Schottland - Nicola Paoli de - E-Book

Schottland E-Book

Nicola Paoli de

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Beschreibung

Die Highlands, unbekannte Sehenswürdigkeiten und keltische Traditionen: Dieses Buch ist für Reisende, die viele unterschiedliche Facetten von Schottland kennenlernen wollen. Die 50 Tourenvorschläge und Reiseideen liegen „abseits der ausgetretenen Pfade“, sind aber dennoch meist innerhalb eines Tages und einfach zu erreichen. Die Leserinnen und Leser, die aktiv sein möchten, erhalten Tipps für Wanderungen in den wenig bekannten Lowlands und in den Highlands. Bootstouren bringen Sie zu unbewohnten Inseln und zu den Brutkolonien von Papageientauchern und anderen Seevögeln. Einsam gelegene Festungen aus der Bronzezeit warten darauf, von Ihnen entdeckt zu werden. Reisende mit Ziel Glasgow, Dundee oder Edinburgh erleben die eher unbekannte Seite der großen Städte Schottlands. Eine kleine, aber feine Auswahl von gemütlichen Restaurants und traditionellen Pubs runden die Vorschläge ab. Ganz nebenbei erhalten Sie Einblicke in die Geschichte, Geologie und Kultur des Landes – sowie in die Kunst der Whiskymacher. Auf Gälisch heißt es Fàilte! – Willkommen in Schottland!

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Seitenzahl: 191

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Nicola de Paoli

SCHOTTLAND

IMPRESSUM

Schottland

50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade

Nicola de Paoli

© 2022 360° medien

Nachtigallenweg 1 I 40822 Mettmann

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Redaktion und Lektorat: 360° medien

Satz und Layout: Lucas Walter

Gedruckt und gebunden:

LD Medienhaus GmbH & Co. KG I Feldbachacker 16 I 44149 Dortmund

www.ld-medienhaus.de

Bildnachweis: siehe Seite 256

ISBN: 978-3-96855-198-2

Hergestellt in Deutschland

360grad-medien.de

Nicola de Paoli

SCHOTTLAND

VORWORT

Schottland abseits der ausgetretenen Pfade zu erkunden ist faszinierend und ein Abenteuer, das nie endet. Das liegt an den unzähligen Sehenswürdigkeiten und der wechselvollen Geschichte des Landes. Schottland erfindet sich ständig neu: Im Herbst bringt die Heide die kahlen Hügelkette der Highlands und Lowlands zum Glühen in Lilafarben. Im Frühjahr setzen Ginstersträuche jeder noch so unscheinbaren Landschaft eine leuchtendgelbe Krone auf und verbreiten ihren typischen Geruch nach Kokus und Honig.

Das Wetter ändert sich ständig. In Schottland herrscht ein maritimes Klima. Der warme Golfstrom sorgt jedoch dafür, dass Schottland gemessen an seiner geografischen Lage sehr warm ist. Dennoch sollte man das Wetter nie unterschätzen.

Vermeintlich niedliche Hügel wirken inmitten eines Hagelsturms bedrohlich und unheimlich, und eine Burgruine, die schon seit Jahrhunderten einsam auf einer Meeresklippe steht, verwandelt sich im Licht der untergehenden Abendsonne noch einmal in die uneinnehmbare Festung eines Clan-Chiefs aus längst vergangenen Zeiten.

Dieser Reiseführer fasst meine rund fünfzehnjährige Erfahrung als Reisejournalistin in Schottland und als Herausgeberin des Schottland-Magazins zusammen. Er legt keinen Wert auf Vollständigkeit. Diesen Anspruch zu erfüllen, wäre schlicht unmöglich. Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Reiseführer als Inspirationsquelle nehmen für einen unvergesslichen Urlaub. Nutzen Sie ihn als Ideengeber, der Ihnen im Idealfall dabei hilft, Ihre eigenen, unbekannten Wege zu entdecken.

Ihre Nicola de Paoli

Heideblüte in den schottischen Highlands

INHALTSVERZEICHNIS

WILLKOMMEN IN SCHOTTLAND

TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN

KURIOSES & BESONDERHEITEN

EDINBURGH UND GLASGOW: DIE GROßSTÄDTE UND IHR UMLAND

  1.Der Heilgarten im Schatten von Arthur´s Seat

  2.Das Anatomische Museum und die Grabräuber

  3.Ginbrennerei mit studentischem Flair: das alternative Kulturzentrum Summerhall

  4.Die Förde Firth of Forth: Spaziergang an der Promenade

  5.Das Herrenhaus von Penicuik: italienische Kultur und gälische Kunst

  6.Die Pentland Hills: Wandern wie die Einheimischen

  7.Cairnpappel Hill: Schon die Steinzeitmenschen schätzten einen schönen Blick

  8.Pfeifen aus allen Löchern: Dudelsackspielen in Glasgow

  9.Auf den Spuren von Charles Rennie Mackintosh

10.Die Metropole Glasgow und das versunkene Königreich von Strathclyde

ÖSTLICHE HIGHLANDS

11.Die Grafschaft Fife: alte Pilgerpfade neu entdeckt

12.Hier kämpfte Braveheart: die alte Brücke Old Stirling Bridge

13.Pertshire: der Kirchenstreit von Muthill

14.Die Hafenstadt Dundee: Liegeplatz für ein uraltes Kriegsschiff

15.Eine Highland Cow zum Anfassen

16.Die Stadt Ballater: Hier urlauben die Royals

17.Die Autotour: die einsame Passstraße von Glenshee

18.Der Nationalpark Cairngorms: ein Strandtag in den Highlands

19.Wandern auf den Spuren der Whiskyschmuggler

20.Whisky und Wolle: zwei Traditionshandwerke in der Region Speyside

21.Der Glockenturm Ardclach Tower: Picknickplatz mit Blick

WESTLICHE HIGHLANDS

22.Glen Coe: wild zelten im Tal mit Kultfaktor

23.… und noch mal Glen Coe: die Felsnadeln von Aonach Eagach

24.Die Insel Inchcailloch im Loch Lomond: der Friedhof der Clans

25.Dampflok oho: Eine der schönsten Bahnstrecken der Welt führt an die Westküste

26.Radfahren am Caledonian Canal

27.Hirsche an der Bahnstrecke: Der einsamste Bahnhof Großbritanniens befindet sich in den westlichen Highlands

28.Die Wasserfälle vom Loch Ness

29.Geologie zum Anfassen: der Geopark im Nordwesten

30.Kilmartin: vorzeitliche Graffiti und Festungen aus der Steinzeit

KÜSTE UND INSELN

31.Die Insel May: einer der ersten Leuchttürme Schottlands

32.Die Vogelinsel Bass Rock an der Ostküste

33.Die Insel Rùm: der erloschene Vulkan an der Westküste

34.Die Isle of Mull: der Spazierweg der Whiskybrenner

35.Die Insel Kerrera bei Oban

36.Mit diesem Material wurde Edinburgh gebaut: das Erbe der „Schieferinseln“

37.Das schottische Jurassic Park: die Dinosaurier der Insel Skye

38.Die Strände der Isle of Harris auf den äußeren Hebriden

39.St. Kilda: weit draußen auf dem Atlantik

40.Orkney: einem Arktisforscher auf der Spur

LOWLANDS

41.Schottische Kunstszene: die Künstlerstadt Kirkcudbright

42.Sterne gucken auf dem höchsten Berg Südschottlands

43.Die Abteiruine von Dryburgh

44.Eildon Hills: Wo die alten Römer eine Festung bauten

45.Dem Alltagsstress entfliehen: der märchenhafte Park von Castle Kennedy

46.Der südlichste Leuchtturm Schottlands liegt auf der Halbinsel Rhins of Galloway

47.Der Geologie-Trip: die malerische Steilküste von St. Abbs

48.Traquair House: Hier hat schon Maria Stuart geschlafen

49.Der River Tweed: Burgen, Klöster und Dichter

50.Whithorn: das frühchristliche Zentrum Schottlands

REGISTER

BILDNACHWEIS

In den Monaten vor der Veröffentlichung dieses Buchs mussten Lokale und Besucherattraktionen immer wieder aufgrund der Corona-Pandemie ihre Öffnungszeiten einschränken oder zeitweise komplett schließen. Die in diesem Band angegeben Öffnungszeiten wurden gewissenhaft nach dem letzten bekannten Stand recherchiert – mit weiteren Änderungen ist jedoch nach der Pandemie zu rechnen, weshalb wir Lesern empfehlen, während des Aufenthalts in Schottland Öffnungszeiten anhand der hier aufgeführten Internetseiten selbst zu überprüfen.

Sitlvoller Briefkasten

WILLKOMMEN IN SCHOTTLAND

Schottland liegt im Norden der britischen Inseln und gehört seit über dreihundert Jahren zum Vereinten Königreich. Im Jahr 1706 wurde nach Jahrhunderten der Feindschaft der sogenannte Act of Union zwischen Schottland und England unterzeichnet, der beide Länder politisch vereinte. Queen Elizabeth II. ist das gemeinsame Staatsoberhaupt. Die Royals sind sehr darauf bedacht, ihre Verbindung nach Schottland zu pflegen. Jedes Jahr im Sommer verbringt die Queen einige Wochen auf ihrem Schloss Balmoral in den Highlands.

Das Schloss Balmoral in den Highlands

Die schottische Hauptstadt ist Edinburgh. Hier wurde im Jahr 1999 das moderne Parlamentsgebäude eröffnet. Die schottische Regierung hat eigene Zuständigkeiten für beispielsweise Gesundheit, Transport und Bildung. Die aktuelle Regierungschefin ist Nicola Sturgeon von der Scottish National Party (SNP). Weitere Politikbereiche wie die Außenpolitik werden hingegen von London aus verantwortet. Das führt immer wieder zu Spannungen zwischen der britischen und der schottischen Regierung. Offensichtlich wurde das zuletzt beim Brexit: Die Schotten hatten sich zwar mehrheitlich für den Verbleib in der Europäischen Union ausgesprochen, sie waren jedoch gezwungen, an der Seite der Engländer aus der EU auszutreten.

Die wesentlichen geografischen Regionen sind die Highlands im Norden und die Lowlands im Süden des Landes. Typisch für Schottland ist die abwechslungsreiche Inselwelt entlang der Küsten. Es gibt dort hunderte Inseln, von denen nur ein Bruchteil bewohnt ist. Schottland westlich vorgelagert befindet sich beispielsweise die Inselgruppe der Hebriden, die in die Inneren und die Äußeren Hebriden unterteilt werden. Weiter nördlich liegen die Inselgruppen der Orkney-Inseln sowie der Shetland-Inseln. Die einzige Landesgrenze ist die Grenze zu England, die sich zwischen dem Solway Firth im Westen und dem Fluss Tweed an der Ostküste erstreckt.

In Schottland befinden sich die höchsten Berge der britischen Inseln. Der höchste Berg in Schottland sowie in ganz Großbritannien ist der 1344 Meter hohe Ben Nevis bei Fort William. Die höchsten Berge werden Munros genannt. Sie sind höher als 3000 ft (914,4 Meter). Es gibt 282 Munros in Schottland. Das Besteigen der Gipfel wird Munro-Bagging (engl. Bag: Tasche) genannt und ist eine Art schottischer Volkssport.

Blick auf den höchsten Berg Großbritanniens, den Ben Nevis

In den Highlands liegen auch die Nationalparks des Landes; der Trossachs National Park nördlich von Glasgow sowie der Cairngorms im Nordosten des Landes. In der zerklüfteten Landschaft der Highlands finden sich zudem viele Seen und teils tief eingeschnittene Meeresarme, die in Schottland als Loch bezeichnet werden. Die bekanntesten Beispiele sind der Loch Ness und der Loch Lomond.

Edinburgh ist zwar Hauptstadt, doch die größte Stadt des Landes ist Glasgow. Sie liegt am River Clyde und hatte im 19. Jahrhundert und bis ins 20. Jahrhunderte eine wichtige Rolle als Industriestandort für Handel und Schiffbau. Die Stadt Aberdeen an der Ostküste ist die Hauptstadt der Nordseeöl-Industrie. Ebenfalls an der Ostküste befindet sich St. Andrews. Der Ort ist bekannt für seine Universität, die zu den besten Lehranstalten Großbritanniens zählt. Golfspieler zieht es ebenfalls nach St. Andrews, denn hier befinden sich einige der berühmtesten Golfplätze der Welt. Inverness ist der größte Ort in den Highlands und hat daher den inoffiziellen Titel einer Hauptstadt der Highlands. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen zählen Tourismus, Landwirtschaft und Energiewirtschaft. Die Ölförderung in der Nordsee hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren. Stattdessen spielt die Windenergie eine immer größere Rolle. Die Hafenstadt Dundee ist die Hauptstadt der heimischen Computerspieleindustrie. Traditionell ist auch Biotech ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Großbritannien. Das weltwelt erste geklonte Säugetier war das Schaf Dolly, das in einer Forschungseinrichtung außerhalb von Edinburgh geboren wurde.

Blick auf Glasgow, die größte Stadt Schottlands

Die Landessprache ist Gälisch neben Englisch. Die gälische Sprache ist vor allem an der Westküste präsent. Dort bieten beispielsweise die meisten Straßenschilder Informationen in Englisch und Gälisch. Doch über die Zahl der Gälisch sprechenden Menschen gibt es stark variierende Angaben.

Willkommen in Schottland – auf Englisch und auf Gälisch

Schottland hat eine tausende Jahre alte Kulturgeschichte. Zeugnisse aus der Vor- und Frühgeschichte finden sich überall im Land. Berühmt sind die Steinkreise auf den Orkneyinseln sowie auf den Hebriden. Steinstelen, die sogenannten Standing Stones, finden sich in den Highlands und den Lowlands. Auffällig sind auch die gewaltigen Steinkreuze mit keltischen, in sich verschlungenen Mustern.

Vor seiner Einigung war Schottland in zahlreiche kleine, keltische Fürstentümer unterteilt. Der bekannteste dieser keltischen Anführer ist vermutlich Macbeth, dem der britische Nationaldichter William Shakespeare ein gleichnamiges Bühnenstück gewidmet hat. Zur Ehrenrettung von Macbeth soll erwähnt sein, dass er im wahren Leben kein so schlimmer Schurke war, wie auf der Bühne dargestellt.

Als die alten Römer vor rund zweitausend Jahren ihre Invasion in Großbritannien vorantrieben, kamen sie nur bis Südschottland. Der Antoniuswall, geografisch auf der Höhe zwischen Edinburgh und Glasgow gelegen, markierte die Außengrenze des römischen Imperiums. Das hatte zur Folge, dass weite Teile Schottlands nicht unter römischen Einfluss gelangten, und das mag als eine Erklärung für die kulturellen Unterschiede zwischen Schotten und Engländern dienen.

Portrait von Bonnie Prince Charlie

Das Verhältnis zwischen Schotten und Engländern war über Jahrhunderte hinweg von Kriegen und Aufständen geprägt. Im Jahr 1746 machte der schottische Prinz Bonnie Prince Charlie einen letzten Versuch, mithilfe der Highland-Clans den Thron für seine Familie zurückzuerobern. Bei Culloden unweit der Stadt Inverness kam es zur Entscheidungsschlacht. Bonnie Prince Charlie verlor und floh nach Frankreich. In den Folgejahren wurden die Kultur der Highlands und die gälische Sprache der schottischen Clans systematisch unterdrückt. Das sorgt bis heute für böses Blut bei den Anhängern der schottischen Nationalistenpartei SNP und nährt den Wunsch nach Unabhängigkeit. Es muss aber fairerweise auch gesagt werden, dass viele Schotten in der Zeit der British Empire Aufstiegsmöglichkeiten erhielten und zu Ansehen und Vermögen kamen. Trotzdem ist die Forderung nach einem unabhängigen schottischen Staat nicht verstummt.

Im Jahr 2014 fand ein Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands vom Vereinten Königreich statt. Die Abspaltung wurde von der schottischen Bevölkerung mit 55 Prozent der Stimmen abgelehnt. Trotzdem ist die Debatte über ein unabhängiges Schottland nicht vorbei. Die regierende Partei SNP hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Unabhängigkeit weiter voranzutreiben.

Top 10

DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IN SCHOTTLAND

1Edinburgh Castle: Hoch über der Stadt auf einem erloschenen Vulkan befindet sich die Burg Edinburgh Castle. Es handelt sich um eine der ältesten Festungsanlagen Schottlands. Hinter den dicken Steinmauern haben sich viele hundert Jahre schottischer Geschichte abgespielt. Hier befinden sich Kronjuwelen der schottischen Könige. Jeden Mittag um 13 Uhr ist von Edinburgh Castle ein Kanonenschuss zu hören. Im Sommer findet auf dem Burgvorplatz das weltberühmte Edinburgh Tattoo statt. Dazu treffen sich die besten Militärbands der Welt in der schottischen Hauptstadt.

2Stirling Castle: Stirling wird gelegentlich als „Tor zu den Highlands” bezeichnet. Die Stadt und die Burg liegen auf einem Vulkanfelsen über der Flussebene des River Forth. Sie sind von der Autobahn A9 schon von Weitem zu sehen. Fahren Sie nicht vorbei, denn die Burg von Stirling ist einen Ausflug wert. Sie ist nach Edinburgh Castle vermutlich die meist besuchte Burg Schottlands. Die besondere Lage sorgte dafür, dass Stirling Castle seit dem 12. Jahrhundert die schottische Geschichte entscheidend prägte. Maria Stuart ließ ihren einzigen Sohn James VI. in Stirling Castle taufen. Stirling Castle erlebte in späteren Jahrhunderten einen Umbau, der typisch ist für viele schottische Schlösser: Aus der einstigen Festung wurde mit der Zeit ein Renaissance-Palast, mit dem sich die Könige gerne schmückten.

3Steinzeitsiedlung Skara Brae: Auf den Orkneyinseln ist Archäologie auf Weltklasse-Niveau zu finden. Die Steinzeitsiedlung Skara Brae ist mit insgesamt zehn Häusern die am besten erhaltene Siedlung aus der Steinzeit in Nordeuropa. Die Häuser sind alle ähnlich gebaut, mit teilweise zwei Meter dicken Wänden. Enge Gänge verbinden die Häuser, und die Eingänge sind niedrig. Tausende archäologische Fundstücke wurden hier gesichert. Die Inneneinrichtung aus Stein ist erhalten. Die Wohnsiedlung wurde im 19. Jahrhundert nach einem heftigen Sturm entdeckt, welcher den umliegenden Strand abgetragen hatte. Die Steinhütten waren für rund 400 Jahre bewohnt, bis sie vor rund 4500 Jahren aufgegeben wurden.

4Insel Skye: Skye ist die größte Insel der Inneren Hebriden. Sie ist berühmt für ihre ungewöhnliche Landschaft, malerische Ortschaften und ihr kulturelles Erbe. Viele Besucher zieht es zur Felsnadel Old Man of Storr. Auf Skye ist die Tradition der gälischen Märchen und Sagen noch immer lebendig. An den Fairy Pools sollen die Feen ihre Füße ins Wasser halten. Im Tal Fairy Glen scheint die umliegende Landschaft auf zwergenhafte Größe zusammengeschrumpft zu sein. Die bekannteste Burg auf Skye ist Dunvegan Castle. Die Insel war zuletzt in den Sommermonaten sehr überlaufen. Es wird empfohlen, sich darauf einzustellen.

5Eilean Donan Castle: Es gibt wohl keine Burg in Schottland, die öfter fotografiert wurde als Eilean Donan Castle. Die Burg liegt malerisch am Loch Duich, und viele Reisende kommen auf ihrem Weg auf die Insel Skye hier vorbei. Namensgeber war der Heilige Donan, der auf der gleichnamigen Insel als Einsiedler lebte. König Alexander III. errichtete im Jahr 1220 auf der Insel eine Festung zur Verteidigungsanlage gegen die Wikinger. Später war die Burg der Sitz des Clans MacKenzie. Ab dem 18. Jahrhundert verfiel die Burg, bis sie im Jahr 1932 aufwendig restauriert wurde. Auch die Brücke, die zum Charme von Eilean Donan Castle beiträgt, stammt aus dieser Zeit.

6National Museum of Scotland: Das National Museum of Scotland in der Altstadt Edinburgh ist ein herrlicher Ort zum Flanieren und Staunen und der beste Tipp für eine Regentag in Edinburgh. Es gibt keinen Teil der schottischen Geschichte, Kultur und Wissenschaft, der hier unerwähnt bliebe. Zu sehen ist beispielsweise der Silberschmuck des Volkes der Pikten, eine Dampfeisenbahn, Artefakte aus der Zeit der schottischen Königin Maria Stuart sowie Dolly the Sheep, das erste Säugetier der Welt, das im Jahr 1996 als Klon unweit von Edinburgh zur Welt kam. Für Familien mit kleinen Kindern ist das oberste Stockwerk ein Geheimtipp: Dort wurde eine interaktive Spieleecke eingerichtet. Die ständige Ausstellung ist kostenfrei.

7Loch Ness: Gibt es Nessi? Oder nicht? Wer das herausfinden will, muss zum Loch Ness, dem wasserreichsten See Großbritanniens. Doch selbst für den Fall, dass sich Nessi nicht blicken lässt, ist Loch Ness einen Besuch wert. Durch den See verläuft der Kaledonische Kanal, der die West- und Ostküste für die Schifffahrt verbindet. Am Ufer liegt die malerische Burgruine Urquhart Castle. Entlang des Kanals führt ein Rad- und Wanderweg. Loch Ness liegt in einer Erdspalte, die die Highlands von Ost nach West in zwei Teile teilt. Sie entstand vor vielen Millionen Jahren, als zwei Kontinentalplatten gegeneinander stießen.

8Glen Coe: Glen Coe ist das bekannteste Tal der schottischen Highlands. Das Tal hat die Form eines gebeugten Arms. Im Westen wird es begrenzt von Loch Leven, im Osten vom Hochmoor Rannoch Moor, einer der einsamsten und unwirtlichsten Gegenden Großbritanniens. Nach Süden hin liegen gewaltige Höhenzüge, die für Ortsunkundige unüberwindlich sind. Über den Autoverkehr auf der Landstraße A82 wachen die drei Schwestern (Three Sisters of Glen Coe). Der strenge Faltenwurf der Felswände nötigt den Vorbeifahrenden einigen Respekt ab. Glen Coe ist ein beliebtes Wanderrevier – aber nicht nur für Tagesausflüge, sondern auch für mehrtägige Wandertouren. Zu den bekannten Felsformationen zählt beispielsweise Buchaille Etive Beag (Gälisch: der kleine Hirte). Er besteht aus zwei Gipfeln, die sich gut für einen Tagesausflug eignen.

9Die Autotour North Coast 500: Die North Coast 500 ist ein Klassiker, der Autofahrer durch die nördlichen Highlands und entlang der Küsten führt. Die Strecke hat eine Länge von 825 Kilometern, und wer sich diese vornimmt, sollte mindestens zehn Tage einplanen. Die Landschaft ist abwechslungsreich mit Gipfeln, Klippen, Hochmooren und weißen Sandstränden. Gelber Stachelginster, Ebereschen und lilafarbene Heide säumen den Weg.

Autofahrer sind in der Reisegestaltung frei. Viele beginnen die Tour in Inverness und fahren dann im Uhrzeigersinn um Schottlands Norden herum. Zu den Highlights gehören der Gebirgspass Bealach Na Ba („Der Viehpass”). Er ist nicht leicht zu fahren, doch man hat einen tollen Blick über die Hebrideninseln und die Gipfel von Kintail.

10Calanais Stones: In der Zeit zwischen 2900 und 2600 vor Christus wurden die Steine dieser neolithischen Kultstätte auf der Hebrideninsel Lewis aufgestellt. Sie sind älter als der berühmte Steinkreis Stonehenge in Südengland. Der größte Stein ist 4,8 Meter hoch. Er steht in der Mitte dieser Anlage, die vermutlich auch astronomischen Zwecken diente. Vermutlich wurden die Calanais Stone über einen Zeitraum von 2000 Jahren genutzt. Die Steine sind in Form eines Kreuzes angeordnet. Eine der Achsen ist 83 Meter lang. In der Mitte des Steinkreises befindet sich eine kleine Kammer. In der Nähe der Calanais Stones befinden sich in der näheren Umgebung weitere elf kleine Steinkreise.

KURIOSES & BESONDERHEITEN

AUS SCHOTTLAND

Schottland ist für seine Traditionen und Bräuche bekannt. Sie machen einen Großteil des Charmes aus. Am augenfälligsten ist der Schottenrock, Kilt genannt.

Der Schottenrock hat einen Riesenvorteil: als Mann ist man damit immer bestens angezogen, egal zu welcher Gelegenheit; sei es zum Rugbyspiel oder zu einer offiziellen Einladung.

Das Muster auf dem Kilt ist der sogenannte Tartan. Jeder Clan hat seinen eigenen Tartan, und so ist für Kundige mit einem Blick zu erkennen, mit wem man es zu tun hat.

Weiterhin typisch ist der Dudelsack. Viele Kinder werden schon früh an das Dudelsackspielen herangeführt. Sie beginnen mit dem sogenannten Shanter. Das ist ein blockflötenähnliches Mundstück. Ebenso wie der Kilt ist auch das Dudelsackspielen für viele Anlässe geeignet. Straßenmusikanten verdienen sich damit in den Sommermonaten in der Innenstadt von Edinburgh ein Zubrot. Piping ist aber auch eine besondere Ehrbezeugung und markiert wichtige Momente im Leben wie Beerdigungen oder Trauungen.

In Schottland wird gern gefeiert. Dazu gehört die Tanzveranstaltung Ceilidh (sprich: Kähjlie). Wenn Sie zu einem Ceilidh eingeladen werden, tanzen Sie mit. Für Außenstehende sind Ceilidhs ein großes Durcheinander. Doch die Schrittfolgen der meisten Tänze sind leicht zu lernen. Viele Tänze tanzt man in Gruppen. Das bedeutet, dass man auch als Alleinreisender auf ein Ceilidh gehen kann.

Vielerorts werden in den Sommermonaten Highland Games veranstaltet. Zu sehen sind traditionelle Wettkämpfe, bei denen auch mal Baumstämme durch die Luft fliegen. Die Schwergewichtsklasse, die genannten „Heavy Events“ , gehören zu den Hauptattraktionen: Beim „Stone Put“ beispielsweise wird ein Stein gestoßen, ähnlich wie beim Kugelstoßen. Aber die Disziplin, die besonders die Nichtschotten im Publikum immer wieder fasziniert, ist das „Caber Tossing“, das Schleudern eines Baumstamms.

Die wichtigste Party während der Wintermonate ist das Neujahrsfest, das Hogmanay. Es war in den vergangenen Jahrhunderten sogar wichtiger als das Weihnachtsfest. Anders als eine Silvesterfeier kann sich das Hogmanay, je nach Landesteilen, über mehrere Wochen hinziehen.

Schon kurz nach dem Hogmanay folgt die Burns Night. Sie ist dem schottischen Nationaldichter Robert Burns gewidmet und findet jedes Jahr am 25. Januar statt. Die Burns Night folgt einem genau festgelegten Ablauf: Es ist ein geselliger Abend mit Rezitationen, witzigen Reden, Whisky und Haggis – womit wir bei der schottischen Nationalspeise angelangt wären.

Haggis besteht aus Schafsinnereien, Gewürzen und Haferflocken. Es wird typischerweise serviert mit Kartoffel- und Rübenmus. Haggis ist nach modernen Maßstäben nicht jedermanns Sache. Daher gibt es inzwischen auch vegetarischen Haggis zu kaufen.

Wanderer profitieren von einer weiteren schottischen Besonderheit: Die Schotten wollen nämlich möglichst vielen Menschen den Zugang zur Natur erleichtern. Seit 2003 gibt es daher ein Gesetz, dass das Campen außerhalb von Campingplätzen mitten in der wilden Natur erlaubt. Ferner haben Wanderer freien Zugang zu Feld und Wiese und können diese ungefragt queren. Das ist deshalb wichtig, weil es in Schottland nicht sehr viele ausgewiesene Wanderwege gibt und man als Wanderer daher oft darauf angewiesen ist, sich seinen eigenen Weg zu suchen.

Wildes Camping bedeutet laut diesem Gesetz kurz gesagt, dass eine kleine Gruppe von Campern die Zelte für nicht mehr als zwei oder drei Tage an einer einsamen Stelle aufbaut und den Platz hinterher genauso unberührt und frei von Müll hinterlässt, wie sie ihn vorgefunden hat.

In Schottland gibt es fünf Whiskyregionen. Die bekannteste ist die Speyside, wo fast die Hälfte der Brennereien angesiedelt ist. Viele haben Besucherzentren, die über die Whiskyproduktion informieren und die Tastings anbieten. Man unterscheidet rauchigen (peated) und milden (unpeated) Whisky. Peated Whisky gibt es vor allem auf den Inseln an der Westküste.

Der Whisky wird als Dram genossen. Das ist keine offizielle Mengeneinheit. Ein Dram kann größer oder kleiner ausfallen und sagt dabei viel über die Gastfreundschaft Ihres Gegenübers aus.

An dieser Stelle noch ein Wort zu den kleinen Stechfliegen, den sogenannten Midges. Sie können im Sommer eine echte Plage sein. In Wanderläden gibt es Mückenschutzmittel und -hüte. Wenn die Midges zu sehr nerven, fahren Sie direkt an die Küste. Die kleinen Fliegen mögen keinen Wind.

Für Auto- und Wohnwagenfahrer gilt der Hinweis, dass viele Straßen in den Highlands nur einspurig befahrbar sind. Campervans und Wohnwagen werden schnell zum Verkehrshindernis, weil sie nicht überholt werden können. Wenn sich hinter Ihnen eine lange Autoschlange staut, fahren Sie bei nächster Gelegenheit auf einen Parkplatz und lassen Sie überholen.

Edinburgh und Glasgow

Die Skyline von Edinburgh

Edinburgh und Glasgow

  1.Der Heilgarten im Schatten von Arthur´s Seat

  2.Das Anatomische Museum und die Grabräuber

  3.Ginbrennerei mit studentischem Flair: das alternative Kulturzentrum Summerhall

  4.Die Förde Firth of Forth: Spaziergang an der Promenade

  5.Das Herrenhaus von Penicuik: italienische Kultur und gälische Kunst

  6.Die Pentland Hills: Wandern wie die Einheimischen

  7.Cairnpappel Hill: Schon die Steinzeitmenschen schätzten einen schönen Blick

  8.Pfeifen aus allen Löchern: Dudelsackspielen in Glasgow

  9.Auf den Spuren von Charles Rennie Mackintosh

10.Die Metropole Glasgow und das versunkene Königreich von Strathclyde

1.Der Heilgarten im Schatten von Arthur´s Seat

Tausende Menschen klettern jedes Jahr auf Arthur´s Seat, den Stadtberg der schottischen Hauptstadt. Deutlich weniger Besucher finden den Weg zum Stadtteil Duddingston an der Ostseite des Gipfels. Sie erwarten ein malerischer Garten und ein traditionsreicher Pub.

Dr. Neils Garden in Duddingston