Prinzip
Der Geschirrspüler
Der Herd
Der Backofen
Die Küchenspüle
Der Kühlschrank
Die Dunstabzugshaube
Was in der Küche sonst noch zu tun ist
Die Generalreinigung
Die Qualitätskontrolle
7 Das WC oder: Iron Man meets Paris–Dakar
Der tägliche Gebrauch
Die wöchentliche Reinigung
Die Qualitätskontrolle
Wieso du hier putzen solltest
8 Das Badezimmer oder: Auch Wasser macht Flecken
Wenn Wasser schmutzig macht
Die Dusche
Die Badewanne
Was sonst noch im Bad zu tun ist
Die Qualitätskontrolle
Wieso du hier putzen solltest
9 Das Schlafzimmer oder: Schlafen, dass es nur so staubt
Wieso du hier putzen solltest
Clean as you go, die Schlafzimmer-Variante
10 Wäsche waschen
Waschmaschine
Trockner
11 Fensterputzen, die Quickie-Version
Abzieher
Die Qualitätskontrolle
Wieso du die Fenster putzen solltest
12 Einfach weniger putzen müssen oder: It’s magic!
13 Der Status quo oder: Wer macht was bei uns und wenn ja, wie oft?
14 Mental Load für Anfänger oder: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht
Ich frage dich doch immer, ob ich helfen kann!
Du hättest doch nur etwas sagen müssen!
Aber ich putze doch auch!
Ich putze, aber niemand dankt mir dafür!
Aber bisher hat dich das doch auch nicht gestört!
Wir haben eine strikte Aufgabenteilung
15 Der Abschlusstest oder: Wie toll bist du?
16 Der Schnellzugriff
Regeln
Putz-Prinzipien
Tricks
Der vernetzte Haushalt
Das Frühwarnsystem
So wirst du zum Mitbewohner/zur Mitbewohnerin des Jahres:
17 Der Putzplan oder: wann, wer, was, warum?
18 Bonustrack für Leidtragende oder: Alles wird gut!
Inhaltsübersicht
Cover
Textanfang
Impressum
Für meinen vielseitig talentierten Mann,
ohne den dieses Buch nicht möglich gewesen wäre.
»Tell me and I forget, teach me
and I may remember, involve me
and I learn.«
Benjamin Franklin
Dieses Buch ist keine Anleitung, wie man eine Wohnung keimfrei bekommt. Es geht hier nicht darum, jedes letzte Staubfitzelchen zu eliminieren und danach das Atmen einzustellen, um keine weiteren aufzuwirbeln. Dieses Buch ist keine Bibel für anale Charaktere, sondern will einfach nur möglichst praktische Tipps geben, wie man ein Haus, eine Wohnung oder ein gemeinsames Büro ohne übermäßigen Mittel- und Körpereinsatz in einem Zustand hält, den ein Großteil der darin lebenden Menschen als sauber bezeichnen kann. Sprich: Dieses Buch will einfach nur Weltfrieden.
Wobei: Was ist »sauber«? Wo die einen keinerlei Handlungsbedarf erkennen können (und zwar ehrlich und beim besten Willen nicht), verspüren andere bereits leichten Brechreiz. Die Definition »Schmutz ist Materie am falschen Ort« wird durchaus unterschiedlich interpretiert. Die meisten Streits in Wohngemeinschaften jedweden Beziehungsgrades entstehen nicht dadurch, dass der eine nie putzt und die andere immer, sondern dadurch, dass alle Beteiligten beim Thema Dreck unterschiedliche Schmerzgrenzen haben. Die eine kann über den Fleck auf dem Küchenboden fünf Tage lang locker hinwegsehen (weil sie ihn tatsächlich einfach nicht sieht), der andere bekommt deswegen schon nach einem halben Tag nervöse Pickel. Auf ein und dasselbe Waschbecken reagiert der eine mit »Wo ist das Problem?«, während die andere lieber den Seuchendienst alarmiert. Ich kenne einen Mann, in dessen Toilette die meisten Besucherinnen erst einmal hineingekotzt haben, und zwar nicht wegen eines Magen-Darm-Infekts.
Deshalb gibt es in diesem Buch für jeden Raum eine kleine Liste an Fragen, die als Hilfestellung für die Erarbeitung einer gemeinsamen Definition von »Yep, ist sauber« dienen sollen. Spoiler: Es werden sich höchstwahrscheinlich alle Beteiligten ein wenig beweglich zeigen müssen. Das Ziel ist ein kleinster gemeinsamer Nenner, um das leidige Thema nicht jede Woche neu diskutieren zu müssen. Denn auch hier ist nicht das Ungleichgewicht »Einer putzt/einer putzt nie« das Problem, sondern die moderne Version der chinesischen Tröpfchenfolter, dieselben Fragen immer wieder aufs Neue zu diskutieren.
Aus diesem Grund lohnt es sich, bestimmte Dinge ein für alle Mal zu klären. Muss der Kühlschrank bereits ausgemistet werden, wenn sich einem die Wurst nur leicht entgegenneigt, oder erst, wenn sie schon selbst rausgehen kann? Wird der Küchenboden nach jeder größeren Kochaktion gewischt oder erst, wenn ein vollständiges Menü dort liegt? Macht die Küche diejenige, die bekocht wurde (ausgleichend fair), oder derjenige, der gekocht hat (erzieherisch wertvoll).
Dieses Buch lüftet auch ein paar Geheimnisse, etwa jenes der in der Waschmaschine verschwundenen Socken. Und das größte aller Geheimnisse überhaupt: wie man weniger putzen muss, ohne auch nur einen Handgriff mehr zu tun! Kein Trick, kein doppelter Boden! Du wirst erstaunt sein!
Exzellente Frage. Du lebst allein, hast nie Freunde oder Freundinnen zu Besuch und auch kein Problem damit, dass dir die Staubknäuel hin und wieder zwischen den Zehen hängen bleiben? Dann musst du natürlich auch nicht putzen. Du musst nur auf die nächste Pandemie hoffen, die dir weiterhin eine besucher/innenfreie Wohnung beschert, und solange du noch ein sauberes Stück Alufolie findest, von dem du essen kannst, ist das doch alles kein Problem.
Ach so, du lebst gar nicht allein, sondern mit mindestens einem anderen Menschen, mit dem – beziehungsweise vielleicht eher der – du schon mindestens einmal wegen Schmutz in der Wohnung gestritten hast? Dann sprechen wir jetzt einmal die erste von vielen unbequemen Wahrheiten aus: Sobald du irgendwo bist, machst du auch Dreck. Sogar wenn du ganz still sitzt und nur atmest. Wieso sollte den andauernd jemand anderer, den du dafür nicht bezahlst, wegmachen?
Im Kapitel »Schwerkraft« sehen wir uns diesen Dreck übrigens kurz genauer an. Glaub mir, du willst mit ihm nicht mehr Zeit verbringen als unbedingt notwendig.
Kommt die täglich? Okay, wenigstens alle zwei Tage? Kommt sie jeden Abend, nachdem ihr gekocht habt, und macht die Küche? Kommt sie, sobald der Berg an Schmutzwäsche hoch genug ist? Fällt die Streitfrequenz in eurem Haushalt nach ihren Besuchen radikal ab, steigt bis zu ihrem nächsten Einsatz aber wieder kontinuierlich an?
In jedem Raum, der bewohnt oder in dem gearbeitet wird, entsteht laufend Schmutz. Stimmt, manchmal sieht man ihn nicht, aber er ist da. Selbst wenn eure Reinigungshilfe wöchentlich kommt, gibt es in jedem Haushalt neuralgische Punkte, die einfach öfter geputzt werden müssen. Küche, Bad, WC. Und noch einmal: Hier sprechen wir nicht von hohen Sauberkeitsansprüchen perfekter Hausfrauen à la Mutter Beimer, sondern vom Mindeststandard.
Deswegen will dieses Buch jedem Mitglied eures Haushaltes die völlig simplen Grundlagen vermitteln, die es braucht, um eine Wohnung auch zwischen den Profi-Reinigungen sauber zu halten. Es geht ganz einfach, kostet wirklich nicht viel Zeit – und tut auch gar nicht weh!
