Schmerzfrei durch Fingerdruck - Marlene Weinmann - E-Book

Schmerzfrei durch Fingerdruck E-Book

Marlene Weinmann

4,9
16,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Die Heilkraft Ihrer Hände

Akupressur löst Energieblockaden, lindert Schmerzen und stärkt das Immunsystem - und das nur durch sanften Druck Ihrer Finger auf bestimmte Körperpunkte.

  • Das Einmaleins der Akupressur: Lernen Sie die Welt der Traditionellen Chinesischen Medizin kennen und beherrschen Sie im Nu die wichtigsten Grifftechniken.
  • Von Asthma bis Zahnschmerzen: Behandeln Sie anhand von 200 Druckpunkten gezielt Ihre Beschwerden.
  • Unterstützendes Plus: Fördern Sie Ihre Selbstheilungskräfte zusätzlich mit Shiatsu und Fußreflexzonenmassage.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 169

Veröffentlichungsjahr: 2020

Bewertungen
4,9 (16 Bewertungen)
14
2
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Die Autorin

Marlene Weinmann studierte Biologie mit Schwerpunkt Humangenetik und Neurologie. Sie publiziert seit vielen Jahren als Fachautorin und Medizinjournalistin mit den Schwerpunkten »Gesundheit«, »Ernährung« und »alternative Heilmethoden«. Ihr besonderes Interesse gilt fernöstlichem Heilwissen, wie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der alten indischen Heilkunde Ayurveda.

Weinmann

Schmerzfrei durch Fingerdruck

Die 200 wichtigsten Akupressurpunkte

Inhalt

Einleitung

Harmonisierung der Lebensenergien

Heilen von eigener Hand

Heilen im Reich der Mitte

Harmonie von kleinem und großem Kosmos

Den Gesetzmäßigkeiten folgen

Ganzheitliche Heilung

Vorsorgen statt nachträglich kurieren

Die fünf Elemente

Eine faszinierende Theorie

Die fünf Elemente und ihre Verknüpfungen

Yin und Yang – immerwährender Austausch

Gegensätzliche Pole

Was entspricht Yin oder Yang?

Qi – der Fluss des Lebens

Essen für das gesunde Gleichgewicht

Nahrungsmittel nach Temperaturbereichen

Die Heilkraft der Hände

Das praktische Einmaleins der Akupressur

Was heißt Akupressur?

Frühe Wurzeln …

… in allen Kulturen und sogar im Tierreich

Eine umfangreiche Palette

Wie wirkt Akupressur?

Organe als Funktionskreise

Meridiane – die Wege des Lebens

Die Wurzeln von Gesundheit und Krankheit

Zwölf mal zwei plus zwei mal eins

Wo unsere Energie fließt

Der Verlauf der Meridiane

Die goldenen Regeln der Akupressur

Die Grifftechniken

Die Moxibustion

Erlaubte und nicht erlaubte Anwendungen der Moxibustion

Auf den Punkt – fertig, los

Akupressieren wie die alten Meister

Die Grenzen der Akupressur

Der Arzt als Partner

Akupressur für Kinder

Rundum gesund mit Akupressur

Das Wichtigste über die Akupressurpunkte

Wie Sie auf den Punkt kommen

Abstimmung mit dem Arzt oder Heilpraktiker

Die fünf Elemente und ihre Zuordnungen

Beschwerden und ihre Behandlung

Appetitlosigkeit

Asthma

Bauchschmerzen

Bettnässen

Blähungen

Blasenentzündung

Bluthochdruck

Durchblutungsstörungen

Durchfall

Erkältungen

Gallenblasenfunktionsstörungen

Hämorrhoiden

Hexenschuss und Ischias

Konzentrationsstörungen

Kopfschmerzen

Magenbeschwerden

Menstruationsbeschwerden

Nackenschmerzen

Nasenbluten

Nasennebenhöhlenentzündung

Niedriger Blutdruck

Ödeme

Psychische Probleme

Raucherentwöhnung

Rheumatische Beschwerden

Schlafstörungen

Schwangerschaftsbeschwerden

Sehstörungen

Sexuelle Probleme

Verstopfung

Wechseljahresbeschwerden

Zahnschmerzen

Die zwölf Meisterpunkte

Shiatsu – die Kunst des Berührens

Wie Finger heilen

Die Geschichte des Shiatsu

Amma – die »Urmutter« des Shiatsu

Die Entstehung des modernen Shiatsu

Die Bedeutung des Shiatsu

Was Akupressur und Shiatsu voneinander unterscheidet

Tsubos – die Schrittmacher der Energie

Jitsu und Kyo – Überfluss und Mangel

Richtig Shiatsu geben

Hara – gebündelte Lebenskraft

Die Shiatsu-Behandlung im Einzelnen

Selbstmassage mit Shiatsu

Für den Augenbereich

Für den Nasenbereich

Für Kopf und Nacken

Für den Hals

Für die Schultern

Für die Brust

Für den Rücken

Für den Bauch

Für die Arme

Für die Beine

Fußreflexzonenmassage

Hände als Heilmittel

Anwendungsbereiche

Grenzen der Reflexzonenmassage

Vorbeugung und Linderung

Das Grundprogramm

Die Kopfzonen

Die Zonen des Bewegungsapparats

Die Schultergürtel- und Nackenzonen

Die Zonen von Armen und Beinen

Die Zone des Lymphsystems

Die Atemwegszonen

Die Zonen von Herz und Kreislauf

Die Zonen von Solarplexus und Zwerchfell

Die Zonen der Verdauungsorgane

Die Harnwegs- und Nierenzonen

Die Zone der Beckenorgane

Die Zonen der endokrinen Drüsen

Entspannender Abschluss

Register

Einleitung

»Das Allerweichste auf Erden überwältigt das Allerhärteste.« Gut möglich, dass Laotse, der große chinesische Philosoph und Begründer des Taoismus, auch an die Heilmassagen der Traditionellen Chinesischen Medizin dachte, als er diese Zeilen um 500 v. Chr. schrieb.

Akupressur wie auch Shiatsu, die beide auf den gleichen Grundsätzen beruhen, sind solche »weichen« Heilkünste, die Verstocktes ins Fließen und Verschobenes wieder ins Gleichgewicht bringen wollen – nach Ansicht der alten Medizin aus dem Reich der Mitte die unabdingbare Voraussetzung von Gesundheit und Wohlbefinden. Die Ursachen aller Krankheiten sind demzufolge im Ungleichgewicht der Lebenskräfte in uns zu suchen.

Harmonisierung der Lebensenergien

Diesem Ziel – die Balance der Lebenskräfte in uns zu erhalten und immer wiederherzustellen – haben sich die chinesische Druckpunktmassage Akupressur und die japanische Heilmassage Shiatsu verschrieben. Beide sind ganzheitliche Heilmethoden, da sie eine Trennung von Körper und Seele nicht kennen und jede Erscheinung nicht in einzelne Faktoren zerlegen, sondern nur in ihrer Beziehung zum Ganzen betrachten.

Bei Akupressur und Shiatsu wird durch das Stimulieren bestimmter Punkte auf den Meridianen, den Energieleitbahnen, der Energiefluss angeregt und so ein harmonisches Gleichgewicht hergestellt. Beide Methoden ermöglichen es uns also, mit körpereigenen Kräften selbst für Wohlbefinden und Gesundheit Sorge zu tragen, indem fehlgeleitete Energien wieder richtig gesteuert und blockierte freigesetzt werden.

Heilen von eigener Hand

Überall dort, wo eine Störung des körperlichen, geistigen und seelischen Befindens von einem Ungleichgewicht der Lebenskräfte herrührt, können mit Hilfe von Akupressur und Shiatsu ein heilsamer Ausgleich dieser Energien und damit eine wirksame Linderung erzielt werden. Mit diesen altbewährten Heilmassagen haben Sie es im wahrsten Sinn des Wortes selbst in der Hand, zur Erhaltung Ihrer Gesundheit beizutragen: Alles, was Sie benötigen, sind Ihre Hände sowie die Bereitschaft, sich der Gedankenwelt des Fernen Ostens zu öffnen und sich auf die Begegnung mit Ihrem Körper einzulassen.

Alles Weitere, nämlich wie genau Sie Ihre Hände zum »Heilen durch Berührung« einsetzen können, möchte Ihnen dieses Buch vermitteln. Zunächst entführt es Sie in die faszinierend andere Welt der traditionellen Medizin Chinas, ihrer Grundlagen und ihrer Sicht von Gesundheit und Krankheit. Darauf aufbauend lernen Sie Wesen, Wirkung und praktische Durchführung von Akupressur und Shiatsu kennen, um jederzeit in den Genuss der zahlreichen wohltuenden Wirkungen dieser Heilweisen zu kommen und einfache Störungen Ihrer Gesundheit auch selbst behandeln zu können. Vielleicht gehören dann auch Sie bald mit zum Kreis jener, die auf Akupressur und Shiatsu als einfache und natürliche Hilfe zur Selbsthilfe nicht mehr verzichten und sich ihrer zur tagtäglichen Pflege Ihrer Gesundheit bedienen möchten.

Marlene Weinmann

Heilen im Reich der Mitte

Akupressur ist eine seit über 5000 Jahren bewährte Heilmethode zur selbständigen Behandlung bei einfachen Beschwerden. Noch heute ist die Druckpunktmassage, wie Akupressur auch genannt wird, als praktische und »alltagstaugliche« Methode zur Selbsthilfe jedem Chinesen vertraut. Dabei wird durch Stimulierung bestimmter Punkte auf den Meridianen – das sind Energieleitbahnen – der Fluss lebenswichtiger Energien im Körper angeregt, um das harmonische Gleichgewicht und – untrennbar damit verbunden – die Gesundheit zu erhalten.

Harmonie von kleinem und großem Kosmos

Der chinesischen Weltanschauung zufolge ist alles in die Regeln und Gesetzmäßigkeiten der Natur eingebunden: Jedes lebende Wesen ist als kleine, in sich geschlossene Einheit harmonisch in das große Gefüge des gesamten Kosmos eingebettet. Deshalb werden in der Medizin aus dem Reich der Mitte seelische und körperliche Störungen und deren Ursachen in einem vollkommen anderen Zusammenhang gesehen als bei uns üblich.

Mit dieser anderen Auffassung von Gesundheit und Krankheit wollen wir Sie nun näher bekannt machen, damit Sie die Empfehlungen zur Behandlung einfacher Beschwerden besser nachvollziehen können. So verstehen Sie, was in Ihrem Körper geschieht, wenn Sie die Akupressur bei sich anwenden.

Den Gesetzmäßigkeiten folgen

Nach dem Verständnis der alten Heilkunst und Philosophie der Chinesen ist der Mensch als Mikrokosmos in den Makrokosmos eingebunden und unterliegt dessen Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Die vergleichsweise kleine, in sich geschlossene Einheit des menschlichen Organismus ist Abbild des großen Kosmos: Alles, was in unserem Körper geschieht, spiegelt die Abläufe in dem uns umgebenden Makrokosmos wider.

Diese natürliche Ordnung ist Grundvoraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden. Sie sollte von jedem Menschen angestrebt werden; denn wer nicht im Einklang mit dem Kosmos lebt, befindet sich in einem Zustand des Ungleichgewichts – und dies kann zu Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen führen. Die Akupressur ist auf die Erhaltung dieser natürlichen Ordnung ausgerichtet, indem sie die Lebensenergie im Gleichgewicht hält und Störungen, die ihren freien Fluss im Körper beeinträchtigen, beseitigt.

Ganzheitliche Heilung

Im Zentrum der westlichen Medizin steht stets der kausale Zusammenhang von Ursache und Wirkung. Verschiedene einzelne Faktoren gelten als Ursache von Krankheiten. Die chinesische Heilkunst dagegen geht davon aus, dass jede Erscheinung nur in ihrer Beziehung zum Ganzen verstanden werden kann und damit ganzheitlich betrachten werden muss. Demzufolge entstehen Krankheiten dann, wenn das Gleichgewicht der Lebensenergien eines Menschen gestört ist und er der natürlichen Ordnung verlustig gegangen ist.

So werden also nicht die Symptome gesucht und bekämpft, sondern die tieferen, die eigentlichen Ursachen erforscht und die Bedingungen für ihr Vorhandensein überwunden. So kann letztlich alles – Störungen im körperlichen oder seelischen Bereich, aber auch chronische organische oder psychische Leiden – auf einfache, natürliche Ausgangspunkte zurückgeführt werden. Hier wird »der Hebel angesetzt«, um das ganze komplexe System wieder in Einklang mit den kosmischen Gesetzen zu bringen.

Die chinesische Sicht

Der chinesische Arzt sieht das, was hierzulande als Ursache einer Beschwerde gilt, nur als deren Symptom. Eine Virusinfektion ist in der westlichen Medizin z. B. die Ursache einer Grippe. Die chinesische Medizin dagegen versteht den Befall von Krankheitserregern als Symptom dafür, dass der Patient bereits aus dem energetischen Gleichgewicht geraten und folglich sein Immunsystem zu geschwächt ist, um die Grippeviren abzuwehren. Beseitigt man diese, bessern sich zwar die typischen Grippesymptome, die eigentliche Krankheitsursache ist jedoch noch nicht behandelt.

Das Muster der Disharmonie

Deshalb sucht die chinesische Medizin nicht nach einzelnen Faktoren, sondern richtet ihre Aufmerksamkeit stets auf den gesamten Organismus. So werden im Rahmen der Anamnese neben den auch bei uns üblichen Fragen zur Krankheitsgeschichte und den auftretenden Beschwerden zusätzlich Informationen über die Lebensumstände, Gewohnheiten und Neigungen des Patienten gesammelt.

Dazu gehören u. a. seine Ernährung, sein soziales Umfeld und seine seelische Befindlichkeit. Aus all diesen Daten ergibt sich schließlich das, was man in der chinesischen Medizin das »Muster der Disharmonie« nennt: Es beschreibt den Zustand des Ungleichgewichts, in dem sich der betreffende Patient befindet, welches ihn schwächt und anfällig für schädliche äußere Einflüsse macht.

Störenfriede

Diese Einflüsse können zum einen innerer Natur sein wie etwa eine ungesunde Ernährung und eine Lebensführung, die den natürlichen Rhythmen zuwiderläuft, sowie seelische Probleme und Konflikte. Zum anderen können uns aber auch äußere Einflüsse aus dem energetischen Gleichgewicht bringen und gesundheitliche Störungen hervorrufen.

Zu diesen krankheitsfördernden äußeren Faktoren zählt die chinesische Medizin die fünf Energien: Wind, Trockenheit, Nässe, Wärme und Kälte. Diese können einzeln für sich, aber auch im Verbund auftreten, beispielsweise als kalter Wind oder als feuchte Kälte. Jede der genannten Umweltenergien wird der Jahreszeit zugeordnet, in der sie am meisten vorherrscht: die Kälte dem Winter, der Wind dem Frühjahr, die Wärme dem Sommer, die Nässe dem Spätsommer und Frühherbst und die Trockenheit dem Spätherbst. Auch hier herrscht also Übereinstimmung mit den natürlichen Abläufen.

Stets in Harmonie mit der Natur

Normalerweise kann der gesunde Mensch, dessen Energien sich im Gleichgewicht befinden, schädlichen Einflüssen trotzen. Sind seine Abwehrkräfte jedoch durch einen Zustand der Disharmonie geschwächt, kann es geschehen, dass er sich durch kalte Zugluft und nasse Füße eine Erkältung holt. Zentrales Anliegen aller Methoden, derer sich die chinesische Medizin bedient, ist es deshalb, das harmonische Gleichgewicht zu erhalten und die natürliche Ordnung zu fördern.

Vorsorgen statt nachträglich kurieren

Im alten China galten nicht diejenigen Ärzte als die besten, die am meisten Patienten hatten, sondern jene, welche die meisten gesunden Menschen betreuten. Sie waren die angesehensten und auch die wohlhabendsten. Denn zu den damaligen Zeiten war es Brauch, dass ein Arzt nur so lange Honorar erhielt, wie sein Patient gesund blieb. Wurde er krank, bekam der zuständige Heilkundige auch kein Geld mehr.

Diese Gepflogenheit macht deutlich, worauf alle Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin – nicht nur der Akupressur – abzielen: den Menschen vor Krankheit zu bewahren. Ein altes chinesisches Sprichwort besagt: »Eine Krankheit zu heilen, die schon existiert, ist, als ob man einen Brunnen gräbt, nachdem man Durst bekommen hat.«

Die fünf Elemente

Wer den Menschen als Teil des Kosmos versteht, benötigt ein Modell, das die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen uns und unserer Umwelt aufspürt, systematisiert und erklärt. Diesem Erfordernis wird die Lehre von den fünf Elementen gerecht: eine grundlegende Theorie der chinesischen Medizin. Sie ordnet alle Erscheinungen fünf grundsätzlichen Prozessen zu und erklärt, welche Beziehungen zwischen Elementen, Vorgängen in der Umwelt, Organen, Körperzonen, Energien und Stimmungen bestehen. Wer diese Relationen kennt, weiß auch, welches Organ zu welcher Jahreszeit besonders anfällig ist oder wie sich eine bestimmte Umweltbedingung auf den Zustand eines Organs auswirkt.

Eine faszinierende Theorie

Die chinesische Lehre von den Elementen unterscheidet Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Diese bauen aufeinander auf.

Holz fördert Feuer.

Feuer entwickelt Erde.

Erde birgt Metall.

Metall lässt Wasser entstehen (durch Kondensation auf einer kalten metallischen Oberfläche).

Dank Wasser kann Holz wachsen.

Genauso gibt es auch Kontrollmechanismen:

Holz kontrolliert Erde.

Feuer kontrolliert Metall.

Erde kontrolliert Wasser.

Metall kontrolliert Holz.

Wasser kontrolliert Feuer.

Jedes dieser Elemente wird mit ganz bestimmten Jahreszeiten, Farben, Geschmacksrichtungen, Körperteilen und Emotionen verknüpft (siehe unten).

Die fünf Elemente und ihre Verknüpfungen

Element

Jahreszeit

Farbe

Geschmack

Körperteil

Emotion

Holz

Frühling

Grün Blau

Sauer

Leber, Gallenblase, Sehnen, Augen, Muskeln

Wut

Feuer

Sommer

Rot

Bitter

Herz, Blutgefäße, Dünndarm, Zunge

Freude

Erde

Hochsommer

Gelb, Gelbbraun

Süß

Milz, Magen, Mund

Sorgen

Metall

Herbst

Weiß

Scharf

Dickdarm, Lungen, Nase, Haut

Trauer

Wasser

Winter

Schwarz

Salzig

Nieren, Blase, Ohren, Haare, Knochen

Furcht

Die Ausgewogenheit der fünf Elemente gilt in der chinesischen Medizin als wichtige Voraussetzung zur Erhaltung unserer Gesundheit: Gewinnt eines die Oberhand, wird der Organismus geschwächt und anfällig für Krankheiten. Da jedes Element aus einem anderen hervorgeht, können sich alle untereinander beeinflussen, also schwächen oder stärken. Dieses Beziehungsgeflecht bildet die Grundlage für die Diagnose einer gesundheitlichen Störung, und die Behandlung wird darauf abgestimmt. Die Lehre von den Elementen findet jedoch nicht nur an kranken Tagen Anwendung, sondern dient u. a. auch zur Klassifizierung von Nahrungsmitteln und ihren Wirkungen auf unseren Körper (siehe → Seite 29).

Die chinesische Medizin versucht die Ursachen einer Erkrankung in verwandten Elementen zu finden.

Leberbeschwerden (Holz) können unter Umständen von einer Nierenschwäche (Wasser) herrühren.

Ein schwacher Magen (Erde) ist vielleicht auf eine übermäßige Aktivität der Leber (Holz) zurückzuführen.

Diese Zusammenhänge verwirren Sie anfangs vielleicht, denn unserer westlichen Betrachtungsweise ist die Theorie der fünf Elemente vom Prinzip her fremd, obwohl auch die frühgriechische Philosophie vier Elemente unterscheidet und bestimmten Erscheinungen zuordnet. Bald aber werden Sie anhand dieses Modells Krankheitsprozesse im Körper besser verstehen. Bei den Behandlungen (siehe → Seite 69) werden Sie im Zuge der Beschreibung der jeweiligen Krankheitsbilder und Ursachen zum Teil wieder auf diese Zuordnungen stoßen.

Yin und Yang – immerwährender Austausch

Die Traditionelle Chinesische Medizin geht von der Vorstellung aus, dass ein Mensch nur dann gesund ist und es auch dauerhaft bleiben kann, wenn sich in seinem Körper Energie und Materie in einem ausgewogenen Verhältnis befinden. Diese beiden gegensätzlichen Kräfte werden symbolisiert durch Yin und Yang, zwischen denen ein beständiger Energieaustausch stattfindet.

Das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Prinzipien ist verantwortlich für die Gesundheit von Körper, Geist und Seele. Oder andersherum: Viele Krankheiten werden darauf zurückgeführt, dass eines von beiden zu sehr überwiegt. Akupressur hilft, das Verhältnis zwischen Yin und Yang immer wieder auszugleichen und damit die Lebensenergie, das Qi (siehe → Seite 26), in beständigem Fluss zu halten.

Gegensätzliche Pole

»Yang« bedeutet wörtlich übersetzt »Sonnenlicht«, »Yin« heißt »Schatten«. Diese beiden Prinzipien sind keine materiellen Erscheinungen, sondern Symbole, mit deren Hilfe ein Phänomen in seiner Beziehung zu anderen und als Teil des großen Ganzen, des Kosmos, erfasst werden soll. Yin und Yang symbolisieren Polarität und Gegensätze, wobei eines ohne das andere nicht existieren kann. Besonders anschaulich wird das beim Betrachten des Yin-Yang-Symbols: Der Kreis ist das Tao, der Beginn und das Ende allen Seins. Yin und Yang füllen diesen Kreis aus und gehen dabei harmonisch ineinander über. Im dunklen Teil des Yin steht ein kleiner heller Teil des Yang und umgekehrt – die beiden ergänzen und bedingen einander. Alles und jedes hat also stets zwei Aspekte. Die Harmonie bzw. Disharmonie zwischen diesen Aspekten bestimmt darüber, ob sich ein System im Gleichgewicht befindet oder instabil ist.

Die Prinzipien und ihre Entsprechungen

Yang ist das männliche Prinzip, Yin das weibliche. Auf unseren Körper bezogen ist die Vorderseite Yin, die Rückseite Yang; die äußeren Teile wie Haut und Haare sind mehr Yin, Sehnen und Knorpel dagegen mehr Yang. Yin und Yang lassen sich auch auf Krankheiten beziehen: Beschwerden, die sich in Schwäche, Langsamkeit und Frieren äußern, sind Yin; jene, die mit Fieber und übermäßiger Aktivität einhergehen, gelten als Yang. Auch Nahrungsmittel werden nach Yin und Yang eingeteilt (siehe → Seite 29). Nachfolgend eine Übersicht über die wichtigsten Entsprechungen der beiden Prinzipien.

Was entspricht Yin oder Yang?

Yin

Yang

Kalt

Warm

Erde

Himmel

Wasser

Feuer

Mond

Sonne

Regen

Wind

Herbst

Frühling

Stilles

Bewegtes

Winter

Sommer

Dunkel

Hell

Weiblich

Männlich

Nacht

Tag

So gegensätzlich Yin und Yang sein mögen, getrennt werden können sie nicht: »Sein und Nichtsein erzeugen einander. Schwer und Leicht vollenden einander. Lang und Kurz gestalten einander. Hoch und Tief verkehren einander. Stimme und Ton vermählen einander. Vorher und Nachher folgen einander« – so steht es im »Tao-the-ching«, dem heiligen Buch vom Weg und von der Tugend, geschrieben.

Sind Sie Yin oder Yang?

Einen reinen Yin- oder Yang-Typ gibt es natürlich nicht, da die beiden Prinzipien untrennbar miteinander verbunden sind. Dennoch lässt sich anhand einiger Charakteristika eine gewisse Tendenz zum Yin- oder zum Yang-Typ feststellen.

Yang-Typ

Muskulös; gut durchblutete, warme Haut und volle LippenIsst gern und vielEnergisch und temperamentvollEher extrovertiert, offen und neugierigTendenz zu hohem Blutdruck

Yin-Typ

Zarte und langgliedrige Statur mit gering ausgebildeten MuskelnNeigt zu FettansatzEher blasse und trockene HautFriert leicht und fühlt sich schnell erschöpftEher introvertiert und in sich zurückgezogenMeist niedriger Blutdruck

Qi – der Fluss des Lebens

Mit Qi bezeichnet die chinesische Medizin die Lebensenergie und damit jene Kraft, die Materie bewegt und alle Funktionen des Organismus unterhält. Qi gilt als Yang-Substanz, und entsprechend wird ein Qi-Mangel als Yin-Zustand erklärt. Diese Lebenskraft wird umfassend verstanden, denn alles ist aus Qi zusammengesetzt und durch sein Qi definiert. Nach Ansicht der chinesischen Heilkunde fließt die Lebensenergie in einem eigenen System von Leitbahnen, den Meridianen (siehe → Seite 46), durch unseren Körper und verbindet die Organsysteme miteinander.

Bei der Akupressur werden bestimmte Punkte, die auf diesen Leitbahnen liegen, gedrückt: Dies erhält den harmonischen Fluss der Lebensenergie aufrecht – die Grundvoraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden.

Die Wirkungen des Qi

Unsere Lebensenergie hat vielfältige Aufgaben im Körper: Als Ursprung schlechthin begleitet sie jede Bewegung, die wir ausführen. Ebenso schützt und bewahrt das Qi den Körper, seine Organe und Substanzen und unterhält die Umwandlungsprozesse (Stoffwechsel). Darüber hinaus ist es für den Wärmehaushalt in unserem Körper verantwortlich.

Essen für das gesunde Gleichgewicht

Im Reich der Mitte orientiert man sich beim Thema »ausgewogene Ernährung« nicht nur am richtigen Verhältnis von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweiß sowie am Vitamingehalt. Als ausgewogen und folglich als gesund gilt die Ernährung vor allem dann, wenn sie das Qi am Fließen und Yin und Yang im Gleichgewicht hält. Deswegen teilt die chinesische Gesundheitslehre die Nahrungsmittel in bestimmte Kategorien ein, je nachdem, welche Wirkung sie auf unseren Körper ausüben und in welcher Weise sie ihn beeinflussen.

Zunächst wird die Nahrung den fünf Elementen mit ihren Geschmacksrichtungen süß, sauer, scharf, bitter und salzig zugeordnet. Süße, saure und salzige Nahrungsmittel haben eher Yin-Eigenschaften, während alles Scharfe und Bittere zu Yang gehört.

Außerdem wird nach fünf Temperaturbereichen (siehe → 

Seite 29

) unterschieden – von heiß über warm zu neutral, weiter zu kühl und schließlich zu kalt. Zu Yang zählen die heißen und warmen Nahrungsmittel, die neutralen, kühlen und kalten gehören dagegen zu Yin.

Ausgewogene Ernährung

Nahrungsmittel gelten in der chinesischen Medizin nie als »gut« oder »schlecht«. Deswegen hält man auch nicht viel von den bei uns üblichen Diäten, bei denen oftmals auf bestimmte Produkte gänzlich verzichtet wird. Denn einseitige Ernährung schwächt die Energien: Wer beispielsweise grundsätzlich kein Fleisch zu sich nimmt, schwächt sein Yang. Ein Zuviel an tierischer Kraftnahrung dagegen ist den Yin-Energien abträglich. Die Traditionelle Chinesische Medizin bewertet eine bestimmte Speise danach, ob sie das harmonische Zusammenspiel der Kräfte im Körper gewährleistet und damit den Menschen gesund erhalten kann.

Die richtige Nahrung bei Yin- oder Yang-Mangel

Als Grundregel gilt: Bei einem Überschuss von Yang sollten Sie Yin-Nahrung bevorzugen, bei Yang-Mangel entsprechend die Yang-Nahrung. Oder anders ausgedrückt: »Kalte« Menschen sollten mehr heiße oder warme und scharfe sowie süße Nahrungsmittel zu sich nehmen, während die eher »heißen« Zeitgenossen sich verstärkt an kühle, kalte und bittere, salzige sowie saure Nahrung halten sollten.

Da Krankheiten aus Sicht der chinesischen Medizin durch ein Ungleichgewicht von Yin und Yang hervorgerufen werden (siehe → Seite 23), lassen sie sich durch eine Ernährung, die das Gleichgewicht der beiden Prinzipien wiederherstellt, günstig beeinflussen und lindern. Bei Erkältungen findet sich beispielsweise meist ein Yin-Überfluss im Körper, dem Sie mit heißen und warmen Nahrungsmitteln (siehe → Seite 29) begegnen sollten – wie Ingwertee, gedünstetem Fisch oder Hühnerbrühe. Stellt sich jedoch Fieber ein, muss das Yang vorzugsweise mit Zitronensaft, Salaten, Joghurt sowie Äpfeln und Bananen gesenkt werden.