Silvia-Gold 152 - Martina von Kleve - E-Book

Silvia-Gold 152 E-Book

Martina von Kleve

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Beschreibung

Ihre erste Begegnung verläuft alles andere als erfreulich. Lena Siebert soll auf Geheiß ihres Großvaters, des Besitzers einer Hotelkette, den neuen Geschäftsführer Julian Herten überprüfen. Julian wiederum muss die junge elegante Dame mit dem merkwürdigen Verhalten für eine raffinierte Diebin halten. Was sie ja in gewisser Weise auch ist, denn ganz sicher hat Lena sein Herz gestohlen.
Aber nicht nur Julian befindet sich in einem Zustand äußerster Verwirrung. Auch Lena spürt, dass mit diesem Mann etwas nicht stimmen kann. Sein aufwändiger Lebensstandard - Sportwagen, elegante Maßkleidung, teuerste Uhr - geht weit über den eines Hotelmanagers hinaus. Das aber kann wiederum nur bedeuten, dass Julian sich die Mittel dazu auf unrechte Weise verschafft. Eine Vorstellung, die im krassen Gegensatz zu Lenas Gefühlen steht ...

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Seitenzahl: 105

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhalt

Cover

Alles, was ich brauche

Vorschau

Impressum

Alles, was ich brauche

Doch so leicht ist Lena nicht zu verführen

Von Martina von Kleve

Ihre erste Begegnung verläuft alles andere als erfreulich. Lena Siebert soll auf Wunsch ihres Großvaters, des Besitzers einer exklusiven Hotelkette, den neuen Geschäftsführer Julian Herten überprüfen. Julian wiederum muss die junge elegante Dame mit dem merkwürdigen Verhalten für eine raffinierte Diebin halten. Was sie ja in gewisser Weise auch ist, denn sein Herz hat sie ihm in der ersten Sekunde gestohlen.

Aber nicht nur Julian befindet sich in einem Zustand äußerster Verwirrung. Auch Lena spürt, dass mit diesem Mann etwas nicht stimmen kann. Sein luxuriöser Lebensstil – Sportwagen, Maßkleidung, teuerste Uhr – übersteigt das Gehalt eines Hotelmanagers. Das aber kann wiederum nur bedeuten, dass Julian sich die finanziellen Mittel dazu auf unrechte Weise verschafft. Eine Vorstellung, die im krassen Gegensatz zu Lenas Gefühlen steht ...

»Frau Siebert, Sie möchten bitte sofort zu Ihrem Herrn Großvater kommen.« Herr Wolters, der langjährige Empfangschef des Stammhauses der »Vestia«-Hotelkette in Düsseldorf, lehnte sich weit über die Theke. Im Weitergehen drehte sich Lena um und hob gleichzeitig grüßend die rechte Hand.

»Ich bin schon auf dem Weg zu ihm.« Ohne den üblichen Aufenthalt bei ihm, verschwand sie in dem wartenden Fahrstuhl und entschwebte. Herr Wolters schüttelte verwundert den Kopf. Gewöhnlich hatte sie es nie so eilig.

Das Büro von Albert Siebert befand sich im fünften Stock. Dort waren auch die anderen Büros und seine Wohnung untergebracht. Als Lena an seine Tür klopfte und nach kurzer Wartezeit einfach eintrat, weil sie kein »Herein« gehört hatte, musste sie ihn erst einmal suchen, ehe sie ihn in einer Nische des Zimmers fand. Er sah aus dem Fenster und hatte sie offenbar noch nicht bemerkt.

»Großvater, ist dir nicht gut?«

Erschrocken zuckte er zusammen und drehte sich um. »Ach, Lena, du bist es.«

»Entschuldige, aber du hast mein Klopfen wohl nicht gehört. Was ist los?«

Resigniert zuckte Albert Siebert die breiten Schultern. Langsam ging er zu seinem Schreibtisch und lehnte sich an die Tischplatte. Wieder einmal musste Lena feststellen, wie gut er doch mit seinen neunundsechzig Jahren aussah.

Sein graues Haar war seitlich gescheitelt und noch genauso dicht, wie Lena es auf dreißig Jahre alten Bildern gesehen hatte. Noch immer hatte er eine sportliche Figur, auch wenn von seinen früheren Sportarten nur das Golfspielen übrig geblieben war.

Trotzdem schien er in letzter Zeit müde geworden zu sein. Lena hatte das Gefühl, dass er nur allzu gerne die Leitung der »Vestia«-Hotelkette an sie, seine einzige Enkelin und Erbin, abgegeben hätte. Doch auch wenn sie wusste, dass dieser Tag früher oder später ohnehin kommen würde, so war sie im Augenblick froh über jede noch so kleine Galgenfrist, in der er den größeren Teil der Verantwortung für dieses Imperium trug.

»Was ist denn los?«, fragte sie noch einmal. Sein sorgenvolles Gesicht konnte nichts Gutes bedeuten.

»Ach, Lena. Ich hatte gerade ein ernstes Gespräch mit Herrn Schill. Du weißt doch, wegen dieser Einkauf-Geschichte.«

Lena horchte auf. »Hast du endlich Beweise, dass er sich von Lieferanten bestechen lässt?«, fragte sie hoffnungsvoll.

»Ja, seit heute Morgen. Ich habe soeben mit ihm telefoniert, um ihm die Gelegenheit zu geben, sich morgen hier persönlich zu rechtfertigen, aber er lehnte rundheraus ab.«

»Das verstehe ich nicht. Was lehnte er ab?«

»Er will nicht kommen, und er will erst recht nichts erklären. Stattdessen meint er, wenn ich ihm nicht mehr vertraue, wäre es wohl das Beste für ihn zu kündigen.«

Lena glaubte, ihren Ohren nicht zu trauen. »Das hat er allen Ernstes gesagt?«

Albert Siebert nickte. »Wortwörtlich.«

»Puh!« Lena setzte sich in den Besuchersessel vor dem Schreibtisch. »Der ist aber ganz schön abgebrüht.«

»Das habe ich auch gedacht. Und deswegen habe ich ihn soeben fristlos entlassen. Ich sorge dafür, dass er noch heute das Hotel verlässt.«

»Ausgezeichnet. Das hätte ich auch getan.«

Triumphierend lächelte Lena ihren Großvater an. Er hatte noch immer den gleichen Elan wie früher. Es beunruhigte sie jedoch, dass er so nervös mit den Fingern der rechten Hand auf seinen Schreibtisch trommelte.

»Das hoffe ich doch. Trotzdem wird es dir im Nachhinein nicht so ganz passen.«

Er machte eine Pause und sah sie abschätzend an. Ohne ein weiteres Wort von ihm wurde Lena plötzlich klar, was er meinte.

»Nein.« Abwehrend hob sie beide Hände. »O nein, Großvater, das kannst du nicht machen. Du weißt, ich habe mich so auf den Urlaub gefreut. Nein, ich werde auf keinen Fall nach Augsburg fliegen.«

Zärtlich nahm Albert Siebert ihre Hand.

»Lena, es ist doch nur für ein paar Wochen, bis ich einen neuen, geeigneten Geschäftsführer gefunden habe. Bitte, mach keinen Aufstand und flieg morgen früh hin.«

»Aber das geht nicht. Ich habe alles gebucht, bezahlt und meine Koffer gepackt. Wir fliegen morgen. Es wäre nicht fair, Kati alleine reisen zu lassen.«

»Deine Freundin wird es überleben.«

Nun wurde es Lena zu viel.

»Du weißt genau, dass wir seit Wochen diese Reise gemeinsam geplant haben«, empörte sie sich. »Indien ist nicht Mallorca, wohin man schnell mal übers Wochenende fliegt. Das ist nichts für eine allein reisende Frau. Nein, Großvater, diesmal mache ich nicht mit. Das wäre das zweite Mal, dass ich wegen des Geschäfts meinen Urlaub ausfallen lasse.«

»Du kannst ihn nachholen, sobald ich jemanden gefunden habe.«

»Genau wie im letzten Jahr, nicht wahr? Auf den Urlaub warte ich noch immer.« Lena sprang auf und lief zur Tür. »Ich meine es ernst. Diesmal wirst du mich nicht überreden. Ich fliege – und damit basta.«

»Und was mache ich mit Augsburg?«

»Was hättest du getan, wenn ich nicht mehr hier wäre?«

Der alte Mann zuckte die Schultern. »Das habe ich mir noch nicht überlegt«, erwiderte er müde, konnte Lena aber damit nicht beeindrucken, die genau wusste, dass er gerne alle Register zog, um sie herumzukriegen.

»Dann tu so, als wäre ich schon am anderen Ende der Welt, ja?« Lena entschwand mit einem entzückenden Lächeln aus seinem Büro. Albert Siebert blickte ihr entgeistert nach. Es sah tatsächlich so aus, als meinte sie es diesmal ernst.

♥♥♥

Albert Siebert war noch ganz in Gedanken versunken, als es energisch klopfte.

Verflixt, dachte er, es ist immer das Gleiche. Jedes Mal, wenn seine Sekretärin Urlaub hatte, gaben sich die Besucher die Türklinke in die Hand. Wie sollte er da zum Nachdenken kommen? Morgen wollte er eine Aushilfe im Vorzimmer haben.

»Herein!«, rief er laut. Es klang mürrisch, doch als er seine Besucherin sah, hellte sich sein Gesicht augenblicklich auf.

»Hermine! Was machst du denn hier? Das ist aber eine Überraschung!« Glücklich ging er auf sie zu und drückte ihre Hand.

»Mein lieber Albert, ich freue mich so, dich wiederzusehen.«

Albert führte die Gräfin zu der gemütlichen Sitzgruppe. »Komm, setz dich bitte. Möchtest du etwas trinken?«

»Nein, danke. Ich kann leider nicht lange bleiben.«

Albert seufzte. »Das habe ich mir auch schon gedacht. Wann hast du schon einmal Zeit?«

Hermine lachte. Sie war eine attraktive Mittsechzigerin, die im Herzen jung geblieben war.

»Vor fünf Jahren, als wir uns das letzte Mal sahen, hattest du auch keine Zeit. Erinnerst du dich?«

»O ja, und ich habe es bitter bereut.« Er beugte sich verschwörerisch zu ihr hinüber. »Bist du etwa aus dem gleichen Grund gekommen, der uns damals beinahe unsere Freundschaft gekostet hätte?«

Hermine wiegte ihren Kopf hin und her.

»Hm. Das hättest du wohl gerne, nicht wahr? Bist du noch immer an meinem Schlosshotel interessiert?«, fragte sie und hatte plötzlich einen stahlharten Blick.

»Vielleicht. Willst du es verkaufen?«

Hermine musste schmunzeln. »Nein, das will ich nicht. Aber du bist der alte Fuchs geblieben.«

»Sonst säße ich wohl nicht mehr hinter diesem Schreibtisch.« Albert deutete auf das monumentale Möbelstück. »Aber ich hoffe trotzdem, dass du es mir nicht übel nimmst, dass ich das Hotel damals kaufen wollte.«

»Nein, nein, wo denkst du hin! Ich fand nur, du hattest den Zeitpunkt etwas unglücklich gewählt. Mein Mann war gerade vier Wochen tot, als du mir den Vorschlag unterbreitetest.«

Albert blickte verlegen zu Boden.

»Entschuldige. Ich dachte, du wärst mit allem überfordert und froh, diese große Verantwortung abgeben zu können. Du weißt, mein Angebot war fair.«

»Ich weiß, Albert.« Vertrauensvoll erwiderte sie seinen Blick.

»Und da du ohnehin niemanden hast, für den du das Schlosshotel... erhalten musst... ich meine...«

Nun passierte genau das, was ihm an der gleichen Stelle auch vor fünf Jahren passiert war: Er verhedderte sich.

Er wusste genau, wie sehr es sie damals, vor fünfzehn Jahren, getroffen hatte, als ihre Tochter, ihr einziges Kind, gemeinsam mit ihrem Mann bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. Nie hatte sie darüber reden wollen, denn Claudia hatte gegen den Willen ihrer Eltern einen Mann geheiratet, den sie liebte, obwohl er andere Vorstellungen vom Leben hatte als ihre Eltern.

Graf und Gräfin Ahrendsfeld suchten einen Schwiegersohn, der einmal das Schlosshotel weiterführen würde, doch Claudias Auserwählter hatte sich eine Farm in Amerika gekauft, auf der er leben wollte. Claudia entschied sich für ihre Liebe. Die Gräfin und der Graf hatten ihre Tochter nie mehr gesehen.

Alberts Ausflug in die Vergangenheit endete, als Hermine vorsichtig ihre Hand auf seine legte.

»Mein lieber Albert, lass uns bitte von etwas anderem sprechen.«

Er zuckte merklich zusammen. »Ja, natürlich.«

Heiter fuhr sie fort: »Ich habe da ein großes Problem, und du könntest mir helfen.«

»Da bin ich aber gespannt.«

»Ich wünsche jedoch, dass du mit keinem über das sprichst, was ich dir jetzt erzähle.«

Ihr Gesichtsausdruck zeigte ihm, wie wichtig ihr dies war. Er nickte zustimmend.

»Sehr gut. Dann verrate ich dir jetzt ein Geheimnis. Ich habe einen Enkel. Julian ist der Sohn von Claudia. Er war damals fünfzehn, als seine Eltern starben. Mein Mann und ich, wir waren in Amerika, um ihn nach Deutschland zu holen, doch er war nicht zu bändigen. Vielleicht kannst du dir vorstellen, wie ein Jugendlicher sich benimmt, der inmitten von Wäldern auf einer Farm aufgewachsen ist. Wir schickten ihn auf ein Internat und gaben ihm eine Berufsausbildung. Die Ferien verbrachte er meistens auf dem Sommersitz seines besten Freundes. Die letzten zehn Jahre hat Julian in allen möglichen Hotels auf der Welt gearbeitet. In den letzten beiden war er sogar Geschäftsführer. Nun ist er seit zwei Tagen hier in Düsseldorf, doch er will partout nicht hierbleiben. Albert, du musst mir helfen! Er ist im Augenblick auf der Suche nach einer entsprechenden Stelle. Bitte, biete du ihm eine in einem deiner Hotels an.«

Nachdenklich blickte Albert auf Hermine.

»Und aus welchem Grund sollte er annehmen? Ich meine, egal, was ich ihm biete, es wird ihn kaltlassen.«

»Nicht, wenn du ihm einen Geschäftsführerposten bietest. Er ist ehrgeizig. Lass ihn die alleinige Verantwortung für eines deiner besten Häuser tragen – und wir haben gewonnen.«

»Und was willst du damit bezwecken?«

»Selbstverständlich, dass er zumindest in Deutschland bleibt.«

»Und dann? Es wird ihm wahrscheinlich schnell zu eng hier werden.«

Listig wie ein Fuchs sah Hermine Albert an.

»Dann müssen wir eben dafür sorgen, dass er sich verliebt«, schlug sie vor.

»Haha, und wie willst du das anstellen?«

»Genau weiß ich es noch nicht, aber ich habe da eine vage Idee. Deine Enkelin zum Beispiel, sie ist doch noch frei?«

Ein Leuchten trat in Albert Sieberts Augen. Heiser antwortete er: »Ja, das wäre eine wunderschöne Lösung all unserer Probleme. Aber ...«

Hermine machte eine wegwerfende Handbewegung.

»Nun lass doch einmal alle Wenn und Aber weg. Also, was ist jetzt?«

Erwartungsvoll blickte sie ihn an. Noch immer schien er zu zögern.

»Ja, ich hätte da eine Stelle, die wäre vielleicht sogar genau das Richtige für deinen Enkel. Sie ist gerade eben frei geworden. Das Hotel ist eines unserer besten und das erste Haus am Platz. Lena kann nicht einspringen, weil sie morgen verreist. Wo kann man deinen Enkel erreichen?«

Hermine von Ahrendsfeld atmete sichtlich auf.

»Er wohnt ausnahmsweise bei mir, allerdings verleugnet er seinen Adelstitel. Er nennt sich einfach Julian Herten, ohne ›von‹.«

Albert lachte laut. »Der Junge fängt an, mir zu gefallen«, stellte er amüsiert fest.

»Nur weil er sich bürgerlich gibt? Ich finde nicht, dass man seine Herkunft verleugnen sollte.« Böse blitzte Hermine ihn an.

»Nein, entschuldige, Hermine. So habe ich das nicht gemeint. Ich finde nur gut, dass der Junge offensichtlich seine eigene klare Linie im Leben verfolgt.«

»Ja, da hast du recht. Nur leider gefiel mir diese Linie nicht so ganz. Ich hoffe, dass unser Plan funktioniert, er bald das Schlosshotel übernimmt und ich mich endlich zur Ruhe setzen kann.«