Solange am Himmel Sterne stehen - Kristin Harmel - E-Book

Solange am Himmel Sterne stehen E-Book

Kristin Harmel

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Beschreibung

Eine Liebe so unvergänglich wie die Sterne am Himmel …

Rose McKenna liebt den Abend. Wenn am Himmel über Cape Cod die ersten Sterne sichtbar werden, erinnert sie sich – an die Menschen, die sie liebte und verlor, und von denen sie nie jemandem erzählte. Doch Rose weiß, dass es bald zu spät sein wird, denn sie hat Alzheimer. Bald wird niemand mehr an das junge Paar denken, das sich einst die Liebe versprach … 1942 in Paris. Als sie ihre Enkelin Hope bittet, nach Frankreich zu reisen, ahnt diese nichts von der herzzerreißenden Geschichte, die sie dort entdecken wird – von Hoffnung, Schmerz und einer alles überwindenden Liebe …

In dieser wunderschönen Familien- und Liebesgeschichte spielt das Backen eine große Rolle. Passend dazu finden Sie 21 zusätzliche Rezepte der Autorin im exklusiv als E-Book erscheinenden „Himmlische Sterne und andere Köstlichkeiten".

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Seitenzahl: 594

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Kristin Harmel

Solange am Himmel Sterne stehen

Roman

Aus dem Amerikanischen von Veronika Dünninger

Die amerikanische Originalausgabe erschien 2012 unter dem Titel »The Sweetness of Forgetting« bei Gallery Books, New York.

1. AuflageDeutsche Erstveröffentlichung Mai 2013 bei Blanvalet, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, München.Copyright © der Originalausgabe 2012 by Kristin Harmel Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2013by Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH, MünchenRedaktion: Barbara MüllerES · Herstellung: samSatz: Uhl + Massopust, AalenISBN 978-3-641-09477-5

www.blanvalet.de

Für Grandma und Grandpa aus Weymouth

»Und Er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen.«

APOSTELGESCHICHTE 17,26

»Eines Menschen Kerze ist Licht für viele.«

TRAKTAT SCHABBAT, Ordnung Mo’ed des Talmud

»Alle Geschöpfe Gottes sind Seine Familie, und er, der Seinen Geschöpfen am meisten Gutes tut, ist der von Gott am meisten geliebte.«

PROPHET MOHAMMED

1

Die Straße vor dem Bäckereifenster liegt still und schweigend da, und in der halben Stunde genau vor Sonnenaufgang, während ein leichter Schimmer der Morgenröte am Horizont sichtbar wird, könnte ich fast glauben, der einzige Mensch auf der Welt zu sein. Es ist September, eineinhalb Wochen nach dem Labor Day, was in den kleinen Städten auf und ab am Cape Cod bedeutet, dass die Touristen nach Hause gefahren sind, die Bostoner ihre Ferienhäuser für die Saison mit Brettern vernagelt haben und auf den Straßen die einsame Stimmung eines unruhigen Traums herrscht.

Die Blätter draußen haben sich zu färben begonnen, und ich weiß, in ein paar Wochen werden sie die gedämpften Töne des Sonnenuntergangs annehmen, auch wenn die meisten Leute nicht hierherkommen, um sich das Herbstlaub anzusehen. Die Laubgucker werden nach Vermont, nach New Hampshire oder in die Berkshires im westlichen Teil unseres Bundesstaats fahren, wo die Eichen und Ahornbäume die Welt in feurigem Rot und leuchtendem Orange malen. Aber in der Stille der Nebensaison am Cape wird sich der wogende Strandhafer golden verfärben, während die Tage kürzer werden; die Vögel, die von Kanada nach Süden ziehen, werden in großen Scharen hier rasten; die Sümpfe werden zu Aquarell-Pinselstrichen verblassen. Und ich werde, wie ich es immer tue, durchs Fenster der Nordstern-Bäckerei dabei zusehen.

Seit ich mich erinnern kann, habe ich mich an diesem Ort, dem Geschäft meiner Familie, stets mehr zu Hause gefühlt als in dem kleinen gelben Cottage in der Nähe der Bucht, in dem ich aufgewachsen bin, dem Zuhause, in das ich jetzt, nach dem Vollzug meiner Scheidung, zurückziehen musste.

Scheidung. Das Wort klingt mir in den Ohren, unablässig, und ich fühle mich wieder einmal wie eine Versagerin, während ich in einem Balanceakt versuche, mit einem Fuß die Ofentür zu öffnen und gleichzeitig zwei riesige Bleche mit Zimttörtchen zu manövrieren und den Verkaufsraum der Bäckerei im Auge zu behalten. Ich schiebe die Törtchen in den Ofen, nehme ein Blech mit Croissants heraus und schließe die Tür mit der Hüfte. Dabei geht mir wieder einmal der Gedanke durch den Kopf, dass alles haben zu wollen nur heißt, dass man immer alle Hände voll zu tun hat. In meinem Fall im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich wollte so gern verheiratet bleiben, Annie zuliebe. Ich wollte nicht, dass meine Tochter in einem Zuhause aufwächst, in dem ihre Eltern ihr keine Sicherheit geben können, so wie es mir als Kind ergangen ist. Ich wollte mehr für sie. Aber das Leben läuft eben nie so, wie man es plant, oder?

Die Ladenglocke bimmelt in dem Augenblick, als ich die blättrigen, buttrigen Croissants vom Backblech nehme. Ich werfe rasch einen Blick auf die Zeitschaltuhr an dem zweiten Ofen; die Vanilleküchlein müssen in knapp sechzig Sekunden raus, sodass ich nicht rechtzeitig in den Verkaufsraum kommen werde.

»Hope?«, ruft eine tiefe Stimme von vorn. »Bist du da hinten?«

Ich seufze erleichtert auf. Wenigstens ein Kunde, den ich kenne. Nicht dass ich nicht fast jeden kenne, der in dieser Stadt zurückbleibt, nachdem die Touristen nach Hause gefahren sind.

»Komme gleich, Matt!«, rufe ich.

Ich streife meine Ofenhandschuhe über, die leuchtend blauen mit den aufgestickten Törtchen an den Rändern, die Annie mir letztes Jahr zu meinem fünfunddreißigsten Geburtstag geschenkt hat, und nehme die Vanilleküchlein aus dem Ofen. Ich atme tief ein, und der zuckersüße Duft versetzt mich für einen Moment zurück in meine eigene Kindheit. Meine mamie – die französische Bezeichnung für »Oma« – hat die Nordstern-Bäckerei vor sechzig Jahren gegründet, ein paar Jahre nachdem sie mit meinem Großvater ans Cape Cod gezogen war. Hier bin ich aufgewachsen und habe an ihrem Rockzipfel backen gelernt, während sie mir geduldig erklärte, wie man Teig herstellte, warum Brote aufgingen und wie man durch Kombinationen sowohl traditioneller als auch unerwarteter Zutaten genau die Kuchen und Torten kreierte, von denen der Boston Globe und die Cape Cod Times Jahr für Jahr schwärmen.

Ich lege die Küchlein auf das Abkühlgitter und schiebe an ihrer Stelle zwei Bleche mit Anis-Fenchel-Plätzchen in den Ofen. Darunter, auf die unterste Schiene, schiebe ich einen Schwung Halbmonde: Mandelpaste, mit Orangenblütenwasser verfeinert und mit Zimt bestreut, in einem Teigmantel zu sanft geschwungenen Gebäckstücken geformt.

Ich schließe die Ofentür und klopfe mir das Mehl von den Händen. Ich hole einmal tief Luft, stelle die Zeitschaltuhr und gehe aus der Backstube in den hell erleuchteten Verkaufsraum der Bäckerei. Egal, wie gestresst ich bin, ich muss noch immer jedes Mal lächeln, wenn ich durch diese Tür trete. Annie und ich haben die Bäckerei im letzten Herbst gestrichen, als das Geschäft zurückging, und sie hatte ein Prinzessinnenrosa mit weißen Borten ausgewählt. Manchmal kommt es mir vor, als lebten wir in einem riesigen Törtchen.

Matt Hines sitzt auf einem Stuhl gegenüber der Theke, und als er mich sieht, springt er auf und lächelt.

»Hey, Hope«, sagt er.

Ich lächele zurück. Matt war mein Freund auf der Highschool, vor einer halben Ewigkeit. Wir haben uns getrennt, bevor wir beide wegzogen, um auf verschiedene Colleges zu gehen. Ich kam ein paar Jahre später mit einem Bachelorabschluss, der nutzlosen Hälfte eines Jurastudiums, einem frischgebackenen Ehemann und einer kleinen Tochter wieder, und Matt und ich sind seitdem befreundet. Nach meiner Scheidung hat er mich mehrmals um ein Date gebeten, aber ich habe, fast mit Verwunderung, festgestellt, dass wir einander fremd geworden sind. Er ist wie ein alter Lieblingspullover, der nicht mehr richtig passt oder schmeichelt. Das Leben verändert uns, selbst wenn es uns in dem Moment nicht bewusst ist, und später zeigt sich, dass man die Jahre, die verstrichen sind, nicht mehr zurückholen kann. Doch Matt scheint das nicht bewusst zu sein.

»Hey, Matt«, sage ich, um einen neutralen und freundlichen Ton bemüht. »Kann ich dir einen Kaffee anbieten? Aufs Haus, da ich nicht gleich da war.« Ich warte seine Antwort gar nicht erst ab; ich schenke den Kaffee schon ein. Ich weiß genau, wie Matt ihn gerne mag: mit zwei Stück Zucker und einer Kaffeesahne in einem Becher zum Mitnehmen, damit er gleich weiterkann zur Bank of the Cape – deren regionaler Vizepräsident er ist. Dort wird er seinen Papierkram in Angriff zu nehmen, bevor die Bank für den Kundenverkehr öffnet. Da er nur zwei Blocks weiter in der Main Street arbeitet, schaut er ein-, zweimal die Woche bei mir vorbei.

Matt nickt und nimmt den Kaffee lächelnd von mir entgegen.

»Was kann ich dir sonst noch anbieten?«, frage ich mit einer Geste auf die Glasvitrine. Ich bin seit vier Uhr hier, und auch wenn ich noch nicht mit allem fertig bin, liegen dort bereits jede Menge frische Gebäckstücke. Ich greife nach einem tortenähnlichen Teilchen, bestehend aus einem Blätterteigmantel, gefüllt mit einer Zitronen-Mandel-Paste und bestrichen mit Rosenwasser und Honig. »Wie wär’s mit einem Mandel-Rosen-Törtchen?« Ich halte es ihm hin. »Ich weiß doch, dass du die am liebsten magst.«

Er zögert nur eine Sekunde, bevor er danach greift. Dann nimmt er einen Bissen und schließt die Augen. »Hope, du bist zum Backen geboren«, sagt er mit vollem Mund, und obwohl ich weiß, dass es als Kompliment gemeint ist, treffen mich seine Worte hart, denn ich hatte das nie vorgehabt. Die Bäckerei war nicht das Leben, das ich für mich wollte, und das weiß Matt. Aber meine Großmutter wurde krank, meine Mutter starb, und mir blieb keine andere Wahl.

Ich tue seine Worte kurzerhand ab, als wären sie mir gleichgültig, während Matt sagt: »Hey, hör zu, eigentlich bin ich heute Morgen gekommen, um mit dir über etwas zu reden. Kannst du dich kurz zu mir setzen?«

Sein Lächeln wirkt ein bisschen steif, fällt mir auf einmal auf. Ich wundere mich, dass ich es nicht schon längst bemerkt habe.

»Äh …« Ich werfe einen Blick nach hinten zur Backstube. Die Zimttörtchen müssen bald aus dem Ofen, aber ich habe ein paar Minuten, bis die Zeitschaltuhr losgeht. Und so früh am Morgen ist sonst niemand hier. Ich zucke mit den Schultern. »Na gut, okay, aber nur eine Minute.«

Ich schenke mir eine Tasse Kaffee ein – schwarz, meine dritte an diesem Morgen – und lasse mich auf dem Stuhl Matt gegenüber nieder. Ich stütze mich auf den Tisch und mache mich darauf gefasst, dass er mich wieder einmal um ein Date bitten wird. Ich bin mir nicht sicher, wie ich darauf reagieren soll: All die Jahre meinen Mann und meine Tochter in den Mittelpunkt meines Lebens zu stellen hat mich die meisten Freundschaften gekostet, die ich einmal hatte, und ich bin so egoistisch, dass ich Matt nicht auch noch verlieren will. »Was gibt’s?«

Sein kurzes Schweigen, bevor er antwortet, gibt mir das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Vielleicht ist es, weil ich mich in letzter Zeit an schlechte Neuigkeiten gewöhnt habe. Die Krebserkrankung meiner Mutter. Die Demenz meiner Großmutter. Die Tatsache, dass mein Ehemann beschlossen hat, nicht länger mein Ehemann sein zu wollen. Daher bin ich verblüfft, als ich Matt sagen höre: »Wie geht’s Annie?«

Ich mustere ihn genau, und auf einmal rast mein Herz, während ich mich frage, ob er irgendetwas weiß, das ich nicht weiß. »Warum? Was ist passiert?«

»Es war nur eine Frage«, beeilt sich Matt zu sagen. »Ich wollte nur nett sein. Smalltalk machen.«

»Oh«, sage ich, erleichtert, dass er nicht als Bote irgendwelcher schlechten Nachrichten gekommen ist. Es hätte mich nicht gewundert zu hören, dass meine Tochter bei irgendwelchen Dummheiten erwischt worden ist, dass sie einen Ladendiebstahl begangen oder ihre Schule mit Farbe besprüht hat. Sie ist anders, seit ihr Vater und ich uns getrennt haben: reizbar, nervös und wütend. Mehr als einmal habe ich mit schlechtem Gewissen ihr Zimmer durchsucht. Ich dachte, ich würde Zigaretten oder Drogen finden, aber bis jetzt ist der einzige Hinweis auf die Veränderung an meiner Annie ihre extrem gereizte Art. »Entschuldige«, sage ich zu Matt. »Ich warte ständig darauf, dass wieder irgendetwas schiefgeht.«

Er wendet den Blick ab. »Wollen wir heute Abend vielleicht essen gehen?«, fragt er. »Nur du und ich. Annie wird wieder bei Rob sein, oder?«

Ich nicke. Mein Ex und ich teilen uns das Sorgerecht zu gleichen Teilen, ein Arrangement, mit dem ich nicht sehr glücklich bin, da ich finde, dass Annies Leben dadurch an Stabilität verliert. »Ich weiß nicht, Matt«, sage ich. »Ich denke nur …« Ich suche nach Worten, die ihn nicht verletzen werden. »Ich denke, vielleicht ist es zu früh, weißt du? Die Scheidung ist noch nicht lange her, und Annie hat schwer damit zu kämpfen. Ich denke, es ist besser, wenn wir einfach …«

»Es ist nur ein Abendessen, Hope«, unterbricht mich Matt. »Ich mache dir keinen Antrag.«

Auf einmal glühen meine Wangen. »Natürlich nicht«, murmele ich.

Er lacht und nimmt meine beiden Hände. »Bleib entspannt, Hope.« Als ich zögere, lächelt er leise und fügt hinzu: »Du musst etwas essen. Also, wie wär’s?«

»Ja, okay«, sage ich, und in genau diesem Augenblick schwingt die Ladentür der Bäckerei auf, und Annie kommt herein, ihren Rucksack über eine Schulter geschlungen, mit einer dunklen Sonnenbrille, obwohl es draußen noch nicht einmal hell ist. Sie bleibt stehen und starrt uns einen Moment an, und ich weiß sofort, was sie denkt. Ich entziehe meine Hände Matts Griff, aber es ist zu spät.

»Na toll«, sagt sie. Sie reißt sich die Sonnenbrille herunter und wirft ihr langes, gewelltes, aschblondes Haar über eine Schulter zurück, während sie uns so wütend ansieht, dass ihre dunkelgrauen Augen noch wilder funkeln als sonst. »Hättet ihr zwei jetzt etwa, na ja, angefangen zu knutschen, wenn ich nicht gekommen wäre?«

»Annie.« Ich stehe auf. »Es ist nicht, wonach es aussieht.«

»Egal«, murmelt sie. Ihr neues Lieblingswort.

»Sei nicht unhöflich zu Matt«, ermahne ich sie.

»E-gal«, sagt sie noch einmal, wobei sie diesmal zur Betonung die Augen verdreht. »Ich gehe nach hinten. Damit ihr damit weitermachen könnt, was ihr grade macht.«

Ich sehe ihr hilflos nach, wie sie durch die Schwingtür in die Backstube stürmt. Ich höre, wie sie ihren Rucksack auf die Arbeitsplatte wirft, wie die Edelstahlschüsseln, die ich dort gestapelt aufbewahre, von seiner Wucht scheppern, und ich zucke zusammen.

»Entschuldige.« Ich wende mich wieder zu Matt um. Er starrt in die Richtung, in die Annie verschwunden ist.

»Sie ist schon etwas Besonderes«, sagt er.

Ich zwinge mich zu einem Lachen. »Kinder.«

»Offen gestanden, ist es mir ein Rätsel, wie du das aushältst.«

Ich lächele ihn knapp an. Ich darf ärgerlich auf meine Tochter sein, aber er nicht. »Sie macht nur eine schwierige Phase durch«, sage ich. Ich stehe auf und werfe einen Blick zur Backstube. »Die Scheidung war nicht leicht für sie. Und du weißt doch selbst noch, wie es in der siebten Klasse ist. Das ist nicht unbedingt das leichteste Jahr.«

Matt erhebt sich ebenfalls. »Aber wie du sie mit dir reden lässt …«

Irgendetwas in meinem Magen verkrampft sich. »Mach’s gut, Matt«, sage ich und beiße die Zähne so fest zusammen, dass es wehtut. Bevor er etwas erwidern kann, wende ich mich ab in Richtung Backstube und hoffe, dass er meinen Wink zu gehen versteht.

»Du darfst nicht unhöflich zu unseren Kunden sein«, sage ich zu Annie, als ich durch die Schwingtür in die Backstube komme. Sie hat mir den Rücken zugewandt und rührt irgendetwas in einer Schüssel – Teig für rote Samttörtchen, nehme ich an. Im ersten Moment denke ich, dass sie mich ignoriert, bis ich sehe, dass sie ihre Kopfhörer eingestöpselt hat. Dieser verdammte iPod.

»Hey!«, sage ich etwas lauter. Noch immer keine Antwort, daher trete ich von hinten an sie heran und ziehe ihr den Kopfhörer aus dem linken Ohr. Sie zuckt zusammen und schnellt mit wutentbranntem Blick herum, als hätte ich sie geschlagen.

»Gott, Mom, was ist eigentlich dein Problem?«, fährt sie mich an.

Ich bin verblüfft über ihre zornige Miene, und einen Moment lang bin ich wie erstarrt. Ich sehe noch immer das süße kleine Mädchen vor mir, das auf meinen Schoß geklettert ist und Mamies Märchen zugehört hat. Das Mädchen, das nach jedem aufgeschürften Knie Trost suchend zu mir gekommen ist. Das Mädchen, das mir Schmuck aus Knete gebastelt und darauf bestanden hat, dass ich ihn zum Einkaufen anlege. Sie ist noch immer irgendwo in Annie, aber jetzt versteckt sie sich hinter dieser eiskalten Fassade. Wann hat sich das alles eigentlich geändert? Ich will ihr sagen, dass ich sie liebe und dass ich wünschte, wir müssten uns nicht so streiten, aber stattdessen höre ich mich kühl sagen: »Habe ich dir nicht gesagt, dass du dich für die Schule nicht schminken sollst, Annie?«

Sie kneift ihre zu stark getuschten Augen vor mir zusammen und verzieht ihre viel zu roten Lippen zu einem Grinsen. »Dad hat gesagt, es ist okay.«

Im Stillen verfluche ich Rob. Er hat es offenbar zu seiner persönlichen Mission gemacht, alles zu untergraben, was ich sage.

»Und ich sage dir, dass es nicht okay ist«, erkläre ich entschieden. »Du gehst jetzt auf die Toilette und wäschst es ab.«

»Nein«, sagt Annie. Sie stemmt trotzig die Hände in die Hüften und funkelt mich wütend an. Sie weiß noch nicht, dass sie sich ihre Jeans mit rotem Teig bekleckert hat. Ich bin sicher, wenn sie es sieht, wird es meine Schuld sein.

»Das steht nicht zur Debatte, Annie«, sage ich. »Tu es jetzt, oder du bekommst Hausarrest.«

Ich höre die Kälte in meiner Stimme, und sie erinnert mich an meine eigene Mutter. Einen Augenblick lang hasse ich mich selbst, aber ich halte Annies Blick stand, ohne mit der Wimper zu zucken.

Sie sieht als Erste weg. »Egal!« Sie reißt sich die Schürze herunter und wirft sie auf den Boden. »Ich sollte sowieso nicht hier arbeiten!«, brüllt sie und reißt die Hände in die Luft. »Das verstößt gegen das Kinderarbeitsschutzgesetz!«

Ich verdrehe die Augen. Diese Diskussion haben wir schon zehntausendmal geführt. Streng genommen arbeitet sie nicht auf Lohnbasis bei mir; das hier ist unser Familienunternehmen, und ich erwarte von ihr, dass sie dabei mithilft, so wie ich als Kind meiner Mom geholfen habe, so wie meine Mom meiner Großmutter geholfen hat. »Ich werde es dir nicht nochmal erklären, Annie«, sage ich angespannt. »Möchtest du vielleicht lieber den Rasen mähen und alle Hausarbeiten erledigen?«

Sie stapft davon, vermutlich zur Toilette auf der anderen Seite der Schwingtür. »Ich hasse dich!«, brüllt sie zu mir zurück, bevor sie verschwindet.

Die Worte treffen mich wie ein Dolch ins Herz, obwohl ich mich erinnern kann, dass ich meine eigene Mutter genauso angeschrien habe, als ich in Annies Alter war.

»Ja«, murmele ich, während ich die Schüssel mit Teig und den Holzlöffel nehme, die sie auf dem Küchentresen liegen gelassen hat. »Gibt’s irgendwas Neues?«

Um halb acht, als Annie aufbricht, um die vier Blocks zu ihrer Schule zu gehen, sind alle Gebäckstücke fertig, und der Laden ist voller Stammkunden. Im Ofen steht ein frischer Strudel von unserer Rose, mit Äpfeln, Mandeln, Rosinen, kandierten Orangenschalen und Zimt gefüllt, und der Duft zieht tröstlich durch die Bäckerei. Kay Sullivan und Barbara Koontz, die beiden über achtzigjährigen Witwen, die über der Straße wohnen, starren ins Gespräch vertieft aus dem Fenster, während sie an dem Tisch gleich neben der Tür ihren Kaffee schlürfen. Gavin Keyes, den ich den Sommer über als Hilfe angeheuert hatte, um das Haus meiner Mutter wieder bewohnbar zu machen, sitzt am Tisch neben ihnen, trinkt Kaffee, isst ein Eclair und liest eine Ausgabe der Cape Cod Times. Derek Walls, ein verwitweter Vater, der unten am Strand wohnt, ist mit seinen beiden vierjährigen Zwillingen, Jay und Merri, hier, die die Glasur von ihren Vanilleküchlein lecken, obwohl es erst Frühstückszeit ist. Und Emma Thomas, die Hospizschwester in den Fünfzigern, die meine Mom gepflegt hat, als sie im Sterben lag, steht an der Theke und überlegt, welches Gebäckstück sie zu ihrem Tee nehmen soll.

Ich bin eben dabei, einen Blaubeermuffin zum Mitnehmen für Emma einzupacken, als Annie an mir vorbeistapft, in ihrer Jacke, den Rucksack über eine Schulter geschlungen. Ich halte sie am Arm fest, bevor sie vorbeilaufen kann.

»Zeig mir mal dein Gesicht«, sage ich.

»Nein«, murmelt sie mit gesenktem Kopf.

»Annie!«

»Egal«, murmelt sie. Sie blickt auf, und ich sehe, dass sie eine frische Schicht Wimperntusche aufgetragen und ihren hässlichen Lippenstift nachgezogen hat. Außerdem hat sie offenbar fuchsiafarbenes Rouge aufgelegt, das ihre Wangenknochen nicht annähernd erreicht.

»Wisch dir das ab, Annie«, sage ich. »Sofort. Und lass das Make-up hier.«

»Du kannst es mir nicht wegnehmen«, gibt sie zurück. »Das habe ich von meinem eigenen Geld gekauft.«

Ich sehe mich um, und mir wird bewusst, dass es im Laden plötzlich still geworden ist, bis auf Jay und Merri, die in der Ecke vor sich hin plappern. Gavin sieht mich besorgt an, und die beiden alten Damen in der Nähe der Tür starren nur zu mir herüber. Auf einmal bin ich verlegen. Ich weiß, dass ich ohnehin schon wie die Versagerin der Stadt dastehe, weil ich meine Ehe mit Rob habe scheitern lassen; alle finden, er ist ein Traummann, und dass ich von Glück reden konnte, ihn überhaupt zu heiraten. Und jetzt habe ich offenbar auch noch als Mutter versagt.

»Annie«, sage ich und beiße die Zähne zusammen. »Tu es jetzt. Und diesmal bekommst du wirklich Hausarrest, weil du mir nicht gehorchst.«

»Ich wohne die nächsten Tage bei Dad«, feixt sie grinsend. »Du kannst mir gar keinen Hausarrest geben. Schon vergessen? Du wohnst nicht mehr dort.«

Ich schlucke schwer. Ich werde sie nicht merken lassen, dass ihre Worte mich verletzt haben. »Na wunderbar«, sage ich fröhlich. »Dann bekommst du eben von dem Augenblick an Hausarrest, in dem du mein Haus betrittst.«

Sie flucht leise, sieht sich um und scheint zu begreifen, dass alle sie ansehen. »Egal«, murmelt sie auf dem Weg zur Toilette.

Ich atme einmal aus und wende mich wieder zu Emma um. »Entschuldigung«, sage ich. Mir wird bewusst, dass meine Hände zittern, als ich wieder nach ihrem Gebäckstück greife.

»Süße, ich habe drei Mädchen großgezogen«, sagt sie. »Keine Sorge. Das legt sich wieder.«

Sie bezahlt und geht, und dann sehe ich, wie Mrs Koontz und Mrs Sullivan, die hierherkommen, seit die Bäckerei vor sechzig Jahren eröffnet wurde, von ihrem Tisch aufstehen und hinausschlurfen, jede an einem Gehstock. Derek und seine Mädchen sind ebenfalls im Aufbruch, daher gehe ich um die Theke herum nach vorn, um ihre Teller abzuräumen. Ich helfe Merri dabei, ihre Jacke zuzuknöpfen, während Derek Jays Reißverschluss zuzieht. Merri bedankt sich für das Vanilleküchlein, und ich winke, als sie alle gehen.

Annie kommt wenig später aus der Toilette zum Vorschein, das Gesicht zum Glück frei von Make-up. Sie knallt eine Wimperntusche, einen Lippenstift und eine Dose Rouge auf einen der Tische und funkelt mich zornig an. »Bitte sehr. Zufrieden?«, fragt sie.

»Überglücklich«, bemerke ich trocken.

Sie bleibt noch einen Moment stehen. Sie sieht aus, als ob sie noch irgendetwas sagen will, und ich mache mich schon auf irgendeine sarkastische Beleidigung gefasst, daher wundere ich mich, als sie nur fragt: »Wer ist eigentlich Leona?«

»Leona?« Ich forsche in meinem Gedächtnis, fördere aber nichts zutage. »Ich weiß nicht. Warum? Wo hast du diesen Namen denn gehört?«

»Mamie«, sagt sie. »Sie nennt mich ständig so. Und es scheint sie irgendwie richtig traurig zu machen.«

Ich bin verblüfft. »Du hast in letzter Zeit Mamie besucht?« Als meine Mutter vor zwei Jahren starb, mussten wir meine Großmutter in ein Demenz-Pflegeheim geben; ihre Alzheimererkrankung hatte sich rasch verschlimmert.

»Ja«, sagt Annie. »Na und?«

»Ich … ich wusste nur nicht, dass du das tust.«

»Irgendwer muss es ja tun«, faucht sie zurück.

Ich bin sicher, die Schuldgefühle sind mir anzusehen, denn Annie blickt triumphierend.

»Ich habe mit der Bäckerei alle Hände voll zu tun, Annie«, sage ich.

»Ja, na ja, ich nehme mir die Zeit«, sagt sie. »Wenn du weniger Zeit mit Matt Hines verbringen würdest, dann hättest du vielleicht auch mehr Zeit für Mamie.«

»Zwischen mir und Matt ist gar nichts.« Plötzlich wird mir deutlich bewusst, dass Gavin ein paar Meter weiter sitzt, und ich spüre, wie meine Wangen rot werden. Das Letzte, was ich brauche, ist, dass die ganze Stadt weiß, was mit mir los ist. Oder nicht los ist, je nachdem.

»Egal.« Annie verdreht die Augen. »Jedenfalls, Mamie liebt mich wenigstens. Das sagt sie mir ständig.«

Sie grinst mich an, und ich weiß, dass ich sagen sollte: Schatz, ich liebe dich auch oder Dein Dad und ich lieben dich sehr oder so ähnlich. Würde man das von einer guten Mutter nicht erwarten? Aber da ich eine grässliche Mutter bin, kommt mir stattdessen nur über die Lippen: »Ach ja? Na, für mich klingt es eher so, als ob sie ›Ich liebe dich‹ zu jemandem namens Leona sagt.«

Annie klappt der Kiefer herunter, und sie starrt mich eine Minute lang an. Ich will die Arme nach ihr ausstrecken, will sie an mich drücken und ihr sagen, dass es mir leidtut, dass ich es nicht so gemeint habe. Aber bevor ich die Chance dazu habe, dreht sie sich auf dem Absatz um und stolziert aus dem Laden, aber nicht bevor ich die Tränen in ihren Augenwinkeln glitzern sehe. Sie blickt nicht noch einmal zurück.

Mir bricht fast das Herz, während ich in die Richtung starre, in die sie verschwunden ist. Ich lasse mich auf einen der Stühle sinken, die die Zwillinge vor ein paar Minuten frei gemacht haben, und stütze den Kopf in die Hände. Ich versage bei allem, aber am allermeisten dabei, Nähe zu den Leuten aufzubauen, die ich liebe.

Mir ist nicht bewusst, dass Gavin Keyes vor mir steht, bis ich seine Hand auf meiner Schulter spüre. Als ich erschrocken den Kopf hochreiße, starre ich genau auf ein kleines Loch im Oberschenkel seiner verwaschenen Jeans. Im ersten Moment verspüre ich das seltsame Bedürfnis, ihm anzubieten, es zu flicken, aber das ist lächerlich. Auf den Umgang mit Nadel und Faden verstehe ich mich auch nicht besser als darauf, Mutter zu sein oder verheiratet zu bleiben. Kopfschüttelnd hebe ich den Blick weiter nach oben, über sein blau kariertes Flanellhemd bis zu seinem Gesicht, das von einem dichten Schatten dunkler Bartstoppeln über einem kräftigen Kiefer beherrscht wird. Sein voller, dunkler Haarschopf sieht aus, als wäre er seit Tagen nicht mehr gekämmt worden, aber anstatt damit ungepflegt auszusehen, steht es ihm richtig gut, auf eine Art, die mir ein wenig unangenehm ist. Als er mich sanft anlächelt, rufen mir seine Grübchen in Erinnerung, wie jung er ist. Achtundzwanzig, denke ich, oder vielleicht neunundzwanzig. Auf einmal fühle ich mich steinalt, obwohl ich selbst nur sieben oder acht Jahre älter bin. Wie wäre es wohl, noch einmal so jung zu sein, ohne echte Verpflichtungen, ohne eine jugendliche Tochter, die mich hasst, ohne ein Geschäft, das vor dem Bankrott gerettet werden muss?

»Nimm’s nicht so schwer«, sagt er. Er tätschelt mir den Rücken und räuspert sich. »Sie liebt dich, Hope. Du bist eine gute Mom.«

»Ja, äh, danke«, murmele ich, wobei ich seinem Blick ausweiche. Sicher, in den Monaten, die er an meinem Haus gearbeitet hat, sahen wir uns fast täglich, und wenn ich nachmittags von der Arbeit nach Hause kam, machte ich uns oft eine Limonade und setzte mich mit ihm zusammen auf die Veranda, wobei ich es, so gut ich konnte, vermied, auf seinen sonnengebräunten, straffen Bizeps zu starren. Aber er kennt mich nicht. Nicht wirklich. Und mit Sicherheit nicht gut genug, um meine Qualitäten als Mutter zu beurteilen. Wenn er mich so gut kennen würde, dann wüsste er, was für eine Versagerin ich bin.

Er klopft mir noch einmal unbeholfen auf den Rücken. »Im Ernst«, sagt er.

Und dann ist auch er gegangen und lässt mich allein in meinem riesigen rosa Törtchen, das sich auf einmal sehr bitter anfühlt.

2

An diesem Tag schließe ich die Bäckerei etwas früher, um ein paar Besorgungen zu erledigen. Obwohl die Sonne noch nicht untergegangen ist, als ich um Viertel nach sechs nach Hause komme, fühlt sich das Cottage, das ich angestrengt als mein eigenes anzusehen versuche, düster und deprimierend an.

Die Stille im Inneren ist ohrenbetäubend. Bis zum vergangenen Jahr, als Rob mich kurz vor Weihnachten mit der Ankündigung überraschte, er wolle sich scheiden lassen, hatte ich mich immer darauf gefreut, nach Hause zu kommen. Ich war stolz auf das Leben, das wir uns hier gemeinsam aufgebaut hatten, in dem soliden, weiß getünchten viktorianischen Haus mit Blick über die Bucht von Cape Cod, genau östlich des öffentlichen Strandes gelegen. Ich hatte das Innere selbst gestrichen, hatte die Küche und die Diele neu verfliest, oben und im Wohnzimmer Hartholzböden verlegt und den Garten bepflanzt, hauptsächlich mit blauen Hortensien und pinkfarbenen Apfelrosen, die vor dem cremeweißen Schindelholz frisch und wunderschön aussahen.

Und dann, als ich endlich mit allem fertig war, als ich endlich so weit war, mich in dem Traumhaus zu entspannen, setzte Rob sich vor mich und erklärte mit leiser Stimme, ohne mir in die Augen zu sehen, er sei auch fertig. Fertig mit unserer Ehe, fertig mit mir.

Binnen drei Monaten, noch immer benommen vom Brustkrebstod meiner Mutter und von der Entscheidung, Mamie in ein Demenz-Pflegeheim zu geben, zog ich unversehens zurück in das Cottage meiner Mutter, das ich ohnehin nicht hatte verkaufen können. Ein paar Monate später, erschöpft und entmutigt, hatte ich alle Scheidungsunterlagen unterzeichnet, nur um das alles endlich hinter mir zu haben.

In Wahrheit fühlte ich mich wie betäubt, und zum ersten Mal begriff ich etwas, was ich mich schon mein ganzes Leben gefragt hatte: wie meine Mutter immer so kalt gegenüber den Männern in ihrem Leben bleiben konnte. Ich hatte meinen Vater nie kennengelernt; sie hatte mir nie auch nur seinen Namen gesagt. Wie sie mir einmal knapp erklärte: »Er ist gegangen. Vor langer Zeit. Hat nie erfahren, dass es dich gibt. Er hat seine Entscheidung getroffen.« Als ich älter wurde, hatte sie immer den einen oder anderen Freund, mit dem sie ihre ganze Zeit verbrachte, aber sie ließ keinen von ihnen je an sich heran. Nicht wirklich. Sodass sie, wenn er sie letztendlich verließ, nur mit den Schultern zuckte und sagte: »Wir sind besser dran ohne ihn, Hope. Das weißt du doch.«

Ich hielt sie immer für herzlos, auch wenn ich heute zugebe, dass ich mich auf diese kurzen Phasen zwischen zwei Freunden, in denen ich meine Mom ein paar Wochen lang für mich hatte, immer freute. Jetzt wünschte ich, ich hätte sie früher verstanden, rechtzeitig genug, um mit ihr darüber zu reden. . Aber wie bei so vielen anderen Dingen in meinem Leben ist es dafür jetzt zu spät.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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