Selbst aktiv gegen Krebs - Anke B. Lindner - E-Book

Selbst aktiv gegen Krebs E-Book

Anke B. Lindner

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Beschreibung

Anke B. Lindner erkrankte mit 39 Jahren selbst an Krebs. Während Ihrer Erkrankung suchte Sie unermüdlich nach Möglichkeiten und ergänzenden Methoden, u.a. aus dem Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin, Ernährung, Meditation und gibt praktische Übungen für eine starke Psyche. Diese Möglichkeiten halfen Ihr, neben den schulmedizinischen Therapien selbst aktiv zu bleiben, um diese schwierige Zeit besser zu überstehen. Mit Ihrem Buch möchte Sie vielen Leidensgenossen Strategien an die Hand geben, selbst aktiv zu werden, und sich stark und zugleich gelassen dem Krebs entgegenzustellen. Kurz und knapp auf den Punkt gebracht, ein Wegbegleiter und Arbeitsbuch nicht nur für Kebskranke.

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Seitenzahl: 149

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Anke B. Lindner

Selbst aktiv gegen Krebs

Das vermeintliche Ende ist die Chance für einen Neuanfang

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Rechtsausschluss:

Über die Autorin:

Danksagungen:

Vorwort:

TEIL1

1. Wie alles begann

2. Die Suche nach der Ursache

3. Diagnose Krebs

4. Krisenmanagement

5. Die Vorbereitung auf den „Kampf“

6. Die Therapie

7. Die Operation

8. Leben mit dem Stoma

9. Die Rückverlagerung

10. Kontroll CT

11. Die Suche nach der geeigneten Therapie

12. Bilanz

Teil 2

Bachblüten Rescue-Tropfen

Akupressur

Die 5-Elemente-Ernährung

Nahrungsergänzung mit Cellagon®

Cellagon aurum ®

Cellagon vitale plus ®

Umstellung der Ernährung

Die Schadstoffe minimieren

Die Nebenwirkungen abschwächen mit chinesischen Kräutern

Die Abwehr stärken

Wieder in die eigene Mitte finden

The Reconnection™ nach Eric Pearl

The Reconnective Healing™ Eric Pearl

Die geistig -seelische Vorbereitung

Die Angst überwinden

Die Lebensumstände optimieren

Die Psyche pflegen

Schlusswort:

Literaturverzeichnis:

Kontaktdaten:

Impressum neobooks

Rechtsausschluss:

Die Inhalte in diesem Buch wurden sorgfältig recherchiert und werden in diesem Buch nach besten Wissen und Gewissen  wiedergegeben. Sie stützen sich auf Quellen die wissenschaftlich untersucht wurden und durch zahlreiche Studien in Büchern, welche ich im Literaturverzeichnis angegeben habe, ausführlich beschrieben werden.

Alle Informationen und Maßnahmen sind als Anregung zu verstehen und ersetzen in keinem Fall den Rat und die Hilfe eines Arztes, Onkologen, Heilpraktikers oder Psychologen. Ich möchte jeden dazu ermuntern professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, selbst wenn nicht alle Kosten von den Krankenkassen bezahlt werden.

Die Autorin übernimmt keine Haftung für Schäden, die sich durch die Anwendung der dargestellten Übungen und Maßnahmen ergeben, und Sie übernimmt auch keinerlei Verantwortung für medizinische Folgen.

Über die Autorin:

Anke B. Lindner wurde 1970 geboren und wuchs mit vier Geschwistern in der ehemaligen DDR, in einem kleinen, von Wäldern umrandetem Städtchen auf.

Sie erlernte den handwerklichen Beruf des Buchbindens. Durch den Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten war es Ihr jedoch nicht mehr möglich in diesem Beruf weiter zu arbeiten. Nach der Wende machte Sie zusätzlich eine Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf.

Seit 2006 machte Sie verschiedene Ausbildungen in „alternativen Bereichen“, wie z.B.: Homöopathie, Bachblüten, Schüßlersalze und Wellness (hier im Besonderen die Taoistische Fußmassage „on zon su“). Außerdem nahm Sie Einblick in den Bereich der Traditionellen Chinesischen Therapie (TCM). Seit 2008 praktiziert sie die chinesischen Gesundheitsübungen des Qigong und seit 2012 Taiji.

Während Ihrer Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie erkrankte Sie im Oktober 2010 selbst an Krebs. Während dieser Krankheit recherchierte Sie zusammen mit Ihrem Lebensgefährten unermüdlich um immer neue Möglichkeiten dem Krebs aktiv begegnen zu können.

Ihr persönliches Umfeld kennt Sie als starke Persönlichkeit, die selbst in schweren Zeiten das Lachen nicht verlernt hat.

Danksagungen:

Mein Dank gilt besonders meinem Lebenspartner Tomo Masic: er stand immer an meiner Seite, hat mich aufmuntert, wenn es mir schlecht ging und mich zum Lachen gebracht, wenn es um mich ganz dunkel war. Er war unermüdlich mit mir um neue Erkenntnisse bemüht, die mir halfen wieder gesund zu werden. Er war, und ist es auch heute, zu jeder Zeit mein Fels in der Brandung.

Ich danke meinen Kindern Marie-Luise und Ruben: Sie waren so mutig und zeigten wahre Größe. Sie gaben mir ganz viel Kraft.

Ich danke Grit & Alexander Fiedler, Nadja & Michael Roth, Sandra & Tobias Dichtel, Katja & Stefan Böger, Siegrid Stabel & Daniel Bartmeyer sowie Christiane Ritter: für die liebevolle Betreuung meiner Kinder.

Danke Petra Fischer: Sie hatte zu jeder Zeit ein offenes Ohr für mich. Das war Balsam für meine Seele.

Weiterhin danke ich Fr. Dr. A. Marzinzig: Sie hat mir mit den chinesischen Kräutern die Nebenwirkungen der schulmedizinischen Therapien erträglich gemacht, hat meinen Organismus entgiftet und meine Narben entstört, was mir sehr geholfen hat.

Dank gebührt auch Beatrice Trebuth: Ihr Ernährungsplan war und ist mein Lebenselixier.

Von Herzen kommenden Dank an die Psychotherapeutin Fr. Dr. med. Grevenkamp: Sie hat mir oft und gern einen Spiegel vorhalten, wodurch ich mich besser kennenlernen konnte.

Ich danke Renate Käferstein: für die wundervollen Erfahrungen mit Reconnection.

Danke auch an Anja Peter und Christine Wörl von meiner Krankenkasse: Sie betreuten mich und meine Belange mit hervorragendem Engagement.

Danke an alle Menschen, die auch in Zukunft meinen Lebensweg kreuzen und Ihn bereichern werden. 

Ich danke Euch allen!

Vorwort:

    Es gibt kein Allheilmittel gegen Krebs. Das gleich schon mal vorweg, damit Sie sich keine falschen Hoffnungen machen. Es ist die Summe der einzelnen Teile, die Ihnen die Chance geben kann, Ihr Leben neu auszurichten.

Dieses Buch ist an all jene gerichtet, die nicht wort- und tatenlos alles so hinnehmen, wie es ist, sondern selbst zu Ihrer Genesung beitragen wollen. Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich mir während meiner eigenen Krebserkrankung oft hilflos und verlassen vorkam und mich vor allem machtlos gefühlt habe. Machtlos im Sinne von „selber nichts machen können“. Ich fühlte mich wie gelähmt. Allein schon durch die Diagnose KREBS und dadurch, dass auf einmal Ärzte entscheiden und man selber am besten den Mund zu halten hatte, geriet ich in eine Art Schockstarre, wurde handlungsunfähig. Wenn man jedoch sein „Zepter“ wiedererobert, anfängt aktiv zu werden, kann man diese Starre überwinden und wieder anfangen zu leben. Auch mit der Krankheit.

KREBS ist eine schreckliche Diagnose. Meist erwischt sie einen unverhofft und ohne Vorwarnung. Nach dem ersten Schock folgen, in den allermeisten Fällen, Angst (z.B. vor Tod, was wird aus den Kindern…) und Hilflosigkeit.

Ich selbst bekam 2010, im Alter von 39 Jahren, die Diagnose Darmkrebs (Rektum- CA). Es folgte das allgemeine Prozedere: Ich bekam Chemotherapie und Bestrahlung. Der Tumor wurde operativ entfernt. Ich erhielt über ein halbes Jahr einen künstlichen Darmausgang (in Fachkreisen Stoma genannt), und es folgte eine weitere Chemo. Ein halbes Jahr später wurde das Stoma wieder zurück verlegt. Nach weiteren 6 Monaten wurde ein bekannter Rundherd in der Lunge kontrolliert und dabei entdeckt, dass Größe und Anzahl sich ins Negative verändert hatten. Es sollte eine weitere Chemo folgen aber ich entschied für mich einen anderen Weg...

Durch einige kognitive Übungen, die mir halfen psychisch besser mit der Krankheit umzugehen, positiven Einstellungen und familiären Zusammenhalt habe ich gelernt, relativ gelassen und ohne Angst diese Herausforderung anzunehmen.

Es gibt verschiedene Wege mit einer Krankheit wie Krebs umzugehen. In diesem Buch möchte ich Ihnen gern zusätzliche Möglichkeiten, Strategien, Wege und Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. Ich wünsche mir, dass Sie dadurch besser mit der Krankheit umgehen können.

Man misst der Krankheit KREBS viel zu viel Bedeutung bei. Es ist vor allem wichtig, wie viel Bedeutung Sie der Krankheit beimessen, wie Sie darüber denken, wovon Sie überzeugt sind, wie Sie damit umgehen. Und das alles liegt in Ihrem Ermessen. An diesen Punkten können Sie aktiv arbeiten, denn niemand kann Ihnen vorschreiben was Sie denken wollen.

Ein indisches Sprichwort sagt: „Nimm es als Vergnügen, und es ist Vergnügen! Nimm es als Qual, und es ist Qual!“ Na, wenn ich

die Wahl habe, dann doch lieber ersteres! Der heutige Stand der Medizin und die zusätzlichen Möglichkeiten sind rasant gewachsen. Für die meisten Krebsarten gibt es hervorragende Behandlungsmöglichkeiten. Krebs ist, in vielen Fällen, längst nicht mehr unheilbar! Dennoch hat diese Krankheit Ihren Schrecken noch nicht verloren.

Man kann im kognitiven Bereich (und auch in anderen Bereichen) sehr viel tun, um der Krankheit KREBS den Schrecken zu nehmen. Ich werde in diesem Buch einige Übungen und hoffentlich jede Menge Anregungen dazu anbieten. KREBS muss nicht länger eine Bürde sein. Sie ist eine Herausforderung und letztendlich eine CHANCE. Sie schaffen das!

„Die Zukunft hat viele Namen:

Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare.

Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte.

Für die Tapferen ist sie die Chance“

(Victor Hugo)

Es gibt unzählige Dinge die man selbst tun kann. Womit man sein Immunsystem stärkt, sich entgiftet, besser ernährt, zur inneren Ruhe findet usw. Die Ärzte im Krankenhaus erzählen einem nichts darüber, denn diese haben den Fokus auf ihrem jeweiligen Fachgebiet. Ärzte haben bekanntlich sehr lange Arbeitstage und oftmals engagieren sie sich zusätzlich in medizinischen Forschungsbereichen, sodass sie beim besten Willen nicht die Zeit dazu haben, auch noch darüber Bescheid zu wissen. Darum sollte man es Ihnen nicht verübeln (auch wenn ich es das eine oder andere Mal getan habe). 

Ich habe viel recherchiert und vieles ausprobiert. Ich möchte Ihnen hier die Maßnahmen aufzeigen, die mir gut taten, Kraft gaben, und neue Perspektiven eröffnet haben und hoffe, dass Sie ebenso davon profitieren können. Ich möchte Ihnen einen Weg heraus aus der Handlungsunfähigkeit und hin zur Aktivität zeigen, zu einem Leben, das für Sie (hoffentlich) lebenswerter sein wird.

Ich schreibe mein Buch klar, direkt und gerade heraus, dass mag nicht jedem gefallen. Doch schöne Worte sind oft nicht wahr und wahre Worte meist nicht schön. Dennoch braucht es meiner Ansicht nach diese Klarheit und Direktheit um Sie wach zu rütteln, damit meine Botschaft bei Ihnen einen so starken Lebenswillen weckt, dass Sie die Chance haben neu anzufangen.

Meine Botschaft an Sie alle: 

Das Leben ist hier nicht zu Ende – es fängt gerade erst an.“

Ich habe mein Buch in 2 Teile unterteilt. Teil 1 habe ich in Form eines Tagebuches aufgebaut. Es beschreibt meine Geschichte. Alle Methoden und Übungen stelle ich Ihnen dann in Teil 2 meines Buches vor.

Verstehen Sie bitte mein Buch als Ihren persönlichen Begleiter und als Arbeitsbuch. Das Buch möchte Ihnen ein Wegbegleiter sein und Ihnen Hoffnung und Mut in schwierigen Zeiten geben. Ich bin glücklich, dass mein Buch zu Ihnen gefunden hat (oder Sie zu meinem Buch) und ich wünsche mir, dass es Ihnen eine wertvolle Hilfe sein wird.

Alles Gute für Sie und Ihre Genesung!

TEIL1

Meine Geschichte

1. Wie alles begann

28. Juni 2010: Eine ernste Sache?

Es ist Montagmorgen. Wir hatten bereits gefrühstückt. Meine Kinder sind soeben dabei, sich für die Schule und den Kindergarten fertig zu machen. Ich befinde mich, für das morgendliche „Geschäft“ im Badezimmer. Das Geschäft lässt sich nur mühsam erledigen. Als ich mich so abmühe, beginnt es plötzlich in meinen Ohren zu rauschen. Ich nehme die Geräusche um mich nur noch wie aus weiter Ferne wahr. In mir steigt Panik auf. Ich zittere am ganzen Körper, Schweiß bedeckt mein Gesicht. „Was ist bloß los mit mir?“ Alles um mich herum verschwimmt auf einmal und ich blicke durch einen Tunnel, der immer kleiner wird. Ich robbe auf allen vieren zu meinem Medizinschränkchen und denke bei mir: „Du darfst jetzt nicht ohnmächtig werden! Die Kinder sind sonst allein, und wissen sich nicht zu helfen.“ Ich greife in letzter Sekunde zum Notfallfläschchen von Dr. Bach’s Bachblüten und gebe mir ein paar Tropfen direkt in den Mund. - So wie die Tropfen meine Zunge berühren, weitet sich mein Gesichtsfeld wieder, der Tunnel wird weiter und heller und auch die Geräusche, die Musik aus dem Radio und das Plappern meiner Kinder, kommen wieder näher. Ich bin erleichtert und lege mich noch eine Weile auf mein Bett, bis ich wieder vollständig bei Sinnen bin. Die Kinder sind inzwischen zu mir geeilt und fragen besorgt, was mit mir los ist. Ich sage ihnen, dass mir eben übel geworden ist und es sicher gleich wieder gehen wird. Nach zehn Minuten geht es mir deutlich besser. Ich nehme mir vor, zur Notfallsprechstunde zu meinem Hausarzt zu gehen um der Sache auf den Grund zu gehen. Das konnte ja schließlich nicht normal sein. Seit einiger Zeit bemerkte ich auch Blut im „Geschäft“. Bislang waren die Ärzte und ich der Meinung, dass dafür die Hämorrhoiden verantwortlich sind. Inzwischen mache ich mir aber Sorgen, dass sich dahinter etwas Ernsteres verbirgt.

(Hilfreiches über Bachblüten finden Sie im 2. Teil des Buches.) 

2. Die Suche nach der Ursache

01. Juli 2010: Proktologie, Erstuntersuchung

Mir graut vor der Untersuchung. Wer lässt sich schon gern „hinten reinschauen“. Was die Untersuchung betrifft, so möchte ich nicht ins Detail gehen. Sie ist einfach nur unangenehm und ich wünschte mir, Sie möge so schnell wie nur möglich vorbei sein.

Ich erzähle der Ärztin von dem morgendlichen Vorfall und dass ich einer Ohnmacht nahe war. Ich unterrichte Sie weiterhin darüber, dass bei meinem Hausarzt  innerhalb des vergangenen Halbjahres bereits mehrere Stuhlproben auf Blut untersucht und ins Labor geschickt wurden. Das Ergebnis war meist nicht eindeutig, mal positiv und mal negativ. Frau Dr. M. schaut sich die Sache an und stellt fest, dass es sich um Hämorrhoiden handelt. „Diese bluten gerne mal“. Sie verödet diese und schenkt der Sache kein weiteres Interesse. Es wird sich noch herausstellen, dass es sich dabei um einen fatalen Irrtum handelt. Sie bestellt mich zur Kontrolluntersuchung in fünf Wochen. Ich gehe vorerst beruhigt nach Hause.

05. August 2010: Proktologie, Kontrolle

Ich erzähle der Ärztin, dass ich manchmal beim „morgendlichem Geschäft“ Schmerzen habe und auch immer noch Blut dem Stuhl beigemischt ist. Frau Dr. M. will dieses mal genauer nachsehen. Sie kann bei der proktologischen Untersuchungsmethode den Enddarm ca. 10 cm weit einsehen. Und knapp hinter diesem Bereich entdeckt Sie so etwas wie einen Polypen. Das ist eine meist gutartige übermäßige Neubildung der Schleimhaut. Leider befindet sich dieses Etwas zu weit hinten, um gleich entfernt werden zu können. Ich merke, wie sich Enttäuschung in mir breit macht. Die Ärztin überweist mich weiter zur Endoskopie (Darmspiegelung). Dabei wird mit Hilfe einer mikroskopisch kleinen Kamera der gesamte Dickdarmbereich untersucht.

16. September 2010: Endoskopie

Wieder sind einige Wochen vergangen. Da man von einer gutartigen Gewebeneubildung ausging, hatte man ja genug Zeit. Das dachte man wohl.

Am Vortag der Untersuchung bekam ich ein Abführmittel, womit ich den kompletten Darmtrakt durchspülen sollte. Das sind kleine Tütchen mit Pulver im Zitronen- oder Orangegeschmack, die man in Wasser auflöst und über mehrere Stunden einnimmt. Dazwischen soll man sehr viel Wasser oder Tee trinken. Ich habe die Einnahmeanweisung gründlich befolgt und meinen Darm ordentlich durchgeputzt.

Mit der Erwartung, dass dieses kleine Ding bei der heutigen Untersuchung weggeschnipselt wird, mache ich mich hoffnungsvoll auf den Weg. Bevor die Untersuchung startet, bekomme ich eine leichte Narkose. Ich bleibe ansprechbar und kann Anweisungen befolgen, bekomme aber die eigentliche Untersuchung nicht mit und kann mich später auch nicht daran erinnern. Ich bin ganz glücklich darüber. Als ich wieder ganz bei mir bin, erklärt mir Frau Dr. P., dass die Zubildung bereits zu groß ist, und nicht mit der Schlinge entfernt werden konnte. Außerdem wurde während der Untersuchung eine Gewebeprobe entnommen, die Sie noch heute zur Analyse ins Labor schickt. Das Ergebnis folgt eine Woche später.

„Dem Wartenden scheint ein Augenblick wie ein Jahr.“ 

(aus: Ausgesuchte chinesische Weisheiten)

23. September 2010: Besprechung der Laborergebnisse

    Ich habe keine Ahnung, was mich heute erwarten wird. Ich sitze mir im Wartezimmer meinen Popo platt. Es scheint heute besonders langsam vorwärts zu gehen, oder kommt es mir nur so vor? Ich rutsche aufgeregt auf meinem Stuhl hin und her. Vor derartigen Untersuchungen bin ich oft sehr aufgeregt. Mein Herz schlägt dann ganz wild, ich bin extrem zappelig und mein Bauch rumort. Gut das Tomo bei mir ist. Er versucht mich ein wenig zu beruhigen in dem er ruhig mit mir spricht, mich ablenkt und ganz nebenbei einen Meridianpunkt an meinem Handgelenk drückt. (Die Methode Akupressur finden Sie in Teil 2 meines Buches.)

3. Diagnose Krebs

30. September 2010: Diagnose

 Klinikum Nord. Es ist jetzt 13:30 Uhr. Ich steige von der Behandlungsliege herab und ziehe mich an, als mich diese Worte direkt wie eine Faust ins Gesicht treffen: „Sie wissen ja schon, dass sie einen Tumor haben…“ sagt die Ärztin, während sie mit dem Rücken zu mir steht. Habe ich das jetzt richtig gehört? Sagte Sie Tumor? Bisher kannte ich keine eindeutige Diagnose. Meine Gedanken fahren Achterbahn. Ich bin völlig durcheinander, ringe um Fassung und stammle wirres Zeug. Der Boden unter meinen Füßen verabschiedet  sich, weshalb ich mich um Standhaftigkeit bemühe. Als die Ärztin meine Reaktion bemerkt, dreht sie sich zu mir um und sagt: „ na, dann wissen Sie´s jetzt.“ Als ob sie mir noch eine zweite Ohrfeige verpassen müsste. Ich bin so geschockt, über die Diagnose und empört über die Art und Weise, wie sie mir das eben beigebracht hat, dass ich wie versteinert dasitze und meinen Mund nicht mehr zubekomme.

„Am besten verlieren wir keine Zeit, und fangen gleich morgen mit der Chemotherapie an“ höre ich Sie sagen.  Ja, ja, erst ist jede Menge Zeit zum rumtrödeln und jetzt muss alles hoppladihopp gehen. "Ich muss erst die Unterbringung meiner Kinder regeln, morgen geht unmöglich" erwiedere ich. Wir einigen uns auf einen Termin in knapp zwei Wochen - auf meine Verantwortung, das versteht sich ja von selbst. Ohne rechtliche Absicherung geht gar nichts.