Stauden im Garten - Bettina Rehm-Wolters - E-Book

Stauden im Garten E-Book

Bettina Rehm-Wolters

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Beschreibung

ALLE GARTENLIEBHABER:INNEN WISSEN: Es gibt kaum eine dankbarere Pflanze als die Staude. Als patente Alleskönner sorgen sie für Farbe und Struktur in jedem Beet. Sorgsam ausgewählte Pflanzen und farblich abgestimmte Inspirationen ermöglichen Beetgestaltungen, die das ganze Jahr attraktiv sind. Auf diese Weise wirken Stauden besonders durch ihre farbenprächtigen Blüten, Blattformen und -farben sowie ihre Samenstände und lassen sich mit allen anderen Gartenpflanzen wie Rosen, Gehölzen, Sommerblumen oder Kräutern hervorragend kombinieren. Für jede Gartensituation bietet Stauden im Garten ansprechende Ideen, die sich im eigenen Garten wunderbar umsetzen lassen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 202

Veröffentlichungsjahr: 2025

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FOLKO KULLMANNBETTINA REHM-WOLTERSMARKUS ZEILER

STAUDENIMGARTEN

GESTALTUNGSIDEENFÜR IMMERBLÜHENDE BEETE

INHALT

VORWORT

Faszination Stauden

DIE GROSSE WELT DER STAUDEN

Für mehr Stauden in den Gärten: Die Gesellschaft der Staudenfreunde e.V.

Struktur im Beet

Ein Paradies im Bodensee: Die Insel Mainau

Päonien

Vordenker moderner Gärten: Karl Foerster

Lilien

Die Lebensbereiche

Anthroposoph und Gärtner: Ernst Paegels

GESTALTEN MIT STAUDEN

Lust auf Farbe

Hemerocallis

Feuer & Flamme: Anja Maubach

Blätter im Blickpunkt

Hosta

Reine Formsache

BEETE KUNSTVOLL GESTALTEN

Grundlagen der Beetgestaltung

Kulturgut Stauden: Dieter Gaißmayer

Das klassische Border

Der Altmeister der Stauden: Georg Arends

Iris

Nostalgie pur: Cottage-Gärten

Aus Steppe und Prärie

Trendsetter der Staudenszene: Cassian Schmidt

Kiesgärten

Ästhetik pur: Peter Janke

New German Garden Style

Nachhaltig & Naturnah: Till Hofmann & Fine Molz

Staudenmischungen

Mit Kopf & Herz: Aglaja von Rumohr

Gräser

Der formale Staudengarten

Petra Pelz

Stauden in Töpfen und Kübeln

Gärtner mit Leib und Seele: Christian Kreß

STAUDEN PFLANZEN & PFLEGEN

Für einen guten Start

Dahlien

Stauden pflegen

Bund deutscher Staudengärtner (BdS)

Stauden vermehren

Krankheiten & Schädlinge

Über die Autoren

Adressen

Register

Impressum

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FASZINATION STAUDEN

Ausdauernd, robust, insektenfreundlich – die Welt der Stauden ist unglaublich vielfältig. Und Vielfalt ist der Schlüssel, um aus einem Garten einen Lebensraum zu schaffen.

Die große Auswahl an Stauden, Sträuchern und Bäumen, die in Gärten zur Verfügung steht, ist beeindruckend. Dennoch ist es erstaunlich, dass manche Menschen einen Garten bereits als anspruchsvoll bepflanzt betrachten, wenn sie Rasen, Kirschlorbeer, ein paar Hortensien und Chinaschilf nutzen. Gärten sollten vielfältig bepflanzt sein, mit zahlreichen verschiedenen Arten und Sorten. Dazu gehören Bäume, Sträucher, Stauden, ein- und zweijährige Sommerblumen, Immergrüne, Gräser, Farne und vieles mehr. So entstehen attraktive Gartenbilder, die vom Frühjahr bis in den Winter hinein Bestand haben und sich immer wieder verändern. Die Schaffung eines Lebensraumes im Garten erfordert eine vielfältige Gestaltung. Dies gilt nicht nur für den Menschen, sondern gleichermaßen für Tiere und Pflanzen.

In diesem Kontext sind Stauden von entscheidender Bedeutung. Es gibt kaum eine andere Gruppe von Gartenpflanzen, die eine ähnlich hohe Vielfalt aufweist und keine Wünsche offenlässt. Unabhängig von den spezifischen Standortbedingungen lassen sich stets die passenden Stauden finden.

Gärten haben in der heutigen Zeit eine hohe Relevanz erlangt. Dies liegt daran, dass sie nicht nur für den Menschen als Ort der Erholung dienen, sondern auch für Tiere und Pflanzen aller Art als Refugium fungieren. Die ausgeräumte, »freie Landschaft« entspricht nicht den Kriterien einer natürlichen Umgebung, ist keine »Natur« mehr. In der modernen Agrarlandschaft wird sie größtenteils als industriell genutzte Produktionsfläche für den Ackerbau und Forstwirtschaft verwendet. In unseren Gärten besteht die Möglichkeit, Refugien zu schaffen, die von Leben erfüllt sind und in denen auf den Einsatz von Pestiziden und anderen Giften verzichtet wird. Die Anlage artenreicher Blumen- und Staudenbeete, das Aufschichten eines kleinen Haufens alter Äste sowie das Aufschütten loser Steine genügt, um Lebensräume für Insekten und andere Tiere zu schaffen.

Ein wesentlicher Vorteil von Stauden besteht darin, dass sie im Vergleich zu anderen Gestaltungselementen im Garten, insbesondere im Vergleich zu Rasenflächen, eine deutlich geringere Pflegeintensität erfordern und zudem kostengünstiger in der Anlage sind. Der Wunsch vieler Menschen nach einem pflegeleichten Garten ist durchaus nachvollziehbar. Mit den richtigen Pflanzen und einer geeigneten Pflanzenauswahl lassen sich insbesondere die Aufwendungen für die Pflege reduzieren. Voraussetzung hierfür ist eine harmonische Kombination von Standort und Pflanze. Stauden lassen dabei keine Wünsche offen und gehören bei optimalen Bedingungen zu den unkompliziertesten Gartenpflanzen. Was will man mehr?

Trockenhelden

Mit Stauden lassen sich auch an schwierigen Standorten fantastische Gartenbilder erzeugen.

Schattenkünstler

Kein Standort ohne Stauden: Im Schatten verweben sich Farne, Wald-Erdbeeren und Purpurglöckchen zu einer attraktiven Blattschmuckgemeinschaft.

Folko Kullmann,Geschäftsführer der Gesellschaft der Staudenfreunde e.V.

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Blatt- und Blütenschätze

DIE GROSSE WELT DER STAUDEN

Stauden sind das Herzstück jedes Gartens. Sie lassen mit ihrer unglaublichen Farbpalette und Formenvielfalt keine Wünsche öffen und betören unsere Sinne vom Frühling über den Sommer bis zum Herbst – und sogar noch in den Winter hinein.

FÜR MEHR STAUDEN IN DEN GÄRTEN

Die Gesellschaft der Staudenfreunde e.V.

Die Gesellschaft der Staudenfreunde e.V., kurz GdS, ist eine deutschlandweite Vereinigung von Pflanzenfreunden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, zur Verbreitung und Förderung der Stauden, sowie zur Bewahrung und Weiterentwicklung des Wissens über diese Pflanzen beizutragen. Mit rund 6.000 Mitgliedern gehört sie zu den größten Pflanzenliebhabergesellschaften in Europa. Dabei ist sie nicht nur eine Vereinigung für Spezialisten, auch interessierte Garteneinsteiger finden hier ein Zuhause.

FACH- UND REGIONALGRUPPEN

Innerhalb der GdS gibt es 12 Fach- und über 35 Regionalgruppen, die zum Erfahrungsaustausch einladen. In den Fachgruppen finden Liebhaber besonderer Pflanzengruppen wie Aquiledia & Thalictrum, Dahlien, Fuchsien und Kübelpflanzen, Delphinium, Hemerocallis, Iris, Päonien, Hosta, Gräser, Farne, Zwiebelblumen und Rhizompflanzen, Lilien, Sempervivum/Jovibarba, Steingarten und Alpine, Kleinbleibende und langsam wachsende Pflanzen sowie Wildstauden Kontakt zu Gleichgesinnten und können Erfahrungen und Pflanzen austauschen.

MAGAZIN DER STAUDENGARTEN

In der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift »der Staudengarten« werden vielfältige Themen aus dem Bereich Garten behandelt. So werden zum Beispiel einzelne Staudengattungen und -arten ausführlich porträtiert, aber auch Ideen für die eigene Gartengestaltung vorgestellt. Reiseberichte machen Lust, die vorgestellten Gärten und Parks selbst zu besuchen. Das Lesevergnügen wird abgerundet durch Buchbesprechungen, Berichten von Wettbewerben und Prämierungen (viele GdS-Mitglieder sind erfolgreiche Pflanzenzüchter) und anderen interessanten Beiträgen.

Auf den sogenannten »Gelben Seiten« kommen die Fach- und Regionalgruppen zu Wort, berichten von ihren Aktivitäten und veröffentlichen ihren Veranstaltungskalender.

PFLANZENMONOGRAFIEN

In loser Reihenfolge veröffentlicht die GdS Pflanzenmonografien über ungewöhnliche Arten und Gattungen, wie Alpenveilchen (Cyclamen), Wildstauden, Farne (Polypodium) oder Leberblümchen (Hepatica).

Stauden im Garten

Kaum eine andere Pflanzengruppe ist so vielgestaltig und vielseitig einsetzbar wie die Stauden.

GESELLSCHAFT DER STAUDEN FREUNDE E.V.

Geschäftsführer

Dr. Folko Kullmann

Königstr. 10 b

70173 Stuttgart

www.gds-staudenfreunde.de

Mit Wedeln geschmückt

Auch Farne, hier der filigrane Wurmfarn (Dryopteris), gehören botanisch gesehen zu den Stauden.

SAMENTAUSCH

Einmal jährlich schicken Hunderte von Hobbygärtnern selbst geerntete Samen ihrer Gartenpflanzen an die Samentauschzentrale der GdS. Dort wird ein Katalog erarbeitet, der jedes Jahr über 3.000 Positionen umfasst, darunter zahlreiche seltene Arten und Sorten, die nicht im normalen Handel erhältlich sind, und die gegen einen Unkostenbeitrag bestellt werden können.

PROJEKTE

Die Verbreitung von Stauden in den Gärten und in öffentlichen Parks und Anlagen zu fördern ist eines der Anliegen der Gesellschaft. Beispiele sind das Staudenbeet im Rombergpark in Dortmund, ein großes Doppelborder im klassischen englischen Stil oder der Staudengarten im New German Garden Style auf der Insel Mainau. Weitere von der GdS geförderte Staudenbeete und -pflanzungen sind die nach Farben gestalteten »Ninfa-Beet« im Schloss- und Landschaftspark Dennenlohe, die von Joachim Hegmann geplanten Staudenwiesen im Maxipark in Hamm, der zur Bundesgartenschau 2021 in Erfurt renovierte Karl-Foerster-Garten, ein moderner Bauerngarten auf der Landesgartenschau in Fulda 2023, der Farngarten in Schlangenbad im Taunus und, ganz aktuell, die neuen Dycker Staudengärten in Schloss Dyck, die Anfang 2025 eingeweiht wurden.

Kosmisch schön

Wie Blütenplaneten scheinen die Kugelblüten des Zier-Lauchs auch nach der Blüte über einem Salbei-Meer zu schweben.

SYMPOSIEN UND VERANSTALTUNGEN

Einmal jährlich veranstaltet die GdS eine an wechselnden Orten stattfindenden Jahrestagung, bei der die Mitglieder Gärten und Gärtnereien besuchen, Vorträge genießen und sich austauschen können Seit 2023 werden ebenfalls jährlich nationale und internationale Symposien veranstaltet, wie das Symposium »Dynamic Vision«, das im August 2023 über 450 begeisterte Pflanzenverwender, Gärtner, Planer und Architekten aus 27 verschiedenen Nationen nach Mannheim lockte, oder das »Symposium zur Pflanzenverwendung in der Stadt – die Garrigue kommt nach Mitteleuropa«, das in Kooperation mit der Fachhochschule Erfurt und dem Arbeitskreis Pflanzenverwendung im Bund deutscher Staudengärtner (BdS) im Spätherbst 2024 in Erfurt das Potenzial trocken- und hitzeverträgliche Pflanzen und Pflanzungen unter den Aspekt des Klimawandels beleuchtete.

Insektenmagneten

Die zarten Blüten Storchschnabels (Geranium) sind nicht nur für das menschliche Auge attraktiv, sondern auch für zahlreiche Insekten.

Blauer Schatz

Rittersporn (Delphinium) übernimmt hier die Rolle der Leitstaude. Ihm zur Seite stehen Spornblume (Centranthus) und Steppen-Salbei (Salvia nemorosa).

STRUKTUR IM BEET

Mit Leit-, Begleit- und Füllstauden gestalten Sie harmonische Pflanzbeete. Farbenfrohe Sommerblumen sowie Zwiebel- und Knollenpflanzen sorgen für zusätzliche Blickfänge.

Da sich Stauden in Wuchshöhen, Wuchsformen und auch in der Blüten- und Blattgröße unterscheiden, sollten Sie beim Bestücken eines Beets gewisse Rangfolgen einhalten. Je nach Gesamterscheinungsbild lassen sich die krautigen Pflanzen in verschiedene Gruppen einteilen.

Stellen Sie sich Ihr Staudenbeet wie ein Theater vor: Hauptdarsteller prägen das Schauspiel mit Aussehen und Charakter. Nebendarsteller begleiten die Hauptakteure und setzen diese in Szene. Und viele dezente, aber wichtige Statisten machen das Schauspiel komplett. So ist es auch im Staudentheater. Mit Leitstauden, Begleitstauden und Füllstauden können Sie eindrucksvolle blühende Bühnenbilder aufbauen. Als Leitstauden fungieren große eindrucksvolle Stauden und auch Ziergräser, die durch Wuchsform, Blütenpracht oder Blattschmuck den Charakter eines Beets prägen. Den Leitstauden stellt man sogenannte Begleitstauden zur Seite. Diese Stauden unterstützen die Farbwirkung und den Gesamteindruck des Beets. Und kleinere, niedrigere Füllstauden sorgen für Lückenschluss im Beet und bevölkern häufig den Beetrand.

Natürlich ist diese Einteilung, die sich hauptsächlich für klassische Staudenbeete anbietet, keine starre, unveränderliche Konstruktion. Die Übergänge sind fließend und eine Begleitstaude kann in einem Beet durchaus die Funktion einer Leitstaude einnehmen – Rollentausch ist erlaubt! Sie können auch wunderschöne Beete nur mit Begleitstauden gestalten oder eine niedrige Pflanzung nur mit Füllstauden zusammenstellen. Eine Beetgestaltung ist immer individuell. Sie kommt auf die gegebenen Standortbedingungen an und hängt nicht zuletzt vom Stil des Gartens und dem Geschmack des Gestalters ab.

Violette Fackeln

Die Prachtscharte (Liatris spicata) lässt sich als Leitstaude für den Spätsommeraspekt verwenden. Ihre Blütenstände erscheinen von Juli bis September und locken Schmetterlinge an.

Duftender Klassiker

Die hohe Sommer-Phlox (Phlox paniculata) mag luftige, halbschattige Standorte. Ein Wässern bei Trockenheit ist unbedingt nötig, um die prachtvolle Staude gesund zu halten.

Im Dreier-Pack

Violetter Steppen-Salbei, Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata) und karminrosa blühendes Purpurglöckchen (Heuchera brizoides ‘Scintillation’) – so sieht ein Trio mit attraktiven Füllstauden aus.

Gelingt garantiert

Die Kombination aus rosa-violett blühendem Steppen-Salbei (Salvia nemorosa ‘Amethyst’) als Begleitstaude und grün-gelbem Frauenmantel (Alchemilla mollis) als Füllstaude funktioniert immer und bringt einen reizvollen Farb- und Formenkontrast ins Beet.

AUFFÄLLIGE LEITSTAUDEN

Zu den Leitstauden gehören höhere und farbintensive Stauden, die im Beet den Ton angeben sollen.

Empfehlenswerte Leitstauden sind: Rittersporn (Delphinium), Pfingstrosen (Paeonia), Prachscharte (Liatris), Sommer-Phlox (Phlox paniculata), Sonnenbraut (Helenium), Stauden-Sonnenblumen (Helianthus), Roter Sonnenhut (Echinacea), Hohe Schafgarbe (Achillea-Hybride), Silberkerze (Cimicifuga), Königskerze (Verbascum), Taglilie (Hemerocallis), Greiskraut (Ligularia), Kugeldistel (Echinops), Herbst-Anemone (Anemone), Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum virginicum)

LEITSTAUDEN

Als Hauptdarsteller im Beet eignen sich hohe, prächtige und farbintensive Stauden wie Rittersporn (Delphinium) oder Pfingstrosen (Paeonia). Sie geben den Ton im Beet an. Bei der Pflanzplanung eines Beets sollte man sein Augenmerk zunächst auf die Verwendung der Leitstauden werfen, denn diese stellen das Rückgrat beziehungsweise die Höhepunkte des Beets dar. Leitstauden werden einzeln gesetzt, zu dritt oder fünft, und manchmal sogar nebeneinander aufgereiht als Pflanzstreifen verwendet. Besonders eindrucksvolle Leitstauden, sogenannte Solitärstauden, müssen auf jeden Fall einzeln an ausgewählten Plätzen, in Sichtachsen, Wegekreuzen etc. präsentiert werden. Aufgrund ihrer Höhe und Breite gehören ansonsten Leitstauden in den Beethintergrund oder in die Beetmitte, damit sie die anderen Stauden nicht zu sehr verdecken.

Je nach Jahreszeit können verschiedene Stauden die Funktion der Leitstauden übernehmen. Als Hauptdarsteller fürs Frühjahr bietet sich zum Beispiel Tränendes Herz (Dicentra) an. Da die Frühlingsleitstauden häufig nach der Blüte unattraktiv werden oder ganz einziehen, sollte man sie in den Beethintergrund setzen. Während der späteren Frühlings- und Sommerzeit übernehmen dann Sommer-Phlox (Phlox paniculata), Rittersporn, Pfingstrosen, Taglilien (Hemerocallis), Roter Sonnenhut (Echinacea) oder Königskerze (Verbascum) den Beetvorsitz. Leitstauden für den Spätsommer und Herbst sind Herbst-Anemonen, Raublatt-Astern (Aster novae-angliae), Purpurdost (Eupatorium fistulosum), Herbst-Eisenhut (Aconitum carmichaelii) oder Oktober-Silberkerzen (Cimicifuga simplex).

Auch Ziergräser wie Chinaschilf (Miscanthus) oder Reitgras (Calamagrostis) spielen im Herbst gern die Hauptrolle im Staudentheater.

Bei der Verteilung der Leitstauden gilt das bekannte Motto: Weniger ist mehr! Verwenden Sie nicht zu viele verschiedene Leitstauden in einem Beet, denn die Solisten schwächen sich ansonsten gegenseitig in ihrer Ausstrahlung. Und der Gesamteindrucks des Beets wird aufdringlich und unharmonisch.

Gut aufgestellt

Dieses Beet in Purpur und Violett zeigt eine gute Höhenstaffelung

BEGLEITSTAUDEN

Den eben beschriebenen Leitstauden stellen Sie die sogenannten Begleitstauden zur Seite. Das sind die Mitspieler und Partner der Leitstauden, die sich an deren Seite schmiegen. Sie sollten eine etwas niedrige Wuchsform als die Leitstauden haben und die gewünschte Farbwirkung der Anlage unterstützen. Dies kann geschehen, indem Kontraste erzeugt werden: Stahlblauer Rittersporn wirkt zum Beispiel umwerfend intensiv in einem Meer aus Brennender Liebe (Lychnis chalcedonica). Oder Sie wiederholen die Farbe der Leitstauden in den Blüten der Begleitstauden. So passen die bizarren gelben Blüten des Brandkrauts (Phlomis russeliana) ausgezeichnet zu den zarten gelben Blüten des Mädchenauges (Coreopsis ‘Moonbeam’). In pastelligen Staudenrabatten können Sie rosafarbenen Sommer-Phlox oder Moschus-Malve (Malva moschata) hervorragend graulaubige Stauden wie Woll-Ziest (Stachys byzantina), Currykraut (Helichrysum italicum) oder Perlpfötchen (Anaphalis triplinervis) zur Seite stellen.

Begleitstauden setzt man meist kleinen Gruppen von drei bis zehn Pflanzen zusammen. Auch hier gilt: Lieber nur einige wenige Begleitstauden für ein Beet auswählen. Die ausgesuchten Stauden sollten Sie jedoch an verschiedenen Stellen aufblitzen lassen – Wiederholungen bringen Harmonie in die Gestaltung. Begleitstauden können Sie in kompakten Gruppen – in Tuffs – pflanzen oder als schöne lang gezogene Farbbänder – als Driften – durch Beet ziehen.

BEGLEITSTAUDEN ALS PARTNER

Begleitstauden werden in größeren Gruppen gepflanzt und sollen die Farbwirkung der Leitstauden unterstützen.

Empfehlenswert sind: Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), Feinstrahlaster (Erigeron), Katzenminze (Nepeta × faassenii), mittelhohe Astern (Aster amellus, A. dumosus), Kerzen-Knöterich (Bistorta), Woll-Ziest (Stachys byzantina), Gemswurz (Doronicum), Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia), Sterndolde (Astrantia major), Nelkenwurz (Geum)

Klassisch verteilt

Den Vorsitz in diesem zweiteiligen Staudenbeet übernehmen blauer Rittersporn und gelb blühendes Brandkraut (Phlomoides). Begleitstauden sind Spornblumen, Storchschnabel und Helichrysum. Frauenmantel (Alchemilla) umschmeichelt den Wegrand.

Wandelbar

In großzügigen Pflanzung mit viel Platz können Sie den gelben Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) und auch Kerzen-Knöterich (Bistorta amplexicaule ‘Atropurpureum’) als Begleit- oder Füllstaude einsetzen.

Herbstzauber

Für farbliche Höhepunkte sorgen hier Hohe Fetthenne (Sedum) und gelbe Goldrute (Solidago).Astern spielen die Rolle der Begleitstauden und den Beetrand schmückt weißes Steinkraut.

FÜLLSTAUDEN BRINGEN VOLUMEN

Den Beetrand sowie Lücken in der Pflanzung schließen und bewachsen Füllstauden. Sie werden in größeren Gruppen oder flächig verwendet.

Wertvolle Füllstauden sind: Storchschnabel (Geranium), Gänsekresse (Arabis), Grasnelken (Armeria), Felsen-Steinkraut (Aurinia saxatile), Stauden-Lein (Linum perenne), Pfennigkraut (Lysimachia nummularia), niedrige Glockenblume (Campanula portenschlagiana, C. carpatica, C. poscharskyana), Frauenmantel (Alchemilla mollis), Purpurglöckchen (Heuchera), Kleines Stachelnüsschen (Acaena microphylla), niedrige Astilben, Elfenblume (Epimedium)

Schönes Trio

Violetter Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) lässt sich von den grüngelben Blütenwolken des Frauenmantels (Alchemilla) umschmeicheln. Das Fußvolk bildet rosa blühender Storchschnabel.

FÜLLSTAUDEN

Wenn Leitstauden und Begleitstauden ihre Plätze eingenommen haben, werden die restlichen freien Flächen mit niedrigen, dezenten Staudenarten gepflanzt. Diese Füllstauden sollen die Füße der anderen Beetbewohner umschmeicheln, lästiges Unkraut unterdrücken und vor allem am Beetrand einen schönen Übergang zur angrenzenden Rasen- oder Pflasterfläche schaffen. Außerdem können Storchschnabel (Geranium), Purpurglöckchen (Heuchera) oder Frauenmantel (Alchemilla mollis) das welke Laub von Zwiebelblumen verdecken oder die »leeren« Pflanzplätze von Stauden kaschieren, die nach der Blüte einziehen, wie Tränendes Herz (Dicentra spectabilis) oder Orientalischer Mohn (Papaver orientale). Für einen attraktiven Beetrand während des Frühlings sorgen Polsterstauden wie die weiß blühende Schleifenblume (Iberis sempervirens), das gelbe Felsen-Steinkraut (Aurinia saxatile) oder das Blaukissen (Aubrieta).

In schattigen Bereichen können Sie Beetlücken mit blühenden Füllstauden wie Stern-Anemonen (Anemone blanda), Gedenkemein (Omphalodes verna), Lerchensporn (Corydalis lutea), niedrige Astilben, Ungarwurz (Waldsteinia) und Elfenblume (Epimedium) füllen. Wer sein Schattenbeet lieber mit schönem Blattwerk auffüllen möchte, wählt Seggen-Arten (Carex), Marbel-Arten (Luzula), kleine Farne wie den Tüpfelfarn (Polypodium vulgare) oder Pfauenradfarn (Adiatum pedatum) oder kleinblättrige Funkien (Hosta).

DYNAMISCHE LÜCKENFÜLLER

Ein Staudenbeet bis ins Details zu planen, macht zwar etwas Arbeit, aber auch jede Menge Spaß und man lernt auf der Suche nach neuen Ideen und beim Stöbern durch Fachbücher, Zeitschriften und Kataloge immer wieder neue Pflanzen kennen. Steht das Beetkonzept letztendlich und sind die Stauden in die Erde gebracht, sollte die gewünschte Kombination bei guter Pflege viele Jahre lang halten. Allerdings sollten Sie sich trotz detaillierter Planung einen »unkontrollierbaren« Beetaspekt gönnen: Mogeln Sie zwischen die sesshaften Stauden auch ein paar vorwitzige Vagabunden. Kurzlebige Springer wie Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria), Akelei, Nachtkerzen (Oenothera), Bart-Nelken (Dianthus barbata), Fingerhut (Digitalis), Purpur-Leinkraut (Linaria purpurea), Eisenkraut (Verbena bonariensis) oder Stockrose (Alcaea) sind ganz und gar nicht standorttreu, sondern suchen sich jedes Jahr durch Selbstaussaat einen neuen Platz im Beet. Sie sorgen so immer wieder für neue überraschende Gartenbilder.

EIN PARADIES IM BODENSEE

Vielfältige Farben, zarte und berauschende Düfte, fröhliche und ruhige Klänge, schmeichelnde Aromen – die Mainau bietet ein Fest für die Sinne.

»Als erster Park in Europa wurde die Mainau GmbH 1998 nach den EU-Öko-Audit-Umweltrichtlinien (EMAS) zertifiziert. Ziel ist es, den Umweltstandard der Mainau im Rahmen der wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten kontinuierlich im Sinne von EMAS II weiterzuentwickeln und damit als größter touristischer Anbieter in der Region Vorreiter dieser Branche im Umweltschutz zu bleiben.«

Üppige Blütenpracht das ganze Jahr über, ein Park mit einem über 150 Jahre alten Baumbestand, der barocke Glanz von Schlossanlage und Kirche, dazu der mediterrane Charakter – das ist die Mainau, die Blumeninsel im Bodensee. Graf Lennart Bernadotte († 2004), der Urenkel von Großherzog Friedrich I., entwickelte den verwilderten Park zu einem Blumen- und Pflanzenparadies weiter und machte die Insel der Öffentlichkeit zugänglich. Die nach Graf Lennart folgende fünfte Bernadotte-Generation ist bestrebt, die seit 1932 erarbeitete und fundierte Philosophie weiterzuführen und für Besucher aus aller Welt eine Oase der Naturschönheit, Harmonie und Entspannung immer wieder neu zu schaffen. Den Stress des Alltags und des übertechnisierten Zeitalters für ein paar Stunden zu vergessen und in der »Entschleunigung« Erholung zu finden, soll der Gewinn für die Mainau-Gäste sein, wenn sie die vom Klima begünstigte und in der Welt einmalige Blumeninsel im Bodensee besuchen.

Rund eine Million Besucher pro Jahr zählt das 45 Hektar große Eiland und ist heute die größte Touristenattraktion am Bodensee. Die Blumeninsel bietet weit mehr als einen den Jahreszeiten folgenden Blütenreigen. Die wechselnde Blütenpracht und das wertvolle Arboretum machen die Mainau zu einem einzigartigen Erlebnis. Vor allem die Sammlungen der Palmen und Zitruspflanzen vermitteln tropisches Flair. In einem der größten Schmetterlingshäuser Deutschlands können rund 40 exotische Schmetterlingsarten aus der Nähe beobachtet werden. Jede Menge Naturerlebnis, Lehrreiches und Abwechslung bieten der Stauden- und der Dahliengarten, der Dachgarten auf der Comturey, die Metasequia-Allee und die neue, tropisch anmutende Pflanzung »Farn und Fuchsie«. Kinder kommen auf den zahlreichen Spielplätzen und dem Bauernhof mit Streichelzoo sowie einer Ponyreitbahn auf ihre Kosten. Glanzvolle Events wie das »Gräfliche Inselfest« und das »Gräfliche Schlossfest«, die »Klingende Mainau« und die Mainau-Konzerte sind sehr beliebte Veranstaltungen auf der Insel Mainau. Die Gastronomie der Insel besteht seit über 75 Jahren. Inzwischen angewachsen auf acht über die Insel verteilte Betriebe wird das gastronomische Angebot allen Wünschen gerecht, es reicht vom Imbiss und Nachmittagskaffee bis zum festlichen Menü am Abend.

Der neue Staudengarten

In den Staudenbeeten wird das klassische System der Pflanzenverwendung nach Lebensbereichen neu aufgenommen und weiterentwickelt.

Blauer Schatz

Edeldistel (Eryngium) übernimmt hier die Rolle der Leitstaude. Nachbarn sind Knautien, Malven, Glockenblumen und einjähriges Lampenputzergras.

SOMMERBLUMEN ALS FARBTUPFER

Mit einjährigen Sommerblumen können Sie Farbe ins Staudenbeet bringen und Pflanzlücken schließen.

Sommerblumen als Staudenpartner: Zinnie (Zinnia), Kosmee (Cosmos), Wunderbaum (Rhizinus), Goldmohn (Eschscholzia california), Ziertabak (Nicotiana), Ringelblumen (Calendula), Spinnenblume (Cleome), Löwenmäulchen (Antirrhinum), Studentenblume (Tagetes), Leberbalsam (Ageratum), Sommerastern (Callistephus), Rauer Sonnenhut (Rudbeckia hirta), Lobelie (Lobelia fulgens), Marien-Glockenblume (Campanula medium), Einjährige Sommerblume (Helianthus annuus), Einjährige Salbei-Arten (Salvia farinacea, S. splendens)

BLÜTENZAUBER FÜR EINE SOMMERSAISON

Ebenfalls jedes Jahr neu und sehr spannend ist der Einsatz von Sommerblumen im Staudenbeet. Die einjährigen Pflanzen können »Erste Hilfe« in frisch angelegten Staudenbeete leisten und die noch lückige Pflanzung auffüllen. Wer mag, kann auch ganz bewusst Plätze im Beet frei lassen, um diese jährlich mit anderen Sommerblumen zu besetzen. So sieht das Beet immer ein bisschen anders aus – keine Chance für Langeweile!

Im Gartenbeet kommen, anders als im Topf oder Balkonkasten, höhere, aufrecht wachsende Einjährige häufiger zum Einsatz als flach liegende beziehungsweise hängende Sommerblumen. Schließlich müssen sich Zinnien (Zinnia), Studentenblumen (Tagetes), Levkoje (Matthiola), Löwenmäulchen (Antirrhinum), Kosmeen, Zier-Tabak (Nicotiana) und Ringelblumen auch neben den mehrjährigen Stauden behaupten und wollen ihre Blüten zwischen die Staudenblüten mischen. Sommerblumen strotzen nur so vor Energie und häufig sehr auffällig und farbintensive Blüten, deshalb sollten sie im Staudenbeet nur punktuell eingesetzt werden. Überfrachten Sie ein Beet nicht mit Sommerblumen, sonst wird es schnell kunterbunt und wirkt zu aufdringlich. Setzen Sie lieber auf einige wenige Farbkombinationen, die dann aber besser zur Geltung kommen. Eindrucksvoll zeigt sich zum Beispiel die Kombination aus orange blühendem Goldmohn (Eschscholzia california) und mehrjährigem Steppen-Salbei (Salvia nemorosa). Sommerblumen spielen nicht nur als Mannschaftskamerad in der Staudenliga mit, sie können durchaus auch die Kapitänsbinde tragen, sprich als Leitpflanzen und Solitäre verwendet werden. Dekorative Solisten sind Wunderbaum (Ricinus communis) und die Amaranth-Sorte ‘Rote Fackel’. Zu den Leitpflanzen, die in kleinen Gruppen gepflanzt werden und über die Sommermonate hinweg den Charakter eines Beets bestimmen können, gehören Spinnenblumen (Cleome spinosa), hohe Kosmeen-Sorten und großer Zier-Tabak (Nicotiana sylvestris).

Höhepunkte im Beet können auch mit einjährigen Kletterern berankte Obelisken darstellen. In fröhlichen Sommerbeete passt zum Beispiel ein Rankgerüst mit Schwarzäugiger Susanne (Thunbergia) oder kletternder Kapuzinerkresse (Tropaeolum peregrinum). In Bauerngärten lassen Sie Duftwicken (Lathyrus odoratus) an Obelisken oder an Zäune emporranken.

Kunterbunt

Eine wirklich unkonventionelle Mischung aus Stauden, Sommerblumen und Zwiebelblumen mit Verbena bonariensis, Veronicastrum virginicum ‘Album‘, Crocosmia ‘Lucifer‘, Leucanthemum superbum ‘Aglaia‘, Hemerocallis ‘Hyperon‘, Sanguisorba tenufolia ‘Pink Elephant‘, Eremurus × isabellinus ‘Cleopatra‘, Allium sphaerocephalum, Catanache caerulea ‘Alba‘ und ‘Major‘, Echinacea purpurea ‘Ruby Giant‘, Dahlia ‘Murdoch‘, Lilium regale, Achillea ‘Walter Funcke‘, Echinacea ‘Art‘s Pride‘, Deschampsia cepitosa ‘Goldtau‘, Knautia macedonica, Eryngium ‘Jos Eijking‘ und Selinum carvifolium.

Neben den blühenden Einjährigen spielen in modernen Pflanzungen auch einjährige Blattschmuckpflanzen und Ziergärten eine immer größere Rolle. Grüne beziehungsweise buntgrüne Akzente setzen zum Beispiel Buntnesseln (Solenostemon syn. Coleus), Papageienblatt (Iresine) und Sommerzypresse (Bassia scoparia). Und wer sich einmal in die zauberhaften Wedel des rotlaubigen Federborstengrases (Pennisetum setaceum ‘Rubrum’), der Mähnen-Gerste (Hordeum jubatum) oder des Fiedergrannengras (Pennisetum villosum) verliebt hat, möchte diese in keinen Sommer lang missen.

ZWIEBELN UND KNOLLEN

Zwiebel- und Knollenblumen sind im Grunde genommen auch Stauden, denn ihre oberirdischen Organe sterben im Winter ab, sie verholzen nicht und wachsen mehrjährig. Allerdings werden Tulpen, Narzissen und Konsorten aber nicht der Regel als eigene Pflanzengruppe behandelt und vermarktet. Also ist es durchaus legitim, davon zu sprechen, dass man ein Staudenbeet mit Zwiebelblumen aufpeppen möchte. Und das funktioniert in der Tat hervorragend. Bereits im zeitigen Frühjahr beginnt die Zeit der Zwiebeln. Winterlinge (Eranthis hyemalis), Schneeglöckchen (Galanthus) und Netz-Iris (Iris reticulata) strecken noch vor den meisten anderen Stauden ihre Blütenköpfe der Sonne entgegen. Dann folgen nach und nach viele weitere Zwiebel- und Knollenschönheiten. Die Winzlinge unter ihnen wie Schneeglanz (Chionodoxa) oder Buschwindröschen (Anemone nemorosa) sollten Sie in die vorderen Beetbereiche verteilen, damit die Minis gut sichtbar sind. Die zarten Frühlingszwiebelpflanzen können sich am besten und ungestört in Steingartenalgen oder im Schutz von Gehölzen ausbreiten und eindrucksvolle Blütenteppiche bilden. Dagegen fühlen sich spätere, meist züchterisch veränderte Frühlingsblüher wie Tulpen, Narzissen und Zierlauch eher in prachtvollen Beetstaudenpflanzungen wohl.

Ein besonderes Augenmerk sollten Sie auf die sommerblühenden Zwiebeln- und Knollenpflanzen legen. Montbretien (Crocosmia), Lilien (Lilium-Arten), einige sommerblühende Zier-Lauch-Arten, Steppenkerzen (Eremurus), Dahlien und Blumenrohr (Canna) passen hervorragend in sommerliche und spätsommerliche Beete. Besonders die einfach blühenden Dahlien (Simplex-Dahlien) und die Päonienblütigen Dahlien fügen sich unkompliziert, aber wirkungsvoll zwischen Stauden ein. Zum herbstlichen Saisonausklang erscheinen zu guter Letzt noch Herbstzeitlose (Colchicum), Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) und Herbst-Krokusse (Crocus speciosus) auf der Gartenbühne.

Zartes Erwachen

Zeitgleich erwachen Lenzrosen (Helleborus orientalis-Hybride) und weiße Narzissen aus ihrem Winterschlaf und bereichern schattige Bereiche unter Gehölzen.

ZWIEBELN FÜR DAS GEWISSE ETWAS

Mit Zwiebel- und Knollenpflanzen bringen Sie zu jeder Jahreszeit reizvolle neue Aspekte ins Staudenbeet

Gute Mitspieler im Staudenbeet sind: Winterling (Eranthis), Schneeglöckchen (Galanthus), Tulpe, Narzisse, Zier-Lauch (Allium), Montbretie (Crocosmia), Dahlie, Lilie, Krokus, Präriekerze