Selbstcoaching - Natalya Karlin - E-Book

Selbstcoaching E-Book

Natalya Karlin

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Beschreibung

Dei neues Leben wartet auf Dich! Jeder Mensch ist in der Lage, sein Leben selbständig auf die Reihe zu bekommen. Man muss es nur innerlich wirklich wollen. Dein wahres Ich beginnt sich zu entfalten, sobald es sich von dem Ballast der Blockaden und störenden Überzeugungen befreit hat und sobald Du Verantwortung für Dein Leben übernommen hast. Die Methoden und praktische Aufgaben dazu findest Du in diesem Buch. Bist Du bereit?

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Seitenzahl: 211

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Selbstcoaching — Alles wird wieder gut

Das Gespräch mit dem wahren ICH

Natalya Karlin

An all diejenigen, die eine Umbruchphase erleben, erlebt haben oder eine positive Veränderung erleben wollen.

An all diejenigen, die in der Suche nach dem wahren ICH sind oder die sich besser verstehen wollen.

An all diejenigen, die ihr Leben einfach verbessern wollen.

An Dich!

Du hast ein besseres Leben verdient!

Vorwort

Es hat ungefähr 10 Jahre gedauert, bis ich reif geworden bin, meine Gedanken und Erfahrungen in Worte zu fassen. Worauf habe ich gewartet? Gute Frage. Damals lebte ich ein anderes Leben. Das Leben, das meiner Meinung nach zu mir am besten passte, und nicht das Leben, das ich innerlich haben wollte. Ein fremdes Leben also. 

Jetzt lebe ich anders. Ich lebe mein eigenes Leben — ohne Selbstlügen und Masken. Ich bin ehrlich zu mir selbst und weiß endlich seit langer Zeit, was ich will und in welche Richtung die Reise geht. Dasselbe will ich auch für Dich. 

Ich bin keine Psychologin, keine Expertin. Ich bin ein einfacher Mensch mit Ecken und Kanten und ich spreche aus Erfahrung. Alles, was ich aufgeschrieben habe, vertritt meine Meinung: Alle Schlussfolgerungen habe ich für mich selbst getroffen — auch wenn es um Banalitäten geht, die man schon seit der Antike kennt. Diese habe ich für mich neu entdeckt. Alle Zweifel habe ich erlebt. Wenn ich über Psychosomatik spreche, heißt es, dass ich deren Folgen am eigenen Leib erlebt habe. Wenn ich meine, dass irgendeine Aktivität hilfreich ist, dann heißt es, sie hat mir geholfen. Alle Fragen, die ich Dir stelle, habe ich mir gestellt. Alle Tipps und Aufgaben — auf deren Wirkung überprüft. 

Aber keine Angst: Psychologie ist kein Fremdwort für mich, denn ich bilde mich in diesem Bereich ständig fort, sodass die vorgeschlagenen Übungen und Theorien eine wissenschaftliche Grundlage haben und nicht nur auf meinen Überlegungen basieren. 

Beim Lesen wirst Du wahrscheinlich das Gefühl haben, es gäbe keinen roten Faden und Dich wahrscheinlich auch oft verwirrt fühlen. Du wirst womöglich einen inneren Widerstand erleben und Dich auch fragen, ob die ganze Arbeit mit den eigenen Erfahrungen und Gefühlen sich überhaupt lohnt. Nun ja, es ist auch nicht meine Absicht, Dein Wissen über gewisse Themen zu strukturieren, sondern Dir zu ermöglichen, Dich selbst besser zu verstehen (z. B. warum man sich manchmal, scheinbar ohne Grund, traurig oder unruhig fühlt und wie man den Grund doch findet) und, soweit es möglich ist, Dir ein Gefühl der Erleichterung zu vermitteln. Unser Leben ist unglaublich vielseitig und besteht aus mehreren Aspekten, die sich kaum logisch strukturieren lassen. Und das, was in unseren Köpfen abgeht, ist trotz zahlreicher Untersuchungen sowieso ein Rätsel. Jeder von uns ist individuell, deswegen ist es natürlich unglaublich wichtig, die Informationen, die man bekommt, zu filtern und nicht alles für bare Münze zu nehmen. Auch das, was ich sage, kannst Du und solltest Du durchaus kritisch betrachten. Nichtsdestotrotz gehört ein bisschen Glaube auch dazu. Du kannst nicht behaupten, dass etwas nicht funktioniert, wenn Du es selber nicht geprüft hast. Daher solltest Du, wenn empfohlen wird, eine Aufgabe schriftlich zu machen, dies auch tun. Und bitte, bitte nicht in Extreme fallen, denn jede Aussage kann schnell missverstanden werden, wenn sie für eine Regel ohne Ausnahmen gehalten wird. Alles hat Ausnahmen. Deswegen Kopf einschalten, fühlen, was einem in der langfristigen Perspektive guttut und los! Und eine gute Portion Humor mitbringen, bitte. Ich verspreche Dir nicht, all Deine Probleme zu lösen, doch eins will ich Dir sagen: Wenn Du es willst, schaffst Du es! Hier findest Du einen Teil meiner Seele. Behandle ihn mit Liebe.   

Und zu guter Letzt vor dem großen Anfang:

Du kannst dieses Buch so lesen, als ob das Ganze eine große Sammlung von Banalitäten und bekannten Tatsachen ist, oder so, als ob jeder Satz einen wichtigen Gedanken in sich trägt. Wähle bitte das Zweite und Du wirst sehen, wie die Puzzleteilchen in Deinem Kopf langsam zu einem schönen Bild werden.

Viele Grüße,

deine NK

Hallo, mein lieber Mensch!

Ich bin es. Deine innere Stimme. Die Stimme, die du bisher immer wieder unterdrückt hast. Jetzt wird es aber höchste Zeit, dass wir zwei wieder Freunde werden. Erinnerst du dich? Das waren wir mal, während deiner Kindheit: Alles war so schön und leicht, es gab keine Sorgen, keinen Kummer, alles war neu und interessant und wir waren eins. Es gab keine Trennung zwischen Kopf und Herz. Du wusstest genau, was du wolltest, und das hast du auch getan. Dasselbe wollte ich auch.

Wann hast du eigentlich aufgehört, auf mich zu hören? Wann hast du gelernt, dein wahres "Ich" hinter einer Maske zu verstecken und hast angefangen, allen gefallen zu wollen? Ich finde es ungerecht, dass du mich so behandelst! Wir waren doch unzertrennlich! 

Wie? Fühlst du dich angegriffen? Ist es dir etwa unangenehm, mit der eigenen Stimme zu sprechen? Na, Entschuldigung! Du wolltest wahrscheinlich einen Zauberstab bekommen, der alle deine Probleme lösen kann? Klar, wolltest du, ich kenne dich doch. Obwohl, ehrlich gesagt bist du mir in der letzten Zeit etwas fremd geworden. Was denn wieder? Ich jammere zu viel? Na und, du hast in der letzten Zeit auch viel gejammert oder etwa nicht? "Die Welt ist gemein zu mir, ich fühle mich so mies und alles ist scheiße, und ich weiß nicht, was ich vom Leben will, und ich arbeite so hart, aber bekomme nichts zurück", und, und, und. Oh bitte, lauf doch nicht weg! Ich will doch nur mit dir ehrlich sein und das alles mit der guten Absicht: Wir wollen doch wieder Freunde werden! Ja, es wird eine lange Reise! Ja, manchmal werde ich hart zu dir sein, manchmal auch gemein (so wie du es mal zu mir warst). Du wirst die tiefsten Ecken deiner Seele sehen. Und ich glaube wirklich, dass unser Gespräch nicht umsonst wird. Bist du bereit? Dann hole dir einen Tee, und wir legen los. 

Wie geht es dir?

Gut? Ach was! Wirklich? WA-rum willst du immer stark sein und sagst niemandem, dass du Unterstützung brauchst? Denkst du, dass deine Familie, Bekannte oder Kollegen dich nicht verstehen werden? Möglich, alles ist möglich. Aber warum willst du DIR SELBST nicht eingestehen, dass du ein besseres Leben verdienst, vor allem wenn ich, deine innere Stimme, dir signalisiere, dass das, was du tust, nicht unbedingt das Richtige für dich ist, wenn du etwas Anderes willst. Ich weiß warum, weil du meine Meinung gar nicht für wichtig hältst. So einfach ist das. Du bist bockig und willst das gar nicht zugeben. Ich höre dich schon sagen: "Aber ich kann deine/ meine Stimme nicht von der Stimme meines gesunden Verstandes unterscheiden". Na gut, zuerst will ich dir sagen, dass dein angeblich gesunder Menschenverstand nicht immer gesund ist, und zweitens, wenn du nicht ständig mit irgendeinem sinnlosen Kram beschäftigt wärest, sondern mir eine Chance gegeben hättest, indem du öfter mit mir gesprochen hättest, wäre das vielleicht eine ganz andere Geschichte. Aber was soll's, wir sind da, wo wir sind, und müssen genau damit arbeiten können. 

Wo sind wir stehen geblieben? Ach ja, du versuchst stark zu sein oder das zu sein, was du nicht bist. 

Nun, was bist du eigentlich? Kennst du dich selbst? Weißt du, was du willst? Vom heutigen Tag und vom Leben insgesamt? Fangen wir von Anfang an an. Wovon hast du als Kind geträumt? Halt. Lese doch nicht weiter. Ich habe dir bloß eine Frage gestellt. Also nochmal: Wovon hast du als Kind geträumt? Weißt du noch, man hat uns früher gefragt, was wir werden wollen. Und wir waren ganz stimmig in dem, was wir uns vorstellten. Und unsere Klassenkameraden waren es. Sie wollten Kosmonauten, Doktoren, Polizisten oder Verkäufer, Sänger, Künstler oder Buchautoren werden. Ach Kinder! Sie sind so authentisch. Kennst du das Wort? Die ganzen Bewerbungsratgeber summen die ganze Zeit, dass man authentisch sein muss. Wenn man keine Masken trägt, ist das Leben so viel einfacher. So. Viel. Einfacher! Die Entscheidungen fallen leicht, denn im Grunde genommen weiß man die Antwort aus dem Bauch heraus: Will ich mit diesem Menschen weiter leben oder nicht, gefällt mir mein Job oder nicht, will ich ein Tattoo stechen lassen oder nicht. Alles ist so einfach! Ich bin dein Bauch, aus dem heraus du entscheidest. Frage mich, und ich sage dir was los ist. Habe keine Angst vor mir, denn ich meine es sehr gut mit dir, denn ICH BIN DU! 

Na toll, ich habe schon wieder den roten Faden verloren. Ja, ich bin nicht so rational und logisch, wie der so von dir geliebte Verstand. Aber ich fühle! Und ohne Gefühle wärst du eine Maschine. Eine Maschine kann nicht lieben, kann sich nicht freuen oder glücklich sein. All das Schöne, was du empfinden kannst, hast du von mir. Also freue dich, dass du mich hast, denn ich mache dich zu einem lebendigen Wesen. Und ja, ich werde dich vielleicht überraschen, aber ich weiß um den Sinn des Lebens. Der Sinn des Lebens ist zu lieben und geliebt zu werden. Nicht etwas zu entwickeln, nicht irgendeine Weisheit zu entdecken, nicht irgendwas anderes. Sondern zu lieben und geliebt zu werden! Deswegen der erste Hinweis für dich: Liebe dein Leben, liebe deine Mitmenschen, liebe deinen Partner, liebe die ganze Welt und sie werden dir mit Gegenliebe antworten. 

Und wenn du etwas nicht lieben kannst? Wenn dir etwas nicht gefällt? Dann lauf davon weg. Wenn du schon mehrmals versucht hast, eine Beziehung zu retten, egal, ob die Beziehung zu einem Menschen, zu deinem Job oder zu deinem Wohnort, aber sie ließ sich nicht reparieren, dann verabschiede dich friedlich und laufe los, in die Richtung, die du ausgewählt hast. Stichwort: Du hast es versucht, sie zu retten!

Jetzt bist du wahrscheinlich ein Gefühlscocktail pur, deswegen sollte man mit solchen radikalen Maßnahmen abwarten und sich erst einen Urlaub von jeglichen Entscheidungen gönnen. Nach unserem Gespräch hast du, will ich glauben, einen klareren Kopf, dann wäre es Zeit für überlegte Entscheidungen.

Kurze Lektüre vorab

Klar willst du schon jetzt dein Leben verbessern, ohne dass du bis zum Ende unseres Gespräches warten musst. "Alles liegt in deinen Händen und nichts ist unmöglich" — würde ich sagen. Es gibt ein paar grundlegende Dinge, die ich dir mit auf den Weg geben will und die deinen Alltag schon jetzt erleichtern können. Das heißt aber nicht, dass sie unser Gespräch ersetzen können. Lange Rede, kurzer Sinn: Lass uns schauen, wie du dir selbst auf die Schnelle helfen kannst. 

Was bedeutet Stress für dich?

Als erstes möchte ich dich fragen, wie stressig dein Leben in den letzten Monaten war und aktuell ist?

• Arbeitest du mehr als früher? 

• Hast du oder die für dich wichtigen Menschen schwierige Situationen erlebt? 

• Hast du Beziehungsprobleme? 

• Schläfst du weniger als sieben Stunden pro Tag? 

• Isst du viel Ungesundes (Fertiggerichte, Konserven, Fast Food, Süßigkeiten)? 

• Bewegst du dich wenig? Machst du Sport seltener als einmal pro Woche? 

Nun ist die Frage, was kannst du davon beeinflussen? Es ist bestimmt machbar,

• dass du dir Erinnerungen auf dem Handy einstellst, 

und jede zweite Stunde ein Glass stilles Wasser trinkst. 

• Dass du dein Internet mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen ausschaltest und keine Gadgets im Bett verwendest. 

• Dass du zwei, drei Stunden vor dem Schlafen eine Tasse Kamillen- oder Melissentee trinkst, damit dein Körper nach der Alltagshektik zur Ruhe kommt und du besser schlafen kannst (vorausgesetzt, du bist dagegen nicht allergisch). 

• Dass du wöchentlich zum Sport gehst oder deine Übungen zu Hause machst (kostenlose Apps dazu gibt es genug). Dass du gesündere Lebensmittel zu dir nimmst; hierbei geht es nicht darum, dass du weniger isst oder eine Diät machst, sondern dass du gesündere Alternativen findest.

Ich weiß, das alles hast du schon mal gehört oder gelesen und es ist nichts Neues für dich. Genau deswegen appelliere ich an deinen Verstand, dass du dich an all dein Wissen aus dem Ratgeberbereich erinnerst und das Sinnvollste davon umsetzest. Die ganzen Tipps, dass man genug schlafen, gesund essen, ausreichend Wasser trinken und sich mehr bewegen soll, schreibt man doch nicht grundlos. Also schau, welche Stressfaktoren du vermeiden kannst und tue das. 

Okay, gehen wir weiter... jetzt solltest du dir die Frage beantworten, ob es tatsächlich zu viel Stress gibt oder du ihn dir selbst erzeugst? Wie kann man sich selbst Stress machen? Ach, ganz einfach, indem man denkt, dass man viel Stress hat. "Mach dir selber keinen Stress" — raten manche Leute und haben damit völlig Recht! Vor allem, wenn es um die Umstände geht, die man nicht beeinflussen kann. Die Kollegin ist zu doof, das Wetter ist scheiße, die Politiker achten auf das Unwesentliche, die Welt ist ungerecht... Alles ist relativ! Und was davon kannst du direkt beeinflussen? Genau, ganz wenig bis nichts. Und das, was du beeinflussen konntest, setzt du sowieso längst um, oder? Du bist schlauer als die Kollegin, die wettergerechte Bekleidung hast du gekauft, die Politik beeinflusst du, indem du gut informiert zu den Wahlen gehst (wenn du eine Revolution willst, nimmst du an der entsprechenden Bewegung teil) und du lebst so, wie du es auch von den anderen verlangst, um die Umwelt zu schützen. Im Grunde genommen tust du alles, was man machen müsste, um das Gewünschte zu erreichen. Wenn es tatsächlich so ist, kannst du dich entspannt zurücklehnen, denn mehr kannst du auch nicht tun. Und egal, wie sehr du dich darüber beschwerst, dass alles nicht so läuft, wie du es willst, wird es dir null weiterhelfen. Anders gesagt, dein Ärger wird dir keinesfalls behilflich sein. Stattdessen verlierst du nur kostbare Energie, die dein Körper und Geist selber brauchen: Wir sparen Geld, aber verschwenden uns selbst... deswegen sollte man auf seine Ressourcen achten. 

Um den oberen Gedanken zusammenzufassen: Du befreist dich von einer enormen Last, wenn du verstehst, dass es sich einfach nicht lohnt, sich über manche Dinge zu ärgern oder traurig zu sein. Mache dir selbst keinen Stress! Auf manche Dinge hat man halt keinen Einfluss — egal, wie wichtig uns das erscheint. Vor allem gilt das, wenn es um Erfolg, Gesundheit oder Leben anderer geht. 

Was macht man mit unbeeinflussbaren Dingen?

Wenn etwas Unerwünschtes passiert, kann man entweder sich ärgern und sich mit dem Problem an sich befassen oder nach einer Lösung suchen. Denkst du auf der Lösungsebene und nicht auf der Problemebene, erscheint das Problem erst gar nicht so schlimm. Das heißt, wenn du eine Herausforderung vor dir hast, solltest du als erstes daran denken, wie du sie bewältigen kannst und nur erst danach analysieren, warum es passiert ist und wie du es in der Zukunft vermeidest (diese Fragen werden sowieso entstehen, wenn du dich mit der Lösung des Problems befasst). 

Es gibt auch Dinge, die man einfach nicht ändern oder rückgängig machen kann. Ich würde jetzt nur ungerne Beispiele dazu nennen, denn meistens sind es die Ereignisse, die innerlich am meisten weh tun. Dabei entsteht oft das Gefühl der Leere und Hilflosigkeit, man versteht nicht, warum es ausgerechnet einem selber und ausgerechnet jetzt passiert ist. Und das ist verständlich, denn diese Dinge kann man einfach nicht kontrollieren, nicht beeinflussen — sie werden von den höheren Kräften gesteuert. Wie gerne würde ich die Benennung dieser Dinge vermeiden, doch andernfalls könnte ich falsch verstanden werden: Es geht dabei um Tod, um Katastrophen, um Kriege, um Gewalt, um all die schlimmen Dinge, die mit anderen Menschen (meistens geht es dabei um Verwandte) passiert sind und die wir direkt nicht beeinflussen  konnten. 

Wenn man in so einer Situation länger überlegt, kommt man auf den Gedanken und Lösungen, was man so alles besser gemacht hätte: Dass man die Person, der etwas Schlimmes passiert ist, in einigen Situationen verletzt hat; dass man zu wenig Zeit mit der Familie verbracht hat; dass man besser hätte schweigen sollen, anstatt die Beleidigungen auszusprechen; dass man nicht rechtzeitig gemerkt hat, dass es dem Verwandten nicht gut geht... Man verfällt in Grübelei und Traurigkeit. Doch dies hilft dir nicht weiter, verschlimmert nur die Sache. Wenn es dir bekannt vorkommt und du dich ständig fragst "Warum ich?", "Warum ist die Welt so ungerecht?", "Womit habe ich das verdient?", kann in dieser Situation nur eins helfen, und zwar Akzeptanz. Zuerst sich zu erlauben, die Situation ausgiebig zu betrauern, die Gefühle rauszulassen, sich zu erlauben traurig zu sein, und dann Akzeptanz. Es gilt nur: Das Geschehene muss man akzeptieren. Keinem die Schuld geben, auch nicht sich selbst. Wobei ist es immer leichter gesagt ist als getan. Doch da bisher noch keine plausiblere Lösung gefunden wurde, sollte man es mit dem Akzeptieren versuchen. Denke bitte daran, dass es immer noch einen Menschen gibt, der deine Hilfe braucht und dem du sicher helfen kannst — das bist du selbst! Lass dich nicht unterkriegen und verfalle nicht in Selbstsabotage. Kümmere dich um dich selbst, damit du in der Lage bist, den anderen zu helfen. Wie im Flugzeug: Erst einmal sich selber mit der Maske versorgen und dann die Kinder und alle anderen. 

Es ist ein kompliziertes Thema, dessen Wichtigkeit erst verstanden werden muss. Und wenn verstanden und akzeptiert — muss daran immer wieder erinnert werden, denn sonst kehrt man schnell zu den übertriebenen altruistisch-pessimistischen Verhaltensmustern zurück.

Warum hohe Erwartungen enttäuschen?

Was würdest du sagen: Ist es ok, hohe Erwartungen zu haben? Eigentlich ist es in manchen Bereichen sogar zwingend notwendig, hohe Erwartungen zu haben. Diese müssen auch erfüllt werden, denn sonst könnte es zu einer Katastrophe führen. Beim Flugzeugbau zum Beispiel. Hohe Ansprüche an die Standards und Qualität sind unvermeidbar. Doch was ist mit deinem Leben? Mit dem Alltag? Hier verderben die Erwartungen den ganzen Spaß. Es ist schwer, einen Menschen zu begeistern, der hohe Erwartungen hat und dementsprechend fast alles für selbstverständlich hält. Wer schwer zu begeistern ist, begeistert sich auch wenig — logisch, oder? Perfekt zubereitete Speisen, die himmlisch schmecken, werden mit "ganz ok" bewertet. Die klassische Kunst reizt uns nicht mehr — stattdessen werden die Kunstwerke der Moderne, die oft mit Ästhetik ausgesprochen wenig zu tun haben, auf ein Podest gestellt. Je ausgefallener und abstrakter, desto besser. Wir werden enttäuscht, wenn wir in Brüssel die Statue vom Manneken Pis zum ersten Mal sehen, da sie zu klein ist. Paris ist uns zu schmutzig. Der Sandstrand in der Karibik sieht nicht wie auf der Webseite des Reiseanbieters aus. Und die Sterne im Himmel leuchten eigentlich nicht gut genug — im Fernsehen und auf Instagram haben wir Besseres gesehen. 

Hohe Erwartungen bringen Enttäuschung, vor allem wenn sie mit einem schönen Foto oder Video in Verbindung gebracht werden. 

Jetzt denken wir mal in die umgekehrte Richtung.

Erinnere dich bitte an die Momente, in denen du dich richtig glücklich gefühlt hast oder von etwas begeistert warst...

Es waren, hundert Prozent, Situationen, die du nicht erwartet hast oder bei denen deine Erwartungen übertroffen wurden (wobei das eher unwahrscheinlicher ist). Meistens ist man begeistert, wenn man etwas selbst entdeckt hat, spontan unternommen hat oder unerwartet ein Geschenk bekommen hat. Es sind nicht die "picobello" geplanten Reisen, die uns reizen, sondern die neu entdeckten Routen, die man abhängig von der Situation und Laune spontan gestaltet. Es sind nicht die Geburtstagsgeschenke, die wir auf die Wunschliste gesetzt haben und dann an die Freunde verteilt haben, die uns so viel Freude bringen, sondern die, die wir uns zwar sehr gewünscht haben, aber dann unerwartet bekommen haben. Ja. So ist es. Also sollte man vielleicht beim Restaurantbesuch nicht jedes Foto vom Essen anschauen und bei der Hotelwahl nicht jede Bewertung lesen — es würde vielleicht ausreichen, wenn wir uns über die Gesamtbewertung informieren. Vielleicht sollte man nicht den Trailer anschauen, bevor man ins Kino geht? Und weniger nach einer Empfehlung googeln, sondern die Einheimischen fragen? Und wenn die Kollegin erzählt, dass sie das Essen bei Emirates so lecker fand und das Personal so nett war, nicht sofort den bestmöglichen Service in Gedanken auszumalen? Denn lecker ist nicht gleich lecker und die Freundlichkeit der Servicekräfte bedeutet nicht, dass sie am Ende des Tages alle anlächeln werden. Also, weniger Erwartungen — weniger Enttäuschungen.

Okay, weniger Erwartungen zu haben bedeutet nicht, dass du zu einem alles hinterfragenden Skeptiker mutieren musst. Alles hat seine Grenzen. Und am besten findest du die goldene Mitte und versuchst, an der Stelle auf diese Weise durch das Leben zu balancieren. 

Die Extreme in deinem Leben

Abschließen will ich meine Lektüre mit einer Regel, die du wahrscheinlich kennst, aber vergisst umzusetzen. Das tun ganz viele Menschen: Sie sammeln  Wissen und warten. Und warten. Lesen, besuchen Kurse. Und warten. Machen Fortbildungen, hören Podcasts, sammeln unterschiedliche Meinungen, fassen ihre Beschlüsse. Und warten wieder. Worauf? Antworte du mir doch, worauf sie warten, du hast bestimmt solche Situationen erlebt, oder? Man wartet, bis der richtige Moment kommt, der perfekte Moment. Doch der perfekte Moment kommt nie. Ja, es gibt Vieles in diesem Leben, was du weißt oder was du zumindest geahnt hast, aber nicht umsetztest. Darum geht es hierbei aber nicht. Es war nur ein kleiner Wachmacher. Ich wollte dich nur darauf aufmerksam machen, dass du auch selber viel weißt und kannst. Und du brauchst nur einen A*schtritt. Den bekommst du von mir, versprochen. Lob und Tadel — man braucht beides. 

So. Spaß beiseite. Die Regel, die ich gemeint habe, ist folgende: Um harmonisch zu bleiben, braucht unser Leben Balance. Überfluss sowie Mangel an etwas Wichtigem führt zu Ungleichgewicht und dann womöglich zu Chaos. Wenn wir also wollen, dass unser Leben harmonisch bleibt, sollen wir darauf achten, dass wir die für uns genau richtige Dosis an Notwendigem bekommen. Das klingt erstmals chinesisch, doch ist eigentlich ganz simpel. Wenn wir annehmen, dass ein Mensch aus Körper und Seele besteht, muss man also auf Beide zu achten, ansonsten führt es einem Ungleichgewicht. Wenn du also beispielsweise merkst, dass es deiner Seele nicht gut geht, solltest du dich fragen, ob du dich vielleicht zu viel damit beschäftigst, sie zu heilen und dabei deinen Körper vergisst? Wenn du viel sitzt, braucht dein Körper höchstwahrscheinlich mehr Bewegung? Oder wenn du umgekehrt den ganzen Tag hin und her rennst, fehlt vielleicht in deinem Leben die Ruhe? Frage dich, was fehlt in deinem Leben? Bei welchen wichtigen Komponenten sollte etwas nachgeholt werden? Das Gleiche gilt, wenn du eine Ebene tiefer gehst. Wenn du z. B. deine Ernährung analysierst: Was ist zu viel, was zu wenig? Du bist in der Lage das selbst hinzukriegen, dafür solltest du nur dein Leben von der Seite betrachten, deinen Alltag analysieren. Fülle die Lücken und reduziere das Überflüssige, um die Balance wiederherzustellen.

Wenn dir das alles auf den ersten Blick zu abstrakt oder zu banal erscheint — macht nichts. Wir haben noch das ganze Gespräch vor uns. Danach bist du auf jeden Fall schlauer und weißt mehr, warum dein Leben genau so ist, wie es ist, und was konkret du daran verändern solltest/könntest. Ob du aber danach glücklicher bist, kann ich jedoch nicht wissen. Denn das hängt nur von dir ab! Du alleine kannst dein Leben beeinflussen bzw. verbessern. Oh ja, du kannst!

TEIL 1: Selbstanalyse

Du und das Universum

Warum läuft alles schief?

Du fragst dich sicherlich, warum alles manchmal schiefläuft. Dein allsehendes Auge bzw. ich weiß das. Und zwar nicht nur deswegen, weil du nicht im Einklang mit dir selbst bist, sondern weil du auch nicht im Einklang mit dem ganzen Universum bist. Meine Güte, klingt das abschreckend. Aber keine Panik, die Welt will dir nur helfen, dich zu verwirklichen. Schau mal, dein Leben gefällt dir nicht und du willst es verändern. Mit deinen Gedanken schickst du eine Message an das Universum und machst es nicht ein Mal, sondern ständig. Du willst dich verwirklichen, endlich mal glücklich sein und das Leben genießen. Du willst es so sehr, dass die Welt entscheidet, dir zu helfen. Deine Gedanken haben dabei eine bestimmte Wellenlänge oder bestehen aus einer bestimmten Art von Energie.

Die Welt weiß, dass du dich mit diesem Job und/oder diesem Partner und/oder an diesem Ort nicht verwirklichen kannst, nicht glücklich sein kannst (wie du es, wohl gemerkt, selber willst) und will dich dazu bewegen, einige Dinge in deinem Leben zu ändern, damit du das bekommst, was du willst. Sie schickt dir Signale: Hier und da läuft irgendwas schief. Du bist aber bockig, das wissen wir ja. Und tust nichts, dein Verhalten bleibt genau gleich wie vorher. Du versuchst, die Lage zu verbessern, indem du die gleichen Mittel wie vorher wählst. Gleichzeitig werden deine Gedanken über Glück und Frieden noch intensiver. Was passiert? Das Universum versucht, dir immer wieder zu helfen, deine Verhaltensweise zu ändern, damit du deine Wünsche verwirklichen kannst. Egal mit welchen Mittel. Es entsteht eine Dissonanz: Du willst dein Leben verändern, aber veränderst nichts. Und wenn du denkst, das Leben meint es schlecht mit dir, dann liegst du voll daneben! Also, Hinweis Nummer zwei: Wenn alles schiefläuft, musst du in deinem Leben etwas verändern. Und vermutlich muss es eine grundsätzliche Veränderung sein! Du solltest die Richtung, in die du dich bewegst, neu definieren.