So werden Sie ein Mentalist - Simon Winthrop - E-Book

So werden Sie ein Mentalist E-Book

Simon Winthrop

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Beschreibung

Der renommierte Bühnenmagier und Mentalist Simon Winthrop enthüllt die Geheimnisse der TV-Serie The Mentalist. Er zeigt, dass nicht nur ausgebildete Spezialisten Menschen durchschauen und somit Lügen erkennen können. Mittels einfacher Techniken, dem richtigen Hintergrundwissen und ein paar Tricks kann jeder zum Mentalisten werden. Dazu gibt Winthrop Einblicke in viele seiner eigens entwickelten Übungen und zeigt dem Leser, wie er ohne großen Aufwand sein Gedächtnis trainiert, seine Beobachtungsgabe schärft und seine mentalen Fähigkeiten schult und weiterentwickelt. Er vermittelt, wie man die Körpersprache des Gegenübers entschlüsselt, Gedanken lesen und durch kleine Tricks sein Publikum beeinflussen kann. Diese Übungen lassen sich leicht im täglichen Leben anwenden und werden für so manches Überraschungsmoment sorgen!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 281

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.

 

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

 

6. Auflage 2020

© 2011 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

 

Die englische Originalausgabe erschien 2011 bei The Berkeley Publishing Group unter dem Titel How to be a Mentalist. © 2011 by Simon Winthrop. All rights reserved. The Berkeley Publishing Group ist ein Verlag der Penguin Group.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

 

Übersetzung: Marion Zerbst, Stuttgart

Redaktion: Jennifer Grünwald, München

Umschlaggestaltung: Kristin Hoffmann, München

Umschlagabbildung: iStock

Satz: HJR, Jürgen Echter, Landsberg am Lech

EPUB: Grafikstudio Foerster, Belgern

 

ISBN Print: 978-3-86882-248-9 ISBN E-Book (PDF): 978-3-86415-264-1 ISBN E-Book (EPUB, Mobi): 978-3-86415-284-9

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter

www.mvg-verlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de

Inhalt

Einführung:   Was ist ein Mentalist?

Kapitel 1:   Denken ohne Mühe

Kapitel 2:   Das Fundament des Mentalisten: ein perfektes Gedächtnis

Kapitel 3:   Das Auge des Mentalisten: ein geschulter Blick fürs Detail

Kapitel 4:   Lügen, nichts als Lügen ..

Kapitel 5:   So beherrschen Sie Ihr Publikum

Kapitel 6:   Hypnose

Kapitel 7:   Readings

Kapitel 8:   Mit allen Wassern gewaschen …

Kapitel 9:   Mentalismus im Alltag

Anhang A:   Allgemeine Aussagen, die auf viele Menschen zutreffen

 

Danksagung

EINFÜHRUNG

Was ist ein Mentalist?

Was glauben Sie: Welcher Mensch kennt Sie am besten? Ihr Mann? Ihre Frau? Vielleicht ein Elternteil, die beste Freundin oder der beste Freund?

Wie gut kennt diese Person Sie wirklich? Normalerweise weiß sie nur das von Ihnen, was Sie ihr erzählt haben oder was sie mit Ihnen erlebt hat. Sie hat also nur einen begrenzten, gefilterten Blick auf Ihre Person.

Und nun stellen Sie sich vor, Sie betreten ein Zimmer und stellen Sekunden später fest, dass Sie durchschaut wurden. Jemand am anderen Ende des Raumes – ein Mensch, dem Sie noch nie begegnet sind – kann Ihnen mehr über IhrwahresIch erzählen als die Menschen, die Ihnen am nächsten stehen. Diese wildfremde Person errät mit Leichtigkeit Ihren Beruf und Ihre Steuerklasse und weiß, was Sie morgens zum Frühstück essen. Sie weiß, in welchen Bereichen Sie sich eine Menge zutrauen und in welchen Sie nur mit Mühe zurechtkommen. Sie kennt einige Ihrer tiefsten, düstersten Geheimnisse und behauptet vielleicht sogar, mit einem Ihrer verstorbenen Angehörigen kommunizieren zu können.

Es ist, als habe diese Person Sie schon Ihr Leben lang gekannt – oder Sie zumindest ständig beobachtet und in Ihren Kopf hineingeblickt.

Wer ist diese scheinbar allwissende Person?

Ein Mentalist!

Mentalisten bzw. Gedankenleser gibt es schon seit Hunderten von Jahren. So gesehen kann man die Propheten und Orakel früherer Zeiten als die ersten Mentalisten bezeichnen. Im Lauf der Jahre übernahmen sie dann die Rolle des Entertainers. Inzwischen lesen sie auf Volksfesten und Jahrmärkten Neugierigen aus der Hand, die bereit sind, dafür eine große Summe Geld zu bezahlen. Andere treten als Geistheiler oder Medium auf und behaupten, mit Verstorbenen reden oder Gedanken lesen zu können.

Der berühmteste moderne Mentalist ist Patrick Jane, der Held der beliebten Polizei-Dramaserie The Mentalist. Patrick Jane, eine fiktive Figur, unterstützt in der Serie die kalifornische Polizeibehörde, das California Bureau of Investigation (CBI), bei der Aufklärung von Mordfällen.

Jede Episode dieser Serie beginnt mit einer Definition des Begriffs »Mentalist«: »jemand, der Scharfsinn, Hypnose und/oder Suggestion einsetzt und die Gedanken und das Verhalten anderer Menschen meisterhaft manipulieren kann«.

Gedächtniskünstler, Hypnotiseur, Suggestionsartist. Meister der Manipulation von Gedanken und Verhalten.

Und Patrick Jane stellt tatsächlich in jeder Episode fast alle diese Eigenschaften unter Beweis. Mit seinen ungewöhnlichen Methoden entlarvt er mehr Verbrecher als die forensische Technologie oder andere konventionelle Untersuchungsmethoden des CBI.

Früher war Patrick Jane ein bekannter Fernsehstar, der behauptete, mit Verstorbenen kommunizieren zu können. Dann brachte ein brutaler Serienmörder seine Frau und seine Tochter um, wütend darüber, dass Patrick sich (wie er annahm) auf betrügerische Weise mit übersinnlichen Fähigkeiten brüstete, die er allerdings nicht besaß. Traumatisiert und voller Reue zog Patrick sich aus der Öffentlichkeit zurück, legte seine theatralische, mystische Identität ab und begann, als Berater bei der Polizei zu arbeiten.

So beginnt die klassische Geschichte eines angehenden Superhelden, der seine Fähigkeiten in den Dienst des Guten stellt. Bis auf die Tatsache, dass sich diese Fähigkeiten erlernen lassen. Auch Sie können ein Mentalist werden, genau wie Patrick Jane.

Mentalist oder Zauberer?

Vermutlich werden Sie sich jetzt fragen, worin eigentlich der Unterschied zwischen einem Mentalisten und einem Zauberer besteht. Nun ja, Mentalisten und Zauberer haben tatsächlich eine Menge gemeinsam. Viele Zauberer sind gleichzeitig auch Mentalisten und umgekehrt. Beide setzen geheime Methoden und verborgenes Wissen ein, um ihr Publikum mit ihren mysteriösen Tricks zu unterhalten. Es gibt nur einen Unterschied: Zauberer behaupten, magische Fähigkeiten zu besitzen, beispielsweise ein zerschnittenes Seil wieder zu einem Ganzen zusammenfügen oder bewirken zu können, dass eine bestimmte Karte ganz oben auf dem Stapel zu liegen kommt, während die Darbietungen eines Mentalisten eher auf intellektuellen Fähigkeiten und Wissen beruhen.

Zu den eindrucksvollsten Fähigkeiten eines Mentalisten gehört es, dass er scheinbar in kürzester Zeit und mühelos in andere Menschen »hineinblicken« kann, ohne ihnen je zuvor begegnet zu sein. Dieses blitzartige Durchschauen seiner Mitmenschen hilft Patrick Jane zum Beispiel beim Umgang mit Tatverdächtigen oder Zeugen, die nicht unbedingt immer die Wahrheit sagen. Vielleicht möchten Sie Patrick Janes Tricks lernen, um die Lügner zu entlarven, die in Ihrem Leben ihr Unwesen treiben. Aber seine Fähigkeiten können Ihnen auch als eindrucksvolle Auflockerung einer Party dienen.

Es gibt kaum einen Lebensbereich, in dem Ihnen mentalistische Fähigkeiten nicht auf irgendeine Weise zugutekommen werden. Solche Techniken helfen zum Beispiel bei Besprechungen, bei einem sportlichen Wettkampf oder auch bei einer größeren Investition: Macht der Verkäufer Ihnen ein faires Angebot oder will er Sie nur über den Tisch ziehen?

Wir alle sehnen uns nach mehr Informationen. Aber kann man auch zu viel wissen? Das ist eine interessante Frage, auf die ich später noch näher eingehen werde. Denn ich habe tatsächlich festgestellt, dass die Fähigkeiten eines Mentalisten manchmal auch eine Belastung sein können.

Haben Mentalisten übersinnliche Fähigkeiten?

Manche Menschen halten die Fähigkeit, aus Gegenständen zu lesen, für etwas Magisches. Sie bezeichnen dies als »Psychometrie« oder als die Gabe, Schwingungen und Energien von Objekten wahrzunehmen.

Psychometrie ist eine Form der sogenannten außersinnlichen Wahrnehmung (ASW). Außersinnliche Wahrnehmung bezeichnet die Fähigkeit, auf scheinbar übernatürlichem Weg Informationen über eine Person oder einen Gegenstand zu gewinnen. Der Begriff »Psychometrie« wurde im 19. Jahrhundert von dem Arzt Joseph Rodes Buchanan geprägt. Buchanan stellte die Theorie auf, dass jedes Objekt eine Energie oder »Emanation« ausstrahlt und dass wir daraus Botschaften über diesen Gegenstand oder über seinen früheren oder derzeitigen Besitzer herauslesen können.

Unsinn!

Ich versichere Ihnen, dass Patrick Jane weder ein Hellseher ist noch die Gabe der außersinnlichen Wahrnehmung besitzt. Ich habe übrigens auch keine solchen mysteriösen Fähigkeiten. Ganz im Gegenteil: Patrick nutzt sogar jede Gelegenheit, um »Hellseher« als Schwindler zu entlarven. Nachdem er seine Zuschauer selbst jahrelang an der Nase herumgeführt hat, weiß er, dass selbst die überzeugendsten Hellseher in Wirklichkeit nur raffinierte Schauspieler und Hochstapler sind. Glauben Sie mir: Ein Gegenstand, den man in Ihre Hand legt, strahlt keine Energie aus – zumindest keine, die Ihnen verrät, was der Besitzer dieses Objekts zu Mittag gegessen hat.

Wir alle haben schon einmal etwas gewusst oder gespürt, ohne genau sagen zu können, woher diese Erkenntnis eigentlich kam. Sensibilität und Wahrnehmung sind bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt; manche haben zum Beispiel ein sehr gutes Gehör oder einen besonders feinen Geruchssinn, und es ist durchaus möglich, dass wir in manchen Augenblicken einfach besonders empfänglich für derartige Wahrnehmungen sind.

Aber wir befinden uns hier nicht in einem Comicheft oder einer Fernsehserie, sondern im realen Leben. Und im realen Leben kann man Informationen über den Besitzer eines Gegenstands gewinnen, indem man schlicht und einfach sein Wahrnehmungsvermögen und seine Beobachtungsgabe schult. Hellseher behaupten, Fähigkeiten zu besitzen, die über diejenigen eines »normalen« Menschen hinausgehen – Fähigkeiten, die je nach Situation vorhanden sind und dann wieder nicht. Und sie benutzen diese sogenannten Energien dazu, ihre Klienten zu bestimmten Lebensentscheidungen zu bewegen.

Medien gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie behaupten, mit den Geistern von Verstorbenen kommunizieren zu können. Auch sie nutzen diese Fähigkeit, um Menschen bei wichtigen Entscheidungen zu beeinflussen. Außerdem bezeichnen sie ihre Fähigkeit eher als Gabe – also als etwas, das man nicht einfach lernen kann und das auch nicht immer automatisch zur Verfügung steht. Meiner Erfahrung nach kann jeder Mensch mit Geistern reden, aber ich habe noch nie jemanden kennengelernt, dem die Geister geantwortet hätten.

Patrick Jane ist also kein Hellseher, sondern eher ein moderner Sherlock Holmes, der seine scharfe Beobachtungsgabe nutzt und so weit verfeinert, dass er darin nahezu unschlagbar wird. Und das kann jeder Mensch lernen.

Wer bin ich?

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wer ich bin und weshalb ich glaube, Ihnen beibringen zu können, wie man Mentalist wird.

Ich bin selbst Zauberer und Mentalist.

Jahrzehntelang habe ich dieses Handwerk perfektioniert und dabei Geheimnisse entdeckt, die man weder in Büchern, im Internet noch auf Videos findet. Ich trete seit Jahren als Zauberer und Mentalist auf und habe mit meinen Fähigkeiten viele berühmte Persönlichkeiten unterhalten, zum Beispiel Bruce Willis, Demi Moore, Jack Nicholson, Tom Cruise, Arnold Schwarzenegger und die Clintons.

Was allerdings noch wichtiger ist: Ich bin ein ganz normaler Mensch, so wie Sie auch. Ich habe keine besonderen oder gar übermenschlichen Kräfte, und vor allem besitze ich keine sogenannten paranormalen Fähigkeiten. Ich schlafe, esse und gehe genauso wie Sie. Aber ich habe meine mentalistischen Fähigkeiten verfeinert und weiterentwickelt. Ich kann Ihnen zum Beispiel garantieren, dass meine Sinne viel schärfer sind als Ihre. Und ich habe auch ein besseres und detailgenaueres Gedächtnis. Wenn ich mit Menschen spreche, kann ich sie auf eine Art und Weise »lesen«, wie Sie es nicht einmal bei einer Person schaffen würden, die Sie schon jahrelang kennen.

Das macht mich zum Mentalisten, und deshalb bin ich auch in der Lage, Ihnen zu zeigen, wie Sie ebenfalls ein Mentalist werden können.

Welche Fähigkeiten besitzt ein Mentalist?

In diesem Buch erfahren Sie, welche Eigenschaften und Fähigkeiten Sie erwerben müssen, um ein Mentalist zu werden. Das bedeutet nicht, dass Sie morgen schon in der Lage sein werden, mich bei meiner Show in Las Vegas zu vertreten. Denn sich in solchen Fähigkeiten zu verbessern, erfordert Zeit, Übung und Erfahrung. Doch sobald Sie dieses Buch gelesen haben, besitzen Sie das nötige Grundwissen und können allein weiterüben, um sich in diesen Fähigkeiten zu perfektionieren und immer genauer zu verstehen, wie das menschliche Gehirn funktioniert.

Denken ohne Mühe

Bei Patrick Jane wirkt immer alles sehr mühelos. Im ersten Kapitel dieses Buches werde ich Ihnen erklären, wie er das schafft. Außerdem erfahren Sie, wie man Stress abbaut und das Konzentrationsvermögen schärft, damit das Gehirn optimal arbeiten kann.

Ein perfektes Gedächtnis

Viele von Patricks Fähigkeiten beruhen auf seiner Erinnerung an frühere Erfahrungen. Dieses Wissen kann er auf die aktuelle Situation anwenden und auf diese Weise bestimmte Schlussfolgerungen ziehen. Er besitzt eine geradezu unheimliche Fähigkeit, sich an Gegenstände eines Tatorts oder an Gesichter zu erinnern, die er schon einmal irgendwo gesehen hat. Solche Fähigkeiten sind sehr hilfreich, wenn es darum geht, Kriminalfälle zu lösen. Außerdem kann man mit einem Supergedächtnis auch Gäste auf einer Party enorm beeindrucken.

Gute Beobachtung ist der Schlüssel zum Erfolg

In der Pilotfolge der Serie wird Patrick gefragt: »Haben Sie übersinnliche Fähigkeiten?« Er antwortet: »Nein. Ich bin einfach nur aufmerksam.« Tatsächlich fallen Patrick Jane Dinge auf, die andere Menschen schlichtweg übersehen würden. Er hat seine Beobachtungsgabe so geschult, dass ihm nichts entgeht. Nur wenigen Menschen ist klar, wie viel man lernen kann, indem man einfach nur aufmerksam ist.

Wie man Lügen entlarvt

Patrick Jane kann dem CBI vor allem deshalb so gute Dienste leisten, weil er ein menschlicher Lügendetektor ist. Oft ist er bei Verhören anwesend, und seine Partnerin Teresa Lisbon nimmt ihn anschließend beiseite, um von Jane zu erfahren, ob der Tatverdächtige die Wahrheit gesagt hat oder nicht. Ich werde Ihnen in diesem Buch nützliche Tricks verraten, wie man Lügner erkennt und die Wahrheit aus ihnen herausholt.

So halten Sie Ihr Publikum unter Kontrolle

Ein Mentalist muss stets Herr der Situation sein – egal, ob er auf der Bühne steht und die Augen aller Zuschauer auf ihn gerichtet sind oder ob er jemanden verhört. In diesem Buch erfahren Sie, wie Sie es schaffen, in jeder Lebenslage gelassen und selbstsicher zu bleiben und dabei gleichzeitig Ihre Mitmenschen aus dem Konzept zu bringen. Der Eindruck, den wir auf andere Menschen machen, beruht zum großen Teil auf äußerem Schein – darauf, was die anderen wahrnehmen.

Hypnose

Als Nächstes werden wir die Gabe der Kontrolle über andere Menschen noch einen Schritt weiterentwickeln: Ich werde Ihnen die Grundzüge der Hypnose erklären und zeigen, was machbar ist und was nicht, wenn man jemanden in Trance versetzt. Patrick Jane setzt (sehr zum Ärger seiner Partnerin Teresa Lisbon) häufig Hypnose ein, um Zeugen und Tatverdächtigen Informationen zu entlocken, die sie unter anderen Umständen nicht so ohne Weiteres preisgeben würden. Ich werde Ihnen erklären, wie Sie sich selbst hypnotisieren können, um Dinge zu bewerkstelligen, zu denen Sie sonst nicht in der Lage wären.

Wie man andere Menschen »liest«

Es gibt kaum etwas, das ein Publikum so sehr verblüfft wie ein zutreffendes, detailgenaues »Cold Reading«.* Ich werde Ihnen zeigen, wie viel Sie über eine Person erfahren können, indem Sie sie einfach nur beobachten und über bestimmte typisch menschliche Denk- und Verhaltensweisen Bescheid wissen. Patrick nutzt seine Gabe des Cold Readings, um Tatverdächtige zu verwirren und zum Reden zu bringen.

Tricks gehören zum Handwerk

Zum Schluss werde ich Ihnen verraten, wie Sie all diese Techniken nutzen können, um Ihre Freunde und Ihre Familie mit verblüffenden Tricks in Erstaunen zu versetzen.

Sobald Sie all diese Fähigkeiten beherrschen, sind Sie auf dem besten Weg, sich zu einem ebenso bemerkenswerten und angesehenen Mentalisten zu entwickeln wie Patrick Jane.

KAPITEL 1

Denken ohne Mühe

Die meisten von uns sind in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der ihnen von klein auf beigebracht wird, dass der Fleißigste das Rennen gewinnt – egal, worum es in diesem Rennen geht. Deshalb arbeiten wir wie besessen, lassen uns niemals Zeit zum Nachdenken – und was noch wichtiger ist: Wir geben unserem Gehirn auch nie Zeit, sich auszuruhen.

Doch jetzt müssen Sie umlernen: Harte Arbeit ist out – »smarte Arbeit« ist in. Jedenfalls sehen Mentalisten das so.

Genau auf diesem Prinzip beruht Patrick Janes Charisma, sein Charme und seine Fähigkeit, blitzschnell zu denken: Er arbeitet nicht unbedingt mehr als seine Kollegen beim CBI, aber er ist ein kluger Denker. Den Kollegen ist seine gelassene Art manchmal suspekt: Sie bezweifeln, dass er seinen Job wirklich ernst nimmt, doch gegen die Resultate seiner Arbeit lässt sich nichts einwenden. Patricks Jagd auf Verbrecher wäre sicherlich nicht so effektiv, wenn es ihm mehr auf harte Arbeit als auf smarte Arbeit ankäme.

Um die verborgenen Fähigkeiten, die wir alle besitzen, optimal nutzen zu können, müssen wir uns zunächst einmal um unser eigenes Gehirn kümmern, es optimal einsetzen und trainieren wie einen Muskel. Und vor allem: Wir müssen beginnen, unser Gehirn zu lieben und es sehr viel mehr zu respektieren, als wir das bisher tun.

Wie man Stress abbaut

Jeder, der schon einmal einen Polizisten in Aktion gesehen hat, weiß, dass diese Menschen sich ständig in gefährliche Situationen stürzen, vor denen andere instinktiv die Flucht ergreifen würden – und die meisten Verbrechensbekämpfer werden Ihnen bestätigen, dass ihnen das ungeheuren Spaß macht. Ihrer Aussage nach agieren sie bei einem »Adrenalinstoß« effizienter und können sich besser konzentrieren. Auch ihre Gedächtnisleistung verbessert sich, wenn sie »unter Strom«stehen. Das mag stimmen – aber nur, solange ein Leben unter ständiger Hochspannung sie nicht ängstlich und nervös macht. Denn medizinische Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die Angst haben,»Stresshormone«wie beispielsweise Kortisol produzieren, die die Gehirnzellen schädigen.

Aber irgendwie stehen wir doch alle permanent unter Stress, oder nicht?

Denn so funktioniert unsere Gesellschaft, ja die gesamte Welt nun mal. Wir sind bereits frühmorgens im Stress, wenn wir unsere Kinder in die Schule schicken müssen, und als Nächstes erwartet uns der Arbeitsstress. In dieser Hektik verbringen wir den ganzen Tag, bis wir wieder nach Hause kommen. Und zu Hause sind wir erneut gestresst, weil wir unsere Kinder dazu überreden müssen, etwas zu Abend zu essen und rechtzeitig ins Bett zu gehen.

Wenn wir dann schließlich selbst im Bett liegen und daran denken, dass genau das Gleiche morgen wieder auf uns zukommt, überfällt uns der Stress von Neuem.

So verbringen wir unser ganzes Leben unter ständigem Druck und leider haben die meisten Menschen sich inzwischen damit abgefunden, dass das unabänderlich ist. Aber es gibt verschiedene Gründe, warum wir uns nicht damit abfinden sollten. Für das Ziel, das wir in diesem Buch verfolgen, ist es wichtig zu wissen, dass Stress unseren Blick auf die Dinge trübt, die wir sehen müssen, wenn wir uns zu Mentalisten entwickeln wollen.

In diesem Kapitel werde ich Ihnen ein paar einfache Methoden zum Stressabbau erläutern. Denn wer unter Stress steht, neigt nachweislich eher dazu, falsche Entscheidungen zu treffen. Erst wenn wir lernen, unseren Stress zu reduzieren, können wir beginnen, mühelos zu denken.

Aber es gibt einen weiteren Grund, weshalb wir innerlich ruhiger werden, müheloser denken und Stress vermeiden sollten: unsere Gesundheit. Denn es ist alles andere als gesund, ständig unter Stress zu stehen. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Stress, Nervosität und unserem körperlichen Wohlbefinden. Warum also wollen Sie den Stress dann nicht gleich ganz aus Ihrem Leben verbannen?

WENIGER STRESS – MEHR WOHLBEFINDEN

Sie glauben nicht, dass Stress sich negativ auf Ihre Gesundheit auswirken kann? Es gibt Hunderte, wenn nicht gar Tausende wissenschaftlicher Studien, die eindeutig beweisen, dass Stress zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands beiträgt. Welche negativen Auswirkungen Stress auf Ihr Herz haben kann, wissen Sie wahrscheinlich schon: Er erhöht den Blutdruck und kann zu Herzrhythmusstörungen führen. Außerdem können Ihre Sorgen sich in Kopfschmerzen, Magengeschwüren und Hautproblemen äußern. Aber das ist noch lange nicht alles ...

Ein hoher Stresspegel kann außerdem zur Entstehung von Krebs und Fibromyalgie beitragen und Ihr Immunsystem schwächen, das Sie normalerweise vor Erkältungen und anderen Infektionen schützt.

Das sind nur einige der allerschlimmsten Auswirkungen von Stress. »Bestenfalls« hält er Sie vom Schlafen ab und in diesem nervösen, unausgeruhten Zustand kann Ihr Gehirn unmöglich zur Bestform auflaufen.

Doch um die Magie eines Mentalisten ausüben zu können, müssen Sie geistig und körperlich gesund sein.

WENIGER STRESS – KLARERES DENKEN

Sie haben zu diesem Buch gegriffen, weil Sie ein Mentalist werden möchten. Das heißt, Sie wollen Menschen und Gegenstände »lesen«können. Sie möchten durchschauen, was andere denken. Aber wie wollen Sie die Gedanken anderer Menschen lesen, wenn Ihre eigenen Gedanken von Stress getrübt sind?

Stress kann tatsächlich unser Denken verändern. Ich verwende dafür den Begriff »getrübtes Denken«, und genau so ist es auch. Die Stresswolke, die uns umgibt, kann uns so paranoid machen, dass wir überall nur noch das Negative sehen. Sie kann uns in eine Richtung drängen, die wir bei klarem Verstand niemals einschlagen würden.

Wenn Sie unter großem Druck stehen, erwachsen Ihre Gedanken aus einem Nährboden der Angst, Nervosität und Negativität, und auch Ihre Handlungen sind von solchen Gefühlen geprägt. Diese unausgewogenen, negativen Emotionen sind nicht das Markenzeichen eines wahren Mentalisten, daher müssen wir uns von ihnen befreien, um unsere Ziele zu erreichen.

Der erste Schritt, um unser Stressniveau zu senken und negative Gedanken und Gefühle zu vertreiben, besteht darin zu lernen, richtig zu entspannen und den Augenblick zu genießen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Sie können sich nach einem Leben voller Stress nicht einfach sagen: »So, das war’s, jetzt höre ich auf mit dem Unsinn und fange an, mich zu entspannen.« Stress ist Alkohol nicht unähnlich: Man kann süchtig danach werden.

Deshalb möchte ich Ihnen helfen, sich von Ihrer Stresswolke zu befreien. Und ich werde Ihnen auch zeigen, wie das geht: durch Meditation.

Was ist Meditation?

Meditationen können Sie zu verschiedenen sinnvollen Zwecken einsetzen, und zwar in fast allen Lebensbereichen. Vor allem aber können Sie Ihr Gehirn mit den Meditationen, die ich Ihnen in diesem Buch zeigen möchte, zu messerscharfem Denken anregen. Sie lernen dabei, sich zu entspannen und gleichzeitig Ihre Konzentration und Ihre geistige Aufmerksamkeit zu steigern.

Ich verbrachte einmal einen Monat an einem der schönsten Orte der Welt: in Bangalore in Indien. Damals wachte ich jeden Morgen in herrlicher Umgebung auf und nahm an verschiedenen Meditations- und Yogakursen teil. Ich lernte wunderbare spirituelle, geistig und körperlich gesunde Menschen kennen und erfuhr, welch positive Auswirkungen es hat, einfach nur still dazusitzen.

Damals sprach ich drei Tage lang kein Wort und hörte während dieser Zeit auch nie die Stimme eines anderen Menschen. Das ist eine ungeheuer wirkungsvolle Übung, die hilft, seine intuitiven Fähigkeiten wirkungsvoll zu verstärken. Angesichts dieser Stille in unserem eigenen Inneren wird uns bewusst, dass Worte gar nicht so wichtig sind, wie immer behauptet wird. Man kann tatsächlich mentalistische Fähigkeiten entwickeln, indem man sich von möglichst vielen inneren Bindungen befreit.

Wenn Sie meditieren, müssen Sie die Energie, die Sie erfüllt, in sich aufnehmen. Dieses In-sich-Aufnehmen wird manchmal auch als Hingabe an den Fluss der Dinge beschrieben. Während Ihre Muskeln sich entspannen, wird auch Ihr Geist ruhiger und Ihre Intuition wird geschärft.

Forscher und Wissenschaftler haben festgestellt, dass das Meditieren enorme Vorteile bringt, zum Beispiel:

Es verlangsamt den Alterungsprozess.Es lindert Schmerzen.Es schenkt Energie.Es senkt den Cholesterinspiegel.Es reduziert die Anzahl der Bakterien im Körper.Es verbessert die Durchblutung des Gehirns, schärft auf diese Weise das Denken und verbessert das Gedächtnis.

Also wollen wir jetzt lernen, wie man meditiert!

HALTUNG

Der erste Schritt zu einer richtigen und wirksamen Meditation ist die richtige Haltung. Außerdem ist es sinnvoll, sich dafür ein ruhiges Plätzchen zu suchen, an dem Sie sich entspannen können und nicht durch äußere Ablenkungen gestört werden.

Sie müssen Ihre Wirbelsäule beim Meditieren nicht hundertprozentig aufrecht und steif halten, aber Sie sollten auch nicht krumm sitzen, weil die Energie sonst nicht richtig fließen kann. Während Sie sich eine geeignete Haltung suchen, stellen Sie sich vor, dass Ihr Körper ein Wasserspeier ist, der darauf wartet, dass sich eine Fontäne aus ihm ergießt. Manchmal tröpfelt das Wasser nur ganz leicht, dann wieder sprudelt es aus Ihrem Kopf heraus. Natürlich ist das kein physischer Vorgang, doch wenn Sie es richtig machen, werden Sie dabei spüren, wie etwas in Ihnen loslässt und Energie Sie durchströmt. Um diesen Energiefluss zu optimieren, sollten Sie darauf achten, nicht krumm oder verkrampft, sondern gerade dazusitzen.

Falls diese Visualisierung Ihnen nicht weiterhilft, können Sie sich stattdessen auch ein silbernes Band vorstellen, dessen eines Ende am Scheitelpunkt Ihres Kopfes und dessen anderes Ende an den Sternen befestigt ist, sodass Ihr Kopf senkrecht nach oben gezogen wird und Sie ganz aufrecht (aber nicht unbequem) stehen oder sitzen.

ATMUNG

Es gibt mehrere Atemübungen, die mir sehr geholfen haben, meine Energie ins Gleichgewicht zu bringen. Wenn Sie sich überwältigt oder überfordert fühlen und jemand Ihnen rät, erst einmal »tief Luft zu holen«, sind das keine leeren Worte. Atmung kann eine sehr heilsame Wirkung haben, vor allem, wenn man sie in Verbindung mit anderen Entspannungstechniken einsetzt.

Zunächst wollen wir uns mit der Frage befassen, weshalb die Atmung nicht nur beim Meditieren, sondern auch im täglichen Leben wichtig ist. Denn es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Art, wie wir atmen, und der Weise, wie wir uns fühlen. Die Atmung erfüllt in unserem Körper dieselbe Funktion wie der Keilriemen im Auto. Wenn der Keilriemen gerissen ist, »stottert« das Auto und fährt nicht mehr richtig. Ist der Keilriemen dagegen intakt, dann fährt auch das Auto einwandfrei.

Mein Mentor Sri Sri Ravi Shankar praktiziert mit seinen Schülern eine ganz besondere Meditationstechnik, die »Feueratem-Übung«. Es ist stets am besten, sich solche Techniken von jemandem zeigen zu lassen, zumindest beim ersten Mal. Trotzdem will ich Ihnen diese Übung hier beschreiben. Sie besteht aus folgenden Schritten:

Die Übung beginnt mit langen, tiefen, ganz natürlichen und bedächtigen Atemzügen. Dabei kniet man entweder oder sitzt mit gekreuzten Beinen, die Hände liegen auf den Knien und die Handflächen zeigen nach oben.Machen Sie weiterhin lange, langsame, tiefe Atemzüge. Achten Sie darauf, nicht in den oberen Brustbereich und die Lungen hineinzuatmen, sondern bei der Atmung das Zwerchfell zu bewegen.Dabei werden Sie spüren, wie Ihr Zwerchfell sich abwechselnd zusammenzieht und wieder ausdehnt wie ein Muskel. Konzentrieren Sie sich auf diese Bewegungen.Nun drücken Sie bei jedem Ausatmen die Luft kräftiger aus Ihrem Brustkorb heraus und saugen Sie sie beim Einatmen tiefer und stärker hinein. Diesen Vorgang bezeichnet man als energetisierte Reinigung, und er fühlt sich fantastisch an.Füllen Sie Ihre Lungen weiterhin mit Luft und pumpen Sie sie wieder hinaus – ein und aus, auf und ab –, immer schneller, wie wenn ein Schneeball den Abhang hinunterrollt und sein Tempo dabei immer weiter beschleunigt. Wahrscheinlich wird Ihnen dabei schwindelig werden, deshalb sollten Sie einen Arzt konsultieren, bevor Sie diese Übung ausprobieren.Nach einiger Zeit (bei Anfängern dauert es wahrscheinlich ungefähr fünf Minuten) haben Sie Ihr Tempo so weit gesteigert, dass Sie nicht mehr weitermachen können. Beginnen Sie nun, Ihr Tempo zu verlangsamen und für fünf Minuten tief und langsam zu atmen.

Wahrscheinlich werden Sie staunen, wie konzentriert und fokussiert Sie sich nach dieser Übung fühlen. Aber der »Feueratem« ist nicht die einzige Atemübung, von der ich sehr profitiert habe. Vielleicht werden Sie mit einer der anderen Methoden, die Sie in diesem Buch lernen, noch bessere Resultate erzielen. Als Nächstes will ich Ihnen von einer Atemtechnik berichten, die ich während meiner Reisen durch Indien gelernt habe: den heilenden Atem.

Mit dieser Übung dürfte es Ihnen gelingen, alle äußeren Ablenkungen von sich abzuschütteln.

Es gibt viele Webseiten und Texte über den heilenden Atem und seine spirituelle Bedeutung. Manche schreiben, man solle während des Atmens nach einem Licht suchen oder daran denken, wie sehr das Universum uns liebt. Aber wir wollen etwas anderes erreichen: Sie sollen verstehen, wie man richtig atmet, um geistig und körperlich zur Ruhe zu kommen.

Man kann den heilenden Atem am besten beschreiben, indem man zunächst einmal aufzählt, was er alles nicht ist. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen auf dem Fahrrad, vor Ihnen fährt ein weiterer Radfahrer und Sie beobachten, wie er in die Pedale tritt. Wenn Sie sich das bildlich vorstellen können, dann wissen Sie, dass es wahrscheinlich so aussieht, als bewege der Radfahrer sich, wenn seine Füße ganz oben und ganz unten sind, den Bruchteil einer Sekunde gar nicht. Und nun stellen Sie sich vor, Sie betrachten diese Pedalbewegung von der Seite. Hört die Bewegung aus dieser Perspektive jemals wirklich auf oder bewegen sich die Beine des Radlers kontinuierlich im Kreis?

Sie werden feststellen, dass es eine kontinuierliche Kreisbewegung ist, und genau so sollte auch Ihre Atmung während der Übung »heilender Atem« ablaufen. Eine solche kontinuierliche Atembewegung erfordert Konzentration und Geduld. Sie müssen Ihren Geist und Ihren Körper darauf trainieren, einfach nur dazusitzen und den Prozess Ihrer Atmung zu verfolgen. Doch je häufiger Sie das tun, desto eher werden Sie feststellen, dass sich diese Fähigkeit auch auf andere Aktivitäten anwenden lässt – nicht nur auf das Dasitzen und Denken. Die geistige Zielgerichtetheit, die der heilende Atem Ihnen bringt, versetzt Sie in einen Zustand körperlicher und geistiger Harmonie. Sie fühlen sich zentriert und werden sich Ihrer Umgebung viel bewusster.

Es gibt eine weitere, sehr besondere Atemtechnik, die die Gehirnaktivität anregt: das holotrope Atmen. Diese Technik wurde von Christina und Stanislav Grof entwickelt, dem früheren Leiter des Psychiatrischen Forschungszentrums in Maryland und Assistenzprofessor für Psychiatrie an der medizinischen Fakultät der John-Hopkins-Universität.

Wenn Sie noch keine Erfahrung damit haben, wird Ihnen das holotrope Atmen unter Umständen sehr ungewöhnlich vorkommen, aber diese Art der Atmung kann sehr wirkungsvoll sein. Die Übungen sind ziemlich anstrengend. Daher dürfen Sie sie nur ausführen, wenn Sie bei guter körperlicher Gesundheit sind; außerdem sollten Sie vorher einen Arzt um Rat fragen. Es ist wichtig, sich einen qualifizierten und zertifizierten Lehrer zu suchen, der Sie bei dieser Erfahrung führt und begleitet.

Sie sollten das holotrope Atmen nicht allein zu Hause ausprobieren; aber ich kann Ihnen einen ungefähren Eindruck davon vermitteln, was bei einer Übungsstunde abläuft: Sie betreten einen schwach beleuchteten Raum und erhalten eine Decke, ein Kopfkissen und eine Flasche Wasser. Dann legen Sie sich auf den Boden und der Kursleiter gibt Ihnen 30 bis 40 Minuten lang Anweisungen für eine Reihe von Atemübungen. Bei all diesen Übungen atmen Sie ungefähr gleich tief und schnell, bis Sie einen Zustand der Hyperventilation erreichen. Dabei hören Sie kraftvolle Musik, die sich allmählich bis zu einem Höhepunkt steigert und Ihre Energien in Bewegung bringt. Sie nehmen unwillkürlich eine Embryohaltung ein und sehen erstaunliche geistige und visuelle Bilder vor sich. Gleichzeitig überkommt Sie ein ungeheures Gefühl der Befreiung.

Das holotrope Atmen lindert nachweislich körperliche und emotionale Schmerzen, hilft, sich an Vergangenes zu erinnern, führt zu einer intensiveren Selbsterfahrung und erweitert Ihr Bewusstsein, sodass Sie intuitiver und kreativer werden.

INNERE EINSTELLUNG

Eine Meditation kann nur dann wirksam sein, wenn Sie offen dafür sind. Wenn Sie Ihre Meditationsziele erreichen möchten, müssen Sie aufhören, Ihrem negativen Denken immer wieder neue Nahrung zu geben. Nicht alle Menschen sind schlecht; die Illusion, dass nur Sie allein im Recht sind und ständig alles unter Kontrolle haben müssen, macht Ihr Gehirn resistent gegen die positiven Wirkungen der Meditation.

Beim Meditieren werden Sie stets einen unterschwelligen Konflikt zwischen Ihrem Herzen und Ihrem Geist spüren. Ihr Herz wird das Bedürfnis haben, die Meditation fortzusetzen, während Ihr Geist sich dagegen wehrt – denn er wird ziemlich rasch wieder damit aufhören und sich einer anderen Aufgabe zuwenden wollen. Aber es ist wichtig, dieser Versuchung so weit wie möglich zu widerstehen. Als Anfänger werden Sie feststellen, dass Ihre Gedanken irgendwann abschweifen. Kehren Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit immer wieder zur Meditation und Ihren Zielen zurück und konzentrieren Sie sich mit ganzem Herzen auf dieses Gefühl und diese Sehnsucht.

Und jetzt geht es los!

Wenn Sie mit dem Meditieren beginnen, sollten Sie jeden Morgen vor dem Frühstück eine zehnminütige Meditationssitzung einplanen. Allmählich werden diese Sitzungen immer länger werden und schließlich bis zu 20 Minuten dauern. Diese Meditation hat eine erfrischende Wirkung; wenn Sie sie also abends praktizieren möchten, dann tun Sie es vor dem Abendessen.

Nun, da Sie sich entschlossen haben zu meditieren, wählen Sie eine bequeme Position, in der Sie aufrecht sitzen können. Falls Sie enge Kleidungsstücke tragen, lockern Sie diese. Wenn Sie sich sehr verspannt fühlen, lehnen Sie den Kopf zurück und gönnen sich eine kleine Selbstmassage, indem Sie Ihren Nacken zuerst nach links und dann nach rechts neigen, ihn anschließend erst nach links und dann nach rechts kreisen lassen und zum Schluss dehnen.

Die Meditation besteht aus den folgenden Schritten:

Schließen Sie die Augen. Atmen Sie tief ein und zählen Sie dabei bis fünf. Dann halten Sie den Atem an und zählen bis vier. Zum Schluss atmen Sie langsam aus und zählen dabei bis acht. Wiederholen Sie das insgesamt zehnmal. Erinnern Sie sich noch an die Übung »heilender Atem«, die ich beschrieben habe? Ihre Atmung sollte niemals völlig zum Stillstand kommen. Stellen Sie sich vor, das Pedal eines Fahrrads zu sein, das sich ständig im Kreis bewegt.Entspannen Sie sich nun und atmen Sie normal weiter.Konzentrieren Sie sich in Gedanken auf Ihr Drittes Auge (den Punkt zwischen Ihren Augenbrauen).Lassen Sie das Kinn nicht auf die Brust sinken. Es sollte leicht angehoben sein. Legen Sie die Hände locker in den Schoß (Ihre Handflächen zeigen dabei nach oben). Dadurch werden Sie offener und aufnahmebereiter.Achten Sie darauf, dass Ihr Kopf und Ihre Wirbelsäule aufrecht sind. Dabei knien oder sitzen Sie mit gekreuzten Beinen auf dem Boden.Ihr Mantra ist das Wort »Om«. Wiederholen Sie diese Silbe in Gedanken, ohne sie laut auszusprechen.Rezitieren Sie in Gedanken weiter Ihr Mantra (»Om–Om–Om–Om–Om«). Wenn Ihnen andere Gedanken kommen sollten, die Sie ablenken, warten Sie einfach, bis diese Gedanken sich wieder aufgelöst haben. Wie ich schon gesagt habe: Meditation erfordert Übung und am Anfang wird es Ihnen schwerfallen, keine anderen Gedanken in Ihrem Kopf zuzulassen und sich nur auf Ihr Mantra zu konzentrieren. Lassen Sie Gedanken einfach wieder verschwinden, ohne besondere Aufmerksamkeit auf ihren Auflösungsprozess zu richten. Ihre Meditation sollte nicht in Stress ausarten!

Diese Meditation soll Sie fokussieren, Sie entspannen und für intuitive Eingebungen empfänglich machen. Wenn Sie zwei Wochen lang täglich üben, werden Ihnen Veränderungen an sich selbst auffallen: Sie bekommen einen klareren Kopf und werden sich weniger gestresst fühlen. Vielleicht spüren Sie auch mehr körperliche Kraft und wahrscheinlich werden Sie mehr Energie haben. Außerdem werden Sie aufnahmebereiter und alles, was um Sie herum vorgeht, viel genauer beobachten. Es wird sich so anfühlen, als seien plötzlich all Ihre Sinne geschärft.

Verbindung zwischen Körper und Geist

ERNÄHREN SIE SICH GESUND

Es wird Sie sicherlich nicht überraschen, dass Ihre Ernährung sich auf die Leistungsfähigkeit Ihres Gehirns auswirkt. Unser Gehirn ist wahrscheinlich das gierigste Organ unseres Körpers überhaupt. Es benötigt eine ganz besondere Ernährung. Sobald wir älter werden, kann das Gehirn sich nicht mehr optimal gegen all die täglichen Bedrohungen (beispielsweise freie Radikale, Entzündungen und Zellabbau) wehren. Wenn Gehirnzellen altern, hören sie bisweilen auf, miteinander zu kommunizieren, und dann verlangsamen sich wichtige Prozesse wie unser Denken, die Arbeit unseres Kurzzeitgedächtnisses und die Entstehung neuer Hirnzellen. Eine an Antioxidantien reiche Ernährung hilft Ihnen nicht nur, gesund zu bleiben, sondern hält auch Ihr Gehirn fit. Folgende Nahrungsmittel haben einen hohen Gehalt an Antioxidantien:

Vitamin A und Betacarotin: Karotten, Spinat, Melone, WinterkürbisVitamin C: Zitrusfrüchte, Brokkoli, ErdbeerenVitamin E: Nüsse, Körner, pflanzliche Öle, Weizen

Ihr Gehirn braucht jedoch nicht nur Antioxidantien, um besser zu funktionieren. Es gibt noch weitere interessante Zusammenhänge zwischen Ihrem Gehirn und dem, was Sie essen: