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"Um zu bekommen, was du noch nie hattest, musst du tun, was du noch nie getan hast."
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Glück,Wirklichkeit,Sichtweiten,Glückseligkeit,Wahrnehmung
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Seitenzahl: 155
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Wir beginnen wieder mit Herbert Grönemeyer!
Titel: Genie
Warum träumst du klein?
risikoarm
schreckst du zusammen
beim ersten Probealarm
sei gewahr:
Schuld kommt erst nach der Tat
wer sich nicht aufmacht,
hat ein zahmes Leben danach
du wälzt Probleme
von links nach rechts
dann wieder zurück
und danach ist dir schlecht
und dann der Morgen,
der natürlich graut
du baust dir wartend selbst
einen ewigen Tragikstau
Oh, entfriere dein Genie
es ist, was dich lebt
Oh, du trägst den Code zum Paradies
bring es auf den Weg
kein Ideal,
lässt sich debattier`n
es ist dein Standpunkt,
der gehört felsenfest zu dir
schäl dich aus deinem
Zweifelszwangsjackett
mal dir deinen Himmel aus,
hast dich lang genug versteckt
Oh, entfriere dein Genie
es ist, was dich lebt
Oh, du trägst den Code zum Paradies
bring es auf den Weg
Oh entfriere dein Genie
dein`n großen Trost
Kummer begleitet jeden, der tief und innig liebt
von Geburt an grandios
kein Komet kommt über Bande
kein Ruck, kein Vorwärtsgeh`n
Im Komfort kommt der Schneid abhanden
die Lethargie untragbar zäh
raus in den Sturm
raus aus dem kahl`n Elfenbeinturm
das blaue Wunder fragt nach dir
es hat genau dich im Visier
es will dich mit dir verführ`n
es will, dass du
dein wahres Super-Du
zelebrierst
Oh, entfriere dein Genie
es ist, was dich lebt
Oh, du trägst den Code zum Paradies
Bring es auf den Weg
Oh, oh oh oh, dein Genie
ja, dein`n großen Trost
Kummer begleitet jeden, der tief und innig liebt
von Geburt an grandios
von Geburt an grandios
Liebe Annelie,
ich hatte dir vor geraumer Zeit versprochen, dir zu deinem 18ten Geburtstag ein Buch zu schenken. Und zwar eines, dass ich selbst geschrieben habe. In diesem Buch wollte ich dir einige Sichtweisen auf verschiedenste Dinge darlegen und erklären. Ich wollte nicht, dass du meine Sicht annimmst, ich wollte, dass du meine Sicht als Ansatz siehst. Als Sichtweise, wie man Dinge auch sehen kann.
Es ging also um das Wie!
Wie kann man Dinge auch sehen? Damit wollte ich deine geistliche Büchse der Pandora öffnen. Somit ist der erste Schritt getan und wir können uns nun dem zweiten Schritt widmen.
Der zweite Schritt befasst sich mit dem Warum. Mit der Frage, warum wir die Dinge sehen, wie wir sie sehen und warum wir denken, was wir so denken.
Und daran knüpfen wir noch, wie wir das ändern können, wenn wir es denn ändern wollen.
Ich werde dir Werkzeuge an die Hand geben, die du bei Bedarf nutzen kannst. Denn wir Menschen tun und denken sehr vieles aus dem Affekt und dadurch entstehen Situationen und Umstände, die so nicht hätten entstehen müssen.
Wir können viel mehr steuern, als wir glauben. Allerdings ist das mit dem Steuern so eine Sache, denn die meisten haben nie gelernt, wie man sich selbst steuert.
Mein zweites Buch an dich, hat sich genau das zur Aufgabe gemacht. Es soll dich zum Steuermann deines Selbst machen.
Also dann, lass uns beginnen.
0. Prolog
Erkenne deine eigenen Sichtweiten
Deine Sichtweiten
Die Vereinbarkeit der Sichtweiten
Die Herrschaft über das eigene ICH
Das Glück (Die Glückseligkeit)
Nähern wir uns der Glückseligkeit an
Die Feinde der Glückseligkeit
Die Steuerung des eigenen Zustands
Die Verknüpfung mit der Glückseligkeit
Der Genuss
Die andere Wahrnehmung
Der Wunsch nach Einzigartigkeit
Dankbarkeit
Fehler
Zeichen
Perspektiven
Das Entstehen deiner Werte
Dem Folgen deiner Werte
Entschlossenheit
Vertrauen
Spiritualität
Steh zu deiner Meinung
Benennen wir das Übel
Das Steuern der eigenen Gedanken
Lebensmottovorschlag
Zufall oder Schicksal?
Das Wenn-Dann-Dilemma
Eine Klarstellung zum Thema Geld
Gesundheit
Die digitale Auszeit
Kommunikation
Vertraue deinen Sinnen und zwar allen
Verantwortung
Motivation
Das Denken und das Fühlen
II
Sichtweiten
Das Wort „Sichtweite“ stammt aus der Physik und hat dem Grunde nach eine unspektakuläre Bedeutung. Die Herkunft des Wortes entspringt der Idee, dass wir mit unseren Augen sehen. Was aber ist, wenn man es auf das Sehen mit geschlossenen Augen pflanzt?
Natürlich sehen wir mit den Augen, nur behaupten wir ja nicht, dass Blinde nichts erkennen würden. Ja, sie können mit den Augen nicht sehen, nur sind unsere Augen wirklich die einzigen Organe die des Sehens mächtig sind? Oder gibt es da mehr? Sehen und Erkennen sind unterschiedlich und doch gleich. Man kann auch sehen ohne etwas zu erkennen und man kann erkennen, ohne gesehen zu haben.
Verquer ist nur, was wir als verquer empfinden.
Sichtweisen sind meine Ansichten auf alles. Diese werden begrenzt durch meine Sichtweiten auf alles. Man kann es so verstehen, dass wir unseren geistigen Horizont als Startpunkt nehmen und an diesem Punkt setzen wir einen Zirkel an und ziehen einen Kreis.
Und schon ist unsere Sichtweite erschaffen. Wie erweitern wir diese jetzt? Dazu ist Sehkraft nicht nötig. Aber was genau ist nötig, welcher Mittel und Fähigkeiten bedarf es, dass ich den Zirkel so erweitere, dass er einen Spagat machen muss . . . . . oder, dass ich vielleicht sogar den Zirkel beiseite packe, weil seine Fähigkeiten nicht mehr genügen um meine Sichtweiten darzustellen?
Es bedarf einer Auffassungsgabe, die noch nicht genau definiert wurde. Wir erkennen nicht nur, was wir kennen, sondern auch all das andere. Da wir es aber nicht kennen, können wir es nicht definieren und einordnen, deshalb fällt es hinten runter.
Machen wir es an einem Beispiel fest. Vielleicht kennst du das?
Eine Begebenheit aus der Vergangenheit, die du mit deinen damaligen Fähigkeiten wahrgenommen und eingeordnet hast. Und Jahre später erfährst du ein neues Detail und schon verändert sich die ganze Geschichte. Jahrelang hast du geglaubt, genau zu wissen, was damals vor sich gegangen ist aber dir fehlte ein Puzzleteil. Jetzt, da du mehr Details als damals kennst, ist die Geschichte die gleiche und doch eine andere.
Was hat sich geändert?
Wieso stellt es sich nun anders dar als vorher?
Deine Sichtweite ist eine andere.
Das ist passiert.
Der Schlüssel zu allem, sind wir selbst. Bist du selbst. Wir sind wieder bei der Hauptaufgabe, dem Erkennen der eigenen Aufgabe und des eigenen Ichs.
Ich wiederhole mich vielleicht, nur ist mir das egal, denn die Aussage ist zu wichtig, als das einmal genügt:
Erkenne dich selbst und beantworte dir die Frage, wozu du hier bist.
Denn bevor das nicht getan ist, bist du wie ein umherirrendes Schiff. Stell es dir so vor, du treibst auf dem Ozean, ohne Ziel. Das ist nicht nur in der Schifffahrt Mist. Weiß dein Kapitän aber, dass er Sao Paulo ansteuern soll, so weiß er auch um den Kurs, den er einschlagen muss.
Benenne dein Ziel!
Dein Hirn und das Leben werden dir dann die Wege aufzeigen. Dann ist es an dir, diese auch zu deuten und ihnen zu folgen.
Es gibt einen sehr großen Irrtum, nämlich den, dass viele glauben, dass das Erreichen eines Zieles zu irgendwas führt. Das Einzige, das wirklich Einzige, zu was ein Ziel taugt, ist, dass dadurch Handlungen in Gang gesetzt werden. Ob du dein Ziel dann erreichst oder nicht, ist absolut irrelevant.
Dennoch oder vielleicht gerade deswegen, solltest du dein Ziel oder deine Ziele versuchen, zu benennen.
Um eines vorwegzunehmen: ich weiß, dass es kein Klacks ist. Das habe ich und auch niemand sonst jemals behauptet.
Es geht in dem Punkt gar nicht darum, dass du deine Sichtweiten erweiterst, hier geht es nur darum, sie als das wahrzunehmen, was sie sind. Nämlich deine individuellen Sichtweiten. Das Erweitern dieser, kommt später.
Ich habe die Zirkelidee verwandt, weil sie eine gute Metapher darstellt. Verzeih mir bitte, dass wir dann immer von einem Kreis sprechen müssen. Deshalb verabschiede ich mich jetzt von dem Zirkel, denn Geometrie hat nichts, gar nichts mit dem Leben zu tun. Geometrie ist menschengemachtes Erklären und damit auch menschengemachtes Einengen. Wenn wir unsere Sichtweiten graphisch darstellen würden, käme ein gänzlich unbekanntes Gebilde heraus.
Am ehestens kannst du es dir so vorstellen, wie eine Skizze vom Kaspischen Meer mit all seinen zuführenden Flüssen, Sümpfen und Deltas.
Manche Menschen sind in ihrem Erkennen ein ganzer Ozean, andere hingegen wie ein Dorfteich, der sich nur durch die Abwassergruben der anliegenden Gehöfte speist. Aber auch der Dorfteich kann mit einem Kanal versehen werden, der ihm den Zugang zum Meer ermöglicht. Es bedarf eines Spatens, dem Willen und einer Menge Schweiß.
Wenn du nur über einen Dorfteich verfügst, dann schnapp dir den Spaten und leg los. Das Meer ist näher als du ahnst, nur mach dich auf den Weg. Übrigens, Meere gibt es in jeder Himmelsrichtung.
Wenn du stetig in Richtung Norden buddelst, landest du irgendwann im Süden. Das ist der Vorteil, wenn man auf einer Kugel lebt. Also bleib positiv, denn eine falsche Richtung gibt es beim Lösungsbuddeln nicht. Aus Norden wird irgendwann Süden und aus rechts wird irgendwann links (kommt auch gelegentlich in der Politik vor….).
Wenn wir nochmal einen Schritt zurück zum Erkennen gehen, dann ist es so, dass jeder Mensch intellektuell anders bewaffnet ist. Das betrifft auch die eigene Sichtweite und ist nicht weiter schlimm. Denn, entgegen der Annahme, dass es dafür Intelligenz bedarf, ist vielmehr Toleranz und Offenheit vonnöten.
Es gibt Heerscharen von hochintelligenten Menschen die die Sichtweite eines Maulwurfs haben.
Kommen wir zur Wahrnehmung und der eigenen Sichtweite. Weißt du, was du dafür brauchst? Du brauchst das Gegenteil, du brauchst Sichtkürze. Sichtweite an sich richtet sich nach Außen, du willst oder musst aber nach Innen. Und spätestens jetzt muss aus dem Sehen das Erkennen werden und deine Augen sind für diese Aufgabe so hilfreich wie eine dritte Titte.
Jene Aufgabe ist noch gar nicht so schwer zu meistern, es geht nicht um das Warum, es geht nur um das Erkennen der eigenen Fähigkeit. Du schaust lediglich, mit welchem Schiff du über den Ozean schipperst. Ist es ein Segelboot, ein Kreuzfahrtschiff oder ist es vielleicht doch ein Schnellboot.
Hier entscheiden sich nur zwei Fragen:
Wie sehr kann mich der Seegang beeinflussen?
Wie schnell komm ich vermutlich nach Sao Paulo?
Ein Segelboot mit Ziel ist besser als ein Schnellboot ohne Ziel.
Es ist keine Tragödie, wenn du nur das Segelboot hast. Ich empfinde diesen Gedanken als sehr beruhigend. Hoffentlich ist er das auch für dich.
Das Erkennen der eigenen Fähigkeiten hat nicht das Geringste mit der Entwicklung dieser Fähigkeiten zu tun. Nur ist das Erkennen der wichtigste aller Schritte. Und diesen ersten Schritt wirst du gehen müssen. Denn ohne das Erkennen, gibt es auch keine Entwicklung, zumindest keine bewusste.
Wir gehen es wie folgt an, als Hausaufgabe wirst du aufschreiben, was du zu folgenden Themen denkst:
das Lesen der Bibel
die genetischen Entwicklung der Menschen
das Verhalten von Schildkrötenmüttern
der Unendlichkeit des Universums
Da ich hier nicht den Lehrer spiele, werde ich mir deine Hausaufgaben gar nicht erst durchlesen. Zumal es darum auch nicht ging. Deine Aufgabe bestand darin, dich mit Dingen zu befassen, die keine alltäglichen Überlegungen beinhalten.
Wie oft hast du dir deine Überlegungen durchgelesen? Ich hoffe, mehrmals. Falls nicht, hol es jetzt nach.
Lies erneut in aller Ruhe, was du über das Verhalten der Schildkrötenmütter denkst. Es gibt keine Wertung.
Merkst du, dass du durch die Fragestellung und durch die Hausaufgabe gezwungen warst, dir Gedanken zu machen, die dir vorher nie oder recht selten durch den Kopf gegangen sind?
Das ist der Weg, seine eigenen Sichtweiten zu erkennen und durch das Stellen und Beantworten unbekannter Fragen, erweiterst du sie. Genau da liegt auch die Ursache begraben, dass es so etwas wie Fachidioten gibt. Die spezialisieren sich auf Atomphysik, können sich aber keine Stulle schmieren. So funktioniert das Leben nicht. Das Leben ist die pure Vielfalt. Also widme dich auch Fragen zu Themen, die dir bisher unbekannt waren.
Das ist keine Zauberei, du nutzt dadurch nur die Funktionsweise deines Hirns. Denn so funktioniert es, es befasst sich mit den Aufgaben, vor die du es stellst.
Woher kommen jetzt deine Sichtweisen und deine Sichtweiten?
Aus den Zuflüssen und den Umständen deines Lebens!
Das Kaspische Meer hat viele Zuflüsse. Die Ostsee ebenso, die Ostsee erlebt Winter, in denen sie zufriert. Der Golf von Mexiko nicht. Der indische Ozean ist immer warm und er lebt von seinen Strömungen, von der Vielfalt des ihn durchkreuzenden Lebens.
Menschen sind wie Gewässer, wahnsinnig unterschiedlich, verschiedenen Witterungen ausgesetzt, unterschiedlich sozial frequentiert. Menschen sind genauso vielfältig wie alles andere auf dem Planeten. Daher rühren auch die verschiedenen Sichtweisen und Sichtweiten.
Es geht nicht darum, welches Meer du bist. Es geht darum, dass du weißt, welches Meer du bist und im Idealfall hast du auch erkennt, warum du genau dieses Meer bist.
Bei dieser Frage gibt es weder ein Urteil noch eine Wertung, hier geht es ausschließlich um die Feststellung.
Ist es möglich, dass die Sichtweisen und Sichtweiten unterschiedlich sein müssen, wenn der eine in Grönland und der andere im Kongo aufgewachsen ist? Oder der eine von einer alleinerziehenden Mutter und der andere von Mama und Papa groß gezogen wurde?
Ist das nicht vollkommen logisch und nachvollziehbar?
Wundert uns das jetzt wirklich?
Es muss so sein und es ist gut so.
Wenn dir nun also klar ist, dass du die Adria bist und dir auch klar ist, warum du die Adria bist, haben wir die erste Etappe geschafft. Wir kennen jetzt deinen Status quo und können beginnen!
(Falls es dich interessiert, ich bin der Ontariosee. Ich bin großen Temperaturschwankungen ausgesetzt, sozial nicht so stark durchströmt wie andere Gewässer aber ich habe einige mächtige Zuflüsse und vor allem die Niagarafälle, die mich speisen. Und dann ist da noch mein Abfluss . . . der Sankt-Lorenz-Strom.)
Bei der Selbsteinschätzung kannst du ruhig übertreiben, so wie auch ich. Wir brauchen ein gesundes Ego und das können wir uns selbst besorgen.
Bist du bereit?
Welcher Schlüssel passt in dieses Schloss?
Nimm den Schlüssel, auf dem groß und fett Toleranz geschrieben steht.
Ein Beispiel aus dem Leben. Mein Schwager, also dein Papa, ein wirklich toller Mann. Ich verbringe unglaublich gern Zeit mit ihm. Wir haben bereits über unzählige Themen gesprochen und philosophiert. Jeder von uns hat seine Sichtweisen und Sichtweiten. Wir teilen vieles und vieles unterscheidet uns auch.
Woher kommen die Unterschiede?
Sie kommen aus der jeweiligen Lebensgeschichte. Da wir keine identischen Leben geführt haben, haben wir auch unterschiedliche Erfahrungen und Erkenntnisse und aus denen speisen sich unsere Sichtweisen.
Es ist an mir, anzuerkennen, dass sein Leben anders war und deshalb MÜSSEN auch seine Sichtweisen anders sein.
Unsere jeweiligen Sichtweiten sind ebenfalls unterschiedlich, nur gibt es Bereiche, wo sie sich überschneiden. Und das ist der Fixpunkt der Gespräche. Das ist unser Gesprächsanker und daher rührt auch die Sympathie zueinander.
Er hat 100.
Ich habe 100.
Bei 20 sind wir deckungsgleich. Die Unterschiede bestehen bei jeweils 80, in Summe also bei 160.
Wenn wir beide jetzt tolerant sind und dem anderen seine 80 zugestehen und die Bereitschaft haben, über die 160 offen zu sprechen, so erweitern wir damit unsere eigenen Sichtweiten.
Wir könnten uns zur Veranschaulichung die Zirkelidee nehmen und sagen, dass wir zwei Kreise aneinanderlegen die sich teilweise überlappen.
Jetzt liegt der Weg klar sichtbar vor uns.
Es ist nun an dir, zu tolerieren, dass er Dinge anders sieht und das ist der Moment, in dem ihr darüber vorurteilsfrei sprechen könnt. Toleranz ist hier zwingend notwendig, denn nur durch die Toleranz wird es dir möglich sein, deine eigenen Sichtweiten zu erweitern. Entgegen der Annahme, dass sich nach einem guten Gespräch die Sichtweiten nicht mehr zu 20 sondern zu 30 Prozent überlappen, ist es vielmehr so, dass beide ihre Sichtweiten von 100 auf, sagen wir, 112 erweitert haben.
Denn eines muss ein jeder von uns beachten. Wir glauben immer, dass unsere eigenen Ideen und Gedanken richtig sein müssen. Denkt also der Andere etwas anderes, so liegt er falsch.
Scheinbar ist das ein evolutionärer Trick in unserer Programmierung, dafür wurde das Wort „normal“ erfunden. Wir glauben, dass das, was wir denken, richtig und ein ganz normaler und gesunder Gedankengang ist.
Kurze Anmerkung von mir, ein größerer Käse wurde noch nie zum Bahnhof gerollt.
Das ist einer der größten Irrtümer der Menschheit und gleichzeitig pervers arrogant.
Lass uns das verdeutlichen:
Hattest du selbst vor einiger Zeit eine Meinung, von der du überzeugt warst und heute denkst, dass du damals im Irrtum warst?
Gab es das?
Lüg jetzt nicht! Natürlich war das so, wenn nicht, hast du dich keinen Zentimeter entwickelt.
Und das ist das tragischste, was einem Menschen widerfahren kann.
Gestehe dem anderen zu, seine Meinung zu ändern, so wie auch du selbst deine Meinung änderst. Denn das hast du getan und du wirst es auch zukünftig tun.
So funktionieren die Fortentwicklung und das Ausbauen der eigenen Sichtweiten, durch Interaktion mit anderen Menschen. Durch die Interaktion wirst du merken, dass du deine Sichtweiten deinem Gesprächspartner vielleicht anpasst und sie auch veränderst. Du entwickelst deine Sichtweiten und dadurch wachsen sie.
Jede sinnvolle Konversation erweitert deine Sichtweiten und dadurch deinen Horizont. Aber nur, wirklich nur, unter der Maßgabe, dass du tolerant und offen bist. Nicht jeder hat die Bereitschaft, sich einzugestehen, dass seine Sicht vielleicht nicht zu 100 Prozent passt und sie entsprechend zu korrigieren.
Sei du bitte nicht so verbohrt, dass du alles glaubst, was du so denkst.
Unser Hirn ist nämlich ein ganz merkwürdiges Instrument. Es speichert jedwede Erfahrung, alles, was uns jemals passiert ist, kommt in einen großen Topf.
Dann wird alles, wirklich alles genommen und durchgeschüttelt, was dabei entsteht, sind unsere Sichtweisen und Erkenntnisse. Glaub mir eines, da wird so vieles falsch gedeutet, wenn wir unser Hirn nicht steuern und kontrollieren. Es ist an dir, es ist dein Hirn und ja, es ist Arbeit, es bedarf der Selbstreflexion und es muss immer und immer wieder hinterfragt werden.
Du bist nicht deine Gedanken und du bist erst recht nicht deine Sichtweisen und Sichtweiten. Das, was du bist, ist der Kontrolleur genau dieser.
Also nimm deine verdammte Aufgabe wahr und kontrolliere, was zwischen deinen Ohren passiert. Tust du es nicht, wirst du der Sklave deiner Gedanken.
Kontrolliere was du denkst!
Kontrolliere was du empfindest!
Kontrolliere was du sagst!
Dein Hirn ist nur ein Werkzeug, der Steuermann bist du und nochmal, du bist nicht dein Hirn. Schließlich bist du auch nicht deine Leber.
Was hier abschließend vielleicht noch wichtig ist, ist das Folgende, du hast keine maximale Reichweite für deine Sichtweiten. So von wegen, bei 7000 ist Schluss.
Es gibt da kein Ende, wenn der Finalgegner besiegt ist. Erstens weil es diesen Gegner nicht gibt und zweitens, weil das kein Kampf ist. Genau so wenig wie ein Fluss jemals kämpft, werden deine Sichtweiten jemals mit so etwas konfrontiert werden. Sie erweitern sich oder eben nicht. Gekämpft wird da nie.
