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Ganz Paris träumt von der Liebe... Und wenn es nun ein Albtraum wäre? Tauchen Sie ein in die Stadt der liebestrunkenen Taxifahrer, zickigen Gourmets, fluchenden Fischhändler, Marabouts im Delirium und Beamten im Dauerstreik! Zum Glück gibt es da noch die ehrenwerte Familie, wenn Ihnen das Wasser in der königlichen Bruchbude bis zum Halse steht!
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Seitenzahl: 25
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Carine Cohen
Schokomayopompadour 1 Ohlala!
Mit Bildern von Sonja Shenouda
Dieses eBook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Oh la la!
Impressum
Oh la la!
Sex ist der Franzosen Lieblingsthema. Kaum ein Treffen unter Freunden, bei dem nicht ein paar schlüpfrige Geschichten ausgetauscht werden. Spätestens nach einem halben Stündchen haben Sie begriffen, was eine pipe auf Französisch alles bedeuten kann. Fragen Sie nicht, lassen Sie sich von den histoires de culs einfach mitreißen. Ein lässiges Augenzwinkern, ein bewunderndes Oh la la!, ein Lexikon für die Nacharbeit – und keiner wird Ihre amourösen (Be-)Kenntnisse bezweifeln. Wer Frankreich mit Haut und Haar begreifen will, muss zuerst seine erotischen Vokabeln aufbessern. In der Zwischenzeit spitzen Sie einfach die Ohren!
Französischer Nationalsport ist es, im Café zu sitzen und über die auf Augenhöhe defilierenden Allerwertesten, die viel zitierten fesses und culs zu lästern. Im Café Francais an der Bastille macht das besonders viel Spaß. Die Ausbeute ist einfach großartig:
„Hast du die gesehen. Mannomann, quel boudin! Mit so ’nem Unterbau würde ich aber keine Jeans anziehen!
- Na, Du weißt doch, je hässlicher, desto mehr zeigen sie sich.
- Wow, die ist aber erste Sahne! Die erinnert mich an die Rote, die wir letzte Woche in der „Buddha Bar“ gesehen haben.
- Du meinst wohl die 1,80 Sommersprossen-Tante mit den spitzen Titten?
- Na, jetzt aber mal langsam! Wenn die nicht scharf war, wer denn dann?“
Hier sind natürlich Profis am Werk. Kein Wunder, in einem Land, das eine jahrhundertelange Expertise im Beurteilen der menschlichen Anatomie entwickelt hat! Ob groß, ob klein, ob rund, ob platt, der Franzose prüft mit Kennerblick das kleinste Detail. Und falls ihm doch die nötige Urteilskompetenz fehlt, kann er sich ja immer noch Rat in der umfangreichen Spezialliteratur holen. So klärt die Kurze Geschichte des Hinterns den Amateur ausführlich über Funktion und Entstehungsgeschichte unserer fesses auf. Genießerisch können Sie sich in die Balzrituale der Paviane versenken und sich an der Poesie des Allerwertesten ergötzen. Denn selbst die Dichtkunst macht vor unserem vielfach unterschätzten Hinterteil nicht halt. Ganz zu schweigen von der Mode. Der faux cul, ein aufgebauschter “falscher Hintern” an den Kleidern des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wurde schließlich in Frankreich erfunden. Das ist natürlich nichts im Vergleich zu echten üppigen Rundungen. Man stelle sich die Enttäuschung vor: eine verführerische Rückpartie in Seidentaft und dann – nichts dahinter! Dem baut die Französin heutzutage natürlich vor. Wenn die Natur nicht großzügig genug war, kann man ihr ja immer noch etwas nachhelfen.
Erstaunlich ist es daher, dass das Silikon-Gesäßimplantat doch eher in Kalifornien als an der Côte d’Azur Verbreitung findet, zumal Schönheitskliniken wie Champignons aus dem Boden schießen. Hin und wieder wird aber doch ein fesse lift praktiziert, mit allerdings oftmals fragwürdigem Ergebnis. Und von Dauer ist der aufgetunte Po denn auch nicht!
