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Entdecken Sie die Magie Skånes! Dieses Buch ist Skandi-Flair pur: Es entführt Sie an charmante Orten, erzählt von Landbäckern, Fischräucherern und Winzern und bringt mit einer Vielzahl von Originalrezepten die schwedische Küche in Ihr Zuhause. Ob Köttbullar, Äggakaka oder Gravad Lax – erleben Sie Schwedens südlichste Provinz mit allen Sinnen!
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Seitenzahl: 83
Veröffentlichungsjahr: 2025
Gabriele Gugetzer
Rezepte und Geschichten aus Südschweden
Malmö
Hier ist’s zeitgeistig
Helsingborg
Hier ist’s historisch
Lund
Hier ist’s entzückend
Kristianstad
Hier ist’s innovativ
Österlen
Hier ist’s verträumt
Ystad
Hier ist’s kriminell
Anhang
Gut zu wissen
Adressen
Register
Über die Autorin
Über die Fotografen
Schonen, die südlichste Provinz Schwedens, ist so richtig schön schwedisch. Sie wissen schon, die niedlichen Holzhäuser, die lauschigen Seen, die verträumten Wälder, die netten Menschen, die noch netteren Städtchen. Mehr noch: Schonen, geografisch ein Winzling, hat dennoch alles, was man sich für einen Urlaub wünscht. Beispielsweise, dass es als Reisedestination jenseits des Sommerstrandurlaubs ein bisschen auf seine Entdeckung wartet. Und dabei so viel Entdeckenswertes zu bieten hat! Im Sommer zum Beispiel einen Abend in einem Fischerdorf, mit einem Fischbrötchen von der Strandbude Käseberga Fisk in der einen Hand, in der anderen Hand den kundig gemixten Kiev-Mule-Cocktail von der Nachbarbude, das hat was! Oder Malmö, dessen Markthalle zu jeder Jahreszeit appetitanregend ist und im Winter noch dazu anheimelnd. Oder eine Bäckerei in der tiefsten Provinz, die das Navi erst mal nicht findet, dann aber doch, oder ein Restaurant mit zwei Michelin-Sternen, für das die Gäste auch aus dem internationalen Ausland anreisen, oder eine Köchin, die gerne mit Unkraut kocht, eine Rumbrennerin, Eismacherin und Lavendelprinzessin in Personalunion, oder Weinberge – okay, Berge mag nicht ganz die treffende Bezeichnung sein, nennen wir sie einfach Weingärten –, oder flauschige Hügellandschaften und entzückende Hafenstädtchen, mittelalterliches Gebälk und umweltbewusste Vorzeigebauten, ein Schloss, Kaltbadehäuser, Herrenhäuser: All das gibt’s oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Das macht den Reiz von Schonen aus, Skåne nennen es die Schweden. Malmö ist Großstadt und Pionier in Sachen umweltbewusstes Bauen. Ystad ist Kommissar Wallanders Heimat. Österlen ist die Realität gewordene ländliche Postkartenidylle. Kristianstad und Lund sind Universitätsstädte. Helsingborg ist eine der ältesten Städte des ganzen Landes und Erfinderin der quietschgrünen Torte Princesstårta, die Sie unbedingt probieren müssen, weil sie gar nicht quietschgrün schmeckt. Mit diesem Buch können Sie vom gemütlichen Sofa aus auf Reisen gehen oder es als praktischen Reiseführer für Hotels, Restaurants und Shopping nützen. Und natürlich können (und sollten) Sie damit kochen! Mehr als 50 Rezepte, ein Mix aus den Restaurants der Provinz und südschwedischen Klassikern, zeigen die ganze feine Bandbreite der südschwedischen Küche. Viel Spaß dabei!
Herzlich,
Gabriele Gugetzer
Hier ist’s zeitgeistig
Malmö
Wenn Sie Städte mögen, die nicht zu groß und dennoch abwechslungsreich sind, Sie Spaß daran haben, Ihre Umgebung zu Fuß zu erkunden, sich für Architektur interessieren und gerne gut essen, dann ist Malmö Ihr Ziel.
Hätte ich das vor 15 Jahren behauptet, hätten Sie mir als höflicher Mensch zwar nicht direkt ins Gesicht gelacht, aber sich schon gefragt, ob dieser Autorin zu trauen sei. Zu Recht! Damals kämpfte die Stadt verzweifelt gegen ihren Niedergang. Dabei war Malmö, direkt am Öresund gelegen, einst ein wichtiges Industriezentrum mit geschäftigem Hafen gewesen. Der Autobauer Saab hatte hier seine Niederlassung, die Auftragsbücher der Werften waren prall gefüllt. Dann kam die Ölkrise der 1970er-Jahre, später wanderte der Autobauer ab, dann setzte der schwedische Finanzcrash Mitte der 1990er-Jahre Malmö schwer zu. Die stolzen Zeugen einer ruhm- und arbeitsreichen Vergangenheit verfielen, die Arbeitslosigkeit stieg rasant. Und weil das alles noch nicht problematisch genug war, gelangte das weltoffene Malmö auch bei seiner Multikulti-Philosophie an offensichtliche Grenzen.
In Bezug auf städtebauliche Errungenschaften gilt Malmö als »schwedisches Wunder« (formuliert von internationalen Organisationen; die Schweden sind für solches Eigenlob viel zu bescheiden). Und unter Kultur- und Genussfans als eines der besten Ziele in ganz Skandinavien. Natürlich existieren die No-go-Gebiete noch, wo Gangs regieren und Drogen den Alltag bestimmen, aber da schicke ich Sie gewiss nicht hin. Denn es gibt so viel Spannenderes zu entdecken. Aus dem vor sich hin bröckelnden Hafenareal ist ein erstaunliches und gleichzeitig ansprechendes Neubaugebiet geworden, mit zeitgemäßer, auf Nachhaltigkeit basierender Architektur und hoher Lebensqualität.
Auf ganz andere Weise faszinierend ist die Altstadt. Ein Bummel durch die mit echten Kerzen erleuchteten Fenster ist im Winter zauberhaft und kuschelig, während die blankgeputzte Architektur und die liebevoll gehegten Grünanlagen und Balkone im Sommer gute Laune machen. Entzückende Gassen, viele kleine inhabergeführte Läden, Parks, ein Renaissanceschloss und der riesige Museumskomplex Malmö Museum mit seinem ansprechenden Museumsshop laden zum Entdecken ein.
Und wer den Wikinger in sich entdecken möchte, geht ins Kaltbadehaus, ins Ribersborg Kallbadhus, 1898 erbaut und frisch restauriert. Selbstredend geht man nicht im August: Hier badet man im Winter. Nackt. Getrennt. Bitte die wärmende Kopfbedeckung nicht vergessen. Thor und ich, wir sind sehr stolz auf Sie!
Altes und Modernes harmonieren in Malmö. Västra Hamnen, das moderne Architekturviertel, wird auch Stadt der Zukunft genannt und war unter dem Begriff Bo01 eine wortwörtliche Blaupause für nachhaltige Architektur. Städtebauer und Architekten sollten sich hier austoben und für eine Architekturausstellung unterschiedlichsten Wohnraum schaffen. Doch dann wurde Bo01 so gut angenommen, dass der geplante Abriss der eigentlich nur temporären Wohneinheiten gekippt, das Viertel erhalten und aus dem sperrigen Bo01 der Begriff Västra Hamnen, Westhafen, wurde. Seine exponierte Lage am Hafen ist für Sturmerprobte eine sehr begehrenswerte Wohnlage, der Blick über den Öresund und entlang der Brücke nach Dänemark auch tiefnachts etwas Besonderes. Und gleichzeitig ist der ursprüngliche umweltbewusste Bauanspruch perfekt umgesetzt. Västra Hamnen wurde das erste CO2-freie Wohnviertel ganz Europas. Es wird sogar Abfall aus Privathaushalten genutzt! Er wird erst zu Biogas umgewandelt und dann zur Betreibung der Stadtbusse eingesetzt.
Der berühmte Turning-Torso-Wolkenkratzer ist das Wahrzeichen des Stadtteils, das Mittagsrestaurant Spill seine Kantine. Nur einen Spaziergang vom Turning Torso entfernt, liegt das Mittelalter, mit dem Marktplatz Stortorget und dem historischen Stadtteil Gamla Staden. Auf dem Weg dahin kommt man an der geschmackvoll restaurierten Saluhall vorbei. Bei einem Streifzug durch diese Markthalle wird Ihnen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Auch sonntags, wenn die Restaurants der Stadt größtenteils geschlossen sind, kann man sich hier köstlich verpflegen, etwa an den diversen Fisch- und Käseständen oder auch in der kleinen, aber feinen Bäckerei. Das Angebot ist in jeglicher Hinsicht gigantisch.
Anna Kinman töpfert für die Gastronomie. Eigentlich hat sie einen Master in Musik und Performance und dafür nicht nur im heimischen Schweden, sondern außerdem in Italien und Dänemark studiert. Aber von klein auf war sie, sagt die Bratschistin, von Ton auch im übertragenen Sinne begeistert. »Als Kind habe ich am Strand Blauton ausgegraben und daraus Pferdchen geformt.« Nun, dabei ist es nicht geblieben. Das Toprestaurant Kockeriert in Malmö, das der schwedische Chef- und Fernsehkoch Tarek Taylor betreibt, hat Anna Kinman beispielsweise mit filigranem Geschirr geprägt. »Es gibt unzählige Möglichkeiten, Glasur und Farbe einzubringen«, sagt sie. Das ist auch gut so, denn mittlerweile arbeitet sie mit vielen arrivierten Köchen zusammen und muss dafür Hunderte unterschiedlichster Teller erdenken; in der Sterneküche gibt’s ja nicht nur Hauptgericht und was Süßes. Damit ihre Kunstwerke dann nicht in der Spülmaschine des Restaurants beschädigt werden, gibt es sogar spezielle Vorgaben, wie die Maschine zu bestücken ist. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die eine große Wirkung haben.
Das Hotel MJs mitten in der Altstadt ist ein Treffpunkt für junge Malmöer, die an der Bar oder im zauberhaften Atrium feiern. Die Hotelzimmer sind sehr geschmackvoll eingerichtet. Und die folgenden Rezepte sehr zu empfehlen.
Für 1 Drink
4,5 cl Wodka
1,5 cl Kaffeelikör
0,5 cl Läuterzucker
3 cl kalter starker
Espresso
Kaffeebohnen zum
Garnieren
Alle Zutaten auf Eis shaken. Dann abseihen und in ein Martiniglas füllen.
Mit Kaffeebohnen garniert servieren.
Für 4 Toasts
100 g Pilze
1 Schalotte
2 EL neutrales Pflanzenöl
2 EL Butter
Salz und schwarzer
Pfeffer aus der Mühle
50 g süße Sahne
50 g Parmesan, gerieben
1 EL Sherryessig
4 Scheiben Sauerteigbrot
Zum Garnieren
geräucherter Schinken
Silberzwiebeln
frischer Schnittlauch
Die Pilze putzen und fein hacken. Die Schalotte abziehen und fein hacken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pilze darin bei mittlerer Temperatur anbraten, bis sie das Öl aufgesogen haben. Dann die Butter und Schalottenwürfel unterrühren, salzen und pfeffern, die Sahne angießen und alles bei niedriger Temperatur um die Hälfte reduzieren.
Anschließend die Pfanne vom Herd ziehen. Den Parmesan unterrühren und mit Sherryessig ablöschen.
Die Mischung auf den Brotscheiben verteilen. Mit Schinken, Silberzwiebeln, Schnittlauch garnieren und die Toasts servieren.
Anita und Carina in Svedala – erinnert Sie das an Kinderabenteuer von Astrid Lindgren? Lindgren wuchs in der Nachbarprovinz Småland auf, aber ihre Welt könnte ebenso gut in Skåne gelegen haben. In Svedala beispielsweise, einer Ortschaft inmitten unverfälschter Natur. Dichte Buchenwälder wechseln sich ab mit Weitblick, die Gehöfte stehen vereinzelt und viele Pferde ein bisschen gelangweilt in der Gegend rum, der Briefträger hat mit der Post lange zu tun. Noch eine Biegung auf der gewundenen Straße, hier soll angeblich ein Café sein, mit angeschlossener Bäckerei, wo im Steinofen 200 Brote am Tag entstehen und 100 Plätze im Café immer belegt sind. Das Navi fleht, man möge umkehren. Ach, einfach ein bisschen weiterfahren, noch eine Kurve … ah, Stimmengewirr! Im Vismarlövs Café & Bagarstuga hat sich Carina Levin den Traum von einem Ort erfüllt, an dem es im Sommer so schön ist, wie es nur Südschweden kann, und im Winter warm und kuschelig. Eine ländliche Idylle, 20 Autominuten von Malmö. »Alles, was man mit den Händen macht, ist interessant.« Carina Levin spricht im Brustton einer Überzeugung, wie sie nur eine lange Lebenserfahrung mit sich bringt. Sie ist gelernte Bäckerin, wurde später Weberin, unterrichtete Kunsthandwerk, hält Bienen. Sie sammelt Stoffe. Dieses Faible ist im Café präsent, in den Kissenbezügen, den Tischläufern, an den Wänden. Wenn sie einen ihrer drei Webstühle zum Leben erweckt, die eine ganze Etage ihres Hauses für sich beanspruchen, wenn sie in Vintage-Modezeitschriften Designs aus den 1960er-Jahren kommentiert und der Webstuhl klappert und es aus der Backstube verführerisch zu duften beginnt, dann besitzt das einfache Leben, das hier im Winter nicht nur verschneit, sondern hart und rau sein kann, eine echte Magie.
