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Fundierter Rat mit Augenzwinkern! "So geht Katze!" verbindet klassischen Rat mit Unterhaltung: Durch den Einsatz von kurzen, kolumnenartigen Textbausteinen, Illustrationen und Infografiken wird relevantes Wissen unterhaltsam, aber dabei besonders präzise und verständlich vermittelt. Kurzweilig und kompakt werden die wichtigsten Themen - vom Kennenlernen bis zur gemeinsamen Wohnung - im Zusammenleben mit Katze besprochen, dabei der eigenwillige und geheimnisvolle Charakter und die Eigenheiten der geliebten Vierbeiner eingebunden. Damit ist "So geht Katze" ein etwas ganz anderer Ratgeber für jeden Katzenbesitzer und das optimale Geschenk für Katzenliebhaber.
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Seitenzahl: 99
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Wie schnell man die Hoheit über seine eigenen vier Wände verlieren kann, erfuhr ich, als eines Tages ein Kater vor meiner Tür stand, der heute auf den Namen Kurtl hört und längst nicht mehr nur ein vierbeiniger Mitbewohner ist, sondern auch ein guter Freund, sehr zum Leidwesen seiner Zweibeiner zuweilen aber auch das Haushaltsoberhaupt.
Dieser eher ungewöhnliche Ratgeber spiegelt auf unterhaltsame Art meine Erfahrungen mit Stubentigern im Allgemeinen und meinen Alltag mit Kurtl im Speziellen wider. Und verrät Ihnen dabei ganz nebenbei, was Katzen brauchen, um sich wohlzufühlen.
Als Journalist und Autor pendele ich mit King Kurtl zwischen München und einem kleinen Dorf in der Nähe von Heidelberg und bin neben meinem Teilzeitjob als Redakteur für verschiedene Agenturen und Zeitungen vor allem eins: Vollzeit-Katzenpapa. Momentan liebäugele ich aber auch mit dem Gedanken, in Zukunft Seminare zum Entfernen von Mäuseresten auf Teppichböden anzubieten.
Alexander Zimmermann
Ich verbinde, was oftmals gar nicht so einfach zusammenpassen möchte: Theorie und Praxis. Ich bin nämlich nicht nur studierte Biologin, Chemikerin und Pädagogin, sondern auch stolze, fürsorgliche und, ja, manchmal durchaus dienende Katzenbesitzerin sowie leidenschaftliche Beobachterin. Wenn ich etwas von meinen Vierbeinern gelernt habe, dann dies: Man lernt nie aus, ihr Verhalten richtig zu verstehen und ihren Ansprüchen gerecht zu werden.
Mit diesem Buch möchte ich möglichst viel von den Dingen, die ich bereits verstanden habe, an andere Katzenliebhaber weitergeben – um ihnen den Alltag zu erleichtern und zu verhindern, dass sie den Missmut ihres Stubentigers auf sich ziehen. Schließlich soll das Zusammenleben nicht in Stress ausarten, sondern vielmehr die Partnerschaft Mensch und Katze für beide Seiten zur bevorzugten Lebensform werden.
Als selbstständige Lektorin und Autorin lebe ich mit meiner Familie in München und teile mir seit vielen Jahren Haus und Garten mit Katzen.
Helga Hofmann
Was soll es sein? Eine Rassekatze vom Züchter, ein wilder Hinterhofmischling aus dem Tierheim oder ein zerrupftes Findelkätzchen? Natürlich kann man sich im Vorfeld unzählige Gedanken darüber machen, mit wem man sich in den nächsten Jahren die Wohnung teilen möchte. Aber am Ende entscheiden dann doch oft Bauchgefühl und Sympathie. Das gilt übrigens für beide Seiten. Schließlich will sich auch eine Katze nicht von jedem die Futterdose öffnen lassen. Trotzdem kann es nicht schaden, wenn man bereits ein paar Dinge über den potenziellen neuen Mitbewohner weiß und was er alles braucht, um sich rundum wohlzufühlen.
Die eine liegt am liebsten den ganzen Tag auf der Fensterbank, die andere jagt jedem Staubkorn hinterher, und die nächste will nichts als kuscheln. Jede Katze hat eben ihre ganz persönlichen Vorlieben und ihren ganz eigenen Charakter.
Der Alleinunterhalter setzt zum dritten Versuch an, mit einem gewagten Sprung todesmutig die Kluft zwischen Tisch und Couch zu überwinden. Zwei seiner Geschwister können es nicht mit ansehen und verstecken sich unter dem Sessel in der hinteren Ecke des Zimmers. Nur eine Schwanzspitze lugt noch hervor. Sie zuckt nervös hin und her. Der Vierte im Bunde bekommt von der ganzen Aufregung nichts mit. Er döst schon seit Stunden auf dem Fensterbrett, blinzelt nur hin und wieder mit dem linken Auge, um ein wenig gelangweilt zur Kenntnis zu nehmen, dass noch alles genauso aussieht wie vor wenigen Minuten und der Futternapf leider immer noch leer ist. Und das sollen Geschwister sein? Die sind doch wirklich komplett unterschiedlich!
Tatsächlich sind in einem einzigen Wurf oft die unterschiedlichsten Charaktere vertreten. Da gibt es den Entertainer, den schüchternen Angsthasen und den mutigen, eher dominanten Chef. Nicht zu vergessen den Raufbold, zu dessen liebster Freizeitbeschäftigung es gehört, sich mit seinen Geschwistern und später auch mit anderen Artgenossen zu keilen – neben Fressen und Schlafen versteht sich.
Der Charakter einer Katze lässt sich häufig schon in den ersten Lebenswochen erkennen. Wer einige Stunden beim Züchter oder im Tierheim verbringt, kann selbst als Katzenneuling den verschmusten Faulpelz bald vom aktiven Bruchpiloten unterscheiden – und sollte dann den Typ wählen, der am besten zu einem selbst passt. Und zu dem, was man der Katze rein wohnungstechnisch bieten kann.
Zu den sehr individuellen Persönlichkeitsmerkmalen des Stubentigers kommen noch die rassetypischen Verhaltensweisen. Diese sind zwar wahrlich nicht in Stein gemeißelt, trotzdem findet man zum Beispiel bei den Bengalkatzen besonders häufig aktive, verspielte, zugleich aber auch verschmuste Tiere. Birma- und Perserkatzen dagegen sind vor allem für ihr ruhiges Gemüt bekannt. Und für ihren Schlafbedarf. Norwegische Waldkatzen wiederum sind das genaue Gegenteil: ausdauernd, unabhängig und freiheitsliebend. Siamkatzen wiederum gelten als großartige Alleinunterhalter und Havana-Katzen als äußerst lernwillige Schüler. Zumindest einige sind es auch tatsächlich …
Um auf den Punkt zu kommen: Katzen sind eben echte Persönlichkeiten. Keine gleicht der anderen. Und wenn es nach dem Volksmund geht, haben sie überhaupt nur eine einzige Sache gemeinsam: Nachts sind sie alle grau.
Was bedeutet eigentlich »Intelligenz« bei Tieren? Diese Frage lässt sich philosophisch beantworten. Oder psychologisch. Oder ganz einfach indem man Katzen beobachtet.
Unsere Samtpfoten nehmen Herausforderungen auf ganz unterschiedliche Weise an. Da wäre etwa folgende Aufgabenstellung: Wie komme ich am besten an mein Futter? Zum Beispiel mit Geschick. Manche Katzen entwickeln äußerst ausgefeilte Methoden, um zuerst die Küchentür zu öffnen und dann den Schrank, um schließlich mit vollem Pfoteneinsatz die Packung mit den Leckerli zu plündern. Andere Miezen setzen sich so lang, ohne mit der Wimper zu zucken, vor ihren leeren Napf, bis er irgendwann wie von Zauber- (oder Menschen-)Hand gefüllt wird. Tatkraft plus Geschicklichkeit vs. Minimierung des körperlichen Aufwands: intelligent ist sicherlich beides. Variante drei hingegen strotzt nur so vor Kreativität und Taktik: Die Katze öffnet die Küchentür. Dabei achtet sie ganz genau darauf, dass der allzeit hungrige Familienhund alles mitbekommt, ihr hinterhertappt und sofort gierig ihr schon abgestandenes, nicht mehr sonderlich ansprechendes Futter vertilgt. Alsbald folgt Teil zwei des Plans: lautstarkes und vorwurfsvolles Maunzen. Für den Zweibeiner übersetzt: »Was für eine Gemeinheit, dieses blöde Vieh hat mir schon wieder alles weggefressen!« Und siehe da: Der Napf wird umgehend bis zum Rand mit frischem (!) Futter gefüllt. Und Bello bekommt auch gleich noch einen Rüffel! So abwegig diese Vorgehensweise auch klingen mag: Sie wurde tatsächlich beobachtet und bei einem Test, der Aufschluss über die Intelligenz von Katzen geben sollte, sogar wissenschaftlich belegt.
1. OHREN: Sie können sich drehen und so auch ganz leise Töne wahrnehmen und ihre Richtung erkennen. Ideal zum Orten von Mäusen und klappernden Futterdosen.
2. NASE: Die Riechschleimhaut der Katze enthält rund zehnmal so viele geruchsempfindliche Zellen wie die des Menschen.
3. NASE UND MUND: Ist der Mund leicht geöffnet und die Nase gerümpft, »flehmt« die Katze. Sie nimmt damit Duftstoffe auf, die dann über die Zunge an das Jacobsonsche Organ im Gaumen weitergeleitet werden.
4. ZUNGE: Katzen sind Feinschmecker. Ihre Zunge kann nicht nur zwischen salzig, sauer und bitter unterscheiden, sondern hat auch Rezeptoren für »umami«, den typischen Fleischgeschmack.
5. SCHNURRBARTHAARE (VIBRISSEN): Sensible Tastorgane, die kleinste Bewegungen und Berührungen, sogar Luftströmungen wahrnehmen.
6. AUGEN: Eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut sorgt dafür, dass Katzen im Dämmerlicht siebenmal so gut sehen wie wir.
Katzen, die ein Erdbeben ebenso früh wahrnehmen wie seismographische Messstationen. Oder die nach einem Umzug Hunderte von Kilometern zurück in die alte Heimat laufen. Solche Geschichten liest man häufig, einige davon sind sogar hieb- und stichfest belegt. Doch haben Katzen wirklich einen siebten Sinn? Das nicht, ihre Sinnesorgane sind lediglich so exzellent und stark ausgeprägt, dass ihre Fähigkeiten uns manchmal fast übersinnlich erscheinen. Und deshalb hat Ihre Katze auch keinen Röntgenblick, nur weil sie mal wieder im Handumdrehen das neue Futterversteck entdeckt hat.
1. PERSERKATZE: Der grimmige Blick täuscht. Die Katze mit der Stupsnase, dem langen Fell und dem Eichhörnchenschwanz ist zu jedermann freundlich. Nur das Herumtoben ist nicht ihre Sache, sie liebt eher ein bedächtiges Tempo. Tägliche Fellpflege ist ein Muss!
2. BRITISH KURZHAAR: Der sanfte »Bulle« mit dem Teddybärengesicht ist zurückhaltend und liebenswürdig, auch Kindern und anderen Katzen gegenüber – typisch britisch eben. Bei aller Umgänglichkeit schätzt er aber auch Stunden der Zweisamkeit auf dem Sofa.
3. SIAMKATZE: Sie weiß, dass sie etwas Besonderes ist – und zwar eine thailändische Prinzessin. Mit unüberhörbarer Stimme fordert sie stete Aufmerksamkeit, ist aber auch zu bedingungsloser Treue bereit, buchstäblich auf Schritt und Tritt.
4. DEVON REX: Äußerlich eine extravagante Katze für den besonderen Geschmack mit lockigem Fell, riesigen Ohren und langem, dünnem Schwanz. Dabei aber sanft, verschmust und geduldig. Und weil sie kaum haart, auch gut geeignet für Allergiker.
5. EUROPÄISCH KURZHAAR: Von wegen »gewöhnliche Katze«! Auch sie ist eine echte Rassekatze, auch wenn es viele Fellfarben und -muster gibt. Robust, unkompliziert und anpassungsfähig, ein Allrounder eben.
6. MAINE COON: Der große, muskulöse Naturbursche mit der Halskrause und dem buschigen Schwanz schreckt vor keinem Abenteuer zurück – und will unbedingt an der frischen Luft sein. Gleichwohl legt er zwischendurch auch gern eine Kuschelrunde ein.
Eine Rassekatze soll es schon sein, aber welche passt wohl am besten zu den eigenen Erwartungen?
Bekanntermaßen kommt es ja auf die inneren Werte an. Wer will schon als oberflächlich gelten? Aber wenn man mal ehrlich ist: Bei der Wahl des neuen Mitbewohners lässt man das Äußere eben doch nicht ganz außer Acht. Zumindest meistens. Wobei sich Katzen unterschiedlichster Rassen beileibe nicht nur durch die Länge und Zeichnung ihres Fells oder ihre Gesichtsform unterscheiden. Man stelle sich stattdessen folgende Partneranzeigen vor. Das schreibt zum Beispiel eine Siamkatze: »Verschmuste Katze sucht menschlichen Partner für gemütliche Stunden vor dem Kamin oder auf der Couch. Ich rede sehr gern und kann manchmal sogar eine echte Quasselstrippe sein. Dafür verspreche ich dir aber ewige Treue und folge dir auf Schritt und Tritt.« Ganz anders würde die norwegische Waldkatze inserieren. Da stünde dann: »Freiheitsliebende, outdoor-begeisterte Mieze sucht neues Zuhause. Abends darf zwar gern mal gekuschelt werden, aber ein Stubenhocker bin ich definitiv nicht.« Bei der Annonce einer Maine-Coon würde hingegen voller Pfoteneinsatz im Vordergrund stehen: »Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen. Habe einiges auf dem Kasten und bin auch handwerklich nicht unbegabt. Aus diesem Grund bekomme ich Türen und Wasserhähne spielend einfach auf. Mit Kindern und vierbeinigen Mitbewohnern komme ich übrigens bestens zurecht.« Derjenige, der die Anzeigen liest, muss sich jetzt nur noch für sein »Lieblingspaket« aus Optik und inneren Werten entscheiden. Gar keine so leichte Wahl.
1. Bereits geimpft und entwurmt
2. Im sozialen Raum aufgewachsen
3. An Menschen gewöhnt
Seriöse Züchter geben sich ihrer Aufgabe mit Haut und Haar hin und wollen für ihre Kitten nur das Allerbeste. So wie Sie auch.
Züchter. Das klingt für viele Menschen erst mal nach kleinen Kätzchen in noch kleineren Zwingern. Nach Einzelhaltung und Minimalkontakt zu Zweibeinern. Die Realität sieht heute zum Glück jedoch fast immer anders aus: Wohnzimmer statt Käfig, Kratzbaum statt Gitterstäben. Panik beim Anblick fremder Personen? Miezen, die sich ängstlich in der hintersten Ecke des Raumes verkriechen? Gibt es hier nur selten, denn fast immer sind die Kätzchen bei Züchtern vom ersten Tag an den liebevollen Umgang mit Menschen gewohnt und haben die Grundzüge des guten Miteinanders sowie die Regeln des Zusammenwohnens quasi bereits mit der Muttermilch aufgesogen. Schließlich ist das Wohnzimmer von frühesten Kindesbeinen an ihr angestammter Lebensraum.
