Sei dir selbst der Partner, den du dir wünschst - Jessica Samuel - E-Book
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Sei dir selbst der Partner, den du dir wünschst E-Book

Jessica Samuel

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Beschreibung

Liebe statt Kummer.

Liebeskummer lohnt sich nicht ... . Oder vielleicht doch? Jede dritte Singlefrau glaubt, nur deshalb allein zu sein, weil sie ausschließlich auf bindungsunwillige Männer stößt. Die Wahrheit ist: Wenn ein Mann das Interesse verliert, hat man selbst lange zuvor das Interesse an sich selbst verloren. Dieses Buch beendet die Durststrecke auf Beziehungsebene und macht bereit für die wahre Liebe. Denn: Wer Liebe ausstrahlt, zieht Liebe an.
Ein humorvolles Buch mit vielen Fallbeispielen aus dem Alltag und den Coaching-Erfahrungen der Autorin.

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Seitenzahl: 364

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Buch

Liebeskummer lohnt sich nicht … Oder vielleicht doch? Jede dritte Singlefrau glaubt, nur deshalb allein zu sein, weil sie ausschließlich auf bindungsunwillige Männer stößt. Die Wahrheit ist: Wenn ein Mann das Interesse verliert, hat man selbst lange zuvor das Interesse an sich selbst verloren. Dieses Buch beendet die Durststrecke auf Beziehungsebene und macht bereit für die wahre Liebe. Denn: Wer Liebe ausstrahlt, zieht Liebe an.

Ein humorvolles Buch mit vielen Fallbeispielen aus dem Alltag und den Coaching-Erfahrungen der Autorin.

Die Autorin

Jessica Samuel, Coach, Kinesiologin sowie systemische Beraterin, begleitet herzlich provokant Frauen auf dem Weg in ihre weibliche Kraft. Nach mehreren unsanften Beziehungsdramen lernte die Autorin sich endlich selbst zu lieben und lebt nun, glücklich verheiratet mit einem ehemaligen Ex, in Berlin.

Jessica Samuel

Warum der Weg zum Traumpartner über Selbstliebe führt

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.
Der Verlag behält sich die Verwertung der urheberrechtlich geschützten Inhalte dieses Werkes für Zwecke des Text- und Data-Minings nach § 44 b UrhG ausdrücklich vor. Jegliche unbefugte Nutzung ist hiermit ausgeschlossen.
© 2019 Wilhelm Goldmann Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München Covergestaltung: UNO Werbeagentur, München Covermotive: Fine Pic c/o Zero Werbeagentur Lektorat: Sabine E. Rasch, Ottersberg SSt . Herstellung: cf Satz: Uhl + Massopust, Aalen ISBN 978-3-641-23011-1V003
www.goldmann-verlag.de

Für Al und Emilia

Vorwort

Herzlich willkommen.

Schön, dass dieses Buch zu dir gefunden hat. Ich glaube nicht an Zufälle, darum bin ich sicher, dass es in deine Hände wollte. Vielleicht, weil du dir so dringend jemanden wünschst, der dich versteht und deine drängendsten Fragen beantworten kann. Vielleicht, weil du mit mir eine Frau gefunden hast, die etwas Ähnliches durchlebt hat wie du. Ganz sicher aber, weil dieses Buch irgendwo zwischen seinen Seiten etwas für dich bereithält, das wichtig ist für dich und dein gesamtes, weiteres Leben.

Du hast mein volles Mitgefühl für das Dilemma, in dem du steckst. Nur zu gut kenne ich die Frustration und die bittere Enttäuschung, schon wieder eine Beziehung gegen die Wand gefahren zu haben, manchmal sogar noch bevor sie richtig begann. Schon wieder allein. Schon wieder hat es nicht geklappt. Und dann die Fragen der Freundinnen, die wissen wollen, wie es läuft mit dem Mann, von dem ich beim letzten Treffen noch begeistert geschwärmt hatte. »Ach, es ist kompliziert …«, begannen meine Schilderungen dann wenig euphorisch. Oder: »Ach, das hat sich schon wieder erledigt …« Was genau ich immer falsch machte, verstand niemand, und ich bekam auch von keiner meiner Mädels oder männlichen Freunden einen Tipp. Nun bin ich ja kein Grottenolm, sondern durchaus hübsch anzusehen. Außerdem halte ich mich für eine ziemlich sympathische Person – wie du im Übrigen auch eine bist, da bin ich mir absolut sicher.

Vielleicht fragt bei dir aber auch schon längst niemand mehr, ob es einen Mann gibt in deinem Leben. Vielleicht, weil niemand deine Gefühle verletzen oder einen wunden Punkt berühren will. Vielleicht, weil du nach außen vermittelst, dass du mit »dem Thema durch« bist oder die Hoffnung aufgegeben hast, obwohl tief in dir eben doch eine leise Sehnsucht nach einer Partnerschaft nagt. Egal, wie dein momentaner Status ist: Dieses Buch schreibe ich für dich.

Ich schreibe es, weil ich an die Liebe glaube. In ihm steckt mein Herzblut, denn ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch es verdient, die Liebe in seinem Leben zu haben. Außerdem bin ich mir gewiss, dass jede Frau in der Lage ist, eine erfüllte und erfüllende Liebesbeziehung zu führen mit dem Partner ihrer Wahl, auch wenn dieser Partner sich momentan emotional zurückgezogen hat. Und sogar, wenn sich dieser Partner überraschend abgewendet und die Beziehung beendet hat. Denn ich bin mir sicher, dass Liebe ein so machtvoller Zustand ist, dass er unendlich ist. Liebe ist allgegenwärtig, sie kann nicht einfach weg sein. Zwei Menschen können sich auch nicht einfach auseinanderleben.

Was dagegen sehr wohl passieren kann, ist, dass einer von beiden oder beide Partner den Kontakt zur Liebe verloren haben. Dass die Liebe verschüttet wurde unter Alltagsbelastung, Kindheitsprägungen, schmerzvollen Erfahrungen, an die wir plötzlich wieder erinnert werden durch die Nähe zu einem anderen Menschen. Dann spüren wir die Liebe plötzlich nicht mehr, unser Herz wird eng, und wir glauben, dass die Liebe nicht mehr da ist oder der Partner der falsche war.

Nicht minder schmerzhaft kann es sich anfühlen, wenn es in deinem Leben gar keinen Mann gibt, auf den du deine Sehnsüchte und Hoffnungen projizieren kannst. Denn dann nagen erst recht Selbstzweifel und Angst an dir, dass sich tatsächlich bewahrheitet, was du insgeheim längst glaubst: Dass du niemals jemand finden wirst, mit dem du glücklich sein kannst. Dass du niemals eine eigene Familie haben wirst. Dass du dein Leben lang alleine bleiben und die Liebe niemals Einzug halten wird in dein Leben.

Aber die Liebe ist noch da. Sie ist verschüttet, zugemüllt, aber sie ist noch da. Wir können selbst wieder in Kontakt kommen mit ihr. Und wir können auch unserem Partner – oder unserem Ex-Partner – dabei helfen, die Liebe wieder zu spüren. Du kannst selbst dafür sorgen, dass die Liebe fester Bestandteil deines Lebens wird, ganz egal, ob du deinen Ex zurückgewinnen oder deinen Herzschmerz verarbeiten und frei in eine neue Partnerschaft starten möchtest.

Ich sage nicht, dass dies ein leichter Weg werden wird. Für mich selbst war er voll bitterer Selbsterkenntnis. Immer wieder bin ich auf Widerstände tief in mir gestoßen und auf uralte, erworbene Eigensabotage-Programme, die mich auf die alten Pfade locken wollten. Diese Programme waren zwar leidvoll, mir aber dafür vertraut – und gaben mir dadurch unbewusst Sicherheit. Ich gebe dir kein Versprechen, mit welchen drei, fünf oder sieben Tricks du deinen Ex garantiert zurückbekommen wirst. Ich täusche dich auch nicht mit einem festgesteckten Zeitrahmen, innerhalb dessen du wieder mit deinem Ex glücklich sein wirst. Vielmehr lade ich dich ein auf den einzigen Weg, der dich in deiner Situation wirklich weiter bringt, nämlich auf den Weg zur wahren Liebe. Wie erfolgreich dieser Weg für dich ganz persönlich sein wird, hängt ausschließlich davon ab, wie tief du dich darauf einlässt.

Was ich auf jeden Fall noch erwähnen sollte: Mit diesem Buch kannst du etwas in deinem Leben bewegen. Ohne Erschütterungen wird das nicht ablaufen, nicht ohne Widerstand, Schweiß und Tränen. Es wird so manche bittere Pille zu schlucken sein, wenn du dich auf diesen Weg einlässt, denn von angenehmem Seelenbalsam, der dich tröstet und ein wohliges Gefühl hinterlässt, damit du am Ende genauso weitermachst wie bisher, ist dieses Buch so weit entfernt wie die Sonne vom Mond. Ich möchte dich nicht trösten. Ich möchte dich auch nicht weiter in dem Irrglauben bestärken, dass du nur deshalb keine Beziehung hast, weil du immer nur an bindungsunfähige Männer gerätst. Ich möchte, dass du dich bewegst. Ich möchte, dass du endlich zu der strahlenden und unwiderstehlichen Frau wirst, die schon immer in dir steckt. Ich möchte, dass du endlich rausgehst und der Welt und den Männern zeigst, wer du wirklich bist. Es gibt nichts, das ich mir und dir mehr wünsche, als dass du endlich wahre Liebe erlebst und die wundervollste, intensivste und wichtigste Beziehung deines Lebens. Und diese Liebe beginnt bei dir.

Ein Wort noch zu den eben erwähnten Widerständen. Wenn du beim Lesen dieses Buches auf Sätze oder Abschnitte stößt, denen du sofort widersprechen möchtest oder zu denen du eine ablehnende Haltung einnimmst, dann atme tief durch und mache dir bewusst: Meist sind in den Kisten, die wir am liebsten ganz tief in den Keller verbannen möchten, die größten Schätze verborgen. Begrüße also mögliche Widerstände als Wegweiser zu den Punkten in deinem Unbewussten, die das meiste Wachstumspotential für dich bereithalten.

ERSTER TEIL

1. Am Anfang war das Missverständnis

Verträgst du es, wenn ich dir die ungeschönte Wahrheit gleich auf den ersten Seiten ins Gesicht sage? Ich wünsche mir dies sehr. Denn du liegst mir am Herzen, obwohl wir uns noch nie begegnet sind.

Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich Liebeskummer hatte und weinend und mit gebrochenen Herzen im Bett lag, das so wehtat, dass ich wünschte, lieber zu sterben als damit weiterleben zu müssen. Trotzdem ließ ich mich immer und immer wieder neu ein, hielt nichts zurück und landete doch erneut auf der Nase. Egal, was ich tat – und wie vielversprechend die Beziehung begann: Nach kürzester Zeit hatte der Mann kein Interesse mehr. Und oft genug war es ja noch nicht mal eine Beziehung! Denn oft war schon nach den ersten Begegnungen der Wurm drin. Noch bevor wir überhaupt fest zusammen waren, war die Geschichte schon wieder vorbei.

Ich verstand es nicht. Meine Freundinnen verstanden es nicht. Und selbst die jeweiligen Männer konnten mir nicht wirklich erklären, weshalb sie sich doch nicht ausreichend für mich interessierten. Manche brachen den Kontakt ganz ab. Die, die noch mit mir sprachen, nahmen die Schuld auf sich.

● »Es liegt nicht an dir, es passt einfach irgendwie doch nicht.«

● »Es hat leider nicht gefunkt bei mir.«

● »Du bist eine echt tolle Frau, aber ich bin nicht verliebt.«

● »Ich glaube, ich will mich einfach noch nicht festlegen.«

● »Ich bin einfach noch nicht so weit.«

Vermutlich hast du einen dieser Sätze so oder so ähnlich auch schon öfter gehört, obwohl du eine tolle Frau bist. Ich dachte lange Zeit, dass genau das der springende Punkt ist: Ich bin eine tolle Frau – ich gerate nur immer an die falschen Männer. Ich gerate immer an die Bindungsunfähigen oder die Bindungsunwilligen. An die, die Angst haben vor starken Frauen und lieber ein Püppchen zum Spielen hätten. An die, die ihre Altlasten noch nicht bearbeitet hatten, oder an die, die bereits vergeben sind. Kennst du das? Dann ist es an der Zeit, dass du deine Enttäuschungen wörtlich nimmst und das Ende deiner Täuschungen einläutest. Entwickele einen klaren Blick auf Liebe und Anziehung – und mache dich auf ein paar spannende, neue Sichtweisen gefasst, die dein Leben von Grund auf ändern können.

Von wegen Jäger und Gejagte

Machen wir es kurz und schmerzlos: Die Geschichte vom männlichen Jäger und der weiblichen Gejagten ist eine Mär. In Wahrheit ist es bei uns Menschen genau wie bei den meisten anderen Säugetieren: Die Frau sucht das Männchen aus. Denn aus evolutionsbiologischer Sicht trägt sie in einer Beziehung das größere Risiko als der Mann. Von ihr wird nämlich nach einer Begegnung und im Falle einer Fortpflanzung ein deutlich höheres Investment gefordert als von einem Mann, denn ihr obliegen Schwangerschaft, Geburt und Aufzucht des Nachwuchses. Rein körperlich geht das mit großen Gefahren und Risiken einher, eine Geburt mit Komplikationen kann schnell lebensbedrohlich werden für Mutter und Kind. Auch wenn sich die Zeiten natürlich geändert haben und die Wehrlosigkeit einer Frau kurz nach der Entbindung physisch kaum mehr zum Tragen kommt, denn sie muss nicht mehr vor dem Säbelzahntiger fliehen. Aber sie ist dennoch fortan eingeschränkter in ihrer Lebensgestaltung als der männliche Erzeuger.

Darum entscheidet die Frau, von welchem Mann sie Nachwuchs zur Welt bringen will – und selektiert unbewusst nach den besten Genen. Gegen diese sexuelle Selektion sind wir machtlos, denn die genetischen Programme, die dafür verantwortlich sind, greifen bereits seit sechs Millionen Jahren. Hingegen haben wir als Homo sapiens gerade mal 50000 bis 90000 Jahre auf dem Buckel. Im Hinblick auf die gesamte Evolutionsgeschichte ist dieser Zeitraum ein Wimpernschlag, der verdeutlicht, wie wenig entwickelt wir in Wahrheit sind, auch wenn wir uns für unglaublich kultiviert halten. Darum nochmal in aller Deutlichkeit: Es sind in Wahrheit wir Frauen, die den Paartanz eröffnen, indem wir unsere Bereitschaft dazu signalisieren. Das passiert ganz automatisch innerhalb von Sekundenbruchteilen, und wir können das willentlich überhaupt nicht beeinflussen. Wir scannen unsere Umgebung nach dem bestmöglichen, zur Verfügung stehenden Erbgut für unsere Kinder und schicken dem Auserwählten unbewusst, aber mit eindeutigen Signalen die Einladung, sich uns zu nähern. Männer nehmen eine solche Einladung bereitwillig an, in der Hoffnung, ihre Gene weitergeben zu können. Wie entscheidend dabei die Einschränkung »zur Verfügung stehend« ist, beleuchte ich im nächsten Kapitel ausführlicher. So weit, so natürlich.

Der erste Schritt

Während Männer darauf programmiert sind, ihren Genpool möglichst weit zu verbreiten, haben Frauen Schwangerschaft, Geburt und Aufzucht der Kinder zu bewältigen. Da ist es völlig natürlich, dass Frauen diese Bürde nicht bei jedem x-beliebigen Kerl auf sich nehmen wollen. Um ein überlebensfähiges Kind auf die Welt zu bringen, wählen Frauen deshalb nur den stärksten und besten Mann als Vater aus. Auch wenn wir inzwischen so weit entwickelt sind, dass Männer eben nicht mit jeder Frau Kinder zeugen, mit der sie es könnten, und Frauen durchaus in der Lage sind, alleine das hohe Investment in ein Kind zu tragen, sorgt unser genetisches Programm noch immer dafür, dass Frauen das verfügbare Angebot prüfen. Der in deinen Augen geeignetste Mann erhält dann die Einladung zum Flirt. Experten für Körpersprache können ganz genau benennen, mit welchen unbewussten Signalen Frauen auf interessante Männer reagieren. Möglicherweise sind dir ein paar deiner Verhaltensmuster bewusst, die du an den Tag legst, wenn ein Mann den Raum betritt, den du attraktiv findest. Vielleicht beginnst du, mit den Fingern deine Haarspitzen zu zwirbeln, vielleicht weiten sich deine Pupillen, möglicherweise signalisiert deine Körpersprache Offenheit. Auf diese Signale reagieren Männer. Sie interpretieren sie als Erlaubnis, sich nähern zu dürfen – und folgen dir dankbar. In diesem Moment findet ein Mann dich im wahrsten Sinn des Wortes anziehend. Er fühlt sich von dir angezogen, wird versuchen, mit dir ins Gespräch zu kommen und mehr über dich zu erfahren. Und vor allem wird er eine Strategie ersinnen, wie er ein weiteres Treffen mit dir sicherstellen kann.

Ein Mann tritt zu diesem Zeitpunkt in die Werbephase ein. Er freut sich, dass du ihn ausgewählt hast, und er wittert eine Chance, seine Gene zu verbreiten. Darum möchte sich ein Mann nun deiner Gunst versichern und will dir beweisen, dass du dich richtig entschieden hast. Er braucht daher jetzt die Gelegenheit zu zeigen, dass er tatsächlich die beste Wahl ist, wie toll, kreativ und erfolgreich er ist. Ein Mann, der dein Signal aufgegriffen und sich dir genähert hat, benötigt genau diesen Raum. Es gibt für eine Frau also zu diesem Zeitpunkt überhaupt keinen Grund, ihrerseits auf den Mann zuzugehen. Der Mann hat bereits angebissen, jetzt braucht er Platz für seinen Balztanz.

Du hattest also von Anfang an das Heft in der Hand und warst auf jeden Fall in der Lage, nicht nur einen für dich interessanten Mann anzuziehen, sondern sogar den für dich bestmöglichen. Ich werde dich im Laufe dieses Buches immer wieder daran erinnern, damit es sich in deinem Gehirn verankert: Du bist in der Lage, einen Mann anzuziehen. An dieser Stelle liegt also nicht das Problem. Was dir nach der Anziehung des von dir ausgewählten Mannes gelungen ist, ist das eigentliche Kunststück: Du hast einen paarungsbereiten Mann wieder in die Flucht geschlagen! Weil du das jedoch nicht absichtlich gemacht hast, muss es auf irgendeine Art unbewusst abgelaufen sein. Denn dafür, dass einem anfangs willigen Mann auf halber Strecke Zweifel kommen und er sich plötzlich »nicht mehr bereit« fühlt für mehr oder aus irgendwelchen vorgeschobenen Gründen plötzlich kein Interesse mehr daran hat, sich dir zu nähern, hat dein Unbewusstes mächtig viel geleistet.

Mit welcher Erwartung gehen Männer eine Beziehung ein?

Rein genetisch haben Männer völlig andere Erwartungen an eine Beziehung als Frauen. Ein Mann möchte seine Gene weitergeben – und deshalb bei einer Frau zum Zug kommen. Die Attraktivität einer Frau spielt für ihn dabei deshalb so eine große Rolle, weil diese in seinen Augen einen vererbungswerten Genpool widerspiegelt und die Wahrscheinlichkeit auf gesunde, starke Nachkommen erhöht scheint.

Ein Mann mit hohem Status ist bei den Frauen begehrt und kann sich aussuchen, mit welcher Dame er sich fortpflanzt. Ein Mann mit wenig Status kann sich eine solche Selektion nicht erlauben, wenn er eine Chance haben will. Er muss nehmen, was er kriegen kann – oder sich auf eine andere Art besonders hervortun, zum Beispiel durch Witz oder Charme. Nun ist es ja nicht so, dass Männer sich tatsächlich wahllos fortpflanzen. Prägungen, persönliche Werte, soziale und kulturelle Normen regulieren die Veranlagung, so viele Kinder wie möglich zu zeugen. Ihr Verstand – und Männer haben den auch! – lässt sie sehr wohl abwägen, bei welcher Frau sie eventuell bereit wären, langfristig zu investieren. Da ein Mann jedoch letztlich nie sicher sein kann, ob der Nachwuchs, den er da aufzieht, auch wirklich seine leiblichen Kinder sind, braucht er die Sicherheit, dass auch die Frau ihn ausgesucht hat, weil er der beste aller möglichen Partner ist. Darum wählt ein Mann, sofern sein Status es zulässt, ebenfalls mit Bedacht als Mutter seiner Kinder den bestmöglichen Genpool. Ein Mann ist also von Natur aus interessiert am näheren Kontakt zu einer Frau, die er attraktiv findet, um zu überprüfen, ob er sich mit ihr einen gemeinsamen Weg vorstellen kann.

Achtung: Wenn du einem Mann die Chance auf folgenlosen, unverbindlichen Sex bietest, führst du ihn damit natürlich in Versuchung und läufst Gefahr, ihn erfolgreich in dein Bett zu locken, selbst wenn er darüber hinaus kein weiteres Interesse an dir hat.

Sexuelle Selektion …

Wenn Liebe und Beziehungen gelingen sollen, dürfen wir unsere genetischen Programme nicht außer Acht lassen. Männer und Frauen ticken unterschiedlich, und es ist enorm hilfreich, die Unterschiede zwischen ihren beiden Programmen zu kennen.

Forschungsergebnisse von Prof. Karl Grammer, Leiter der Human Behavior Research Group an der Universität Wien, zeigen: Die Grundvoraussetzung, damit – sowohl bei Männern als auch bei Frauen – eine Beziehung eingegangen wird, ist, dass der jeweils andere nett und verständnisvoll ist. Hierin ticken also Männer und Frauen gleich. Unmittelbar danach gibt es jedoch deutliche Unterschiede, was für die beiden Geschlechter anziehend ist:

Das wichtigste Kriterium – neben der eben genannten Grundvoraussetzung – für die Attraktivität eines Mannes aus weiblicher Sicht: Der Status. Je mehr Status ein Mann hat, je erfolgreicher er ist, desto interessanter wird er für Frauen. Ein Mann mit viel Status verfügt über viel Tatkraft, Durchsetzungsvermögen, Einfluss und Geld – und viel Testosteron –, und dies verspricht einen starken Genpool. Allerdings ist es auch so, dass die Männer mit den scheinbar besten Genen nicht unbedingt diejenigen sind, die bereit sind, ein langfristiges Investment in Kauf zu nehmen. Vor allem nicht, wenn sie so begehrt sind, dass sie es nicht zwangsläufig müssen. Es gibt eine erstaunlich hohe Anzahl an Kuckuckskindern, die Frauen mit Männern mit hohem Testosteronspiegel gezeugt, anschließend aber dem »zuverlässigen Softie« untergeschoben haben, der – unter anderem wegen des geringeren Testosterons im Blut – auch bereit und willens ist, eine langfristige emotionale Bindung einzugehen und sich verlässlich um das Kind zu kümmern.

Dies bringt mit sich, dass sich für Männer mit viel Status mehrere Damen in Stellung bringen, in der Hoffnung, diejenige zu sein, die sich sein langfristiges Investment sichern kann. Die Frauen stehen also im Wettbewerb untereinander und versuchen dabei, so attraktiv wie möglich zu sein.

Denn umgekehrt ist für einen Mann nicht der Status einer Frau ausschlaggebend, sondern ihre Attraktivität. Damit ist allerdings weder die Haarfarbe gemeint noch die Kleidung nach der neuesten Mode, sondern die natürliche Anziehungskraft, die eine Frau ausübt, wenn sie ihm unbewusst vermittelt, dass ihre Gene die beste Ergänzung zu seinen sind. Entscheidend für Attraktivität sind unter anderem:

● Körpergeruch

● Gesundheit

● Sexualhormonmarker

● Textur, Oberflächenbeschaffenheit der Haut

● Symmetrie

● Durchschnittlichkeit

All diese Parameter sind miteinander verbunden. Der Schweiß eines gesunden Menschen riecht anders als der eines kranken Menschen. Die Beschaffenheit der Haut zeigt an, wie es um das Immunsystem eines Menschen steht, ob zum Beispiel ein Mensch von Pilzen befallen ist und wie der Körper damit umgeht. Außerdem lassen all diese Punkte auch Rückschlüsse auf andere Ebenen des Seins zu: Ein Mensch, der mit sich im Reinen ist, lebt gesünder und konsumiert weniger »Genussgifte«, die sich wiederum auf Körpergeruch oder Textur der Haut auswirken und Einfluss auf die Anziehungskraft haben.

Deshalb geht es in diesem Buch auch nicht darum, wie du dich oberflächlich zu einem Männertraum entwickelst. Vielmehr bekommst du Hilfestellungen, wie du in die Tiefe gehen und dein Innerstes nachhaltig zum Strahlen bringen kannst. Bitte verinnerliche, dass es bei dieser Attraktivität nicht um »bloße Oberflächlichkeiten« geht. Die Beschreibungen der unterschiedlichen Attraktivitätsmarker sind nur auf den ersten Blick vermeintliche Äußerlichkeiten. In Wahrheit sind sie Ausdruck deines inneren Zustands. Wenn wir uns noch einmal in Erinnerung rufen, dass unser erstes Urteil über einen Menschen innerhalb weniger Millisekunden gefällt wird – und fast immer treffsicher ist –, wird dir vielleicht klar, dass Kleidung, Make-up, Deodorant oder diverse Maßnahmen, um den Körper zu optimieren, dieses blitzschnelle Selektionsprogramm niemals überlisten können. Denn egal, in welche Kleidung du dich hüllst, dein Gegenüber nimmt über deinen Körpergeruch sofort wahr, ob du dich mit Zigarettenrauch vernebelst. Und kein Make-up der Welt kann traurige Augen verdecken.

Spare dir also ab sofort Zeit und Energie und beleuchte – anstatt an der Oberfläche kaschieren oder korrigieren zu wollen – ehrlich dein Inneres und arbeite heraus, was dort korrigiert werden möchte, damit du es auf natürliche Weise und ganz automatisch ausdrücken kannst.

Denn die Sache mit der Anziehung, der Attraktivität und dem Status hat einen Haken: Wir befinden uns quasi auf einem Marktplatz. Ein Mann mit viel Status ist relativ begehrt bei den Frauen und kann sich also auch aussuchen, welche mit ihm Nachwuchs haben darf – und er wäre dumm, wenn er nicht die für ihn attraktivste aussuchen würde. Umgekehrt ist eine Frau, die nicht besonders attraktiv ist, dazu gezwungen, auch einen Mann mit weniger Status zu nehmen. So konnte die Wissenschaft mittlerweile längst nachweisen, dass sich »gleich und gleich« nicht nur dem Wort nach gesellt, sondern auch im richtigen Leben. Ein erfolgreicher Mann wählt sich eine attraktive Top-Frau. Eine wenig attraktive Frau muss nehmen, was sie kriegen kann. Daher: Sorge dafür, dass du etwas zu bieten hast!

»Aber ich will nichts bieten müssen! Sollte ein Mann mich nicht um meiner selbst willen lieben anstatt aufgrund dessen, was ich ihm biete?«, magst du an dieser Stelle vielleicht einwenden. Deshalb möchte ich dich daran erinnern, dass wir erst einmal nur die evolutionsbiologischen Hintergründe unserer Partneranziehung ableuchten.

… und wie mehr daraus werden kann

Damit ein Mann sich in eine Frau verliebt und er Lust auf eine dauerhafte Bindung bekommt, braucht es gar nicht so viel. Allerdings ist es mir an dieser Stelle wichtig, dass du ein tieferes Verständnis für das Phänomen Verliebtheit bekommst.

Rein chemisch betrachtet ist der Zustand der Verliebtheit ein Rauschzustand. Unser Gehirn wird über unser Belohnungssystem mit Glückshormonen überflutet und reagiert auf dieselbe Weise wie das Gehirn eines Junkies, wenn er seine bevorzugte Droge einnimmt. Kein Wunder also, dass wir uns nach diesem Zustand sehnen. Tatsächlich verhalten sich frisch Verliebte ja auch enorm unnatürlich. Vom permanenten Dauergrinsen über den Verlust des Hungergefühls bis hin zu dem Umstand, dass wir uns extrem schlecht auf unser Tagesgeschäft konzentrieren können und stattdessen träumend aus dem Fenster starren und ununterbrochen an den Liebsten denken. Aus biologischer Sicht erfüllt dieser Zustand eine wichtige Funktion: Die rosarote Brille sorgt dafür, dass Männer und Frauen überhaupt zueinander finden und lange genug beieinanderbleiben, um Nachwuchs zu zeugen. Die Natur hat es also wunderbar eingerichtet, dass wir anfangs all die Ecken und Kanten und vermeintlichen Defizite unseres Partners nicht sehen. Denn wüssten wir schon beim ersten Kennenlernen, was für Leichen der jeweils andere in seinem Keller hortet, wären wir doch längst über alle Berge, noch bevor er »Ich liebe dich« hauchen könnte. Langfristig können Menschen den Zustand der Verliebtheit jedoch nicht ewig aufrecht erhalten. Würde ein derartiger Ausnahmezustand zu lange andauern, wäre unsere Existenz ernsthaft bedroht. Schließlich müssen wir irgendwann Nahrung aufnehmen oder schlafen, um bei Kräften zu bleiben. Irgendwann brauchen wir unsere Sinne wieder wach und aufnahmebereit, auch wenn die Gefahr, dass sich ein Säbelzahntiger unbemerkt anschleichen und uns zerfleischen kann, sich heutzutage in Grenzen hält. Trotzdem müssen wir unser Leben bewältigen, am Straßenverkehr teilnehmen und uns mit anderen Menschen auseinandersetzen. Wir gehen zwar nicht mehr auf die Jagd, aber auf eine andere Art und Weise einer Erwerbstätigkeit nach. Und auch dafür müssen wir ausgeschlafen und fit sein.

Darum hat die Natur es so eingerichtet, dass der hormonelle Overkill in unserem Gehirn langsam und unaufhaltbar abflacht. Wer diese Ausnahmesituation im Gehirn mit Liebe verwechselt, zweifelt an sich, der Beziehung oder dem Partner, wenn der Rausch nachlässt.

Meist kehrt nach anderthalb bis drei Jahren wieder der Normalzustand ein, der sich dann für manche Männer und Frauen wie ein Entzug anfühlt. Es gibt Menschen, deren Gehirn sich derart an diese hormonelle Überfülle gewöhnt hat, dass sie sie immer wieder brauchen. Diese Menschen sind regelrecht süchtig nach Verliebtheit an sich. Wenn daher nach einer Weile dieser – in Wahrheit ja extrem anstrengende – Zustand der Verliebtheit nachlässt und etwas Ruhe einkehrt in eine frische Paarbeziehung, beginnen diese Menschen schon wieder unruhig zu werden und machen sich auf die Suche nach dem nächsten Kick, zum Beispiel die Verliebtheit in einen neuen Partner. Auch wenn den Verliebten immer wieder Hindernisse in den Weg gestellt werden, zum Beispiel durch große räumliche Distanz oder einen Ehepartner des Geliebten, verlängert sich die Rauschphase, weil ja die notwendige Belohnung in Form von tatsächlicher Zweisamkeit ausbleibt.

Um im Gehirn eines Mannes ein solches hormonelles Feuerwerk abzufackeln, braucht es, wie eingangs erwähnt, gar nicht besonders viel. Du musst dafür keine Tricks anwenden und dich auch sonst nicht verstellen oder taktische Schachzüge einsetzen. Denn: Wenn ein Mann sich dir nähert, dann ist dieser Prozess bereits in Gang gesetzt.

Wenn er dich anspricht, dann hat er auf deine Einladung reagiert, und du bist in diesem Moment genau die Frau, die er will. Für ihn bist du das Verheißungsvollste und Beste, was er bekommen kann. Wenn ein Mann dann durch dein Verhalten auch noch das Gefühl bekommt, dass ER ebenfalls der Beste und Tollste ist, den du auswählen konntest, dann hast du die Basis für den Start in eine Beziehung gelegt.

Du solltest ihm allerdings nicht sagen oder zeigen, dass er der Beste ist. Damit drückst du unbewusst aus, dass du ihn stärken willst und im Umkehrschluss davon ausgehst, dass er das braucht, weil er nicht über genügend eigene Kraft verfügt. Damit würdest du ihn in seiner Männlichkeit kränken und ihn zum Objekt degradieren – und du willst einen potentiellen Partner ja nicht dressieren wie einen Hund, oder? Nein, er braucht den notwendigen Raum, in dem er seine Fähigkeiten und Kreativität tatkräftig unter Beweis stellen kann und du ihm und seinen Bemühungen mit Wertschätzung begegnest.

Wie klingt das für dich? Zu einfach, um wahr zu sein? Wünschst du dir vielmehr konkrete Handlungsanweisungen, an die du dich halten kannst, um beim nächsten Mann nichts mehr falsch zu machen? Wünschst du dir geheime Tricks, mit denen du »garantiert« erreichst, dass sich »jeder Mann in dich verliebt«? Die bekommst du von mir nicht. Weil es sie nicht gibt. Und weil jeder, der dir etwas anderes verspricht, deine Notlage ausnutzt und sogar noch auf deinen emotionalen Schwachstellen herumreitet. Indem er dir suggeriert, dass es tatsächlich Möglichkeiten und Wege gibt, um einen Mann verliebt zu machen. Indem er dich bei deiner Urverletzung packt und dir vermittelt, dass du dich richtig oder falsch verhalten kannst, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Ich sage dir etwas völlig anderes. Ich sage dir: Tue nichts.

Ich selbst habe es jahrelang den Männern viel zu leicht gemacht. Ich wollte überhaupt nicht, dass sich ein potentieller Partner anstrengt. Den Weg zu meinem Herzen wollte ich ihm keinesfalls unnötig erschweren oder ihn gar in eine Situation bringen, in der er vielleicht sogar noch Hindernisse überwinden müsste. Im Gegenteil, ich versuchte, alle möglichen Steine selbst aus dem Weg zu räumen. Im Grunde glaubte ich, er würde sich diese Mühe nicht machen, wenn es nicht leicht und reibungslos ginge. Und ich kenne mittlerweile so viele Frauen, die ebenso denken und handeln und versuchen, es dem Mann ihrer Wahl recht und auf jeden Fall so leicht wie möglich zu machen. Das sagt dabei nichts über den jeweiligen Mann aus, dafür umso mehr über die Frau, die sich so verhält.

Du musst keinen Mann der Welt auf eine bestimmte Art behandeln. Bleibe stattdessen ganz bei dir, bleibe in Kontakt mit deiner wahren weiblichen Kraft und lasse den Dingen ihren natürlichen Lauf – dann kommt der Mann deiner Wahl von ganz alleine, weil er sich nichts Schöneres und Inspirierenderes vorstellen kann, als Teil deines Lebens zu werden.

»Und wenn er trotzdem nicht kommt?« Diese Frage stellst nicht du, die erwachsene Frau, die dieses Buch in Händen hält, sondern ein verletzter Teil in dir, der daran zweifelt, dass du so, wie du bist, in Ordnung bist und niemand anderen brauchst, um komplett, ganz und glücklich zu sein. Für genau diesen Teil in dir schreibe ich dieses Buch. Damit du mit ihm endlich in Frieden kommen und sehen kannst, dass du bereits alles in dir trägst, wonach du dich jemals gesehnt hast.

Für einen Mann gibt es nichts Anziehenderes als eine Frau, die natürliche Weiblichkeit und Souveränität ausstrahlt. Die glücklich und erfüllt ist mit ihrem Leben, die Spaß hat und gut für sich einstehen kann. Im Grunde also eine Frau, die keinen Mann braucht, um sich wohl oder ganz zu fühlen. Eine Frau, die so sehr in ihrer emotionalen Balance ist, dass ein Mann und sein Verhalten ihr gegenüber sie nicht aus der Fassung bringen oder verunsichern kann.

Lebensfreude und Leichtigkeit sind die Attribute, die eine Frau attraktiv machen. Außerdem Körpergefühl, Charisma und vor allem emotionale Unabhängigkeit. Nach dem anfänglichen Interesse braucht ein Mann, um die Bereitschaft zu einem langfristigen Investment entwickeln zu können, die Sicherheit, dass du sowohl mit Nähe als auch mit Distanz gut umgehen kannst. Beides kannst du ihm nicht verbal bestätigen, sondern es nur unter Beweis stellen.

Im normalen Ablauf der Werbephase bekommst du auch Gelegenheit, dies zu demonstrieren. Denn nach einer intensiven Werbezeit, in der der Mann häufig Nachrichten schreibt und dich so oft wie möglich sehen möchte, kommt eine Phase, in der ein Mann plötzlich realisiert, wie viel Zeit er eigentlich mit dir verbringt und wie wichtig du in seinem Leben bereits geworden bist. Er kommt an einen Punkt, an dem er für sich überprüfen muss, ob du tatsächlich die Frau bist, mit der er eine verbindliche Beziehung führen möchte. Vor allem aber muss er erst einmal Luft holen. Die intensive Zeit mit dir bringt auch den Mann deiner Wahl in Aufruhr, und der emotionale Ausnahmezustand ist auf Dauer nicht aushaltbar, du erinnerst dich. Darum ist es zutiefst natürlich, dass er nach einer Weile beginnt, sich zurückzuziehen. Er muss Kraft tanken, sich sortieren, all das mit dir Erlebte verdauen. Dies kann er am besten in seinem gewohnten Umfeld mit all den Routinen und Marotten, die er sich im Laufe seines Lebens angeeignet hat. Außerdem hatte ein Mann in der Regel bereits vor der Begegnung mit dir ein eigenes Leben mit Freuden und Herausforderungen. Er hat Freunde, die mit ihm Zeit verbringen wollen, und vermutlich auch einen Beruf, der ihm Freude macht und seine Aufmerksamkeit fordert. All das gibt ihm Stabilität und Sicherheit, so dass er wieder neue Energie tanken kann. Darum ist sein Rückzug für ihn notwendig und wichtig.

Für uns Frauen ist diese Phase oft Auslöser für Zweifel und Irritation. Vielleicht kennst du von dir selbst Momente, in denen du dich verunsichert fragst, warum du den ganzen Tag lang noch nichts von ihm gehört hast, obwohl er doch sonst bereits am Vormittag die erste Nachricht schickt.

Eine Frau, deren Kontakt mit ihrer weiblichen Kraft unterbrochen ist, nimmt diesen Rückzug persönlich und befürchtet insgeheim, dass er etwas mit ihr oder ihrem Verhalten zu tun hat. Möglicherweise kennst du auch dies von dir: Mit deinen feinen Antennen registrierst du sofort, wenn irgendetwas anders ist als sonst. Und sei es nur, dass du länger als gewohnt auf seinen Anruf warten musst. Automatisch beginnst du zu grübeln, was wohl der Grund dafür sein könnte, dass der Mann deiner Wahl von seinem bisherigen Verhaltensmuster abweicht. Womöglich hast du auch schon mal in einer solchen Situation »ganz unverfänglich« nachgehakt, ihm einen lieben Gruß geschickt oder deinerseits zum Telefon gegriffen, um ihn selbst anzurufen. Dann weißt du vermutlich, was als Nächstes passiert: Wenn er nicht reagiert, dann verunsichert dich das noch stärker, und du grübelst noch mehr. Spätestens jetzt beginnst du, all die gemeinsamen Momente zu analysieren in der Hoffnung, einen Hinweis dafür zu entdecken, warum er sich jetzt zurückzieht. Und schon hast du eine Negativspirale in Gang gesetzt. Denn je unsicherer du wirst, desto verkrampfter gehst du mit der Situation um. Wenn du ihn dann das nächste Mal an der Strippe hast und völlig erleichtert darüber bist, dass alles in Ordnung und deine Besorgnis unbegründet war, fragt er sich verwundert: »Was ist nur los mit ihr? Wieso bringt sie das so aus der Fassung, wenn ich mal was anderes im Kopf habe …?«

Seien wir ehrlich: Er fragt sich das zu Recht. Drehen wir den Spieß einmal um. Stelle dir vor, du hast einen interessanten Mann kennengelernt und denkst jede freie Minute an ihn – und umgekehrt. Ihr seid euch sympathisch, und es macht euch beiden Spaß, in Kontakt zu sein. Dann bist du mit deiner besten Freundin zum Frühstück verabredet und hast anschließend noch einen wichtigen Termin. Such dir aus, was für ein Termin das sein könnte, von einer beruflichen Präsentation über einen Friseurbesuch, die Vorsprache beim Arbeitsamt oder den Kontrollbesuch beim Zahnarzt ist alles möglich, was in deine Lebensrealität passt. Weil der Tagesablauf von deiner üblichen Routine abweicht, hast du – anders als bisher – deiner Flamme noch keinen morgendlichen Gruß geschickt. Während des Frühstücks kommt dann von ihm eine Nachricht, doch weil deine Freundin dir gerade in Tränen aufgelöst gegenübersitzt, antwortest du nicht sofort. Das Frühstück dauert länger als geplant, denn deine Freundin befindet sich in einer Krise, und du hast das dringende Bedürfnis, für sie da zu sein. Irgendwann musst du die Verabredung trotzdem beenden, denn zu deinem nächsten Termin willst du pünktlich erscheinen. Auf dem Weg dorthin siehst du, dass deine Flamme eine weitere Nachricht geschickt hat und wissen möchte, ob alles in Ordnung ist. Aber jetzt unterwegs hast du nicht die Ruhe, die du dir wünschst, um kurz mit ihm zu sprechen. Vielleicht spürst du aber schon den leichten Druck, ihm zumindest Bescheid geben zu müssen, warum du dich nicht meldest. In dem Moment, in dem du dich durchringst, ihn doch kurz anzurufen, klingelt dein Telefon und du gehst ran, weil dein Chef am anderen Ende der Leitung ist. Leicht abgehetzt absolvierst du nun deinen wichtigen Termin, und mitten im Gespräch vibriert dein Smartphone. Du siehst, dass es dein Flirt, ist und drückst den Anruf weg, denn der Moment ist wahrlich unpassend. Spätestens jetzt macht dein Herz keinen begeisterten Hüpfer mehr, weil er gerade an dich denkt und dich anruft. Denn nun schleicht sich ein leicht genervtes »Ne, jetzt nicht!« in dein Hochgefühl. Vielleicht zum ersten Mal entsteht ein nicht ganz so angenehmes Gefühl im Zusammenhang mit deiner Flamme, ein leichter Druck, ein bisschen Abwehr oder Ungeduld. Deine verliebte Euphorie erfährt einen ersten kleinen Dämpfer.

Ganz sicher kennst du das Gefühl, das dich überkommt, wenn du am Ende eines so turbulenten Tages nach Hause kommst, dir die Schuhe von den Füßen streifst und erschöpft auf die Couch fällst. Bestimmt weißt du auch, wie sich die Erleichterung anfühlt, endlich in den eigenen vier Wänden zu sein und die Tür hinter sich schließen zu können. Jetzt nur noch durchatmen. Nichts mehr hören oder sehen wollen, weil deine Sinne sowieso schon überlastet sind und du dich nur noch nach Ruhe sehnst. Vielleicht weißt du aus Erfahrung – oder kannst es dir zumindest vorstellen –, dass es auch in diesem Moment kein freudiges Herzklopfen verursacht, wenn dein Flirt jetzt zum wiederholten Mal eine Nachricht schreibt oder anruft. Möglicherweise hast du selbst schon mal einen Anruf in einem solchen Moment angenommen, obwohl du eigentlich lieber ganz für dich gewesen wärst. Wenn du den Hörer also tatsächlich abnimmst und der Mann eigentlich nichts wirklich Wichtiges möchte, außer deine Stimme zu hören und zu wissen, wie dein Tag war, oder dir sagt, dass er sich Sorgen gemacht hat und nun wirklich erleichtert ist, dass alles okay ist. Oder vielleicht sogar durchblicken lässt, dass du dich ruhig zwischendurch mal hättest melden können, weil eine kurze Nachricht eigentlich nicht zu viel sein dürfte – mit wie viel Begeisterung und Freude würdest du ihm von deinem Tag erzählen? Wie würdest du dich dabei fühlen?

Hand aufs Herz: Allzu viele Schmetterlinge wären in diesem Augenblick nicht in deinem Bauch vorhanden, oder? Völlig zu Recht, das möchte ich dir an dieser Stelle versichern. Nichts an deinem Tag hatte mit deinem Flirt zu tun, du hast dich nicht mal im Traum bewusst von ihm distanziert. Und wenn er nicht versuchte hätte, mehr Nähe oder Verbindung herzustellen, als für dich gerade möglich war, hätte es auch keine Situation gegeben, in der du ihn oder seine Kontaktversuche als störend empfunden hättest.

Wenn wir jetzt die Situation wieder umdrehen, verstehst du vermutlich besser, dass es absolut nichts mit dir als Person zu tun hat, wenn ein Mann sich vorübergehend distanziert. Es braucht dich nicht im Geringsten zu beunruhigen! Fakt ist aber, dass es dich beunruhigt – sonst hätte dieses Buch niemals den Weg in deine Hände gefunden. Bevor wir uns deshalb den wahren Gründen deiner Verunsicherung zuwenden, möchte ich dir nochmals veranschaulichen, wie deine unbewussten Muster bereits das Kennenlernen eines Partners sabotieren.

Was brauchen Männer, um sich zu verlieben?

Als ich mit Anfang zwanzig einmal einen Exfreund von mir in seiner Studenten-WG besuchte, fand ich in seinem Zimmer einen Stapel Frauenzeitschriften vor, eine etwas ungewöhnliche Lektüre für einen heterosexuellen, Rugby spielenden Studenten der Rechtswissenschaften. Als ich ihn witzelnd darauf ansprach, antwortete er mit einem Schulterzucken und dem Schelm in den Augen: »Man muss den Feind kennen, um ihn zu schlagen.«

Bis dato hatte er sich nicht unbedingt als Frauenversteher hervorgetan, und ich war ziemlich überrascht davon, auf welche Art und Weise er sich nun bemühte, uns Frauen zu verstehen. Inwieweit jetzt Frauenzeitschriften tatsächlich einem jungen Mann helfen können, mehr Verständnis für Frauen zu entwickeln, sei dahingestellt. Sein Bemühen darum ist entscheidend.

Warum ich dir diese Situation schildere? Mir fällt auf, dass Frauen, wenn es um Partnerschaft, Beziehungen und Liebe geht, sehr Ich-zentriert sind, gerne von sich selbst auf den Mann schließen und ganz schnell in den Hintergrund rückt, was das Gegenüber wirklich braucht. Sie lassen dabei außer Acht, dass Männer hormonell anders ausgestattet sind und auch anders ticken als sie selbst. Nicht, weil wir Frauen böse Absichten haben oder besonders egoistisch sind, sondern weil im Zusammensein mit einem Mann so schnell unsere alten Filme starten und er zur Projektionsfläche unserer alten Prägungen und Verletzungen wird. Dabei verlieren wir ihn als Mensch völlig aus den Augen, drehen uns nur mehr um unsere eigenen Ängste und Erwartungen, auf die er sich tunlichst einstellen sollte, und blenden aus, was unser Gegenüber braucht. Und mit »brauchen« meine ich keine kopfgesteuerte Idee, sondern natürliche Voraussetzungen, die gegeben sein müssen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle deinen Blick auf zwei ganz einfache, aber entscheidende Punkte richten, die ein verliebter Mann benötigt, um am Ball zu bleiben.

Er braucht zum einen Freiraum, damit seine Gefühle wachsen und sein Bindungswunsch sich festigen kann. Und zum anderen braucht er für sich selbst die Bestätigung, dass die Frau, mit der er jetzt gerade zu tun hat – also du! – eine solche Bereicherung für sein Leben ist, dass er freiwillig entgegen seiner Natur handeln und sich dauerhaft an dich binden möchte.

Freiraum

Für den Mann deiner Wahl bist du zu Beginn eurer Begegnung das Aufregendste, was das Leben ihm bieten kann. Er fühlt sich absolut zu dir hingezogen und will mehr von dir. Außerdem will er zeigen, dass er eine wirklich gute Wahl ist und du dich tatsächlich für den Besten entschieden hast. Gib ihm darum Raum, um dir das zu beweisen. Das bedeutet nicht, dass du stundenlange Selbstbeweihräucherungen und endlose Monologe ertragen sollst – es sei denn, du wünschst dir einen Partner, der lieber von seinen Erfolgen redet, anstatt seine Fähigkeiten tatkräftig unter Beweis zu stellen.

Zum Beispiel, indem du es ihm überlässt, eine erneute Verabredung zu initiieren. Oder, indem du ihm Gelegenheit gibst, Ausdauer und Kreativität zu demonstrieren, weil du ihn eben nicht sofort mit offenen Armen in jeden Winkel deines Lebens, sondern dich langsam und dafür nachhaltig von ihm erobern lässt.

Wenn du an dieser Stelle bereits ungeduldig mit den Hufen scharrst, weil du glaubst, keine Zeit verschwenden zu wollen mit langsamer Eroberung, dann ist der folgende Absatz genau für dich geschrieben. Dann kannst du nämlich jetzt einen deiner ganz persönlichen Stolpersteine auf dem Weg in eine glückliche Beziehung ausmachen: Deine Ungeduld.

Deine Ungeduld hat einen tieferen Sinn. Sie hat nämlich dein ganzes Leben lang eine wichtige Funktion übernommen und dich vor einem extrem unangenehmen Gefühl geschützt. Du kennst das Gefühl schon lange, da bin ich mir sicher: Diese leise nagende Angst, der Mann könnte das Interesse verlieren, wenn du es ihm zu schwer machst oder du in deinem ureigenen Tempo bleibst.

Vermutlich bist du bestens vertraut mit der Stimme in deinem Kopf, die dir sagt, dass du schuld bist, wenn der Mann sich doch plötzlich abwendet. Dass du irgendwie verantwortlich bist für das Verhalten eines Mannes. Du kennst die unbewusste Hoffnung, dass du in irgendeiner Form Einfluss darauf nehmen könntest.

Um all das nicht fühlen zu müssen und nicht in Kontakt zu kommen mit der quälenden Ungewissheit, wirst du ungeduldig. Die Ungeduld lenkt dich ab von deiner gefühlten Hilflosigkeit und gaukelt dir umso früher »Sicherheit« vor, je schneller du für klare Verhältnisse gesorgt und die Karten auf den Tisch gelegt hast.