Schokomayopompadour 7 Bon appétit! - Carine Cohen - E-Book

Schokomayopompadour 7 Bon appétit! E-Book

Carine Cohen

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Beschreibung

Ganz Paris träumt von der Liebe... Und wenn es nun ein Albtraum wäre? Tauchen Sie ein in die Stadt der liebestrunkenen Taxifahrer, zickigen Gourmets, fluchenden Fischhändler, Marabouts im Delirium und Beamten im Dauerstreik! Zum Glück gibt es da noch die ehrenwerte Familie, wenn Ihnen das Wasser in der königlichen Bruchbude bis zum Halse steht!

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Seitenzahl: 23

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Carine Cohen

Schokomayopompadour 7 Bon appétit!

Mit Bildern von Sonja Shenouda

 

 

 

Dieses eBook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Bon Appétit

Impressum

Bon Appétit

Nein, Sie können ihm einfach nicht widerstehen! Genießerisch schließen Sie die Augen, sinnlich befeuchten Sie Ihre Lippen, begierig öffnen Sie den Mund. Cremig umhüllt er Ihre Zunge, erquickt Sie mit rassigem Spiel und kitzelt den Gaumen. Genüsslich saugen Sie seinen süßen Duft ein. Ihre Papillen beben und dürsten nach mehr. Schon benetzen Sie die Lippen erneut mit dem köstlichen Nektar und laben sich an seiner unvergleichlichen Süße. Ein herzhafter Biss und ein mild-nussiger Geschmack betört Ihre Sinne. Keine Reue, kein Bedauern: „Je ne regrette rien!“

Und das verlangt auch keiner von Ihnen! Denn nirgendwo auf der Welt hat man mehr Verständnis für die Verzückung der Geschmacksknospen als in Frankreich. Keiner wird Ihnen mit erhobenem Zeigefinger eine harsche Strafpredigt halten, nur weil Sie Gänseleberterrine mit Feigenkompott und einem Glas fruchtigen Sauternes nicht widerstehen können. Detaillierte Ausführungen über die federviehunwürdige Produktion dekadenter Delikatessen bleiben Ihnen erspart. Dafür belohnt man Sie augenzwinkernd mit einem verschwörerischen: Jedem sein pêché mignon! Eine „kleine, süße Sünde“ stehe jedem zu. Unmissverständlich wird Ihnen damit klargemacht, dass sich die Gourmandise, die Schlemmerei, moralischer Betrachtung entzieht. Die kulinarische Geschichte Frankreichs ist lang und gespickt mit Köstlichkeiten, die feinfühligen Makrobiotikern sauer aufstoßen und militanten Verfechtern artgerechter Tierhaltung Magenkrampfe verursachen. Der Franzose zuckt über solch eigenartige Überlegungen lediglich die Schultern und labt sich unbeirrt an Entenleber-Mus auf knusprigem Landbrot.

Der heroische Kampf für die Verbannung zarter Froschschenkel vom Mittagstisch kostet den Franzosen nur ein müdes Lächeln. Beherzt packt er den widerspenstigen Hummer und ergötzt sich an seiner Feuerröte, wenn er in den siedenden Kochtopf gleitet. Mit herzhaftem Biss gräbt er blitzende Zähne in das zarte Fleisch und schwelgt in kulinarischen Hochgenüssen, die den Gegnern französischer Haute Cuisine für immer verwehrt bleiben. Lediglich wenn José Bové südfranzösischer Schafszüchter und Champion kulinarischer Resistance zur Attacke gegen Hamburger, Hotdogs und die Fastfood-Industrie aufruft, knackt er genüsslich die Hummerscheren und bedroht Uncle Sam mit den Qualen französscher Kochkultur.