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"Der ultimative Ratgeber in allen Lebenslagen für ein ausgeglichenes Leben" Wir sind so viel stärker, als wir uns das oft bewusst sind. Bewusstsein und Unterbewusstsein stehen im Verhältnis 1:10 und genau diese unglaubliche Kraft unseres Unterbewusstseins wird in diesem Buch beleuchtet. Der Autor versucht, die Grenzen auszuloten oder gar zu sprengen, von dem, was wir glauben, dass es möglich wäre. Selbsthypnose erlernen? Einfach! Mit diesem Buch und dem Hypnose MP3 lernen Sie verschiedene alltägliche und weniger alltägliche Probleme zu lösen, sie positiv zu beeinflussen oder zu mildern. Sie können mit den hier vorgestellten Techniken selbst auf Ihre Person abgestimmte Suggestionen erstellen. Mit unseren Online-Vertiefungskursen stehen Ihnen weitere Ressourcen von Hypnoseprofis zur Verfügung, um Ihr Leben gesünder, glücklicher, fröhlicher, ausgeglichener und erfolgreicher zu gestalten. Dieses Buch ist für alle, die das wahre Potenzial ihres Unterbewusstseins gezielter nutzen wollen, die sich von ihrem vermeintlichen Schicksal lösen und die Kontrolle zurückerobern wollen über die verschiedensten Lebenslagen und Lebenssituationen!
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Seitenzahl: 222
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Hansruedi Wipf
Hansruedi Wipf
Der natürliche Weg zur Selbstheilung
Giger Verlag
Die Hardcoverausgabe ist 2017 im Giger Verlag erschienen
3., verbesserte Auflage 2024
© Giger Verlag GmbH, CH-8852 Altendorf
Telefon 0041 55 442 68 48
www.gigerverlag.ch
Lektorat: Monika Rohde, Leipzig
Umschlaggestaltung: Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich
Layout und Satz: Roland Poferl Print-Design, Köln
Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck
Printed in Germany
ISBN 978-3-906872-95-7
eISBN 978-3-039330-96-6
Vorwort
Selbsthypnose: Erwarte nichts – sei offen für alles
Verstehe, lerne und nutze Selbsthypnose
Einleitung – Sapere aude
Der Löwe und der Floh
Sapere aude!
Selbsthypnose ist natürlich, einfach – und soll es auch bleiben oder wieder werden!
Hypnose und ihre Funktionsweise
Wie funktioniert unser Kopf?
Das Bewusstsein
Der analytische Verstand
Der rationale Verstand
Der Wille
Das Kurzzeit- oder Arbeitsgedächtnis
Das Unterbewusstsein
Das Langzeitgedächtnis
Gewohnheiten
Gefühle und Emotionen
Der Selbstschutz
Faul, träge und bequem
Der kritische Faktor
Der Wille
Hypnose ist der Schlüssel
Hypnose: Definitiv kein Schlaf, aber hochkonzentriert
Die vier mentalen Einstellungen nach Omni
Der Showhypnotiseur
Selbsthypnose versus Hypnose versus Hypnosetherapie
Jede Hypnose ist eine Selbsthypnose
Wie wirkt Selbsthypnose auf unseren Körper und Geist?
Wie kannst du die Selbsthypnose für dich am vorteilhaftesten einsetzen?
Die acht-Punkte-Formel für erfolgreiche Selbsthypnose
1. Wunsch nach Veränderung sowie Abwesenheit von Sekundärgewinn
2. Bewusstsein der Eigenverantwortung sowie Geduld und Gelassenheit
3. Zeit versus Priorität … der ewige K(r)ampf
4. Zieldefinition
5. Zwei Individualisierungsansätze der Suggestionen
6. Tiefe der Hypnose
7. Compounding – Wiederholungen der Selbsthypnosesitzung zum selben Thema
8. Regelmäßigkeit
Stell dir vor – nutze deine Vorstellungskraft
Hypnose – der Turbo für Veränderung!
Vokabular Hypnose
Höher, weiter, schneller oder einfach weniger von allem – was treibt uns an?
Wie du mit dir selbst sprichst, ist der Spiegel deiner eigenen Wertschätzung
Verstehe den Ursprung deiner negativen Gedanken und Gefühle und du kannst diese zu deinen Gunsten verändern
Positiv denken und der Stress damit
Die sieben Gesetze des Verstands
1. Jede Idee und jeder Gedanke verursacht eine physische Reaktion
2. Erwartungen oder Erwartungshaltungen haben die Tendenz, einzutreten
3. Wenn man mit dem Hirn arbeitet, ist die Vorstellungskraft stärker als Wissen oder Erkenntnis
4. Wenn eine Idee erst einmal Fuß im Unterbewusstsein gefasst hat, wird es zunehmend schwieriger, diese wieder zu ändern
5. Jede wiederholte Suggestion kreiert weniger Widerstand zu darauf folgenden Suggestionen
6. Ein emotionell induziertes Symptom tendiert bei vermehrter, lang anhaltender Wiederholung dazu, organische Veränderungen hervorzurufen
7. Je größer der bewusste Aufwand, im Unterbewusstsein Veränderungen herbeizuführen, desto geringer die Wirkung
Worte sind Energieträger – jedes Wort zählt!
Kontrolle versus Lösung eines Problems
Selbsthypnose lernen mit der Lichtschaltertechnik
Die Lichtschalter-Selbsthypnose-Technik
Schritt für Schritt Anleitung
1. MP3-Selbsthypnose hören
2. Üben der Selbsthypnose
Arbeiten mit der Selbsthypnose – verschiedene Methoden
Zwei Techniken, um mit Autosuggestionen zu arbeiten
Technik 1: Indexkarte/Blatt Papier
Technik 2: Audioaufnahme via MP3-Player oder Handy
Was tun, wenn keine Veränderung eintritt?
Passende Suggestionen erarbeiten und formulieren
Korrekte Struktur von Suggestionen
Warnhinweis/Achtung/Vorsicht: Schmerzen
Die Persönlichkeitsanalyse auf www.selbsthypnose.net
XL-Persönlichkeitsanalyse auf selbsthypnose.net
Liste positiver Wörter für deine kreativen Suggestionen
Liste möglicher Suggestionssätze
Nutze wann immer möglich positive Wörter für positive Veränderungen!
Vorschläge für Suggestionen
Anwendungsgebiete der Selbsthypnose
Zwei Selbsthypnosetechniken für Fortgeschrittene
Erste fortgeschrittene Lichtschaltertechnik
Zweite fortgeschrittene Selbsthypnosetechnik
Audios für Selbsthypnose erstellen
Software
Mikrofon und Zubehör
Hintergrundmusik – ja/nein? Und wenn ja, wann/wo?
Binaurale Beats
Subliminale Botschaften
Schlusswort
Weitergehende Informationen
Danksagung
Weiterführende Literatur
Über den Autor
Dieses Buch zu schreiben hat mir erneut viel Spaß bereitet, wie bereits mein erstes Buch. Es ist jedes Mal ein Ab- und Eintauchen in die Hypnosewelt, in die Selbstreflexion, in die Suche, was es denn zum Thema Selbsthypnose bereits auf dem Markt gibt, zu überlegen, was muss, was kann ins Buch. Dann die Frage, was kann ich zusätzlich in die Selbsthypnose einbringen, was so vielleicht noch nicht oder nur selten berücksichtigt wurde. Etwas Neues, was die Leserinnen und Leser auch spannend finden und davon profitieren können, um ihr Leben so zu verändern, wie sie es sich vorstellen. Sich dadurch besser kennenzulernen und so auch besser zu verstehen, welche Veränderung sie denn überhaupt wollen und weiterbringt. Ganz gezielt vorzugehen, nicht so schwammig oder pauschal. Die Einbindung einer professionellen Persönlichkeitsanalyse ist bestimmt dieses eine Alleinstellungsmerkmal im Bereich der Selbsthypnosebücher. Auf jeden Fall habe ich es so nicht in der vorhandenen Literatur gefunden.
Die Selbsthypnose via »Lichtschaltertechnik« einem breiten Publikum nicht nur bekannt zu machen, sondern zur Verfügung zu stellen, um sogleich mit dem Erlernen der Selbsthypnose zu beginnen, ist sicher ein weiterer Schritt, etwas Neues zu präsentieren. Die-Schritt-für-Schritt-Instruktionen, wie mit der erlernten Selbsthypnose zu arbeiten, ist ein weiterer.
Ebenso ist die »Acht-Punkte-Formel für noch erfolgreichere Selbsthypnose« sicher etwas, was so noch nicht definiert wurde. Selbsthypnose ist nicht einfach ein Zauberstab, der deine Probleme magisch zum Verschwinden bringt. Es braucht Arbeit, aber diese Arbeit ist einfacher als ohne Selbsthypnose.
Zusätzlich sind Erfahrungen und Erkenntnisse aus meiner Zeit als Führungskraft in der globalen Automobilindustrie, aus über 100 selbst durchgeführten Hypnoseausbildungen und Tausenden von Hypnosetherapien eingeflossen. Mir liegt es persönlich sehr am Herzen, die Hypnosetherapie und die Selbsthypnose so zu vermitteln, dass sie einfach, verständlich und anwendbar bleiben, nicht etwa als elitär oder kompliziert wahrgenommen werden. Ich schreibe Effizienz und Effektivität im Therapie- und Unterrichtswesen groß und habe keine Probleme, an Resultaten gemessen zu werden.
Auf jeden Fall sind viele frische Ideen in dieses Buch eingeflossen, die so noch nicht kombiniert oder sonst erst in Hypnosetherapieausbildungen so vermittelt wurden, jetzt aber einem breiteren Publikum zur Verfügung stehen.
Auf www.selbsthypnose.net wirst du weiter gehende Informationen rund um die Selbsthypnose finden. Dort kannst du dir eine spannende und oft auch verblüffende Online-Persönlichkeitsanalyse erstellen, die dir wertvolle Hinweise über dich geben kann. Ein Dank hier an Lars Lorber, der mir die Erlaubnis gegeben hat, sein professionelles Wissen in Lizenz für die Leser meines Buches zu nutzen. Das ist nicht selbstverständlich.
Der ganz große Dank geht jedoch an Sabine Giger vom Giger Verlag, die schon vor dem ersten Buch an mich geglaubt und mich jetzt auch wieder motiviert hat, ein weiteres Buch in Angriff zu nehmen. Deine Unterstützung ist sehr wertvoll, und ich weiß diese tolle Zusammenarbeit sehr zu schätzen. Danke Sabine!
Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als dir viel Spaß beim Lesen zu wünschen. Möge die Selbsthypnose dein Leben positiv und nachhaltig verändern sowie dir wieder mehr Kontrolle und Selbstbestimmung geben.
»Stell dir vor, dein Problem ist gelöst, und sei offen für alles Gute in deinem Leben.«
Dieses Buch erklärt, wie Hypnose funktioniert, wie du dir mit Selbsthypnose helfen kannst, wie du die Selbsthypnose lernst (mit der MP3) und wie du deine eigenen persönlichen Selbsthypnose-Suggestionen entwickelst. Zudem erfährst du, wie du Ziele erarbeiten kannst, die dir dabei helfen können, die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg bei der Selbsthypnose zu erhöhen und Frust zu vermeiden. Du lernst, deine Suggestionen effizienter und effektiver zu gestalten, den Wörtern mehr Kraft zu verleihen. Du lernst auch, welche Einstellung es für Veränderung braucht, welche Gesetze unseren Verstand beeinflussen und wie du mit diesem Wissen die Selbsthypnose wirksamer gestalten kannst.
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Jeder Mensch hat ein Anrecht darauf, glücklich, zufrieden, gesund und ausgeglichen zu sein. Unser Umfeld, unsere eigene Vergangenheit sowie unsere dadurch entstandenen Glaubenssätze stehen diesem jedoch oft im Weg. Nicht dass alles immer große Probleme oder Herausforderungen sein müssen, um uns das Leben schwierig zu gestalten, oft sind es die kleinen Dinge, die uns das Leben schwer machen. Wie war das noch mal: Ein Floh kann einen Löwen sicher mehr ärgern als ein Löwe einen Floh!
Genau um den Floh geht es hier – und die Größe eines Flohs entscheidet immer der Betrachter. Ist es ein Floh in Form von Nägelkauen? Fehlendem Selbstwertgefühl? Unsicherheit? Einer vermeintlich unbegründeten Angst? Gesundheitlichem Stress? Lampenfieber? Allergien? Schmerzen? Lernschwierigkeiten? Reduzierte Konzentration? Was immer es ist, es gibt Lösungen dafür. Eine davon ist definitiv die Selbsthypnose. Es gibt übrigens kein Thema, das nicht mit Hypnose oder Selbsthypnose positiv beeinflusst werden könnte.
Selbsthypnose – was ist das genau? Was bedeutet das? Was kann man damit erreichen, erzielen, bewerkstelligen, verändern? Wie kann ich sie lernen, wie für meine geistige und körperliche Gesundheit nutzen, egal wie, wann und wo? In Sekundenschnelle?
Genau auf diese Themen werde ich in diesem meinem zweiten Buch eingehen und sie detailliert erklären. Einmal mehr in einer Sprache, die für alle verständlich sein soll, egal ob Laie oder Profi – direkt, zielgerichtet und ohne Schnickschnack, der nur dazu dienen würde, die Hypnose als etwas Kompliziertes oder nur schwer Erlernbares darzustellen.
Hypnose ist zu natürlich und zu omnipräsent im Leben des Menschen, um sie als elitär, schwierig erlernbar oder den vermeintlich »Erleuchteten« vorzubehalten. Das muss endlich ein Ende finden. Aufklärung tut not, wie dazumal John Locke, Jean-Jacques Rousseau, Montesquieu oder Voltaire und vielleicht noch viel früher Sokrates oder Plato sie betrieben und gefördert haben – und ich möchte mich selbst nicht im Geringsten mit diesen genialen Köpfen auf eine Ebene hieven –, nein, aber die Absicht ist dieselbe.
Warum sind die Erkenntnisse von Franz Anton Mesmer, James Braid, James Esdaile, Dave Elman, Gerald Kein und vielen weiteren, die für und mit der Hypnose arbeiteten und sie weiterentwickelten, immer noch nicht die Basis im Verständnis unseres Unterbewusstseins und wie wir mit ihm arbeiten können, um Probleme zu vermeiden oder Symptome zu lösen – auf einfache Art und Weise? Und zwar mit dem, was wir bereits seit Jahrtausenden in uns haben – dem eigenen Medizinmann, dem Weisen, dem Heiler? Der Zustand der Hypnose war wahrscheinlich schon den Neandertalern bekannt, erwiesenermaßen den Mesopotamiern, Ägyptern, Griechen und Römern, die den Zustand aktiv nutzten.
Warum sind wir, was Traumatologie anbelangt, so großartig in der Medizin und können die kompliziertesten medizinischen Herausforderungen meistern, verbraten aber Monate, wenn nicht Jahre mit irgendwelchen mehr oder weniger sinnlosen Psychotherapien, ohne dass wir zuerst die Kurzzeittherapie der modernen Hypnosetherapie zur Anwendung bringen? Ich meine hier übrigens nicht die Form von Hypnosetherapie, die auf irgendwelchen Märchenstunden beruht, die mit viel Hoffnung begleitet werden, dass doch der Patient möglichst selbst herausfinden möchte, was ihn heilen soll. Ich spreche von aufdeckender Hypnosetherapie, die darauf beruht, dass jedes Symptom einen Auslöser hat, der tief verborgen im Unterbewusstsein des Menschen schlummert und oft nicht durch den analytischen, logischen Verstand des Bewusstseins definier- oder fassbar ist. Diesen Auslöser zu finden, ihn dann zu neutralisieren und zu ersetzen mit positivem Denken, Fühlen und Verhalten, ist die Königsdisziplin der modernen Hypnosetherapie.
Ereignisse aus unserer Vergangenheit, emotional behaftet, sind es, die uns körperliche und geistige Herausforderungen bescheren (abgesehen von Unfällen oder anderen äußeren Umständen). Unser derzeitiger seelischer Zustand ist die Summe unserer Vergangenheit – im Positiven wie im Negativen.
Leider haben Sigmund Freud und seine Psychoanalyse der Hypnose absolut keinen Gefallen getan, denn er lehnte die Hypnose als zu effizient ab und meinte, dass dies wohl eher die Psychotherapie des armen Mannes wäre. Obwohl er gegen Ende seines Lebens seine fehlgeleitete Meinung revidierte, wurden Generationen von Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater lieber im Ödipuskomplex unterrichtet als von der Wirksamkeit der Hypnosetherapie überzeugt.
Die zweite Fehlentwicklung geschah, als Schüler von Milton Erickson diesen zu einem Hypnose-Gott erkoren und die Herrschaft über die Hypnose für sich reklamierten. Auch sie taten der Hypnose damit keinen Gefallen, obwohl vielen nicht einmal unbedingt Absicht unterstellt werden kann. Hypnose galt fortan als kompliziert, langwierig, weichgespült, nur »Profis« vorbehalten, und wenn vom »Laien« ausgeführt sogar als gefährlich. Viele Mythen wurden noch verstärkt dadurch, und Angst machte sich breit, sogar in der Hypnosewelt, dass was weiß ich für unkontrollierbare Katastrophen im Zustand der Hypnose eintreten könnten.
Fragen, die in diesem Zusammenhang sicher gestellt werden dürfen: Wann hatten wir jemals einen dokumentierten Fall, wo jemand an einer Überdosis Hypnose gestorben ist? Wann hat sich jemand mal eine tödliche Hypnose-Infektion geholt und davon nicht mehr erholt? Nie! Und es wird auch nie geschehen! Fakt ist, dass in der EU allein über 90 000 Menschen jährlich an Infektionen sterben, die sie sich in Spitälern geholt haben (und das sind nur die offiziell erfassten Fälle!). Wie oft führt Fehlmedikation zu Komplikationen oder gar zum Tod? Wie oft führen Fehler während Operationen zu Komplikationen oder zum Tod? Und da wollen einige Schlaumeier die Hypnose als gefährlich einstufen oder gar so weit limitieren, dass nur ausgewiesene Fachpersonen im Range eines Psychologen oder Psychiaters diese nutzen dürfen?
Dann ist es kein Wunder, dass das Interesse und der Glaube an Hypnose von so manchem interessierten Mediziner verblasst, wenn er einen Zwei-Tageskurs über Hypnose nach Erickson absolviert, aber null und nichts damit anfangen kann, dadurch sofort die Idee verwirft, jemals mit Hypnose zu arbeiten und sich daher voll und ganz der konventionellen Medizin verschreibt und sogar noch abschätzig über die Hypnose redet. Solange es nur einen Hypnose-Gott geben darf bei den sogenannten etablierten Berufsbildern, solange wird Hypnosetherapie ein Mauerblümchendasein fristen, unbeachtet, ignoriert und oft gar verpönt. Vielleicht nicht einmal ungewollt, oder zumindest wehrt man sich nicht wirklich dagegen, denn es würde die Therapieindustrie ganz schön durch einanderwirbeln und so manche Therapieansätze als fehlgeleitet entlarven.
Hypnose gehört allen – dir, mir, uns. Das, was dir/mir/uns die Natur mit in die Wiege gelegt hat, gilt es nun, gezielt zu nutzen, zu deinem Vorteil. Uneingeschränkt, ohne irgendwelche Limitationen oder Verbote elitärer Gruppierungen oder Interessensgemeinschaften, nur damit ihre Pfründe geschützt bleiben. Wir konnten es, als wir noch klein waren – Kinder –, ohne durch Erwachsene auferlegte Grenzen und Limitierungen. Wir konnten es, als man uns noch ließ, als wir noch durften, bis uns jemand sagte, dass es nicht möglich wäre, dass es Unsinn oder gar Hirngespinste seien. Wir übernahmen diese Grenzen, ohne sie als solche zu erkennen, und lebten innerhalb dieser mehr oder minder glücklich, denn sie gaben uns auch Halt. Aber jetzt, wo wir uns verändern möchten oder gar müssen, rennen wir uns die Köpfe ein, stoßen genau an diese fremdbestimmten Grenzen, weil wir geglaubt haben, dass sie echt sind, Wirklichkeit, Realität und dass wir ohne fremde Hilfe nicht mehr unsere alltäglichen und auch weniger alltäglichen Probleme meistern können. Wir brauchen Ärzte, Medikamente, Psychologen, Psychiater, Coaches, Berater, um die nächsten Schritte zu tätigen, und ohne diese können wir keine gesunden, kompletten Menschen mehr sein. Es ist wie Outsourcing von Verantwortung und somit auch des pro-aktiven Teils von einem gesunden Geist und Körper.
Brauchen wir ab und zu die helfende Hand Dritter? Ja klar, und da möchte ich auch nicht falsch verstanden werden. Sehr wohl hat die eine oder andere Langzeittherapie oder das eine oder andere Medikament seine Berechtigung; und es gibt Menschen, denen sind die Strukturen so zerstört worden oder erst nie mitgegeben worden, dass sie Fremdhilfe benötigen. Das ist alles in Ordnung. Womit ich definitiv nicht einverstanden bin, sind die endlosen Sitzungen, die das Leid vieler Menschen nur noch länger hinauszögern. Das ist brutal, das ist unmenschlich – nur weil es staatlich so sanktioniert ist? Nur weil die meisten Krankenkassen das so akzeptieren und bezahlen? Das ist feige und unfair. Du fühlst dich gerade verletzt, beleidigt und schreist: »Welch ein Affront!«? Okay – ich kann damit leben. Heute, in der reizüberfluteten Gesellschaft muss man Klartext sprechen. Die Dinge beim Namen nennen. Möchte ich dich beleidigen? Nein, nicht im Geringsten! Ich möchte dich dazu auffordern, nachzudenken.
Ja, ich mag polarisieren – so wie auch in meinem ersten Buch –, aber je länger, desto radikaler werde ich in meiner Überzeugung, dass wir schon lange alles in uns haben, um Krankheiten zu vermeiden und um Genesung zu erleben. Ist es immer einfach nur schwarz-weiß? Nein, ist es nicht, und ich bin der Letzte, der die moderne Medizin verteufeln würde, denn auch ich habe schon von ihr profitiert. Es muss ein neues Hand-in-Hand geben. Natürlich wird dadurch eine Umwälzung eingeleitet, aber sind wir nicht gerade alle mittendrin in einer wahnsinnigen Umwälzung – einer digitalen? Mehr und mehr übernehmen Software, Roboter, Maschinen unsere Arbeit. Sie wird mehr und mehr entmenschlicht und erschafft dadurch neue Sinnkrisen, aber auch Chancen, jedoch nur für die Jüngeren und Flexiblen. Andere werden abgehängt.
Würden wir übrigens Kindern Selbsthypnose und wie sie in ihrem Sinne aktiv zu nutzen ist, von Anfang an beibringen, so würden wir eine bessere Gesellschaft erschaffen. Weniger Stress, Krankheit, Ängste, Schmerzen, dafür umso ausgeglichener, freundlicher, aufrichtiger. Hast du Kinder? Du kannst ihnen das, was du in diesem Buch lernst, in vereinfachter Form bereits ab sechs bis acht Jahren beibringen, das ist ja vollkommen natürlich für sie. Mit diesem Buch lernst du die Ansätze dazu und kannst diese dann entsprechend für deine Kinder anpassen.
Immanuel Kant schrieb um 1783: »Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern … des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!«
Befreie dich von hinderlichen Glaubenssätzen deiner Eltern, deren Eltern, Lehrern, der Medien, der Gesellschaft, der Kirche oder Religion allgemein und lerne wieder, auf dich selbst zu hören, dir selbst wieder mehr zu vertrauen als anderen, dir das aber auch »zuzutrauen«. Gern zeige ich dir, wie dir das gelingen kann. Ich möchte dir nicht nur dieses wunderbare und oft befreiend wirkende Werkzeug der Selbsthypnose beibringen, sondern auch zeigen, wie du diese zu deinem Wohlergehen nutzen kannst.
Auch ich bin mit Grenzen im Kopf aufgewachsen. Ich hatte einfach das Glück, einige davon ablegen zu dürfen und gewisse infrage zu stellen, ohne den Anspruch auf Richtigkeit, Absolutheit zu haben oder sie gar als Naturgesetz zu deklarieren – zu unterschiedlich sind unsere Leben, unsere Herkunft, unsere Realitäten. Innerhalb unserer eigenen Realität (Alter, Gesundheit, Erziehung, Ausbildung, Finanzen, Familie, Beruf etc.) können wir aber die Grenzen sprengen – für den einen mehr, den anderen weniger. In diesem Sinn ist alles relativ, denn die Wahrheit ist relativ – es kommt immer auf den Blickwinkel an, die Herkunft. Genauso wie ich Menschen kennenlernen durfte, die mir die Augen geöffnet haben, oder Dinge erleben durfte, die denselben Effekt hatten, genauso kann dir dieses Buch dabei helfen, wieder mehr Kontrolle über die Dinge in deinem Leben zu gewinnen, die du vermisst oder gar verloren hast. Die Augen öffnen. Mehr Mut zu eigenständigem Denken und Handeln sowie mehr Unabhängigkeit und weniger Fremdbestimmung zu erzielen.
Viele medizinische Neuigkeiten und Errungenschaften von anno dazumal werden heute als katastrophale Fehleinschätzungen und Fehlentwicklungen betrachtet, und man liest, dass man heute viel weiter sei. Sind wir das wirklich? Nicht, wenn wir die Eigenfähigkeiten zu Heilung, Genesung oder Lösungsfindung als Maßstab nehmen.
Bis 1992 wurde zum Beispiel Homosexualität in Deutschland immer noch als Krankheit eingestuft und sogar erst ab 1994 als nicht mehr strafbar deklariert (überraschenderweise ist es in der Schweiz bereits seit 1942 nicht mehr der Fall). In der bis 1992 gültigen neunten Ausgabe der ICD (International Classification of Diseases) erschien Homosexualität unter dem Klassenkürzel 302.0 als eigene Krankheit. In der folgenden, bis heute geltenden Version ICD-10 tauchte die gleichgeschlechtliche Neigung dann endlich nicht mehr auf. (Quelle: http://www.spektrum.de/quiz/bis-wann-fuehrte-die-who-homosexualitaet-als-krankheit/780588)
Davon ist man nun glücklicherweise abgekommen, hat aber im Gegenzug viele andere normale menschliche Regungen zu krankhaften Verhaltens- und Empfindungsweisen emporgehoben. Trauer länger als drei Wochen, zum Beispiel nach dem Verlust einer geliebten oder nahestehenden Person, gilt nun als womöglich krankhaft und somit behandlungswürdig. Empörend ist das! Es ist ein schleichender Prozess, der wie ein giftiger Schimmelpilz hinter der Hauswand leise und unbemerkt heranwächst, bis das ganze Haus infiziert ist und man diesen Pilz kaum noch wegbekommt, ohne das ganze Haus abzubrechen. Unhaltbar und ein Skandal gleichzeitig – eine ganze Therapieindustrie wird damit gefüttert, und alle spielen willig mit – ja, auch wir, indem wir nicht mehr selbst denken, nicht mehr selbst vertrauen und die Dinge so »fressen«, wie wir sie vorgesetzt bekommen von jemandem, dem wir durch seine Bildung oder Stellung den Fisch so abkaufen, wie er uns verkauft wird. Diesem Menschen pauschal Böswilligkeit zu unterstellen, wäre genauso falsch, wie ihm komplette Unschuld zuzugestehen oder ihn gar freizusprechen. Das System ist ganz glücklich mit dem Zustand wie er ist, denn viele können mehr oder minder gut davon leben und profitieren davon, andere in der Therapiespirale gefangen zu halten. Es ist jedoch ein Win-win-lose-Szenario.
Das geschieht heimlich, unbemerkt, und wenn wir mehr davon wüssten und verstünden, würden wir uns dieser Entwicklung entgegenstemmen. Ich empfehle allen, das Buch Normal: Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen von Allen Francis zu lesen, einem Psychiater, der seine Mitarbeit an der Erarbeitung von Krankheitsbildern (ICD) mitunter bereut und die Uhr gern zurückdrehen würde. Er schreibt sicher diplomatischer, als ich das in meinen einfachen Worten gerade zum Ausdruck bringe.
Weniger diplomatisch geht es in folgendem englischen Buch zu, das ebenfalls von einem Psychiater (Steven M. Rothstein) geschrieben wurde, aber schon etwas älteren Datums (1988) ist: Shock Wave. Es verleitet ebenfalls zum Nachdenken und regt an, das Etablierte wieder vermehrt infrage zu stellen und sich der eigenen Ressourcen zu erinnern.
Abgeschweift? Oh, ich merke gerade, dass ich mal wieder ein wenig abgeschweift bin vom Thema Selbsthypnose. Sorry, ich kann es nicht immer verhindern, und man möge mir milde gestimmt sein für diesen Ausflug, aber sapere aude gilt immer noch!
Also, was kannst du von diesem Buch erwarten?
Mehr Selbstbestimmung, mehr Kontrolle, mehr Glücksgefühle, mehr Gesundheit, mehr Ausgeglichenheit, mehr von allem, was du dir wünschst, und weniger von dem, was dich hindert, dein Leben nach deinen Vorstellungen zu verwirklichen. Und das alles viel persönlicher, individualisierter, als du es bisher von anderen Büchern erwarten konntest.
Ich bringe dir bei, wie du dich selbst innerhalb kürzester Zeit fast überall in Selbsthypnose versetzen und dies zu deinem Wohlbefinden nutzen kannst.
Zudem lernst du auch, wie fortgeschrittene Selbsthypnosetechniken funktionieren und dir beim Lernen, beim Zahnarzt oder beim Herausfinden von ursächlichen Auslösern von Problemen helfen können.
Ebenfalls lernst du, wie du Suggestionen gestalten kannst, sodass sie eine positive, individualisierte Wirkung entfalten können, ohne in die Stolperfallen zu treten, die von Anfängern wie Profis oft gemacht werden.
Gern gebe ich dir auch einen Teil meiner über 30 Jahre Erfahrung mit der Hypnose mit auf den Weg, damit du schneller zum Ziel kommst, als es bei mir der Fall war – obwohl auch ich noch nicht wirklich am Ziel angekommen bin und viele weitere Pläne habe.
Mein Ziel ist es, dass du nach dem Lesen des Buches und der Beendigung der Übungen mit der MP3 dich gezielt in Selbsthypnose versetzen und damit erfolgreich an dir selbst arbeiten kannst. Es soll so einfach wie nur möglich gehalten sein, denn die Kunst ist es, auch das vermeintlich Komplizierte einfach aussehen zu lassen. Erinnere dich daran: Hypnose ist natürlich – jeder Mensch wird mit der Fähigkeit geboren – und somit einfach!
»Die Handbremse – das Instrument der Ängstlichen … Rechts! Rechts ist das Gaspedal! Sapere aude!«
Und jetzt noch ein paar andere Wahrheiten über die Hypnose. Die erste ist, dass es kein solches Ding, genannt »Hypnose«, wirklich gibt. Gab es nie und wird es nie geben! Es gibt diverse Versuche, die Hypnose »sichtbar« zu machen via bildgebenden Verfahren in der Medizin, aber Hypnose kann von absoluter Tiefenentspannung bis hin zu allerhöchster Agitation (Anspannung bis hin zu Abreaktionen) sein. Die Bandbreite ist zu groß, um »einen« hypnotischen Zustand darzustellen. Ich habe schon mit vielen Menschen gearbeitet, aber in Tat und Wahrheit habe ich noch nie jemanden hypnotisiert oder gar geheilt. Es gibt nur eine Form der Hypnose und das ist die »Selbsthypnose«. Der Hypnotisand lässt es entweder zu oder nicht. Auch wenn eine Heilung eintritt, so ist es nicht der Hypnotiseur, der diese veranlasst, sondern der Klient, der es zulässt, der es geschehen macht. Jede Form der Hypnose ist Selbsthypnose. Du bräuchtest mich gar nicht, um in eine wunderbare, tiefe und entspannende Hypnose zu gehen. Du kannst das eigentlich alles selbst, und du brauchst mich auch nicht, um dir Suggestionen für positive Veränderungen zu geben. Du kannst das alles selbst. Der einzige Grund, warum es den Hypnosetherapeuten braucht, ist, weil du normalerweise nicht weißt, wie es funktioniert. Aber Hypnose kann man lernen, und Menschen lernen sie tagtäglich überall auf der Welt. Es ist keine Hexerei, sondern sehr einfach. Alles, was ich für dich heute tun kann, ist, dir dabei behilflich zu sein, in die Selbsthypnose zu gleiten. Ich bin wie dein Reiseführer.
Der Mensch wird mit der natürlichen Fähigkeit geboren, in die Hypnose zu gehen, wahrscheinlich seit es die Menschheit gibt, bis hin zu den Neandertalern oder anderen Frühmenschen. Warum soll dann Hypnose kompliziert sein, wenn schon die Neandertaler diese Fähigkeit besaßen? Weil wir vielleicht zu wissenschaftsgläubig wurden, zu abhängig von Drittmeinungen von Ärzten, Psychiatern oder Psychologen und Medikamenten? Weil viele von uns verlernt haben, auf sich selbst zu hören (hören, fühlen, spüren, riechen, schmecken, sehen, egal welcher Sinn) und kaum noch in Berührung mit sich sind, entkoppelt von der eigenen, inneren Welt? Kein Wunder boomen Achtsamkeitskurse und andere ähnlich gelagerte Weiterbildungen, die einem helfen sollen, vermehrt zu sich selbst zu finden.
Sicher alles gute Ansätze, nur kann die Selbsthypnose oder Hypnosetherapie mehr als nur das. Die Selbsthypnose kann das Innenleben eines Menschen komplett verändern – schneller, intensiver, nachhaltiger. Wenn Selbsthypnose das kann, was kann dann erst Hypnosetherapie!
Hypnose ist einfach ein »Zustand«, weiter nichts. Dieser Zustand wird normalerweise als sehr angenehm beschrieben, muss aber nicht zwingend und eindeutig als solcher wahrgenommen werden, obwohl man bereits in Hypnose ist. Einige Menschen nehmen diesen Zustand intensiver wahr als andere, was aber unter dem Strich egal ist. Wieder andere sind im ganz normalen Alltag so oft in einem hypnotischen Zustand, dass sie diesen kaum anders wahrnehmen und meinen, dass sie gar nichts spüren, ähnlich oder gleich dem Tagträumen. Auch das kann es geben.
Wenn wir also mit der Fähigkeit geboren werden, in Hypnose zu gehen, warum nutzen wir sie nicht öfter, gezielter? Ja, warum wohl? Ob es eine definitive Antwort darauf gibt, kann ich nicht abschließend sagen, aber der Zustand der Hypnose passt oft nicht in unsere Gesellschaft der Aufgeklärtheit, wo alles Sinn und Zweck haben soll, verständlich und wissenschaftlich erklärbar. Die Hypnose, das wissen wir, hat eigentlich den falschen Namen, denn, abgeleitet vom griechischen Gott »Hypnos«, Gott des Schlafs, Hypnose hat überhaupt nichts, ja absolut nichts, mit Schlaf zu tun, nur hat sich das eben in den Köpfen der Menschen festgefressen, wie auch »willenlos, ausgeliefert« oder ähnlich.
Kann oder will ich den Begriff »Hypnose« deswegen ändern? Nein, denn »es« ist allen (vermeintlich) sofort klar, worum es sich handelt, somit ist das Ziel erfüllt – nur ist die Herausforderung, was »es« wirklich ist, entsprechend korrekt in die Köpfe der Menschen/Bevölkerung zu bekommen. Viele meinen zu wissen, was Hypnose ist, ohne jedoch eine Ahnung zu haben – aber die Vorurteile, die Ängste und das Halbwissen sind da. Aufklärung tut not, denn das »Nicht-Wissen« und »Nicht-Verstehen« trägt dazu bei, dass die Menschen der Hypnose immer noch mit Skepsis entgegentreten.
