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In Zeiten zunehmender Unsicherheit und steigender Kriminalität ist Selbstverteidigung wichtig. Die Kriminalstatistiken und Berichte in den Medien zeigen deutlich, dass wir in unsicheren Zeiten leben. Wenn der Schutz durch staatliche Maßnahmen nicht ausreicht und das Risiko von Übergriffen besteht, ist es sinnvoll, sich selbst schützen zu können. Jörg Sprave, der bekannte YouTuber mit über 3 Millionen Abonnenten, zeigt Ihnen in seinem neuen Buch "Selbstverteidigung und Notwehr", wie Sie sich effektiv vorbereiten und verteidigen können. Als CEO der GoGun GmbH, spezialisiert auf Armbrüste, Bögen, Druckluftwaffen und Messer, bringt Sprave umfangreiche Erfahrung und fundiertes Wissen mit. Finden Sie die optimale Waffe zur Selbstverteidigung. Sprave erläutert in seinem Buch ein leicht umsetzbares Konzept für Selbstverteidigungstechniken mithilfe freier Waffen. Von der Bedeutung der Prävention über einfach zu erlernende Techniken bis hin zur detaillierten Beschreibung der verschiedenen freien Waffen und ihrer Vor- und Nachteile bietet dieses Buch alles, was Sie in diesen unsicheren Zeiten wissen müssen. Kompakt alles Wichtige rund um das Thema Selbstverteidigung: Grundlagen der Selbstverteidigung: Lernen Sie, wie Sie Bedrohungen im Alltag erkennen und vermeiden können. Rechtliche Rahmenbedingungen: Verständliche Erläuterungen zu den gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland. Frei verkäufliche Waffen: Überblick über effektive und legale Waffen zur Selbstverteidigung und deren Anwendung. Selbstverteidigungstechniken: Praktische Techniken, die in Stresssituationen wirklich funktionieren. Notfallplanung und Krisenmanagement: Strategien zur Vorbereitung auf gefährliche Situationen. Sprave zeigt, warum die richtige Vorbereitung entscheidend ist und wie Sie durch präventive Maßnahmen und gezieltes Training Ihre Sicherheit erhöhen können. Dabei legt er besonderen Wert auf realistische und praktikable Lösungen, die ohne jahrelanges Training anwendbar sind. Ob zur eigenen Sicherheit oder als informatives Geschenk – "Selbstverteidigung und Notwehr" von Jörg Sprave ist die ideale Wahl. Profitieren Sie von Jörg Spraves umfangreicher Erfahrung und seinem unterhaltsamen Stil. Bestellen Sie jetzt Ihr Exemplar und machen Sie den ersten Schritt zu mehr Sicherheit in Ihrem Alltag.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 231
Veröffentlichungsjahr: 2024
© Jörg Sprave
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Übersetzung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen
Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind
im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen:
ISBN Softcover: 978-3-96967-488-8
ISBN eBook: 978-3-96967-489-5
Originale Erstausgabe 2024
© by Eulogia Verlags GmbH
Eulogia Verlags GmbH
Gerhofstraße 1–3
20354 Hamburg
Lektorat: Sandra Pichler
Satz und Layout: Tomasz Dębowski
Covergestaltung: Aleksandar Petrović, unter Verwendung von © Alexander Supertramp/Shutterstock.com, © ID1974/Shutterstock.com, © vitec/Shutterstock.com
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher
Vorwort
Über den Autor
Einleitung
Grundlagen der Selbstverteidigung
Bedeutung der Prävention in der Selbstverteidigung
Die drei Szenarien der Selbstverteidigung
Körperliche und geistige Vorbereitung
Die Fight-or-Flight-Reaktion
Mentale Vorbereitung und Szenarien-Training
Die Wahl der richtigen Waffe
Waffenbesitz und Spieltheorie
Waffen zur Heimverteidigung
Waffen für unterwegs
Waffen für den „Weltuntergang“
Erlaubnispflichtige Waffen und ihre Eignung für die Selbstverteidigung
Das Training – Warum, wie und wo?
Das waffenlose Training
Das Training mit scharfen Feuerwaffen
Das Training mit freien Waffen
Rechtliche Rahmenbedingungen – Ein Gastbeitrag von RA Michael Winkler
Einleitung
Einführung in die Rechtfertigungsgründe
Zehn Fragen zum Notwehrrecht
Schlusswort des Rechts
Waffenbesitzkarte, Waffenschein und Co: Erlaubnisse im deutschen Waffenrecht
Die Bedeutung der drei relevanten Erlaubnisse
Die Waffenbesitzkarte (WBK)
Der Waffenschein: Klein und groß
Waffen in der Praxis: Was darf man wirklich?
Scharfe Feuerwaffen: Wege zur Waffenbesitzkarte (WBK)
Die erste Hürde: Persönliche Eignung
Die zweite Hürde: Der Bedürfnisnachweis
Die Kosten und der Zeitaufwand
Fazit: Sportschütze oder Jäger?
Selbstschutz in der Wildnis – Ein Gastbeitrag von Vanessa Blank
Schockierende Taten: Medienberichte
Mein Fazit
Waffenlose Selbstverteidigung – Ein Gastbeitrag von Jochen Wiebe
Bewaffnen Sie sich!
Die innere Einstellung
Der unbewaffnete Kampf
Extremsituationen – Ein Gastbeitrag von Thomas Gast
Bewusster Umgang mit der Waffe
Erstes Beispiel: Brazzaville 1997
Zweites Beispiel: Bangui 1987
Drittes Beispiel: M’Poko 1996
Schlusswort
Danksagung
Über die Autoren
Weiterführende Links
Fußnoten
Disclaimer
Die in diesem Buch enthaltenen Informationen, Techniken und Empfehlungen zur Selbstverteidigung und zum Gebrauch legaler Waffen dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Weder der Autor noch der Verlag übernehmen eine Haftung für eventuelle Verletzungen, Schäden oder rechtliche Konsequenzen, die durch die Anwendung der beschriebenen Techniken oder den Gebrauch von Waffen entstehen könnten.
Die Anwendung der in diesem Buch beschriebenen Selbstverteidigungstechniken und der Gebrauch von Waffen erfolgen auf eigene Gefahr und Verantwortung. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass jede Form der Selbstverteidigung im Einklang mit den geltenden gesetzlichen Bestimmungen erfolgen muss. Vor der Anschaffung und Nutzung von Waffen ist es erforderlich, sich eingehend über die rechtlichen Regelungen und Genehmigungspflichten des jeweiligen Landes oder Bundeslandes zu informieren.
Dieses Buch ersetzt weder eine professionelle Ausbildung noch ein persönliches Training unter fachkundiger Anleitung. Es wird geraten, im Falle einer Bedrohungssituation die Hilfe der örtlichen Behörden in Anspruch zu nehmen.
Ein Buch über Selbstverteidigung und Notwehr, geschrieben von einem der führenden Experten und flankiert von hochkarätigen Gastautoren – zu einer passenderen Zeit hätte es wohl kaum erscheinen können. Nationale und internationale Krisen, Kriege, Terrorismus und Naturkatastrophen führen unweigerlich zu wirtschaftlicher Not, steigender Kriminalität und sozialen Spannungen. Das daraus resultierende Gefühl der Unsicherheit verändert auch in unserem Land viele bisher unumstößliche Gewissheiten.
Dazu gehört das Verhältnis zu Waffen. Als Branchenverband der Deutschen Waffenfachhändler und Büchsenmacher beobachten wir den Markt laufend und sehr genau. Wir verzeichnen in den vergangenen Jahren – besonders nach Amoktaten und vermehrt in der dunklen Jahreszeit – eine zunehmende Nachfrage nach Waffen zur Selbstverteidigung. In früheren Zeiten kauften sich die meisten Menschen eine Waffe für die Jagd, den Sport oder aus dem Sammel-Hobby heraus, jetzt suchen manche Bürger und Bürgerinnen nach einer Waffe, mit der sie sich selbst, ihre Familie und ihr Eigentum verteidigen können.
Fachkundige Beratung ist beim Kauf einer Waffe zur Selbstverteidigung enorm wichtig, weil gerade diese Käufer meist keine Erfahrung haben. Unsere Mitglieder – zu denen auch Jörg Sprave und seine Firma GoGun zählen – spielen dabei die zentrale Rolle. Ein guter Waffenfachhändler kennt sich sowohl mit den komplizierten Gesetzen als auch mit der Wirksamkeit von Waffen im Verteidigungsfall aus und kann den Kunden passgenau beraten. Aber auch das beste Beratungsgespräch kann nicht alle Fragen rund um das Thema „Selbstverteidigung und Notwehr“ beantworten.
Hier kommt dieses Buch ins Spiel. Nicht nur die Grundlagen der Selbstverteidigung werden behandelt, auch die zur Verfügung stehenden Waffen werden vorgestellt und bewertet. Die Wirksamkeit und der Nutzen von erlaubnispflichtigen und erlaubnisfreien Waffen werden erläutert und im Hinblick auf mehrere denkbare Szenarien diskutiert. Hier kann jeder Leser viel lernen von der langjährigen Erfahrung und dem profunden Wissen des Autors.
Der Rechtsanwalt Michael Winkler zählt zum Kreis der auch für unseren Verband tätigen Juristen. Er ist sicher einer der besten Anwälte für das Waffenrecht und den damit in Zusammenhang stehenden Rechtsgebieten. Als Gastautor erläutert er sehr genau die rechtlichen Rahmenbedingungen bei Notwehr, Nothilfe und Notstand. Viele häufig gestellte Fragen werden umfassend beantwortet und etliche einschlägige, hoch interessante Gerichtsurteile werden präsentiert.
Die Outdoor- und Survival-Ikone Vanessa Blank berichtet praxisnah über ihre Erfahrungen und stellt ihre Sicht auf das Thema „Selbstverteidigungstechniken in der Wildnis“ vor. Der bekannte Selbstverteidigungscoach und Trainer Jochen Wiebe schreibt über das Training und praktische Übungen. Der bekannte „Urban Survival“-Experte und Ex-Soldat Thomas Gast berichtet aus seinem ereignisreichen Leben als Bundeswehrsoldat und Fremdenlegionär.
Dieses Buch liefert eine große Menge ungeschminkter Information und ist gleichzeitig spannende Lektüre. Wir vom VDB wünschen Spaß beim Lesen und viel Erfolg bei den Vorbereitungen auf den Notfall – der hoffentlich niemals eintreten wird.
Ingo Meinhard, Geschäftsführer
VDB Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler e. V.
Seit 1949 im Einsatz für die friedliche Nutzung von zivilen Waffen in Deutschland
www.vdb-waffen.de
Wenn man mich fragt, etwas mehr über mich zu erzählen, dann antworte ich meist: „Ich steh’ bei Wikipedia.“ Was zwar stimmt, aber doch recht arrogant ist. So bin ich eben. Wenn ich auch nur versuche, mal aufzuzählen, was für „Berufe“ ich allein derzeit ausübe, dann wird die Liste lang. Ich bin Kaufmann, Unternehmer, Erfinder, Designer, „Rampensau“ (= Verkäufer), Berater, Ökonom, Ausbilder, Entertainer und, offenkundig, auch Autor. (Dies ist übrigens bereits mein drittes Buch, das es in die Buchhandlungen geschafft hat.) Habe ich was vergessen? Bestimmt. Waffenbastler zum Beispiel. Ach ja, YouTuber bin ich auch. „Influencer“ nennt man das ja jetzt neumodern.
Schon seit meiner frühesten Jugend interessiere ich mich für Waffen. Diese Faszination hat nie nachgelassen. Egal, ob es nun Taschenmesser, Bögen, Wurfäxte, Luftgewehre oder später (im Verein) Kleinkalibergewehre waren – ich war Feuer und Flamme. 2008 habe ich meinen YouTube-Kanal „JoergSprave“ (auch als „Slingshotchannel“ bekannt) gegründet. Mittlerweile habe ich über drei Millionen Abonnenten und über 1.100 Videos, die fast 600 Millionen Male angeschaut wurden. Viele dieser Videos beschäftigen sich mit Waffentechnik, aber auch mit Waffenrecht und Waffengeschichte.
https://www.youtube.com/slingshotchannel
Ich bin auch auf den Plattformen Facebook, Quora, Instagram und TikTok aktiv und habe dort viele Videos sowie Texte zum Thema Waffen veröffentlicht. Ab 2013 habe ich mich auch beruflich auf YouTube und die Waffen fokussiert. Seit 2017 bin ich Geschäftsführer der GoGun GmbH und wurde auf diese Weise zum Waffenhändler. Seit 2008 bin ich WBK1-Besitzer; derzeit verfüge ich über insgesamt fünf Waffenbesitzkarten mit ca. 35 eingetragenen Schusswaffen. 2017 habe ich die Fachkundeprüfung für den Waffenhandel vor der IHK in Suhl abgelegt.
Die Firma GoGun ist im Besitz einer behördlichen Waffenhandelserlaubnis. Ich kann von mir sagen, dass ich sicherlich einer der führenden Experten in Sachen „Waffenrecht Deutschland“ bin, als Nicht-Jurist. Die intime Kenntnis des Waffengesetzes ist bei mir Existenzgrundlage und das Erfolgsgeheimnis der GoGun GmbH, deren Mitgründer, Anteilseigner und Geschäftsführer ich bin. Die GoGun GmbH mit Sitz in Essen/Ruhr ist ein Online-Handel für erlaubnisfreie Waffen. Wir führen Bögen, Armbrüste, Druckluftwaffen und Blankwaren. Unser Hauptaugenmerk gilt dabei dem Thema der Selbstverteidigung. Unsere Waffen unterscheiden sich zum Teil extrem stark von „herkömmlichen“ Modellen. Sie sind auf den Anwendungsfall „Verteidigung“ optimiert. Bei GoGun findet man sie, die wirklich effektiven, aber dennoch erlaubnisfreien Waffen. Taktische Schnellfeuer-Repetierarmbrüste, Großkaliber-Druckluftwaffen und ellenlange, frei führbare Messer – legal und frei ab achtzehn Jahren. Wir werden solche Waffen später noch intensiv beleuchten.
So, nun sind wir am Ende dieser kleinen Einleitung angekommen. Die „Reise“ geht los!
Willkommen! Sie haben sich also entschieden, ein Buch zum Thema „Selbstverteidigung und Waffen“ zu lesen – und dabei den Weg zu mir gefunden. Das freut mich wirklich sehr, und ich heiße Sie herzlich willkommen!
Warum genau Sie hier gelandet sind, darüber kann ich nur spekulieren. Vielleicht möchten Sie in diesen zunehmend unsicheren Zeiten einfach vorbereitet sein, um sich und Ihre Familie zu schützen. Oder Sie lehnen Waffen grundsätzlich ab und wollen einen Blick auf die andere Seite werfen, ganz nach dem Motto „Kenne deinen Feind“, wie es in Sunzis „Kunst des Krieges“ heißt. Möglicherweise lesen Sie aber alles, was ich so von mir gebe, und sind ein treuer Fan meiner Arbeit. Was auch immer Sie motiviert, hier zu sein – ich verspreche Ihnen, dass ich mein Bestes geben werde, um dieses Buch so informativ und packend wie möglich zu gestalten.
Doch nun genug der Vorrede. Lassen Sie uns eintauchen in die Welt der Selbstverteidigung, oder besser gesagt: in den für Deutschland relevanten Teil davon.
Die Bedeutung von Selbstverteidigung im Alltag
Ich wuchs im Ruhrgebiet auf, genauer gesagt in Dortmund, Witten und Hagen – Städte, die in den 1980er Jahren einen besonderen Ruf genossen. Es waren Orte, an denen das Gesetz des Stärkeren galt und man stets auf der Hut sein musste. Für uns Jugendliche war das Überleben oft gleichbedeutend mit Selbstverteidigung. Man musste sich durchsetzen, um nicht als Opfer zu gelten, und es verging kaum eine Woche, in der ich nicht ganz schön eingesteckt und auch ausgeteilt habe. Es war eine raue Zeit, in der man hart sein musste, um nicht unterzugehen.
Doch oft ging es weniger um echte Bedrohungen, als vielmehr um die Verteidigung der eigenen „Ehre“. So etwas war damals wichtig – für uns Teenager in der harten Welt des Ruhrpotts. Diese Art der Selbstverteidigung war meist sinnlos und führte zu nichts außer unnötigem Schmerz. Ein gebrochener Finger, eine blutige Nase – der Preis war hoch und im Nachhinein betrachtet war es schlichtweg dumm. Aber wer in solchen Umgebungen aufwächst, der lernt früh, dass der Schutz der eigenen Person und der der Nahestehenden von großer Bedeutung ist.
Echte Bedrohungen wie Messerattacken oder brutale Überfälle waren damals eher selten. Doch heute sieht die Welt anders aus. Die Kriminalität hat zugenommen, die Zeitungen sind voll von Berichten über Gewaltverbrechen, und die Statistiken zeichnen ein düsteres Bild. Krisen, Kriege, soziale Unruhen – die Welt scheint an vielen Fronten zu brennen, und jeder von uns könnte eines Tages in eine Situation geraten, in der er sich verteidigen muss.
Deutschland ist im internationalen Vergleich immer noch ein sicheres Land, das sollte man nicht vergessen. Aber ich verstehe jeden, der sich auf den schlimmsten Fall vorbereiten will. Die Entscheidung, sich nicht wehrlos zu fühlen, verleiht einem eine innere Stärke, die nach außen hin wirkt. Oft reicht allein diese Ausstrahlung, um Angreifer abzuschrecken.
Deshalb ist es vernünftig, sich auf den Ernstfall vorzubereiten – auch wenn man hofft, dass dieser nie eintreten wird. So wie man Winterreifen im Oktober montiert, obwohl vielleicht nie Schnee fällt. Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, die sich oft im Nachhinein als überflüssig erweist, doch das bedeutet nicht, dass sie nicht sinnvoll war.
Gesetzliche Grundlagen in Deutschland zu Selbstverteidigung und Waffenbesitz
In Deutschland liegt das Gewaltmonopol klar beim Staat. Das heißt, der einzelne Bürger soll sich im Idealfall nicht selbst verteidigen müssen – die Polizei ist da, um für Sicherheit zu sorgen. In einer Bedrohungssituation ist es also die erste Empfehlung des Gesetzgebers, die Polizei zu rufen und, wenn möglich, die Flucht zu ergreifen. Selbst wenn dies nicht machbar ist, soll der Bürger sich passiv verhalten.
Ein besonders aufrüttelndes Beispiel ist der Fall der Vergewaltigung auf der Bonner Siegaue im Jahr 20172. Der Freund des Opfers blieb während des Übergriffs im Zelt und rief die Polizei. Sein Messer blieb in der Tasche – und die Polizei glaubte ihm erst nicht. Das Urteil der Behörden nach dem Vorfall lautete: „Er hat alles richtig gemacht.“ Es mag sein, dass dieser Fall ohne Blutvergießen endete, doch die Frage bleibt: Hätte der Freund nicht lieber etwas Wirksameres als ein Taschenmesser bei sich gehabt, um seine Freundin zu verteidigen? Wir wissen es nicht, aber der Gedanke lässt einem keine Ruhe.
Auch wenn der Staat versucht, das Gewaltmonopol aufrechtzuerhalten, zeigt sich immer wieder, dass er nicht in der Lage ist, jeden Bürger zu schützen. Deshalb sollte man sich darüber im Klaren sein, welche Rechte und Pflichten man in Sachen Selbstverteidigung hat. Das deutsche Strafgesetzbuch (§§ 32 bis 35 StGB) gibt klare Regelungen zu Notwehr und Notstand, doch wie so oft liegt der Teufel im Detail. Mein Gastautor, der Rechtsanwalt Michael Winkler, wird diese Feinheiten noch ausführlicher beleuchten.
Dann gibt es natürlich das Waffengesetz, das in Deutschland besonders streng ist. Es geht auf die Zeiten des RAF-Terrors zurück und verfolgt den Grundsatz „So wenig Waffen wie möglich im Volk“. Polizisten, Jäger und Personenschützer dürfen Waffen besitzen, Sportschützen sind bereits unter verschärfter Beobachtung. Selbstschutz als Grund für den Waffenbesitz wird jedoch ausdrücklich abgelehnt.
Frei verkäufliche Waffen und ihre Einordnung in die Selbstverteidigungsstrategie
Für den durchschnittlichen Bürger bleiben nur die sogenannten „freien Waffen“, die ohne besonderen Nachweis gekauft werden können. Diese lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: tödliche und weniger tödliche. Reizstoffsprays, Elektroschocker und Gummikugel-Waffen zählen zu den weniger tödlichen Varianten, die in der Regel niemanden ernsthaft verletzen. Bögen, Armbrüste und Messer dagegen können tödlich sein, und die Entscheidung, welche Waffe man wählt, ist eine persönliche Frage.
Erlaubnispflichtige Waffen im Kontext der Selbstverteidigung
Wer bereit ist, die nötige Zeit und finanziellen Mitteln zu investieren, die hohen persönlichen Anforderungen erfüllt und damit leben kann, fortan unter dem „Brennglas“ der Überwachung durch die Behörden zu leben, der kann ganz offiziell eine Erlaubnis zum Erwerb einer scharfen, modernen Schusswaffe bekommen. Ich erkläre in diesem Buch, welche Erlaubnisse es gibt und wie man sie erlangen kann. Weiterhin gehe ich auch auf die Eignung solcher Waffen für die Selbstverteidigung ein.
Doch nicht nur die Wahl der Waffe, sondern auch deren Nutzung ist gesetzlich geregelt. Darf ich sie mitführen? Darf sie griffbereit neben dem Bett liegen? Wie sieht es mit dem Training im eigenen Garten aus? Unser Waffengesetz ist komplex und widersprüchlich, aber ich werde versuchen, Ihnen gemeinsam mit meinen Gastautoren eine klare Orientierung zu bieten. Zunächst allerdings möchte ich Ihnen gern ein wenig Basiswissen über das Thema „Selbstverteidigung“ vermitteln.
BEDEUTUNG DER PRÄVENTION IN DER SELBSTVERTEIDIGUNG
Lassen Sie uns in die Welt der Selbstverteidigung eintauchen – ein Thema, das nicht nur spannend, sondern auch von enormer Bedeutung ist. In diesem Kapitel zeige ich Ihnen, wie Sie sich in verschiedenen Situationen richtig verhalten und verteidigen können. Doch lassen Sie mich eines direkt vorwegsagen: Eine Situation, in der Selbstverteidigung notwendig wird, ist immer problematisch – für beide Seiten. Derjenige, der sich verteidigen will, bringt sich selbst in Gefahr, und auch der Angreifer muss damit rechnen, schwere Verletzungen zu „kassieren“. Physische Auseinandersetzungen sind keine Kindergeburtstage.
Wahrscheinlich hoffen Sie – so wie ich –, dass Sie niemals in eine Situation geraten, in der Sie sich verteidigen müssen. Man tut gut daran, Kämpfe zu vermeiden – nicht nur weil man einen Kampf auch verlieren kann, sondern auch, weil selbst der Sieger selten ungeschoren davonkommt. Deshalb sollte die Prävention stets an erster Stelle stehen. Das oberste Ziel ist es, zu verhindern, dass es überhaupt zu einer Eskalation kommt. Spätestens wenn eine Waffe im Spiel ist, haben Sie nicht nur eine potenziell lebensgefährliche Konfrontation zu bewältigen, sondern auch mit den rechtlichen Folgen zu kämpfen. Ein solcher Fall endet oft in langwierigen, kostspieligen Verfahren, die Ihre Nerven auf eine harte Probe stellen und bei negativem Ausgang sogar Ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen können. Wählen Sie also immer zuerst den Weg der Prävention – und nur, wenn keine andere Option mehr besteht, ist die Selbstverteidigung, auch und insbesondere mit einer Waffe, das letzte Mittel.
Wann genau der Einsatz einer Waffe gerechtfertigt ist, wird mein Gastautor, der Rechtsanwalt Michael Winkler, in einem späteren Kapitel ausführlich und plastisch erläutern.
DIE DREI SZENARIEN DER SELBSTVERTEIDIGUNG
Die verschiedenen Bereiche der Selbstverteidigung teile ich in drei Kategorien ein:
1. Ihr Zuhause – Ihre persönlichste Umgebung
2. Außerhalb Ihres Zuhauses – Schutz unterwegs
3. Worst-Case-Szenario – Katastrophen- bzw. Kriegsfall
Diese Szenarien sind deshalb wichtig, weil sich aus rechtlichen Gründen völlig andere Waffen empfehlen.
1. Ihr Zuhause – Ihre persönlichste Umgebung
Es gibt keinen wichtigeren Ort als das eigene Zuhause. Es ist der Raum, in dem Sie sich sicher und geborgen fühlen sollten. Doch in Zeiten, in denen Sicherheit zu einem kostbaren Gut geworden ist, müssen wir uns aktiv darum bemühen, unser Zuhause zu einem Ort des Schutzes zu machen. Wie gelingt das? Die Antwort: Prävention.
Bevor ein Einbrecher überhaupt daran denkt, Ihr Heim zu betreten, können Sie bereits Maßnahmen ergreifen, die ihn abschrecken. Der erste Schritt besteht darin, Ihr Zuhause aus der Perspektive eines Einbrechers zu betrachten. Gibt es Schwachstellen? Sind alle Fenster und Türen ausreichend gesichert? Gibt es dunkle Ecken, die als Verstecke dienen könnten? Einbrecher wählen immer den Weg des geringsten Widerstandes. Ihre Aufgabe ist es, diese Wege zu versperren.
Natürlich können Sie nicht alles selbst wissen, und oft übersehen wir Details, die Experten sofort auffallen. Deshalb ist es ratsam, sich Unterstützung von Fachleuten zu holen. Die polizeilichen Beratungsstellen bieten kostenfreie Beratung zum Thema Einbruchschutz an, sei es bei Ihnen zu Hause oder in ihren Büros. Diese Beratungen sind eine wertvolle Quelle für Empfehlungen zu Sicherungstechniken und Verhaltensweisen, die Ihr Zuhause sicherer machen.
Ein besonders effektiver Schutz ist die Installation einer Alarmanlage. Moderne Systeme, wie das Druck-Frühwarnsystem von Suritec3, sind leicht zu installieren und bieten ein hohes Maß an Sicherheit. Eine Alarmanlage schreckt Einbrecher ab, noch bevor sie überhaupt aktiv werden, denn ein Haus mit Sicherheitstechnik wirkt deutlich weniger attraktiv als ein ungeschütztes Objekt.
Nun kommen wir zu einem weiteren natürlichen Schutzmechanismus: Hunde. Denken Sie an den Moment, als Sie vielleicht selbst an einem Grundstück vorbeigingen und plötzlich ein Hund mit lautem Bellen auftauchte. Es ist fast unmöglich, in einer solchen Situation keine Anspannung zu verspüren. Genau so wird es auch einem Einbrecher gehen, der sich in die Nähe eines Hauses wagt, das von einem Hund bewacht wird. Hunde – ob klein oder groß – bieten nicht nur emotionale Unterstützung, sondern auch physischen Schutz. Besonders größere Hunde ab 30 Kilogramm können eine abschreckende Wirkung haben. Aber denken Sie daran: Ein Hund bringt Verantwortung mit sich. Die richtige Erziehung ist besonders bei großen Rassen entscheidend, um eine sichere und kontrollierte Umgebung zu gewährleisten. So schön es ist zu wissen, dass Ihr 90 Kilo schwerer Kangal jeden Einbrecher ohne zu zögern anfallen und lebendig auffressen würde – das nützt wenig, wenn er das beim Spaziergang am Nachbarn „übt“.
Neben Hunden gibt es noch viele weitere Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihr Zuhause zu schützen. Achten Sie auf die Entwicklung der Einbruchszahlen in Ihrer Region und verfolgen Sie die politische Lage. Beides kann Ihnen wertvolle Hinweise darauf geben, wie sich das Sicherheitsrisiko in Ihrer Umgebung entwickelt. Indem Sie aufmerksam bleiben und regelmäßig präventive Maßnahmen ergreifen, können Sie nicht nur Ihr Zuhause, sondern auch Ihre eigene Sicherheit erheblich verbessern.
2. Unterwegs – Schutz im öffentlichen Raum
Es ist verständlich, dass Sie sich auch außerhalb Ihres Zuhauses sicher bewegen wollen. In der Öffentlichkeit besteht jedoch oft das Risiko, unvorbereitet in gefährliche Situationen zu geraten. Daher ist es wichtig, bestimmte Schutzmaßnahmen zu kennen und anzuwenden.
Ein Hund kann auch unterwegs ein wertvoller Begleiter sein. Seine Instinkte ermöglichen es ihm, Gefahren frühzeitig zu erkennen. Ich erinnere mich an einen Vorfall mit meinem eigenen Hund: Eine Freundin führte ihn spazieren, als ein fremder Mann auf sie zukam. Mein Hund, sonst immer freundlich und gelassen, stellte sich schützend vor sie und begann laut zu bellen. Der Mann drehte sich um und ging weg. Der Hund hatte die Gefahr erkannt und genau die richtige Reaktion gezeigt. Dieses Verhalten kann trainiert werden; doch achten Sie darauf, dass große Hunde stets professionell ausgebildet werden, um sicherzustellen, dass sie in allen Situationen richtig handeln.
Neben der Unterstützung durch Tiere ist das eigene Auftreten von entscheidender Bedeutung. Ein selbstbewusstes, aufmerksames Verhalten kann potenzielle Angreifer oft abschrecken. Versuchen Sie, stets wachsam zu bleiben und Ihre Umgebung im Auge zu behalten. Die Fähigkeit, Körpersprache zu lesen und potenzielle Gefahren zu erkennen, bevor sie eskalieren, ist eine wichtige Fähigkeit, die Sie durch regelmäßiges Training verbessern können.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Selbstverteidigung im öffentlichen Raum ist die körperliche Fitness. Sie müssen nicht wie ein Spitzensportler trainiert sein, aber ein gewisses Maß an Fitness kann im Ernstfall den Unterschied ausmachen. Oft ist die beste Verteidigung die Flucht, und dafür sollten Sie in der Lage sein, schnell und effizient zu reagieren.
Wenn Sie sich dennoch dazu entscheiden, eine Waffe zu tragen, ist der Kleine Waffenschein (KWS) eine sinnvolle Option. Mit ihm dürfen Sie sogenannte „Schreckschuss- und Reizstoffwaffen („SRS-Waffen“) legal mit sich führen und auch die Waffenverbotszonen gelten oft nicht, wenn Sie den „kleinen Waffenschein“ besitzen. Wie Sie diesen bekommen, erfahren Sie im Kapitel „Waffenbesitzkarte, Waffenschein und Co: Erlaubnisse im deutschen Waffenrecht“.
3. Worst-Case-Szenario – Katastrophen- oder Kriegsfall
Es mag unwahrscheinlich sein, dass die öffentliche Ordnung zusammenbricht und einem der Staat mangels Existenz so gar nicht mehr schützen kann – unmöglich ist das leider nicht. Ein wochenlanger Blackout, ein Kernkraftwerk-Supergau, ein Angriffskrieg – alles das erscheint uns heute als wenig wahrscheinlich. Dennoch sind solche Ereignisse möglich und im Laufe der Geschichte bereits häufig so geschehen. Niemand wünscht sich einen Bürgerkrieg oder einen „echten“ Krieg, und doch ist es wichtig, vorbereitet zu sein, falls das Unvorstellbare eintritt. Kommt es zum Zusammenbruch unseres Staats, können Prävention und Vorbereitung den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.
Mit einfachen Waffen wie Luftgewehren oder Steinschleudern gegen eine Gruppe Plünderer oder gar gegen eine organisierte Armee anzutreten, ist selbstverständlich aussichtslos. Hier liegt der Fokus auf Vorratshaltung und Schutz. Decken Sie sich mit ausreichend Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und anderen lebenswichtigen Gütern ein. Doch Vorsicht: Diskretion ist in Krisenzeiten essenziell. Zeigen Sie Ihre Vorräte nicht offen, um Neid und Konflikte zu vermeiden. Indem Sie Vorräte an verschiedenen Orten aufbewahren und nicht alles auf einmal kaufen, können Sie das Risiko eines Totalverlustes minimieren.
Wie genau Sie sich auf solche Extremsituationen vorbereiten können, wird im Kapitel „Notfallplanung und Krisenmanagement“ detailliert erläutert.
KÖRPERLICHE UND GEISTIGE VORBEREITUNG
Selbstverteidigung beginnt nicht nur mit der körperlichen Vorbereitung, sondern erfordert auch mentale Stärke. Es ist wichtig, dass Sie sich in Stresssituationen richtig verhalten können. Regelmäßiges Training, ob im Kampfsport oder im Umgang mit Waffen, hilft Ihnen, in Notsituationen ruhig und kontrolliert zu handeln.
Geistige Vorbereitung bedeutet, sich realistisch damit auseinanderzusetzen, was es heißt, eine Waffe im Ernstfall einzusetzen. Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Können Sie mit der Verantwortung umgehen? Sind Sie bereit, in einer lebensbedrohlichen Situation zu handeln? Bringen Sie es fertig, mit einer gefährlichen Waffe auf einen Menschen zu schießen? Denken Sie daran, dass Selbstverteidigung keine übermenschlichen Fähigkeiten erfordert. Mit der richtigen mentalen und körperlichen Vorbereitung können Sie sich und Ihre Lieben effektiv schützen.
Strategien zur Bewältigung von Stress und Panik in bedrohlichen Situationen
Stellen Sie sich eine alltägliche Situation vor: Sie sind in Ihrer Küche und schneiden Gemüse. Sie haben dieses Messer schon oft benutzt, alles ist Ihnen vertraut. Doch ein Moment der Unaufmerksamkeit, eine falsche Handbewegung – und schon ist es passiert. Ein kleiner Schnitt in den Finger. Sicher, das ist schmerzhaft, aber nicht lebensbedrohlich, und in der ruhigen Umgebung Ihrer Küche heilt es schnell. Nun stellen Sie sich vor, Sie wären nicht in dieser vertrauten, sicheren Umgebung, sondern in einer stressgeladenen, unvorhersehbaren Situation – zum Beispiel in einer bedrohlichen Begegnung auf der Straße, wo Sie das Gegenüber nicht einschätzen können. In solchen Momenten kann Stress überwältigend sein, und selbst kleine Fehler haben unter Umständen verheerende Konsequenzen sowohl juristischer als auch physischer Natur. Knastjahre, Verletzungen oder gar der Tod können die Folge einer Fehlentscheidung im Rahmen der Selbstverteidigung sein.
Stress und Panik in Notwehrsituationen können lebensgefährlich sein. Sie beeinträchtigen die Fähigkeit, klar zu denken und schnell zu handeln. In einer gefährlichen Lage können Sie sich nicht leisten, kopflos zu reagieren – denn jeder Moment zählt. Doch das bedeutet nicht, dass Sie diesen Stress einfach hinnehmen müssen. Im Gegenteil, es ist möglich, sich darauf vorzubereiten und Techniken zu erlernen, die Ihnen helfen, die Kontrolle zu bewahren. Hier geht es nicht um den alltäglichen Stress mit Arbeit, Kindern oder dem Verkehr – hier sprechen wir von der Art von Stress, die in lebensbedrohlichen Situationen auftritt, wenn jede Entscheidung eine Frage von Leben und Tod sein könnte.
In diesem Abschnitt werden verschiedene Strategien vorgestellt, mit denen Sie in bedrohlichen Situationen besser mit Stress und Panik umgehen können. Diese Methoden sollen Ihnen helfen, Ihren Stresslevel zu kontrollieren und die Wahrscheinlichkeit eines positiven Ausgangs deutlich zu erhöhen.
DIE FIGHT-OR-FLIGHT-REAKTION
Wenn wir mit einer Bedrohung konfrontiert werden, aktiviert unser Körper automatisch den sogenannten Kampf-oder-Flucht-Mechanismus (Fight or Flight). Dieser ist tief in unserem Überlebensinstinkt verankert und bereitet uns darauf vor, entweder zu kämpfen oder zu fliehen, um der Gefahr zu entkommen. Adrenalin wird freigesetzt, die Herzfrequenz steigt, die Muskeln spannen sich an. Doch in manchen Situationen, vor allem bei starker Panik, kann dieser Instinkt auch lähmend wirken. Menschen erstarren oder verlieren die Kontrolle über ihre Handlungen.
Es ist wichtig, diesen Reflex zu verstehen und zu lernen, ihn zu steuern. Wenn Ihre Entscheidung darin besteht, zu fliehen, benötigen Sie ausreichend Luft – Ihre Atmung ist also entscheidend. In Stresssituationen neigen viele Menschen dazu, flach und hektisch zu atmen oder sogar in eine Hyperventilation zu geraten. Dies führt zu einer Verschlechterung des Zustands, da Ihr Körper weniger Sauerstoff bekommt und die Angst noch verstärkt wird.
MENTALE VORBEREITUNG UND SZENARIEN-TRAINING
Stellen Sie sich vor, Sie könnten in gefährlichen Situationen bereits vorher erahnen, was passiert. Natürlich können Sie nicht exakt wissen, was auf Sie zukommt, aber Sie können verschiedene Szenarien durchdenken und sich so besser auf das Unvorhersehbare vorbereiten. Indem Sie mögliche Gefahrensituationen im Voraus mental durchspielen, reduzieren Sie den Überraschungseffekt – und damit auch den Stress. Mentale Vorbereitung ist ein Schlüssel zur Stressbewältigung, denn sie hilft Ihnen, in kritischen Momenten schneller und klarer zu reagieren.
Versuchen Sie, sich vorurteilsfrei in verschiedene Szenarien hineinzuversetzen. Wie würden Sie reagieren, wenn jemand Sie plötzlich angreift? Was wäre Ihr erster Gedanke, wenn eine Person mit einem gezogenen Messer auf Sie zukäme? Natürlich gibt es keine perfekte Vorbereitung, aber jeder gedanklich durchgespielte Plan gibt Ihnen mehr Sicherheit. Der „Worst Case“ ist nicht unbedingt das, was Sie sich wünschen, aber es ist besser, sich darauf vorzubereiten, als völlig überrascht und überfordert zu sein.
Dabei sollten Sie sich selbst nicht zu viel Angst machen, denn übermäßige Sorge kann Sie ebenso lähmen wie Panik. Stattdessen sollten Sie versuchen, einen kühlen Kopf zu bewahren und pragmatisch zu bleiben. Ein klares, realistisches Bild dessen, was geschehen könnte, hilft Ihnen, die Kontrolle zu behalten.
Der Besitz von Waffen zur Selbstverteidigung ist ein kontroverses Thema, das unterschiedlichste Meinungen hervorruft. In jedem Freundeskreis gibt es wahrscheinlich die unterschiedlichsten Ansichten dazu: Einige befürworten den Besitz von Waffen, während andere skeptisch sind und den Waffenbesitz bestenfalls Berufsgruppen wie Polizisten, Jägern oder Sicherheitspersonal zugestehen. Doch in einer Welt, in der Kriminalität eine ständige Bedrohung darstellt, kann der Besitz von Waffen einen entscheidenden Vorteil bieten.
Lassen Sie uns dieses Thema aus einer rationalen, spieltheoretischen Perspektive betrachten, um die verschiedenen Überlegungen besser zu verstehen.
WAFFENBESITZ UND SPIELTHEORIE
Die Spieltheorie ist ein Zweig der Mathematik, der sich mit strategischer Entscheidungsfindung befasst. Sie hilft uns, Situationen zu analysieren, in denen verschiedene Akteure Entscheidungen treffen, wobei sie die möglichen Handlungen und Reaktionen anderer berücksichtigen. Auch beim Waffenbesitz kann diese Theorie interessante Einblicke bieten.
Zunächst das ideale Szenario
