Stefan Loose Reiseführer E-Book Vietnam - Andrea Markand - E-Book

Stefan Loose Reiseführer E-Book Vietnam E-Book

Andrea Markand

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Beschreibung

Stefan Loose E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck!

E-Book (ePub) basiert auf: 8. Auflage 2025

Der Loose ist seit Jahren die Nummer eins in Sachen Reiseführer Vietnam. Die neueste Auflage der orangenen Reisefibel enthält wie immer aktuelle und gut recherchierte Reiseinfos und fundierte Tipps. Dieses Buch zeigt den Weg in touristisch erschlossene ebenso wie in sowie abseitige Regionen, die selbst erfahrene Vietnamreisende oft noch nicht kennen – das perfekte Buch für Einsteiger und Fortgeschrittene! 
Andrea und Mark Markand reisten für die aktuelle Auflage wieder monatelang durch das Land, kreuz und quer, allein und zusammen, mit und ohne Kinder. Sie erkundeten Städte und Strände genauso wie die Nationalparks des Landes. Das Buch bietet unzählige wertvolle Hinweise, die man braucht, um erfolgreich auf eigene Faust durchs Land zu reisen: Unterkünfte und Restaurants – von günstig bis gediegen –, ausführliche Verkehrsinfos für die Planung der Reise, umfangreiche Hintergrundinfos zu Land und Leuten und vieles mehr. 
Und dieser Loose ist vernetzt: mit QR-Codes geht es ganz einfach zu den Online-Updates, mit aktuellen Infos, vielen Fotos und Leser:innentipps.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 1340

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

Routenplaner

Highlights

Reiseziele und Routen

Klima und Reisezeit

Reisekosten

Travelinfos von A bis Z

Anreise

Barrierefreies Reisen

Botschaften und Konsulate

Einkaufen

Essen und Trinken

Fair reisen

Feste und Feiertage

Foto und Video

Geld

Gepäck und Ausrüstung

Gesundheit

Informationen

Kinder

Post

Reiseveranstalter

Sicherheit

Sport und Aktivitäten

Telefon und Internet

Transport

Übernachtung

Verhaltenstipps

Versicherungen

Visa

Weiterreise

Zeit und Kalender

Zoll

Land und Leute

Geografie

Flora und Fauna

Umwelt

Bevölkerung

Geschichte

Regierung und Politik

Wirtschaft

Religion

Kunst und Kultur

Ha Noi und Umgebung

Ha Noi

Sehenswürdigkeiten

Ein Tag in Ha Noi: die wichtigsten Highlights

Die Umgebung von Ha Noi

Spuren der vietnamesischen Frühgeschichte

Tam Dao

Thai Nguyen und Umgebung

Handwerksdörfer und Pagoden

Die Parfümpagode

Nam Dinh und Umgebung

Nördliches Bergland

Nordwestliches Bergland

Hoa Binh

Mai Chau und Pu-Luong-Naturschutzgebiet

Moc Chau und Umgebung

Yen Chau

Son La

Tuan Giao

Dien Bien Phu

Muong Lay und Umgebung

Lai Chau

Sa Pa

Lao Cai

Bac Ha und Umgebung

Der hohe Norden

Ha Giang

Dong Van und Umgebung

Der Ha-Giang-Loop: Abenteuer im Norden

Meo Vac

Bao Lac

Bao Lam

Nordöstliches Bergland

Cao Bang und Umgebung

Ba-Be-Nationalpark

Lang Son und Umgebung

Ha-Long-Bucht und nördliche Küste

Hai Phong

Cat Ba

Ha-Long-Stadt (Bai Chay und Hon Gai)

Ha-Long-Bucht

Quan Lan und Bai-Tu-Long-Bucht

Mong Cai

Tra Co

Nördliches Zentralvietnam

Ninh Binh, Tam Coc und Umgebung

Grotten und Felsen: Mit Moped oder Rad

Cuc-Phuong-Nationalpark

Thanh Hoa und Umgebung

Vinh und Umgebung

Dong Hoi

Phong-Nha/Ke-Bang-Nationalpark

Dong Ha

Quang Tri

Die Demilitarisierte Zone (DMZ)

Am Wolkenpass: von Hue bis Hoi An

Hue

Südlich des Flusses

Die nähere Umgebung von Hue

Südwestlich von Hue

Kaisergräber

Thuan-An-Strand

Bach-Ma-Nationalpark

Der Wolkenpass (Hai-Van-Pass)

Da Nang

Son-Tra-Halbinsel (Monkey Mountain)

Die Marmorberge

Hoi An und Umgebung

Vom Cua-Dai- bis An-Bang-Strand

Die Cham-Inseln

My Son

Küste und Hochland südlich von Hoi An

Die Küste südlich von Hoi An

Tam Ky und Umgebung

Quang Ngai und Umgebung

Ly Son

Sa Huynh

Quy Nhon

Die Umgebung und von Quy Nhon

Bai An Xep

Tuy Hoa

Die Umgebung von Tuy Hoa

Das zentrale Hochland

Kon Tum

Die Umgebung von Kon Tum

Plei Ku und Umgebung

Nha Trang, Mui Ne und die Südküste

Nha Trang und Umgebung

Phan Rang-Thap Cham und die Strände Ninh Chu und My Hoa

Ca Na

Mui Ne

Phan Thiet

Phu Quy

Von Phan Thiet nach Vung Tau

Tien-Thanh-Strand/Bikini Beach und Leuchtturm von Ke Ga

Ta-Ku-Berg (Ta Cu Mountain)

Die Küste von Ke Ga über La Gi bis Long Hai

Vung Tau

Da Lat und das südliche Hochland

Buon Ma Thuot und Umgebung

Lak-See

Da Lat und Umgebung

Cat-Tien-Nationalpark

Per Rad zu Krokodilen und ins Grasland

Ho-Chi-Minh-Stadt und Umgebung

Ho-Chi-Minh-Stadt

Sai Gon

Cho Lon

Parks und Gärten

Großraum HCMS

Ein Spaziergang durch Sai Gon

Die Umgebung von Ho-Chi-Minh-Stadt

Die Tunnel von Cu Chi

Tay Ninh

Nui Ba Den

Can Gio

Das Mekong-Delta

Östliches Mekong-Delta

My Tho

Die Umgebung von My Tho

Ben Tre und Umgebung

Tra Vinh und Umgebung

Zentrales Mekong-Delta

Can Tho und Umgebung

Vinh Long, Cai Be und die Insel An Binh x 24,5

Cao Lanh und Umgebung

Sa Dec

Long Xuyen

Westliches Delta

Chau Doc

Die Umgebung von Chau Doc

Ha Tien

Die Umgebung von Ha Tien

Hon Chong

Rach Gia und Umgebung

Südliches Delta

Soc Trang und Umgebung

Bac Lieu und Umgebung

Ca Mau und Umgebung

Phu Quoc und die Inseln des Südens

Phu Quoc

Duong Dong

Bai Truong (Langer Strand)

Ong Lang

Weitere Strände im Norden der Insel

Rundfahrt in Phu Quocs Norden

Im Süden der Insel

Die Ostküste

Con Son und der Con-Dao-Archipel

Strände und Ausflüge

Weitere Inseln im Süden

Hai Tac (Pirateninseln)

Hon Tre

Hon Son

Nam-Du-Archipel

Tho Chu

Anhang

Sprachführer

Glossar

Reisemedizin zum Nachschlagen

Bücher

Index

Danksagung und Nachwort

Bildnachweis

Impressum

Kartenverzeichnis

Reiseatlas

VIETNAM

Die Highlights

Eine lange Küste mit schönen Stränden, Berge mit Reisfeldern und Wasserfällen, quirlige Metropolen und kleine Dörfer – eine faszinierende Vielfalt von Lebenswelten: Vietnam ist ein einzigartiges Reiseland.

1HA NOI In Ha Noi prägen noch viele Traditionen das tägliche Großstadtleben. Kleinhändler bieten ihre Waren feil, Handwerksbetriebe wirtschaften in der x-ten Generation mit Devotionalien, Musikinstrumenten oder traditioneller Medizin. Sehenswürdigkeiten aus vielen Epochen ziehen kulturell und historisch Interessierte in ihren Bann, Parks und Seen bieten Erholungsorte, und nach Sonnenuntergang lockt sogar ein bisschen Nachtleben: vor allem in der Altstadt, die nicht nur tagsüber einen Besuch wert ist. >>

2MAI CHAU Landleben light: Unweit von Ha Noi wohnt man günstig im Homestay oder komfortabel im Bungalow zwischen den Reisfeldern. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung ins schöne Pu-Luong-Naturschutzgebiet. >>

3SA PA Der Touristenmagnet im nördlichen Bergland lockt mit bunten Märkten und einer grandiosen Landschaft aus Reisterrassen, Wasserfällen, Bergen und Tälern. Auch bei Vietnamesen ist die Region sehr beliebt – als Kulisse für einzigartige Erinnerungsfotos. >>

4HA-GIANG-LOOP Kein Geheimtipp mehr, aber ein unvergessliches Erlebnis: Die Tour durch die Karstberge im hohen Norden führt in eine atemberaubend schöne Landschaft. >>

5CAT BA Die Insel am Rand der Ha-Long-Bucht ist weitgehend als Naturpark geschützt. Schöne Strände und viele Möglichkeiten zum Klettern und Kajakfahren setzen sie auf den Reiseplan von immer mehr Travellern. >>

6HA-LONG-BUCHT Die mystische Landschaft aus Kalksteinfelsen wird als achtes Weltwunder gehandelt. Eine Bootstour durch die Bucht gehört zum Standardprogramm der meisten Reisenden. >>

7TAM COC UND UMGEBUNG (Abb. Folgeseite) Die „Trockene Ha-Long-Bucht“: Steil aufragende Karstkegel, so weit das Auge reicht. Bootstouren führen durch die Reisfelder dazwischen – und durch mehrere Höhlen. >>

8PHONG NHA Ein Hit für Höhlenfans: das kilometerlange System aus Wasserwegen, Kammern und Tropfsteinen. Jüngst wurde hier die größte Höhle der Welt entdeckt. >>

9HUE Ein kultureller Höhepunkt – die alte Kaiserstadt am Parfümfluss. Faszinierende Kaisergräber umgeben die Stadt, in der es ein lebendiges Travellerviertel gibt. Ein weiteres Highlight ist die lokale Kochkunst, die hier zu höchster Perfektion gebracht wurde. >>

10DA NANG Die boomende Metropole in Zentral-Vietnam lockt mit kilometerlangen Stränden und jeder Menge interessanter Ziele in der Umgebung. >>

11HOI AN Ein Ort wie ein Freilichtmuseum: Für viele Reisende ist Hoi An die schönste Stadt Vietnams. Die meisten bleiben länger als geplant. >>

12MUI NE Der kilometerlange Sandstrand ist nicht nur ein Traumziel für Kitesurfer – auch der ganz normale Alltag geht hier noch seinen Gang. >>

13YOK-DON-NATIONALPARK Ausgewilderte Arbeitselefanten in ihrer natürlichen Umgebung beobachten: Ein eindrückliches Erlebnis, das den Tieren nicht das geringste Leid zufügt. >>

14CAT-TIEN-NATIONALPARK Auf Foto-Pirsch bestehen gute Chancen, Krokodilen, Pfauen und Gibbons zu begegnen. >>

15SAIGON Die vielseitige Hauptstadt des Südens versprüht internationales Flair. Hier pulsiert das Leben – rund um die Uhr. >>

16VIETNAMESISCHE Für manche ist sie die KÜCHE beste Küche der Welt: Frische Zutaten mischen sich mit Erfindungsgabe und einem Sinn für Ästhetik. >>

17MEKONG-DELTA (Abb. Folgeseite) Faszinierend: Die Wasserwelt des „neunarmigen Drachen“ vom Boot aus entdecken. >>

18PHU QUOC Die Insel wird auch „Perle des Südens“ genannt: Am Hauptstrand Bai Truong herrscht Betrieb, doch wer sich auf Entdeckungsreise begibt, wird einsame Strände und malerische Fischerdörfer entdecken. Der Ausbau der Straßen und großer Hotels schreitet jedoch mit großen Schritten voran und zeugt von den Plänen, die Insel für noch mehr Besucher attraktiv zu machen. >>

19HON SON Eine Insel mit zwei Bergen und ‘ner Straße drumherum ... Zum Schluss noch unser „Spezial-Tipp“: Auf diese kleine Insel verirrt sich kaum ein westlicher Tourist – und genau das macht den Besuch hier so spannend. >>

Reiseziele und Routen

Reiseziele

Vietnam – das sind quirlige Metropolen, stille Tempel, traumhafte Strände, riesige Sanddünen, weitläufige Deltas, geheimnisvolle Grotten und eine abwechslungsreiche Berglandschaft mit Schluchten, Dschungel, Wasserfällen und Reisterrassen.

An den zahlreichen Stränden kann man wunderbar spazieren gehen, baden, auf einer Liege entspannen und an einigen auch schnorcheln und tauchen. Wer sich noch mehr erholen will, der findet an vielen Orten des Landes Wellnessanlagen, die ihre Gäste wunderbar zu verwöhnen wissen.

Aktive Naturen zieht es in die Berge, denn sie locken mit Rafting-, Trekking-, Wander- und Fahrradtouren, bei denen man die Natur genießen und die Lebensweisen einiger ethnischer Minderheiten kennenlernen kann.

Zahlreiche beeindruckende Cham-Heiligtümer, Kaisergräber monumentalen Ausmaßes, restaurierte oder verfallene Zitadellen und Paläste warten auf Besucher, und einige Stätten der jüngeren kriegerischen Vergangenheit sind ebenfalls sehenswert. Daneben heißen buddhistische Klöster und Heiligtümer der verschiedenen Religionsgemeinschaften Vietnams auch Nichtgläubige willkommen.

Die Hotel- und Reisestandards sind hoch – die Preise für das Gebotene niedrig. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut und Individualreisende kommen hier sehr gut zurecht. Wer fürchtet, nun in Vietnam keine Reiseabenteuer mehr erleben zu können, kann sich freuen, denn abseits der üblichen Routen findet sich noch viel Spannendes und Unentdecktes – und manch einer entdeckt sein ganz eigenes kleines Paradies.

Wer kann, sollte eines der vielen Feste, die im Laufe des Jahres stattfinden, in den Reiseplan einbauen. Egal ob Tempelfest, Neujahrsfeiern oder Hochzeiten: Nicht selten wird man als Individualreisender spontan eingeladen, mitzufeiern – und bekommt so einen ganz besonderen Einblick in die Seele Vietnams.

Städte

Die Hauptstadt Ha Noi>> ist immer einen Besuch wert. Die verwinkelten Gassen der Altstadt und das Leben am Hoan-Kiem-See sollte man sich nicht entgehen lassen. Auch ein Besuch in einer der zahlreichen Pagoden der Stadt verspricht interessante Eindrücke. Wer einkaufen will und es liebt, in kleinen Läden zu stöbern, ist in der Altstadt von Ha Noi genau richtig.

Ho-Chi-Minh-Stadt>>, die größere und wirtschaftlich boomende Metropole des Südens, bietet internationales Flair und jede Menge angesagte Bars und Pubs. Einen Besuch lohnen insbesondere die Stadtteile Sai Gon mit vielen Hinterlassenschaften der französischen Kolonialzeit und Cho Lon (Chinatown) mit seinen Märkten und Pagoden.

Die ehemalige Handelsstadt Hoi An>> in Zentralvietnam (nahe Hue) mit ihren antiken Häusern wartet mit einer ganz besonderen Atmo0sphäre auf. Dieser Ort mit vielen Cafés und Restaurants, Schneidern, Galerien und Tausenden bunten Lampenschirmen (die auch das heimische Wohnzimmer nach der Reise in warmes Licht zu tauchen vermögen) ist touristisch komplett erschlossen. Und doch bleiben viele Besucher spontan länger als geplant, denn auch die Umgebung hat viel zu bieten, etwa die schönen Strände Cua Dai und An Bang, an denen man prima wohnen kann.

Stadt- und Strandurlaub kann man auch in Nha Trang miteinander verbinden. Für Freunde des Nachtlebens finden sich hier ein paar Ausgehmöglichkeiten. Am Strand gibt es zudem angesagte Beachbars.

Immer weiter erschlossen wird auch der Strandbereich von Da Nang. Da die Stadt nahe der Marmorberge und Hoi An liegt und es auch nach Hue nicht sehr weit ist (und sie zudem gut an Zug und Flugverbindungen angeschlossen ist), eignet sie sich gut für alle, die an einem Ort etwas länger verweilen und Tagesausflüge unternehmen wollen.

Strände und Inseln

Besonders beliebt sind die Strände der Insel Phu Quoc>> nahe der kambodschanischen Küste im Südwesten Vietnams. Mit dem Moped oder Taxi lassen sich hier spannende Touren unternehmen, sollte man einmal nicht mehr nur am Strand faulenzen wollen.

Kulinarisches Reisen in Vietnam

Vietnam ist ein lohnendes Reiseziel für Genießer und kulinarische Abenteurer. Die Vietnamesen lieben das Essen und haben aus vielen Einflüssen eine ganz eigenständige Küche entwickelt. Während in den Metropolen Ha Noi und besonders Ho-Chi-Minh-Stadt immer mehr Küche von internationalem Rang kredenzt wird, können experimentierfreudige Esser in den Provinzen ihre Grenzen ausloten: Hund und Schlange, Sandwurm und Reisfeldratte sind teils teure Delikatesse, teils rustikaler Snack.

Unbedingt probieren sollte man neben den auch hierzulande bekannten Frühlingsrollen(nem) die im ganzen Land verbreitete Rindfleischsuppepho – am besten zum Frühstück, aber auch gut zu anderen Tageszeiten. Zudem einige Spezialitäten der Küche von Hue – von Spitzenköchen für den kaiserlichen Tisch entwickelt. Außerdem empfehlen sich frische Meeresfrüchte, die entlang der ganzen Küste angeboten werden. Neben Fisch beeindruckt die große Auswahl an Muscheln und Krustentieren. Vegetarier finden, Buddha sei Dank, überall auch fleischlose Küche. Und egal wohin die Reise führt: Stets locken ganz besondere regionale Produkte, die einen kulinarischen Trip nie langweilig werden lassen.

Strandleben bietet auch Mui Ne>>, nur etwa zweieinhalb Fahrstunden von HCMS entfernt an der südlichen Zentralküste. Ein Ausflug zu den Sanddünen zählt zu den absoluten Highlights dieses Gebietes. Und auch die zahlreichen Restaurants mit frischem Seafood begeistern.

Nha Trang>> lockt mit einem der schönsten urbanen Strände Asiens. Die Stadt ist allerdings sehr touristisch, so dass viele Traveller sie eher meiden. Der ebenfalls attraktive Stadtstrand von Da Nang>> wird hingegen von Jahr zu Jahr populärer.

Von den Stränden nahe Hoi An, Cua Dai und An Bang>> wird vor allem letzterer zunehmend beliebter. Das ist nicht verwunderlich, denn man wohnt hier noch in einem Fischerdorf und hat doch alles, was das touristische Herz begehrt.

Weitere Strände befinden sich an der gesamten Küste. Viele sind in erster Linie für vietnamesische Strandurlauber erschlossen – was für Traveller, die abseits der Touristenströme reisen wollen, gerade ein Plus sein kann. Am Wochenende und in den Ferien wird es hier meist sehr voll, in der Woche hat man den Strand dann oft fast für sich allein. An diesen Orten sprechen noch nicht viele Vietnamesen Englisch und so wird allein die Kommunikation zu einem großen Spaß. Unser Tipp ist ein Besuch auf den Inseln Ly Son>> und Hon Son>>.

Inselliebhaber sollten zudem einen Ausflug nach Con Dao>> in Erwägung ziehen – die Insel hat tolle Strände und Tauchgebiete.

Kultur

Kulturinteressierte kommen in Vietnam voll auf ihre Kosten. Mehrere Stätten des Unesco-Weltkulturerbes liegen in Zentralvietnam (s. Kasten >>). Dazu zählen die sehenswerten Kaisergräber und der Kaiserpalast von Hue>> sowie die Tempel von My Son>>, die ein eindrucksvolles Beispiel der Baukunst der Cham darstellen. Auch die Altstadt von Hoi An>> ist geschütztes Weltkulturerbe.

Unesco-Welterbe in Vietnam

© MARK MARKAND

Vietnam hat neun Stätten, die von der Unesco als Welterbe anerkannt wurden.

■Hue, die einstige Hauptstadt des ersten vereinigten Vietnam von 1802, war bis 1945 Sitz der Kaiser. Die Monumente der Stadt wurden 1993 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

■ Die Ha-Long-Bucht mit ihren bizarren Kalksteinfelsen ist seit 1994 geschützt.

■ Die Altstadt von Hoi An (Foto) wurde als Zeugnis einer erfolgreichen Handelsstadt zwischen dem 15. und 19. Jh. 1999 zum Weltkulturerbe erklärt.

■ Die My-Son-Heiligtümer der Cham, die vom 4.–13. Jh. in Zentralvietnam entstanden, wurden ebenfalls 1999 in die Liste der Unesco aufgenommen.

■ Der Phong-Nha/Ke-Bang-Nationalpark mit seinen bizarren Karstfelsen gehört seit 2003 zum Weltnaturerbe. 2025 wurde er mit dem Hin-Nam-No-Nationalpark in Laos zusammengeführt.

■ Die Thang-Long-Zitadelle in Ha Noi wurde 2010 in die Liste aufgenommen; 2011 folgte dann die Zitadelle der Ho-Dynastie im Hinterland von Thanh Hoa.

■ Seit 2014 ist zudem die Trang-An-Landschaft westlich von Ninh Binh mit ihren dramatischen Karstfelsen von der Unesco als Welterbe anerkannt.

■ Seit 2025 ergänzt der Komplex aus Pagoden und Landschaften Yen Tu – Vinh Nghiem – Con Son-Kiep Bac östlich von Ha Noi die Liste.

Neben Naturlandschaften und Bauwerken stellt die Unesco seit 2003 auch immaterielle Kulturgüter wie Handwerkstraditionen oder tänzerische Ausdrucksformen als Masterpieces of Cultural Heritage unter ihren Schutz. Zu diesen Meisterwerken der Menschheit wurden in Vietnam das Spiel der Gongs im zentralen Hochland und die Kunst des Nha Nhac (s. Kasten >>) ernannt.

Auf dem Weg von Nord nach Süd oder umgekehrt empfiehlt es sich, diese Stätten des Weltkulturerbes anzusehen. Auch wer sich dafür entscheidet, nur einige Landesteile zu bereisen, sollte versuchen den Besuch in der Mitte des Landes in den Reiseplan einzubauen, denn die nah beieinander liegenden historischen Stätten legen eindrucksvoll Zeugnis ab von dem Reich der Cham, der vietnamesischen Kaiserzeit und dem Reichtum einer einst bedeutenden Handelsstadt.

?Fragen und Antworten

© ROBIN KUHNHENNE

Seit 30 Jahren reisen Andrea und Mark zusammen durch die Welt. Als Loose-Autoren sind sie jedes Jahr mehrere Monate in Asien unterwegs. Im Laufe der Zeit haben sie Vietnam immer mehr ins Herz geschlossen. In dem Land gibt es so viel zu entdecken, dass selbst sie als erfahrene Vietnam-Reisende bei ihren Touren immer wieder etwas Interessantes und Neues aufspüren.

■Reichen 14 tage, um das land zu entdecken?

Wer maximal zwei Wochen Urlaub hat, kann auch in dieser recht kurzen Zeit in Vietnam viel erleben. Man sollte sich dann aber auf einen Landesteil (entweder den Süden oder den Norden) beschränken oder zusätzlich Inlandsflüge (am besten in die Mitte des Landes nach Da Nang) buchen. Vier bis fünf Ziele reichen dann völlig aus, alles andere würde Stress verursachen.

■Reist man besser von norden nach süden oder umgekehrt?

Beginnt man seine Reise im Norden, wird der Kulturschock am Anfang relativ groß sein. Je weiter man nach Süden reist, desto offener werden die Menschen, desto vertrauter sind ihnen westliche Verhaltensweisen. Startet man hingegen im Süden, wirkt das Land auf den ersten Blick gar nicht so fremd. Es gibt westliche Waren, viele Supermärkte und Shopping Malls. Und am Strand tummeln sich Frauen im Bikini. Fährt man von dort weiter in Richtung Norden, taucht man immer tiefer in das traditionelle Vietnam ein. Der Kulturschock ist so geringer – man wird lediglich verwundert sein über die kulturellen Unterschiede zwischen Nord und Süd.

■ist Vietnam ein sicheres Reiseland?

Das Land gehört zu den sichersten Zielen Asiens, wenngleich man sich an einigen touristischen Hotspots vor Dieben etwas in Acht nehmen sollte. Im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus steht Vietnam bislang nicht. Reisende müssen sich, wie überall in Asien, vor Tropenkrankheiten schützen, ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht in Vietnam aber nicht.

■ist Vietnam ein Reiseziel für Familien?

Ein ganz klares Ja – es gibt ausgesprochen viel zu entdecken, und das auf sicherem Terrain. Die Landschaft mit ihren Bergen, Höhlen und dem Meer fasziniert auch Kinder. Zugleich bietet die

Küche neben Exotischem auch Früchte sowie Pizza und Pommes, sodass niemand auf Gewohntes verzichten muss. Allerdings muss man wissen, dass die Vietnamesen traditionell sehr direkt und sehr körperlich sind und dass vor allem Kinder häufig angefasst werden (mehr dazu auf >>), was nicht jedem behagt. In touristischen Orten werden Kinder allerdings nur noch selten betatscht.

■Muss man inlandsflüge und Hotels vorab buchen?

Eigentlich nicht. Flüge gibt es oft noch sehr kurzfristig, und auch Hotelzimmer haben wir bisher immer gefunden. Es lohnt sich allerdings, die ersten Nächte vorzubuchen. Denn wenn man übermüdet aus dem Flugzeug steigt, ist es oft lästig, noch auf Zimmersuche gehen zu müssen. Auch wer unbedingt in einem bestimmten Hotel wohnen möchte, sollte vorher anrufen und sich ein Zimmer reservieren lassen. Sparfüchse, die etwas komfortabler wohnen wollen, finden bisweilen gute Konditionen, wenn sie auf Buchungsportalen stöbern und die dortigen Tarife mit den Preisen der Hotels vergleichen.

■Gibt es in Vietnam einfache Hütten direkt am strand?

Leider hat sich das in Vietnam nicht so entwickelt wie beispielsweise in Thailand. Es gibt nur wenige Bungalows direkt am Meer, und die sind meist aus Stein und recht teuer. Selbst auf Phu Quoc, wo ansprechende Bungalows noch am ehesten zu finden sind, liegen nur die wenigsten direkt am Strand. Dennoch kann man auch in Vietnam einen herrlichen Strandurlaub verbringen, der jedoch in der Regel nur den kleineren Teil einer Reise ausmacht. Dabei bewegt man sich nicht selten am Wasser, da zahlreiche Ziele nahe oder direkt am Meer liegen.

■ist Moped fahren ungefährlich?

Nein! Aufgrund des zunehmenden Verkehrs ist die Unfallgefahr in Vietnam enorm hoch. In der Vergangenheit haben sich viele Reisende ein Moped geliehen, auch wenn sie dafür keinen Führerschein besaßen. Im Falle eines Unfalls zahlt dann die Krankenversicherung meist nicht und wer jemanden schädigt, ist sein Leben lang mit der Zahlung von Unterhalt beschäftigt. Wer eine gültige Fahrerlaubnis für Motorräder hat (Klasse A), braucht in Vietnam zusätzlich den internationalen Führerschein.

Noch Fragen? www.stefan-loose.de/globetrotter-forum

Naturlandschaften und Nationalparks

Die Bucht von Ha long>> zählt zum Weltnaturerbe (s. Kasten >>). Atemberaubende Naturerlebnisse sind garantiert. Reisende besuchen die Bucht meist auf einer Kreuzfahrt und landen auch auf der Hauptinsel Cat Ba an. Egal, wo man die Bucht erlebt und ob sie sich wolkenverhangen oder im klaren Licht präsentiert: Die Kalksteinfelsen und Inseln sind wunderschön. Das gilt auch für die „Trockene Ha-Long-Bucht“ bei Tam Coc (nahe Ninh Binh). Sehenswert ist hier nicht nur die berühmteste Höhle Trang An; die gesamte Gegend lohnt einen etwas längeren Aufenthalt.

Zahlreiche weitere Landschaften sind als Nationalparks geschützt. Vor allem die Phongnha-Höhle>> im Park gleichen Namens beeindruckt mit ihrer Größe und der Vielzahl an Stalaktiten und Stalagmiten. Auch diese Höhle zählt zum Weltnaturerbe.

Die Nationalparks Bach Ma>>, Cuc Phuong>>, Cat tien>> und Ba Be>> sind ebenfalls lohnende Ziele für alle, die sich abseits der Städte und Ortschaften und ohne viele andere Touristen in der Natur aufhalten möchten. Noch weiter abseits der Standardroute bewegt sich, wer in das Pu-luong-naturschutzgebiet reist.

Ein reizvolles Ausflugsziel für Naturfreunde ist die kleine Stadt sa Pa>> im nördlichen Bergland. Neben den Bergen sind es vor allem die ethnischen Minderheiten, ihre Märkte, die satten grünen Reisterrassen und kleinen Ortschaften in der Umgebung, die Besucher begeistern. Alternativ bietet sich das weniger erschlossene Bac Ha>> als Ausgangspunkt für Touren in die Berge an.

Von Ha Noi aus erreicht man das kleine Thaidorf Mai Chau>>. Wer nicht viel Zeit hat und dennoch das Leben in den nördlichen Bergen entdecken will, ist hier richtig. Reis wird hier auf ebenen Feldern angebaut (wer Terrassen sehen will, fährt in das nahegelegenen Pu-Luong-Naturschutzgebiet).

Unvergesslich ist eine Tour über Ha Giang nach dong Van und Meo Vac>> im äußersten Norden des Landes – hier leben ethnische Minderheiten in wahrhaft atemberaubenden Landschaften ein z. T. äußerst karges Leben. In den letzten Jahren wurde die Strecke immer beliebter und daher wird es in der Saison ziemlich voll. Wer kann, nimmt etwas schlechteres Wetter in Kauf und reist in der Nebensaison.

Im südlichen Hochland ist Da Lat>> ein lohnendes Ziel. In der Stadt selbst kann man zusammen mit vielen Vietnamesen urlauben und das angenehm kühle Klima genießen. In der Umgebung laden Berge, Wasserfälle und Seen zu aufregenden Touren ein – sei es zu Fuß, mit der Seilbahn, dem Mountainbike oder dem Kajak. Der höchste Wasserfall des Landes, der Dambri-Wasserfall, ist von hier in einem Tagesausflug zu erreichen.

Bequemer als eine Mountainbikefahrt in den Bergen ist eine Fahrradtour in der Trockenen Ha-Long-Bucht bei Tam Coc (nahe Ninh Binh >>). Hier ragen Kalksteinfelsen aus der Ebene, Reisfelder und kleine Ortschaften runden den Eindruck vom ländlichen Vietnam ab. Unvergesslich dort: eine Fahrt mit einem der kleinen Ruderboote auf dem Fluss zwischen steilen Bergen und durch Höhlen hindurch.

Wer Elefanten abseits von Parks erleben will, der fährt nach Buon Ma Thuot>>. Von dort aus kann man aus Gefangenschaft befreite Elefanten besuchen. Ganz ohne Tamtam und ohne den Tieren zu schaden.

Die Deltas des Landes stellen die Versorgung mit Reis und Gemüse sicher. Hier ist es vor allem das Mekong-Delta>>, das Besucher anzieht. Auf kleinen Booten geht es durch die Kanäle zu schwimmenden Märkten. Sie sind weniger zahlreich und auch weniger spektakulär als früher, da sich der Handel dank dem Bau von Straßen auf das Festland verlagert hat. Wer nicht die billigste und kürzeste Tour bucht, kann aber immer noch eindrückliche Märkte besuchen.

Vietnam für Aktive

Manchen reichen das Faulenzen am Strand oder das Nightlife in Sai Gon; andere wollen sich sportlich betätigen. Hier ein paar Tipps für Aktive.

Trekking

Sowohl im zentralen Hochland als auch im nördlichen Bergland lassen sich ausgedehnte Wanderungen unternehmen, die neben großartigen Naturerlebnissen interessante Begegnungen mit den ethnischen Minderheiten dieser Regionen ermöglichen, denn geschlafen wird in den Dörfern in Homestays der Bergvölker, und ein abendliches Beisammensein, manchmal mit Kulturshow, aber fast immer mit gemeinsamem Reiswein-Trinken, ist inbegriffen. Das mutet mitunter sehr touristisch an, und wer mitmacht, ist eben Teil dieser Industrie. Wer sich aber allein für mehrere Tage mit einem privaten Guide auf den Weg macht, wird diese Willkommenskultur noch in spontan und echt erleben. Besonders im Norden, wo die Berghänge in Reisterrassen umgewandelt wurden, ergeben sich fantastische Eindrücke und Ausblicke. Die freundlichen Bewohner in ihren bunten Trachten leben weitab von der Hektik der großen Städte nach jahrhundertealten Traditionen – ein Besuch dort mutet bis heute wie eine Zeitreise an.

Radfahren

Fahrräder gibt es vielerorts zu leihen. Doch während es kein Vergnügen ist, im Verkehrschaos von Ha Noi oder Ho-Chi-Minh-Stadt herumzukurven, kann eine Radtour durch die wunderschöne Landschaft bei Tam Coc>> ein großartiges Erlebnis sein. Auch die Fahrt zwischen den Stränden und dem Städtchen Hoi An durch die Felder, vorbei an grasenden Reisbüffeln, lohnt unbedingt. Wer längere Touren machen möchte, kann von Da Lat>> bergab nach Nha Trang radeln – um den Rücktransport der Räder kümmert sich dann der Veranstalter. Wer Größeres vorhat, kann z. B. im nördlichen Bergland die traumhafte, aber anstrengende Nordwestschleife entlang der N6 über Son La und Dien Bien Phu bis nach Sa Pa fahren: reine Fahrzeit etwa eine Woche.

Sport, Spaß und Action

Mit einem Kajak lässt sich die Inselwelt der Ha-Long-Bucht auf kleinen Ausflügen individuell entdecken. Bei vielen Touren, die von Ha Noi aus gebucht werden können, ist eine Kajakfahrt mit eingeplant.

In Da Lat>> kommen Abenteuersportler auf ihre Kosten: Ob mit dem Schlauchboot auf dem Wildwasser oder angeseilt an einem Wasserfall hinab – Rafting, Canyoning und Abseiling sind die neuen Schlagwörter für alle, die im Urlaub Nervenkitzel suchen.

Klettern für fitte Anfänger und Fortgeschrittene wird in Cat Ba >> in den fantastischen Karstfelsen geboten.

Wassersportfreunden bietet sich in Mui Ne >> die Möglichkeit zum Kitesurfen und am Non-Nuoc-Strand >> bei Da Nang zudem noch zum Wellenreiten. Aber Vorsicht: Die Wellen sind rau, das Gebiet ist nichts für Anfänger.

Tauchen

Taucher und solche, die es werden wollen, sollten Nha Trang>> auf ihren Reiseplan schreiben: Schöne Tauchreviere, die als Marine Park geschützt sind, und günstige Preise machen die Stadt mit den vorgelagerten Inseln zum Tauchziel Nummer eins in Vietnam. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann dann z. B. in Hoi An die Unterwasserwelt um die Cham-Inseln>> entdecken oder in Phu Quoc (S.580) weitere Erfahrungen sammeln.

Kleinere Tauchstellen finden sich vor allem im Bereich der Südküste. Wer ein ausgefallenes Erlebnis sucht, begibt sich nach Con Dao>> und sucht in den dortigen Seegrasfeldern nach den letzten Dugongs.

Reiserouten

Vietnam bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Reiseziele. Wer nur wenig Zeit mitbringt und dennoch nicht durch das Land hetzen will, kann allein in einem Landesteil (nur im Norden, Süden oder im Zentrum) genug spannende Ziele finden.

Die meisten Reisenden hangeln sich in Vietnam an der Nord-Süd-Achse entlang. Die N1 verbindet einige der wichtigsten Ziele, und mit Bus, Zug und Inlandsflügen lassen sich die Distanzen gut überbrücken. Abstecher können problemlos integriert werden – sei es im Rahmen einer organisierten Tour oder mit dem lokalen Bus. Wie viel Vietnam man sich anschaut, ist nicht nur eine Frage der zur Verfügung stehenden Zeit, sondern auch der Reisegewohnheiten.

Short Cut Vietnam

■ Eine Woche

Wer in kurzer Zeit Vietnam intensiv erleben möchte, sollte nach einer Übernachtung in Ha Noi oder Ho-Chi-Minh-Stadt einen Ausflug in eine nahe gelegene typische Landschaft unternehmen: Von Ha Noi>> aus nach Mai Chau (eine Übernachtung, >>) oder Sa Pa (zwei Übernachtungen, >>) und anschließend in die Ha-Long-Bucht (mit Übernachtung auf dem Boot, >>.

Von Ho-Chi-Minh-Stadt>> aus ins Mekong-Delta (1–2 Übernachtungen, >>) und anschließend je nach Geschmack zum Strand von Mui Ne>>, Nha Trang (>> oder Phu Quoc (>>; je 1–2 Übernachtungen). Wer sich richtig beeilt, schafft auch noch einen Abstecher nach Da Lat (eine Übernachtung, >>).

Nimmt man Inlandsflüge dazu, sollte man ein bis zwei Nächte in dem verträumten Hoi An>> in Betracht ziehen und dann von Da Nang>> aus zurückfliegen.

Vietnam Standard

■ Zwei bis drei Wochen

Eine „Standardtour“ ist für zahlreiche Vietnam-Reisende die zweiwöchige Fahrt entlang der N1 mit dem Bus oder Zug von Süd nach Nord (oder andersherum). Diese Tour erlebt jeder anders. Der eine fühlt sich gestresst, weil er so viel in so kurzer Zeit sehen will, und bedauert anschließend, die gemachten Erfahrungen gar nicht richtig verarbeitet zu haben; der andere genießt das schnelle Reisen und die vielen Eindrücke.

Wer einen Inlandsflug dazu nimmt, spart viel Reisezeit, sollte jedoch ans frühzeitige Buchen denken. Auch die Nachtzüge auf der Nord-Süd-Achse, vorzugsweise auf der Weichliege (soft sleeper), sind oft länger im Voraus ausgebucht.

Die klassische Tour startet in Ha Noi>>. Am ersten Tag kann man einige Sehenswürdigkeiten besuchen oder sich einfach treiben lassen. Am zweiten oder dritten Tag sind Ausflüge angesagt, beispielsweise in die Ha-Long-Bucht>> und/oder nach Cat Ba>>, wo man eine Nacht auf dem Boot und/oder auf einer Insel verbringen kann. Wer die Berge liebt, reist nach Sa Pa>> oder Bac Ha>> oder macht einen kurzen Abstecher nach Mai Chau>>.

Direkt von Cat Ba oder auch aus Ha Noi geht die Fahrt Richtung Süden. Einige Traveller fahren nach Tam Coc>> und zu den Höhlen von Phong Nha>>. Danach geht es weiter nach Hue>>, und von dort (am besten mit dem Zug) nach Hoi An>>. Wer nun nach Strandleben sucht, kann jetzt weiter nach Nha Trang>> oder Mui Ne>> fahren. Abkühlung verschafft ein Ausflug ins südliche Hochland nach Da Lat>>. Von dort geht es weiter nach Ho-Chi-Minh-Stadt>>. Wer genug Zeit hat, kann noch eine zwei- bis dreitägige Tour ins Mekong-Delta>> anhängen.

Diese Tour lässt sich problemlos auch in die andere Richtung unternehmen. Eine gute Option sind Gabelflüge: in Ha Noi einreisen und von HCMS aus weiterfliegen – oder umgekehrt.

Vietnam total

■ Drei Wochen und mehr

Wer drei Wochen Zeit hat, kann im Prinzip das ganze Land von Nord nach Süd (oder umgekehrt) bereisen. Hauptziele sind Ha Noi, Ha Long, Tam Coc, Hue, Da Nang, Hoi An, Nha Trang, Mui Ne, Da Lat, HCMS und das Mekong-Delta. Diese Ziele lassen sich zwar auf einem 3-Wochentrip besuchen, doch wird es dann etwas hektisch und man sitzt viel im Bus, Zug oder Flugzeug.

Viele Reisende bauen daher (Mehr-)Tagesausflüge ein, denn das erspart den Hotelwechsel. Von Ha Noi>> bieten sich Abstecher zum Ba-Be-Nationalpark>> oder zum Cuc-Phuong-Nationalpark>> an. Auch Trekkingtouren um Sa Pa>> werden als Ausflugstouren ab Ha Noi angeboten.

Als Alternative zu einem Ausflug nach Sa Pa schwingen sich viele aufs Motorrad und erleben den Ha-Giang-Loop, eine atemberaubende Fahrt von Ha Giang>>, über Dong Van>> nach Meo Vac>> und zurück.

Kreuzfahrten von 1–3 Nächten sind für viele eine Option, um die Ha-Long-Bucht>> zu erleben. Immer mehr Betreiber fahren auch in die noch etwas weniger bekannte benachbarte Bai-Tu-Long-Bucht>>.

Wer auf dem Weg von Ha Noi in den Süden in Tam Coc>> Halt macht, kann wunderschöne Fahrradtouren zwischen Reisfeldern und Kalksteinfelsen unternehmen. Naturfreunde begeben sich in den Höhlen von Phong Nha/Khe Bang>> auf Entdeckungstour, bevor in Hue>> länger Station gemacht wird. Das kulturelle Angebot in dieser Landesecke ist so vielfältig, dass jeder, der genug Zeit hat, für Hue, Hoi An>> und My Son>> ein paar Tage mehr einplanen sollte. Eine mögliche Station ist Da Nang>>, von wo aus man auch noch die Marmorberge>> entspannt besuchen kann.

Nach dem intensiven Kulturprogramm in Zentralvietnam zieht es die meisten südwärts an die Badestrände: Mit genug Zeit im Gepäck kann man es sich an einem einzigen Strand wie Mui Ne>> oder Nha Trang>> gemütlich machen – oder man tourt von Strand zu Strand. Nur wenige erforschen die abgelegeneren, touristenfreien Strände; etwa in der Region um Tuy Hoa>>. Wer etwas Abwechslung sucht, kann von Nha Trang aus in die Berge nach Da Lat>> fahren. Ein interessantes Ziel im südlichen Hochland ist der Cat-Tien-Nationalpark>>.

Nach ein paar Tagen in der Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt>> lohnt eine Erkundung des Mekong-Deltas>>. Als Ausgangspunkt wählen viele die Stadt Can Tho>>. Besonders spannend ist ein Homestay bei einer vietnamesischen Familie, z. B. bei Vinh Long>>. Zum Abschluss der Reise kann man am Golf von Thailand auf der Insel Phu Quoc>> wunderbar entspannen. Oder man gönnt sich ein paar schöne Tage in einem Resort auf Con Dao>>.

Klima und Reisezeit

Klima

Grob gesagt wird das Klima in Vietnam von zwei Winden bestimmt: dem sommerlichen Südwestmonsun, der von Mai bis September vorherrschend ist und das Mekong-Delta sowie das südliche und zentrale Hochland mit Regen versorgt, und dem winterlichen Nordostmonsun von Oktober bis April, der sich an der zentralen Küste und in den nördlichen Bergen abregnet.

Die Geografie des lang gestreckten Landes sorgt ebenfalls für unterschiedliche klimatische Bedingungen. Während sich im Norden heiße Sommer (im Durchschnitt 35 °C am Tag) und kalte Winter (durchschnittlich 5–10 °C tagsüber, nachts in den Bergen auch mal fast am Gefrierpunkt) abwechseln und in der Zwischenzeit sogar noch Platz für Frühling und Herbst lassen, ist es im Süden das ganze Jahr über warm (20–40 °C). Der Wolkenpass zwischen Hue und Da Nang ist die Klimascheide zwischen den beiden Regionen.

Für die jeweilige Temperatur ist auch die Höhenlage ausschlaggebend: Als Faustregel gilt, dass es in den Bergen immer um etwa 10 °C kälter ist als an der Küste. Besonders kühl kann es nachts werden. Im nördlichen Bergland fällt sogar manchmal Schnee; und zwar nicht nur auf dem höchsten Berg des Landes, dem Fan Si Pan, der sich jeden Winter ein weißes Mützchen aufsetzt, sondern auch, wenngleich selten, z. B. in Sa Pa.

Reisezeit

Vietnam kann das ganze Jahr über bereist werden. Die angenehmste Reisezeit ist von den geplanten Reisezielen abhängig. Im Sommer ist es überall warm. In Ho-Chi-Minh-Stadt, im Mekong-Delta und im zentralen Hochland herrscht dann Regenzeit (mal als tagelanger Dauerregen, mal nur als kurzer Guss). Das gilt auch für die westlichen Teile des nördlichen Berglands (die Wetterscheide ist dort der Deo-Tram-Ton-Pass zwischen Sa Pa und Lai Chau). Oft lacht auch in der Regenzeit morgens und mittags die Sonne. In Nha Trang ist zu dieser Zeit sogar Hauptsaison. Auch Mui Ne mit seinem speziellen Mikroklima bleibt meist von heftigen Regenfällen verschont.

Im Winter kommt es in Hue und an der zentralen Küste zu stärkeren Regenfällen, Hoi An ist manchmal von Hochwasser bedroht. Wer in den nördlichen Bergen wandern möchte, muss nachts mit niedrigen Temperaturen rechnen, manchmal kann es sogar zu Frost kommen. Auch Ausflüge ins zentrale Hochland sind in dieser Zeit nur mit warmem Pullover anzuraten. Traumhafte Tage erlebt dann hingegen die Insel Phu Quoc im äußersten Südwesten; ebenso wie im Rest des Südens ist von Dezember bis April kaum mit Niederschlägen zu rechnen.

Wenn das Wetter verrückt spielt

In Zeiten eines aus den Fugen geratenen Klimageschehens sind auch die Regenzeiten nicht mehr stabil: Mal kommt zu wenig Nass vom Himmel, mal schlägt das Wetter besonders hart zu. Der Südwestmonsun birgt in den Sommermonaten die Gefahr von Überschwemmungen in den Deltas und Erdrutschen im nördlichen Bergland, der Nordostmonsun kann schlimmstenfalls auf seinem Höhepunkt (zwischen November und Januar) als Taifun herangebraust kommen, was am ehesten die zentralen Landesteile betrifft. Wer die Wettervorhersagen verfolgt, kann solchen Gefahren allerdings meist durch eine Änderung der Reiseroute entgehen.

Frühling und Herbst sind als Jahreszeiten nur im Norden bemerkbar: Die Blüte der Obstbäume erlöst vom kalten Winter, und das fallende Laub, das die Straßen von Ha Noi bunt färbt, bereitet der drückenden Hitze ein Ende – die perfekte Reisezeit in dieser Region. Im Süden ist es im Frühjahr heiß, und einen Herbst gibt es nicht: Die immergrünen tropischen Pflanzen wechseln ihre Blätter, wann immer es ihnen gefällt.

Reisekosten

Tagesbudget

Wie teuer die Reise wird, hängt auch in Vietnam vom gewohnten und gewollten Lebensstandard ab. Traveller, die in den günstigsten Zimmern leben, für den Transport einfache Busse wählen, nur in günstigen Restaurants essen oder/und an lokalen Straßenständen ihre Suppe schlürfen, kommen am Tag mit etwa US$25–30 aus.

Wenn man auch mal in einem besseren Hotel wohnen möchte, sich mal eine Wellness-Anwendung und zwecks Abkürzung der Reisestrecke einen Flug gönnt, sind US$40–70 täglich zu veranschlagen.

Wer zeitweilig einen Mietwagen mit Fahrer und einen Englisch sprechenden Fremdenführer bucht, in noch besseren Hotels schläft und einige der längeren Strecken mit dem Flugzeug zurücklegt, benötigt durchschnittlich etwa US$80–150 am Tag.

Es geht auch weitaus luxuriöser: In aufwendig renovierten traditionsreichen Hotels oder neuen Luxusanlagen nächtigt man für US$200–1000 pro Nacht.

Tipp für alle: Da Vietnams Märkte und Läden voller schöner Mitbringsel sind – von klassischen Souvenirs bis zu landestypischem wie Kaffee – sollte jeder einen kleinen Extra-Etat dafür einplanen.

Eintrittspreise

Für viele Sehenswürdigkeiten wird eine Eintrittsgebühr erhoben. Pagoden und andere religiöse Stätten sind jedoch oft kostenlos zu besuchen (es sei denn, es handelt sich um nationale Denkmäler). Es ist hier jedoch angebracht, ein paar tausend Dong in die Spendenbox zu werfen. Kinder zahlen bis etwa sechs Jahren i. d. R. keinen Eintritt, danach meist 50 % des Normalpreises. Studenten bekommen auch oft Rabatt (mehr dazu s. u., Rabatte).

Übernachtung

Budget-Reisende mit kleinem Geldbeutel finden in den größeren, touristischen Städten Betten im Schlafsaal für um die US$5–8. Abseits der Hauptstädte gibt es für diesen Betrag bereits Doppelzimmer in einfachsten vietnamesischen Gästehäusern.

Sauberer und komfortabler sind Zimmer in einfachen Minihotels und besseren Gasthäusern (nha nghi), die im ganzen Land durchschnittlich US$15–25 kosten. Diese Unterkünfte sind mit Ventilator, oft auch AC, WLAN und einem eigenen Bad ausgestattet. Nur die allerwenigsten Einrichtungen haben noch Gemeinschaftstoiletten und -duschen.

© ANDREA MARKAND

So verrückte Zimmer wie im Crazy House in Da Lat sind auch in Vietnam eine Ausnahme.

Für bequeme Zimmer der Mittelklasse muss ab US$30 bezahlt werden. Luxusklasse bekommt man ab etwa US$100 aufwärts. Dafür bieten die Häuser in den großen Städten dann internationalen Standard und die Resorts an den Stränden schicke Bungalows direkt am Strand. Im Gegensatz zu allen Gästehäusern addieren die meisten teuren Hotels 10 % Steuer und 10 % für Bedienung auf die Schlussrechnung.

Transport

Busse bringen Reisende für eine Handvoll Dollar (bzw. ein paar zehn- oder hunderttausend Dong) von Stadt zu Stadt und bis in die abgelegensten Dörfer. Die sogenannten Open-Tour-Busse >> bieten Stopps in den Haupttouristenorten (HCMS, Mui Ne, Da Lat, Nha Trang, Hoi An, Da Nang, Hue, Tam Coc, Ha Noi). Die Preise variieren je nach Komfort.

Eine durchgehende Zugfahrt zwischen Ha Noi und Ho-Chi-Minh-Stadt ist aufgrund der Länge keine Option und nur ausgewiesenen Zug-Enthusiasten zu empfehlen. Kürzere Strecken hingegen sind eine wunderbare Möglichkeit von Nord nach Süd (oder andersherum) zu reisen. Die bequemeren Waggons sind manchmal richtig teuer (da privat betrieben), die staatlichen Bahnen sind hingegen günstig; eine Nachtfahrt von Da Nang nach Ha Noi kostet ab US$30.

Ein Inlandsflug belastet die Reisekasse mit US$50–100 pro Strecke. Oft sind Tickets noch sehr kurzfristig verfügbar. Preiswerter ist es jedoch, schon frühzeitig zu buchen.

In den Städten bieten Taxis und Grab-Fahrer (und die Elektroflotte von Xanh SM) ihre Dienste an. Eine Fahrt kostet selten mehr als ein paar Dollar. Mopedtaxis kosten meist weniger als die Hälfte.

Rabatte

Bei Vorlage des Internationalen Studentenausweises (ISIC) gibt es oftmals Ermäßigung auf Eintrittsgelder in Museen. Für Kinder gibt es oft vergünstigte Eintrittspreise und Tickets. Kinder unter sechs Jahren können in den meisten Hotels kostenlos im Bett ihrer Eltern unterkommen. Ab zwei Jahren muss für Ausflüge meist die Hälfte des Normalpreises gezahlt werden, ab sechs Jahren ist oft bereits der volle Preis zu entrichten. Sonstige Transporte im Bus oder Zug sind meist ein Drittel günstiger.

Was kostet wie viel?

Essen

Obst

Der Preis variiert je nach Jahreszeit und Ort sehr stark

pho

(Straßenrestaurant)

40 000–60 000 Dong

pho

(AC-Restaurant)

60 000–110 000 Dong

Reisgericht

(fried rice)

40 000–80 000 Dong

Gebratene Nudeln

40 000–80 000 Dong

vegetarisches Reisgericht

(com chay)

15 000–25 000 Dong

Hot Pot mit Rindfleisch

ab 170 000 Dong

mittelgroßes Baguette

(Straße)

10 000 Dong

belegtes Baguette (banh mi)

(Straße)

ab 15 000 Dong

Trinken

große Wasserflasche

5000–10 000 Dong

kleine Wasserflasche

3000–5000 Dong

Dose Cola, Fanta, Sprite, Energy-Drink

20 000–30 000 Dong

Kaffee

(Tasse)

12000–60 000 Dong

Flasche Bier

(lokale Sorte)

ab 20 000 Dong

Flasche Bier

(international)

ab 35 000 Dong

Flasche Wein

(aus Da Lat)

ab 90 000 Dong

Sonstiges

1 l Benzin

ca. 30 000 Dong

Mopedtaxi

(Xe om)

etwa 10 000 Dong/Kilometer

Eintritt

30 000–150 000 Dong

Travelinfos von A bis Z

Im Grunde kann man einfach mit dem Buch in der Hand losreisen, doch wer die folgenden Seiten in Vorbereitung liest, kann natürlich besser planen. Und die Vorfreude steigern: Was gibt es Leckeres zu essen? Kann ich unterwegs an einem Fest teilnehmen? Und wie komme ich am besten von A nach B?

MITTAGSSCHLÄFCHEN IN HOI AN; © MARK MARKAND

Kurz und knapp

Geld Vietnamesische Dong (VND). Geldautomaten sind weit verbreitet.

WLAN Internetzugang nahezu überall

Zeitverschiebung MEZ plus 5 Std. in der Sommerzeit, plus 6 Std. in der Winterzeit

Updates, mehr Bilder und eure Tipps zu diesem Kapitel auf www.stefan-loose.deuntereXTra[4897]

Inhalt

Anreise

Barrierefreises Reisen

Botschaften und Konsulate

Einkaufen

Essen und Trinken

Fair reisen

Feste und Feiertage

Foto und Video

Geld

Gepäck und Ausrüstung

Gesundheit

Informationen

Kinder

Post

Reiseveranstalter

Sicherheit

Sport und Aktivitäten

Telefon und Inernet

Transport

Übernachtung

Verhaltenstipps

Versicherungen

Visa

Weiterreise

Zeit und Kalender

Zoll

Anreise

Es liegen ca. 11 000 km Luftlinie zwischen Frankfurt und Vietnam. Ein Flug dauert rund 12 1/2 Std. ohne Zwischenstopp. Viele wählen eine Option mit Pause; das verlängert die Anreisezeit, ermöglicht aber auch, sich mal die Beine zu vertreten.

Mit der Bahn kann man ebenfalls anreisen – dann ist ganz sicher der 16 000 km Weg das Ziel. Es geht durch Polen, Weißrussland, Kasachstan und China.

Mit dem Boot, dem Bus, zu Fuß oder ebenfalls im Flugzeug kommt man aus China, Kambodscha und Laos ins Land.

Mit dem Flugzeug

Vietnam hat fünf internationale Flughäfen: Der Noi Bai International Airport liegt im Norden (Ha Noi), der Da Nang International Airport in der Mitte des Landes und der Tan Son Nhat International Airport im Süden (Ho-Chi-Minh-Stadt (HCMS)). Ganz im Süden liegt der Phu Quoc International Airport auf der gleichnamigen Insel. Der Can Tho International Airport wird noch nicht von Städten außerhalb Vietnams bedient. Ha Noi und HCMS verbinden Vietnam weitflächig mit dem Rest der Welt, die Anbindung an Da Nang und Phu Quoc wird stetig weiter ausgebaut.

Sinnvoll für viele Reisende erweist sich ein Gabelflug, bei dem man z. B. in Ha Noi einreist und in Ho-Chi-Minh-Stadt das Land verlässt.

Direktflüge

Vietnam Airlines, www.vietnamairlines.com, hat die schnellste Verbindung zwischen Deutschland und Vietnam und startet mehrfach wöchentlich von Frankfurt/M. und München direkt nach Ha Noi und HCMS. Mit einem Gabelflug kann man also im Norden ein- und im Süden ausreisen (bzw. andersherum). Es bestehen Anschlussflüge innerhalb Vietnams (z. B. nach Da Nang) und in die angrenzenden asiatischen Länder.

Flüge mit Zwischenstopp

Es gibt zahlreiche Airlines, die von Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Zwischenstopp nach Vietnam fliegen. Über Suchmaschine und Preisvergleichsportale wie www.skyscanner.de oder www.flightixx.de findet man oft gute Angebote auch anderer Airlines.

Austrian Airlines, www.austrian.com, fliegt von Wien über Bangkok nach Ha Noi und HCMS.

Cathay Pacific, www.cathaypacific.com, z. B. ab Frankfurt über Hongkong nach Ha Noi und HCMS.

China Air, www.china-airlines.com. Günstig (mit gutem Service, aber langer Flugzeit), über Peking. Wer mag und vorplant, kann 1–3 Tage (visafrei) in Peking bleiben.

Emirates, www.emirates.com, ab Frankfurt geht es nach HA NOI und HCMS über Dubai. Mit Zwischenstopp in Bangkok auch nach DA NANG.

Ethihad, www.etihad.com, bietet oft gute Flugverbindungen ab Frankfurt (einige Angebote schließen sogar 2 Tage Aufenthalt in Abu Dhabi, mit kostenlosem Hotel, ein).

Qatar Airways, www.qatarairways.com, fliegt über Doha ab München und Frankfurt nach Ha Noi und HCMS.

Aus den Nachbarländern

Thailand

Die günstigen Airlines ab Bangkok sind:

AirAsia, www.airasia.com (fliegt in Bangkok ab Don Muang) und Vietjet, www.vietjetair.com. Als etwas besser und zuverlässiger gelten

Thai Airways, www.thaiair.de und

Vietnam Airlines, www.vietnamairlines.com.

Kambodscha

Cambodia Angkor Air, www.cambodiaangkorair.com, und Vietnam Airlines (s. o.) bedienen tgl. die Strecken Phnom Penh und Siem Reap (Angkor) nach HCMS und Ha Noi. Von Siem Reap geht es zudem (manchmal mit Zwischenstopp) nach Da Nang. Verbindungen zwischen Kambodscha, Vietnam, Laos und Thailand lassen sich auch als Gabelflüge buchen.

Laos

Lao Airlines, www.laoairlines.com, verbindet Luang Prabang und Vientiane mit Ha Noi und über Pakse mit HCMS. Vietnam Airlines (s. o.) fliegt tgl. von Vientiane und Luang Prabang nach Ha Noi.

Auf dem Landweg

Die Einreise nach Vietnam über Land ist von China, Laos und Kambodscha aus möglich. Besonders beliebt ist die Fahrt über Kambodscha, die sich auch mit einer Bootsfahrt auf dem Mekong verbinden lässt. Weitere, selten genutzte Grenzübergänge stehen in den jeweiligen Regionalkapiteln.

Die Grenzen haben zwischen 8–17 Uhr geöffnet. Manche öffnen etwas früher oder schließen etwas später.

Von China

Dong Hung – Mong Cai: Die Grenze Mong Cai befindet sich etwa 176 km von Ha-Long-Stadt entfernt, zu erreichen über die Nationalstraße 18. Ping Xiang – Dong Dang: Die Grenzer sind auf beiden Seiten dieses Übergangs noch nicht sehr geschult im Umgang mit Travellern. Taxis fahren bis nach Lang Son, von hier geht es weiter mit dem Bus nach Ha Noi.

Ha Khau – Lao Cai: Diese Grenze nahe Sa Pa stellt die schnellste Verbindung von der chinesischen Provinz Yunnan dar.

Von Kambodscha

Viele Reisende wählen den Weg über Kambodscha nach Vietnam. Es lohnt sich allein schon wegen der Tempel von Angkor, etwas Zeit im Land der Khmer zu verbringen.

Von Phnom Penh mit dem Bus nach Vietnam

Grenzübergang Bavet – Moc Bai: Mehrere Busse Richtung Vietnam starten vormittags in Phnom Penh und erreichen 3–4 Std. später den Grenzübergang Bavet – Moc Bai. Oft kann das Gepäck im Bus verbleiben, wenn man zu Fuß die Grenzkontrolle passiert. Etwa 3 Std. später ist HCMS (i. d. R. die Pham Ngu Lao/De Tham) erreicht.

Von Phnom Penh mit dem Boot nach Vietnam

Grenzübergang Khorm Samnor – Vinh Xuong: Dieser Mekong-Grenzübergang befindet sich nahe Chau Doc. Es gibt organisierte Touren mit Minibus und Boot ab Phnom Penh. Los geht es um 8 Uhr, nach etwa 5 Std. ist man in HCMS. Auf eigene Faust geht es ab Phnom Penh mit Taxi oder Bus nach Neak Luong. Von hier mit der Fähre den Mekong entlang nach Khorm Samnor. Nach der Ausreise aus Kambodscha mit dem Mopedtaxi zur vietnamesischen Grenzstation und von dort weiter mit dem Mopedtaxi nach Chau Doc. Von hier fahren ab dem Markt tgl. Minibusse nach HCMS.

Grenzübergänge zwischen Kambodscha und Südvietnam/Mekong-Delta

Phnom Den – Thin Bien: Dieser Grenzübergang befindet sich ebenfalls nahe der vietnamesischen Stadt Chau Doc. Nach dem Übertritt der Grenze in Tinh Bien geht es mit Mopedtaxi/Taxi nach Chau Doc oder Ha Tien; von dort geht es z. B. mit der Fähre nach Phu Quoc >>.

Prek Chak – Xa Xia: Dieser Grenzübergang ist gut von Sihanoukville über Kep und Kampot zu erreichen. Die nächste größere vietnamesische Stadt ist Ha Tien – bis dorthin ist es nur eine kurze Strecke mit dem Mopedtaxi. Mittags ist meist noch die Weiterreise nach Phu Quoc möglich.

Weitere Grenzübergänge zwischen Kambodscha und Vietnam

O Yadao – Le Thanh: Eine interessante Option ist die Einreise nach Vietnam über Plei Ku im zentralen Hochland. Durchgehende Busse dorthin ab Banlung in der kambodschanischen Provinz Ratanakiri.

Trapeang Phlong – Xa Mat: Eine sehr selten genutzte Route. Interessant ist sie lediglich für diejenigen, die direkt vom kambodschanischen Kampong Cham zum Cao-Dai-Heiligtum in Tay Ninh wollen.

Von Laos

Na Maew – Nam Xoi: Von und nach Laos fahren Busse zwischen Sam Beau und Thanh Hoa in etwa 10 Std. Von Thanh Hoa geht es in 3 Std. weiter nach Ha Noi.

Nam Phao – Cau Treo: Auf vietnamesischer Seite ist Vinh die nächste größere Stadt, auf laotischer Seite Lak Xao. Reisebüros in Vientiane und Thakek bieten grenzüberschreitende Touren. Das ist bequemer und zeitsparender als mit lokalen Bussen.

Nong Het – Nam Can: Selten genutzter Grenzübergang, denn auf vietnamesischer Seite gibt es keinen größeren Ort im Grenzgebiet. Es ist eine lange Reise von der Grenze die N7 entlang bis Vinh. In Laos starten Busse ab Phonsavan mit dem Ziel Vinh (13 Std.).

Sop Hun – Tay Trang: Von Muang Khua kommend, verkehren Busse nach Dien Bien Phu, Abfahrt um 7 Uhr morgens. Von Dien Bien Phu sind es dann noch etwa 10 Bus-Stunden bis Ha Noi.

Phou Keua – Bo Y (Kon Tum): Von Attapeu in Laos bis zur Grenze nach Bo Y fahren morgens zwischen 7 und 10 Uhr Minibusse, zudem gibt es durchgehende Busse über Kon Tum bis Plei Ku.

Barrierefreies Reisen

Reisende mit geistigen Beeinträchtigungen können problemlos nach Vietnam reisen, sofern sie von einer betreuenden Person begleitet werden und eine Verständigung mit ihnen möglich ist (z. B. um einstudierte Verhaltensweisen, wie Leitungswasser trinken, einzustellen).

Für Menschen mit einer körperlichen Behinderung ist eine Reise durch Vietnam schwieriger und nur jenen anzuraten, die bereits über viel Reiseerfahrung und eine gute Kondition verfügen. Einige wenige Hotels haben behindertengerechte Einrichtungen, doch dies ist selten und meist sehr teuer zu bezahlen.

Im dichten Verkehr der Städte ist es schwer, mit dem Rollstuhl zu navigieren, zumal die Bürgersteige meist vollgeparkt sind. Am besten eignet sich zur Fortbewegung ein Taxi/Grab und für längere Fahrten ein Wagen mit Fahrer. Auch die Reise per Flugzeug mit Vietnam Airlines ist problemlos möglich. Wichtig ist allerdings, dass die Fluggesellschaft bei der Buchung informiert wird. Das gilt auch für die gebuchten Hotels.

Hilfe gibt es bei Disabled Peoples International, Rampha Apartment Building, 1121 Samsennai, Phayathai, Bangkok 10400 www.dpiap.org. Eine deutsche Adresse ist die Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e. V. (Natko), www.natko.de.

Botschaften und Konsulate

Die Vertretungen von Deutschland, Österreich und der Schweiz helfen bei Problemen, die Reisende allein nicht lösen können. Sie sind jedoch nicht für Beschwerden über Reiseveranstalter oder andere Organisationen zuständig.

Die deutschsprachigen Vertretungen in Vietnam stehen in den Kapiteln Ho-Chi-Minh-Stadt >> und Ha Noi >>.

Wer Visa in Vietnam für die Weiterreise in ein angrenzendes Land beantragt, muss dies i. d. R. morgens in der entsprechenden Botschaft tun. Abgeholt werden kann der Pass meist am Nachmittag des nächsten Tages.

Mehr Informationen zur Beschaffung von Vietnam-Visa unter Visa >>. Vietnamesische Vertretungen im asiatischen Raum s. eXTra [10252].

Vietnamesische Botschaft Deutschland, Elsenstr. 3, 12435 Berlin, 030-5363 0108, www.vietnambotschaft.org. Mo, Mi, Do 9–12.30 und 13.30–17 Uhr.

Generalkonsulat Villa Hanoi, Kennedy-Allee 49, 60596 Frankfurt/M., die Visa- und Passstelle befindet sich in der Rubensstr. 30, 60596 Frankfurt, 069-795 3365-0, www.vietnamgeneralkonsulat.de. Mo, Mi, Do 9–12 und 14–17 Uhr.

Vietnamesische Botschaft Österreich, Felix-Mottl-Str. 20, 1190 Wien, 01-3680 75510, www.vietnamembassy.at. Mo, Mi, Do 9–12 und 14–17 Uhr.

Vietnamesische Botschaft Schweiz, Schlösslistr. 26, 3008 Bern, 031-388 7878, www.vietnam-embassy.ch. Mo–Do 9–12 und 14–17.30, Fr 9–12 Uhr.

Einkaufen

Unzählige Mitbringsel – von Kunsthandwerk, Kleidung oder Schmuck bis zu duftenden Gewürzen – werden auf den vielen Märkten, an Souvenirständen und in den Läden angeboten.

Mal drängt man sich durch die engen Gassen eines überdachten Marktes und freut sich über die Tür nach draußen, wo frische Früchte und leckeres Gemüse warten. Mal stöbert man stundenlang in kleinen Läden und kann sich nicht entscheiden, welchen Teller oder welchen Lampenschirm man nun mitnehmen möchte.

Das ein oder andere Mitbringsel findet sich auch auf Besichtigungstouren, wo man z. B. in Werkstätten Halt macht.

Die Preise auf den Märkten sind sehr unterschiedlich. Je nach Lage des Stands (also der zu zahlenden Standmiete) und dem Willen der Verkäufer variieren die Angebote beträchtlich. Es lohnt, Preise zu vergleichen – fast immer sind diese verhandelbar.

Teurer sind die Waren in Souvenirläden, die sich nur an Ausländer oder die vietnamesische reisende Oberschicht wenden. Hier gibt es außergewöhnlich schöne Lackarbeiten, Lampenschirme und Schmuck.

Mitbringsel von A bis Z

Antiquitäten

Der Export von Antiquitäten unterliegt strengen Auflagen und nur lizenzierte Geschäfte sind zum Verkauf befugt. Als Antiquität gelten Gegenstände von historischer und kultureller Bedeutung, die älter als 50 Jahre sind. Günstiger und nachhaltiger ist es, sich für Reproduktionen zu entscheiden, die in der Kunstfertigkeit den alten Waren meist sehr nahekommen. So beteiligt man sich nicht am Ausverkauf des Landes und fördert gleichzeitig den Erhalt der Traditionen.

Bilder

In Ho-Chi-Minh-Stadt verdienen zahlreiche Künstler mit der gekonnten Reproduktion bekannter Gemälde ihr Geld. Es gibt moderne Malerei, Impressionismus und Realismus in Klein- oder Großformat. Sozialistisches, etwa die kämpferisch in die Höhe gereckte Faust, steht neben einem friedlich blickenden Buddha. Immer zahlreicher werden Galerien, in denen junge Künstler ihr kreatives Können zeigen – vor allem in Hoi An >> gibt es viel zu entdecken.

Öffnungszeiten

Geschäfte öffnen meist zwischen 8 und 9 Uhr und schließen gegen 21 Uhr. Der Samstag ist ein regulärer Arbeitstag (das gilt auch für Behörden). Wenn überhaupt, ist nur am Sonntag geschlossen. Auf den Märkten beginnt das Leben sehr früh, viele Stände werden bereits gegen Mittag wieder abgebaut, da dann die frische Ware verkauft ist.

Figuren und Modelle

In Vietnam werden vornehmlich dicke, grinsende chinesische Buddhafiguren verkauft. Typisch vietnamesisch sind die hölzernen Wasserpuppen, die in Souvenirgeschäften ebenso zu finden sind wie bei vielen Sehenswürdigkeiten oder bei Aufführungen im Wasserpuppentheater.

Hüte

Die für Vietnam typischen spitzen Hüte, non la genannt, erfüllen vor Ort ihren Zweck als Sonnen- und Regenschutz besonders gut. Es gibt sie in Klein für die Jungen und in Groß für die Alten, einfach für die Armen und in kunstvoller Ausfertigung für die Reichen – nahezu 50 Modelle stehen zur Auswahl. Besonders schön sind die Hüte aus Hue: Hier gibt es die sogenannten Gedichthüte(non bai tha/non bai tho), auf deren Innenseite Bilder und Geschichten gemalt sind, die sichtbar werden, wenn man den Hut gegen die Sonne hält.

Keramik, Ton und Porzellan

Eine Kultur des Teetrinkens ist ohne Porzellan undenkbar. Seit Jahrhunderten wird die aus China bekannte Kunst der Porzellanherstellung auch in Vietnam gepflegt. Für Fans hoher Qualität lohnt ein Besuch in Ha Nois Vorort Gia Lam im Porzellandorf Bat Trang. Auch in zahlreichen Souvenirgeschäften im ganzen Land werden Ton-, Porzellan- und Keramikarbeiten angeboten.

Kleidung und Stoffe

Maßgeschneiderte Kleidung gesucht? Kleider und Anzüge berühmter Modemacher werden in Vietnam zahlreich kopiert und passgenau geschneidert. Große Kataloge bieten eine schier unerschöpfliche Auswahl (vor allem in Hoi An, >>). Ein Blick lohnt zudem auf die Eigenkreationen der Modedesigner.

Auf allen Märkten des Landes werden Stoffe angeboten. Meist findet sich nicht weit entfernt auch gleich ein Schneider, der sofort Maß nehmen kann. Besonders farbenfrohe Webarbeiten und Stoffe finden sich auf den Märkten der Bergvölker im nördlichen Bergland. Doch Vorsicht: Die Farben sind nicht fixiert und färben ab, sobald sie nass werden.

Lack- und Einlegearbeiten

Der Anfang des Lackhandwerks in Vietnam wird auf das 15. Jh. datiert. Vorbild war die chinesische Lackkunst, die noch viel älter ist. Die Herstellung ist sehr aufwendig, denn jede Lackschicht muss eigens aufgetragen werden. Dazwischen liegen lange Trocknungsphasen. So können große und wertvolle Lackarbeiten eine Herstellungszeit von mehreren Jahren haben. Je mehr Schichten (bis zu einigen hundert) die Arbeiten aufweisen, desto hochwertiger sind sie. Aus Blattgold, Silber, Perlmutt oder Eierschalen werden im Lack landestypische Bilder gestaltet. Heutzutage werden immer mehr Arbeiten aus synthetischen Lacken angefertigt. Sie glänzen meist metallisch und sind grellbunt.

Spaß am Handeln

Vietnamesen sind begnadete Händler, deshalb sollte niemand, der hier einen Erstversuch in Sachen Handeln unternimmt, zu frustriert sein, wenn er mehr zahlt als andere. Je öfter man sich handelnd übt, desto gewitzter wird man.

Das traditionelle Feilschen um den Preis ist ein gern praktiziertes Ritual, dem Touristen sich nicht entziehen sollten. Man kommt nicht nur in Kontakt mit dem Verkäufer, sondern kann auch viel Geld sparen, denn der uns Ausländern zuerst genannte Preis ist meist völlig überhöht. Am besten nennt man etwa die Hälfte des Erstpreises als eigenes Angebot, meist einigt man sich dann irgendwo dazwischen. Wichtig ist, dass jeder, der sich auf ein Gespräch einlässt, auch wirklich Interesse an dem Objekt hat.

Lampenschirme

Unzählige Lampenschirme gibt es in Hoi An (hier kann man auch lernen, sie selbst herzustellen, >>), aber auch in den Souvenirgeschäften anderer Orte findet sich das ein oder andere schöne Stück. Man sollte sich zeigen lassen, wie ein solcher Schirm aufgespannt wird, und es auch selbst vor Ort ausprobieren. Aufhängesysteme, Kabel oder Birnen werden nicht mitgeliefert.

Essen und Trinken

Vietnamesen lieben es, zu essen. Sie verbringen, wenn möglich, Stunden mit der Nahrungsaufnahme. Die Speisen sind süß, sauer, bitter und scharf – und doch nie übermäßig gewürzt. Ob frisch, gegart oder gebraten, im Restaurant oder am Straßenstand: Essen dient dem Gleichgewicht von Körper und Seele. Denn im vietnamesischen Denken wird jedem Essen eine Eigenschaft zugesprochen: Mal steigert eine Speise die Potenz, mal stärkt sie das Herz, mal den Kreislauf. Es gibt heiße, neutrale und kalte Gerichte. Die Kunst besteht darin, diese Zustände in eine Balance zu bringen.

Grundnahrungsmittel ist Reis (com). Es gibt ihn fast zu jeder Mahlzeit: mal als Korn, mal zur Nudel verarbeitet. Die traditionelle Küche Vietnams basiert zudem auf Fischsauce (nuoc mam) und Kräutern.

Da die vietnamesische Küche von den angrenzenden Landesküchen (chinesisch, laotisch, kambodschanisch, thailändisch), von lokalen Herrschern (wie die kaiserliche Küche in Hue, s. Kasten >>) und auch von den Kolonialmächten (französisch) und Kriegsgegnern (US-amerikanisch) beeinflusst wurde, bietet sie jede Menge Abwechslung für alle Geschmäcker. Neben den weltbekannten und für Vietnam typischen Frühlingsrollen sind z. B. Kaffee, Pastete und Baguette als Erbe der Kolonialmächte fest im Speiseplan der Vietnamesen verankert. Den US-Amerikanern haben die Gäste heute die große Auswahl an Burgern zu verdanken, und die Touristen haben den Milch-Shake (ohne Salz und stattdessen gesüßt) immer mehr etabliert. Im Süden wird generell ein bisschen schärfer gegessen, und es gibt Currygerichte – ein Einfluss aus Thailand.

Vietnams Landwirtschaft bringt neben leckerem Reis auch viel Gemüse und Obst hervor. Dank der langen Küste sind überdies Meeresfrüchte in großer Auswahl zu bekommen. Doch traditionell steht Fleisch im Mittelpunkt jeder Mahlzeit. Neben Rind, Schwein, Huhn und Ente, die auch auf europäischen Speiseplänen stehen, werden in Vietnam auch Schlange, Hund, Ratte oder Waran angeboten. Einige dieser Tierarten sind geschützt, und als Tourist sollte man auf keinen Fall den Handel damit unterstützen, s. dazu Kasten >>.

Restaurants und Straßenstände

Bevor sich das Land Ende der 80er-Jahre für den Kapitalismus öffnete, waren Restaurants(na hang) offiziell verboten und galten wie Hotels als Zeichen von Dekadenz. Dank Doi Moi (s. >>) wurde diese Politik aufgegeben, und heute ist ein Leben ohne die vielen Lokale und Essensstände (quan an) kaum mehr vorstellbar. Auch edlere Restaurants mit gehobener Küche werden immer zahlreicher. Wie auch internationale Restaurants finden sie sich vor allem in Ho-Chi-Minh-Stadt und Ha Noi. Restaurants haben meist eine reichhaltige Speisekarte und befinden sich in geschlossenen Räumen. Bei vielen Straßenlokalen lässt sich der Gast auf kleinen Mini-Plastikstühlchen nieder, die auf dem Gehweg stehen.

Am Straßenstand ist die Küche oftmals weit besser als im Restaurant. Ein Grund liegt darin, dass sich Straßenköche auf die Zubereitung eines Gerichtes spezialisieren und es darin zur wahren Meisterschaft bringen. Die Straßenstände sind mobil und können sich den veränderten Gegebenheiten der sich wandelnden Stadt perfekt anpassen: So stehen die kleinen Wagen immer dort, wo sich Geschäftsleute oder Touristen tummeln. In jeder Stadt gibt es zudem mindestens eine Straße, in der nur gegessen wird, und auch jeder Markt hat einige interessante Essensstände zu bieten. Ohne festen Stand wandern die ärmeren Köche und Köchinnen mit ihrem Joch über der Schulter durch die Straßen oder bieten ihre Köstlichkeiten direkt an der Strandliege an. In der einen Tragetasche am Joch befinden sich die frischen Zutaten, in der anderen ein kleiner Holzkohlegrill. Es werden Salate, Suppen, Gegrilltes und andere Leckereien angeboten und direkt vor den Augen des Hungrigen zubereitet: Streetfood ist das Zauberwort. Es lässt sich eigentlich überall probieren, doch in den größeren Städten ist die Auswahl größer: Die Altstadt von Ha Noi eignet sich gut für eine kleine kulinarische Tour: sehr authentisch und auf engem Raum (>>, Kasten „Streetfood: eine kulinarische Entdeckungsreise“).

Je weiter außerhalb der großen Städte man reist, desto weniger Restaurants gibt es. Straßenstände findet man jedoch in jedem noch so kleinen Ort, sodass niemand verhungern muss.

Vietnamesen essen in der Regel recht früh zu Abend. Einheimische Restaurants schließen daher oft schon gegen 20 Uhr. An touristischen Orten bekommen Hungrige jedoch auch später immer noch etwas zu essen – nahezu alle Restaurants, die internationale Küche auftischen – ob Traveller-Food oder gehobene französische oder italienische Küche – haben meist bis gegen 23 Uhr geöffnet. Nachtmärkte, wie man sie aus anderen Teilen Asiens kennt, sind kaum zu finden. In Da Lat und Ha Noi gibt es sie aber mittlerweile am Wochenende.

Tischsitten

Im Familienkreis wird traditionell auf dem Boden sitzend ohne Tisch oder an einem niedrigen Tisch gegessen. Bei den Städtern hat sich wie im Restaurant der normal hohe Tisch mit Stühlen durchgesetzt. Die kleinen Nudelsuppenstände auf den Märkten laden ein, auf der Miniaturausgabe eines Stuhls Platz zu nehmen.