Spanish Empire - British Empire - Volker Sitzler - E-Book

Spanish Empire - British Empire E-Book

Volker Sitzler

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Beschreibung

Das Buch steht für das Ansinnen, Fragen und Antworten auf Ereignisse zu finden, die um das Jahr 1990 und heute in der Öffentlichkeit der größten Industriestaaten der Erde sich heftig zu Themen gestalten. Der Zerfall des sozialistischen Zentralismus der UDSSR und ihrer Satelliten DDR, Jugoslawien, etc. und die gesellschaftliche und individuelle Situation der Menschen drangen durch die Medien. Dieser wird gefolgt von der „Entspannungspolitik“ beider Systeme des „Kalten Krieges“ und dem „modernsten“ Krieg 1991 am Persischen Golf. In der auch vielfältig geologischen Ansicht und Erinnerung der Christlichen Imperien, zuerst Spanien-Habsburg, das British Empire, Frankreich, USA, etc., spiegeln die Entdeckung und Eroberung „West-Indiens“ und anderer Kolonialreiche die Kulturen und Rassen der Menschheit in den vergangenen 500 Jahren wieder. Das Buch erhebt mit aktueller Erzählung die mehr oder weniger historisch „wahrhaftig“ geltenden Ereignisse, welche wieder und wieder als platte Muster erscheinen, durch anregende Erfragung auf die Bühne der Natur und des Geistes als Schöpfung Gottes. Der Autor

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Seitenzahl: 489

Veröffentlichungsjahr: 2019

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INHALT

K

APITEL

Das Krokodil und das Wunder

Die Welt ist wunderschön

Die Angst, beherrscht zu werden

Die Spinne im Stahlnetz

Zwerge, Riesen, Ungeheuer und Tyrannen

Diktatur und Leistungssport

Alle Wissenschaft als Gefahr für das Leben

Der Mensch denkt an sich selbst zuerst

Die Menschen verzeihen, nur Gott vergibt die Schuld

Masochismus und Moralismus sind kein Humor und ungesund

Ein Mensch braucht Persönliche und Nationale Identität

Asylrecht, nationale Schuldgefühle und Konflikte der Minderwertigkeit

Asylrecht, Nestbeschmutzer und das " Organisierte Verbrechen "

Überfluß und Gift, Armut und Hunger

K

APITEL

Die reichen Christen und die armen Heiden

Die Ausbreitung des Christentums und die Ideologie des Kolonialismus

Die Verstrickung der Päpste in weltliche Gier

Die Lüge und die Reformation der Christlichen Kirche

Die Kreuzzüge, die Mission und der Reichtum der Kirche

Geben ist seliger denn nehmen

Ausbeutung führt nicht zum Wohlstand, sondern zum Niedergang der Kolonialisten

Tanz auf dem Vulkan. Das Auto ist das liebste Kind

Multinationale Konzerne und giftige Kräuter machen keinen Frühling

Einheit, Pluralismus und Einigkeit

K

APITEL

Ajatollah Khomeini, der Krieg Iran gegen Irak

Die Kriegserklärung der Christlichen Kolonialmächte

Die Zeit der Saat, die Zeit der Ernte

Geld und Öl

Die Tradition der Briten und ihr Gewissen

Die lüsterne Presse

Die " Politik der Entspannung "und der Überfluß an Waffen

Das Kinderspiel und moderne Waffen

Die Scut-Raketen und die "Gelbe Gefahr"

Die Herren der Welt und die Sklaven

Kurdistan den Kurden!

Der rohe Diamant und die Kunst des Schliffs

Silber, Perlen und heidnische Bräuche

Geheimnisse müssen gehütet werden

K

APITEL

Die Geschichte und die Kolonialreiche des British Empire

Die Geschichte und die Kolonialreiche Spaniens

Die Inkas, Mayas, Azteken und andere Indianische Völker

K

APITEL

Die Geschichte und die Kolonialreiche der Vereinigten Staaten von Amerika

Die Geschichte Persiens und die Kolonialreiche des British Empire

Die Arabische Halbinsel als Domizil des British Empire

K

APITEL

Die Überlegenheit des British Empire unter Königin Elisabeth I. von England und die Sternstunde der Kolonialreiche Nordamerikas

Der Herr über die Dinge und das " haben wollen "

Der Mythos des König Artus

Die Bindung Spaniens an den Papst, die Gegenreformation und der Niedergang

Der unermeßliche Reichtum des globalen Weltreiches der Briten

Die Edelsteine und das British Empire

Die Briten auf Löwenjagd

K

APITEL

Der größte Reichtum und das bitterste Unheil

Die Struktur der Bevölkerung in den Kolonialreichen und die Verteilung der Schätze

Die Logik als Bündel von Assoziationen und die wahren Triebkräfte des Menschen

Beziehungen und Geschäfte benötigen Gefühle, Erfahrungen und Vertrauen

Der stille demütige Geist und die Logik als ''Wohlstandsbündel''

Ohne Sinn und Verstand

Freude, Glauben, lieben, hoffen, mitteilen

Die Anmaßung der Mächtigen und die Zerstörung der Schöpfung

K

APITEL

Das British Empire und die Ölquellen Arabiens und Persiens

Die zauberhafte Kultur und Kunst Indiens und Persiens

Der aufrechte Geist und die Christliche Kirche

Die Grenzen des Irak und das Faustrecht der Supermächte

Die ''Ents pannungs politik'' und der Krieg am Persischen Golf

Gestohlener Reichtum wird verschwendet und verwandelt sich in Armut

Der Krieg der Supermächte gegen den Irak unter Saddam Hussein

PROLOG

Menschen sind nicht wie andere Lebewesen in der Schöpfung Gottes.

Jedes Lebewesen der geschaffenen Natur hat sein eigenes und besonderes Genre.

Die Wahrheit gibt es nicht auf dieser Erde. Sie ist auf anderen Sternen nicht zu finden. Es sei denn Sie ruht in der Existenz Gottes.

Wir können uns nur Ihr nähern, wenn wir Sie suchen. Sind wir Ihr nahe, Staunend stehen wir vor Ihr. Wir sind voller Glück.

Sind wir jenseits von Ihr, Ist unser Leben voller Unglück, kriegerisch und schrecklich.

Deshalb streben wir nach der Wahrheit in der Schöpfung Gottes.

In der Natur des Diesseits und des Jenseits.

Wir sind keine Warane.

Sie sind verborgen im Hinterhalt von engem Gestrüpp. Kaum für unsere Sinne sichtbar treten sie in Erscheinung.

Trügerisch träge bewegen sie sich wie Vegetarier. So lange sie ihre Beute gewittert haben. Dann fallen sie ungeheuerlich schnell mit ihrem scharfen breiten Gebiss und solchen Krallen eines Raubtieres über ihre Opfer. Oft genug ist es zu spät zu entrinnen.

Deren gespaltene Zunge mustert, vor dem Rachen behende hin und her fächelnd, die Richtung des Ziels. Auch diese verbirgt verhehlend die Absicht des Waran dem Gegenüber.

Besonders in Zeiten der Jagd und der Ernte wirkt der Mensch an seine Instinkte gefesselt. Dabei ist mehr Unglück als Glück im Spiel.

Dieses Buch ist gewidmet

meinen Ahnen,

meinen Eltern,

meinen Geschwistern,

besonders meiner Mutter Helma Juliane, T 9.9.1997

1. KAPITEL

In der heutigen Zeit ist der Sinn unseres Lebens leer geworden. Zuviel ist angefallen, was die Menschen aus ihrer Bahn geworfen hat. Ein Stein hat immer seine Flugbahn. Ein Tier hat immer sein Revier, seine natürlichen Feinde und seine natürliche Beute.

Menschen hingegen zerstören sich selbst, wenn sie nur ihren Instinkten folgen und ihren Verstand nicht mehr gebrauchen, ihr reichlich vorhandenes Gehirn. Schön heißt es aus dem Volksmund so : " Streng dein Gehirn an, du Simpel! "

Warum wird unsere Nordwestliche Gesellschaft überall Konsumgesellschaft genannt, mit negativem Beigeschmack? Ist es denn übel, die Güter, die Produkte zu verwenden, die von uns allen hergestellt werden? Ist dies so, dann müssten wir uns weigern, sie zu gebrauchen und zu verbrauchen.

Das Geheimnis, das Rätsel, das uns manchen traumlosen Schlaf und zahlreiche schlaflose Nächte durch wachen läßt, wußte bereits meine Großmama und mein Großpapa.

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen! Wer nicht arbeitet, der hat auch keinen seligen Schlaf! Bei diesen Sprüchen komme ich mir erwischt vor. Ich habe ein schlechtes Gewissen und komme mir vor, als ob ich nicht arbeiten würde. Ich komme mir auch nicht frei vor. Würde ich arbeiten, wäre ich frei.

Warum arbeite ich aber nicht? Ich gehe doch jeden Tag einer Beschäftigung nach. Ich habe schließlich meinen Arbeitgeber, der mir jeden Tag genug Arbeit aufhalst. Ich bin gut krankenversichert, sozialversichert und versichert gegen arbeitslos.

Warum, um Gottes Willen, arbeite ich nicht? Wenn meine Oma und mein Opa noch auf diesem Planeten weilen würden und nicht die große Reise zu Gott angetreten hätten, würden sie es mir erzählen. Schließlich haben sie mich damals mit allem versorgt, mit leiblichen und geistigen Genüssen.

Meine Mutter hat mich ins Weltall geschleudert, allerdings mit dem Vorteil, daß ich noch an der Nabelschnur hing. So wurde ich an dem Planeten verankert, auf dem sie auch geboren war. Das war richtig, denn ohne Wasser und ohne Sauerstoff wollte ich nicht leben.

Meine Oma und mein Opa haben mich mit Äpfeln, Birnen, Kirschen, Zwiebeln, Knoblauch, Blumenkohl, Rotkraut, gelbe Rüben, Gurken, Tomaten, Rettich, Radieschen, Kartoffeln, Himbeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren aus dem Garten, und mit Schmalzbroten versorgt. Diese habe ich mit Genuß gegessen. Und ich brauchte es auch, um groß und kräftig zu werden.

Nachmittags gegen 14 Uhr kam ich etwas müde und geärgert von der Schule nach Hause. Meine Großmama war immer da, weil sie kochen und putzen mußte.

Im Klassenzimmer hatte ich immer das tiefe, ohnmächtige Gefühl gegenüber allem, was mich umgab. Es gibt vieles, das ich lernen müßte und von dem ich nichts verstand.

Ob es nun die nach Schweiß stinkende Luft, die allwissenden Lehrer oder meine Mitkonkurrenten waren. Immer wenn sie etwas wußten und ich nicht und dafür gelobt wurden, hat sich im Inneren,ohne es näher lokalisieren zu können, ein Stachel eingebohrt. Da ich dreißig Konkurrenten hatte, wurde ich in der Schule genug aufgestachelt. So war ich am Ende des Schulunterrichts genug geistig aufgedreht, aber auch etwas abgekämpft. Das ist bestimmt ein Grund, wenn Schüler morgens mit halb offenen Augenlidern, herunter hängenden Ohren und schlaffen Mäulern den Tag beginnen. Die Hände in den Hosentaschen, die Eingeweide, die sich nicht nur auf der Toilette begrüßen, das Gehirn mit Holzmehl gefüllt, den Hintern zusammen gekniffen, wünschen sie sich, daß der Bus nicht anspringt, der Zug liegen bleibt, und nicht zuletzt die Schule über Nacht abgebrannt ist.

Das Erste, was ich, wieder daheim, Oma fragte, war: "Was gibt's heit zu esse? " Diese Frage stellte ich, selbst wenn ich es hätte wissen müssen. Da es in der Küche danach roch.

Während sie mit der linken Hand die Backofenklappe aufhielt, zog sie mit der rechten die mit Dampfnudeln gefüllte Pfanne heraus. Dabei sagte sie: "Dompfnudel mit Apfelbrei." Das wollte ich von meiner Oma hören. Denn schon am Bahnhof oder an der Bushaltestelle hatte ich Hunger. Ganz gleich, wenn ich zu Hause war, bei Oma, und nicht mehr in der Schule und nicht mehr an der Bushaltestelle, eben daheim. Dann konnte sie gekocht haben, was sie wollte.

Dieser Tagesablauf war ebenso zur Gewohnheit geworden, wie ein Kapitän den Anker lichten läßt, bevor sein großes Schiff nur noch von der Sonne, von Sternen, vom Wind, vom Wasser, vom Horizont, von Fischen und Vögeln umgeben ist.

In der Schul, jo in der Schul! Da gab es jeden Tag Aufregung um dieses und jenes. Die Deutschlehrerin hat sich aufgeregt über die Schüler, die von den Bauernkäffern aus allen Himmels-und Windrichtungen die deutsche Sprache, das Hochdeutsch, mit ihrem Dialektgeplapper bis zur Auflösung, bis zum Chaos erledigten. Als Schüler mußte man einer Deutschlehrerin ihren täglich gekonnten, heroischen Kampf mit Geschenken aus dem bäuerlichen Elternhaus belohnen, wie Blutwurst, Leberwurst, Schmalz, Äpfel, Birnen, Dampfnudel, Wergelnudel, Pfannkuchen, Schinken, Eier, Butter, Milch, Marmorkuchen, Oblaten und Zuckerbrötchen zu Weihnachten, Schwartenmagen, Leber, Nieren, Herz, Hirn, Hühner, Enten, Gockel, Gurgelknopf und Kugelknöpfe.

Daher ist die Redewendung abgeleitet: " Ich gebe mir jeden Tag die Kugel! "

Ausnahmslos jeden Tag stolziert eine auf der Universität ausgebildete und ihren Beruf ernst nehmende Deutschlehrerin auf einem Hochseil. Sie vollführt einen Hochseilakt. Sie tanzt auf dem Seil so, daß sie gegen Widrigkeiten und gegen Abschaum von vorn, von hinten, von rechts und von links, von oben und von unten immer Herrin der Lage bleibt.

Sie lässt ihren idealen Geist, den Körper und seine ihn schützende Haut nicht durch stinkenden Mist, nicht durch Unrat beflecken. Die Ordnung, die Wahrheit, das Wissen, das sich sogar reimt, darf nicht an irgend einer Stelle hinterfragt werden.

Sonst könnte ja alles ganz anders sein. Die alte Ordnung wäre keine mehr. Überall wäre Chaos. Alles müßte man anders machen.

Sie müßte überhaupt nicht mehr auf dem Hochseil tanzen, ihre gekonnten Balanceakte vollführen und unerschrocken das Ende des Seils mit einer unendlichen Befriedigung erreichen. Es gäbe auch kein lautes Geklatsche von allen Selten mehr, alles abgewehrt, verdammt, verbannt, in die Flucht geschlagen, zerstört und getötet zu haben. Was wurde nicht alles versucht, ihre Ordnung, ihr Wissen, ihre Autorität zu hintertreiben. In Unordnung, in Unsicherheit, in Verderben und Verfaulen zu verwandeln.

Ein Schüler froagt : " Fraa Lehrerin, derff ich uff de Klo gehe? " Eine ernst zu nehmende Deutschlehrerin ist jetzt aufgeregt, empfindet Schmerz, Trauer, Wut, Angst und Ohnmacht. Ihre Seele, ihr Leib, ihr Unterleib, ihr Herz, ihr Gehirn, alles dreht sich zur gleichen Zeit in verschiedene Richtungen.

Ein Krokodil, von einer Kugel durchbohrt, wälzt sich ruckartig im Wasser, schlägt seine Muskeln und Knochen mit aller Kraft in die wirksamste Richtung. Da ihm der Appetit vergangen ist, der Hunger ist nach wie vor vorhanden, läßt es das am Ufer erbeutete Stachelschwein aus seinen zerfleischenden Kiefern gleiten. Pech für das Krokodil, Glück für das Stachelschwein.

Für die Deutschlehrerin geht es jetzt um Sein oder Nichtsein, um eine Schlacht auf Leben und Tod.

Wissen denn ihre Schüler nicht, daß man solche vulgären Tätigkeiten nur in der Pause erledigt? Hat sie dies ihren Schülern nicht schon Hundertmal gesagt? Sie wissen es. Dies ist nur ein Angriff gegen sie und ihre Ideale. Es ist der arglistige, böse Versuch, ihre Ideale zu untergraben, sie frühzeitig auf den Friedhof zu bringen. Deshalb wehret den harmlosen Anfängen.

Wenn das jeder tun würde, müßte sie alle Ziele und Methoden aufgeben. Sie wäre ihrem Lehrerkollegium, sich selbst und der Schuldirektion gegenüber am Ende. Also muß es dem Schüler verboten werden. Schließlich hat sie den Schülern Vieles bei zu bringen, zu lehren und viele Ratschläge für das Leben zu geben. Ethische Werte und gute Manieren heran zu bilden. Sie schreit ihn an: " Du bleibst jetzt hier und hörst zu! " Sie wendet sich wieder der Klasse zu und fragt: " Sind wir bei dem römischen Feldherrn Varus in der Schlacht im Teutoburger Wald gegen Herrmann der Cherusker stehen geblieben oder war es bei Götz von Berlechingen? "

Der Schüler nickt schnell mehrmals der Lehrerin zu, als wäre sein Problem gelöst. Daß der natürliche, instinkthafte Drang immer noch plagt, merkt er, als die Lehrerin ihre übergroßen weiß-rot aufleuchtenden Augen, ihre feurigen Wangen und ihre weiß glänzenden Zähne von ihm abwendet.

Es hätte nicht viel gefehlt. Und sie hätte ihn zermalmt, wie das Krokodil ein Warzenschwein. Der Erde ist er erhalten geblieben. Doch was soll er mit der Notdurft machen? Er denkt sich: " Es muß ein Wunder geschehen! "

Aber es gibt ja keine Wunder mehr!

Ein Kind, ein Schüler, ein Jugendlicher hat den Eindruck, daß es in vielen Situationen -- ein gutes Beispiel ist die Schule -- Wunder geben muß. Hat man anstatt Aufgaben in der Mathematik, Physik zu lösen oder Vokabeln zu lernen, seine Zeit mit Dingen verplempert, die keinen Sinn haben. Dann versetzen einem Klassenarbeiten in Angst und Pein. Manchmal bekommt man sogar Komplexe der Minderwertigkeit.

Solche für das Leben unwichtigen Dinge sind, mit Kameradinnen aus der Schule im Schwimmbad auf einer Decke zu liegen und mit ihnen herum zu toben. Bei ihrem Anblick lernt man den Reiz der Ästhetik, das Gefühl körperlicher Berührung, seelisch-gedanklichen Austausch und geistige Verbundenheit kennen.

Ebenso unwichtig ist, bunte Drachen zu bauen und im tosenden Herbstwind steigen zu lassen. Segelflugzeuge zu basteln und fliegen zu lassen.

Jetzt muß ein Wunder geschehen. Sonst geht alles in die Hose. In seinem Gehirn blitzt es auf. Das darf ich nicht einmal denken! Ich bin verloren! Ich bin vor der ganzen Klasse blamiert. Die zeigen mit den Fingern auf mich. Alle werden bei meinem Anblick die Nase rümpfen und mich ständig mit unzähligen Schimpfworten besudeln können.

Die Deutschlehrerin merkt auf einmal, daß sich ein eindeutiger Druck einen Weg durch ihren Unterleib bahnt. Zunächst sind es nur Fußabdrücke auf einem schmalen, dunklen Pfad, die fast unmerklich im silbernen Mondlicht Schattierungen hervorrufen.

Dieser schwillt zu einem deutlich sichtbaren durch gezogenen Weg an, der endlich zu einer Pferderennbahn wird, auf der die Pferde schnell, wild und unbändig, ungezähmt und machtvoll mit ihren Hufen draufschlagen. Ihren Drang kann sie sich nur so erklären, daß die Pferde von ihren Reitern mit Sporen und Peitschen angetrieben werden.

Wie ein Drucker ansetzt, um Worte auf Papier zu bringen, rattert, kriecht und sägt es jetzt in ihrem Gehirn und wird hinein geschrieben. Sie liest : " Ich muß auf 's Klo! "

Hoffentlich verlassen die Reiter auf ihren Pferden nicht im vollen Galopp die schnelle Rennbahn!

Sie dreht sich mit blassem Gesicht, Angstschweiß auf der Stirn dem Jungen zu. Mit kalten Händen und einem Gefühl, als ob der Weg zur Toilette sich in eine dunkle Grube verwandeln würde, wo sie ewig gefangen sein würde. Sie ergreift seinen Arm. Sie sagt :

Komm Bub, wir gehen jetzt auf die Toilette!" Der Junge dankt im Inneren seinem Gott.

" Ich danke dir Gott, daß ein Wunder geschehen ist! Als sie zurück kommen, stehen vor der Tür des Direktors seine liebste Tante Else und sein Cousin Jürgen. Sie waren von London gekommen, um seine Mutter Helma und ihn zu besuchen.

Unserem Schüler wird es in Zukunft besser gehen. Er wurde darin bestätigt, daß es in der Schule, wo es ohne Wunder nicht geht, eben auch Wunder gibt. Denn gerade in der Schule und an einem Ort, wo es die besten Raubtierdompteure, die wildesten und primitivsten Raubtiere mit Kauderwelsch und Dorfpalaver gibt. Ist der Schöpfer des Himmels und der Erde anwesend.

Die Schulbuben und die Schulmädcheu wissen dies. Weil sie immer wieder in Not geraten, wenn ihnen, kühne Hochseilakte und Salto mortale vorgeführt werden. Um Ansehen, Majestät, Autorität, Verdienst und Beifall von allen Seiten zu erhaschen. Sie wissen das!

Wer täglich einen Kampf zwischen Leben und Tod führt, steigt immer wieder aus dem Strudel durch ein Wunder. Haben diese sich mehrmals eingestellt, so gewinnt man als junger Mensch Gott und Vertrauen zu ihm.

Es heißt immer, daß man Gottvertrauen in dem Unterricht Religion durch den Pfarrer vermittelt bekommt, der dem lieben Gott besonders nahe steht.

In der Religionsstunde werden Geschichten über alte, längst vergangene Zeiten erzählt. Diese sind sehr lehrreich und interessant, weil sie meistens von Macht, Gewalt, Liebe und Geld bewirkt werden. Man stellt mit Genugtuung fest, daß es nach dem Willen Gottes um Macht, Gewalt, Liebe und Geld geht! Sogar zu Hause hören wir nichts anderes! In der Religionsstunde kann ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen lernen, daß auf dieser Erde alles in Ordnung ist. Man erfährt, daß Moses auf dem Gebirge Sinai von Gott die zehn Gebote erhalten hat.

Jeder Schüler sollte sie kennen :"Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott gab! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht lügen! Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht Ehe brechen! Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! "

Denn Wissen macht gebildet! Wissen macht vornehm. Wissen unterscheidet vom Primitiven! Wissen ist Macht!

Wie frägt man heute ebenso oft wie dümmlich? Hast du schon die Information, daß? Es gibt Mittlerweile kein dümmeres und mehr nutzloses Wort als Information. Dieses Wort dürfte selbst bei Haustieren wie Hund, Katze, Mäuse, Ratten, Kanarienvögel, Papagei, Fische, Schweine, Pferde und Schafe Inhalt ihrer Träume in schlaflosen Nächten sein. In der Bibel steht zwar vieles von Haustieren aber nichts von Information. Dies ist seltsam!

Jeder einzelne Mensch wird jeden Tag durch die Medien informiert, durch 20 Fernsehkanäle, durch Radio, durch Werbematerial, durch Zeitungen und Zeitschriften, in denen wiederum überwiegend Anzeigen der Werbung zu finden sind.

Werbungen sind nichts weiter als Informationen zum Kauf und Verkauf, mit denen zahlreiche Marktschreier wie Autofirmen, Firmen für Waschmittel, Firmen für Toilettenpapier und andere verkünden, was sie nicht alles Neues heraus gefunden haben.

So werden die Menschen jeden Tag mit Unrat und modernem Abfall gefüllt, der schon zum Himmel stinkt und unser Trinkwasser verpestet.

Die ältere Generation, die direkt nach dem 2. Weltkrieg und vor diesem aufgewachsen ist, weiß, daß es mal anders war. Doch, wie man sieht, nützt das heute nichts. Sie sind ebenfalls der Macht und der Gewalt, der Liebe und dem Geld erlegen! Der tägliche Tanz um das goldene Kalb hat ihre Sinne an den falschen Schein gewöhnt und damit abhängig gemacht. Alles, was glänzt, ist für unsere Wirtschaft, wie Autos, Stahlplatten, Aluminiumplatten, Flugzeuge, die Fußböden, die Fließen, die Wäsche, die Lichter, Kunststoffe, Kunstbäume und Zahnspangen aus Platin.

Bei denen es am meisten glänzt. Das sind die Besten, die Fähigsten, die Wertvollsten und die Teuersten. Das einzige, was nicht in diese Wertskala passt, ist ein glänzender Verstand.

Jeder, der es wagt, den gesunden Menschenverstand zu denken, ihn wo möglich auch auszusprechen und erst recht danach zu handeln, muß häufig und schnell seine Koffer packen. Er könnte sonst den kürzesten Weg aus dem zehnten Stock ohne Aufzug nehmen müssen.

Denn es ist tagtäglich dafür gesorgt worden, dass die Menschen richtig und umfassend informiert wurden.

Wie Mist, wie Zucker, wie Pflaumenmus, wie Schokolade, wie Spagetti, wie Kartoffeln, wie Kaffee, Bier und Zigaretten, es tritt Gewöhnung ein. Die schöne neue Welt wird eine graue Maus. Also muß die Dosis gesteigert werden. Wird trotzdem kein Glanz mehr erzielt, müssen wieder neue Informationen her oder alte, die nicht lange her aber vergessen sind.

Wir müssen schnell weg von dieser Konsumgesellschaft und hohlen Informationsgesellschaft.

Die Biblische Geschichte, die uns von Religionslehrern gezeigt wird, ist voll von Krieg, Rache, Kämpfen und Gewalt. Wir sollten dies nicht so verstehen, daß die Schöpfung und damit die Erde so sein muß. Vieles, was wir sehen auf dieser Welt, die Sterne, den Himmel, das Meer, die Flüsse, die Seen, die Berge, die Menschen, die Tiere, die Pflanzen sind schön, reizvoll und voller Leben.

Gott hat es so gewollt. Wenn dies alles schön ist, warum sollte er den Willen haben, daß die Schönheit zerstört wird? Warum sollte Gott es wollen, daß sich die Menschen gegenseitig mißhandeln, quälen und töten?

Warum erzählt die Biblische Geschichte von Kaisern, Königen, Königinnen, von Führern, die große Taten vollbringen, Kriege gewinnen und verlieren? Von Feldherren, aber wenig von einzelnen Schicksalen der gewöhnlichen Menschen?

Diese haben im Grunde viel mehr eine Epoche oder ein Zeitalter, vor allem sich selbst, geprägt, als der jeweilige König, sein Hof und seine Feldherren. Natürlich wurden die Namen des jeweiligen Königs, die Abstammung seiner Familie, seine Mätressen, seine Minister, seine Priester, seine Gelehrten, seine Feldherren von den jeweiligen eigenen und fremden Schreibern der Geschichte aufgezeichnet, sein Leben, seine Taten, seine Versäumnisse, seinen Charakter, seine Erlebnisse, seine Gesetze, seine Beziehungen zu anderen Hoheiten und zu fremden Ländern.

Die Wahrscheinlichkeit der Überlieferung eines Handwerkers, eines Metzgers, eines Malers, eines Dachdeckers, eines Soldaten, eines Bauern, eines Weibes, einer Magd, eines Händlers, eines Kapitäns, eines Matrosen ist gleich null.. Warum aber dieses?

Hat denn ein König oder eine Königin in der damaligen Zeit keine für sie und ihre Regierungsgeschäfte bedeutenden Leute in der Administration und Wirtschaft benötigt? Sicherlich sieht man das an dem beträchtlichen Hofstaat eines Königs und an den grossen Ausdehnungen von Königreichen vor 2000 Jahren. Vielleicht liegt es daran, daß der Grad der Bekanntheit eines Königs bei seinem Volk und seinen Untergebenen gleich bedeutend mit der Machtfülle war und umgekehrt. Wer vielen bekannt ist, hat viel Macht. Es sei denn, er wurde vom König und seinen Soldaten verfolgt. Der mußte in einem anderen Land untertauchen, wenn er konnte. Jeder also, der zu populär wurde, war dem König ein Dorn im Auge, da der König und die Königin befürchten mußten, entthront zu werden. Denn Popularität entspringt der Beliebtheit. Beliebtheit führt zu Macht. Die Macht des Einen, repräsentiert durch seine Gefolgschaft und seine daraus vorhandenen Mittel und sein Vermögen, kann den Verlust der Macht des Anderen bedeuten.

Da aber die Könige von Gott eingesetzt wurden und durch Erbfolge den Thron bestiegen, durfte es unter keinen Umständen passieren, daß ein solcher König durch die Taten eines Untergebenen und durch dessen Beliebtheit, Popularität und Macht gefährdet wurde. Dieses ließ sich damals wie heute nicht vermeiden. So wurde mancher Held Opfer der offiziellen Gerichtsbarkeit und mußte sterben oder wurde nicht auf dem Schlachtfeld sondern auf dem Weg um eine Ecke durch einen gedungenen Mörder getötet.

Die Macht hatte es in junger Zeit schon schwer mit hervor ragenden Fähigkeiten im Kampf, im Krieg und im Frieden. Geistige Größe in Wissen, Verstand, Edelmut, Intelligenz und Schönheit hat manchem in seinem Leben mehr Schwierigkeiten gebracht als Unfähigkeit, Unwissen, Dummheit, Falschheit und Stumpfsinn.

Dies trifft scheinbar ebenso auf die Christliche Kirche zu. Es gibt bis jetzt auf alle Fälle eher Belege dafür, daß Päpste, Bischöfe und Kardinäle durch und durch Mensch sind, und dies auch zeigen.

Kaiser, Könige, Königinnen, Päpste, Bischöfe, Grafen, Feldherren, Ingenieure, Väter, Mütter, Meister, Vorgesetzte, Autoritäten, Lehrer und Lehrerinnen haben und brauchen die Instrumente der Macht und der Gewalt, um ihren Willen durchzusetzen.

Nun wäre dies nicht weiter tragisch, wenn ihre Willen den Willen ihrer Untergebenen gleich wären. Die Untergebenen müssen als zu Führende, als minderwertig, als unbeschriebene Blätter, als Raubtiere, die gezähmt werden müssen, angesehen und behandelt werden. Sie gelten vom Geistigen, vom Körperlichen, vom Religiösen, vom Politischen, vom Wirtschaftlichen, vom Künstlerischen, vom Ethischen und von Allem als Chaos, das die Mächtigen in Ordnung bringen müssen.

Warum sprechen Kinder mit ihrer Oma zusammen Nachtgebete ehrlich, mit Einsicht, mit Erfüllung, mit Ruhe, mit Vertrauen, wie kühles, klares Wasser aus der Erde fließend?

Warum ringen Kinder und Jugendliche mit Anmut, Reinheit und Unverdrossenheit mit der Welt um Wahrheit, Edelmut, Überzeugung und Gerechtigkeit? Weil sie noch dem Ursprung Lebens nahe sind. Sie suchen nach ihrer inneren Natur und ihrer äußeren Natur. Sie graben nach dem, was unter der Erde ist.

Sie forschen nach dem, was in der Tiefe der Gewässer verborgen ist und was in der Höhe der Welt zu finden ist, um ihrer Selbsterkenntnis Willen. Sie erfreuen sich an ihrem Forscherdrang und finden die Wahrheit.

Sie merken erst in der sogenannten Pubertät, was es bedeutet, Erwachsener zu sein. Dieses Wort bleibt trotz häufigem Gebrauch eine Zumutung. Die Pubertät ist keine biologische Entwicklungsphase, sondern in diesem Alter ein Erkenntnisverlauf.

Die meisten Jugendlichen erkennen in dieser Zeit, nachdem sie es immer wieder erfahren haben, daß die Erwachsenen, die Autoritäten ihnen auf allen Wegen daherlaufen und ihnen etwas zeigen möchten.

Die Autoritäten aller Formen, Schattierungen und Farben möchten den Jugendlichen beweisen, daß sie alles besser können. Was sie an Erfahrung, Ansehen, Beliebtheit, an Bekanntheit, an Macht und Gewalt auf dieser Erde haben. Wie sie andere unterdrücken können, wie viele Köpfe sich vor ihnen verbeugen, wen sie alles herum dressieren können. Der Erwachsene möchte darauf hinweisen, wie viele Untergebene er hat.

Nur von der Qualität und Quantität seiner Vorgesetzten und von der Hierarchie oberhalb seines Scheitels hält er seinen Mund. Denn alles Gute kommt von oben! Man spricht nicht davon in Anwesenheit der Unteren und Oberen. An der Stelle der Leiter, auf der man meistens mit weichen Knien und einem Krampf im Ellenbogen steht, könnten blitzartig die Sprossen brechen. Der Betreffende versinkt in den Erdboden und tritt nie wieder in dieser Pose in Erscheinung.

Der Jugendliche empfindet Verwunderung und Abscheu. Er denkt : "Was soll das? Soll das der Sinn des Lebens sein? Warum sind die Leute so weit von der Erkenntnis des Lebens weggekommen? Warum möchte jeder möglichst viele andere unter seine Gewalt, in seine Bekanntschaft, Beliebtheit und Popularität bringen? "

Ist es die Angst, von anderen Menschen beherrscht zu werden, die den Menschen vorantreibt, andere in den Griff zu bekommen?

Ist etwa da, wo Neugierde, Schöpfertum, Vernunft, Gelassenheit, Recht, Rücksicht, Toleranz und Demut vor der Größe Gottes und seines Werkes gedeihen sollte, nichts weiter als Angst vor dem Anderen?

Wäre dies so,könnte man keinem Menschen vertrauen. Man müßte jeden Anderen als Erstes unterwerfen. Zuerst angreifen ist wirk-samer als sich zu verteidigen!

Da die Erfahrung beides kennt, ist beides vorhanden. Jeder Trieb und jedes Bedürfnis ist sowohl von Vorstellungen der Erfüllung als auch von Vorstellungen der Nichterfüllung und damit einerseits von Freude und andererseits von Angst und Aggression begleitet.

Das Ideal ist die Waage, die sich im Gleichgewicht befindet.

Der Mensch kann abwägen zwischen Erfüllung und Nichterfüllung. Er spürt den Mittelpunkt der Skala. Er fühlt die Schwingungen der negativ geladenen Elektronen um seinen Atomkern, um seinen Mittelpunkt. Sie sind gleichmäßig um ihn verteilt, ist das Gleichgewicht hergestellt. Die Unruhe wandelt sich in Ruhe und Zufriedenheit, in das harmonische Schwingen eines Atoms im Meer der unendlich vielen lebenden, pulsierenden und tanzenden Atome.

Ja, wenn die Angst nicht wäre, die Angst zu kurz zu kommen, zu schwach zu sein, unterlegen zu sein, minderwertig zu sein, unbeliebt zu sein und von anderen verspottet zu werden!

Warum fühle ich mich so unwohl? Warum träume ich immer wieder dieselben Träume? Muß es denn sein, daß ich jede Nacht im Traum ein Verfolgungsrennen mache? In dem ich auch noch der Unterlegene bin? So ein Blödsinn!

Ich werde von den unmöglichsten Dingen verfolgt. Ich weiß noch nicht einmal von was. Ich stürze nur immer wieder hin, bleibe liegen, komme nicht vorwärts, werde von dem Ungeheuer eingeholt. Es droht mich zu packen, zu vernichten, einzufangen, in seine Gewalt zu bringen, zu beherrschen! So ein Blödsinn! Jede Nacht dasselbe Theater! Irgendwann wache ich auf, und dann ist wieder alles in Ordnung. Nur, daß ich verschwitzt bin, als ob ich fünf Stunden Fußball gespielt hätte.

Da wird einem empfohlen, im Schlaf Freud zu lesen. Der soll Schriften über Traumdeutung geschrieben haben. Das Dumme ist nur, wenn man aufgewacht ist, ich froh bin, die Strapaze hinter sich zu haben und vergißt, den Traum geträumt zu haben. Genauso ist, daß man immer wieder mit Magenschmerzen und Bauchschmerzen aufwacht. Ist man erst wach und hat einen Tag wie üblich begonnen, verlieren sich diese Erlebnisse zwischen Schlaf und Wachheit. Obwohl man im Schlaf nicht sündigt und keiner Fliege Leid antut,hat man manchmal erbärmliche Schmerzen und ein Unwohlsein wie ein gequältes Tier. Habe ich mich erst nervös an den Frühstückstisch hingesetzt und kaum einen Bissen hinunter geschluckt, geht der Zwang vor, in die Schule zu gehen.

Normalerweise würde ich viel öfters den Doktor holen und im Bett, am Tatort liegen bleiben. Das wäre viel heilsamer als die Schule.

Der Grund für das Unwohlsein kann viel besser rekonstruiert werden, nämlich die Unterdrückung durch die Autoritäten und Machthaber.

Kennt man die Ursache, dann kann man ihr ausweichen, gegen sie angehen und sie beseitigen. Dies dürfte unbestritten sein. Selbst wenn man der Unterdrückung nicht immer entgehen kann. Selbst, wenn ich sie klar vor Augen sehe und genau spüre, woher der Wind weht.

Ganz sicher ist: Je besser ich die Schwingungen, das Erleben, das Innere des Unterdrückers kenne, um so mehr kann ich gegen die anschwirrenden Pfeile der Unterdrückung tun.

Um jemand möglichst gut zu kennen, muß man lernen, ihn zu kennen.

Dies kann geschehen, indem man mit ihm spricht, ihn beobachtet, wie er mit den anderen redet.

Offenbar wird seine Persönlichkeit nicht zuletzt dadurch gefunden, was Menschen über Ihn mitteilen und wie sie sich ihm gegenüber verhalten. Wenn sie nahen Kontakt zu ihm haben.

Für Machthaber muß es deshalb wichtig sein, sich immer von der besten Seite den Untergebenen zu zeigen. Aber auch den anderen Menschen gegenüber sich nicht zu sehr ins Licht zu setzen. Denn einer von diesen könnte aus irgend welchen Umständen heraus die entdeckten Schwächen und Achillesfersen gegen ihn nutzen.

Schwächen und Achillesfersen, Wehwehchen sind es ja, die Menschen zu ihres gleichen und sympathisch machen. Ein Mensch, der keine Fehler hat, ist eine Maschine und ist nicht liebenswert.

Doch die Angst, eine große Oberfläche zu bieten, bleibt. Gott sei Dank! Denn Angst zu haben und sie zu zeigen ist ein Vorzug alles Lebendigen! Früher wurden Nebenbuhler direkt getötet oder die Zunge abgeschnitten, verbannt und in einen Kerker gekettet.

Heute werden Menschen über Zeitschriften, Zeitungen, Fernsehen und Rundfunk zerschlagen und bedeutungslos. Indem ihnen Schlimmes und Verwerfliches nachgesagt wird.

Sogar ein ganzes Land kann durch seine eigene Presse verunstaltet werden! Halbwahrheiten, die zu Lügen heranwachsen, werden häufig in der Öffentlichkeit, im ganzen Land und in vielen anderen Ländern übersetzt und herum geschmiert mit bloßem Verdacht!

Den Betreffenden, auch einem ganzen Volk, wurde etwas angehängt, was sie schon in normalen Situationen und Positionen schwer belastet!

In seiner Familie wird er gefragt, ob dies stimmt? Was ist wahr daran? Es muß doch etwas Wahres daran sein!

"Aber Elisabeth, was soll ich denn gemacht haben? Würdest Du mir so etwas zutrauen? "

Selbst wenn er es getan hätte. Daß er ab und zu mit einer Kollegin und mit einer Bekannten ein Stelldichein gehabt hätte und mit einem Freund von der Konkurrenzfirma auf einer Segeljacht geschippert ist?

Oder daß er hinter einem Ordner in seinem Büro für besondere Gelegenheiten eine Flasche guten Obstler abgestellt hat? Nicht nur zur Desinfizierung, wenn sich die Sekretärin beim Tippen auf der Schreibmaschine ihren Fingernagel abgerissen hat.

Da ging es kleinen Leuten schon ab und zu an den Hals von ihrem immer enger gewordenen Hemdkragen und ihrer Alltagkrawatte. Der Obstler bleibt hinter dem Ordner stehen, die Sekretärin kann sich weiterhin ihren abgerissenen Fingernagel desinfizieren. Nur Sven hatte gerade so viel Zeit. um sich zum letzten Mal den vertrauten, lieb gewonnenen Büroraum, seinen Schreibtisch und seinen Bürosessel an zu gucken, die sich an ihn gewöhnt hatten. Dabei kam er sich schon fremd, leer, verlassen und einsam vor. Er fühlte sich so, als ob er es getan hätte. Ja, er dachte, daß er noch Schlimmeres getan haben mußte, als das Bisschen, was man ihm vorgeworfen hatte.

Ein ehrlicher und gutmütiger Mensch wie Sven glaubt an Recht und Ordnung. Also fallen ihm in diesem Moment alle Sünden ein, die er jemals bei sich gemerkt hat. Da er ein gut funktionierendes Gewissen hat, fallen ihm viele Sünden ein. Und jetzt, wo er seine Arbeit verloren hat, die ihn ausgefüllt hat, ihm einen Sinn gegeben hat. Wo er mit anderen Leuten Hand in Hand, Gefühl in Gefühl, Kopf an Kopf zusammen gearbeitet hat. Er kennt seine Arbeit nicht mehr! Er kennt sich selbst nicht mehr! Er steht aufgewühlt, aufgelöst in seinem Büro. Alles dreht sich um ihn. Wie wenn er in einem neigenden und steigendem Karussell stehen oder liegen würde. Es ist ihm,als ob alles um ihn herum in ein schwarzes Loch verschwinden würde. So kann er sich den Tod vorstellen. Er wurde in einem kurzen Augenblick mitten aus dem Leben gerissen und in die Dunkelheit katapultiert. Er muß etwas Schlimmes getan haben. Sonst wäre er nicht so hart bestraft worden!

Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat. Er denkt sorgfältig nach. Natürlich habe ich Fehler begangen. Aber das haben doch meine Kollegen ebenfalls.

Mit der Sache gestern habe ich Anton trösten müssen. " Nimm es nicht so zu Herzen, Anton! ", habe ich ihm gesagt. "Wir haben den Fehler doch gefunden und haben ihn abgestellt. Schließlich ging es nicht um Tod oder Leben! " Denn der Tod hängt häufig nicht nur an einem Fehler. " Solche Fehler passieren jeden Tag vielen Leuten, Anton. "

" Gibt es überhaupt einen Trost für mich? Wahrscheinlich habe ich selbst an allem Schuld, sonst hätte es keine Katastrophe mit diesem Ausmaß gegeben! "

Er dreht sich um, als ob ihm sein Verstand, sein Gefühl heraus gerissen wurde. Ohne Freude, ohne Schmerz, ein Niemand, ein Roboter! Er bleibt wie ein aufgezogenes Spielzeugauto an der Türschwelle hängen und stolpert über sie. Fast wäre er gefallen.

Seine Kollegen nimmt er wahr, als seien sie Gespenster. Sie nähern sich ihm, als verrichteten sie in einer Raumkapsel irgend welche mechanischen Tätigkeiten und würden schwerelos um ihn herum und an ihm vorbei schweben. Er konzentriert sich auf jeden Einzelnen von ihnen. Er stammelt tonlos und wie aus einer Sprechblase. Als würden die Worte wieder durch seinen fast verschlossenen Mund zurück flutschen und endgültig im Hals stecken bleiben : "Auf Wiedersehen, macht es gut! "

Seinen Kollegen fehlen nur noch goldene Posaunen und weiße Flügel, um ihm als Engel beim jüngsten Gericht zu erscheinen. Und sie scheinen ihm die Botschaft zu überbringen : " Dreh Dich nicht um, schau nicht zurück und mache es gut! "

Und so verlässt er seine Arbeit, die ihm mehr als seine erste und zweite Heimat zusammen war.

Er will nun in seine Stammkneipe hinein sehen. Vielleicht ist ein Bekannter da. Aber er weiß, daß diese um solche Zeit auf Arbeit sind. Er hat ein hundsmiserables Gefühl. Wenigstens empfindet er Schmerz, Trauer und Ekel zusammen, was ein Toter nicht unbedingt kann. Er identifiziert sich noch als Sterblicher. Ein Mensch, denkt er, wie ein nasser, geprügelter, verstoßener Hund, der sich eine neue Hütte suchen muß! Er besinnt sich und geht in eine andere Kneipe. Er wankt in den Raum. Er bestellt sich ein Bier und einen Obstler als Erinnerung an die Flasche hinter dem Ordner in seinem Büro. Er lauscht auf sein schlechtes Gewissen. Sven läßt seine Fehler, seine Sünden durch sich hindurch ziehen. Sie fliegen in Schwärmen wie Seeschwalben mit aufgeregten Schreien und schnellem kräftigen Flügelschlägen über ihn hinweg. Trotz dieser machtvollen Demonstration seiner Fehlerhaftigkeit, merkt er : " Mein Gott, warum haben sie mich mit diesen Dingen immer wieder angeschwärzt, auf mir herumgehackt? "

Meine Kollegen machten nur Andeutungen, als wüßten sie zwar von Gerüchten um mich. Doch über den Inhalt konnten und wollten sie nichts sagen.

So ein Quatsch! Mit welcher Sache ist man mir am meisten auf den Wecker gefallen? Welche Vorwürfe hat man mir privat angelastet? Es hätten sich Leute über mich beschwert, sagte der Direktor.

Ich fragte : " Wer hat sich über mich beschwert? " Der Direktor sagte : " Ich sollte mich nicht mit Leuten aus der Gosse abgeben. Ich wäre viel zu gut dafür. "

Ich müßte ungefähr wissen, um welche Leute es sich dabei gehandelt hat. Nur waren diese Leute nicht von der Gosse! Ich kenne übrigens keine Menschen von der Gosse!

Wenn 13 Jahre, 16 Jahre alte Jugendliche und 30 Jahre zählende Erwachsene Rauschgift dealen und konsumieren, sind das die Kandidaten von der Gosse?

Oder junge Menschen, die aus dem Jugendgefängnis entlassen wurden? Sind das die Leute, die der Direktor eines Jugenddorfes gemeint hat?

Kann ein Direktor eines Jugenddorfes, in das solche Jugendliche von ihren Jugendämtern am Heimatort geschickt werden, empfehlen, mit den Jugendlichen sich nicht abzugeben? Sie kommen in diese Einrichtung, um von der Straße und vom Nichtstun los zu kommen, weil sie als fähig beurteilt wurden, eine Ausbildung für einen Beruf abzuschließen.

Darf ein Direktor einer derartigen Einrichtung diese Jugendlichen als Abschaum der Menschheit deklarieren? Der Direktor meinte dabei nicht Leute, die in meinerWohngruppe gelebt haben, sondern in dem Ort als Bürger gewohnt haben.

Ein Direktor eines Jugenddorfes darf dieses nicht nur frei zum Ausdruck bringen, sondern scheint dieses Kraft seines Amtes sagen zu müssen. Aber warum?

Naiv und dumm ist er mit Sicherheit nicht. Eher hat er viel Erfahrung, Direktor zu sein und auch zu bleiben. Kollegen, die länger in diesem Jugenddorf arbeiteten, haben öfter herum gedeutelt, ob es denn gut oder schlecht wäre, daß für das Gestüt, für die Pferde, für den Bau einer neuen Reithalle zu viel Geld ausgegeben würde. Die Führung der Einrichtung und damit der Direktor hat die Ausgaben veranlasst.

Sven hatte es nie als seine Sache angesehen, seine Meinung darüber zu äußern, weil er keine Kompetenz und Beziehung dazu hatte. Das Thema wurde immer nur geschürt, um ihn auszuhorchen. Für ihn war der Direktor ein erfahrener, gutmütiger Mann in den 50-er Jahren, der ihn auch damals eingestellt hat.

Was hätte Sven dazu sagen sollen? Hätte er irgendwelchen Kollegen Etwas auswischen und sich anschmeicheln wollen. Er hätte gute Argumente auf den Tisch legen, noch besser, dem Direktor ins Ohr säuseln können. Man lernt durch Hören, mehr durch Sehen, am Besten durch Fühlen.

Das Merkwürdige an dieser Einrichtung war, daß ein akuter Mangel an Personen bestand. Dazu kam, daß 3 / 5 der Sozialarbeiter Auszubildende im ersten, zweiten und dritten Lehrjahr waren. Gibt es denn zu wenig Pädagogen und Sozialarbeiter? Oder wollen diese in solchen Einrichtungen nicht arbeiten?

Es waren eher zu wenig ausgebildete Leute dort, weil jene mehr Geld gekostet hätten. Aber eine Reithalle konnte gebaut werden. Diese Betrachtung wäre jedoch zu einfach.

Sven hatte es an Einsatz nicht fehlen lassen. Er hat gearbeitet wie ein Pferd. Er hat gemerkt, wenn er den Jugendlichen, auch den " Schlimmsten " etwas gibt, daß es meistens nicht sofort aber dann zurück kommt, nachdem Sven Vertrauen investiert und bei den Jugendlichen gewonnen hatte. Das hat nicht lange auf sich warten lassen. Dabei hat Geld nie eine Rolle gespielt. Natürlich hat die Ausbildung von Jugendlichen und ihre Betreuung mit Geld zu tun. Nur sie lassen es gar nicht zu, daß man sie materiell oder finanziell besticht. Was alle ohne Ausnahme wollen, ist auf die Betreuer sich verlassen zu können. Einmal Schlitzohrigkeiten durchgehen lassen, die einen anderen nicht geschädigt haben. Vertrauen äußert sich darin, daß der Jugendliche einem Betreuer etwas mitteilt, was nicht einmal sein Freund und Zimmerkamerad wissen darf. Es gab eine Freundschaft mit einem Mädchen, das dessen Freund noch liebte. Sie liebte ihn nicht mehr und verließ ihn mit seinem Freund. Natürlich hat Sven dieses Geheimnis bewahrt, bis der Jugendliche Sven erzählt hat, daß er es weiß. Dieser war aber auf Sven nicht sauer, denn er sah ein, daß Sven dessen Freund versprechen mußte, es für sich zu behalten. Außerdem wußte Sven, daß dieser es über andere Jugendliche erfahren würde. Sven hat oft erlebt, daß das Vertrauen zwischen Jugendlichen und Betreuern nicht einmal mit einer Zigarette oder einem Glas Bier zustande kommt. Leichtfertige Geschenke, um die der Jugendliche gar nicht bittet, können eher den Prozeß zum Vertrauen behindern, der für beide Seiten sinnvoll ist. Eher bieten Jugendliche, die generell ein knappes Taschengeld erhalten, dem Betreuer kleine Geschenke an, wie Zigaretten, Kaffee, Musik oder in der Freizeit ein Glas Bier. Sven hat solche Bestechungsversuche manchmal angenommen. Zusammenarbeit, Gespräche über Probleme, zusammen leben, überhaupt miteinander das Leben zu bewältigen. Gemeinsam über begangene Dummheiten, Fehler und Heldentaten reden. Gemeinsam die anfallenden Vorhaben, Aufgaben erarbeiten, Ziele anstreben und zusammen halten, bis diese erreicht sind, ist der Schmied für das höchste Gut.

Vertrauen, Liebe und Achtung, sich gegenseitig ernst nehmen, die Würde, eine Persönlichkeit als einmalig und im Prinzip nicht veränderbar anzunehmen, muß gelebt werden. Das bedeutet nicht, daß nicht getadelt, nicht gelobt, nicht geschrieen werden soll.Wut, Ohnmacht, Überlegenheit, Befehl und Gehorsam angesagt ist.

Das ganze Leben wird eingebracht. Genau so wie eine Mutter, ein Vater, ein Papst, ein Bundeskanzler sich zumindest von seinen Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen anschwindeln lassen muß, sich ihnen unterwerfen muß und ihnen Recht geben muß. Erzieher, Betreuer und Betreuerinnen vergeben sich nichts, wenn sie den Jugendlichen Überlegenheit, Gehorsam und das Spiel um Macht erlauben. Im Gegenteil!

Warum sollen Jugendliche dümmer, fehlerhafter, unreifer, unrealistischer sein als Erwachsene? Das ist nicht die Wahrheit! Erwachsene sind ohne Geld nahezu hilflos. Jugendliche haben nicht viel Geld zur Verfügung. Dafür verstehen sie es, günstig ein Fahrrad, ein Moped, ein Auto, einen Computer zu erhalten, mit Erfindungsreichtum und mit Tauschgeschäften.

Die Betreuer in den Kinder -und Jugenddörfern haben die Aufgabe die geographisch, physisch und psychisch von ihren Kindern und Jugendlichen weit entfernten Eltern zu ersetzen.

Deshalb gelten die oben erwähnten Prinzipien. Sobald diese zum fest verankerten Stahlnetz werden, sind sie tot! Ebenso wenig kann es in einer Familie ein fest gefügtes Regelsystem geben. Es zerstört die Harmonie, das gegenseitige Mitgefühl, Verstehen und Akzeptieren, das Leben jedes Einzelnen. Leben, Liebe und Vertrauen hat nichts mit sich im Kreis drehen zu tun, sondern mit Entwicklung, Entfaltung, auf eigenen Füßen stehen, eigene Fähigkeiten heraus zu bilden, für die jeder eine eigene Begabung und Begeisterung besitzt.

Jedem gleich zu begegnen, würde voraussetzen, daß jeder Mensch eine Kopie des Urmenschen, von Adam und Eva ist. Wie jeder Betreuer, jede Mutter, jeder Vater, jeder Onkel sich von anderen unterscheidet, so ist jede Beziehung zwischen zwei Menschen einmalig. Man kann nicht zu zehn Menschen gleichzeitig in eine besondere Beziehung treten, höchstens in eine allgemeine.

Mit Jugendlichen in eine Beziehung einzugehen, heißt nicht, sie zu erziehen. Es heißt, sich in ihre Phantasien, in ihre Brennpunkte des Lebens hinein versetzen! Besonders dann, wenn sie versuchen, diese einem nahe zu bringen. Wenn sie sich öffnen. Da sie selbst nicht wissen und sicher sind, ob sie die Konflikte zwischen Mutter und Vater richtig sehen, die sich scheiden läßt und mit einem anderen Mann zusammen lebt.

Natürlich ist der Jugendliche gekränkt, wütend, enttäuscht und geladen von Haß. Er liebt den Vater und die Mutter. Äußerlich betrachtet vollzieht die Mutter die Scheidung. Indem sie mit einem anderen Mann zusammenleben will. Damit reißt sie aus der Sicht des Jungen die Familie auseinander. Die Trennung ist für beide Menschen, Mann und Frau und besonders für die Kinder gravierend.

Niemand kann wissen, ob die unbedingte Aufrechterhaltung einer Ehe die bessere Wahl ist. Trennung führt zu unfairen Kämpfen, zu Streit,zu Kriegen, zu Hunger, Elend, Eifersucht und zu Armut. Teilt man eine Birne auf, ist das Ergebnis anders als bei einem Apfel.

Das Schlimme ist auf dieser Welt, daß kein Ding dem anderen gleich ist! Gott hat es so gewollt und es ist gut! Was wäre die

Welt, wenn ein Grashalm gleich dem anderen ist? Eine Blume eben so farbig wie die andere und mit der gleichen Form? Alle Blätter würden sich gleichmäßig im Wind wiegen?

Was wäre die Welt, wenn alle Fische im Wasser gleich groß sind, gleich schimmerten, gleiche Blasen im Wasser hervorrufen würden? Wenn jede Woge gleich den anderen ist? Gott hat jedem Lebewesen, jedem Menschen, jedem Tier, jeder Pflanze, jedem Stoff etwas Besonderes eingehaucht.

Warum versucht der Mensch, Alles gleich zu schalten? Noah hatte das Ideal, von allen Landlebewesen ein Paar auf seiner Arche über das Meer und durch die Stürme zu retten. Es gibt heute die sehr nützliche Organisation zur Rettung der Artenvielfalt. Den Fluch Gleichheit, Einheit, Monopolisierung und Monokultur anzustreben und zu erkämpfen, hat der Welt, der Erde und ihren Bewohnern immer Tyrannei, Blutvergießen, Angst, Schrecken, Verwüstung, Seuchen, Zerstörung, Brände, Hunger, Dürre, Elend und Tod beschert.

Scheinbar ist ein Vorteil, Herr über ein möglichst großes Land zu sein. Möglichst viel Eigentum zu haben, viele Menschen sich untertan zu machen.

Nichts sträubt sich dagegen, wenn jeder Untertan den gleichen Willen zur gleichen Zeit hat. Dann könnte es einen Führer und Millionen von Robotern geben.

Weder gibt es eine gleiche Umwelt noch ein gleicher Mensch. Man müßte die Herrschaft, Macht, Gewalt in gleiche Stücke aufteilen, die es gar nicht gibt! Es wird immer wieder Machtkämpfe um das bessere Stück Land geben. Mittlerweile gibt es sehr feine Meßmethoden!

Der König mag gegen den Unruhestifter mit einem Heer vorgehen. Nur, was ist, wenn der vom König eingesetzte Feldherr gegen ihn siegt? Denn schließlich ist der Feldherr jeden Tag mit seiner Truppe zusammen, teilt sein Leben mit den Soldaten des Königs. Der König ist weit weg. Welcher König hat schon ein riesiges Heer als Leibgarde, wie das Heer des Feldherrn? Mit dem er jeden Tag auf die Jagd geht, um Tiere zu fangen? Die Provinz nach Bodenschätzen, nach Flüssen, Bergen, Seen und Wäldern erkundet?

Er läßt Felder bewirtschaften, Sklaven und Sklavinnen anschaffen, die billig und nur für ihr täglich Brot Arbeit verrichten. Kurz, dieser Feldherr teilt sein tägliches Leben mit einem übersichtlichen und deshalb schlagkräftigen Heer. Dieses Heer ist stark, wenn der Feldherr tugendhaft ist. Wenn er Maß und Ziel kennt. Wenn er weder sich selbst noch seine Soldaten überfordert. Wenn er es nicht zuläßt, daß übertrieben geplündert, daß Viele versklavt, gedemütigt und getötet werden.

Die Aufgabe eines Feldherrn ist von Anfang an nicht friedlich, sondern kriegerisch. Eine Fremdherrschaft hat begonnen! Diese Aufgabe wird sich nie in eine friedliche umwandeln.

Je mehr die Besiegten, die Unterdrückten einer Besetzung an ihrem freien Willen gehindert werden. Je mehr die Menschen unterdrückt werden. Um so blutiger die fremde Herrschaft wütet, je kürzer ist sie!

Ein König hat aber von Anfang an die unlösbare Situation, daß er seine Untertanen insgesamt nie in der Gewalt und Kontrolle hat, wie einer seiner guten Feldherren.

Er kann nur sehen, hören und empfinden, was geschieht. Kein einziger Soldat oder Bürger hat Vertrauen zu ihm. Weil die Nähe, die Beziehung bei der Menschen fehlt.

Deshalb ist die kleinere Einheit auf Dauer überschaubarer, besser und erfolgreicher. Reibereien, Kämpfe, Intrigen, falsche Wege können besser durchschaut werden. Fehler, Infektionen, Krankheiten, Viren, Schädlinge, Giftherde, Brände, Angriffe von Außen, Überfälle können schneller entdeckt und beseitigt werden.Schöne, befriedigende, wundervolle, beglückende Ereignisse werden wahr, frisch und zügig erfahren und erlebt. Dies gilt für die politische, wirtschaftliche, kulturelle und militärische Situation in der ehemaligen Sowjetunion und im ehemaligen Jugoslawien.

Oberflächlich betrachtet haben diese Länder ihre Einheit auf gegeben und betreiben eine zerstörerische Trennung und Teilung. Denn viele Menschen sagen mit Recht: " Einheit macht stark! " Die Menschen jedoch, die viele Jahrzehnte lang, manche ein ganzes Leben, unter den sozialistischen Einheitsstaaten gelebt und gearbeitet haben, erfuhren in allen gesellschaftlichen Bereichen und auf allen Ebenen autoritäre Gleichschaltung von Oben nach Unten.

Riesige, undurchschaubare administrative Apparate sind entstanden. Verschiedenheiten, die das Prinzip des Lebens sind, das Salz der Erde, wurden nicht berücksichtigt.

Da nichts durchschaubar für den Einzelnen ist, entstanden zwei Klassen in der Gesellschaft, die Befehlenden und die Gehorchenden.

Militärisch ist ein solches System unberechenbar. Dreht der Machtapparat durch, der vergleichbar wenige Köpfe zählt, kann bei der heutigen zivilen und militärischen Technologie die Erde und ein großer Teil der Lebewesen zerstört und ausgerottet werden.

Den Sowjetmenschen gibt es nicht.Es gibt mehrere hundert Sprachen auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion. Viele verschiedene Nationen, Traditionen, Kulturen und Staaten, die unter das Joch der Sowjetunion geführt wurden.

In wirtschaftlich-militärischen Teilgebieten gehörte dieser Staat technologisch zu den am weitesten entwickelten auf der Erde. Gemeint ist die Weltraum- und Militärtechnologie. Warum? Weil diese Organisation von den anderen Wirtschaftszweigen abgekapselt und damit überschaubar wurde. Dies geschah auch mit der Rüstungsindustrie. Bei Maschinen des alltäglichen Bedarfs, die weit weniger kompliziert zu entwickeln und herzustellen sind, können vorsintflutliche Modelle bestaunt werden. Das trifft zu für Traktoren, Autos, Mähdrescher, Lastkraftwagen und andere zivil genutzte Technik. Aber nicht nur die Qualität, sondern auch die Quantität hat darunter gelitten. Betroffen ist ebenfalls die Landwirtschaft mit Getreide, Fleisch, Lebensmittel, Gemüse und Obst. Das liegt zum Einen an den großen Anbauflächen. Außerdem werden für verschiedene Böden und klimatische Verhältnisse andere Samen, Pflanzen und Tiere benötigt. Wer denkt, daß eine russische Kuh das gleiche Gras wie eine mongolische frißt, irrt sich gewaltig!

Der " Sowjetmensch " wird der Verzweiflung oftmals nahe gewesen sein! Warum sollen zu große Anbauflächen nachteilig sein? Sie sind doch viel rationeller. Alles habe ich auf einem Platz. Ich kann an einem Stück mit einer großen Sämaschine sähen. Ich kann an einem Stück mit einer großen Mähmaschine mähen. Ich kann an einem Stück mit einer großen Vollerntemaschine ernten. Ich brauche nicht nach hundert Meter wenden. Man nehme einen starken Traktor mit vielen Pferdestärken und ziehe auf einmal zwei schwer lastige Anhänger hinter sich her. Was ist dabei ein Nachteil?

Da alles auf dieser Erde seinen natürlichen Feind erleiden muß, so hat auch der Weizen, der Hafer, die Gerste mindestens einen natürlichen Feind außer dem Menschen.

Wo viele Körner wachsen, halten sich viele Fresser auf. Diese können sich auf riesigen Flächen sehr viel zahlreicher ernähren und vermehren, als wenn mit anderen Früchten angebaute Felder dazwischen liegen und andere Insekten und Tiere dort leben. Diese sind Futterneider und Feinde.

Pilze, Flechten, Disteln, Dornen, Kräuter und Unkräuter und unendlich viel Getier wandert dort hin, wo das Leben am behaglichsten und genüßlich ist.

Alle Pflanzen, Blumen und Tiere, die dem Bauer und dem Menschen die Ernte streitig machen, sind Schädlinge. Sonst sind diese Pflanzen und Tiere sehr niedlich und nett. Solche Lieblinge des Bauern sind Wildtauben, Krähen, Maulwürfe, Wühlmäuse, Engerlinge, Maikäfer, Heuschrecken, Schnecken, Würmer, Raupen, Insekten, Pilze, Flechten, Disteln, Löwenzahn und andere Unkräuter, die gejätet werden müssen. Giftige Mittel gegen Schädlinge gibt es genug. Die Verwendung ist teuer und für die Früchte und den Boden schädlich. Was für die Getreidepilze Gift ist, ist für das Getreide nicht gut. Die Spreu kann nicht immer vom Weizen getrennt werden.

Eine Konzentration von Schädlingen, die mit Stumpf und Stiel alles kurz und klein gefressen haben, bevor sie vernichtet und dezimiert wurden, wird Plage und Pest genannt.

Solche Seuchen und Naturkatastrophen gibt es überall auf der Welt. In Nordamerika, in der Sowjetunion und in anderen Ländern, wo durch Monokultur das Gleichgewicht der Natur und Bebauung verloren geht.

Monokulturen werden errichtet, um die Natur durch Bewirtschaftung großer, riesiger Flächen mit ein und derselben Kultur möglichst intensiv und effektiv untertan zu machen.

Heuschreckenplagen vernichteten in Nordamerika und China riesige Anbauflächen mit Getreide, indem die Körner in den Weizenähren gefressen wurden. Dabei haben sich die Heuschrecken Millionen fach vermehrt. Die Farmer zündeten die Getreidefelder an, um die Heuschrecken zu verbrennen.

Unendlich viele Kulturkatastrophen gibt es auf technologischen Gebiet, die durch extreme Ereignisse der Natur und durch technisches und menschliches Versagen herbei geführt werden.

Riesige Tankschiffe, die sogenannten Supertanker kreuzen die Meere und die Küsten. Jedes Stück Natur, jedes Stück Kultur, jedes Stück Technologie ist eingebunden in das Universum. Sonne und Mond erzeugen Ebbe und Flut. Winde können zu Tornados und Hurrikane zu Wirbelstürmen werden, die machtvoll wie rotierende, sich auftürmende Felssäulen alles auf ihrer Bahn stehende vor sich her schieben und durchschneiden.

Wie eine Kreissäge durch eine Eiche bohrt sich ein Tornado durch Häuser hindurch, zertrennt sie und stößt die Teile in alle Richtungen. Tornados hinterlassen zerbrochenes Holz, verbogenes Eisen, Bauschutt, Trümmer und Tod.

Auf dem Meer gibt es viele Stürme. Blitze schlagen gerade dort ein, wo auf engstem Raum viel Elektronik zusammen geballt ist. Solche Konzentrationen finden sich in Supertankern, in Flugzeugen,in Leitstellen der Flugüberwachung und in Atomkraftwerken. Haben die Blitze dort getroffen, kommt es natürlich zu Notsituationen. Oft genug gibt es Störfälle in Atomkraftwerken. Flugzeuge stürzen ab. Supertanker mit hundert Tausenden Tonnen Öl stossen zusammen und zerschellen bei Stürmen an Felsen von Inseln. Sie laufen auf Sandbänke und Riffe an Küsten auf. Die Supertanker brechen auseinander und die ganze Schiffsladung mit Öl ergießt sich ins Meer. Ein riesiger Teppich aus Öl breitet sich auf dem Wasser aus., der alles Leben darunter erstickt. Die Pflanzen können ohne Licht und die Fische mit verstopften Kiemen ohne Sauerstoff nicht leben.

Der Boden und das Grundwasser in Küstennähe wird vom Öl verpestet. Die Strände werden verschmutzt und viele Menschen und Tiere erkranken und werden gefährdet, wenn sie die Früchte des Meeres essen.

Da die Großraumflugzeuge und Supertanker überall auf der Welt den Himmel und die Meere durchziehen, passieren solche Unfälle mit ihren Abscheu erregenden Konsequenzen überall,wo es Wind, Wasser, Land und Elektrizität gibt.

Besonders dort, wo der Verkehr besonders konzentriert ist. Wo die Häfen der Luftfahrt und Schiffahrt liegen, leben meistens sehr viele Menschen. So werden Natur- und Kulturgiganten zu Boten von Superkatastrophen.Wir Menschen haben es längst nicht mehr mit einfachen Abläufen auf unserer Welt, sondern mit Kettenreaktionen zu tun.

Monokultur, Monotechnologie und Konzentrationen von wirtschaftlicher, technologischer und politischer Macht erfanden Batterien für Geflügelmast, Schweinemast, Rindermast und zum Eierlegen.

Diese beinhalten eine unvorstellbare Tierquälerei. Sie sind nicht nur für die Tiere ungesund. Sondern auch für die Menschen, die sich in diesen Ställen aufhalten müssen. Die Tiere müssen gefüttert und sauber gehalten werden. Die Menschen ernähren sich vom Fleisch und von den Eiern. Mittlerweile hat sich herausgestellt, daß die Eier in den Eierstöcken der Hühner durch Salmonellen verpestet sind. Solche Errungenschaften der Technik kannte man bereits vor der glorreichen Zeit neuer Erkenntnis der Ernährungswissenschaft.

Ebenso unsinnig wie gefährlich und bedrohlich für das Leben sind andere gigantische Projekte wie die Wasserversorgung aus dem Bodensee für Millionen von Menschen. Die intensiv geführte Diskussion hätte dazu führen sollen, die Lachplatte zu Gunsten der Politiker und Macher abzulehnen. Sie wurde nicht abgelehnt, weil es immer weniger aber sich durchsetzende Argumente gab. Das Argument lautet Konzentration von Macht und Gewalt!

Der Stoff, aus dem sich monolithische Strukturen um das Leben winden, um es zu erwürgen und zu ersticken!

Die größte Seuchengefahr mit dem schrecklichsten Zerstörungspotential sind heute Atomwaffen und Atomkraftwerke! Sie sind bedeutende Zeugen für die Verfehlung und Dummheit der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Politik.

In diesem Zusammenhang darf das wundervolle Land Jugoslawien nicht vergessen werden. Die Konzentration von alter, schimmeliger, stinkender Macht und Gewalt, welche die Inhaber als ihr Eigentum ansehen, wird dort auf die Spitze getrieben! Der Präsident und seine Clique wollen die Macht, die Gewalt und das Geld nicht teilen.

Sie hetzen Millionen von Menschen aufeinander. Mütter, Väter, Kinder, Frauen und Männer werden geschändet, gefoltert, verstümmelt und ermordet. Frauen werden vergewaltigt, Familien werden auseinander gerissen, Menschen von ihrem Eigentum vertrieben und müssen fliehen! Sie werden in Konzentrationslagern gefangen gehalten!

Fortschrittliche Kräfte wollen bewußt und unbewußt dasselbe, wie in der Sowjetunion und in anderen sozialistischen Diktaturen. Die Rufe und Schreie der Menschen und Nationen von Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Slowenien nach Unabhängigkeit und nationaler Selbständigkeit haben in meinen Ohren geklungen! Wie eine alte kratzige Musik auf einem verstaubten Grammophon! Zu diesem Zeitpunkt versuchten viele Länder mit Nachdruck, mit Gesprächen, mit gegenseitigem Vertrauen, mit Zusammenarbeit und mit Hilfe die verschiedenen Nationen Europas politisch, wirtschaftlich und kulturell zusammen zu schließen oder zu vereinen? An schönen und geliebten Wunschbildern, Träumen, Realitäten,glänzenden pomadigen Reden mit feuchten Lippen und funkelnden Augen mangelte es nicht! In festlich geschmückten Hallen wurden köstliche Speisen mit Wein und Champagner aus den Landen Europas gereicht. Es hat keine Grenzen in Bekenntnissen, Schwüren und im Edelmut gegeben. Welch ein Triumpf!

Dieser Kontrast zwischen Einheit, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, Vereinigung und Versöhnung des westlichen Europa und der Barbarei in Osteuropa! Die meisten von uns haben den Krieg in Jugoslawien insgeheim mit Hohn, Spott, Gelächter und Verachtung gegenüber den Menschen quittiert.

Denn für die meisten Vorgänge draußen vor der Tür hat man kein offenes Herz, kein Verständnis, kein Mitleid. Sondern Geld oder kein Geld parat. Denn schließlich sind alle Widrigkeiten dieser Welt mit Geld, Macht und Gewalt zu lösen. Geld regiert die Welt! Geld, Macht und Gewalt spielt in Jugoslawien eine große Rolle, aber nicht nur diese. Eine ausschließende und verdrängende Suggestion sind Geld, Macht und Gewalt für die Zentralregierung in Serbien. Die Eigentümer dieser Trinität schlemmen wie die Maden im Speck! Die Gewöhnung daran hat sie immer gieriger, gefräßiger, süchtig und blind gemacht.

Wer immer mehr Geld, Macht und Gewalt zusammenrafft, wird selbstherrlich, ohne Gewissen, hartherzig, narzisstisch, bestialisch, mörderisch und wahnsinnig. Diese sind blindwütig wie eine angegriffene und verrückte Bestie. Sie kennen kein Erbarmen, kein Mitleid, keine menschliche Regung und keine Gottesfurcht! Sie befehlen nackte, grausame und stählerne Gewalt. Diese macht nicht Halt vor mit Verwundeten voll gestopften Krankenhäusern, vor der Zivilbevölkerung in ihren Häusern. Im Gegenteil schießt sie auf zivile Busse, voll mit Kindern, ihren Betreuern und Eltern. Sie fliehen vor dem Tod durch Panzer, Maschinengewehre, Bomben und vor Hunger und Krankheit.

Sie bringen sich vor bewußtem Terror in Notunterkünften und außer Landes in Sicherheit. Die Zentralregierung zielt darauf ab, die Bewohner außerhalb von Serbien in ihren Teilrepubliken zu ängstigen, zu dezimieren, um die Länder mit ihrem Boden, ihrem Eigentum und ihrem Vermögen wieder an sich zu reißen und die wertvolle Beute unter sich zu teilen.

Kroatien, Slowenien und Bosnien-Herzegowina haben in der Geschichte des sozialistischen Jugoslawien, in der Geschichte des Zentralistischen Staates und ihres Einheitsstaates gelernt, daß Korruption, Übervorteilung von Familienklanen, Mißwirtschaft, Unterdrückung, Verzweiflung, Armut, Not und Ohnmacht das Gegenteil in sich bergen. Diese paaren sich mit Machtfülle, Gewalt, Reichtum, Sattheit. Faulheit und Verfall der Sitten.

Deshalb, nur deshalb wollen die Menschen sich selbst verwalten.

Sie wollen, daß ihre eigene Fahne im Wind flattert und beim Abspielen ihrer Hymne wollen sie stolz nach Oben blicken, wenn ihre Werke von ihnen selbst verrichtet sind!

Die Menschen, welche in der Tyrannei leben müssen, werden gezwungen, so lange diese besteht, in unsinniger Weise zu arbeiten. Sie bauen Häuser und reißen sie wieder ab. Sie stehen während der Arbeit da und warten Tage und Wochen, daß benötigtes Material geliefert wird.

Sie können während der Arbeitszeit nicht arbeiten. Sie verbringen den Arbeitstag mit Kartenspiel, Trinken, Palaver und Streit um nichts. Die Leute verlieren den Sinn des Lebens. Sie verrohen! Sie kommen nach Hause und haben nichts verdient. Sie haben nur Geld ausgegeben. Die Leute waren auf der Arbeitsstelle und doch folgten einem Schritt nach vorn zwei Schritte rückwärts.

Dieses Spiel wird Tag für Tag, Jahr für Jahr getrieben. Jahr für Jahr stiehlt man dem lieben Gott seine Zeit! Die Mächtigen, die Regierenden und ihre Vasallen, die Funktionäre sorgen schon dafür, daß sie nicht zu wenig von der Torte erhalten. Sie schneiden stets das beste Stück von der Torte, dem Fleisch und von der Wurst. Sie sorgen dafür, daß ihr Ansehen wächst und gedeiht. Was wäre Macht, ohne ebenso machtvoll und machtvoller repräsentiert zu sein?

Ein stattliches Anwesen, eine Villa mit großem Park und einem swimming-pool darin! Vier groß gewachsene Doggen, die auf den Pfiff des Staatssekretärs hin zähnefletschend und gespannt auf einen Angriff, eine Bedrohung von außen, dastehen. Sie mustern jeden Ton und jedes Geräusch in ihrem Revier und nehmen die Witterung auf.