Schöne Grüße an die Sonne - Ellen Aßmann - E-Book
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Schöne Grüße an die Sonne E-Book

Ellen Aßmann

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Beschreibung

Gelassen durch Familienyoga
»Kein Bock auf Hausaufgaben!« – »Ich will noch nicht ins Bett!« – »Mama, du nervst!« Jede Mutter und jeder Vater weiß es: Das tägliche Zusammenleben mit den lieben Kleinen ist manchmal eine echte Herausforderung. Die Dreifach-Mama und Kinder-Yogalehrerin Ellen Aßmann zeigt unterhaltsam und lebensnah, wie man typische Situationen des turbulenten Familienalltags deutlich gelassener meistern kann. Mit vielen einfachen, kindgerechten Yogaübungen für zwischendurch, die Freude ins Leben bringen und Groß und Klein entspannen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 140

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Das Buch

»Durch meine Arbeit mit Kindern unterschiedlichster Altersstufen sowie durch meine eigenen drei Kinder werde ich fast täglich mit Situationen und Problemen des Alltags konfrontiert, für die es keine perfekte Antwort gibt. Trotzdem wollen und müssen sie irgendwie gelöst werden.

Da es im Yoga primär um Gelassenheit geht und es genau hierfür zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten bietet, kam ich auf die Idee, konkrete Alltagssituationen in einem kleinen Buch mit Yoga zu verbinden. Dieses Buch soll nicht als Erziehungsratgeber verstanden werden, sondern als unterhaltsame, interessante Lektüre, in der man den eigenen Alltag ein Stück weit wiedererkennt und einige kleine, bewährte yogische Fluchten daraus aufgezeigt bekommt.«

Ellen Aßmann

Die Autorin

Ellen Aßmann, Mutter dreier Töchter im Alter von 7, 11 und 14 Jahren, unterrichtet Hatha Yoga. Neben ihren Erwachsenenkursen bietet sie Kurse für Kinder in Kindereinrichtungen (Kindergarten, Hort) sowie in einer Ergotherapiepraxis für Kinder mit Handicaps an. Einmal monatlich können Eltern und Kinder gemeinsam am Familienyoga teilnehmen.

Weitere Infos: www.yoga-zeulenroda.de

Ellen Aßmann

Schöne Grüßean die Sonne

Der kleine Yoga-Notfallkoffer fürstressige Situationen mit Kindern

WILHELM HEYNE VERLAGMÜNCHEN

Die in diesem Buch vorgestellten Informationen und Empfehlungen sind nach bestem Wissen und Gewissen geprüft. Dennoch übernehmen der Autor und der Verlag keinerlei Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die sich direkt oder indirekt aus dem Gebrauch der hier beschriebenen Anwendungen ergeben. Bitte nehmen Sie im Zweifelsfall bzw. bei ernsthaften Beschwerden immer professionelle Diagnose und Therapie durch ärztliche oder naturheilkundliche Hilfe in Anspruch.

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen. Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.

Originalausgabe 03/2017

Copyright © 2017 by Wilhelm Heyne Verlag, München,in der Verlagsgruppe Random House GmbH,Neumarkter Straße 28, 81673 München

Alle Rechte sind vorbehalten

Redaktion: Ulrike Strerath-Bolz

Zeichnungen: Ellen Aßmann

Umschlaggestaltung: Guter Punkt, München

Umschlagmotiv: © Markus Weber, Guter Punkt, München

Satz: Schaber Datentechnik, Austria

ISBN 978-3-641-19806-0V002

www.heyne.de

Für meine drei Töchter, meine besten Lehrer:

der fröhlichen Kleinen,

der willensstarken Mittleren

und der gelassenen Großen.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Yoga – wäre das auch was für mich?

Mama, was machst du da?

Einfach anfangen

Denk doch mal yogisch!

Das kleine Yoga-ABC

Die Großen voran!

Yoga (nicht nur) für Erziehungsberechtigte

Guten Morgen! Der kleine Sonnengruß zum Start in den Tag

Du bist peinlich, Mama! Mantrasingen

Nur fünf Minuten! Tiefenentspannung für zwischendurch

Immer alles auf einmal! Die Yogavollatmung gegen Stress

Endlich Ruhe! Eine Abendmeditation

Gute Laune – eine Yogastunde für Eltern

Yoga für Kleine

Ich will noch nicht aufstehen! Atemübung »Die Sonne aufwecken«

Spielst du was mit mir? Yoga für lange Nachmittage

Wann sind wir da? Mantras für die Jüngsten

Wir gehen zum Kinderarzt – eine Krabbelmassage

Müde bin ich … Eine Entspannungsgeschichte zum Einschlafen

Der kleine Indianer – eine Yogastunde für Kleine

Yoga für Schulkinder

Ich bin noch so müde! Eine Massage am Frühstückstisch

Hurra, ich bin (k)ein Schulkind! Asanas fürs Köpfchen

Reinkommen verboten! Eine Wut-Atemübung

Das ist cool! Ein Mantra für viele

Ich kann nicht einschlafen! Eine Entspannungsreise durch den Körper

Ferne Länder – eine Yogastunde für Schulkinder

Yoga für Teenager

Chill mal! Der Versuch einer Fantasiereise

Scheiß-Schule! Wechselatmung gegen Prüfungsangst

Auf der Hormonachterbahn – Asanas für Stabilität und Gleichgewicht

Ihr versteht mich ja doch nicht! Mantras als Trost

Partneryoga – eine Yogastunde für Teenies

Zum guten Schluss

Yoga im Alltag: So einfach ist das

Dank

Yogaübungen aus dem Buch

Einleitung

Yoga – wäre das auch was für mich?

Diese Frage wird mir oft gestellt, wenn ich erzähle, was ich so mache. Sie kommt meist in leicht zögerlichem Ton, mit leisem Zweifel und der ganz schnellen Ergänzung: »Aber so verrenken kann ich mich nicht!«

Ich lächle dann und sage in meinem überzeugendsten Tonfall: »Ums Verrenken geht es überhaupt nicht.«

Aber um was geht es dann im Yoga?

Als ich vor Kurzem eine ruhige Beschäftigungsphase meiner drei Kinder nebst Mann ausnutzte und mich für eine kleine Yogaeinheit zurückzog, kam meine jüngste Tochter dazu, da sie instinktiv erfasst, wenn ich versuche, aus dem Alltag zu entwischen. Ich stand im Baum und sie in der Tür. Sie bemerkte ganz begeistert: »Du stehst ja im Baum. Machst du eine Geschichte?« Ich verstand nicht gleich, wie sie das meinte. Bis sie mir altklug erklärte, dass Yoga doch eine Geschichte ist. Damit verschwand sie aus der Tür, es fehlte nur noch das Augenverdrehen.

Da verstand ich, was sie meinte. Meine Kinderyogastunden, die ihr natürlich vertraut sind, gestalte ich meist als Geschichte. Und sie hatte recht: Yoga ist eine Geschichte. Yoga erzählt.

Yoga erzählt dir die Geschichte deines Körpers. Es beschreibt dir den Zustand deiner Muskeln, deiner Organe, deiner körperlichen Verfassung. Es erzählt von deiner Schokoladenseite und von der Geht-gar-nicht-Seite, von Bewegungen, die dir liegen, aber auch von deinen Fehlhaltungen und Verspannungen. Du lernst Muskeln kennen, von deren Existenz du bisher gar nichts wusstest, und du entdeckst staunend längst vergessene Bewegungsabläufe aus Kindertagen.

Yoga erzählt dir auch die Geschichte deiner Gefühle. Wirst du schnell ungeduldig? Bist du ehrgeizig? Versteckst du fröhlich deine Zweifel oder zweifelst du an deiner Fröhlichkeit? Gehst du glücklich durch den Tag? Schläfst du zufrieden ein? Kannst du Probleme ruhig angehen oder wirst du gleich verrückt? Sagst du deinen Lieben, wie du dich fühlst? Sagst du auch mal Nein?

Und zu guter Letzt erzählt dir Yoga auch die Geschichte deines Geistes. Es kennt dein Gedankenkarussell und deine Grübelnächte. Dein Denken ans Gestern und Morgen und selten ans Jetzt. All das Was, Wäre, Wenn, Hätte und Könnte doch. Es hält die Vergleichsblicke auf die Mattennachbarin, auf das neueste Freundin-Cover und auf die eigenen Freunde fest. Es erzählt deine Hoffnungen und Ängste und Träume.

All das und noch viel mehr ist Yoga.

Zu Beginn jedoch ist Yoga nur eins: Zuhören. Dir zuhören.

Hast du dich dann mit dem »Om« angefreundet, ohne Stocken den Sonnengruß geschafft und verhalten dein erstes Mantra mitgesummt, bekommst du eine Ahnung, dass du all diese Geschichten deines Körpers, deiner Emotionen und deiner Gedanken umschreiben kannst. Vielleicht hier und da nur ein bisschen, vielleicht auch recht langsam, aber das macht nichts. Dein Nacken spannt nicht mehr, du fährst nach deiner Yogastunde lächelnd nach Hause, und die Fünf deiner großen Tochter regt dich fast gar nicht mehr auf.

Mama, was machst du da?

Mit Yoga begonnen habe ich in unserem Wohnzimmer. Zwischen Fernseher und Couch war einfach genug Platz zum Umfallen. So tastete ich mich, von der Familie relativ unbemerkt, an die ersten Asanas heran. Die Kinder waren noch klein und die Abende lang.

Leider blieb das nicht so.

Als Erste bemerkte die große Tochter mein neues Hobby, als ich mich im Feueratem übte. Sie stürzte mit aufgerissenen Augen ins Wohnzimmer. »Mama, was machst du da?!« Es habe sich oben in ihrem Zimmer so komisch angehört, und sie dachte, es ginge mir nicht gut. Das Trauma einer hechelnden Mutter hat sie mittlerweile unter einer Bedingung überwunden: kein Feueratem, wenn ihre Freunde da sind.

Die Mittlere war hellauf begeistert, als sie mich auf der Matte entdeckte, und legte natürlich gleich mit spielerischer Leichtigkeit ein paar Asanas hin, mit denen ich noch heute kämpfe. Sie ist die Yogini unter meinen Töchtern.

Die Jüngste platzte während meines vierzigtägigen Mantrasingens herein. Da war es wieder, mit großen Augen: »Mama, was machst du da?« Kein Yakari und kein Peter Pan waren so interessant wie eine singende Mama im Schneidersitz. Und das auch noch in ihrem Kinderzimmer. Allabendlich schaute sie herein, schlich um mich herum, kicherte und verschwand. Irgendwann blieb sie weg, Yakari hatte wieder die Oberhand gewonnen. Einem Anrufer erklärte sie trocken: »Die Mama kann jetzt nicht, die singt Mantra.«

Zu guter Letzt, der Vollständigkeit halber, mein Mann. Sein Interesse hielt sich in Grenzen, bis er just in dem Moment von seinem Laptop aufsah, als ich mich in den Pflug schwang. Sein Kommentar damals wie heute: »Och, kannst du das nicht mal nackig machen?«

So hielt Yoga Einzug in unser Familienleben. Mittlerweile kennen meine Kinder Asanas und Mantras für jede Lebenslage. Dass die Mama zum Yoga in ihr – mittlerweile eigenes – Yogazimmerchen verschwindet, ist Alltag, und sogar das »Nicht stören«-Schild wird zu immerhin 80 Prozent beachtet.

Im Keller stehen immer ein paar Matten für gemeinsames Üben. Auch für meinen Mann.

Einfach anfangen

Möchtest du mit deinem Kind Yoga praktizieren, bedarf es keiner langen Erklärung, fang einfach an! Zu Hause mit dem eigenen Kind geht das immer noch am leichtesten. Mach ein paar Übungen und dein Kind ist dabei. Tierasanas lassen sich prima in kleine Geschichten verpacken, die die Kinder aufnehmen und weiterspinnen. Neue Asanas erfinden macht genauso viel Spaß! Es ist zwar nicht ganz leicht, sich spontan eine Übung für Scharfzahn und den blauen Donnerbeißer auszudenken, aber so etwas schult auch deine Fantasie!

Bleib ungezwungen und spontan; richte die Länge und Intensität der Übungen nach deinem Kind aus. Yoga kann zum Beispiel auch ein gemeinsames Mantrasingen sein, ganz ohne Körperübungen. Wie du es auch gestaltest, gönnt euch immer ein paar Minuten Entspannung. Gestaltet diese, wie ihr es mögt: zusammen kuscheln, ein Lied anhören, eine Geschichte lesen oder erzählen, gegenseitig massieren oder krabbeln. Das Miteinander schafft eine besondere Verbindung.

Denke während eures gemeinsamen Übens nicht vorwiegend an Körperspannung, Gleichgewichtssinn oder mehr Konzentration bei den Hausaufgaben, sondern sei bei dir und deinem Kind. Dies ist eure gemeinsame Zeit. All die positiven Wirkungen stellen sich automatisch ein, darum brauchst du dich nicht sorgen.

Akzeptiere auch, wenn dein Kind kein oder wenig Interesse am Yoga zeigt. Es ist wie mit Spinat oder Oma-Küssen, manche Kinder mögen und wollen Yoga einfach nicht, mag Mutter oder Vater auch noch so ein leidenschaftlicher Yogi sein. Sieh es dann als deine Herausforderung, etwas anderes für euch zu finden, was euch gemeinsam interessiert. Auch das ist Yoga.

Denk doch mal yogisch!

Vor einiger Zeit telefonierte ich mit einer guten Bekannten, deren Räume ich für einen Kinderyogakurs nutze. Es ging um die neue Kursplanung, nachdem der »Probekurs« gut angelaufen war. Mir lag das Thema Miete auf dem Herzen, da Kinderyoga sich aufwendig in der Vorbereitung und gering im Verdienst gestaltet. Daher würde ich den Kurs von der Höhe der Miete abhängig machen müssen und erklärte dies nun am Telefon. Die Reaktion war herzlich: Sie wisse um die Problematik der Miete, sehe aber die Planung und liebevolle Durchführung des Kurses und verzichte daher auf eine Miete.

Ich war bewegt und gerührt, bedankte mich und sagte zu ihr, das sei sehr yogisch. Sie antwortete lachend, das habe sie noch nie gehört, aber es wäre schön.

Was ist das – yogisch sein?

Ein weiser Gelehrter und Yogi namens Patanjali hat sich vor zweitausend Jahren die Mühe gemacht und es aufgeschrieben. Seine Yamas, die Verhaltensweisen anderen gegenüber, und seine Niyamas, die Verhaltensweisen selbst gegenüber, kann man sich und seiner Familie jeden Tag als »yogische« Grundsätze zu Herzen und zum Vorbild nehmen:

Die Yamas – du und die anderen

1.Gewaltlosigkeit: Versteht sich natürlich den Kindern gegenüber von selbst. Es beinhaltet aber auch Gewaltlosigkeit dir selbst gegenüber: Zwinge dich nicht in Asanas, die dein Körper (noch) nicht hergibt. Manche Handgelenke sind für die Krähe nicht gemacht, manches Knie bekommst du nie in den Lotus. Das ist in Ordnung so.

Vergiss auch nicht die Gewaltlosigkeit in deinen Worten und Gedanken. Dein Wutgeschrei über zwanzig falsche Mathepäckchen ist für dein Kind Gewalt. Deine Nörgelei ist es für deinen Mann, deine Unzufriedenheit über dich selbst ist es für dich.

Gewaltlosigkeit begegnet dir auch in deiner Ernährung. Unabhängig von Fleischkost, vegetarisch oder vegan, achte, was du isst, und vermittle das deinen Kindern. Rette die Spinnen aus deinem Keller, sie beißen nicht.

2. Wahrhaftigkeit: Bringt man schon den Kleinsten bei, aber bleibt man selbst immer bei der Wahrheit? Kann man das, immer die Wahrheit sagen? Vermutlich nicht, aber man kann Worte finden, die ihr nahekommen, ohne zu verletzen. Oder auch einfach mal gar nichts sagen. Und sich selbst einmal ehrlich fragen, wie wahrhaftig denn das eigene Leben, der Job, die Beziehung noch sind. Da bleibt gar keine Zeit mehr, sich über fremde Wahrheiten Gedanken zu machen, da hat man genug zu tun.

Kinder haben ihre eigene Wahrhaftigkeit. Sie merken sofort, wenn deine bröckelt.

3. Nicht stehlen: Nimm nichts, was dir nicht gehört. Nicht die Schokolade vom Banknachbar, den unbezahlten Lippenstift aus dem dm, das Geld aus der gefundenen Brieftasche … stiehl aber auch niemandem die Zeit durch Unpünktlichkeit, durch endlos lange Monologe über dich und deine Probleme … Sei zufrieden mit dem, was du hast.

4. Mäßigung: Das gilt für alle Lebensbereiche. Fernsehen für die Kiddies in Maßen, Handy für die Pubertistin in Maßen, Schokolade für dich in Maßen. Der goldene Mittelweg für alle. Schwierig, denn »alle« haben eine singende Elsapuppe, »alle« dürfen nach England fahren, »alle« haben schon ein Smartphone, »alle« anderen Mütter sind cooler. »Alle« sollten Yoga machen, sage ich.

5. Nicht anhaften: Noch ein schwieriges Thema für alle. Die Kinderzimmer quellen über, der Boden ist vollgestellt, Keller sowieso, Kühlschrank ist gut gefüllt. Wir haben genug von allem, es geht uns gut, aber … miste wenigstens im Frühjahr mal ordentlich aus, vielleicht auch noch mal vor Weihnachten, und du wirst sehen, du fühlst dich gut.

Nun zu jedem ganz persönlich, die Niyamas:

6. Reinlichkeit: Hygiene in der Familie ist selbstverständlich. Wenn du magst, kannst du sie mit ein paar einfachen Yogareinigungstechniken wie zum Beispiel Nasespülen ergänzen. Achte so gut wie möglich auf eine reine Ernährung. Hier ist ein schleichender Prozess zu empfehlen, um lautstarke Proteste seitens der Kinder zu vermeiden. Geschick ist gefragt beim Austausch diverser Lebensmittel.

Nötige deine Kinder wenigstens zur Grundreinigung ihrer Zimmer. Werfe ab und zu einen Blick in den Kosmetikschrank deiner Tochter und mit ihr gemeinsam einen Blick auf die Inhaltsstoffe. Auch dies erfordert Geschick, denn du weißt ja, »alle« nehmen dieses Deo.

Nimm dir einmal Zeit, deine Beziehungen zu überdenken. Auch in diesem Bereich tut manchmal eine Reinigung gut. Du musst dich nicht mit Menschen umgeben, die dir nicht guttun.

Schlagwort »Detox«, nämlich Entgiften von Körper und Geist, war auch vor zweitausend Jahren schon »in«.

7. Zufriedenheit: Sei zufrieden mit dem, was du hast. Auch hier kommen wieder »alle« ins Spiel. Wenn zwei Drittel der Klasse ein iPhone haben, kannst du deiner Tochter viel über Zufriedenheit erzählen und wirst trotzdem so gut wie nichts damit erreichen. Auch am Naschregal im Supermarkt kann dieser Punkt ein echter Knackpunkt werden. Dann erinnere dich an Punkt eins und aktiviere dazu deine ureigenste Verhaltensregel: ignorieren.

8. Disziplin: Oha. Da fallen mir spontan pünktlich aufstehen und Vitamine essen ein. Dinge, für die ich Disziplin brauche. Viel Disziplin. Für andere sind es vielleicht joggen gehen oder putzen. Wichtig ist, sich aufzuraffen und diese Dinge zu tun. Wenn man schafft, was man sich vorgenommen hat, setzt das eine ungeheure positive Energie frei und damit auch Zufriedenheit. Das gibt sogar meine Tochter zu, wenn sie sich mal zu einem Waldlauf aufgerafft hat. Für die Schuhe greift dann Punkt sechs.

9. Selbstreflexion: Das heißt, sich mal selbst unter die Lupe nehmen. Dies wird gewöhnlich durch die anderen Familienmitglieder bestens unterstützt, die dabei reichlich Gebrauch von Punkt zwei machen und einem gnadenlos seine liebgewonnenen Gewohnheiten unter die Nase reiben. Abgesehen davon kann es aber auch wirklich nützlich sein, ab und zu eine kleine Bestandsaufnahme zu machen: Wo stehe ich, wo möchte ich hin, was sollte ich ändern?

10. Gottvertrauen: Das kann auch das Vertrauen ins Leben an sich sein, wenn du mit »Gott« im engeren Sinne nicht viel anfangen kannst. Es ist ganz egal, ob man an etwas Großes glaubt oder an die Natur oder an das Leben. Wichtig ist, dass man vertraut. Und seinen Kindern das Gefühl vermittelt, dass auch sie vertrauen können. Ich habe meinen Kindern immer ehrlich geantwortet, wenn sie mich nach Gott fragten. Und ihnen dabei Platz gelassen für ihren eigenen Weg.

So einfach ist das – yogisch sein. Es sind die einfachsten Regeln des menschlichen Miteinanders. Sei dir ihrer bewusst und lebe sie deinen Kindern vor.

Es gibt einen ganz einfachen Satz. Ich habe ihn in der Kinderyogalehrer-Ausbildung zum ersten Mal gehört und verwende ihn nun häufig bei meinen Kindern, in meinen Kinder- und Erwachsenenkursen und auch mir selbst gegenüber:

Mach es, so schön du kannst.

Das kleine Yoga-ABC

Da der Gebrauch dieses Buches den Alltag erleichtern und nicht unnötig verkomplizieren soll, habe ich so wenig Yogaausdrücke verwendet wie möglich. Da Yoga aber nun einmal aus Indien stammt, sind bestimmte Begriffe nicht wegzudenken. Damit du nicht über den einen oder anderen Begriff stolperst, hier eine wirklich kleine Übersicht zur Orientierung:

Asana – Körperhaltung im Yoga, häufig nach Tieren oder Pflanzen benannt

Ashram – Yoga- und Meditationszentrum, ähnlich einem Kloster

Ayurveda – die Lehre vom langen und gesunden Leben; fünftausend Jahre alte Gesundheitslehre

Kundalini-Yoga – Yogatradition, die insbesondere mit der spirituellen Kraft arbeitet

Mantra – heilige Silbe, heiliges Wort oder Vers mit tieferer Bedeutung

Meditation – spirituelle Praxis zur Beruhigung des Geistes, wörtlich: nachdenken, nachsinnen, überlegen

Nadi Shodhana –