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Gedanken schaffen Wirklichkeit Mit seinem Werk „Stille im Kopf oder Gedanken schaffen Wirklichkeit“ rückt Marcus Salhofer eine der ältesten Erkenntnisse der Menschheit in den Fokus. Und: dass wir Menschen ein unglaubliches Potenzial zur Verfügung haben, um uns unsere höchstpersönliche Welt zu schaffen, indem wir uns der weitreichenden Möglichkeiten, die dieser Code in sich birgt, gewahr werden. Wer sich seines Denkapparates bewusst bedient, verhindert, dass andere dies übernehmen, um Wirklichkeiten zu schaffen, die vor allem diesen anderen selbst dienen. In Salhofers Buch treffen zwei Weltanschauungen aufeinander. Jene eine, die unsere Weltanschauung weitgehend dominiert: „Ich glaube es erst, wenn ich es sehe.“ Ausdruck einer materialistischen Weltanschauung. Und jene andere, die der idealistischen Weltsicht: „Das was du glaubst, wirst du sehen.“
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Seitenzahl: 170
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Ziel dieser Arbeit ist es, Ihnen die Angst zu nehmen, die andere Menschen mittels Dogmen und Gewissensbildung in Ihnen erzeugen, um Sie zu kontrollieren und manipulierbar zu machen. In dieser Arbeit soll Ihnen die Angst genommen werden, die Sie selbst daran hindert, Ihr eigenes Potenzial zur Ent-faltung zu bringen.
Marcus Salhofer, geboren 1964 in Wels/ Oberösterreich. Studium der Soziologie, Ethnologie und Psychologie. Goldschmied. Praktizierender Bewusstseinsforscher und Menschenarbeiter. Tätig als Lebens- & Sozialberater sowie freischaffender Mentaltrainer im Profisport. Seminarist für diverse Unternehmen.
Tanja Hausner, geboren 1970 in Mödling.
Kostümbildnerin für Film und Theater.
Malerin und Kinderbuchautorin.
Einführung
Grundsätzliches
Ich glaube es erst, wenn ich es sehe
Gott erschuf den Menschen nach seinem Ebenbild
Aristoteles
Das, was du glaubst, wirst du sehen
Heraklit
… „der Mensch erschuf Gott nach seinem Ebenbild“
Gott ist tot
Quantenphysik
Teilchen oder Welle
Morphogenetisches Feld
Der 101-te Affe
Prinzip der Wirkung
Alles hat zu jeder Zeit Wirkung
Zitronen-Experiment
Gedankenexperiment
„Denn Sie wissen nicht, was Sie tun.“
Bewusstsein ist Wissen über Ihr Sein
Sie erleben nie das Leben, die Freuden und Probleme von jemand anderem
.
Karma
Intuition ist Information aus dem Hyperraum
Bewusste Präsenz
… Flow-Erlebnis
Alles ist Schwingung
Die Ebenen des Seins
Bring dich in Schwingung
Übung DJ
Atmung
Übung Atmung
Sechs Schritte der Entspannung
Begegnen Sie Ihrem höheren Selbst
Gedankenreise
Chakra
Kali-Yuga
Geist schafft Materie
Ur-Plasma ist der Werkstoff für Wirklichkeit
Das Gesetz der Anziehung
Psychosomatische Erkrankungen
Subjektive Wirklichkeit entsteht durch Bedeutungsenergie
Denken Sie schon, oder werden Sie noch gedacht
Placebo
Übung: Herzenswunsch
Grundprinzip von Vertrauen
Übung: Vertrauen
Lieben Sie das was Sie tun, oder lassen Sie es bleiben,solange bis Sie es lieben
Gedankenspiel über Arbeit
Zweifel
Übung
Lass den Schlamm deiner Gedanken sinken und schau in klares Wasser
Gedankenreise
Die Welt ist so, wie Sie die Welt sehen und nicht weil sie so ist
DVD
Übung: DVD
Denken schafft subjektive Zeit
Im Schnittpunkt der Zeit finden Sie die Ewigkeit
Übung: Brücken der Bedeutung I+II
Sie schwimmen in Energie wie Fische im Wasser
Gesetz der Analogie
Annehmen
Übung: Annehmen
Es ist, was es ist
Die Grundstruktur von Problemen …
Ängste sind kreative, in die Zukunft projizierte Phantasien
Die Grundstruktur von Lösung
Selbstvertrauen findet statt, wenn Sie bei sich selbst zu Hause sind
Machen Sie sich zum Zentrum
Werden Sie zur Quelle
Übung: Die Schwere des Haben-Wollens
Die Leichtigkeit des Gebens
Du sollst nicht gehorchen, du sollst wachsen
Übung: Wachstum beginnt mit einem Traum
Wohlgeformter Zielsatz
Herztransformation
Mer-ka-ba
Mer-ka-ba Lichtatmung (Meditation)
Wie mich das Rauchen vergaß
Literaturhinweise
2012 ist an uns vorbeigezogen und nichts ist geschehen. Vielleicht war das mit den Majas, mit der hochentwickelten Zeitrechnung ja doch alles nur Humbug? Vielleicht waren die Ägypter doch nicht so genial wie sie uns oft dargestellt werden? Und möglicherweise sind alle genialen und nachweislichen Errungenschaften in Medizin und Wissenschaft aus dem Zweistromland von vor tausenden Jahren tatsächlich nur esoterisches Geschwafel? Oder aber Jesus, Buddha, Krishna und all die heiligen Männer, die die Welt heute noch maßgeblich mitbestimmen waren tatsächlich nur Scharlatane. Was ist außerdem mit all den weisen Schriften aus dem fernen und mittleren Osten geworden, all jenen Schriften, die bereits tausende von Jahren vor unseren Bibeln bestanden und absolute Weisheit in sich bergen. Alles nur Betrug, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen? Wir, die wir Computerprogramme entwickeln, die es Investoren ermöglichen, ihre Waren 0,3 Sekunden schneller auf den Markt zu bringen und damit Milliarden verdienen, sollen uns von alten Büchern die Sinne vernebeln lassen!? Die wahren Götter des modernen Menschen wohnen anderswo. Seien wir ehrlich, was für uns Menschen der Neuzeit wirklich zählt, sind materielle Dinge, dass die Heizung funktioniert, dass wir jährlich auf Urlaub fahren können, dass neben dem ersten Auto in der Garage auf jeden Fall noch Platz für ein Motorrad oder doch ein kleines Zweitauto ist. Schöne Kleider versteht sich von selbst. Wirklich wichtig für den gegenwärtigen Menschen ist, dass so viele Apps wie möglich auf unseren Handys Platz haben, dass uns das Internet all das bringt, was wir uns wünschen und dadurch keinen Fuß mehr vor die Tür setzen müssen. Wirklich wichtig für den gegenwärtigen Menschen sind Paintball, Haarverlängerung, aufgeklebte Fingernägel und natürlich, die Rolex.
Tatsache ist, dass wir Mensch gegenwärtig einen Stand der Technologisierung erreicht haben, die uns vieles ermöglicht und uns unsere Welt leichter zu bewältigen erscheinen lässt. Tatsache ist, dass es tatsächlich erscheint, als ob sich die Menschheit, technisch gesehen, in einen Rang erhoben hat, der uns als Menschheit so noch nicht bekannt war. (wobei das eine reine Annahme bleibt) Tatsache ist aber auch, dass sich im Jahr 2015 so viele Menschen wie noch nie seit dem 2. Weltkrieg wegen kriegerischer Scharmützel auf der Flucht befanden. Tatsache ist, dass im Jahre 2015 so viele Menschen wie noch nie an Depression leiden. Depression fühlt sich übrigens heute vermutlich genauso an wie vor 100 Jahren und widersetzt sich so gelungen allen Vortschritts- und Veränderungsbestrebungen. Tatsache ist, dass die Menschheit das erste Mal seit Bestehen von Aufzeichnungen im Begriff ist, die Welt aktiv zu zerstören. Tatsache ist, dass, obwohl stündlich eine unüberschaubare Menge an Lebensmittel vernichtet werden einzig um den Preis zu stabilisieren, eine unüberschaubare Anzahl an Menschen an Hunger und Unterernährung sterben.
Ja, wir sind in der Lage zum Mond zu fliegen, ja, der Mensch ist in der Lage, einigen wenigen, die sich das leisten können, das Leben zu verlängern. Ja, der Mensch ist in der Lage, an beinahe allen Orten der Welt via Handy das TV-Programm zu studieren.
Aber ist das alles wirklich ein Grund zur Freude? Ist es nicht eher so, dass wir mit den Zehenspitzen bereits über dem Abgrund stehen. Ist es nicht eher so, dass wir mit der zunehmenden technologischen Abhängigkeit die Chancen des Überlebens der Menschheit verringern?
Eine materialistische Haltung hat sich über uns Menschen gelegt und beginnt uns aktuell die Luft aus den Lungen zu pressen. Die Seele ist in die Materie verbannt worden. Wer heutzutage von Seele spricht, wird in Windeseile als Esoteriker beschimpft und auf Eis gelegt. Wer heute menschliche Züge in die Geschäftswelt bringt, wird überhaupt als total naiv abgestempelt.
Die gegenwärtige Menschheit ist gut beraten, sich aus der Materie zu befreien. Wenn uns daran liegt, die Welt neu und menschenwürdiger zu gestalten, sind wir aufgefordert, wieder Kontakt zu unserer Seele herzustellen. Und zu guter Letzt sind wir aufgerufen, uns unseres Schöpfungspotenzials wieder bewusst zu werden. Bewusstseinsarbeit ist der Schlüssel dazu. Die hier vorliegende Arbeit soll einen Beitrag leisten, uns unseres Schöpfungspotenzials bewusst zu werden, es all jenen zu entreißen, die sich unseres Schöpfungspotenzials bemächtigt haben und dieses für ihre eigenen Zwecke arbeiten lassen ohne uns danach zu fragen. Ziel dieser Arbeit ist es, sie zu motivieren sich ihres Wachstums zuzuwenden, statt irgendwelchen Dogmen zu gehorchen. Ziel dieser Arbeit ist es ihnen zu helfen sich bewusst zu werden, dass Sie nicht „nicht“ zaubern können.
Jeder Ihrer Gedanken schafft Schwingungen der Wirklichkeit. Jeder von uns Menschen ist ein wandelnder Wirklichkeitsgenerator. Ziel dieser Arbeit ist es, Ihnen die Angst zu nehmen, die andere Menschen mittels Dogmen und Gewissensbildung in Ihnen erzeugen, um Sie zu kontrollieren und manipulierbar zu machen. In dieser Arbeit soll Ihnen die Angst genommen werden, die Sie selbst daran hindert, Ihr eigenes Potenzial zur Ent-faltung zu bringen.
Der Stand der technischen Entwicklungsstufe einer Kultur sagt noch lange nichts über die Bewusstseinsentwicklung einer Gesellschaft aus. Neben technischem Interesse existieren noch viel grundlegendere Interessen, die für das menschliche Überleben notwendig sind.
Das Jahr 2012 ist zwar scheinbar ruhig und friedlich an uns vorbeigezogen, bei genauerer Hinsicht scheint aber einiges in Bewegung geraten zu sein. Es ist sicherlich nicht das Jahr 2012 in dem alles begann. Veränderung beginnt immer und hört nie auf. Das Jahr 2012 beschreibt einen Wendepunkt, der in seiner Intensität und Vielfalt für sich selbst spricht. 2012 dokumentiert einen Prozess, bei dem sich der Geist wieder aus der Materie zu befreien beginnt. Es ist ein Kampf der von niemandem geführt wird. Es ist ein Prozess der unabhängig von der menschlichen Erscheinungsform immerwährend ist. Die Dinosaurier haben diese Welt, millionenfach an Jahren länger bevölkert als wir Menschen. Ob wir uns so lange auf diesem Planeten halten ist fraglich. Es ist ein Kommen und Gehen, ein geboren werden und ein sich wieder in eine andere Energieform aufzulösen. Alles angetrieben und am Leben erhalten von einer dem menschlichen Verstand weit übersteigender Form von Intelligenz.
Nichts wird diese Welt heilen. Überwinden Sie sie!
(Vedanta, Swami Vivekananda, S. 62)
So wie das Gravitationsgesetz existierte,
bevor es entdeckt wurde, und existieren wird,
wenn die Menschheit es vergisst,
so ist es mit den Gesetzen der spirituellen Welt.
(Swami Vivekananda / Vedanta)
Der Großteil der westlichen Welt ist geprägt durch den Glaubenssatz: „Ich glaube ‚es’ erst, wenn ich ‚es’ sehe.“ Diese Haltung ist Ausdruck einer materialistischen Weltanschauung. Die materialistische Weltsicht begrenzt sich in ihrer Wahrnehmung auf das, was man sehen, be-greifen und vor allem beweisen kann. Der Mensch ist meist nur mit den manifestierten Ergebnissen von geistigen Impulsen konfrontiert. Der Rest der Existenz entzieht sich dem menschlichen Wahrnehmungsvermögen. Und dieser Rest von Existenz ist in seinen Möglichkeiten unendlich. Das bereits Vorhandene, Sichtbare, die materielle Welt hingegen durchaus endlich. Seele, Geist, Gott, Liebe, Emotionen und Gefühle haben in der materialistischen Weltanschauung keinen Platz, da sie weder fassbar noch beweisbar sind. Es verwundert daher keineswegs, dass sich aus der materialistischen Weltanschauung so etwas wie technisches Interesse entwickelt. In der technisch dominierten Welt haben Emotionen, Gefühle, Gott, Seele keinen Platz und wird als esoterische Spinnerei abgehandelt. Die Technik versucht die äußere Welt zu beherrschen und hilft der Menschheit damit, ihr Überleben scheinbar leichter zu gestalten. Durch technische Entwicklungen wird aber nicht nur das Leben der Menschen (vermeintlich) leichter gemacht. Technische Entwicklungen beeinträchtigen den Menschen auch in seiner natürlichen Intelligenz, sich im unmittelbaren Kontakt mit der Natur zu entfalten. Durch technische Errungenschaften wird das Leben der Menschen nicht nur leichter, der Mensch gerät dadurch auch in immer größere Abhängigkeit von technischen Erfindungen. Wer beispielsweise mithilfe eines Navis von A nach B kommt, verliert seinen Orientierungssinn, der sich ganz natürlich nach der Sonne und anderen natürlichen Gegebenheiten orientieren würde. Wer kann sich heute noch Telefonnummern merken, wo sie doch alle bunt beleuchtet im Smart-Phone gespeichert sind. Technische Errungenschaften verbergen, bei mangelndem Bewusstsein, trotz ihrer vermeintlichen Vorteile für den Menschen, doch auch erhebliche Gefahren.
Materie ist Euer Diener, Ihr seid nicht Diener der Materie
(Vedanta, Swami Vivekananda, S. 36)
Von überquellender Neugier getrieben, erfindet und produziert die materialistisch-technische Welt Maschinen, die nicht nur zur Vernichtung des menschlichen Verstandes, sondern auch des gesamten Planeten beitragen. Die Entwicklung im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung arbeitet daran, den Menschen zu ersetzen. Die Wirklichkeit von Computerspielen ersetzt die Wirklichkeit aus Fleisch und Blut. Der Mensch macht sich selbst überflüssig. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung paradoxerweise in schier unerträgliche Dimensionen. Der Computer ersetzt die einfachsten Tätigkeiten, die der Mensch mit Leichtigkeit erledigen könnte. Der Mensch gerät durch sein technisches Entwicklungsbestreben in immer größere Abhängigkeitsverhältnisse.
Wer lehrt, wie man die Sinnesvergnügungen steigern kann, der findet Anhänger in Hülle und Fülle. Wer aber versucht, das höchste Ziel aufzuzeigen, der findet nur wenige Zuhörer. (Vedanta, Swami Vivekananda, S. 165)
Statt in den kleinen Pausen, die sich im Lauf des Tages ergeben, sich in sich zurückziehen, um zur Ruhe zu kommen, werden an beinahe allen Orten der Welt Handys gezückt, um die sinnlosesten Computerspiele zu spielen.
Der Mensch ist sogar stolz darauf, sich in eine derart abhängige Situation gebracht zu haben.
„Der erkenntnistheoretische Materialismus ist eine philosophische Position, die alle Vorgänge und Phänomene der Welt auf Materie und deren Gesetzmäßigkeiten und Verhältnisse zurückführt. Auf die Frage ‚Was ist?’, antwortet der Materialismus: ‚Nur Materie.’ Der Materialismus geht daher davon aus, dass auch Gedanken und Ideen Erscheinungsformen der Materie sind beziehungsweise auf solche zurückgeführt werden können. Er erklärt dem Menschen die ihn umgebende Welt und die in ihr ablaufenden Prozesse ohne geistige beziehungsweise immaterielle Elemente – wie beispielsweise Gott – dessen Existenz sich mit der Methodik der Naturwissenschaft, insbesondere dem Experiment, nicht überprüfen lässt.“ (Wikipedia)
Schlecht kann es einem also nur dann gehen, wenn sich das auch beweisen und überprüfen (be-greifen) lässt. Als depressiv diagnostiziert zu werden, oder von „Burn out“ betroffen zu sein, ist in einer erbarmungslosen technisch orientierten Leistungsgesellschaft, gelinde gesprochen, ein Todesurteil am Arbeitsmarkt. Allen Entwicklungs- und Veränderungsfanatikern sei gesagt, eine Depression vor 100 Jahren fühlt sich vermutlich gleich an wie eine Depression im Jahre 2015.
Diese Aussage weist uns Menschen in materialistischer Manier darauf hin, wie wir uns Gott „da draußen“ vorzustellen haben. Die Materialisierung Gottes verstellt uns jedoch oftmals die Sicht auf die seelische und spirituelle Komponenten, die sich im Gottesgedanken verbirgt.
Alles was ist, steht uns irgendwo da draußen gegenüber und wirkt (meist bedrohlich) auf uns. Wir selbst (im Sinne von Geist), als Quelle von Wirklichkeit, existieren in der materialistischen Haltung nicht.
Das Dilemma, das sich für uns Menschen aus der materialistischen Haltung ergibt ist, dass sich der Mensch aus den Augen der Anderen, aus der Sicht der Dinge, aus der Sicht der Vergangenheit etc. sieht. Daraus wird der Mensch in die Haltung gedrängt, stets reagieren zu müssen. Zuerst die äußere Materie beziehungsweise die Meinungen der Anderen, dann die eigene Reaktion darauf. Beinahe alle unsere persönlichen Probleme haben in dieser Perspektive ihre Wurzeln.
Der Verstand ist seiner Natur nach grundsätzlich nach außen gerichtet und neigt immer dazu, den Ursprung der Dinge in den Dingen selbst zu suchen.
(Pointers, Sri Nisargadatta Maharaj, S. 31)
Dies entspricht auch der Grundstruktur von Problemen aller Art, die wir weiter unten noch genauer besprechen werden. Die materialistische Weltsicht treibt uns zu immer größeren, zu immer schnelleren Entwicklungen in beinahe alle Richtungen. Was dabei verloren geht, ist das Verständnis, dass es so etwas wie Bewusstsein, so etwas wie Seele gibt. (In weiterer Folge wird Seele auch als eine Art Bewusstseins-Energie beschrieben.)
Der Verlust des Verständnisses von Bewusstseinsenergie ist eine mögliche Ursache von Krankheitsbilder mit denen sich der Mensch konfrontiert sieht , zb. der Depression. Das „Gottesgefühl“ wurde von der Materie beziehungsweise von der „phänomenalen Erscheinungsform“ eines Gottes ersetzt. (Viele Menschen vergöttlichen tatsächlich ihre Autos, ihre Rolex, ihre Dogmen) In dieser Haltung sitzt uns Gott gegenüber und richtet über uns. Wir Menschen werden, aus materialistischer Sicht, zu Befehlsempfängern reduziert. Aber nicht das Göttliche gibt in der materialistischen Haltung die Befehle. Es sind die Vertreter der verschiedenen Dogmen und Religionen, die stellvertretend für „Gott“, den es nicht gibt, die Befehle geben. Menschen, die sich Gott oder sonstige Dogmen vor den Karren spannen, um ihre Egos zu befriedigen, sind es, von denen wir Befehle erhalten. Und genau die sind es, vor denen Sie sich besonders in Acht nehmen sollten.
Die schlimmste Lüge, die man sich selbst erzählen kann, ist, als Sünder oder verworfener Mensch geboren zu sein. Nur der ist ein Sünder, der in einem anderen Menschen einen Sünder sieht.
(Pointers, Sri Nisaragadatta Maharaj, S. 107)
Dieser Umstand ist ganz tief in unserem Zellgedächtnis verankert und wirkt bis in die kleinsten Fugen unseres Alltags hinein.
Nasrudin hörte, dass der Nachbarort ein großes Festmahl veranstalte und dass alle Welt herzlich dazu eingeladen sei. So schnell er konnte, machte er sich auf den Weg. Als ihn der Zeremonienmeister in seinem zerlumpten Gewand erblickte, wies er ihm einen Platz an, fernab der großen Tafel, wo man den Honoratioren mit allem Gepränge aufwartete. Nasrudin sah, dass es lange dauern würde, bis die Dienerschaft zu ihm käme, und so stand er auf und ging nach Hause. Dort kleidete er sich mit einem prachtvollen Zobelmantel, setzte seinen Festtagsturban auf und kehrte zum Fest zurück. Als die Herolde des Emirs dieses prachtvollen Anblicks gewahr wurden, ließen sie die Trommeln und Trompeten des Willkommensgrußes für hochrangige Besucher erschallen. Der Kammerherr kam höchstselbst aus dem Palast und geleitete Nasrudin zu einem Platz unweit des Emirs. Sogleich häufte sich vor ihm ein Teller mit köstlichen Speisen. Da begann Nasrudin eine Handvoll der Speisen auf seinem Mantel zu verteilen und in den Turban zu schmieren. Der Emir beugte sich vor und sagte: „Eure Eminenz, Eure Essgewohnheiten sind höchst interessant und hierzulande noch unbekannt. Wollt Ihr mich betreffs ihres Ursprungs erleuchten?“ „Oh, das ist nicht der Rede wert“, antwortete Nasrudin, „der Mantel und der Turban haben mir diesen Platz und das Essen verschafft. Sie haben ihren Anteil verdient, meint ihr nicht?“
(Poppe Thomas, Die wundersamen Abenteuer des Mulla Nasrudin,
Geschichten aus dem Orient)
Was zählt, ist der Prunk, den man zur Schau stellt, die Er-scheinung – materielle Äußerlichkeiten. Alltäglich begegnen wir diesem Umstand. Der Run um die neueste Mode, die Stunden vor dem Spiegel bis der Strich um die Augen wirklich passt. Die Frage ob man/frau gefällt, all diese Fesseln dienen dazu, sich im Rennen um die/den Schönste/n in Pole-Position zu bringen. Die Maximierungsneurose erlebt einen Höhepunkt. (Vorräte anlegen ist noch keine Maximierungsneurose, aber so viele Vorräte anlegen, dass die Hälfte davon vergammelt, wäre ein Prototyp einer Maximierungsneurose. Dies gilt auch für den Finanzmarkt). Nicht nur schön, nein, unfassbar schön, nicht nur glücklich, nein, unfassbar glücklich, nicht nur reich, nein, unfassbar reich ist das Ziel. Ganze Industrien haben sich gebildet, die dem Menschen helfen sollen, noch schöner, noch glücklicher, noch reicher zu werden und mit Breitband auch noch schneller. Und wenn das alles nicht mehr funktioniert, dann lässt sich sicherlich der passende Mantel und Turban finden. Alles muss zu jeder Zeit noch besser und noch schneller, noch dynamischer und noch glücklicher und selbstverständlich jünger sein. Der Wettlauf im Stadion der Maximierungsneurose macht das Leben für den Menschen nicht wirklich leichter. Leiden auf hohem Niveau ist eine gute Beschreibung vieler aktueller Probleme der Menschheit.
Auch Esel sind nur Menschen
Zum ersten Mal in seinem Leben kaufte sich Mulla Nasrudin einen Esel. Der Händler ermahnte ihn, dem Tier täglich eine bestimmte Menge Futter zu geben. Nasrudin schien das zu viel zu sein, und so beschloss er, herauszufinden, ob der Esel auch mit weniger Futter auskommen könne. Jeden Tag gab er ihm etwas weniger Futter zum Fressen.
Als der Esel schließlich fast nichts mehr bekam, fiel er um und war tot.
„Schade“, grübelte der Mulla, „nur ein wenig mehr Zeit und ich hätte ihn sicherlich daran gewöhnen können, ohne Futter auszukommen.“
(Die wundersamen Abendteuer des Mullas Nasrudin; Thomas Poppe)
Die Angst, nicht zu entsprechen, die Angst, die Erwartungen anderer nicht zu erfüllen, die Angst vor dem Fremden, die Angst vor Veränderung und viele andere Ängste, von denen wir uns treiben lassen, haben in der Maximierungsneurose ihre Wurzeln.
Stets den drohenden Richter über uns schwebend, glauben wir, irgendeinem Unsinn gehorchen zu müssen. Durch dieses Gehorchen kommen wir aber nicht in den Himmel wie versprochen, durch dieses Gehorchen sichern wir lediglich die Pfründe der Macht.
Diese externalisierte, materialistische Gottesidee ist hauptsächlich für die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Machtstrukturen in Religion, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik verantwortlich. Aktuelle pädagogische Konzepte (gehorche statt wachse) unterstützen derartige Systeme. Die dazugehörende, vom System produzierte Angst (wenn du nicht gehorchst, dann ...!) ist der Treibstoff, der diese Machtstrukturen bis in unser Zellgedächtnis hinein aufrechterhalten soll. Die Installierung eines externalisierten und strafenden Gottes mit seinem Bruder den Teufel, trägt seinerseits dazu bei, ein materialistisches Weltbild zu etablieren, mit welcher der Mensch nach Belieben lenk- und manipulierbar wird.
Es ist ja kaum zu glauben, aber wahr, dass es unter den verschiedenen Völkern der Antike nicht ein einziges gab, das so wie die liberalen Christen des 19. Jahrhunderts an einen persönlichen Teufel glaubte. Weder die Ägypter, laut Porphyrios „das gelehrteste Volk der Welt“, noch ihre getreuen Nachahmer, die Griechen, machten sich je so einer Absurdität schuldig. Keines dieser Völker, und wir wollen hier sogleich auch die Juden der Antike erwähnen, glaubten an die Hölle oder ewige Verdammnis oder an den Teufel – … Die Hölle und ihr Herrscher sind christliche Erfindungen, entstanden mit der wachsenden Macht und den tyrannischen Methoden des Christentums.
(H.P. Bavlatsky, Isis entschleiert, S. 373)
