Schwarzwald - Der Süden – HeimatMomente - Birgit-Cathrin Duval - E-Book

Schwarzwald - Der Süden – HeimatMomente E-Book

Birgit-Cathrin Duval

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Beschreibung

Der Südschwarzwald ist eine der schönsten und beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands. In dieser einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft mit den höchsten Mittelgebirgsgipfeln, rauschenden Wasserfällen, versteckten Schluchten, mystischen Moorseen und offenen Tälern mit herrlichen Allmendweiden finden Aktiv- wie Genussurlauber Erlebnisse und Erholung auf allen Ebenen und für alle Sinne. Dieser Reiseführer präsentiert 50 Tipps mit Ausflugszielen, Wanderungen, Unterkünften, Gastronomie und kulturellen Highlights, die Urlaubern wie auch Einheimischen Anregungen zur Hand geben, um einen Tag, ein Wochenende oder eine Woche im Südschwarzwald zu verbringen. Neben den bekannten Schwarzwald-Klassikern wie Feldberg und Titisee führt die Autorin zu unbekannten Orten ins Kleine Wiesental, Kandertal, Albtal und den Hotzenwald und stellt genussreiche Einkehrmöglichkeiten – von der urigen Berghütte bis zum traditionsreichen badischen Wirtshaus – vor. Lassen Sie sich überraschen und kommen Sie mit auf die faszinierende Entdeckungsreise in den Südschwarzwald.

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Seitenzahl: 149

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Birgit-Cathrin Duval

Schwarzwald

DER SÜDEN

50

MIKROABENTEUER

ZUM ENTDECKEN UND GENIESSEN

IMPRESSUM

Schwarzwald – Der Süden

50 MIKROABENTEUER ZUM ENTDECKEN UND GENIESSEN

Birgit-Cathrin Duval

© 2023 360° medien

Nachtigallenweg 1 I 40822 Mettmann

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Redaktion und Lektorat: Christine Walter

Satz und Layout: Elke Gräfe

Gedruckt und gebunden:

Himmer GmbH Druckerei & Verlag I Steinerne Furt 95 I 86167 Augsburg

www.himmer.de

Bildnachweis: siehe Seite 256

ISBN: 978-3-96855-452-5

Hergestellt in Deutschland

360grad-medien.de

Solli liebe Leserin, lieber Leser

Ich freue mich riesig, dass ich Dich mit diesem Buch auf Deiner Reise in den Südschwarzwald begleiten und Dir meine Heimat zeigen darf.

Aufgewachsen bin ich in Weil am Rhein, der südwestlichsten Stadt Deutschlands, direkt an der Grenze zur Schweiz und zu Frankreich. Der Schwarzwald lag sozusagen vor meiner Haustür. Im Herbst fuhren wir nach Marzell zum Pilzsammeln und im Winter zum Skifahren auf den Feldberg. Ich war fünf, als ich zum ersten Mal auf Skiern stand. Als Kind fand ich den Schwarzwald ziemlich cool. Im Winter gab es massenhaft Schnee und im Sommer unternahmen wir als Familie Ausflüge an den Titisee oder zu den Triberger Wasserfällen, wo ich Eichhörnchen fütterte. Irgendwann kam dann die Zeit, in der ich den Schwarzwald nur noch mit Rentnern assoziierte und sowas von altbacken fand. Nur fort von diesem Ort, es zog mich in die weite Welt.

2014 zog ich nach Malsburg-Marzell und lebe „uffem Wälder“ wie wir hier sagen. Wenn ich auf Reisen erwähne, dass ich im Black Forest wohne, erstaunt mich die Reaktion darauf jedes Mal aufs Neue. Mein Gegenüber beginnt zu schwärmen. Jeder und jede hat eine ganz bestimmte Vorstellung vom Schwarzwald. Allen ist der Black Forest ein Begriff. Ob als Märchenwald, als wunderschöne Landschaft mit Kühen, grünen Weiden und Schwarzwaldhäusern darin, Kuckucksuhren, Bollenhüten oder Schwarzwälder Kirschtorte. Der Schwarzwald ist zum Inbegriff von Natur und Heimat geworden, ein Sehnsuchtsort, um den sich ein weltumspannender Mythos entwickelt hat.

Tatsächlich hat sich vieles verändert in den vergangenen Jahrzehnten. Der Schwarzwald hat sein verstaubtes Image längst abgestreift. Ungebrochen ist er seit Jahren eine der beliebtesten Urlaubsdestinationen – und das zu Recht.

Im südlichen Schwarzwald leben Freigeister und „ruuchi Bolle“ wie sie der Schattlochbuur von Marzell bezeichnete, unglaublich „schaffige“ Menschen, die mit ihrer Heimat verwurzelt sind und deren Arbeit von Wäldern, Wiesen und Wasser geprägt ist. Landwirte und Waldarbeiter, Kreative und Designer, Gastwirte und Erzeuger. Hier trifft Ursprung auf Innovation. Heimat wird als Raum verstanden, der schöpferisch weiterentwickelt wird, ohne dabei seine Wurzeln zu vergessen.

Der Südschwarzwald bietet als Tourismusdestination seit vielen Jahren das, was als neuer Trend in der Reisebranche mit „Resonanz-Tourismus“ umschrieben wird. Dabei geht es um echte Begegnungen und authentische Erlebnisse, die nachwirken.

Als Abenteuer wird die Erforschung eines unbekannten Gebiets bezeichnet. In diesem Sinne lade ich Dich ein, mitzukommen auf die Mikroabenteuer im Südschwarzwald. Ich verrate hier keine Geheimtipps, denn sind wir mal ehrlich, sobald etwas als Geheimtipp angepriesen wird, wissen wir, dass es sich dabei nur um abgegriffene Phrasen handelt. Vielmehr finden sich in diesem Buch meine persönlichen Lieblingsabenteuer, die ich meinen Freunden empfehle, wenn ich danach gefragt werde, was man an einem Nachmittag oder Wochenende unternehmen kann im Südschwarzwald. Dieses Buch ist also mein ganz persönliches Kompendium, mit dem Du hoffentlich genauso viel entdecken und erleben wirst wie ich bei meinen Erkundungen. Also nichts wie auf in den Südschwarzwald!

Viel Freude beim Entdecken und Genießen wünscht DirBirgit-Cathrin Duval

Inhaltsverzeichnis

WILLKOMMEN IM SÜDSCHWARZWALD

TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IM SÜDSCHWARZWALD

KURIOSES UND BESONDERHEITEN IM SÜDSCHWARZWALD

RUND UM DEN HOCHBLAUEN

  1.Kandern: auf ins Städli – ein Besuch in der Töpferstadt

  2.Kandertalbahn: mit dem Chanderli Bahnfahren wie anno dazumal

  3.Krume, Kruste, Krusties: Rosis Tantenmühle in Malsburg

  4.Malsburg-Marzell: Entdeckertouren uffem Wälder

  5.Schloss Bürgeln: Romantik, Rosen und Rokoko

  6.Badenweiler: Baden wie die Römer

ENTDECKUNGEN IM KLEINEN WIESENTAL

  7.Nonnenmattweiher: die dunkle Perle im Kleinen Wiesental

  8.Blumencafé-Landgasthof Rosenstübchen: Schwelgen bei Kuchen, Tartes und Torten

  9.Sagenweg Schweizermühle: sagenhaft wandern entlang der Köhlgartenwiese

10.Mit den Silbermättle-Alpakas in Wies: gemächlich über Stock und Stein

11.Wirtshausmuseum Krone Tegernau: Wirtshausleben wie anno dazumal und ein Schisshüslifest

12.Sennhütte Schwand: Veschpern beim Naturpark-Wirt

13.Vom Kuhbusch zur Weidbuche: die schönsten stehen im Wiesental

14.Schneiderhof Museum Kirchhausen: zum Z’morge schwarzer Kaffee und Bröckeli

HÖHENRAUSCH IM GROSSEN WIESENTAL

15.Belchen: Gipfel mit Gondel

16.Besucherbergwerk Finstergrund Wieden: mit der Grubenbahn unter Tage

17.Alter Kirchweg von Wieden nach Schönau: spannende Einblicke in die Vergangenheit

18.Almgasthof Knöpflesbrunnen: Hochweide mit himmlischer Lage

19.Mühlewisch und Dauerwelle: die cleveren Erfinder aus Todtnau

20.Das Rößle Geschwend: Dorfgasthaus als Genossenschaft

21.Berggasthof Gisibodenalm: die Leichtigkeit des Seins auf 1168 Metern

22.Blackforestline Todtnau: Hochgefühle über dem Wasserfall

23.Naturparkhotel derWaldfrieden: Stille, Genuss und dunkle Nacht

SCHAUINSLAND

24.Deutschlands längste Umlaufseilbahn: Hochschweben und ins Land schauen

25.Von Wind und Wetter geformt: Foto-Exkursion zu den schönsten Schwarzwaldweidbuchen

SOMMERFRISCHE IM HOCHSCHWARZWALD

26.Feldberg: Unterwegs mit dem Feldberg-Ranger

27.Schwarzwälder Skimuseum Hinterzarten: ein Wurschtbrot für den ersten Platz

28.Waldkuchi St. Märgen: Essen mit Respekt für Natur und Umwelt

29.Wälder:Genuss Bärental: alles Gute aus dem Schwarzwald

30.Wellnesswochenende in Titisee: beseelt am See

31.Biotoppflege am Rohrhardsberg: Ackern fürs Auerhuhn

32.Häusern-Höchenschwand: Wald-Wasser-Wellness im höchstgelegenen Freibad Deutschlands

33.Käse vom Hof Till in Äule: lecker Fezzi und Mozza

34.Bernau: zu Berg und zu Tal

WILDE WINKEL IM ELZ- UND SIMONSWÄLDERTAL

35.Der Berg der Kräfte: Mythos Kandel

36.Kulturhistorisches Juwel: Totentanz in der Beinhauskapelle zu Bleibach

37.Simonswäldertal: im wildesten Winkel des Schwarzwalds

38.Dollenseppler und Benjaminler: das Geheimnis des Schwarzwälder Kirschwassers

39.Flüssiges Gold: ein Besuch in der Ölmühle Simonswald

40.Faller Miniaturwelten Gütenbach: Faszination Modellbau

RESONANZ IM ROTHAUSERLAND

41.Schwarzwaldhaus der Sinne Grafenhausen: Löse das Rätsel der Zeit

42.Schwarzwald im Underground-Style: Bollenhüte und Totenköpfe bei Blackest Forest

43.Rothaus Brauerei: die mit dem Tannenzäpfle

44.Outdoor-Resonanz am Schlüchtsee

DER SÜDEN DES SÜDSCHWARZWALDS

45.Wuhre, Wälder Wiesen: Wandern auf dem Hotzenpfad

46.In freier Natur: Zelten im Trekking-Camp

47.Höchenschwand-Strittberg: auf den Spuren der Wölfe

48.Schwarzenbächletal: Krai-Woog-Gumpen

49.Moonshiner vom Albtal: weißer Whisky in Oberkutterau

50.Rosendorf Nöggenschwiel: dieses Leuchten, dieser Duft

DAS KLEINE WÖRTERBUCH

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BILDNACHWEIS

Hinweise:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform beinhaltet keine Wertung.

Willkommen

im Südschwarzwald

Wusstest Du, dass es Schwarzwald 102 Berge gibt, die über 1000 Meter hoch sind? Und fast ausnahmslos alle über 1100 Meter befinden sich im Südschwarzwald. Hohe Berge, tiefe Täler und herrliche Panoramablicke prägen die Landschaft im Südschwarzwald wie keine andere.

Doch wo fängt er eigentlich an, der südliche Schwarzwald? Und wo hört er auf? Und sagt man Südschwarzwald oder südlicher Schwarzwald? Und was hat es mit dem Hochschwarzwald auf sich? Gehört der Hotzenwald zum Südschwarzwald? Und was ist der Unterschied zwischen Naturpark Südschwarzwald und Biosphärengebiet Schwarzwald?

In der Tat ist eine eindeutige Abgrenzung gar nicht so einfach. Ich orientiere mich dabei am Lageplan des Naturparks Südschwarzwald. Der umfasst ein 394.000 Hektar großes Gebiet im äußersten Südwesten Deutschlands. Das reicht von Lörrach entlang des Rheins bis Waldshut-Tiegen mit dem Hotzenwald im Süden, im Westen entlang der Vorgebirgszone bis Freiburg und Emmendingen, im Osten schließt er die Baar-Hochebene bis Donaueschingen und Bad Dürrheim ein und endet im Norden bei Herbolzbeim und Triberg. Streng genommen sind einige Gegenden dabei, die geografisch nicht zum Südschwarzwald gehören. Der Begriff Hochschwarzwald beschreibt den höchsten Teil des Südschwarzwalds rund um den 1493 Meter hohen Feldberg. Touristisch gesehen bezeichnet es einen Zusammenschluss von 21 Orten zur Ferienregion Hochschwarzwald. In meinem Buch halte ich mich geografisch an den Begriff Hochschwarzwald.

Naturpark Südschwarzwald

Unter Naturpark, von denen es in Baden-Württemberg insgesamt sieben gibt, versteht man ein großräumiges, ländlich geprägtes Gebiet, das sich durch die Vielfalt und Schönheit seiner Natur auszeichnet und einen wertvollen Erholungsraum bietet. Zweck eines Naturparks ist die Förderung und Entwicklung der Kultur- und Erholungslandschaft einerseits und der Schutz der Natur andererseits. Eine nachhaltige und naturverträgliche Entwicklung steht dabei im Vordergrund. Der Naturpark Südschwarzwald ist nach dem Naturpark Schwarzwald Mitte-Nord der zweitgrößte in Deutschland. Im Naturpark kannst Du interessante Angebote von zertifizierten Gästeführerinnen und Gästeführern wahrnehmen, die Dir zu vielen Themen individuelle Führungen und Naturerlebnisse anbieten. naturpark-suedschwarzwald.de

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Biosphärengebiet Schwarzwald

Die UNESCO zeichnet weltweit bedeutsame Kulturlandschaften als Biosphärenreservate aus. Es sind Regionen, in denen eine einzigartige Kulturlandschaft entstanden ist, die es für die nachkommenden Generationen zu erhalten und zu pflegen gilt. Besonderheit im Biosphärengebiet Schwarzwald sind die Allmendweiden, die früher von den Bauern gemeinschaftlich genutzt wurden und bis in die Höhenlagen reichten und eine einzigartige Form der Berglandwirtschaft darstellten.

Wandern und Einkehren gehören im Südschwarzwald zusammen

Das Biosphärengebiet ist in drei Zonen aufgeteilt: Kernzone, Pflegezone und Entwicklungszone. Die Kernzonen sind Gebiete, in denen sich die Natur ohne Eingriff des Menschen natürlich entwickeln kann. In diesen geschützten Bannwäldern darf der Urwald der Zukunft heranwachsen. Das Biosphärengebiet Schwarzwald umfasst 63.000Hektar und liegt innerhalb des Naturparks Südschwarzwald. Biosphären-Guides und Ranger bieten naturkundliche Wanderungen an. biosphaerengebiet-schwarzwald.de

Naturschutzgebiete

In Naturschutzgebieten sollen Natur und Landschaft auf besondere Weise geschützt werden. Die Tier- und Pflanzenwelt soll ungestört und ohne Einflüsse des Menschen leben und sich entwickeln können. Innerhalb der Naturschutzgebiete gelten strenge Gebote. Das Feldberggebiet ist das größte, höchstgelegene Naturschutzgebiet Baden-Württembergs und steht seit 1937 unter Naturschutz. Das Naturschutzgebiet Feldberg lernst Du am besten bei einer Ranger- oder Försterwanderung kennen.

naz-feldberg.de

Silva Nigra oder Mons Abnoba: Woher der Schwarzwald seinen Namen hat

Früher erzählte ich, dass der Schwarzwald seinen Namen von den Römern hat. Die fürchteten sich vor dem dunklen, undurchdringlichen Wald, in dem sie Geister vermuteten. Deshalb nannten sie ihn „Silva Nigra“ – schwarzer Wald. Heute erzähle ich, dass der Schwarzwald eigentlich Mons Abnoba heißen müsste, benannt nach der keltischen Göttin Abnoba. Sie war die Hüterin des Waldes und der Quellen. Bereits in der Antike wurde der Name von den Gelehrten Plinius und Tacitus mit einem Gebirge in Verbindung gebracht, welcher dem Schwarzwald zugeordnet wird. Denn damals war der Schwarzwald alles andere als schwarz und dunkel. Der ursprüngliche Wald der Göttin Abnoba war ein Urwald und bestand aus Tannen, Buchen, Bergahorn, Eichen, Kiefern, Ulmen, Eschen, Linden.

Der Schwarzwald war also kein dichter, dunkler Nadelwald. Der Wald, so wie wir ihn heute kennen, besteht überwiegend aus Fichten, die das Ergebnis einer intensiven Aufforstung zu Beginn des 19. Jahrhunderts war. Aufgrund der exzessiven Verwendung von Holz im 18. Jahrhundert war der Schwarzwald quasi abgeholzt. Um möglichst schnell einen neuen Wald heranzubilden, wurden die schnellwachsenden Fichten gepflanzt, die heute stark unter den heißen, trockenen Sommern und dem Borkenkäfer zu leiden haben.

Blick vom Panoramaweg am Belchen auf die Belchenhöfe und Neuenweg im Kleinen Wiesental

Top 10

DER SEHENSWÜRDIGKEITEN im Südschwarzwald

1Feldberg: Höher geht es nicht. Mit 1493 Metern ist er der höchste Gipfel im Schwarzwald, in Baden-Württemberg und der höchste Mittelgebirgsgipfel Deutschlands. Lustigerweise sieht er so gar nicht nach Gipfel aus, sondern eher nach – der Name sagt es bereits – einem Feld, das auf einem Berg liegt. Tatsächlich ist der Feldberg ein Gebirgsmassiv, das aus drei Gipfeln besteht: dem eigentlichen Feldberggipfel, auch „der Höchste“ genannt, dem Baldenweger Buck mit 1460 Metern und dem 1448 Meter hohen Seebuck mit dem markanten Feldbergturm. Als subalpine Insel ist der Feldberg wichtiges Habitat für seltene Tiere und Pflanzen, die heute nur noch in den Alpen vorkommen.

2Belchen: Der 1414 Meter hohe Belchen ist der markanteste und für mich auch der schönste der Schwarzwaldgipfel. Der waldfreie Gipfel wurde von den Kelten als Belenos „der Strahlende“ verehrt. Bereits 1867 wurde das auf 1362 Metern liegende Belchenhaus als Raststätte für Wanderer eröffnet. Die Fahrstraße zum Belchen wurde 2001 geschlossen und endet an der Talstation der Gondel, die in fünf Minuten Gäste zum Belchenhaus fährt. Auf der Außenterrasse des höchst gelegenen Gasthauses in Baden-Württemberg, das 2022 umfassend saniert wurde, bietet sich ein fantastischer Fernblick auf die gesamte Alpenkette.

3Hochblauen: Im Herbst, wenn der Hochnebel die Rheinebene unter einer dicken Wolkenschicht verhüllt, zieht es viele hinauf auf den 1165 Meter hohen Blauen. Der Markgräfler Hausberg, bietet eine spektakuläre Alpensicht. Tatsächlich meint man, vor einem Meer aus Wolken zu stehen. Bei Inversionswetterlage bietet der Blauen die schönsten Sonnenauf- und untergänge mit Blick auf die Vogesen und Alpen. Der 14 Meter hohe Blauenturm wurde 1895 vom Schwarzwaldverein Badenweiler erbaut und 2016 renoviert. 1935 fand auf dem Hochblauen ein Skispringen statt. Das Berggasthaus wurde 1875 als „Krone des Blauen“ eröffnet. 1902 genoss die deutsche Kaiserin Auguste Viktoria mit ihren Kindern einige Tage im Kurhotel auf der Höhe.

4Titisee: Er ist die Ikone des Südschwarzwalds – kein See leuchtet intensiver, geheimnisvoller und mystischer als der Titisee. Endmoränen des Feldberg-Gletschers formten das heutige Ufer. Einer Sage nach soll er unergründlich tief sein und einst eine Stadt überflutet haben. Sein Name geht vermutlich auf den Alemannenfürsten Titin zurück, der rund um den sagenhaften See zu jagen pflegte. Kurios: In den 1930er-Jahren organisierte der ADAC im Winter Auto- und Motorradrennen auf dem gefrorenen Titisee, es kamen weit über 10.000 Zuschauer. Höhepunkt waren halsbrecherische Rennen zwischen Motorfahrzeug und Flugzeug.

5Wutachschlucht: „Deutschlands größter Canyon“ beeindruckt mit der wilden Kraft der Wutach, die sich durch enge Schluchten mit steil aufragenden Felswänden, rauschenden Wasserfällen und dschungelartiger Vegetation ihren Weg bahnt. Die Wutachschlucht steht unter Naturschutz und wer sich für Geologie und die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt interessiert, sollte die Schlucht mit dem Wutachranger erkunden. Die kleineren Nebenschluchten Gauchachschlucht, Engeschlucht sowie die Lothenbachklamm stehen in Schönheit und Wildheit der großen Schlucht keinesfalls nach. Mein persönlicher Schluchten-Favorit ist die Gauchachschlucht.

6Schauinsland: Der Schauinsland ist Freiburgs Hausberg und erhebt sich 1284 Meter über die Stadt und trägt seinen Namen zu Recht. Die Aussicht auf Alpen, Vogesen und die benachbarten Gipfel des Schwarzwalds ist einfach phänomenal. Auf dem Berg beeindrucken die windgefurchten Weidbuchen. Eine Fahrt mit der Schauinslandbahn, Deutschlands längster Umlaufbahn, bringt Gäste in 20 Minuten auf den Gipfel und ist ein echtes Highlight.

7Zweribach-Wasserfälle: Bei Simonswald, in einer der wildesten Ecken des Südschwarzwalds, tost der Zweribach-Wasserfall über mehrere Fallstufen. Der Weg zu den Fällen führt durch Bannwald mit teils alpinem Gelände, die Brücken und Stege erfordern Trittsicherheit. Wer den Weg auf sich nimmt, wird mit einem eindrücklichen Naturschauspiel belohnt. Das Wasser rauscht in einem Strahl einen Felsen hinab, sammelt sich in einem Becken, bevor es sich über die nächste Fallstufe ergießt. Das rauschende Wasser fällt eine 15 Meter hohe Felswand hinab, dabei teilt es sich in kleine Abläufe und glitzert im Sonnenlicht wie ein Schleier.

8Ravenna-Schlucht: Durch ein wildes, dschungelartiges Seitental des Höllentals windet sich der Wildbach Ravenna und rauscht über viele Wasserfälle und Kaskaden zu Tal. Eine Wanderung durch die Schlucht, die mit Stegen, Treppen und Geländern gesichert ist, erfordert Trittsicherheit, belohnt mit einer herrlichen Wanderung durch eine verwunschene Schlucht. Das Viadukt der Höllentalbahn, die sich am unteren Ende befindet, ist durch den dort stattfindenden Weihnachtsmarkt überregional bekannt.

9Nonnenmattweiher: Der kleine Karsee liegt mitten in einem Naturschutzgebiet im Kleinen Wiesental auf 915 Meter Höhe und ist einer der höchstgelegenen Seen im Schwarzwald. Er ist ein Kleinod von besonderer Schönheit und bietet seltenen Arten wie Erdkröte, Bergmolch, Zitronengirlitz, Auerhuhn, Fadenmolch und Bergeidechse Lebensraum. Auf der schwimmenden Torfinsel wachsen Wollgras, Moosbeere und Rundblättriger Sonnentau. Der Karsee kann auf einem Wanderweg erkundet werden, es gibt eine ausgewiesene Badebucht, die an heißen Tagen sehr beliebt ist.

10Kandel: Der 1241 Meter hohe Kandel, zwischen Waldkirch und St. Peter gelegen, ist auch als Hexenberg bekannt. Viele Legenden und Sagen ranken sich um den mächtigen Klotz, der sich pyramidenförmig aus der Rheinebene erhebt. Im Mittelalter galt er als Versammlungsort der Hexen. Und der Spuk ging weiter, brach doch ausgerechnet in der Walpurgisnacht 1981 ein großer Teil des Kandelfelsens, die Teufelskanzel, ab. Heute lädt der Berg als „Berg der Kräfte“ zu ausgedehnten Wandertouren ein. Die Kandelpyramide auf dem Gipfel ist ein trigonometrischer Punkt, der 1825 für die Landesvermessung errichtet wurde.

Kurioses und Besonderheiten

aus dem Südschwarzwald

Stachelsporiges Brachsenkraut – Es ist keine ausgesprochene Schönheit, doch das Stachelsprorige Brachsenkraut ist eine absolute Besonderheit im Südschwarzwald. Sie zählt zu den seltensten Bärlapppflanzen und kommt in Mitteleuropa nur noch im Feldsee und im Titisee vor. Um zu gedeihen, ist das Brachsenkraut auf klares, kühles Wasser angewiesen. Zu ihrem Schutz ist das Baden im Feldsee nicht erlaubt, am Titisee sind Schutzvorrichtungen installiert.

Lumbricus Badensis – Der Badische Riesenregenwurm wird bis zu 60 Zentimeter lang. Er ist ein Relikt aus der letzten Eiszeit und kommt weltweit nur in der Region zwischen Feldberg, Belchen und Wiesental oberhalb von 1000 Metern vor. Er lebt in Erdröhren, die bis zu zweieinhalb Meter tief sein können.

Striebli – Die Striebli sind ein süßes Teiggebäck, das im heißen Fett ausgebacken wird. Sie gehören zu den Traditionsgerichten, die früher im Schwarzwald an Feiertagen aufgetischt wurden. Das Backen von Striebli ist eine echte Kunst: Teig, Temperatur und der Umgang mit dem Striebli-Löffel wollen gelernt sein. Dass die luftig-süße Backspeise eine Kalorienbombe ist, daran verschwendet man besser keinen Gedanken.

Brägel und Brägele – Vorsicht wer denkt, dass es sich hierbei um Bratkartoffeln (Brägele) handelt. Für Brägel werden ausschließlich festkochende, gekochte Kartoffeln verwendet (Herdöfpel). Diese lässt man über Nacht abkühlen und ruhen wie bei einem guten Teig. Die Herdöpfel werden gerieben oder geraspelt und beidseitig in der Pfanne angebraten, mit Pfeffer und Salz gewürzt. Am besten probiert man sie während der Hochschwarzwälder Brägelwochen.

Cego –