STERNENGLANZ – Eliteeinheit des Universums 2 - Arthur E. Black - E-Book

STERNENGLANZ – Eliteeinheit des Universums 2 E-Book

Arthur E. Black

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Beschreibung

Ein paar Sekunden lang starrte Cara ins Leere. Sie lagen noch immer im Orbit, unter ihnen wurden Menschen und Mat'sul als Sklaven gehalten. Ohne eigenen Willen, ohne echtes Leben. Alles in ihr schrie danach, mit einer Einheit auf den Planeten zu fliegen und jeden Einzelnen zu befreien. Aber was dann? Die Flotte lag im Van Heeren-System und bereitete sich auf einen Angriff vor. Sie hatten keine Kapazitäten, all die Männer und Frauen in Sicherheit zu bringen. "Wir brauchen eine komplette Analyse. Ich will wissen, mit wie vielen Drohnen wir es zu tun haben, wo sie zu finden sind und was ein starker EMP-Beschuss mit den Gefangenen anstellen würde", erklärte sie schließlich. Selassie war nicht auf seinem Platz, sondern hatte sich zur Krankenstation begeben. Royo saß nun an der Konsole des Wissenschaftsoffiziers. Der XO nickte und machte sich an die Arbeit, während Cara wütend auf den Schirm starrte. Wie viele Schiffe gingen in den letzten Jahren an unsere Feinde verloren, ohne dass wir es auch nur erahnten? Wie viele Siedler wurden entführt und hierher gebracht? Wieso in aller Welt fiel das nicht auf?

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STERNENGLANZ

Eliteeinheit des Universums

Band 2

VORSTOSS INSUNBEKANNTE

von

STERNENGLANZ

Eliteeinheit des Universums

Herausgeber: ROMANTRUHE-Buchversand.

Cover: Romantruhe (Bildrechte: fotolia).

Satz und Konvertierung:

ROMANTRUHE-BUCHVERSAND.

© 2015 Romantruhe.

Alle Rechte vorbehalten.

Die Personen und Begebenheiten der

Romanhandlung sind frei erfunden;

Ähnlichkeiten mit lebenden oder

verstorbenen Personen sowie mit tatsächlichen

Ereignissen sind unbeabsichtigt.

Abdruck, auch auszugsweise,

Vervielfältigung und Reproduktion sowie

Speichern auf digitalen Medien zum

Zwecke der Veräußerung sind untersagt.

Internet: www.romantruhe.de

Kontakt:[email protected]

Produced in Germany.

Zitat:

Wir haben gelernt, das All zu erobern. Wir glauben, seine Gefahren zu kennen, die Risiken, die uns erwarten. Wir glauben, wir haben die Bedrohungen im Griff. Die Kälte, die fehlende Atmosphäre und auch die fremden Wesen, die uns bislang auf unserem Weg in die Weiten des unendlichen Raums begegnet sind. Wir fürchten das Bekannte, die Feinde, die uns in der Vergangenheit zugesetzt haben. Dabei ist das Unbekannte sehr viel erschreckender, denn aus den Weiten des Alls könnte ein Gegner auftauchen, dem wir nichts entgegenzusetzen haben!

Was tun wir, wenn wir einem streng rationalen Gegner gegenüberstehen? Einem Gegner, der menschliche Schwächen wie Mitleid, Gnade, Liebe oder Trauer ausnutzt, da er selbst frei von solchen Anwandlungen ist?

Was tun wir, wenn wir einem Feind begegnen, dessen Technologie an pure Magie erinnert? Etwas, das ein großer Kollege von mir vor langer Zeit bereits als drittes Gesetz definierte, ist heute drohender und näher als jemals zuvor.

Die Arroganz unserer Politiker und Strategen, der überhebliche Glaube, auch in den Weiten des Weltraums an der Spitze jeder Nahrungskette, an der Spitze jeder technologisch entwickelten Rasse zu stehen, ist nicht hilfreich. Im Gegenteil, sie ist mörderisch – denn sie wird uns am Ende nicht nur das Leben Einzelner kosten, sondern vielleicht die Existenz des Homo sapiens gefährden! […]

I

Ratspräsident Dro’kasa stand am Rednerpult des Hohen Hauses und schaute in die Gesichter der anderen Abgeordneten.

Senatoren, Beisitzer und Vertreter der Kal’sul, der Fremden Intelligenz, saßen auf ihren Plätzen und warteten auf seine Rede.

»Es ist viel geschehen!«, hob er an. »Wir sehen uns einer neuen Bedrohung gegenüber, der wir allein nicht entgegentreten können. Sie alle haben die Berichte von Kapitän Dro’sha gelesen und wissen, dass unser Schiff kurz vor der Vernichtung stand. Ob es uns gefällt oder nicht – die gesamte Besatzung der AL’TARIM steht bei den Menschen in tiefer Schuld.«

Gemurmel wurde laut, Debatten entbrannten auf den Rängen des Hohen Hauses.

Gewiss, sie alle hatten das Logbuch der AL’TARIM erhalten. Darüber, was dies für das weitere Vorgehen bedeutete, waren sie sich jedoch alles andere als einig.

Einige glaubten, der nächste sinnvolle Schritt bestünde in einem Bündnis mit dem Aggressor. Vereint gegen die Menschen vorzugehen, könnte beiden Seiten nutzen; zumal sie offenbar ähnliche Technologien nutzten.

Andere fürchteten, der Aggressor würde seine feindlichen Aktivitäten schon bald auf die Welten der Mat’sul ausdehnen. Sie suchten daher einen Schulterschluss mit den Klugen Affen, wie die Mat’sul die Menschen oftmals nannten.

Eine kleine Gruppe war unentschlossen.

In den letzten Stunden hatten sich die Abgeordneten Expertisen angehört, in Fraktionen debattiert und schließlich endlos lange ihre jeweiligen Standpunkte vorgetragen.

Nun hatte der Ratspräsident das Wort ergriffen; wie stets, kurz bevor eine Entscheidung anstand.

»Ruhe!«, bat Dro’kasa und schlug mit seiner Tatze auf einen Buzzer. Ein durchdringender Laut erklang, der die Anwesenden zur Ordnung rief. »Jeder von Ihnen hat eine Meinung, wir haben die verschiedenen Standpunkte gehört. Zur Wahl stehen folgende Optionen.«

Er blickte sich um.

»Ein Bündnis mit den Fremden und damit eine Kriegserklärung an die Menschen.«

Wieder ging ein Raunen durch die Reihen, verebbte jedoch bald.

»Ein Friedensangebot an die Menschen und gleichzeitig die Schaffung eines Bündnisses gegen die Angreifer.«

Das Geraune wurde lauter.

»Neutralität und Aufbau einer Verteidigung, sollten wir angegriffen werden.«

Er räusperte sich. »Ich möchte noch ein persönliches, letztes Argument hinzufügen. Uns allen ist der Name Cara Fox vertraut. Sie widerstand unseren Verhören und verdiente sich so unsere Achtung, auch wenn wir sie liebend gerne gebrochen hätten. Aber eben jene Cara Fox war es, die unser Schiff rettete. Die ihren ohne Zweifel vorhandenen Hass auf uns beiseiteschob, als die AL’TARIM in Gefahr war. Wenn Sie ihren Hass überwinden kann, sollten wir es auch können. Zum Wohle unseres Volkes! Daher werde ich für einen Frieden votieren!«

Ruhe kehrte ein, als Dro’kasa die Abstimmung begann.

Jeder der Abgeordneten hatte einen Ziffernblock, mittels dem er für die jeweilige Option stimmen konnte – die Zahlen spiegelten dabei die Reihenfolge wider, in der die Möglichkeiten verlesen worden waren.

Als auch der letzte Abgeordnete eine Zahl gedrückt hatte, erklang ein lautes Klingeln.

Nur Dro’kasa konnte auf einem Monitor das Ergebnis sehen; es war seine Aufgabe, es zu verkünden und damit zur Umsetzung freizugeben.

»Die Mehrheit des Hohen Hauses hat sich für …« Er blickte sich um und sah die Spannung in den Gesichtern der Vertreter, »… Option zwei entschieden. Frieden mit den Menschen und ein Bündnis gegen die Aggressoren!«

Jene, die gegen diese Variante votiert hatten, brachen in Protestrufe aus. Sehr schnell aber gelang es dem Präsidenten, für Ordnung zu sorgen. Mehrfach betätigte er den Buzzer, sodass der schrille Ton alles andere überdeckte.

»Die Argumente wurden gehört, die Entscheidung ist gefallen!«, rief er, als wieder Stille eingekehrt war. »Setzen wir die Maßnahmen nun um!«

Damit war die Sitzung beendet.

Nicht alle waren mit dem Ergebnis zufrieden. Einige sahen das Heil ihres Volkes noch immer in einem Krieg gegen die klugen Affen.

Dennoch hatten sie die Abstimmung zu respektieren.

So lange, bis etwas Unvorhergesehenes geschah und die Menschen plötzlich nicht mehr lobend in den Medien erwähnt wurden …

II

Jede Raumstation der CSFU war nach dem gleichen Schema errichtet worden.

Acht Pylonen, an denen Schiffe andocken konnten.

Zehn Etagen beheimateten Hotels, Restaurants, Vergnügungsbetriebe jedweder Art sowie die Verwaltung und die Quartiere der Besatzung.

Eine Raumstation war ein Mikrokosmos in den Weiten des Alls; die Poststationen des Wilden Westens in modernem Gewand.

Cara Fox hatte inzwischen viele dieser Raumstationen besucht, 03 war jedoch in ihren Augen noch immer etwas Besonderes.

Als Fähnrich hatte sie hier ein Jahr lang unter Kommandant Rosenberg gedient und so die Abläufe verinnerlicht.

Wäre sie anschließend auf einem Forschungsschiff oder Frachter der CSFU eingesetzt worden, sie hätte sich vielleicht für einen Dienst auf einer Station entschieden. Doch man hatte sie als Midshipman auf ein Schnelles Kampfschiff versetzt – und diesem Thrill war sie binnen weniger Tage erlegen.

Während sie nun über die ringförmige, auf Ebene 5 verlaufende Große Promenade joggte, fühlte sie sich trotz allem wieder heimisch. Die Station hatte sich seit ihrem Weggang kaum verändert. Ein paar Wände waren frisch gestrichen worden, zwei Nano-Monitore auf Ebene 0 – dem Empfangsbereich – ersetzten die alten Bildschirme, aber das war auch schon alles.

Selbst das Personal war nahezu unverändert; einzig Rosenberg war von seinem ehemaligen XO abgelöst und in Ruhestand geschickt worden.

Schweiß floss in Strömen über Caras Körper, während sie Meter um Meter zurücklegte. Ihr Atem ging schnell, aber gleichmäßig, die Trainingskleidung sog den Schweiß auf.

Eine Stimme riss die junge Kommandantin aus ihren Gedanken. Sie blickte auf und sah Commodore McMahon aus einem Restaurant treten, in der Hand ein Sandwich.

Sie joggte zu ihm, schüttelte ihre Glieder aus und atmete tief durch. »Commodore …«

»Ich hatte heute Morgen ein langes Gespräch mit dem HQ«, ließ McMahon seine Untergebene wissen. »Wir treffen uns in einer halben Stunde in Ihrem Büro an Bord der STERNENGLANZ.«

»Verstanden.« Cara lief wieder los, nahm die Treppen hinauf in die zehnte Etage und joggte dort zu den Schleusen.

Kurz darauf eilte sie durch einen stabilen, hell erleuchteten und angenehm temperierten Schlauch, ehe sie über Andock-Schleuse 3 ihr Schiff betreten konnte.

Sie brauchte eine Dusche und musste ihre Uniform anlegen. Viel Zeit blieb ihr nicht, wollte sie pünktlich zum Treffen mit McMahon erscheinen.

Phinus, ihr Hund und Midshipman ehrenhalber, begrüßte sie mit heftigem Schwanzwedeln.

Er folgte ihr in den Hygienebereich, blieb dann aber vor der Dusche stehen. Einmal hatte er bisher den Fehler begangen, mit in die Kabine zu schlüpfen.

Nass bis auf die Haut war er anschließend durch Caras Kabine gesprungen, hatte sich geschüttelt und damit das Wasser gleichmäßig in den Räumen verteilt.

*

»Ich soll dich von deiner Mutter grüßen!«, eröffnete McMahon das Gespräch, kaum dass ihm Cara gegenübersaß. Sie hatte es pünktlich geschafft, genau eine Minute vor dem vereinbarten Termin war sie eingetreten.

»Danke. Ich hatte ein paar kurze Gespräche mit ihr – es geht ihr gut, wie ich hörte. Ihr beide …«

McMahon lächelte ein wenig verlegen. »Wir kennen einander so lange. Sie … fühlte sich einsam und ich … ebenfalls. Es … stört dich nicht, oder?«

Cara schüttelte den Kopf. »Nein, warum sollte es. Mich wundert nur, dass ihr nicht schon früher zusammengekommen seid. Wie das HQ oder die Kollegen anderer Schiffe auf diese Konstellation reagieren, wird sich zeigen müssen. Schließlich wird dadurch auch unsere Beziehung enger.«

»Das sagte Hemingway ebenfalls. Da ich jedoch ohnehin seit Langem alle Entscheidungen, die dich betreffen, von ihm absegnen lasse, sehen wir keine allzu großen Schwierigkeiten.«

Der Commodore holte ein Päckchen hervor. »Ein Geschenk deiner Mutter; ich soll es dir geben.«

Cara nahm es entgegen, öffnete es aber nicht. Dazu würde später Zeit sein. »Es liegen neue Befehle vor?«

McMahon nickte. »So ist es, Captain. Die Flotte bereitet sich auf einen Krieg vor. Die Regierung des Cores hat die Bedrohung zu ihrem Haupt-Anliegen gemacht, alle anderen Themen sind nachgeordnet oder sogar ausgesetzt. Das gefällt zwar jenen Siedlern nicht, die über eine Abspaltung nachdenken und entsprechende Gesuche eingereicht haben, aber mit diesen Schmarotzern können wir uns nicht auch noch befassen. Zurzeit sammelt sich die Flotte unter dem Kommando von Commodore Clarkson im Van Heeren-System, um den Aggressor in die Flucht zu schlagen.«

»Ich nehme an, wir sollen uns ebenfalls dort einfinden?«

Cara jubilierte innerlich. Noch immer nagte der Rückzug an ihr. Sie war, das musste sie sich eingestehen, eine Kriegerin. Anders konnte man es nicht bezeichnen. Sie liebte die Spannung, den Kampf und vor allem den Triumph. Schon immer hatte es in ihrer Linie tapfere Krieger und Kriegerinnen gegeben; ihre Abstammung ließ sich bis zu den Kelten zurückverfolgen. Cara bildete daher keine Ausnahme; im Gegenteil.

Die Vorstellung, Seite an Seite mit anderen Schiffen das Van Meuren-System zu befreien, gefiel ihr außerordentlich.

»Ich fürchte, Ihre Befehle lauten anders, Captain Fox.« McMahon lächelte milde, denn er kannte Cara nur zu gut und wusste, was in diesem Moment in ihr vorging. »Ich brauche Sie und das Schiff für eine Spezialmission.«

»Oh! Ich nahm an, die Feuerkraft der STERNENGLANZ würde im Van Meuren-System gebraucht.«

»Feuerkraft haben wir in Hülle und Fülle. Was wir brauchen, ist Aufklärung. Wir müssen wissen, woher die Aggressoren kommen. Wie sieht es dort aus? Gibt es dort Leben, das die Maschinen steuert? Oder haben sie tatsächlich ein Bewusstsein entwickelt?«

»Wir sollen in das Gebiet der Angreifer vordringen?« Cara spürte neuerliche Vorfreude in sich gären.

McMahon nickte. »Das ist Ihr Befehl, Captain Fox. Soweit ich weiß, konnte Mister Selassie die Spuren der fremden Schiffe nachverfolgen und so einen Kurs berechnen, der die STERNENGLANZ direkt in feindliches Territorium bringt.«

Cara nickte.

»Sehr gut. In Kürze treffen Techniker ein, die einige Modifikationen an Ihrem Schiff vornehmen werden. Systeme, die es der STERNENGLANZ erlauben, möglichst unentdeckt von Sensoren in das fragliche Gebiet vorzudringen. Zudem werden Sie ein neues, temporäres Crewmitglied in Empfang nehmen.«

»Ein Adlerauge?«

McMahon schüttelte den Kopf. »Eine Krallenpfote. Die Feloidea haben offiziell um Friedensgespräche gebeten und ihre Unterstützung im Kampf gegen die fremden Angreifer angeboten. Die Regierung wird sich damit auseinandersetzen. Jedoch haben wir bereits zugestimmt, einen Beobachter der Krallenpfoten mit auf diese gefahrvolle Mission zu nehmen. Sein Name ist Dra’nara. Er wird morgen hier eintreffen; mit dem ersten Mat’sul-Schiff, das jemals an einer Raumstation der CSFU andockte.«

»Ist die Kapelle informiert? Lassen wir Ballons steigen und schenken Freibier aus?«, fragte Cara säuerlich.

McMahon lachte. »Tatsächlich werden wir die Crew des Schiffes mit einigem Pomp empfangen. Vergiss nicht, dass wir diesen Frieden dir zu verdanken haben. Dein Verhalten hat die Mat’sul letztlich davon überzeugt, dass wir vertrauenswürdig sind.«

Cara verkniff sich eine Antwort. Noch immer war sie sich ihrer Gefühle für diese Wesen nicht sicher. Gewiss, während ihrer ersten Mission hatte sie mit den Krallenpfoten zusammengearbeitet und die AL’TARIM vor der Zerstörung bewahrt. Ihr Groll auf diese Wesen war jedoch nie ganz verschwunden.

Es würde dauern, bis sie unbefangen mit den Feloidea umgehen konnte.

McMahon erhob sich. »Ich muss den Empfang des Mat’sul-Schiffs vorbereiten. Viel Erfolg, Cara!«

Die Kommandantin nickte.

*

Mal sehen, was mir meine Mutter geschenkt hat.

Cara saß in ihrer Kabine und besah sich das Geschenk. Schließlich wickelte sie es aus – und hielt die Statue einer keltischen Göttin in Händen.

Für meine Kriegerin!

Dies ist die Kriegsgöttin Andastra – die Unbesiegbare. Möge sie dich auf deinen Reisen beschützen!

In Liebe – Mutter

Cara stellte die Figur auf ein Schränkchen. Bislang hatte sie zu Morrigan gebetet, ohne aber eine entsprechende Figur zu besitzen. Nun würde sie zu Andastra beten.

Sie hatte das Geschenkpapier gerade beiseite geräumt, als ein leises Signal erklang; die Erinnerung, den Konferenzraum aufzusuchen und ihre Alpha-Schicht über die neuen Befehle zu unterrichten.

Und auch über das neue Mitglied an Bord der STERNENGLANZ …

*

Der Abend war über die Station gekommen. Um einen gewissen Rhythmus zu simulieren, wurden die Lichter ab einer bestimmten Uhrzeit gedämpft, manche Läden schlossen.

Cara und Charles Stone, Kommandant der Infanterie-Einheit an Bord der STERNENGLANZ, hatten ein kleines Restaurant besucht und dort ein leichtes Dinner eingenommen. Nun schlenderten sie an den Auslagen der Shops auf Ebene 7 vorbei und betrachteten, was die Händler anboten.

Nicht selten handelte es sich um völlig überteuerten Tinnef, den man auf jedem Planeten nachgeschmissen bekam.

 Dennoch gab es stets Kunden, die hier kauften – und nicht dort, wo sie wollten.

Jeden Tag verlässt ein Dummer sein Haus. Bekommt man den in sein Geschäft, hat man schon Umsatz generiert.

Ein Spruch, der nicht von ihrem Urgroßvater stammte, sondern von einem Händler auf dem Mars.

»Die erzwungene Ruhe kann angenehm sein, nicht wahr?«, fragte Stone grinsend. »Es bleibt ein wenig Raum für die angenehmen Dinge des Lebens.«

»Ich dachte, die CSFIU steht ständig unter Spannung und verabscheut solche Pausen«, wunderte sich Cara.