Spessart – HeimatMomente - Michael Seiterle - E-Book

Spessart – HeimatMomente E-Book

Michael Seiterle

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Beschreibung

Der Spessart mit dem größten Laubmischwaldgebiet Deutschlands bietet mehr als nur den weiten Blätterozean mit seinen Methusalem-Bäumen und dem Farbenspiel von zart-leuchtend grün im Frühling bis feuerrot und sattgelb im Herbst. Da sind die Weinberge, die bisweilen spektakulär in Terrassen zum Main hinabstürzen und die Trauben mithilfe der Sonne und dem Herzblut der Winzer zu ausgesprochen edlen Tropfen werden lassen. Da sind die hoch über dem Main thronenden, jahrhundertealten Ruinen, die Geschichten aus vergangenen Zeiten erzählen. Der Geschichte nachspüren kann man auch in den berühmten Schlossbauten wie in Mespelbrunn und Aschaffenburg oder bei einem Spaziergang durch die pittoresken Fachwerkstädtchen am Main. Nicht zuletzt ist der Spessart ein Wanderland, durchzogen von verwunschenen Pfaden und versteckten Wiesentälern mit mäandernden Bächen... Kunstwerke und Museen auf Weltniveau, urige Wirtshäuser mitten im Wald, eine fränkische Rotweinkultur, die ihresgleichen sucht, ursprüngliche Naturerlebnisse und Wandertipps: Dieses Buch lädt ein, 50 Schätze in der Kulturlandschaft des Spessart zu heben – jeder Fund ein kleiner Glücksmoment.

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Seitenzahl: 157

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Michael Seiterle

Spessart

50

MIKROABENTEUER

ZUM ENTDECKEN UND GENIEßEN

IMPRESSUM

Spessart

50 MIKROABENTEUER ZUM ENTDECKEN UND GENIEßEN

Michael Seiterle

© 2023 360° medien

Nachtigallenweg 1 I 40822 Mettmann

360grad-medien.de

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Redaktion und Lektorat: Christine Walter

Satz und Layout: Lucas Walter

Gedruckt und gebunden:

Himmer GmbH Druckerei & Verlag I Steinerne Furt 95 I 86167 Augsburg

www.himmer.de

Bildnachweis: siehe Seite 256

ISBN: 978-3-96855-432-7

Hergestellt in Deutschland

360grad-medien.de

Vorwort

Ich bin am Rande des Spessarts aufgewachsen. Als Kind habe ich in seinen Wäldern und am Main Piraten in die Flucht geschlagen, Räuber vertrieben, Entdecker-Expeditionen geleitet, Schätze gefunden und diverse Ungeheuer besiegt. Ich bin hier zur Schule gegangen, habe widerwillig nicht enden wollende Wanderungen über mich ergehen lassen und wohne nun nach ein paar Jahren Auszeit in der Spessart-Hauptstadt Aschaffenburg – nur fünf Gehminuten von diesem beeindruckenden Waldreich entfernt, das mich immer wieder aufs Neue fasziniert.

Seit ich denken kann, ist der Spessart meine Heimat. Heimat ist ein viel zitierter, oft überstrapazierter und nicht selten auch missbrauchter Begriff. Und doch klingt bei dem Gedanken an Heimat immer etwas Gemütliches, etwas Bekanntes, etwas, das vertraut ist, mit. In seiner Heimat kennt man die Orte, die Landschaften, die Straßen, die Leute – die vielen kleinen Eigenheiten des sogenannten Menschenschlages. Aber kennt man sie wirklich? Ist es nicht so, dass man den Blick für die nahen Dinge verliert und mit einem hochnäsigen „Ich komme von hier, ich kenne das alles“ abtut?

Mir ging und geht es teilweise immer noch so. Noch immer entdecke ich Jahr für Jahr neue Ecken, Wege und Besonderheiten dieser Kulturlandschaft, die mir so ans Herz gewachsen ist: die weiten Buchen- und Eichenwälder mit ihrem Farbenspiel von zart-leuchtend grün im Frühling bis feuerrot und sattgelb im Herbst. Weinberge, die sich mal sanft an die Hügel schmiegen, mal spektakulär steil in Terrassen zum Main hinabstürzen. Mitten im Wald und hoch über dem Fluss schlummernde fast jahrhundertealte Ruinen, weite Panoramablicke über den Blätterozean. Ich stehe ehrfürchtig vor Methusalem-Bäumen, die den Dreißigjährigen Krieg miterlebt haben. Ich schlendere durch mittelalterliche Gassen und pittoreske Städtchen oder entlang der Uferpromenaden. Ich genieße in Häckerwirtschaften und urigen Spessart-Wirtshäusern, lasse mir Wildbret und die herausragenden Weine schmecken. Ich tauche ein in die Schatzkammern unserer Museen, die von alten Zeiten, großen Meistern, von Räubern, Fuhrleuten, Märchen und Römern erzählen. Ich wandere über verwunschene Pfade und durch versteckte Wiesentäler mit mäandernden Bächen …

Es gibt noch viele Schätze zu entdecken in meiner Heimat und jeder Fund ist ein kleiner Glücksmoment.

Ich lade Sie ein, einige dieser Heimatmomente im Spessart mit mir zu teilen.

Michael Seiterle

Inhaltsverzeichnis

WILLKOMMEN IN SPESSART

TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IN SPESSART

KURIOSES UND BESONDERHEITEN IN SPESSART

DER NORDEN: KAHLGRUND, SINNGRUND UND HESSISCHER SPESSART

  1.Alzenauer Winzerorte: Wo der Papstwein wächst

  2.Die Grube Wilhelmine in Sommerkahl

  3.Kahlgrund: Familienradtour

  4.Bad Orb: Deutschlands längster Barfußpfad

  5.Kinzig-Stausee: Ardeas Seenwelt am Wasser

  6.Spessart Therme Bad Soden-Salmünster

  7.Wiesbütt: Moor, See und Verkehrsknoten

  8.Märchenhaftes Steinau an der Straße

  9.Schloss und Park Ramholz mit Ruine Steckelberg

10.Sinnwiesen: auf den Spuren der Schachblume

11.Burgsinn: drei Schlösser und der längste Rechtsstreit der Geschichte

12.Das Wassererlebnishaus in Rieneck: Geheimtipp für Familien

13.Die Bayrische Schanz: von der Grenzstation zum Wirtshaus im Spessart

14.Frammersbach: Fuhrleute, Fahrräder und Feuchtwiesen

15.Burgjoß: Park, Schloss und Schafhof

16.Erlebnispark Steinau an der Straße

DER HOCH-SPESSART

17.Heimbuchenthal: skurrile Fahrradausstellung in der Pedalwelt

18.Heigenbrücken: Kletterwald Spessart und der Weg zum Glück

19.Das Hafenlohrtal: Streichkonzert-Idylle auf Tucholskys Spuren

20.Schloss Mespelbrunn: das Wahrzeichen des Spessarts

21.Drei Kirchen in einer: die Wallfahrtskirche Hessenthal

22.Herrin der Berge: Kraftort in Heimbuchenthal

23.Dammbach: auf dem Alten Schulweg zur höchsten Spessartsiedlung

24.Kletterpfeiler Waldaschaff: Abenteuer an alten Brückenresten

25.Trekkingplätze im Spessart: der Natur ganz nah

26.Eschau: Burglandschaft und Wildenstein

27.Spessart-Eichen und Buchen: Methusalem-Bäume

DAS MAINVIERECK: WESTLICHER TEIL

28.Karlstein: Dettinger Te Deum mit Rückersbacher Schlucht

29.Mainaschaff: das Puppenschiff-Marionettentheater

30.Wildpark Haibach: Keiler, Klettern, Knochengarten, Ketzelburg

31.Hösbach: Kloster Schmerlenbach

32.Aschaffenburg: Residenzstadt mit mediterranem Flair

33.Aschaffenburg: englischer Landschaftspark Schönbusch

34.Honisch Beach: Karibik-Feeling in Niedernberg

35.Obernburg: Römerstadt am Main

36.Erlenbach und Klingenberg: terroir f, magischer Ort des Frankenweins

37.Großheubach: auf den 612 Engelsstaffeln hinauf zum Kloster Engelberg

38.Brauerei-Erlebnis in Miltenberg

39.Das Schnatterloch in Miltenberg: die Mutter aller Fachwerkromantik

40.Buntsandstein: Ausstellung in Collenberg und Wandern auf dem Erlebnisweg

41.Die Henneburg: mächtige Ruine mit Bergfried-Panorama

42.In die „Hecke“: fränkische Häckertradition

DAS MAINVIERECK: ÖSTLICHER TEIL

43.Gemünden am Main: Vier-Flüsse-Stadt mit Burg

44.Spessartmuseum: Eintauchen in die Geschichte einer Kulturlandschaft

45.Schneewittchenstadt Lohr a.Main

46.Neustadt: eines der ältesten Klöster in Franken

47.Rothenfels: kleinste Stadt Bayerns, Berg und Burg

48.Marktheidenfeld: blaues Haus und Promenade

49.Der Eisenhammer in Hasloch

50.Das Mühlental bei Schollbrunn: Kartause, Kapelle und vier Mühlen

DAS KLEINE WÖRTERBUCH

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BILDNACHWEIS

Miltenberg

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform beinhaltet keine Wertung.

Willkommen im Spessart

Willkommen in einer märchenhaften Landschaft: Burgen und Schlösser, sonnenverwöhnte Weinberge, die weiten Wälder und der majestätische Main.

Tiefes Gebirge in zwei Ländern

Das 2400 Quadratkilometer große Mittelgebirge Spessart liegt in der Mitte Deutschlands zwischen Vogelsberg, Rhön, Fränkischer Platte und Odenwald im Nordwesten Bayerns bzw. im Südosten Hessens. Er wird begrenzt vom Main im Süden, Südosten und Westen, von der Kinzig im Norden und der Sinn im Nordosten. Gebirge ist allerdings etwas zu hoch gegriffen: Mit dem 586 Meter hohen Geiersberg als höchstem Gipfel zählt der Spessart eher zu den tieferen Mittelgebirgen. In weiten Teilen des Spessarts herrscht Buntsandstein als prägende Gesteinsform vor.

Blick von Burg Schwarzenfels

Hauptstadt ist die ehemalige Residenzstadt Aschaffenburg mit etwa 70.000 Einwohnern. Die Stadt bietet ein umfassendes Kulturprogramm mit Theater, Kino und herausragenden Museen. Weitere wichtige Städte sind eher an den Rändern des Mittelgebirges zu finden: Miltenberg im Südwesten, Wertheim im Südosten, Marktheidenfeld, Lohr a.Main und Gemünden a.Main im Osten sowie Alzenau, Bad Orb und Bad Soden-Salmünster im Norden. Wichtige Orte im Hochspessart sind Mespelbrunn und Heigenbrücken.

Naturgenuss: Symbiose von Wald und Wasser

Die weiten Wälder des Spessarts sind sprichwörtlich geworden und nicht erst seit dem Film „Das Wirtshaus im Spessart“ steht der Spessart auch für urige Wirtshäuser, Räuberromantik und ursprüngliche Natur. Der herbstliche Blätterozean ist ein wahres Naturschauspiel. Die Wiesentäler leuchten mit ihrem hellen Grün dazwischen und sind oft von Bächen durchzogen.

Burg Alzenau

Das Mainviereck umschließt den Spessart von drei Seiten und bietet noch einmal eine ganz andere Sicht der Dinge: weitläufige Uferlandschaften, steil herabfallende Felsen, Weinterrassen. Immer wieder thronen trutzige Burgen hoch über dem Tal. Kinzig, Sinn, Elsava, Hafenlohr, Kahl – alle diese Flüsse schlängeln sich durch den Spessart. Kein Wunder, dass der Spessart nicht nur eines der beliebtesten Wandergebiete des Landes ist, sondern dass auch die (Fluss-)Radler immer mehr den Spessart als ihr Revier entdecken. Für E-Biker bietet die preisgekrönte Initiative „Wald erFahren“ ein Netz von fast 100 standardisierten kostenlosen Ladestationen. Mountainbiker nutzen die Netze der Initiativen „SpessartBiken“ und „Bikewald Spessart“.

Kunst und Kultur

Romantische Fachwerkstädte, trutzige Burgen, majestätische Schlösser, mal wuchtig mal verwunschen, die Spuren des Limes, eine vielfältige Museumslandschaft und Meisterwerke von Riemenschneider, Kirchner und Co. – eine Kulturlandschaft im wahrsten Wortsinne.

Pompejanum mit Schloss Aschaffenburg

Der Obergermanisch-Raetische-Limes ist UNESCO-Weltkulturerbe. Die Römer nutzen den Main zwischen Großkrotzenburg und Bürgstadt als sogenannten „nassen Limes“ und bauten Kastelle an der linken Mainseite. In einigen Museen lassen sich zahlreiche Fundstücke aus römischer Zeit bewundern – allen voran das Römermuseum in Obernburg. Das Pompejanum in Aschaffenburg wurde zwar erst 1848 gebaut, es erlaubt aber dennoch einen guten Einblick in die Lebensweise einer römischen Familie in Pompeji.

Schnatterloch

Fachwerkromantik

Mittelalterliche Gassen und jahrhundertealte Fachwerkhäuser prägen viele der kleinen Städtchen an Main und Kinzig. Der berühmteste Platz ist das Schnatterloch in Miltenberg – ein beeindruckendes Fachwerkensemble mit Brunnen und Mildenburg. Das schmalste Haus Hessens ist auch ein Fachwerkhaus und steht in Bad Orb. Auch in Gemünden, Marktheidenfeld, Klingenberg, Obernburg, Gelnhausen, Steinau und Schlüchtern nehmen Sie die Altstädte mit auf eine Zeitreise.

Museumslandschaft

So wechselvoll die Geschichte dieses Landstriches war, so bunt ist auch das Angebot an Museen. Besonders sticht die staatliche Gemäldegalerie im Schloss Johannisburg hervor, die viele Alte Meister beherbergt. Das Spessartmuseum in Lohr zeigt alle Facetten des Mittelgebirges: von der Jagd- und Forstwirtschaft bis hin zu den Räubern. Aber es gibt noch mehr: das Weinbaumuseum in Klingenberg, das Schifffahrtsmuseum in Wörth, das Glasmuseum in Wertheim oder das Fuhrmanns- und Heimschneidermuseum in Frammersbach. Besonders attraktive Heimatmuseen gibt es in Alzenau und Großostheim. Weltweit einzigartig ist das 2022 eröffnete Christian Schad Museum in Aschaffenburg.

Burgen, Schlösser, Klöster, Kirchen

Die strategisch günstige Lage, die steil abfallenden Hügel zum Main hin und die vielen unterschiedlichen Herrschaftsbereiche haben im Spessart zu einer beispiellosen Anzahl an Burgen und Schlössern geführt. Besonders beeindruckend sind die Burg Wertheim und die Henneburg in Stadtprozelten, Schloss Johannisburg und das Wasserschloss Mespelbrunn.

Burg Schwarzenfels

Einzigartig ist das Burgennetzwerk „Burglandschaft Spessart“ mit seinem Infozentrum in Eschau. Hier sind viele der beeindruckenden Steinriesen der Vergangenheit zu einem Netzwerk zusammengeschlossen worden, um Informationen zu vermitteln und Identität zu schaffen.

Auch Klöster kann man bestaunen: Kloster Himmelthal im Elsavatal, Kloster Engelberg in Großheubach, Kloster Neustadt und das ehemalige Benediktinerkloster mit karolingischer Krypta in Schlüchtern. Von romanischen Spuren über den Barock bis hin zum Neoklassizismus finden sich alle Kunstepochen auch in den Kirchen des Spessarts wieder.

Wallfahrtskirche in Hessenthal

Bild- und Steinkünstler

Und die Kirchen sind bisweilen kostbar ausgestattet. Vor allem Tilman Riemenschneider und seine Werkstatt sowie Hans Backoffen haben ihre Spuren in der Region hinterlassen. Von gleich beiden Künstlern sind in der Wallfahrtskirche Hessenthal Werke zu bestaunen.

Der aus der gleichen Zeit stammende Maler Matthias Grünewald hat großartige Meisterwerke in Aschaffenburg hinterlassen. Aber auch Christian Schad und Ernst Ludwig Kirchner – beide haben auch in Aschaffenburg gelebt – haben beeindruckende Bilder geschaffen.

Genuss für Leib und Seele

Die Buntsandsteinböden des Spessarts im Südwesten eignen sich besonders gut für den Weinbau. In der dortigen Region Churfranken wachsen deshalb schon seit Jahrhunderten edle Rotweine. Aber auch rund um Alzenau – dem nördlichsten Weinanbaugebiet in Franken – wird die Winzerkunst betrieben.

Im Kahlgrund im Nordwesten des Spessarts hat die Brennkunst eine lange Tradition. Die von Streuobstwiesen geprägte Landschaft ist prädestiniert für ein gutes Dutzend Edelbrennereien, die geistreichen Genuss versprechen. Immer am letzten Sonntag im Oktober öffnen die Anbieter im Rahmen des Tages „Der Kahlgrund brennt“ ihre Brennereien.

Aus den weiten Wäldern stammt das Wild für die frischen Wildgerichte, die die Gastonomen zaubern. Wer noch mehr für Körper, Geist und Seele tun will, verwöhnt sich in den beiden traditionsreichen Heilbädern im Nordspessart: Bad Orb und Bad Soden-Salmünster mit ihren Thermen.

Räuberbande

Räuber und Märchen

Und dann sind da ja noch die legendären Spessarträuber. Ja – die gab es wirklich und man kann sie sogar heute noch erleben. Als die letzten Räuber schon Geschichte waren, wuchsen die Brüder Grimm in der Region auf und sammelten Geschichten – nicht wenige davon inspiriert durch Überlieferungen aus dem Spessart: Nicht umsonst nennt sich Lohr a.Main Schneewittchenstadt und in Steinau, das an der Deutschen Märchenstraße liegt, können Sie mit dem gestiefelten Kater oder Frau Holle auf Tour gehen …

Top 10

DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IM SPESSART

1Schloss Johannisburg in Aschaffenburg: Es ist ein Moment des Staunens und der Ehrfurcht, wenn das mächtige, 400 Jahre alte Renaissanceschloss in den Nachmittagsstunden von der untergehenden Sonne bestrahlt im buntsandsteinernen Rot über dem Main leuchtet. Nicht umsonst zählt das Schloss Johannisburg zu den bedeutendsten Renaissance-Profanbauten des Landes! Aber das Schloss hat es auch in sich: In der staatlichen Gemäldegalerie sind bedeutende Werke z. B. von Lucas Cranach d. Ä. ausgestellt und die Korkmodellsammlung mit detailgetreu nachgebauten römischen Bauwerken sucht weltweit ihresgleichen.

2Der Inbegriff der Spessart-Idylle: ein von Bäumen gesäumtes grün leuchtendes Wiesental durchzogen von einem wild mäandernden Bach. Dazu einsam gelegene Wirtshäuser, ein Bohlensteg und ein Naturschutzgebiet, dessen Artenvielfalt beeindruckt. Das Hafenlohrtal zählt nicht nur zu den schönsten Tälern des ganzen Spessarts, es wartet auch noch mit der einen oder anderen Überraschung auf: ein literarischer Kulturradweg, grasende Wasserbüffel und eine Robert-Gernhardt-Linde.

3Schneewittchenstadt Lohr a.Main mit Spessartmuseum: Das Spessartmuseum in Lohr a.Main ist ein Muss für alle Spessart-Besucher und der ideale Einstieg für alle weiteren Spessart-Entdeckungen. Ob Jagd, Forst, die langjährige Glasmachertradition, Fuhrmannswesen oder die legendären Spessarräuber: Kein Thema wird ausgelassen – auch nicht Schneewittchen, das immerhin aus Lohr a.Main stammen soll. Ihr ist in dem Museum ein eigenes Zimmer gewidmet. Schon der Bau ist einen Besuch wert – das Kurmainzer Schloss mit den spitzen Türmchen ist dabei aber nur eines von vielen sehenswerten Bauwerken in der Fachwerkstadt am Main. lohr.de

4Geishöhe: Höher geht es nicht im Spessart. Zumindest nicht mit solch einer Aussicht! In Oberwintersbach, der am höchsten gelegenen ständig bewohnten Siedlung im Spessart, steht der Ludwig-Keller-Turm auf der 521 Meter hohen Geishöhe. 60 Stufen führen hinauf zur Aussichtsplattform, von der aus man eine weite 360-Grad-Panorama-Sicht über den Blätterozean des Spessarts hat und darüber hinaus: Odenwald, Taunus, Rhön und sogar die Frankfurter Skyline sind von hier aus gut zu sehen. Hinauf führt übrigens einer der schönsten Wanderpfade des gesamten Spessarts: der alte Schulweg. spessartraeuberland.de/aktivitaeten-natur-pur/wandern/tourenvorschlaege-tourenplaner/wandern/#ipd=21777566

5Schloss Mespelbrunn: Es ist das Wahrzeichen des Spessarts – und das nicht erst seit dem Blockbuster „Das Wirtshaus im Spessart“. Das Wasserschloss Mespelbrunn ist der Inbegriff der Spessart-Romantik und beliebtestes Postkarten- und Fotomotiv: in einem engen Tal und inmitten von weiten Wäldern gelegen mit einem See, in dem sich die Silhouette des Renaissance-Kleinods spiegelt. Teile des Schlosses werden noch von der gräflichen Familie bewohnt – der Rest kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden und bietet faszinierende Einblicke in die Geschichte des Schlosses, in die Jagd und in das Wirken und Leben des berühmtesten Bewohners: Fürstbischof Julius Echter wurde 1545 hier geboren. schloss-mespelbrunn.de

6Bad Orb: Das Sole-Heilbad im Nordspessart ist wie ein Kaleidoskop des Mittelgebirges. Es bietet die ganze Bandbreite von Natur und Kultur, die den Spessart ausmacht: eine fachwerkgeprägte Altstadt, das idyllisch gelegene Haseltal, weite Ausblicke über das Blättermeer z. B. vom Wartturm auf dem Molkenberg aus, zertifizierte Rund- und Fernwanderwege, mehrere Mountainbiketouren und einen Flowtrail, den herrlichen Kurpark mit dem beeindruckenden Gradierwerk und nicht zuletzt die Toskana Therme mit „Baden in Musik und Licht“, Saunawelt und vielfältigen Wellness-Angeboten.

bad-orb.info

7Henneburg: Sie zählt zu den größten Burgruinen Süddeutschlands und liegt hoch über dem Main. Die Henneburg in Stadtprozelten stammt aus dem 13. Jahrhundert und war fast 200 Jahre lang Sitz des Deutschen Ordens. Besonders beeindruckend sind der Wehrgang und die beiden Bergfriede, die auch bestiegen werden können. Von dort oben bietet sich ein spektakulärer Ausblick über das Maintal. Wer möchte, kann den Besuch mit einer „Mini-Kreuzfahrt“ verbinden: Von Stadtprozelten aus verkehrt eine Fähre hinüber ins badische Mondfeld – eine von nur noch zwei Fährverbindungen über den Main im Spessart. stadtprozelten.de/tourismus-kultur/freizeitangebot/henneburg/

8Märchenstadt Steinau an der Straße: In kaum einer anderen Stadt werden Märchen und Sagen so lebendig wie in der Brüder-Grimm-Stadt Steinau an der Straße. Hier verbrachten die berühmten Märchenerzähler ihre glückliche Kindheit. Ihr Leben und Wirken wird im Brüder Grimm-Haus erlebbar. Inmitten der historischen Altstadt dominiert ein mächtiges Renaissanceschloss und lädt ebenso zur Besichtigung ein wie die mittelalterliche Stadtanlage mit vielen Fachwerkhäusern, die von einer Stadtmauer mit Wehrtürmen umschlossen wird. Führungen mit kostümierten Märchenfiguren begeistern nicht nur die Kinder. Kultureller Höhepunkt ist das Festival „Steinauer Puppenspieltage“ im Herbst.steinau.eu

9Terroir f Punkte: Sie sind die magischen Orte des Frankenweinanbaus. Gleich zwei davon liegen im Spessart und bieten sowohl Einblicke in die Weinbautradition als auch spektakuläre Ausblicke kombiniert mit spannender Architektur. Der terroir f Punkt Churfranken zwischen Erlenbach und Klingenberg am Main liegt in den atemberaubenden Terrassenweinbergen am Fränkischen Rotwein Wanderweg. Hier wird das Thema „Steillage, Buntsandstein und Sonne – des Winzers Gold“ behandelt. Im Michelbacher Apostelgarten bei Alzenau dreht sich alles um das Thema „Arbeiten im Weinberg – Tradition und Moderne“.

franken-weinland.de/landschaft-und-wein/terroir-f/

10Miltenberg: Verwinkelte Gassen, eine kurfürstliche Burg und von der Sonne verwöhnte Weinberge bilden den Rahmen für eine faszinierende Reise „in alte Zeiten“ in Miltenberg am Main, das sich nicht zu Unrecht Perle des Mains nennt: Ein einzigartiges Fachwerkensemble, das weltberühmte Schnatterloch mit seinem Marktbrunnen, sowie die älteste Fürstenherberge Deutschlands, das Gasthaus zum Riesen, sind die Höhepunkte bei einem Stadtspaziergang. Ebenfalls nicht verpassen sollte man eine Erlebnisführung in der Traditionsbrauerei Faust und einen Besuch des „Museum Burg Miltenberg“ auf der Mildenburg, in dem sich Ikonen und zeitgenössische Kunstwerke in einem spannungsreichen Dialog präsentieren.miltenberg.info

Kurioses und Besonderheiten

AUS DEM SPESSART

Schachblumenwiesen im Sinngrund

Die Schachblume ist eine botanische Rarität. Im Sinngrund im Nordosten des Spessarts findet sich aktuell das größte zusammenhängende Vorkommen dieser Pflanzenart mit den charakteristischen lila Blüten in ganz Deutschland. Die stark gefährdeten Schachblumen blühen je nach Witterung in der zweiten April- und ersten Maihälfte und das nur für wenige Wochen. In Obersinn und Altengronau finden dazu die beliebten Schachblumenfeste statt.

Das Wirtshaus im Spessart

Das Wirtshaus im Spessart gibt es nicht – die Vorlage zu Hauffs berühmtem Werk soll seinerzeit dem Autobahnbau zum Opfer gefallen sein. Dennoch ist das Wirtshaus sprichwörtlich geworden für den Spessart – nicht erst seit dem Film mit Lilo Pulver in der 1950er-Jahren. Und es gibt sie tatsächlich – mitten im Wald gelegene Wirtshäuser, umgeben von nichts als den Baumriesen mit urigem Interieur und traditionsreicher Spessart-Kost. Das Hohe Wart-Haus zwischen Aschaffenburg und Mespelbrunn oder die Bayrische Schanz nördlich von Lohr sind nur zwei Beispiele für gemütliche Zeitreisen in die Welt der Räuber und Fuhrleute.

Pedalwelt

Die „Pedalwelt“ ist mehr als eine normale Fahrradausstellung. Zum einen bietet sie eine Vielzahl an Überraschungen mit ca. 150 ausgefallenen Fahrrädern. Es werden nur ungewöhnliche, skurrile und verrückte Fahrräder gezeigt, einige davon haben es sogar in das Guinnessbuch der Rekorde geschafft. Diese Sammlung ist garantiert einzigartig in Deutschland. Zum anderen gibt es darüber hinaus einen Spaßparcours, auf dem man einige der Exponate ausprobieren kann. pedalwelt.de

Hessens schmalstes Fachwerkhaus

Mit einer Breite von gerade einmal 1,58 Metern an der schmalsten Stelle ist das 1634 erbaute Haus in der Kirchgasse der Bad Orber Altstadt Hessens schmalstes Fachwerkhaus. Außerdem wartet es mit einer historischen Besonderheit auf: Hier war die erste Zahlstelle der Raiffeisengenossenschaft in Bad Orb. bad-orb.info/media/attraktionen/kleinstes-haus

Methusalem-Bäume

Wohl kaum ein anderes Mittelgebirge steht so sehr für den Wald wie der Spessart. Er ist besonders geprägt von Buchen und Eichen – einige davon haben schon Jahrhunderte überlebt. Mit der App „Wald im Spessart“ lassen sich die Baumgiganten entdecken. Diese Methusalem-Bäume erzählen interessante, spannende und unglaubliche Geschichten. wald-im-spessart.de

Wald erFahren