Silvia-Gold 117 - Martina von Kleve - E-Book

Silvia-Gold 117 E-Book

Martina von Kleve

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Beschreibung

Teresa ist glücklich in ihrer Beziehung zu dem erfolgreichen Unternehmer Johannes Liebrandt, auch wenn es nur gestohlene Stunden sind, die ihnen gemeinsam gehören, denn Johannes ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.
Und dann geschieht das Unfassbare - der geliebte Mann erliegt einem Herzinfarkt. Teresa muss nicht nur mit ihrer Trauer fertig werden, Johannes’ Familie verfolgt sie nach der Testamentseröffnung mit Hass, hat sie doch erhebliche Firmenanteile geerbt. Man bedenke, die Geliebte!
Lucas und seine Mutter verstehen die Welt nicht mehr. Und dann weigert diese Person sich auch noch, diese unrechtmäßig erhaltenen Anteile zurückzugeben!
Lucas lodert vor Wut und fühlt sich herausgefordert. In ihm entsteht ein Plan, wie Teresa zu »überzeugen« wäre ...

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Seitenzahl: 104

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhalt

Cover

Impressum

Wahrheit, Lüge und irgendwas dazwischen

Vorschau

BASTEI LÜBBE AG

Vollständige eBook-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

© 2020 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Pointlmages / shutterstock

eBook-Produktion:3w+p GmbH, Rimpar (www.3wplusp.de)

ISBN 9-783-7517-0064-1

www.bastei.de

www.luebbe.de

www.lesejury.de

Wahrheit, Lüge und irgendwas dazwischen

Wie Teresa um ihre Ehre kämpft

Von Martina v. Kleve

Teresa ist glücklich in ihrer Beziehung zu dem erfolgreichen Unternehmer Johannes Liebrandt, auch wenn es nur gestohlene Stunden sind, die ihnen gemeinsam gehören, denn Johannes ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

Und dann geschieht das Unfassbare – der geliebte Mann erliegt einem Herzinfarkt. Teresa muss nicht nur mit ihrer Trauer fertig werden, Johannes’ Familie verfolgt sie nach der Testamentseröffnung mit Hass, hat sie doch erhebliche Firmenanteile geerbt. Man bedenke, die Geliebte!

Lucas und seine Mutter verstehen die Welt nicht mehr. Und dann weigert diese Person sich auch noch, diese unrechtmäßig erhaltenen Anteile zurückzugeben!

Lucas lodert vor Wut und fühlt sich herausgefordert. In ihm entsteht ein Plan, wie Teresa zu »überzeugen« wäre …

Teresa blickte auf ihre Armbanduhr. Gleich fünf schon, sie musste allmählich gehen. Nur noch die letzten Rechnungen prüfen, dann konnte sie Christa das Feld überlassen.

Fünf Minuten später war sie fertig und schlenderte zufrieden in den Verkaufsraum. Im Augenblick war kein Kunde da, und auch Christa war nicht zu sehen.

»Christa, ich gehe jetzt nach Hause«, rief sie lauter als üblich, denn irgendwo musste diese ja stecken. Tatsächlich erschien ihr dunkelblonder Schopf zwischen zwei Regalen.

»In Ordnung, Teresa. Gibt’s noch etwas Besonderes?«

Teresa schüttelte den Kopf, sodass die braunen Locken hin und her sprangen.

»Mach pünktlich Feierabend. Und morgen früh kommst du wie verabredet schon um zehn, okay?«

»Klar. Mach dir mal keine Sorgen. Ich werde deine Kundschaft schon gut versorgen. Genießt das gemeinsame Wochenende. Was habt ihr denn vor?«

Teresa strahlte glücklich. »Wir fahren an den Bodensee zum Segeln. Johannes hat dort ein Boot liegen.«

»Na, dann wünsche ich euch viel Spaß.« Christa zwinkerte ihr verschwörerisch zu.

Sie war nicht nur seit zwei Jahren Teresas Angestellte, sondern auch ihre beste Freundin und der einzige Mensch auf der Welt, der von Teresas Verhältnis mit dem zweiundzwanzig Jahre älteren Geschäftsmann Johannes Liebrandt wusste.

Teresa eilte zur Tür. »Danke! Ich muss mich beeilen. Johannes kommt um sechs, und ich habe ihm ein leckeres Abendessen versprochen.«

»Italienisch?«

Teresa lächelte zustimmend. »Rezept von Mama.«

Christa nickte. »Grüß Johannes von mir.«

Andächtig sah sie Teresa nach. Sie kannten sich schon lange, doch seit Teresa mit Johannes zusammen war, war sie ein anderer Mensch geworden. Er hatte sie aus ihrer Lethargie befreit, in der sie seit dem tödlichen Unfall ihrer Eltern gefangen gewesen war. Es war seine Idee gewesen, dass sie ihren Beruf als Sekretärin aufgab und dieses Geschäft eröffnete. Natürlich hatte er im Anfang Starthilfe geleistet.

Inzwischen war »Casa Teresa« im weiten Umkreis »die Top-Adresse« für Wohnkultur in italienischem Design geworden. Und das war kein Wunder, denn Teresa hatte von ihrer italienischen Mutter alles mitbekommen, was sie für dieses Geschäft brauchte: einen erlesenen Geschmack, unermüdlichen Fleiß und das Geschick, mit Menschen umzugehen. Dazu sah sie gut aus und sprach ein ausgezeichnetes Deutsch mit einem klitzekleinen italienischen »R«.

Christa seufzte laut auf. Und dann hatte Teresa auch noch das unsägliche Glück, von einem so wunderbaren Mann wie Johannes geliebt zu werden.

Trotzdem konnte sie nicht behaupten, dass sie Teresa beneidete, denn sicherlich war es nicht leicht, mit einem Mann befreundet zu sein, den man nur stundenweise sehen konnte oder bestenfalls ein Wochenende lang, weil niemand von dieser Beziehung wissen durfte, denn Johannes war verheiratet.

Die Türglocke kündigte einen Kunden an. Christa ließ jeglichen anderen Gedanken fallen und wandte sich ihm zu.

♥♥♥

Zum dritten Mal innerhalb fünf Minuten schaute Johannes auf die Uhr.

Verflixt noch mal, warum nahm Lucas nicht ab? Er hatte für heute halb sechs deutscher Zeit ein Telefonat mit seinem Sohn verabredet. Nun versuchte er schon seit einer halben Stunde, ihn zu erreichen, aber offensichtlich war er nicht zu Hause. Vielleicht nicht einmal in New York. Wer wusste schon, wo er sich gerade wieder herumtrieb.

Johannes war nicht gut zu sprechen auf seinen Sohn, der eigentlich sein ganzes Vertrauen besitzen sollte, denn schließlich leitete er die bedeutendste Zweigstelle der Liebrandt Elektronik GmbH.

Wütend raffte Johannes seine Aktentasche vom Schreibtisch und verließ das Büro. Im Vorzimmer war auch seine Sekretärin gerade dabei, Feierabend zu machen. Johannes sah es und half ihr in die Jacke.

»Ich habe meinen Sohn nicht erreicht, Frau Hagen«, sagte er, während er ihr die Tür offen hielt. »Übers Wochenende bin ich verreist, und am Montag komme ich erst gegen Mittag ins Büro. Sollte er sich vorher melden, sagen Sie ihm, er soll mich gefälligst am Nachmittag anrufen. Er weiß genau, wie wichtig es ist, dass wir das Vorgehen bei Henderson absprechen, bevor er am Montag hinfliegt.«

Frau Hagen verstand. »Natürlich. Ich sage es ihm.«

»Gut. Schönes Wochenende wünsche ich Ihnen.« Er nickte ihr zu, denn sie hatten das Portal erreicht. Hier trennten sich ihre Wege.

»Vielen Dank. Ihnen auch.« Sie nickte zurück.

»Werde ich bestimmt haben!«, rief er ihr fröhlich nach. Leise summend ging er zu seinem Wagen. Heute ein gemütlicher Abend bei Teresa, morgen mit ihr zum Bodensee – ach, das Leben war wunderbar!

Er liebte seine Frau dafür, dass sie alle zwei Monate nach Hamburg fuhr, um ihre Freundinnen zu besuchen. Diese Wochenenden gehörten ihm und Teresa ganz allein.

Jedes Mal, wenn er mit ihr zusammen war, konnte er den Rest seines kümmerlichen Lebens vergessen: die Arbeitstage voller Stress und Hektik, den Ärger über Lucas, die ständig wiederkehrenden Streitigkeiten mit Evelyn, der Frau, mit der er drei Jahre glücklich und einunddreißig Jahre unglücklich verheiratet war.

Johannes drehte den Zündschlüssel um. Leise summend sprang der Motor an. Keinen Gedanken mehr wollte er an den Alltag verschwenden. Die nächsten Tage gehörten Teresa.

♥♥♥

Teresa schaltete gerade den Herd ab, als sie die Wohnungstür zuschlagen hörte. Johannes war da. Beinahe im gleichen Moment stand er in der Tür.

»Guten Abend, mein Schatz«, sagte er lächelnd und zauberte eine einzige rote Rose hinter seinem Rücken hervor.

Teresa ging ihm entgegen, dann legte er einen Arm um ihre Hüften und gab ihr einen Kuss.

»Entschuldige, ich komme spät«, sagte er, während er sie noch festhielt.

Teresa grinste keck. »Gerade wollte ich Christa anrufen und fragen, ob sie nicht mit mir essen will. Ich dachte schon, du hättest mich vergessen.«

Damit drehte sie sich um und ging wieder zum Herd, um die Sauce ein letztes Mal umzurühren.

Johannes schlüpfte aus seinem Jackett und lockerte die Krawatte.

»Hätte ich beinahe auch. Aber dann ist mir eingefallen, dass du heute Tortellini alla panna machen wolltest und dass du schon gestern einen phantastischen Wein gekauft hast, und da habe ich mich dann beeilt.«

Beide Hände in den Hosentaschen stand er hinter ihr und blickte über ihre Schulter. »Mhm, das riecht aber verdammt gut.«

Teresa stieß ihm in die Rippen, ohne sich umzudrehen.

»Avanti, avanti, Signore, der Salat steht auf dem Küchentisch, die Krabben daneben, und den Korb mit dem Brot kannst du ebenfalls mitnehmen.«

»Si, si, si«, machte Johannes und schlenderte langsam zum Küchentisch.

Teresa sah ihm schmunzelnd zu, wie er alles auf seinen Händen balancierte und schließlich im Wohnzimmer verschwand. Trotz seines fortgeschrittenen Alters war er ein sehr, sehr gut aussehender, schlanker Mann, stets elegant gekleidet und durch sein Tennisspiel sportlich geblieben.

Es war eine wunderbare Beziehung, die sie verband. Sie liebte ihn auf eine zärtliche, ruhige Weise, sie fühlte sich geborgen in seiner Nähe, und wenn es nach ihr ginge, würde ihre Beziehung bis in alle Ewigkeit dauern.

»Hey! Signora Faber! Was ist los?«

Teresa sah erschrocken auf. Johannes stand vor ihr und blickte sie zärtlich an.

»Träumst du?«

»Hm.« Sie sah zu ihm hoch. »Von dir.«

»Das ist aber sehr nett von dir«, flüsterte er und drückte seine Lippen auf ihre Stirn. »Wollen wir trotzdem erst essen?«

Teresa nickte versonnen. »Geh schon voraus. Ich komme sofort mit dem Rest.«

Schnell goss sie die Tortellini ab und richtete sie in der bereitgestellten Keramikschüssel her. Der Abend würde zauberhaft werden.

♥♥♥

Genießerisch nahm Johannes den letzten Schluck Weißwein aus seinem Glas.

»Ah! Das war wieder wundervoll, Teresa.«

Teresa war zufrieden. »Es hat dir also geschmeckt?«

»Und wie!« Er strahlte über das ganze Gesicht.

»Dann bist du also bereit für den Nachtisch?« Sie wollte sich schon erheben, doch Johannes sah entsetzt drein.

»Nachtisch? Willst du mich umbringen? Keinen Bissen bekomme ich mehr hinunter.«

Ergeben sank Teresa wieder zurück.

»Ich habe Eis«, erklärte sie beiläufig. Herausfordernd sah sie Johannes an.

»Eis?« Johannes lachte. »Du weißt genau, wie du mich herumkriegst.«

Teresa rutschte auf ihrem Stuhl nach vorne und stützte ihr Kinn auf beide Hände.

»Immerhin kenne ich dich lange genug. Trotzdem hast du recht. Ich bin auch satt. Vielleicht sollten wir einen Spaziergang machen, und wenn wir wiederkommen, genießen wir das Eis.«

»Das ist eine gute Idee.« Noch während er dies sagte, erhob er sich, nahm vom Tisch, was er tragen konnte, und ging in die Küche.

Teresa hatte das Tablett noch nicht mit dem Rest gefüllt, da war er schon wieder zurück, das Jackett über den Arm geschlagen.

»Lass alles stehen, wir machen das nachher zusammen.«

»Warte, ich bringe nur noch das Tablett in die Küche.« Wie ein Wirbelwind fegte Teresa an ihm vorbei, setzte das Tablett ab und nahm eine leichte Strickjacke von der Garderobe.

Johannes stand schon an der Tür und wartete.

Teresa sah ihn erstaunt an.

»Warum hast du es denn heute so eilig?«, fragte sie, während sie an ihm vorbeischlüpfte.

Johannes schloss die Tür hinter ihnen.

»Ich habe es nicht eilig.« Sie gingen zum Aufzug und drückten auf den Rufknopf.

»Doch«, beharrte Teresa, »das hast du. Überhaupt bist du heute so fahrig. Was ist los, Liebling? Hast du Ärger?«

Der Aufzug kam, und die Tür öffnete sich mit einem »Pling«.

Johannes nahm ihre Hand, als sie einstiegen.

»Ja, aber nur den üblichen.«

Teresa sah zu ihm hoch. »Deine Frau?«

Er winkte ab. »Wir sehen uns kaum noch. Jeder geht seinen Weg: ich zu dir und sie zu ihrem Friseur.«

Er sagte das so trocken, dass Teresa laut lachen musste, doch Johannes lachte nicht mit.

»Ich habe sehr viel Stress in der Firma, wir stehen vor wichtigen Entscheidungen, und mein Sohn macht sich rar. Schon vor einem Monat sollte er zurück nach Deutschland kommen und mich hier entlasten, doch dem Herrn gefällt New York so gut. Seit zwei Tagen versuche ich, ihn zu erreichen. Vergeblich. Er geht nicht ans Handy und beantwortet keine Nachrichten.«

Inzwischen hatten sie das elegante Appartementhaus, in dem Teresas Eigentumswohnung lag, verlassen und schlenderten die Straße hinunter Richtung Stadtpark.

»Warum fliegst du nicht nach New York und wäschst deinem Sohn den Kopf?«, schlug Teresa vor.

»Ha!« Johannes lachte laut. »Der Kleine ist vierunddreißig Jahre alt, mein Schatz. Der macht, was er will. Dabei hättest du damals das Theater hören sollen, als ich ihn nach New York geschickt habe! Weißt du, er hatte gerade sein Studium beendet und war der Meinung, sein Studentenleben in unserer Firma weiterführen zu können.«

Teresa musste schmunzeln. »Und da hast du ihm eine ausfüllende Arbeit verschafft, nicht wahr?«

Johannes nickte. »So ist es. Unser Firmensitz in New York war extrem wichtig, aber heruntergewirtschaftet vom letzten Geschäftsführer. Lucas hat hervorragende Arbeit geleistet und ihn zu unserer besten Zweigstelle gemacht. Und nun, da er so allmählich meine Nachfolge hier in Deutschland antreten soll, will er nicht mehr fort von dort.«

Teresa blickte zu ihm hoch. Er war ganz blass, seine Hand eiskalt, obwohl es ein warmer Sommertag war. Sie umfasste ihn enger. Eine unbestimmte Angst erfüllte sie.

»Es kommt schon alles wieder in Ordnung«, tröstete sie ihn mit sanfter Stimme. »Jetzt genießen wir erst einmal das Wochenende, und am Montag rufst du ihn noch einmal an.«

Johannes nickte. Ein leichtes Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen. Teresa legte ihren Kopf an seine Schultern, während sie langsam weitergingen. Sie hatten den Park erreicht.

»Teresa?«

»Ja, Liebster?« Sie versuchte, seinen besorgten Blick zu übersehen.

»Teresa, ich muss am Montagmorgen zum Arzt. Ich fühle mich in den letzten Tagen nicht besonders wohl.«

Also doch! Teresa schloss für den Bruchteil einer Sekunde die Augen. Sie hatte es schon gestern gemerkt, dass er anders war als sonst.

Johannes fuhr stockend fort: »Teresa, wenn der Arzt mir nun sagt, dass ich kürzertreten muss ... ich meine, wenn ich sogar mit dem Arbeiten aufhören soll, würdest du dann ...« Er hielt inne.

Teresas Nerven waren zum Zerreißen gespannt.

»Johannes! Nun sag schon endlich, was du sagen willst!«