Spätvorstellung - Reinhold Zobel - E-Book

Spätvorstellung E-Book

Reinhold Zobel

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Beschreibung

Zwei alte Freunde, die einander über viele Jahre nicht gesehen haben, begegnen sich zufällig auf der Straße wieder. Und sie beschließen spontan, die Gelegenheit zu ergreifen, in ein Café zu gehen, um miteinander zu reden. Es wird ein ausuferndes Gespräch. Zeitlicher Rahmen: 2019.

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Seitenzahl: 236

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Reinhold Zobel

Spätvorstellung

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 12a

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Impressum neobooks

Kapitel 1

Es gibt keine bessere Zeit als die Stunde nach Sonnenaufgang. Es gibt keinen besseren Ort als den eigenen Ereignishorizont, sofern man, was selten der Fall ist, Herr der Lage bleibt.

Der vorliegende Tag, ein Dienstag, endete, wie es gelegentlich geschieht, anders als erwartet. Und pfiff dazu ein junges altes Lied. Unterlegt mit einem sanften Knistern, wie man es von Grammophonscheiben kennt. Gut möglich, dass es sich dabei um etwas aus der Abteilung ‘Einbildung’ handelte. Eine eingebildete Show, gemalt mit Tönen, gesungen&gepfiffen, als Beilage und/oder im Schattenriss.

Bin ich Teil oder Schöpfer dieser…Beilage? Lux schiebt den Gedanken beiseite. Was faktisch misslingt. Es ist, all habe er ein paar Überlegungen daran gehindert, ihre Notdurft zu verrichten. Sie drücken ihn. Drücken auf die Blase, die sein Gehirn ist. Geist, denkt er, wäre hier vielleicht ein zu starkes Wort.

"Lux Hardi?!”

Der Angesprochene dreht sich um, wie man esfür gewöhnlich tut, wenn hinter einem etwas ist, dass einen betrifft oder betreffen könnte. Luxsieht einen Mann. Der Mannistgeschmackvoll gekleidet und fortgeschrittenen Datums wie er selbst. Er rudert wild mit den Armen, während seine Gesichtsmuskeln ein mandarintiefes Lächeln auffächern. Seine Stimme rollt über den Platz. Ein starker angenehm temperierter halbdunkler leicht vibrierender Bass.

Lux kenntden Mann. Irgendwoher. Er bleibt stehen.Winkt zurück. Zögernd zunächst. Er macht einen Schritt zur Seite. Er stößt gegen etwas. Es ist nicht die Spanische Treppe, auch nicht der Taj Mahal. Es ist eine Parkuhr. Und ein, wie es ihm vorkommen will, wimmerndes metallisches Geräusch dringt an sein Ohr. Haben, denkt er, Maschinen womöglich eine Seele?

Kaum Unruhe, kaum Unrast oder Ungeduld ringsumher.Gedämpftes Puppenspiel. Das war gestern. Bis auf weiteres leuchtet, alsspäte Herbstatrappe, der November. Das ist das Heute. Und wer, denkt Lux, mit Schalkeinlage,unbotmäßig Einlass begehrt in Honolulu, Ho, im Himmel, Hades oder auch in Hilversum, der sollte wissen, worauf er sich einlässt…Was aber könnte das Morgen oder Überübermorgen bringen?

“Tony Thadeus?”

“GütigerHimmel! Wielange mag es her sein, dass wir einander das letzte Mal…”

“…begegnet sind… fünfzig Jahre?”

“Zweiundachtzig?Hundertsechsundzwanzig?”

“Woher kommst du?”

“Aus dem Untergrund, genauer: aus der Metro. Und du?”

“Von einem Banktermin.”

“Also, mein Lieber, wohin lenken wir unsere Schritte?”

“Du meinst..?”

“Natürlich. Das verdient, denke ich, besondere Maßnahmen? Bist du bereit?”

“Für dich. Für uns… keine Frage.”

Pluto, ein klitzekeines klassisches Café am Rande der Milchstrasse. Pulsare. Kometen. Später Nachmittag. Cirruswolken.

“Verstehe.”

“Du verstehst was?”

“Fluch und Segen des Alters sind: Man wird nicht mehr, man ist.”

“Habe ich das gesagt?”

“Du sagtest, Tony, so ich mich recht erinnere - die Dinge müssen in Bewegung sein.”

“Dinge? Welche Dinge?”

“Dinge jeglicher Art.”

“Das habe ich gesagt?”

“Hast du - alles hat ja aber bekanntlich auch seine Zeit.”

“Gewiss. Flugsand beispielsweise, Lebertran, Kaiserreiche, Bügelfalten, Bürgschaften…”

“Und manchmal, nicht wahr, verhält es sich gar so: Man betrachtet seine Füße, Zehen, Finger, Hände, man betrachtet seine gesamte Physis, und fühlt sich, als sei man Fremder im eigenen Haus.”

“Jetzt spielst du wieder auf unser Alter an?”

“In Teilen…Willst du sehen, was ich heute bei mir im Briefkasten fand?”

“Du bekommst noch Post?”

“Gelegentlich. Es ist eine Ansichtskarte… Hier lies einmal.”

Tony setzt die Lesebrille auf und liest wunschgemäß. Und mit Stirnrunzeln:

“…Schon eine geringfügige Verschiebung der Kinnlade bewirkt einen komplett anderen Ausdruck.”

“Das wissen die wenigsten, nicht wahr?”

“Mag wohl sein. Aber die wenigsten wissen auch, dass - wie unser früherer Biologielehrer gern sagte - im 19. Jahrhundert ein reger Handel mit Blutegeln im Schwange war…Apropos Mimik: Im Anfang war - bitte, korrigiere mich - nicht das Wort, sondern die Mimik.”

“Zutreffend. Bei mir verhält es sich allerdings, wie ich glaube, eher umgekehrt.”

“Ah ja?”

“Rührt vermutlich daher, dass ich einer noch weitgehend unerforschten Spezies angehöre.”

“Der Kellner kommt… Was trinken wir, Lux?”

“Für mich Rum. Plus Mineralwasser.”

Lux rollt sich eine Zigarette. Rauchwerk ist hier zulässig. Ja, das gibt es noch - an raren Orten auf diesem Erdball. Und es erfolgt unstatthafterweise kein Eintrag ins Klassenbuch. Kennt die Schule des Lebens doch nicht allein Streber, Statthalter und Sitzenbleiber, sondern ebenso Koautoren, Hofnarren und Querverweiser.

“Und du hast, sagtest du, mehrfach den Beruf gewechselt?”

“Weniger den Beruf. Mehr den Wohnort. Das Kostüm. Das Dressing. Die Regeln.”

“Verstehe.”

“Im Grunde ist es so, Lux: Ich mag es, immer wieder einmal von vorne zu beginnen.”

“Im Leben? Im Spiel?”

“Im Leben wie im Spiel.”

“Hat untertage ein gewisses numinoses Aroma von Pathos.”

“Warum nicht.”

“Ja, warum eigentlich nicht.”

“Und was ist mit dir, mein Freund - lebenshistorisch betrachtet?”

“Nun ja, temporär wie phasenweise leide ich, und das meist ungepaart, unter Stimmungsschwankungen. Mir ist dann wie auf hoher See.”

“Du leidest?”

“Nun ja, deuten wir es volkstümlich: des einen Leid ist des anderen Freud.”

“Und wer ist der andere?”

“Nun ja, schätze, es ist mein zweites, tiefer gelegtes Ich.”

Die Getränke sind da. Die Freunde stoßen an. Denn es sind ja Freunde. Freunde aus frühen Tagen. Man nannte sie auch Plisch&Plum. Nur konnte man sich nie einig darin werden, wer denn nun Plisch war und wer Plum. Die Auffassungen hierüber changierten, vergleichbar etwa dem unter Einwirkung von Sonnenlicht reflektierenden Farbenspiel in einem Goldfischglas. Vereinfachend gesagt: sie klafften auseinander.

Lux war über Jahre ein dickes Kind. Tony ein dürres Gestell. Man nannte ihn auch: Skeletti. Heute ist es, den Leibesumfang betreffend, der Tendenz nach umgekehrt. Tony war blond, Lux hingegen dunkelhaarig. Heute sind sie beide grau, abendnebelgrau. Das verdankt sich keiner göttlichen Trinität. Denn sie bilden ja kein Dreigestirn.

Und doch. Es existierte einst eine weitere Person (ein dritter Knabe) namens Sönke. Sönke hatte eine Schwester, in die beide, Lux und Tony, verknallt waren. Eine Romanze, wie es ihrer viele und sie immer wieder gibt, und eine mit tödlichem Ausgang. Das Mädchen hieß Marie. Sie hatte ein sonnenhungriges Gemüt, knallblaue Augen sowie ein knallbuntes Nervenkostüm, das entfernt nach Karneval duftete. Sie schenkte beiden Jungs abwechselnd ihre Gunst, was naturgemäß zu Verwicklungen führen musste. Eines Tages geriet sie mit dem Fahrrad unter einen LKW, und aus war es. Mit ihr. Und mit allem, was dazugehörte.

Sönke, der Bruder, war bereits in sehr jungen Jahren eine Führerpersönlichkeit. Aber auch Führerpersönlichkeiten verlassen irgendwann die Weltbühne. Seine Spur verlor sich kurz nach der Geschlechtsreife im Halbdunkel der Menschheitsgeschichte. Auch Lux und Tony verloren sich eines Tages aus den Augen. So war das. Es hätte natürlich ebensogut anders sein können.

“Du warst so etwas wie Sönkes rechte Hand, seinerzeit, nicht wahr, Lux?”

“Und du sein Ausputzer.”

“Jedenfalls waren wir beide Subalterne.”

“Und wie hießen die Helden, die Idole unserer Adoleszenz?”

“Albert Schweitzer, Robert Koch?”

“Nein.”

“Audie Murphy, Trini Lopez…Julio Cesar Chavez?”

“Nein, nein, nein.”

“Also, wie dann?”

“Sebastian Konatz, Knut Weser.”

“Ach, richtig, die meinst du. Ja, jetzt fällt es mir wieder ein.”

“Nicht wahr. Jungs aus der Nachbarschaft. Große, starke, furchtlose Jungs.”

Die Tür des Cafés klappt auf. Neue Gäste platzen herein. Und von draußen hört man verhalten Vogelgezwitscher. Tri Tra Tralala. Piep.Piep.

“Kürzlich hörte ich auf einer Audioaufnahme meine eigene Stimme.”

“Und?”

“Es war das erste Mal, dass sie mir halbwegs gefiel.”

“Warst du nicht immer schon ein großer Zweifler… insonderheit an dir selbst?”

“Stimmt. Doch es ist besser geworden damit. Dich habe ich in frühen Tagen übrigens vor allem um eines beneidet, Tony: um dein Selbstbewusstsein…Soll ich uns eine Zigarette drehen?”

“Bittesehr. Ich erinnere mich an eine Art Leitmotiv von dir aus jenen frühen Tagen: Ich wollt, ich wär ein Huhn, da hätt ich was zu tun und so weiter.”

“Es gab dazu, eiertechnisch gesehen, einen Gegenentwurf: ein Hund lief in die Küche und stahl dem Koch ein Ei und so weiter. Das wiederum passte, denke ich, mehr auf dich.”

“Ob man Texte wie diese wohl ins Chinesische oder ins Hebräische übersetzen könnte, ohne dass sie ihre Aura einbüßen?”

“Nicht notwendigerweise ihre Aura, dann eher schon ihren Reim.”

“So ist das mit der Grammatik der Hochkulturen. Mal etwas anderes: Spielst du noch Schach?”

“Nein.”

“Schade. Ich finde, es erlaubt zuweilen erholsame Ausflüge ins geordnet Geistige.”

“Und du, bist du eigentlich nach wie vor viel auf Reisen?”

“Nein. Es strengt mich doch zunehmend an. Im Alter zieht man, denke ich, weniger gern in die Fremde, schon deshalb, weil einem selbst zuhause die vertraute Welt mehr und mehr abhanden kommen kann. Woher weißt du übrigens, dass ich viel gereist bin?”

“Vergessen. Irgendwer muss es mir gesteckt haben.”

“Ja, man wird vergeßlich im Alter.”

“Vergeßlicher.”

“Okay. (lächelt) Du hattest seit jeher einen gewissen Putzzwang, was Worte anbelangt, nicht wahr.”

“Bei wechselndem Erfolg, ja.”

“Und was sind heute deine intellektuellen Wegemarken, Lux?”

“Intellektuell? Wir wollen nicht zu hoch greifen. Ich arbeite, sagen wir es mal so, gern mit einer metageistigen Doppelspitze: 1.Meine Zeit ist bald abgelaufen. 2. Meine Zeit wird kommen.”

“Hübsch. Gefällt mir. Was meinst du, mein Freund, bestellen wir etwas zu essen?”

“Man kann hier essen?”

“Man kann. Wenn auch nur eingeschränkt; Omelett, Salate und Ähnliches.”

“Hunger hätte ich.”

“Das Leben im Konjunktiv… Ich rufe mal die Bedienung.”

Sie müssen nicht lange warten. Aufs Essen. Es dampft. Nur von Tonys Teller, Lux hat Salat mit Huhn bestellt. Tony Bratei mit Speck. Man schweigt, eine Weile; während der Mahlzeit.

“Und wie schaut es bei dir geschlechtsspezifisch so aus, mein Freund?”

“Du stellst Fragen… ich würde sagen, unter den Blinden ist der Einäugige König.”

“Das heißt?”

“Selbstversorger.”

“Masturbation?”

“Ja. Jeder Schuss ein Versprechen…Dabei fällt mir auf, uns fehlen noch Servietten.”

“Ich sage dem Kellner Bescheid.”

“Und wie lautet der persönliche Lagebericht von Tony Thadeus?”

“Ich habe ein blühendes Weib an meiner Seite, Eva heißt die Blume, und sie könnte, den Jahren nach, meine Tochter sein.”

“Hm. Hatte früher des öfteren den Wunsch nach einer Tochter.”

“Komm gern gelegentlich einmal vorbei. Vielleicht kannst du meine Eva ja adoptieren.”

“Sei nicht so gehässig, altes Haus.”

“Willst du hören, wie ich meiner Angebeteten bei unserer ersten Begegnung den Hof machte?”

“Nicht notwendigerweise.”

“Ich erzähle es dennoch: In einem kurzen unbewachten Augenblick flüsterte ich ihr ins Ohr: Ich wünschte, ich wäre ein Lockenwickler in Ihrem Haar.”

“Und sie hat das erheitert?”

“Sie lachte, ja. Zwei Stunden später bot sie mir das Du an, und wir tauschten den ersten Kuß.”

“Wie spätromantisch.”

“Und mit Spätfolgen. Für das kommende Spiel.”

“Welches Spiel?”

“Das Spiel der Spiele, alter Hausbockkäfer.”

“Auch, wenn du nicht Franz heißt - den Käfer nimmst du zurück.”

“Komm, mein Junge, lass uns anstoßen - auf die alten Zeiten.”

“Meinetwegen. Weißt du übrigens, worüber ich mich wundere?”

“Nun?”

“Darüber, dass deine Eva wusste, was Lockenwickler sind…”

Kapitel 2

“Lux, darf ich dir noch eine zweite, äußerst intime Frage stellen?”

“Schieß los.”

“Was hältst du vom Ende der Zeitumstellung?”

“Ähm…”

“Bleib ganz ruhig. Du musst nicht sofort antworten.”

“Ich kann mir also Zeit lassen mit einer Stellungnahme?”

“So ist es.”

“Es ist ja auch eine sensible, hochgradig nervöse Angelegenheit.”

“Die Zeit?”

“Eben die…vor allem in unserer Altersliga.”

“Ich denke, letztlich wohl für jedermann.”

“Ja, hm, also…”

“Ja, Lux?”

“Also, ich schlage vor…”

“Ja, mein Lieber?”

“Nun, ich schlage vor, dass wir dieses Thema vorerst vertagen.”

“Und was setzen wir an dessen Stelle?”

“Wir könnten gemeinsam ein Lied singen.”

“Tun wir das nicht bereits?”

“Man könnte es so auslegen, Tony.”

“Was schlägst du diesbezüglich vor, mein Freund?”

“Wenn ich mir was wünschen dürfte… Komponist Friedrich Holländer. Kennst du zufällig die wunderbare Aufnahme mit Greta Keller?”

“Keller? Ich kenne nur die wunderbare Greta Garbo.”

“Macht nichts. Im befreundeten Ausland kennt sie sicher auch kaum jemand.”

Lauter geworden ist es. Im Café. Die beiden Freunde wechseln daher den Tisch, was die junge weibliche Bedienung, die das Essen gebracht hat (nicht der junge Kellner, der die Getränke gebracht hat) möglich macht. Tony schaut noch lange&gern dem sich entfernenden Hüftschwung der jungen weiblichen Bedienung hinterdrein.

“Mit elfeinhalb, was soll ich dir sagen, hatte ich den ersten Sex…sie war vierzig und unsere Putzfrau… mit achtzehn bekam ich mein erstes Auto und mit vierundzwanzig meine erste Geschlechtskrankheit.”

“Du warst halt ein Frühentwickler, Tony. Im Gegensatz zu mir. Ich hatte mit vierundzwanzig noch Schlaf in den Augen.”

“Ich weiß da jemand, auf den das gleichermaßen zutrifft.”

“Ein Bekannter?”

“Eine Romanfigur.”

“Ja, man sollte mehr lesen.”

“Oder gelesen werden.”

“Du schreibst?”

“Phasenweise.”

“Und was, wenn man fragen darf? Tagebücher? Dramen? Mordgeschichten?”

“Kochbücher.”

“Das tun ja viele. Heutzutage.”

“Man ist ja auch nur einer unter vielen…. “

“Sonst noch was?”

“Ja…Reiseführer. Beispielsweise. Des weiteren Bedienungsanleitungen. Ichbestreiteso meinenLebensunterhalt.”

“Was war denn Gegenstand deines letzten Reiseführers? Beispielsweise?”

“Detroit.”

“Ah ja?…Ein Halbbruder von mir wollte immer gern dorthin.”

“Soll ich ihm ein Freiexemplar zukommen lassen?”

“Habe leider seine genaue Adresse nicht. Außerdem, er hat eine Lese-Rechtschreibschwäche.”

Lux setzt seine Brille auf, setzt sie wieder ab. Ihm ist entfallen, warum er sie aufgesetzt hat. Er schaut um sich. Er schaut sein Gegenüber an.

“Wie spät ist es,Tony?”

“Dreiviertelsieben… Ist deine Uhr stehen geblieben?”

“Das wäre nicht schlecht… nein, ich habe gar keine.”

“Auch kein Handy?”

“Doch. Aber nicht dabei.”

Im Café stapeln sich, in Bodennähe, vereinzelt Nebelbänke. Seit der Zweiten respektive Dritten Völkerwanderung, so könnte man mutmaßen, ist nicht mehr so massiv geraucht worden. Jedoch der Eigner der Einrichtung stellt baldige Besserung in Aussicht, obschon kein Gast sich bislang beschwert hat. Die hauseigene Klimaanlage, so erfährt man über Lautsprecher, stünde unmittelbar vor ihrer Inbetriebnahme.

“Weißt du, Lux, ich kann mich nicht dazu verstehen, Beilagen dieser Prägung wertzuschätzen. Das sind keine Durstlöscher für Geist und Seele, noch taugen sie als Mörtel für das Mauerwerk einer nichtkollektiven Gedächtnislade. ”

“Obwohl ich nur eine vage Ahnung habe, welche Botschaft sich hinter deinen Worten verbirgt, erscheint mir manches daran doch hypertroph. Ja, ich möchte fast soweit gehen zu sagen, dass du Ähnlichkeiten zu erkennen meinst, wo keine sind.”

“Wünschen die Herren noch etwas zu trinken?”

“Bringen Sie uns bitte noch eine Flasche von diesem fränkischen Rotwein, Sie wissen schon.”

“Kehren wir doch noch einmal zurück zu den späten 80ziger Jahren. Das war nun aber, wie ich finde, in jedem Fall ein in mehrfacher Hinsicht zur Übertreibung neigendes Jahrzehnt.”

“Das finde ich nicht, Tony. Außerdem, für mich war es das Dezennium, in dem mein heutiges Selbst geboren wurde. Vorher war ich nicht mehr als das Abziehbild eines Abziehbilds.”

“Nun bist du es aber, der übertreibt, mein Lieber.”

“Mag sein…mich deinem Verdikt aus, sagen wir, purer Höflichkeit vorübergehend beugend.”

“Was hat dich an diesem Jahrzehnt denn nur so gefesselt?”

“Es hat in vielen Bereichen Zeichen gesetzt, es war bunt, es war neugierig, es war schöpferisch. Und für mich galt, obwohl nicht selten einsam - ich war verliebt in die Gegenwart.”

“Liebe macht bekanntlich blind.”

“Blinde sehen bekanntlich anders.”

“Na schön, Lux. Belassen wir es dabei. Man muss dir ja nicht in allem und überallhin folgen…

Drehst du mir noch eine Zigarette?”

“Natürlich. Jetzt fällt mir gerade wieder ein, wozu ich vorhin meine Brille aufgesetzt hatte… ich wollte meine Augen gegen den Tabakrauch schützen. Sie sind in letzter Zeit so empfindlich.”

“Ich weiß etwas, was dagegen hilft.”

“Und das wäre?”

“Una siesta, amigo.”

Nicht lange, nachdem die klimaanlagenbezogene Ansage über die Lautsprecher erfolgt ist, ertönt aus denselben Musik; dem allgemeinen Verständnis nach - populäre Musik.

“Kennst du ja ohne Frage… das Stück, meine ich, das gerade gespielt wird.“

“The Thrill is Gone… aber gewiss doch. Wir haben früher schließlich untereinander so manches Vinyl vom King getauscht. Du erinnerst dich?”

“Ich erinnere mich.”

Im Café Pluto geht als nächstes der Song“9” von Drake auf Sendung. Und dessen Bässe bohren sich kraftvoll bis in die untere Lithosphäre - Neutrinos kennen keinen Schmerz. Tony Thadeus kratzt sich gedankensatt an seinem schlohweißen Backenbart. Lux schaut zu. Er ist bartlos, aber unrasiert. Und er muss - er weiß nicht weshalb - daran denken, irgendwo gelesen zu haben, dass man mit unbewaffnetem Auge etwa 6000 Sterne am Nachthimmel erkennen kann (oder waren es 5000?).

“Es existieren eben manchmal kaum Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, oder?”

“Nicht für dich.”

“Und nicht für dich.”

“Nicht für uns alle.”

“Das meine ich.”

“Eine Frage, der man im Beichtstuhl der Zeit öfter begegnen wird.”

“Ja. Und man mag das, zu geeigneter Stunde, als imaginativen Malkasten betrachten, sowie - jetzt bitte nicht erschrecken - als zuweilen lockeres Stelldichein zeitweiliger Zeitlosigkeit.”

“Ein Stelldichein, liebe Mitreisende, im Grenzgebiet des Nirgendwo.”

“Das meine ich.”

“Die Droge Alkohol beginnt langsam zu wirken, nicht wahr, Lux?”

“Bei mir nicht.”

“Egal. Jetzt fehlt, um das Glücksmaß des Tages voll zu machen, im Grunde nur noch die - ich benenne es an dieser Stelle freimütig - beidseitige Befüllung einer knackfrischen Jungfrau.”

“Es müsste, denke ich, nicht zwingend eine Jungfrau sein.”

“Ich habe das lediglich gesagt, mein Alter, um dich ein bisschen aus der Reserve zu locken.”

“Was dir um ein Schamhaar geglückt wäre.”

Lux schickt ein Räuspern auf Wanderschaft. Auch sein Blick wandert, manövriert, bahnt sich so tapfer wie ungeschickt über alle echten und vermeintlichen Hindernisse hinweg einen Weg zu einem der anderen Tische. In Fensternähe sitzen drei Männer, drei Frauen, mutmaßlich einander in Ehe- oder eheähnlichen Verhältnissen verbunden.

“Lebt dein Vater eigentlich noch?”

“Er ist vor vier Jahren gestorben, kurz vor seinen sechsundneunzigsten Geburtstag.”

“Er war ein recht bedeutender Kapellmeister.”

“Fabelhaft, das du dieses Wort gebrauchst. Mein Vater gebrauchte es selber gern, wenn es um seine Berufsbezeichnung ging.”

“Woran denkst du, wenn du an ihn denkst.”

“Er war warmherzig. Er hatte Humor. Er nannte sich gelegentlich einen musikalischen Kobold und Narren, mit Betonung auf letzterem. Ein Satz von ihm ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Humor sei Aspirin gegen den Kopfschmerz der Vergänglichkeit. “

“War er nicht auch ein Bruckner Spezialist?”

“Stimmt. Und er hatte, noch in seinen späten Jahren, eine glühende Verehrerschaft. Er sah das allerdings mit einer gewissen Wehmut. Ich erinnere mich, wie er eines Tages sagte, von sich in der dritten Person sprechend, in seinem Alter werde man nicht verehrt für das, was man ist, sondern für das, was man einmal war.”

“Ich habe gelesen, er habe sich lange geweigert, seine Aufführungen auf Tonträgern konservieren zu lassen. Warum eigentlich?”

“Ich weiß es nicht. Er hatte diese Verweigerung mit einem anderen sehr bedeutenden Vertreter seines Fachs gemeinsam. Mein Vater meinte übrigens einmal: so man das Leben als Raum sieht, gelte es, diesen mit der eigenen Musik aufzufüllen; er war ferner der Auffassung, Musik werde weniger erfunden, als vielmehr entdeckt.”

“Ein Hoffnungsschimmer für alle schöpferisch minderbegabten Geschöpfe.”

“Lux, wie bist du jetzt eigentlich darauf gekommen, mich nach meinem Vater zu fragen?”

“Weil dort hinten jemand sitzt, der ihm, wie ich finde, ein bisschen ähnlich sieht.”

“Hm, die Wahrnehmungen sind ja doch unterschiedlich.”

“Ich hätte an dieser Stelle darauf verwiesen, dass das Gleiche im Unterschiedlichen wohnt.”

“Okay, mein Lieber, das sei dir unbenommen. Und jetzt verlasse ich dich für eine kleine Weile. Ich muss nämlich mal aufs Klo.”

Lux nutzt die Unterbrechung, um sich eine weitere Zigarette anzuzünden. Er unternimmt einen kurzen Anlauf, seine Gedanken neu zu ordnen. Es bleibt bei dem Anlauf.

“Da bin ich wieder… Bestellen wir noch etwas?”

“Aber vorerst bitte keinen Alkohol. Jedenfalls nicht für mich.”

“Vollkommen deiner Meinung… Ich werde unsere reizende weibliche Bedienung rufen.”

“Das ist sie, postbiblisch betrachtet - aufreizend reizend.”

“Oder andersherum. Wir sollten es ihr bei nächster Gelegenheit zuraunen. Denn, wenn alte Männer jungen Frauen Komplimente machen…”

“Ältere Männer.”

“In Ordnung. Also, wenn ältere Männer jungen Frauen Komplimente machen, muss es ja nicht gleich etwas Anzügliches oder Forderndes haben. Und ich sage das als der triebhafte Pan, der ich nun einmal bin, pardon, ich meine natürlich, war.”

“Muss es nicht, nein. Aber ist es nicht punktuell ein Widerspruch?”

“Wie meinst du?”

“Man kommt einander doch nicht näher, um sich voneinander zu entfernen.”

“Du willst sagen, es bleibt in jedem Fall ein Annäherungsversuch?”

“Nennen wir es einen Versuch, Nähe herzustellen.”

“Hm, ja, man nähert sich als Fremdling, als Eindringling und möchte als Vertrauter, als Intimus verweilen.”

“Im günstigsten Fall.”

“Und im ungünstigsten Fall?”

“Findest du Trost im Gebet. Das Falten der Hände bietet, so hört man, mannigfache Möglichkeiten der Tiefen-Entspannung.”

“Das lässt mich spontan an unsere Schulhofpausen von früher denken, genauer gesagt, an so manche subtropische Ansage im Tertiärsektor.”

“Ich ahne nur ungefähr, wovon du sprichst.”

“Schau, da kommt sie!”

“Heißa, ja, da kommt sie!”

“Die Herren wünschen noch etwas?”

“Ganz recht. Und wir haben einen gemeinsamen Beschluss gefasst, mein Freund und ich.”

“Ja, bitte?”

“Wir möchten Ihnen in aller Zurückhaltung sagen, dass Sie eine Augenweide sind.”

“Danke schön. Und womit kann ich sonst noch dienen?”

“Dienen… dieses Wort aus Ihrem Munde - so schillernd. Nun, wir akzeptieren natürlich unsere Grenzen und die des guten Geschmacks, wenn das auch nicht immer ganz leicht fällt. Ich hoffe, Sie finden uns nicht allzu aufdringlich?”

“Ich finde Sie recht amüsant.”

“Was macht übrigens ihr junger sympathischer Kollege?”

“Nett, dass Sie nach ihm fragen. Er hat Feierabend.”

“Es soll ja niemand behaupten können, wir hätten etwas gegen eine Männerquote…Dürfen wir Ihnen einen Likör oder einen Brandy spendieren?”

“Ich trinke nur Tee… wenn ich im Dienst bin.”

Während Lux sich, lediglich seinen Vorrat an Lächeleinheiten ausschöpfend, bedeckt hält, gibt sein Sitznachbar alles, um die Situation schmeichelhaft zu gestalten. Die Bedienung bleibt so gelassen wie die Fransen ihres blonden Haarschopfes. Die kleine Charme-Affäre hat nur einen Akt. Wie so viele Affären. Kaffee kommt für die beiden Freunde; für Lux, mit Rücksicht auf die eigene Libido, zusätzlich das hauseigene Dessert, warmer Grießpudding mit Johannisbeersoße. Und dabei ist ihm, für den Bruchteil einer kurzen Zeiteinheit, als wenn von drei vernommenen erotischen Obertönen sich zwei, und zwar in der Dauer, nicht jedoch in der Höhe, voneinander unterscheiden.

Kapitel 3

“Ich habe mich noch gar nicht danach erkundigt, mein Freund, was du beruflich so machst oder gemacht hast.”

“Dies und das. Rien de spécial, würde mein zweiter Halbbruder sagen, der Halbfranzose ist.”

“Was genau muss man sich darunter vorstellen?”

“Die letzten Jahre habe ich als freier Journalist gearbeitet, sofern man da von frei reden kann.”

“Dann haben wir ja beinahe verwandte Tätigkeitsbereiche.”

“Beinahe, ja.”

“Und wie geht es dir heute, pekuniär gesehen, beispielsweise?”

“Ich würde sagen, verarmter Nichtadel.”

“Oh, das tut mir leid. Vielleicht könnte ich dir ja ab und an ein paar Aufträge zuschanzen, mein Lieber, sofern dir meine Arbeit liegt.”

“Das ist sehr nett, Tony. Ich werde bei Bedarf darauf zurückkommen.”

Das Gespräch wird unvermittelt durch ein sanft surrendes Geräusch eingefroren. Es ist Tonys Smartphone. Er zieht es aus dem Jackett, einen entschuldigenden Blick in Richtung seines Gegenübers werfend. Lux bekommt mit, dass es sich um Tonys Tochter handelt, die, wie man einstmals gesagt hätte, am anderen Ende der Leitung ist. Man kommuniziert über Facetime. Im vierten oder fünften Satz des Dialogs zwischen Vater und Tochter findet auch Lux Erwähnung.

“Ich sitze hier mit einem sehr guten alten Freund, mein Schatz. Soll ich euch kurz miteinander bekannt machen. Lux, bist du einverstanden, dass ich die Kamera auf dich halte?”

“Nichts dagegen.”

Lux winkt lächelnd in Richtung Smartphone, dass Tony jetzt am ausgestreckten Arm über dem Tisch platziert. Was ersterer auf dem Display erblickt, ist eine recht junge oder jedenfalls jung erscheinende Frau mit Pagenfrisur. Sie lächelt ebenfalls und Lux denkt: Solche Zähne hätte ich auch gerne. Man begrüßt einander, und wenn da ein Wind wäre, der unangemeldet durch den Raum wehte, so wäre es vermutlich ein Frühlingswind.

“Maria ist zur Zeit auf Tour, weißt du.”

“Auf Tour? Womit?”

“Sie hat vor zwei Jahren gemeinsam mit zwei anderen Mädels, oder sagen wir besser, Frauen ein Kabarett gegründet. Die Truppe ist inzwischen recht erfolgreich.”

“Ah ja. Wie nennen sie sich?”

“Das Fotzentrio.”

“Mutiger Name.”

“Das Gute ist, Lux, ich war nie in Verlegenheit, auf irgendwelche Mannsbilder eifersüchtig sein zu müssen, die Maria mit ins Haus hätte schleppen können.”

“Wieso nicht?”

“Meine Tochter liebt ihresgleichen.”

“Verstehe.”

“Gleichwohl vergöttere ich sie.”

“Verstehe.”

“Sie ist übrigens drei Jahre älter als meine aktuelle Gefährtin. Aber die beiden mögen sich.”

“Du bist in einem… wie sagt man… Frauenhaushalt groß geworden, nicht wahr?”

“Das stimmt nicht ganz. Ich hatte auch einen Bruder. Er ist mit neunzehn tödlich verunglückt.”

“Oh.”

“Er erscheint mir mitunter in meinen Träumen.”

“Sind es freundliche Träume?”

“Ja. Gil sah blendend aus, war von ansteckender Fröhlichkeit, war beliebt, alle mochten ihn, vor allem natürlich das weibliche Geschlecht. Und ich weiß nicht warum, aber mir ist, als wenn mein eigenes unstillbares nimmersattes Verlangen nach holder Weiblichkeit etwas mit seinem frühen Tod zu tun hat.”

“Du warst schon in der Schule, wie ich mich erinnern kann, ein Schürzenjäger.”

“George Simenon wird nachgesagt, er habe in seinem Leben mit tausend Frauen geschlafen - oder waren es hundert? Egal. Ganz so weit habe ich es nicht gebracht. Und jetzt bin ja ohnehin von einem weiblichen Limes umgeben. Und das aus freien Stücken. Was hältst du davon, mein Lieber, wenn wir zur Abwechslung mal eine Zigarre rauchen? Mir ist aufgefallen, als ich vorhin auf Toilette war, dass sie hier hinter dem Tresen einen kleinen Humidor stehen haben.”

“Nichts dagegen.”

“Und ein guter Anlass, unsere reizende Bedienung wieder in die Umlaufbahn zu holen.”

Gesagt. Getan. Augenblicke später steigt über dem Tisch der zwei Freunde säulenförmig ein anderer Rauch auf. Und beiden scheint das, was nun der Fall ist, zu gefallen. Lux glückt es gar, einige translunare Rauchringe zu produzieren.

“Gibt es etwas, was du in deinem Leben gern noch erreichen möchtest, Lux?”

“Genau genommen ist es mein Ziel, keines zu haben.”

“Eine Art inverses Leitmotiv.”

“Perverses…?”

“Inverses, Lux, inverses.”

“Ah ja…Betrachte ich es im Rückblick, verhielt es sich übrigens seit jeher so bei mir, nämlich dominant zielarm durch diese unsere Welt zu vagabundieren.”

“Du möchtest damit zum Ausdruck bringen, du seist so gestrickt?”

“Das wollte ich damit nicht zum Ausdruck bringen. Vielleicht trifft es aber den Kern der Sache.”

“Das würde mich mit Stolz erfüllen.”

“Ich will jedoch in diesem Zusammenhang nicht verhehlen, dass, dass…”

“Ja, Lux?”

“…die Sache auch eine Schattenseite hat.”

“Ich höre.”

“Nun, dazu muss man wissen, dass ich, mit geringen Abweichungen, Nacht für Nacht eigentlich immer denselben Traum träume. Er geht wie folgt: Ich habe eine Verabredung. Ich mache mich auf den Weg. Ich laufe durch die Straßen der Stadt, doch finde ich, obwohl ich mich eigentlich gut auskenne, mein Ziel nicht.. Und am Ende weiß ich nicht einmal mehr, wie ich wieder zurück nach Hause komme.”

“Hm… wie gut, dass wir heute nicht verabredet waren.”

“Sozusagen.”

“Apropos Welt…”

“…Jeder lebt in seiner eigenen.”