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Fahrten-Tagebücher des Autors aus den Jahren 2003 bis 2018 von Fahrten mit Segelyachten, Motorbooten und Segelschonern werden veröffentlicht. Die Fahrten mit Containerschiffen und Motor-Güterschiffen in der Binnenfahrt werden unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet. Der Autor berichtet auch von zahlreichen Bootsmesse-Besuchen und Fahrten zu besonderen maritimen Anlässen. Die befahrenen Reviere umfassen die Nord- und Ostsee, sowie das westliche und östliche Mittelmeer. Im Binnenbereich liegt der Schwerpunkt der befahrenen Reviere in Norddeutschland und niederländischen Gewässern.
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Seitenzahl: 199
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Das Wasser ist ein freundliches Element für den, der damit bekannt ist und es zu behandeln weiß.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung
Quelle: Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1809. 2. Teil, 10. Kap.
Fotos
Cover-Vorderseite :
Containerschiff IDA RAMBOW in Hamburg am Burchardkai
Cover-Vorderseite; Hintergrundbild
Hafenausfahrt Rotterdam mit ELBCARRIER Richtung Nordsee
Cover-Rückseite oberes Bild:
RUDOLF-THEA auf dem Amsterdam-Rhein-Kanal
Cover-Rückseite unteres Bild:
ELBCARRIER im englischen Kanal
Fritz-Erwin Schwipper, Jahrgang 1948, lebt in der Region Hannover. Auf dem Maschsee in Hannover hat er 1978 das Segeln mit der Jolle erlernt und danach das Fahrtensegeln entdeckt: zahlreiche Fahrten mit gecharterten Segel- und Motoryachten in unterschiedlichen Revieren begleiten seitdem seine Freizeit. Das entspannte Auskommen mit der Berufsschifffahrt ist ihm ein besonderes Anliegen.
2018 begeht er sein 40-jähriges Wassersport-Jubiläum.
www.it-1mal1.de * IT-Beratung
Vorwort
Die Eleganten aus Misburg
Atlantiküberquerung und das Bier
Hilfe … und die SEENOTRETTER sind zur Stelle
Bugschraube verliert im Kampf mit Folie
Der Hund mit der Schwimmweste
Vorbei am Stadion der Tränen
Kursänderung mit 18 Knoten
See-Situation auf der Brücke der IDA RAMBOW
… und abends gibt es Kuhschwanz-Bier
Segelyacht SHUGAR DADDY… ein Albtraum
Der Rhein als Kohle-Ader
MS RUDOLF-THEA: Schiffs-Daten
Open Ship
Polizei-Einsatz, vergessener Großbaum, Shantys
Die Loreley grüßt die Wahrschau-Fahrer
Häufige Schauer, teils Segelwetter
Schleusen-Bauarbeiten stoppen Saison-Auftakt
Sommer in Müritzer Gewässern
Guardia Financia mit drei Außenbordern zu je 300 PS
Geduldsproben an Schleusen in Belgien
Einlaufparade trotzt der Gewerkschaft GdL
150 Jahre DGzRS: was macht der Gauck bei den Seenotrettern?
Kieler Woche: ADLER PRINCESS auf Kollisionskurs
"Sind denn nun wirklich alle Container an Bord?"
Berlin mittendrin und Kontrast Müggelspree/Dahme
Moscheen und der Gökova-Golf
Die Dritte war die Letzte in 2015
Von der Schiene aufs Schiff und rückwärts aus der Schleuse
Mit dem Eisbrecher STETTIN auf der Elbe unterwegs
Welche Schiffs-Länge darf es denn bitteschön sein ...?
60 km/h, zwei Kufen, Hamburger Loch und roter Felsen
Abstecher zum Bootshaus Pritzerbe
Der maritime Messe-Höhepunkt fiel in diesem Jahr aus
"we make it absolute"
Aller guten Dinge sind drei…oder auch mehr!
... und dann kommt ein Schlepper aus dem Hafen
450 Stufen und dann gute Sicht als Belohnung
Berliner Gewässer gegen Templiner Gewässer
Einladung zum Kuchenbuffet bei Freya
Mittellandkanal mit zwei Kreuzen
Alles BIO: Ebltalaue
Messe-Sterben: 2016
Boatfit
- 2017
Hanseboot
-
Abschied von Motoryacht RASMUS
Maritimer Jahresabschluss 2017 in Berlin gelungen
Singt der Nikolaus im Shanty-Chor?
Komm ins
boot
... und dann 360° Wassersport erleben
Im Winter durch Friesland und übers Ijsselmeer
"Hurra, hurra ... der Neue ist da!"
Kulinarischer Genuss mit kleinen Fischen: STINT satt
Europatag auf der Elbe… danach ist in Hamburg Hafengeburtstag
Brücken...? Brückentag, … ah ja Brückenfahrt
Konzert im Veerhaven
Der Niedersachse unterwegs mit weiß-blauer Brille
Jubiläumsjahr klingt in Berlin aus und mein Buch ist fertig!
Fahrten-Liste 1978 bis 2018
40 Jahre Wassersport: mit diesem Jubiläum blicke ich auf eine Zeit zurück, die mir in meiner Freizeit viele Erlebnisse und Erkenntnisse beschert hat.
Es begann auf dem Maschsee in Hannover und setzte sich bei vielen Segel-Törns auf der Ost-, Nordsee, dem Ijsselmeer im west- und östlichen Mittelmeer fort: Die Fähigkeit, die Windkraft für die eigene Fortbewegung zu nutzen, ist immer wieder faszinierend. Aber auch die Kunst des Navigierens, die Bordgemeinschaft und das Erleben der Hafen-Atmosphäre förderten die Begeisterung für diese Freizeitbeschäftigung.
Das gemütliche Fahren mit Motoryachten auf norddeutschen und Berliner Binnen-Gewässern hat ebenso von Anfang an seinen Platz erhalten. Fahrten in Schweden, Finnland, Irland und vor allem in niederländischen Gewässern haben viel Freude bereitet.
Gemeinschafts-Erlebnisse und Fahrten auf den Großseglern SEDOV, KHERSONES sowie auf den Segelschonern J.R. TOLKIEN, ELEGANT und HENDRIKA BARTELDS bleiben in bester Erinnerung.
Das Fahren auf großen Gewässern sowie entsprechende Publikationen und Vorträge haben mein Interesse an der Berufsschifffahrt buten und binnen geweckt. Die Berührungspunkte zwischen Berufs- und Sportschifffahrt sollten vor allem navigatorisch entspannt wahrgenommen werden. Um dies aus Sicht der Berufsschifffahrt zu erleben und gleichzeitig einen Einblick in das dortige Bordleben zu erhalten, bin ich zweimal auf Containerschiffen in der Ostsee (IDA RAMBOW) und von Rotterdambis Dublin und zurück (ELBCARRIER) mitgefahren. Bei insgesamt sieben Fahrten mit dem Motor-Güterschiff RUDOLF-THEA habe ich den Rhein, niederländische und belgische Binnengewässer sowie den Main-Donau-Kanal und Main kennengelernt.
Es waren durchweg interessante Erlebnisse, die ich nicht missen möchte und über die ich gerne berichte.
Fritz-Erwin Schwipper
August 2003: Törn mit Segelklipper ELEGANT
Sonnabend
Der Segeltörn beginnt in der Landeshauptstadt Kiel. Bei herrlichem Segelwetter mit Sonnenschein und Windstärke um vier bis fünf Beaufort steuert der Segelklipper ELEGANT mit Nord-Kurs entlang der deutschen Küste Richtung Faaborg. Faaborg an der Süd-West-Spitze der dänischen Insel Fünen wird am Spätnachmittag erreicht.
Sonntag
Der zweite Segel-Tag führt von Faaborg nach Lohals. Bei wiederum herrlichem Sonnenschein, aber flauen Winden mit Stärke drei Beaufort wird entlang der Südküste der Insel Fünen zunächst Richtung Svendborg gesegelt. Die Fahrt durch den Svendborg-Sund ist wegen der malerischen Ausblicke auf die nahegelegenen Ufer ein besonderes Erlebnis. Am Ende des Svendborg-Sunds richtet sich der Kurs gegen Norden, um am Spätnachmittag an der Nordspitze der dänischen Insel Langeland im kleinen Fischereihafen Lohals festzumachen.
Montag
Am heutigen dritten Segel-Tag herrscht trübes Wetter mit mäßiger Sicht und wenig Wind. Als Tagesroute wird die Fahrt von Lohals gen Norden bis zu der imposanten Brücke über den Großen Belt angepeilt. Die Brücke verbindet die Inseln Fünen und Seeland und ersetzt die dicht befahrenen Fährrouten. Nach zweimaliger Unterquerung der Brücke wird nachmittags im ehemaligen Fährhafen Nyborg, in der Mitte der Ostküste der Insel Fünen gelegen, festgemacht.
Dienstag
Die Sonne scheint, jedoch verlässt die ELEGANTNyborg mit Kurs Süd zunächst bei flauen Winden. Es ist fraglich, ob das Tagesziel, der Hafen von Marstal auf der Insel Æro erreicht werden kann. An der Nordspitze von Langeland brist der Wind jedoch kräftig auf und beschert uns eine rauschende Fahrt an der Ostküste Langelands entlang durch den Großen Belt. Nach Umrundung der Südspitze von Langeland wird das Tagesziel nach insgesamt 56 Seemeilen gegen 20 Uhr erreicht.
Mittwoch
Die Kapitänin Nelli peilt als heutiges Tagesziel den Hafen der Stadt Sonderborg auf der Insel Als an. Nach Verlassen des Hafens von Marstal wird die Kieler Bucht wegen der ungünstigen Windrichtung mit zahlreichen Kreuzschlägen bei Windstärke fünf bis sechs Beaufort mühsam Richtung Tagesziel gen Nord-West überquert. Mit einem Loggestand von 53 Seemeilen liegt die ELEGANT gegen 19 Uhr im Hafen von Sonderborg fest.
Donnerstag
Die Tagestour am sechsten Segel-Tag führt von Sonderborg in südliche Richtung gen Ausgangshafen entlang der deutschen Küste. Nach Erreichen der Schlei-Mündung bei Windstärke vier Beaufort wird nach kurzer Motorfahrt im Hafen der im Landesinnern an der Schlei gelegenen Stadt Kappeln festgemacht.
Freitag
Am letzten Segel-Tag des Törns kehrt die ELEGANT zum Ausgangshafen Kiel zurück.
Segelschoner ELEGANT
August 2004: Törn mit Segelfreunden aus Misburg
Da stand Kapitän Robert nun vor uns Misburgern, und dann kam der Satz „Ich würde ja gerne mit Euch über den Atlantik fahren, aber…“. OK! Aber erst kommt der Bericht!
Freitag
14:30 Uhr: Wir treffen uns am Misburger Bürgerhaus zur Abfahrt mit dem Bus nach Rostock. Nachdem der Proviant und das Gepäck im Bus verstaut sind, nehmen die 17 Misburger Abschied und das Segel-Abenteuer beginnt.
Gegen 20 Uhr erreichen wir den Stadthafen von Rostock und finden den Segelschoner HENDRIKA BARTELDS an der Kaimauer auf Platz 83. Käpt`n Robert und Miriam begrüßen uns herzlich an Bord. Nach dem Beziehen der vorher ausgelosten Kabinen erwartet uns das von Miriam vorbereite Abendessen. Mit mehreren Bieren und angeregten Gesprächen endet der Abend.
Sonnabend
Nach dem Frühstück verlässt die HENDRIKA BARTELDS um 10 Uhr den Stadthafen von Rostock und fährt zunächst die sieben Seemeilen auf der Warnow bis nach Warnemünde. Nach der Sicherheitseinweisung durch den Bootsmann Arno werden alle Segel gesetzt: Schoner-Segel, Groß-Segel, Besan-Segel, Fock, Klüver, Flieger, Jäger, Mars und Bram. Bei bewölktem Himmel mit Windstärke um drei Beaufort aus süd-westlicher Richtung nimmt die HENDRIKA BARTELDS Kurs Nord in Richtung Dänemark.
Um die Mittagszeit klart das Wetter immer mehr auf, der Wind nimmt etwas zu, so dass wir mit teilweise bis zu siebeinhalb Knoten dem Tagesziel entgegensegeln. Am Nachmittag beschert uns das Wetter einige Regenschauer mit abnehmendem Wind, bevor am Spätnachmittag die Segelfreude wieder zunimmt. Gegen 20 Uhr erreichen wir den Hafen von Klintholm auf der dänischen Insel Mön nach 54 Seemeilen.
Alle sind einig, dass dies ein gelungener Einstieg in die Segelwoche war.
Sonntag
Bei der Törn-Besprechung um 10 Uhr legen wir mit Käpt`n Robert den weiteren Törn-Verlauf fest. Unter Berücksichtigung der Wetterprognose für die nächsten Tage entscheidet die Mehrheit für das Fahrtziel Kopenhagen (Alternative Swinemünde).
Nach Verlassen des Hafens werden bei Windstärke fünf bis sechs Beaufort aus West wieder alle Segel gesetzt. Mit Tagesziel Kopenhagen umrunden wir zunächst die Süd-Ost-Spitze der Insel Mön und genießen die Blicke auf die mächtigen Kreidefelsen. Mit sieben bis acht Knoten bei herrlichem Segelwetter setzt sich der Tagesverlauf fort. Am Nachmittag brist der Wind weiter auf: mit bis zu neuneinhalb Knoten queren wir die Fakse- und Köge-Bugt.
Um 19 Uhr liegt die HENDRIKA BARTELDS in Kopenhagen im Innenstadthafen gegenüber dem Neubau der Oper fest. Ein herrlicher Segel-Tag mit 55 Seemeilen, bei dem sowohl die Windrichtung und -stärke stimmten, klingt nach dem Abendessen an Bord mit einem kurzen Stadtbummel und dem Klönschnack an Bord aus.
Montag
Die HENDRIKA BARTELDS bleibt bis 15 Uhr am Kai in Kopenhagen fest; also für uns Zeit genug, die Innenstadt von Kopenhagen kennenzulernen. Der Spaziergang führt uns bei Sonnenschein am Nyhavn vorbei, durch die Einkaufsstraßen Oestergade und Nyegade bis zum Radhaus. Es wird beschlossen, statt einer Stadtrundfahrt eine Hafenrundfahrt zu unternehmen, die durch die Grachten der Altstadt-Bereiche führt. Diese beginnt am Nyhavn und führt in 60 Minuten nicht nur an der Meerjungfrau vorbei, sondern auch durch die engen, mit niedrigen Brücken versehenen Kanäle der Stadtteile Christianshavn und Nyhavn.
Wieder zurück an Bord, verholt die HENDRIKA BARTELDS die sechs Seemeilen zu dem im Sund östlich von Kopenhagen gelegenen Flakfortet. Flakfortet ist eine kleine Insel, die 1910 bis 1914 als Teil der Kopenhagener Seebefestigung ausgebaut wurde. Seit 1968 wird sie von Seglern genutzt. Mit einem Grillabend geht der dritte Segel-Tag zu Ende.
Dienstag
8 Uhr: der Wind hat über Nacht gedreht und weht frisch aus Ost mit Windstärke sechs Beaufort. Um 9:30 Uhr verlässt die HENDRIKA BARTELDS das Flakfortet mit Kurs Richtung Süd. Zunächst wird unter Maschine das Öresund-Fahrwasser erreicht. Nach dem Setzen aller Segel setzt sich die Fahrt im Fahrwasser weiterhin mit Maschinenunterstützung gegen starken Süd-Strom fort. Nach Erreichen der Südansteuerung des Öresund-Fahrwassers wird dann bei inzwischen abgenommener Windstärke um vier Beaufort der Kurs Richtung Fakse-Bugt / Mön mit Segelkraft gesteuert.
Später brist der Wind auf, so dass die Fahrt bis Mönsklint bei halbem Wind und starkem Seegang zu einem besonderen Erlebnis wird. Ab Mönsklint wird die Fahrt wieder ruhiger, da einerseits bei nachlassender Windstärke und auch abnehmendem Seegang der Kurs mit Segelstellung Raumer Wind bis zur Einfahrt in den Grönsund zum Vergnügen wird.
Bei der Ansteuerungstonne des Grönsund-Fahrwassers werden die Segel geborgen und die letzten sieben Seemeilen bis zum Tagesziel Stubbeköbing unter Maschine gefahren. Um 20:15 Uhr ist die HENDRIKA BARTELDS im Hafen von Stubbeköbing nach 76 Seemeilen fest.
Nach dem Abendessen beschert ein Gewitter über dem Grönsund einen windigen und regnerischen Tagesausklang.
Mittwoch
Nach einem Bummel im idyllischen Ort Stubbeköbing finden sich um 11 Uhr wieder alle an Bord ein. Danach legt die HENDRIKA BARTELDS unter Segel vor den Augen zahlreicher Zuschauer, darunter eine Kindergartengruppe, ab. Bei bewölktem Wetter wird im Grönsund mit der Segelstellung Vor-dem-Wind Richtung Süd gesegelt. Im engen Fahrwasser vor der Ausfahrt segeln wir mit Segelstellung Am-Wind aufs offene Wasser hinaus.
Bei inzwischen frischem Süd-West-Wind mit Stärke um fünf Beaufort wird nach einem Kreuzschlag am Spätnachmittag im Hafen Haesnaes festgemacht. Tages-Etmal 25 Seemeilen; nach den langen Schlägen der ersten Segeltage ein geruhsamer Tag.
Der kleine Fischerort Haesnaes zeichnet sich durch seine reetgedeckten Häuser aus, deren Außenwände auch mit Reet verkleidet sind, um vor den steifen Winterstürmen zu schützen.
Donnerstag
8 Uhr: Es regnet in Strömen und der schwache bis mäßige Wind kommt aus süd-westlicher Richtung. Nach dem Frühstück legt die HENDRIKA BARTELDS gegen 10 Uhr ab; der Regen ist vorüber, aber nach wie vor ist der Himmel zugezogen. Mit Kurs Süd-West wird unter Motor zunächst Richtung Gedser gesteuert. Nach zehn Seemeilen werden bei wieder einsetzendem Regen und West-Wind mit Stärke um drei bis vier Beaufort alle Segel gesetzt. Mit Segelstellung Am-Wind passieren wir Gedser und laufen weiter mit Kompasskurs 175 Grad. Der Regen hört auf und um die Nachmittagszeit reißt die Bewölkung immer mehr auf. Eine von Schleppern gezogene Arbeitsplattform kreuzt unseren Weg. Nach weiteren 13 Seemeilen wird gewendet und bei nunmehr sogar schönem Segelwetter Kurs auf Nysted angelegt.
Um 19 Uhr legt die HENDRIKA BARTELDS nach 30 Seemeilen Tagesfahrt im Hafen von Nysted an.
Freitag
Das Tagesziel ist vorgegeben: in Rostock endet der Segeltörn: bei regnerischem Wetter und frischen Winden aus Süd-West legt die HENDRIKA BARTELDS um 8:30 Uhr in Nysted ab. Nach dem Verlassen des engen Fahrwassers vor Nysted werden zum letzten Mal in dieser Segelwoche alle Segel gesetzt und mit Segelstellung Am-Wind Kurs auf Warnemünde genommen. Die Fahrt gestaltet sich zum nassen Vergnügen, unterbrochen von einigen Schiffsbegegnungen im Kiel-Ostsee-Weg. Gegen 14 Uhr wird die Einfahrt von Warnemünde erreicht. Nach dem Segelbergen liegen jetzt noch sieben Seemeilen auf der Warnow bis Rostock vor uns: Zeit zum Packen der Seesäcke. Die Seemeilenbestätigungen werden verteilt und Abschied genommen. Um 16 Uhr steht der Bus für die Heimfahrt bereit.
Die Misburger sind sich einig, dass diese Segel-Woche auf der HENDRIKA BARTELDS bei gutem Wetter und einem erlebnisreichen Törn-Verlauf ein besonderes Erlebnis für 2004 in der Kette der jahrelangen traditionellen Segel-Wochen der Misburger war. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Crew von der HENDRIKA BARTELDS mit Käpt'n Robert an der Spitze; durch ihr Engagement und die Souveränität bei Tagesplanung, -ablauf und Schiffsführung sowie der ausgezeichneten Verpflegung ist dieses Erlebnis möglich geworden.
Dann stand Käpt’n Robert vor uns Misburgern, verteilte die Seemeilenbescheinigungen und jetzt kam der Satz „Ich würde ja gerne mit Euch über den Atlantik fahren, aber so viel Bier kann ich nicht mitnehmen…“.
HENDRIKA BARTELDS in Klintholm
Juli 2007: Segeltörn mit der AGENA endet auf der Insel Poel
Im Sommer 2007 unternehmen wir drei Segelfreunde mit der Segelyacht AGENA (Vereinsschiff der Segelgemeinschaft Elbe) einen Törn von Heiligenhafen aus in der westlichen Ostsee.
Nachdem wir in Heiligenhafen zwei Tage lang den Starkwind abgewettert haben, kann es endlich losgehen: Leinen los und Kurs Richtung Fehmarn-Sund-Brücke bei schönem Segelwind.
Leider stellt sich schnell zum Ende des ersten Segel-Tages heraus, dass es bisher nicht bekannte Motorprobleme gibt: so kreuzen wir weiter bis in die Einfahrt der Marina Großenbrode und nutzen nur zum Anlegen die Maschine.
Nach mehreren Telefongesprächen kommt ein Motorspezialist an Bord und erneuert einige Schlauch-Schellen am Kühlwasserkreislauf des Motors. Der Probelauf zeigt keine weiteren Unregelmäßigkeiten.
Am nächsten Tag steuern wir den Hafen Timmendorf auf der Insel Poel an. Leichte Segel-Winde und die Arbeit des Mechanikers wiegen uns in Sicherheit, die bis zum nachmittäglichen Einschlafen des Windes andauert. Da wir das Fahrwasser des Lübeck-Gedser-Weges in der Lübecker Bucht queren müssen, wird die Maschine gestartet, denn Segeln ist zudem bei den flauen Winden nicht mehr möglich.
Nach kurzer Fahrt melden sich unerwartet die Kühlwasserprobleme im inneren Motor-Kreislauf zurück; mit Bordmitteln ist nichts auszurichten und wir müssen erkennen, dass wir nicht mehr manövrierfähig sind und Schlepphilfe benötigen, um von diesem stark befahrenen Standort wegzukommen.
Nach interner Beratung setzt sich unser Skipper per Mobilfunk erst mit dem Hafenmeister in Timmendorf und dann mit dem Seenot-Kreuzer in Neustadt/Holstein in Verbindung. Von dort aus wird letztlich die Hilfeleistung durch das Rettungsboot GÜNTER SCHÖPS der Seenotretter von der Station in Timmendorf aus in die Wege geleitet.
Die Seenotretter der GÜNTER SCHÖPS nehmen uns nach ihrer Ankunft auf den Haken und schleppen uns in den sicheren Tages-Zielhafen.
Da sich die Ersatzteilbeschaffung durch eine ortansässige Schiffswerft über mehrere Tage hinzieht, endet der Törn vorzeitig, jedoch mit Urlaubs-Tagen der Entspannung auf der Insel Poel.
Die GÜNTER SCHÖPS kommt …
Leinenverbindung
im Hafen von Timmendorf
Unser Dankesbrief an die SEENOTRETTER wurde dann im September 2007 in dem internen Mitteilungsblatt Längsseits veröffentlicht. Die untenstehende Wiedergabe hat die Seenotretter-Zentrale in Bremen freundlicherweise genehmigt.
Mai 2011: Törn Weser-Ems mit Motoryacht RASMUS; Abschnitt Dortmund-Ems-Kanal mit Abstecher nach Ter Apel
Der Motorboot-Club Rasmus (MCR) hat für Mai 2011 einen in verschiedenen Etappen buchbaren Rund-Törn Weser-Ems angeboten. Nachdem die Motoryacht RASMUS von Seelze nach Minden überführt worden war, wurden von weiteren Vereins-Mitgliedern die Strecken auf der Weser bis Bremen, auf der Hunte bis Oldenburg und weiter über den Küstenkanal bis Dörpen gefahren. Im Marina-Park Emstal hat die RASMUS dann auf uns als Nachfolgecrew gewartet.
Nach der Anreise am Montag mit dem Auto und dem Einchecken an Bord begann für uns nachmittags die Fahrt bei sehr warmen Wetter (28 Grad) auf der Ems und dem Dortmund-Ems-Kanal (DEK) bis Haren (Ems). Der dortige neueröffnete Marina-Park bot uns für die erste Nacht an Bord den richtigen Anleger
Am nächsten Tag starteten wir den Abstecher auf dem Haren-Rütenbrock-Kanal (HRK) Richtung West bis zum dortigen ersten Jachthafen in den Niederlanden. Alle Schleusen und Brücken auf diesem wenig befahrenen Kanal (ohne Berufsschifffahrt) werden von Schleuse 1 in Haren videoüberwacht ferngesteuert. Der Kanal darf mit maximal sechs Stundenkilometer befahren werden, so dass die 17 Kilometer lange Fahrt zu einem sehr gemütlichen Erlebnis wurde: der Genuss der Natur mit dem Randbewuchs an der Kanalböschung und den unzähligen Wasservögeln wird nur durch den Autoverkehr auf der parallel-verlaufenden Bundesstraße etwas getrübt.
Nach der Grenzschleuse wurden wir bei der Fahrt bis zum Jachthafen Ter Apel von dem mit dem Auto parallel fahrenden Brücken- und Schleusenwärter begleitet. Mit Muskelkraft und einer Stange als Hilfsmittel öffnete er Brücken und Schleusentore für die Durchfahrt der RASMUS.
Da wir schon am frühen Nachmittag im Jachthafen Ter Apel ankamen, blieb noch viel Zeit für eine Fahrradfahrt durch den Ort, den Einkauf für das Abendessen an Bord und einen Kaffee im Straßen-Imbiss.
Vor der Rückfahrt am kommenden Morgen mussten wir zunächst den durch im Kanal schwimmenden Unrat verstopften Motorkühlwasser-Kreislauf wieder durchlässig machen. Leider bescherte uns dann der im Kanal schwimmende Unrat auch noch das Versagen der Bugschraube. Durch diese Verzögerungen kamen wir bei der Fahrt nach Haren in die Mittagspause des Schleusen- und Brückenwärters und mussten seine Arbeits-Wiederaufnahme in einer Schleuse geduldig abwarten.
Wegen der nicht mehr funktionierenden Bugschraube änderten wir den Plan für die Weiterfahrt auf dem DEK und machten am späten Nachmittag im Jachthafen von Meppen fest. Hier forschten wir nach der Ursache für das Versagen der Bugschraube und entdeckten die durchgebrannte 100 Ampere-Sicherung, die den Motor der Bugschraube schützt.
Nach einem ausgiebigen Abendessen im Restaurant am Jachthafen und der wohlverdienten Nachtruhe wurden am nächsten Morgen bei einer Vertretung der Firma Bosch in Meppen zwei neue Sicherungen besorgt. Nach dem Einsetzen der Sicherung und einem anfänglichen Arbeiten der Bugschraube, versagte diese kurz darauf wieder den Dienst, da die Sicherung erneut durchgebrannte. Uns wurde klar, dass also die Ursache an der Bugschraube noch nichtbehoben war und womöglich eine Verstopfung am Propeller vorliegen würde.
Kurzentschlossen ließen wir die RASMUS durch den im Jachthafen vorhandenen Kran aus dem Wasser heben und ..... entdeckten das Übel: eine dicke Folie war in die Bugschraube eingezogen worden und verhinderte das Drehen des Schrauben-Propellers. Nach dem Entfernen der Folie, dem Ersetzen der Sicherung (es waren ja glücklicherweise zwei bei der Bosch-Vertretung besorgt worden) konnte gegen Mittag die Fahrt fortgesetzt werden.
Nun allerdings wurde es Zeit, denn bis zum angestrebten Fahrtziel in Altenrheine lagen ca. 50 Kilometer Fahrt auf dem DEK mit zahlreichen Schleusungen vor uns. Unser Weg führte uns durch die Stadtgebiete von Meppen und Lingen vorbei an Hanekenfähr zum Liegeplatz in Altenrheine, den wir gegen 19 Uhr erreichten. Dieser Festmacheplatz für Kleinfahrzeuge, auch als Wasserwander-Rastplatz ausgewiesen, liegt auf dem Gelände einer stillgelegten und umgebauten Schleusenkammer. Hier wurde die RASMUS abends festgemacht und sollte für die nächsten Tage bis zum Crewwechsel liegen bleiben.
Die Mannschaft klarte am nächsten Morgen das Schiff auf, fuhr mit dem Taxi zum Bahnhof in Rheine, von dort mit dem Zug nach Dörpen, von dort wiederum mit dem Taxi zum Marina-Park Emstal. Das dort abgestellte Auto brachte uns dann wohlbehalten zurück nach Hannover.
Dies waren vier sonnige, erlebnisreiche und harmonische Tage in einem schönen Revier. Die Fahrt auf dem Dortmund-Ems-Kanal und vor allem der Abstecher nach Ter Apel in den Niederlanden über den Haren-Rütenbrock-Kanal können uneingeschränkt weiterempfohlen werden.
RASMUS am Liegeplatz im Marina-Park Emstal
Juni 2011: MLK-Wochenende, Fahrt nach Minden
Zum Pfingstwochenende 2011 habe ich mit Ehefrau und Hündin Leika die Motoryacht RASMUS für einen Wochenend-Urlaub gebucht. Nachdem wir freitags im Heimathafen Seelze an Bord gegangen sind und gestaut haben, ging die Fahrt in den 17 Kilometer entfernten idyllischen Jachthafen in Idensen am Mittellandkanal (MLK) km135. Selbst Hündin Leika hat sich schnell an den Bordbetrieb gewöhnt und das Auf- und Absteigen am Steg gelernt. Gesichert wurde sie mittels einer eigens angeschafften Hunde-Schwimmweste.
Bei herrlichem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen genossen wir den Abend zunächst im Hafen-Restaurant Schatzinsel bei leckerem Essen und später bei einem (oder waren es mehrere?) Glas Wein an Bord. In der Nacht prasselte der Regen einer durchziehenden Front aufs Deck, aber das störte uns wenig in den Kojen.
Der Sonnabend-Morgen überraschte uns wieder bei trockenem Wetter, das zunehmend aufklarte. So wurde die Fahrt auf dem MLK weiter westwärts entspannt: trotz der bevorstehenden Feiertage herrschte doch noch reger Berufsverkehr auf dem MLK. Nach vierstündiger Fahrt und 38 Kilometer erreichten wir nach Querung des imposanten Wasserstraßenkreuzes Minden (MLK wird mittels Trog-Brücke über die Weser geführt) den noch etwas westwärts gelegenen Jachthafen des MYC (Mindener Yachtclub) in Kanal-km 097. Der Hafen mit seinen Gaststegen entsprach voll den Erwartungen, die nach dem Studium der Internetseite des MYC aufgebaut worden waren.
Sonnenschein und ein Gang am Kanal zurück nach Minden (etwas mühselig) sowie ein Abend im Hafenrestaurant Hafenblick mit Barbecue ließen auch hier die Motorbootfahrer-Herzen höher schlagen.
Am Pfingstsonntag stand dann die Rückfahrt zum Heimathafen Seelze an. Die Fahrt führte die nun schon bekannte Strecke zurück: die auf der Hinfahrt gewonnenen Eindrücke von Landschaft und maritimer Umgebung konnten noch mal aus anderer Fahrtrichtungs-Sichtweise wahrgenommen werden bei sommerlichen Temperaturen und wenig Berufsverkehr, dafür aber stärkerem Sportboot-Verkehr.
Nach sechsstündiger Fahrt legte die RASMUS wieder in Seelze an. Eine zufriedene Crew ging von Bord. Fazit: ein schönes Wochenende, das zur Nachahmung einlädt!
Leika mit Schwimmweste
Juli 2011: Aktion Motoryacht RASMUS in Bewegung
Am 11. Juli 2011 startete im Rahmen der Aktion Motoryacht RASMUS in Bewegung die Überführungsfahrt von Seelze nach Burg (Magdeburg). Wir als Törn-Crew hatten für den ersten Tag zwei Gäste aus unserem Verein an Bord. Die Fahrt auf dem Mittellandkanal (MLK) im hannoverschen Stadtgebiet verlief bei schönstem Wetter; selbst die Schleusung in Anderten (Hindenburgschleuse) war reibungslos, da wir hinter einem Berufsschiff ohne Zeitverzögerung mit in die Kammer einfahren konnten.
Auf der Weiterfahrt machten wir im Jachthafen Sehnde am Außensteg fest, um bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen die Nachmittagssonne für eine kurze Rast zu genießen. Nach halbstündiger Weiterfahrt setzen wir unsere Gäste in Mehrum ab, wo sie schon von Familienmitgliedern erwartet wurden.
Das Tagesziel Haidanger wurde am Spätnachmittag erreicht und die RASMUS im idyllischen Hafen festgemacht. Leider hatte das Restaurant am Jachthafen montags Ruhetag; wir improvisierten das Abendessen an Bord.
Am nächsten Tag stand nur eine kurze Fahrtstrecke (36 Kilometer) bis Wolfsburg auf dem Programm. Am Frühnachmittag legten wir wiederum bei herrlichem Sommerwetter im Jachthafen des Wolfsburger Motorboot-Clubs neben der VW-Arena (Stadion der Tränen genannt wegen der hier nicht gewonnenen Frauen-Fußball-WM) an.
