Silvia-Gold 199 - Rosa Sommer - E-Book

Silvia-Gold 199 E-Book

Rosa Sommer

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Beschreibung

Das war die leidenschaftlichste Berührung, die sie je erlebt hat - Philina bekommt immer noch eine Gänsehaut, wenn sie an den Mann denkt, der ihr im Traum begegnet ist und ihr Herz zum Glühen bringt.
Groß und muskulös, lässig zerzaustes, dunkelblondes Haar und gletscherblaue Augen - in seinen Armen fühlte sie sich so beschützt und gehalten, dass sie ihn einfach nicht mehr vergessen kann.
Leider nur ein Traum!, denkt sie. Die Wiener Studentin ist nämlich unglücklich verliebt in ihren egoistischen Mitbewohner, der wenig Interesse an ihr zeigt.
Doch auf einmal treten zwei unbekannte Männer in ihr Leben, die beide unheimlich freundlich, charmant und interessiert sind.
Den einen kennt sie aus einer Facebook-Gruppe, mit dem anderen musste sie mehrmals auf der Arbeit telefonieren. Beide erinnern sie an den Mann ihrer Träume!
Philina gibt sich einen Ruck und verabredet sich mit den beiden Unbekannten. Doch schon beim ersten der beiden Blinddates ergreift sie panisch die Flucht, als sich der attraktive Mann zu ihr umdreht ...


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Seitenzahl: 120

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Cover

Philina und das unerwartete Herzbeben

Vorschau

Impressum

Philina und das unerwartete Herzbeben

Eine moderne Liebesgeschichte voller Intensität, Emotionen und Leidenschaft

Von Rosa Sommer

Das war die leidenschaftlichste Berührung, die sie je erlebt hat – Philina bekommt immer noch eine Gänsehaut, wenn sie sich an den Mann aus ihrem Traum erinnert.

Als wäre der Traum ein Omen gewesen, treten am nächsten Tag zwei unbekannte Männer in ihr tristes Single-Leben, die beide unheimlich freundlich, charmant und interessiert sind.

Und das Verrückteste ist: Beide erinnern sie an den Mann ihrer Träume!

Philina gibt sich einen Ruck und verabredet sich mit beiden Unbekannten. Doch bereits beim ersten Date ergreift sie panisch die Flucht ...

Mit einem gequälten Seufzer blickte Philina zu der großen Uhr, die gegenüber ihrem Arbeitsplatz über der Tür hing. Die dicken schwarzen Zeiger standen auf fünf Minuten vor halb sechs; die Zeit wollte an diesem Montag einfach nicht vergehen.

Trotz der hohen Räume des Altbaus mitten im Wiener Stadtteil Gersthof fühlte sich die junge Frau von dem riesigen Raum wie erdrückt. Das permanente Stimmengewirr und der Geruch nach Essensresten, der in unregelmäßigen Abständen an ihrem Tisch vorbeiwaberte, benebelten sie jedes Mal bereits wenige Minuten nach ihrem Dienstantritt im Callcenter. Mindestens genauso zu schaffen, machte ihr die monotone Langeweile, die sich in dem Job zu gut neunzig Prozent über die Arbeitszeit verteilte. Besonders hart war es an Tagen wie diesen, wenn ein abwechslungsreiches Wochenende mit ihren Freunden beim Pilzesammeln im herbstlichen Wienerwald hinter ihr lag.

Philina dachte an den Geruch der feuchten Nadelbäume und meinte plötzlich, in dem muffigen Raum ersticken zu müssen. Da gerade alle Lämpchen ihrer Telefonanlage rot leuchteten und somit kein Anrufer in der Leitung hing, stand sie auf und öffnete ein Fenster. Sie blickte auf den Asphalt drei Stockwerke unter ihr und stellte fest, dass es geregnet hatte.

In der kühlen Stadtluft, die Philina tief in ihre Lunge sog, hing ein würziges Aroma von nasser Erde und modrigem Laub. Die Straße war vom rotgoldenen Licht der Abendsonne beschienen. Eine vorbeifahrende Straßenbahn bimmelte und riss sie aus ihren Gedanken. Sie sollte an den Arbeitsplatz zurückkehren, ehe sie ihr Chef bei der unplanmäßigen Pause erwischte.

Es existierten strenge Vorschriften, wann man als Callcenter-Agent seinen Platz verlassen durfte. Man musste sich sogar abmelden, wenn man zur Toilette gehen wollte. Am liebsten würde Philina sofort kündigen. Doch sie brauchte das Geld, um sich ihr Leben als Archäologie-Studentin finanzieren zu können.

Als sie mit achtzehn Jahren von Regensburg nach Wien gezogen war, hatte sie die Wahl zwischen einem Job als Kellnerin und dem als Telefonistin gehabt und entschieden, dass sie besser reden als servieren konnte. Und nun saß sie schon seit fünf Jahren an ihrem Platz vor der blinkenden Anlage. Das war länger als geplant, weil sie nach zwei Jahren Ägyptologie ihr Studium noch einmal gewechselt hatte. Ihre Tante Helena, bei der sie nach dem Unfalltod ihrer Eltern aufgewachsen war, konnte sie finanziell nicht unterstützen, da sie mit ihrem Gehalt als Frisörin selbst kaum über die Runden kam.

»Phil, bei dir leuchten schon drei Lampen!«, rief ihre Kollegin Nora mit vorwurfsvoller Stimme.

Philina schloss das Fenster und warf erneut einen Blick auf die Uhr. Nur noch eine halbe Stunde, dachte sie und setzte sich wieder an ihren Platz.

»Guten Tag, Sie sprechen mit Philina Hades. Wie kann ich Ihnen helfen?«

»Hades wie der Herrscher der Unterwelt?«, fragte ein Mann mit einer tiefen, attraktiven Stimme am anderen Ende der Leitung amüsiert.

»Ach, Sie kennen sich in griechischer Mythologie aus? Reizend! Aber weshalb genau rufen Sie an?«, entgegnete sie genervt. Sie hörte solche vermeintlich witzigen Kommentare sowohl zu ihrem Vor- als auch zu ihrem Nachnamen schon ihr Leben lang. Ersteren hatte sie ihrer Patentante Helena, der etwas unkonventionellen Schwester ihrer Mutter, zu verdanken.

»Entschuldigung, ich wollte Sie nicht verärgern«, antwortete ihr Gesprächspartner. »Ich brauche Hilfe bei der Installation einer App, die der Mobilfunkanbieter blockiert, und weiß gerade nicht mehr weiter.«

Die junge Frau navigierte den Anrufer durch eine Reihe von Schritten und half ihm so, die Sperrung der App zu umgehen. Nachdem der Mann die App ohne weitere Probleme installiert hatte, entschuldigte er sich noch einmal für den misslungenen Scherz zu Beginn des Telefonats.

Da Philina wusste, dass nur noch fünf Minuten bis Dienstschluss blieben, beschloss sie, ihn in der Leitung zu halten. Die Hotline war gratis, somit entstand dem Kunden dadurch kein finanzieller Nachteil. Sie wollte nur keinen weiteren Anrufer mehr annehmen, der sie vielleicht in ein Gespräch verwickelte, das länger als sechs Uhr dauern könnte.

»Ich muss mich entschuldigen«, säuselte sie. »Mein zickiges Verhalten tut mir leid. Ich bin heute einfach schon ein wenig genervt, und wenn dann ein Spruch kommt, den ich gefühlt schon mein ganzes Leben lang höre ...«

Es herrschte für einen Moment betretenes Schweigen. Oje, das war jetzt auch nicht besser als ihre Reaktion am Anfang, dachte die junge Frau. Warum musste sie auch immer reden, wie ihr der Schnabel gewachsen war, anstatt vorher nachzudenken?

Da dröhnte lautes Lachen an ihr Ohr. Ihr Gesprächspartner schien es ihr nicht übel zu nehmen, dass sie ihn offenkundig für einen einfallslosen Typen hielt.

»Das kann ich gut verstehen«, sagte er dann. »Diese Meldung war wirklich nicht besonders clever von mir. Ich heiße übrigens Thomas Langer. Vielleicht darf ich diesen Fauxpas wiedergutmachen, indem ich Sie zum Essen einlade?«

»Nein, vielen Dank. Ich darf keine Geschenke von ... äh ... Anrufern annehmen«, erwiderte Philina hastig.

»Nun, es ist gewiss nicht so, dass ich mir mit einem Schnitzel eine bevorzugte Behandlung im Callcenter erschwindeln möchte. Ich würde Sie einfach gerne näher kennenlernen.«

Frecher Kerl, dachte sie und beendete nach einem frostigen »Auf Wiederhören!« das Gespräch.

Dann schlüpfte sie in ihre rosafarbene Wollweste und verließ den verhassten Arbeitsplatz.

Auf der Straße angekommen, fischte Philina ihren Kalender aus der Handtasche und vergewisserte sich, dass an diesem Tag keine Veranstaltung an der Uni mehr stattfand, die sie besuchen musste. Es gab eine Abendvorlesung zur Ikonographie um sieben Uhr. Doch zu dem Stoff besaß sie bereits das umfangreiche Manuskript und würde im kommenden Monat eine Prüfung dazu ablegen. Diese Stunde konnte sie also getrost schwänzen.

Rasch besorgte sie in dem indischen Supermarkt an der Ecke ein paar frische Zutaten fürs Abendessen und machte sich anschließend durch die hereinbrechende Dunkelheit auf den Heimweg.

Nur knapp einen Kilometer von dem Callcenter entfernt, lag in der Waldeckgasse mitten im Bezirk Währing das Haus, in dem sich Philina mit zwei jungen Leuten eine Wohnung im zweiten Stock teilte. Die beiden besuchten ebenfalls die Universität: Die zweiundzwanzigjährige Rebecca studierte mit großem Enthusiasmus Journalismus & Medienmanagement, und Manuel im Alter von achtundzwanzig eher beiläufig Medizin.

Der junge Mann kam aus gutem Haus. Seine Mutter hatte bis zu ihrem Tod vor vier Jahren vorwiegend Charity-Events für die Wiener High Society organisiert. Der Vater war ein erfolgreicher Anwalt und vertrat jene Leute, die sich seine hochpreisigen Honorare leisten konnten. Und der reiche Daddy wollte gerne, dass aus dem tendenziell faulen und interesselosen Sohn ein angesehener Chirurg wurde.

Ein vergebliches Unterfangen – da waren sich Manuels Mitbewohnerinnen einig. Und trotzdem hatte sich Philina in den großen, blonden Mann mit den strahlend blauen Augen, der besser an einen kalifornischen Strand als in eine graue Großstadt passte, verliebt. Rebecca verstand diese Schwärmerei zwar nicht – sie sah in Manuel nur ein verwöhntes Muttersöhnchen –, unterstützte ihre Freundin aber dennoch so gut sie konnte.

Der Sonnyboy stand auf große, dunkle Schönheiten mit orientalischen Gesichtszügen, die sich elegant kleideten und luxuriös präsentierten. Allerdings wechselte er die Frauen schneller als seine Hemden.

Philina, klein und zart, mit raspelkurzem knallrotem Pixie Cut und grünen Augen, passte so gar nicht in sein Beuteschema. Noch dazu hielt sie nicht viel von Mode, trug am liebsten Jeans, Sneaker und Shirts oder Pullover und schminkte sich auch nur sehr dezent. Dennoch wollte sie Manuel von sich überzeugen und dachte gar nicht daran, allein wegen Äußerlichkeiten die Flinte ins Korn zu werfen.

Rebecca war mit ihrem langen, blonden Haar, ihren braunen Augen und den auf ein Meter siebenundsiebzig verteilten Kurven äußerlich das genaue Gegenteil ihrer Freundin. Sie betätigte sich hin und wieder gerne als Hobby-Detektivin und lieferte wichtige Informationen zu dem gemeinsamen Mitbewohner. Dabei übte sie schon für ihren zukünftigen Beruf, da sie plante, nach dem Studium als Enthüllungs- beziehungsweise Aufdeckungsjournalistin bei einem namhaften Magazin zu arbeiten.

Von ihr wusste Philina beispielsweise, dass Manuel die Musik von Mino Reitano liebte, die ihn an die früheren Sommerurlaube bei seinem Onkel in dessen Landhaus in der Toskana erinnerte. Also hatte sie ihm eine Originalschallplatte mit den bekanntesten Liedern des Sängers zu Weihnachten geschenkt, über die er sich sichtlich gefreut hatte.

Steter Tropfen höhlt den Stein, lautete ihre Devise. Irgendwann würde Manuel erkennen, dass er keine Bessere als sie finden würde.

In der WG angekommen, stellte sich Philina in die Küche und begann mit den Vorbereitungen für das Abendessen. Wenig später platzte Rebecca zur Tür herein, wie immer ein wenig atemlos und mit der Attitüde einer Bezwingerin von Chaos und Stress.

»Bin ich heute mit kochen dran?«, wollte sie mit schuldbewusster Miene wissen.

»Nein, ich. Draußen im Vorzimmer hängt der aktuelle Plan, wer was wann zu machen hat ... wie üblich«, grinste Philina.

»Ich weiß, aber ich wollte schnell zu dir«, keuchte die Freundin und ließ sich auf einen Sessel fallen. »Du wirst nie erraten«, fuhr sie dann fort, »was mir heute passiert ist.«

♥♥♥

Während Philina mehrere Hähnchenteile mit Marsala, Knoblauch, Ingwer, Chilipulver und weiteren Zutaten marinierte, ergoss sich ein Redeschwall aus Rebeccas Mund. Sie erzählte von einem Professor, dessen Blicke während einer mündlichen Prüfung angeblich permanent in ihren Ausschnitt gerutscht waren und der sie dann trotzdem hatte durchfallen lassen.

»So ein Lustmolch«, ereiferte sie sich, »diesen Vorfall werde ich melden!«

»Wenn es sonst niemand gesehen hat ... da wirst du nicht viel ausrichten, fürchte ich«, entgegnete Philina und ertappte sich selbst dabei, wie ihr Blick zu den in einem engen und tief dekolletierten Kleid nach oben gepressten Brüsten ihrer Freundin wanderte.

»Me too, sag ich da nur«, schnaufte Rebecca. »Ich lass' mir das nicht gefallen!«

»Was lässt du dir nicht gefallen?«, wollte Manuel wissen, der in die Küche getreten war. »Mhm ... was riecht denn da so gut?«, fragte er dann und reckte seine Nase in die Luft.

»Eine Aufmerksamkeitsspanne wie eine Eintagsfliege!«, zischte Rebecca.

»Die Neugierde aufs Essen kommt vor dem Interesse an deinem Liebesleben«, konterte er und grinste.

»Primat!«, zischte die junge Frau und verließ hocherhobenen Hauptes den Raum.

»Chicken Marsala mit Reis«, sagte Philina.

Kurz darauf saßen die drei WG-Bewohner einträchtig nebeneinander am Tisch und aßen zusammen. Sie versöhnten sich üblicherweise genauso schnell, wie sie sich stritten.

Zum krönenden Abschluss der Mahlzeit gab es einen gekühlten Mango-Lassi. Manuel war begeistert.

»So eine Frau wünsche ich mir ... die derart gut für mich kocht.« Doch noch bevor Philina zu strahlen beginnen konnte, fügte er hinzu: »Wenn sie dann nicht nur indische Speisen zubereitet kann, sondern auch noch aussieht wie eine Bollywood-Schauspielerin, bin ich der glücklichste Mann der Welt!«

In die entstandene Stille hinein raschelte es im Hamsterkäfig und ein kleines wuscheliges Tier mit schwarzen Knopfaugen schob sich mit verschlafenem Blick durch das Loch seines Holzhäuschens. Sein Kumpel Karlo schlief offenbar noch.

»Pepe ist wach«, stellte Rebecca sachlich fest. »Wer ist mit Füttern dran?«

»Du«, erklang es zweistimmig, woraufhin alle drei in lautes Gelächter ausbrachen.

Als Manuel mit dem Tischabräumen und Geschirrabwaschen begann, zog sich Philina in ihr Zimmer zurück, um zu für die bevorstehende Prüfung Anfang November zu lernen. Doch schon bald schweiften ihre Gedanken ab, und sie konnte sich nicht mehr auf den Stoff zum Thema Ikonographie konzentrieren.

Sie schaltete den Laptop ein, surfte ein wenig durchs Netz und loggte sich um vier Minuten nach neun Uhr als Phil bei Facebook ein. Dort entdeckte sie wenig später zufällig eine Gruppe, die sie noch nicht kannte und in der sich Gleichgesinnte über archäologische Ausgrabungen, römische Funde und prähistorische Artefakte austauschten. Sie sah sich die geposteten Fotos an, likte und kommentierte einige Beiträge und lud einen Artikel über den neu entdeckten Tunnel unter dem Taposiris-Tempel hoch.

Wenig später fand sie eine Aussage, die nicht stimmte und die sie als Frau vom Fach richtigstellen wollte. Da behauptete nämlich ein gewisser SchlaWiener, dass es sich bei Teilen der römischen Überreste auf dem Wiener Michaelerplatz um ein sogenanntes »Lupanar«, also ein antikes Freudenhaus, handelte. Er begründete seine Behauptung mit der Tatsache, dass sich an den Fresken der Ruine Spuren von aufgemalten Weinranken befanden. Über dem Eingang dieses früheren Gebäudes wäre außerdem der Schriftzug »Hic habitate felicitas« zu lesen, was so viel wie »Hier wohnt die Glückseligkeit« bedeutete.

Beide Aussagen stimmten, das wusste Philina. Das konnte aber ebenso gut auf ein damaliges Trinklokal hinweisen, was sie sogar für wahrscheinlicher hielt.

Ein gewisser PharaToM hatte unter den Post geschrieben: Ich war damals bei den Ausgrabungen dabei. Die These mit dem Freudenhaus wurde dem Leiter des archäologischen Teams in den Mund gelegt, von der Presse kolportiert und konnte aufgrund des Sensationscharakters nie wieder rückgängig gemacht werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind die alten Mauern mit den Weinranken am Michaelerplatz mal eine römische Taverne gewesen.

Es folgte eine spöttische Bemerkung von SchlaWiener, auf die PharaToM nicht mehr reagiert hatte.

Gut so, dachte Philina. Manchen Menschen musste man einfach die Aufmerksamkeit entziehen. Vor allem dann, wenn sie eine berechtigte Kritik oder einfache Richtigstellung nicht ernst nahmen.

Rasch tippte sie unter den Absatz von PharaToM nur den einen Satz: Ich studiere Archäologie und stimme dir zu. Uns wurde auch gesagt, dass es sich bei dem Bauwerk wahrscheinlich um eine Art Gaststätte handelte.

Wenig später sah Philina, dass in der Zeile unter ihrem Kommentar wieder getippt wurde.

Hallo Phil, wollen wir chatten?

Sie stimmte mit einem Okay zu, und kurz darauf schrieben sich die beiden Privatnachrichten. Bei einer kurzen Bekanntmachung stellte sich rasch heraus, dass der siebenundzwanzigjährige Tom sie für einen Typen namens Philipp hielt. Ihr Profilbild zeigte eine Mumie und ließ damit auch keine Rückschlüsse auf ihr Geschlecht zu.

Philina stellte dies mit Absicht nicht richtig. Denn sie hatte die Erfahrung gemacht, dass sich die Kommunikation mit Männern auf sachlicher Ebene rasch in eine andere Richtung entwickelte, sobald man sich als Frau zu erkennen gab. Als könnte man mit Frauen nicht fachsimpeln, sondern nur flirten.

Sie erfuhr von Tom, der auch kein Foto von sich, sondern den Kater von »Tom & Jerry« als Profilbild hochgeladen hatte, dass er als Koch in einem Sternenrestaurant in der Wiener City arbeitete. Für seine Leistungen war er bereits mit zwei nationalen Preisen ausgezeichnet worden.

Allerdings würde ich viel lieber in der Erde buddeln und nach antiken Schätzen suchen