Silvia-Gold 149 - Martina von Kleve - E-Book

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Martina von Kleve

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Beschreibung

Nie mehr soll ihr ein Mann zu nahe kommen! Und schon gar nicht, wenn er ihr Chef ist. Caroline Berg ist fest entschlossen, die Männer aus ihrem Leben herauszuhalten. Zu tief haben Frank Reuters Lügen, sein falsches Spiel sie verletzt.
Um ihm nie mehr begegnen zu müssen, bewirbt sie sich als Verwalterin auf Gut Hasting. So ist sie nicht nur weit genug weg von Frank, sondern sie hat auch praktisch keinen Chef in der Nähe, denn Christoph von Hasting ist ein berühmter Fotograf und die meiste Zeit irgendwo in der weiten Welt unterwegs.
Doch Carolines Rechnung geht nicht auf. Christoph findet plötzlich sehr viel Gefallen am Landleben, und seine Gedanken bewegen sich immer öfter in eine bestimmte Richtung ...

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Seitenzahl: 97

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhalt

Cover

Der erste Schritt braucht Mut

Vorschau

Impressum

Der erste Schritt braucht Mut

Kann sie ihre Angst vor einer neuen Enttäuschung überwinden?

Von Martina v. Kleve

Nie mehr soll ihr ein Mann zu nahe kommen! Und schon gar nicht, wenn er ihr Chef ist. Caroline Berg ist fest entschlossen, die Männer aus ihrem Leben zu streichen. Zu tief haben Frank Reuters Lügen sie verletzt.

Um ihm nie mehr begegnen zu müssen, bewirbt sie sich als Verwalterin auf Gut Hasting. So ist sie nicht nur weit genug weg von Frank, sondern sie hat auch praktisch keinen Chef in der Nähe, denn Christoph von Hasting ist ein berühmter Fotograf und die meiste Zeit irgendwo in der weiten Welt unterwegs.

Doch Carolines Rechnung geht nicht auf. Christoph findet plötzlich sehr viel Gefallen am Landleben, und seine Gedanken bewegen sich immer öfter in eine ganz bestimmte Richtung ...

Im Schritttempo fuhr Caroline durch das hohe schmiedeeiserne Tor. Die Fahrspur war so breit, dass zwei Autos bequem aneinander vorbeifahren konnten. Sie teilte sich vor einem runden Blumenbeet und endete erst an dem großen Herrenhaus.

Links und rechts erstreckte sich eine parkähnliche Gartenanlage. Rasen, Sträucher und Bäume bildeten eine harmonische Einheit.

Nach etwa ein- oder zweihundert Metern hatte Caroline das Herrenhaus erreicht. Sie fand es sehr romantisch mit seinem sandgelben Anstrich, den weißen Sprossenfenstern und dem schiefergrauen Mansardendach.

Caroline sah auf die Uhr. Es war kurz vor zehn. Sie hatte noch zwei Minuten Zeit, um auszusteigen und zu klingeln.

Als sie mit ihrem roten Sportwagen genau vor dem Eingang hielt, öffnete sich die Tür. Eine Frau, die sie auf etwa sechzig Jahre schätzte, stand vor dem Portal und schien sie bereits zu erwarten.

»Guten Tag. Sie sind Frau Berg, nehme ich an?«

»Guten Tag.« Selbstbewusst klemmte Caroline ihre dünne Aktentasche unter den linken Arm und trat auf die Frau zu. Sie nahm die ihr gebotene Hand und nickte bestätigend. »Ja. So ist es.«

»Sie sind sehr pünktlich. – Mein Name ist übrigens Schweers. Ich bin Herrn von Hastings Haushälterin. Bitte, folgen Sie mir.« Dabei setzte sie eine würdige, ja, fast strenge Miene auf, die Caroline allerdings nicht sonderlich beeindruckte.

Während sie Frau Schweers folgte, hatte sie Zeit, sich ein Bild von ihr zu machen. Insgesamt war sie die Verkörperung des strengen Haushaltsvorstandes. Ihre hochgesteckten grauen Haare, der dunkle Faltenrock, die gestärkte weiße Bluse, ihr energischer Gang – all das ließ gar keine Zweifel daran aufkommen, wer hier in diesem Hause das Regiment führte.

Ein wenig belustigte Caroline der Gedanke, dass Frau Schweers genau so war, wie man sich eine Haushälterin auf einem Gutshof vorstellte.

Inzwischen hatten sie die Vorhalle durchquert. Frau Schweers öffnete eine Tür und sagte förmlich: »Bitte, Frau Berg. Herr von Hasting erwartet Sie bereits.«

»Danke«, murmelte Caroline und ging durch die Tür, die Frau Schweers sofort darauf von außen schloss.

Schon beim Eintreten sah sie den Mann hinter seinem Schreibtisch. Er war viel jünger, als sie erwartet hatte, vielleicht fünfunddreißig, höchstens vierzig. Seine dunkelblonden Haare hatte er seitlich gescheitelt, ein paar Strähnen fielen ihm in die Stirn. Er trug eine kleine, runde Brille mit einem schmalen Goldrand, die er bei ihrem Eintreten sofort abnahm.

»Guten Morgen, Frau Berg«, begrüßte Christoph von Hasting sie und trat ihr entgegen.

»Guten Morgen, Herr von Hasting.«

Sie reichten sich die Hand, was Caroline, warum auch immer, nicht gerade angenehm war. Nicht, dass sie ihn nicht mochte, nein, im Gegenteil, aber sie fühlte sich plötzlich gehemmt.

Auch Christoph zuckte bei ihrer Berührung leicht zusammen. Natürlich hatte er ihr Foto in den Bewerbungsunterlagen gesehen, aber nun, da sie vor ihm stand, machte sie einen ganz anderen Eindruck auf ihn.

Ihre blauen Augen beobachteten ihre Umgebung lebhaft, und während sie ging – übrigens ein beschwingter, eleganter Gang –, wippten sanft ihre schulterlangen, leicht gewellten Haare.

Christoph führte sie zu seinem Schreibtisch und bat sie, in dem Besuchersessel Platz zu nehmen. Nachdem auch er sich wieder hinter seinem Schreibtisch verschanzt hatte, kam er umgehend auf die Fakten zu sprechen.

»Frau Berg, ich will nicht lange drumherumreden, denn unser beider Zeit ist kostbar. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich Ihre Bewerbung abgelehnt. Nicht wegen Ihrer Zeugnisse, o nein, die und Ihre Referenzen sind ausgezeichnet. Aber Sie haben da zwei große Handicaps: Sie sind zu jung, und Sie sind eine Frau!«

Während er sprach, wuchs Carolines Wut von Satz zu Satz. Doch sie hatte sich gut in der Gewalt. Sie wollte diese Stelle. Unbedingt wollte sie diese Stelle! Wenn sie jemals ihrem Ziel nahe kommen wollte, die oberste Sprosse der Karriereleiter zu erreichen, dann musste sie sich auf Gut Hasting bewähren.

»Und was«, fragte sie daher so ruhig wie möglich, »was hat letztlich Ihre Meinung geändert?«

Christoph verzog ironisch die Mundwinkel.

»Nichts. Meine Meinung besteht nach wie vor. Allerdings war Herr Theisen, Ihr zukünftiger Mitarbeiter, ganz anderer Meinung. Er hat Ihnen vor fünf anderen Bewerbern den Vorzug gegeben.«

»Das ist allerdings ein Dilemma.« Caroline konnte nicht umhin, diese Situation nicht ganz ernst zu nehmen. »Und was gedenken Sie, jetzt zu tun?«

Hatte sie bis gerade noch angespannt gesessen, so lehnte sie sich jetzt zurück und schlug ihr rechtes Bein über das linke. Dabei rutschte der Rock ihres Kostüms ein wenig nach oben, was sie sofort korrigierte.

Christoph hatte dies ohnehin nicht bemerkt. Er starrte sie fasziniert an. Ihre Gesichtszüge waren so lebendig, ihre Art so erfrischend. Er zwang sich zur Sachlichkeit.

»Tja, meine liebe Frau Berg, mich interessiert am meisten, warum Sie sich ausgerechnet bei mir beworben haben.«

Er sah, dass Caroline Luft holte, doch er hielt sie zurück.

»Nein, nein, warten Sie. Lassen Sie mich ausreden. Wie Sie vielleicht wissen, ist unser Gut seit zweihundert Jahren in Familienbesitz. Ich bin aber leider kein Gutsherr, habe keine Ader zur Landwirtschaft, denn ich bin Fotograf.«

Das klingt sehr bescheiden, dachte Caroline. Immerhin ist er ein sehr berühmter Fotograf.

»Trotzdem möchte ich unser Gut zusammenhalten«, fuhr Christoph fort. »Ich habe alles so gut wie möglich verpachtet: Felder, Wälder, Wiesen und Häuser. Da es mehrere Pächter gibt und dazu noch etliche Mieter von Häusern, wir nennen das hier Katstellen1, entsteht sehr viel Arbeit. Sie haben nicht viel Personal, lediglich Herrn Theisen und eine Sekretärin, aber viel Verantwortung, denn ich kümmere mich um fast nichts. Also: Warum haben Sie sich um diese Stelle beworben?«

Caroline musste sich räuspern. Das, was er ihr gerade beschrieben hatte, war offensichtlich nicht gerade ein Traumjob! Und plötzlich war sie sich ohnehin nicht mehr ganz sicher, ob sie die Stelle eigentlich wollte. Nicht wegen der vielen Arbeit, sondern ... wegen Christoph von Hasting. Er brachte sie durcheinander. Er konnte ihrer Unabhängigkeit gefährlich werden.

»Nun ja«, stotterte sie herum und nahm wieder eine gerade Sitzposition ein. »Ich dachte, ich könnte hier noch eine Menge lernen.«

Christoph lachte laut. »Meine liebe Frau Berg, da sind Sie aber gehörig auf dem Holzweg. Hier werden Sie nichts lernen, hier müssen Sie alles können!«

Caroline blieb stumm. Christoph schlug ihre Bewerbungsmappe auf und blätterte, bis er die Seite gefunden hatte, die er suchte.

»Ah, da ist es ja. Also, wie ich hier sehe, haben Sie während Ihres Betriebswirtschaftstudiums zwei Praktika in landwirtschaftlichen Betrieben gemacht. Nach Ihrem Studium arbeiteten Sie für eine Immobilienverwaltung, seit zwei Monaten sind Sie in einer Importfirma tätig. Oha, das ist aber ein Bruch.«

»Ja, so ist es.« Unsicher sah Caroline ihn an.

»Lassen Sie mich raten. Sie wollen dort so schnell wie möglich wieder fort und in der ursprünglich gewählten Richtung weiterarbeiten.«

Caroline nickte. »Sie haben es erraten. Meine jetzige Stelle war eine Notlösung.«

Christoph horchte auf. Er hatte plötzlich den Wunsch, mehr über diese Frau zu erfahren.

»Warum?«, fragte er einfach.

Caroline blickte angestrengt auf ihren Schuh.

»Das ist Privatsache. Ich möchte nicht darüber reden.«

»Gut. Ich respektiere das.«

Christoph dachte einen Moment nach. Tatsächlich war eingetreten, was er nie für möglich gehalten hätte: Er wollte sie und keinen anderen. Natürlich erklärte er sich das mit ihren guten Zeugnissen, ihrer bisherigen Erfahrung – und seinem Gefühl für den richtigen Menschen am richtigen Platz. Und er war sehr davon überzeugt, dass der richtige Platz für Caroline auf Gut Hasting war.

So erhob er sich und kam um den Schreibtisch herum.

»Ich würde mich freuen, Frau Berg, wenn Sie für mich arbeiten«, erklärte er der erstaunten Caroline, und noch ehe sie etwas sagen konnte, fuhr er fort: »Wann können Sie anfangen?«

»Moment mal«, rief Caroline, deren Unsicherheit zunehmend gestiegen war. »Sie sind mir ein wenig zu schnell. Welches Gehalt wollen Sie zahlen?«

Im Augenblick wollte sie nur Zeit gewinnen. Jede Minute brauchte sie, um zu entscheiden, ob es richtiger war, anzunehmen oder abzulehnen.

Christoph machte eine wegwerfende Handbewegung.

»Sie haben eine konkrete Gehaltsvorstellung geäußert, und ich meine, dass die Summe vollkommen angemessen ist.« Inzwischen hätte er ohne Bedenken auch mehr gezahlt.

Caroline musste schlucken. Damit hatte sie nicht gerechnet, denn ihre Forderung war hoch gewesen. Was gab es noch?

»Ja, das hört sich gut an«, sagte sie mit rauer Stimme. »Aber es wird einige Zeit dauern, bis ich meine Wohnung in Düsseldorf aufgegeben und hier auf dem Land etwas gefunden habe.«

Christoph lachte laut. »Aber das ist doch Unsinn! Wissen Sie, wie viele Zimmer hier leerstehen? Selbstverständlich wohnen Sie fürs Erste hier. Frau Schweers wird sich freuen, endlich einmal nicht mehr allein essen zu müssen, denn ich bin ohnehin nur noch einige Tage auf Hasting. Sicherlich wird aber in nächster Zeit irgendeines meiner Häuser frei. Wenn Sie möchten, können Sie dort wohnen, dann haben Sie wieder Ihre eigenen vier Wände.«

Caroline sackte in sich zusammen. Das hörte sich alles so großzügig an. Und es erinnerte sie fatalerweise an einen unangenehmen Lebensabschnitt.

Trotzdem konnte sie nicht mehr ablehnen. Sie musste schlucken. Dann hörte sie sich wie aus der Ferne sagen: »Das ist sehr nett von Ihnen. Von mir aus kann ich schon übermorgen anfangen. Dann sind Sie noch hier und können mir notfalls Fragen beantworten, die sicherlich auftreten werden.«

Bei ihren letzten Worten strahlte Christoph über das ganze Gesicht, was ihr nicht verborgen blieb.

»Das ist wunderbar. Ich werde Frau Schweers bitten, Ihnen gleich sofort die infrage kommenden Zimmer zu zeigen, damit Sie sich das aussuchen, was Ihnen am besten gefällt.« Er reichte ihr die Hand. »Auf eine gute Zusammenarbeit.«

Caroline nahm sie nur zögernd. »Vielen Dank. Sie sind wirklich sehr freundlich.«

»Nein. Ich habe zu danken. Ich glaube, ich habe jemanden gefunden, dem ich vertrauen kann«, sagte er warm und hatte Mühe, seine Gefühle nicht auf dem Tablett vor sich herzutragen.

Caroline fand, dass das sehr doppeldeutig klang, und so sagte sie lieber nichts.

♥♥♥

Als Caroline am übernächsten Tag durch das Tor von Hasting fuhr, sah sie ihn schon von Weitem. Vor dem Portal stand ein Sportwagen, die gleiche Marke wie ihrer, nur schwarzmetallic statt rot.

Wegen des schönen Wetters hatte auch er das Verdeck zurückgeklappt. Sie stieg aus, und als sie ihren Kofferraum öffnete, um die zwei Taschen, die sie mit ein wenig Mühe hineingestopft hatte, herauszuholen, stand plötzlich Christoph von Hasting neben ihr.

»Guten Morgen, Frau Berg. Kann ich Ihnen helfen?«, fragte er mit seiner angenehmen, dunklen Stimme. Ohne jedoch eine Antwort abzuwarten, nahm er ihr beide Taschen aus der Hand.

»Danke.« Überrascht wandte sich Caroline ihm zu. Dann nahm sie einen weiteren Koffer vom Rücksitz. Langsam folgte sie ihm ins Haus.

In der Vorhalle verlangsamte er sein Tempo, bis Caroline neben ihm ging. Im Plauderton wandte er sich ihr zu.

»Wir scheinen übrigens bezüglich Autos den gleichen Geschmack zu haben.«

»Ach!« Caroline war ehrlich überrascht. »Dann gehört der Schwarze draußen Ihnen?«

»Ja, und Ihnen kann ich es ja sagen: Er ist meine heimliche Liebe.« Verschwörerisch zwinkerte er ihr zu, was Caroline zum Lachen reizte.

»Also, so weit geht meine Zuneigung nicht. Ich fahre im Sommer nur gern ohne Verdeck, das ist alles.«